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KW 06/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Tatort Schlagzeile: Die Debatte um Herkunft
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 40:44 Minuten)
Bei “Die Medienversteher” diskutieren der Medienwissenschaftler Tanjev Schultz und der Journalist Markus Wolsiffer über das ethische Dilemma, ob und wann die Herkunft von Straftätern in der Berichterstattung genannt werden sollte. Die Kölner Silvesternacht 2015/16 markiere eine Zäsur, die zu einer Aufweichung des Pressekodex geführt habe. Daraufhin sei die Nennung der Nationalität in vielen Redaktionen und auch in Polizeimeldungen zur unhinterfragten Routine geworden.

2. Warum ist der Sportjournalismus immer noch fest in Männerhand?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 22:18 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast fragt Holger Klein die Sportjournalistin Nora Hespers, warum das Sportressort trotz einer gestiegenen Sichtbarkeit von Frauen im TV weiterhin eine Männerdomäne bleibe. Der Frauenanteil in der Branche liege lediglich bei zehn bis 15 Prozent, und weibliche Führungskräfte sowie Kommentatorinnen würden nach wie vor die Ausnahme bilden. “Obwohl mehr Frauen in den Sportjournalismus kommen, bleibt noch viel zu tun”, so Hespers Fazit.

3. Kommt ein neues “Spotify für Verlage”?
(youtube.com, Christian Jakubetz, Video: 24:08 Minuten)
Christian Jakubetz unterhält sich mit Swantje Dake, ehemalige Digital-Chefredakteurin der “Stuttgarter Zeitung” und der “Stuttgarter Nachrichten”, über deren neues Start-up namens “Unlock”. Dabei handele es sich um eine Plattform nach dem “Spotify-Prinzip”, die Nutzerinnen und Nutzern gegen eine monatliche Gebühr (geplant seien circa 15 Euro) den Zugriff auf Bezahlartikel verschiedener Verlage ermöglichen soll. Dake ist zuversichtlich, dass dieses Modell jetzt funktioniert, da Paid-Content mittlerweile etabliert sei und Verlage unter höherem Digitalisierungsdruck stünden.

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4. Die Krise des Musikjournalismus
(deutschlandfunk.de, Mike Herbstreuth, Audio: 27:37 Minuten)
Im Deutschlandfunk kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die prekären Arbeitsbedingungen im Popjournalismus. Deutschlandfunk-Hörerin Luise Herzog diskutiert darüber mit Ruben Jonas Schnell vom Internetradiosender ByteFM und Thomas Venker von “Kaput”, dem “Magazin für Insolvenz & Pop”.

5. Wenn’s beim Buschmann zweimal klingelt (mit ⁨@AnwaltJun⁩)
(youtube.com, Gavin Karlmeier, Video: 1:05:25 Stunden)
Gavin Karlmeier und Anwalt Chan-jo Jun diskutieren über Elon Musks mutmaßliche Strategie, durch kontroverse KI-Inhalte von “Grok” Aufmerksamkeit zu generieren. Zudem erörtern sie das juristische Schwinden des sogenannten Providerprivilegs, wodurch Plattformen künftig schneller und direkter für Datenschutzverstöße und KI-Risiken haften müssten. Abschließend berichtet Jun von einer erfolgreich zugestellten einstweiligen Verfügung an X (ehemals Twitter), nachdem vorherige Zustellversuche gescheitert seien.

6. Marietta Slomka – 2 + 2 = 4
(hr2.de, Jagoda Marinić, Audio: 1:12:33 Stunden)
Bei “Freiheit Deluxe” unterhält sich Jagoda Marinić mit der ZDF-Moderatorin Marietta Slomka über die Entwicklung der Medienwelt in den vergangenen Jahrzehnten. Die Nachrichtenproduktion sei heute komplexer, Faktenchecks würden zunehmend an ihre Grenzen stoßen. Zudem erklärt Slomka, wie sie sich professionell von der Flut schlechter Nachrichten abgrenzt, um ihre persönliche Zuversicht für das herausfordernde Jahr 2026 zu bewahren.

Reichelt verliert erneut, “Yandex”, Gerichtliche Social-Media-Sperren

1. Julian Reichelt verliert erneut gegen Alfonso Pantisano
(queer.de)
Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main habe dem “Nius”-Chefredakteur Julian Reichelt untersagt, die Falschbehauptung zu wiederholen, der Berliner Queerbeauftragte Alfonso Pantisano habe einen wegen Besitzes kinderpornografischer Schriften verurteilten Mann finanziert. Entgegen der Darstellung Reichelts habe das Gericht festgestellt, dass für die betreffenden “Kieztouren” keine Landesmittel geflossen seien, sondern diese rein privat organisiert und bezahlt worden seien. Pantisano habe den Beschluss als Sieg gegen ein “Fake-News-System” bezeichnet.

2. Eine Startseite für Kreml-Propaganda
(taz.de, Nicholas Potter)
Trotz bestehender EU-Verbote erreiche russische Kriegspropaganda über die Tech-Plattform “Yandex” (inzwischen “Dzen”) in Deutschland weiterhin ein Millionenpublikum. Das Portal sei mit rund 27 Millionen monatlichen Aufrufen hierzulande sogar populärer als die BBC oder die “Süddeutsche Zeitung”. Da die Plattform mittlerweile dem staatlich kontrollierten VK-Konzern gehöre, würden auf der Startseite systematisch nur Inhalte kremltreuer Medien wie “RT” und “RIA Novosti” ausgespielt.

3. Pariser Gericht ver­hängt Haft­strafen und Social-Media-Sperren
(lto.de)
Ein Pariser Gericht habe zehn Angeklagte wegen massiven Cybermobbings gegen Frankreichs First Lady Brigitte Macron zu mehrmonatigen Bewährungsstrafen sowie Social-Media-Sperren verurteilt. Der Richter habe das harte Urteil mit einer “Welle des Hasses” begründet, unter der die Betroffene und deren Familie massiv gelitten hätten. Die Verurteilten seien zudem zu Pflichtseminaren für respektvollen Umgang im Internet sowie Geldstrafen herangezogen worden.

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4. Authentisch inszeniert: Die Macht der Influencer
(youtube.com, Tanjev Schulz & Markus Wolsiffer, Video: 45:55 Minuten)
Bei “Die Medienversteher” diskutieren Tanjev Schulz und Markus Wolsiffer darüber, dass Influencer längst nicht mehr nur Lifestyle-Themen bedienen, sondern als “Newsfluencer” oder politische Kommentatoren zunehmend auch journalistische Funktionen übernehmen. Die oft beschworene Authentizität sei meist nur eine “strategisch expressive Inszenierung”, die Nutzerinnen und Nutzer täusche und im Gesundheitsbereich durch fehlende Expertise sogar gefährlich werden könne.

5. Newsletter-Abschied
(us8.campaign-archive.com, Christian Fahrenbach)
Nach elf Jahren und rund 2.250 Ausgaben verabschiedet sich Christian Fahrenbach von der “Morgenpost” der “Krautreporter”, um künftig als US-Korrespondent für das “Redaktionsnetzwerk Deutschland” zu berichten. Rückblickend betont er, dass guter Journalismus die Leserinnen und Leser entlasten und Ängste mindern solle, anstatt sie mit Lärm und Elitarismus zu überfordern. Fahrenbach habe die Erfahrung gemacht, dass ein respektvoller Umgang auf Augenhöhe und Transparenz über die eigene Haltung wichtiger seien als vermeintliche Neutralität.

6. TikTok-Charts: Viraler “Denkzettel” hängt News-Inhalte ab
(dwdl.de, Simon Pycha)
Zum Jahreswechsel hätten Redaktionen wie “Spiegel” und “Stern” ihre Strategie auf TikTok angepasst und würden nun verstärkt auf moderierte Videos setzen. Der höhere Produktionsaufwand habe sich in den Abrufzahlen bislang jedoch noch nicht niedergeschlagen. An der Spitze des Publisher-Rankings habe im Dezember “Sky Sport” gestanden, mit einem viralen Clip über Fußballer Mo Salah.

KW 49/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Wie Journalisten mit eigenen Positionen in Erscheinung treten
(deutschlandfunk.de, Sören Brinkmann, Audio: 32:04 Minuten)
Bei “Nach Redaktionsschluss”, dem Medienpodcast des Deutschlandfunk (DLF), geht es um die Frage, wie viel eigene Meinung und Haltung Journalistinnen und Journalisten zeigen dürfen und ob völlige Neutralität überhaupt möglich ist. Anhand von Beispielen erörtern DLF-Hörer Paul Stoop, Medienjournalist Steffen Grimberg und Elena Gorgis aus der DLF-Redaktion “Meinung & Diskurs”, welche Verantwortung Medienschaffende bei Äußerungen in Sozialen Netzwerken tragen und wie dies deren Glaubwürdigkeit beeinflusst.

2. Wissenschaft im Netz der Desinformation: Die Rolle von digitalen Medien und KI
(youtube.com, Ennio Brandt, Video: 22:51 Minuten)
Ennio Brandt warnt in seinem Vortrag vor den Gefahren wissenschaftsbezogener Desinformation, die zunehmend durch KI-Tools wie Deepfakes und automatisierte Textgeneratoren sowie durch populistische Akteure verbreitet werde. Er zeigt anhand von Beispielen aus Telegram-Kanälen und Social Media, wie Themenfelder wie Klimawandel oder Covid-19 gezielt mit Verschwörungsnarrativen verknüpft würden, um eine vermeintliche “Gegenwissenschaft” zu etablieren und gesellschaftliche Spaltung voranzutreiben.

3. Yasmine M’Barek & Nils Minkmar: Welche Zukunft hat Journalismus in digitalen Zeiten?
(youtube.com, Rüdiger Fries, Video: 2:07:45 Stunden)
Nils Minkmar und Yasmine M’Barek diskutieren im “Digital Fight Club” über die Bedrohung des Qualitätsjournalismus durch Algorithmen, Desinformation und eine zunehmend polarisierte Debattenkultur. Beide sind sich einig, dass unabhängige Medien nur durch eine stärkere Regulierung der Digitalkonzerne sowie die Bereitschaft der Gesellschaft, für glaubwürdige Berichterstattung zu bezahlen, eine Zukunft hätten.

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4. Die Liebe zum Spiel (mit Mara Pfeiffer)
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 1:12:12 Stunden)
In einer Sonderfolge ihres Podcasts “Die Medienversteher” sprechen Tanjev Schultz und Markus Wolsiffer mit der Sportjournalistin Mara Pfeiffer über deren Erfahrungen in der noch immer stark männlich dominierten Fußballbranche, in der sie sich trotz massiver Online-Anfeindungen und sexistischer Kritik einen Platz erkämpft habe. Pfeiffer versteht den Sportjournalismus weniger als reine Spielberichterstattung, sondern als Schnittstelle zu gesellschaftlichen Themen wie Rassismus, Sexismus und Demokratie.

5. Ankäufe, Video, Events: Was die ARD mit Podcasts vorhat
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 32:06 Minuten)
Im Podcast “Läuft” beschreibt Leiterin Cathrin Jacob die Arbeit der neuen “Podcast-Unit” der ARD als vernetzenden “Service-Satelliten”, der durch engere Kooperation der Sender Doppelstrukturen vermeiden und hochwertigen “Hero Content” fördern solle. Angesichts eines veränderten Marktes setze die ARD verstärkt auf externe Partnerschaften und experimentiere mit Video-Podcasts.

6. Die Margen der Kunst
(youtube.com, Michael Seemann, Video: 24:47 Minuten)
Michael Seemann erklärt in seinem Vortrag, dass Macht in der Musikindustrie davon abhänge, wie schwer jemand zu ersetzen ist. Aktuell würden wenige große Musikverlage das Geschäft dominieren. Künstlerinnen und Künstler würden durch das Überangebot im Streaming und kommende KI-Konkurrenz immer austauschbarer und damit machtloser. Seemann empfiehlt den Kreativen, sich nicht auf das Urheberrecht zu verlassen, sondern sich in Gewerkschaften zu organisieren.

Weimer trennt sich vorläufig, Weg für ÖRR-Reform frei, Gruseliger Spiegel

1. Weimer trennt sich vorläufig von Verlagsanteilen
(tagesschau.de)
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer gebe seine Anteile an der Weimer Media Group (WMG) für die Dauer seiner Amtszeit treuhänderisch ab und verzichte auf Gewinnausschüttungen. Hintergrund sind Berichte über den von der WMG veranstalteten Ludwig-Erhard-Gipfel, bei dem zahlende Teilnehmer womöglich Einfluss auf politische Entscheidungsträger erhalten könnten, was Weimer zurückgewiesen habe. Die bayerische Staatsregierung prüfe zudem, ob die staatliche Förderung der Veranstaltung fortgesetzt werden soll.
Weiterer Lesetipp: Ehefrau von Weimer lehnt plötzlich Verfassungsorden ab: “In die Affäre um Kulturstaatsminister Wolfram Weimer kommt Bewegung. Nun tritt auch seine Co-Gesellschafterin, seine Ehefrau Christiane Goetz-Weimer, von einer bedeutenden Auszeichnung zurück.” (t-online.de, Daniel Mützel & Carsten Janz & Annika Leister)

2. Brandenburg macht Weg für Reform von ARD und ZDF frei
(dwdl.de, Alexander Krei)
Wie Alexander Krei bei “DWDL” berichtet, habe Brandenburg als letztes Bundesland dem Reformstaatsvertrag für ARD, ZDF und Deutschlandradio zugestimmt. Die Reform, die zum 1. Dezember in Kraft treten soll, sehe die Einstellung mehrerer Spartensender, die Reduzierung der Hörfunkwellen, eine Beschränkung von öffentlich-rechtlichen Textangeboten im Internet und eine Deckelung der Sportrechtekosten vor. Zudem sollen die Anstalten stärker zusammenarbeiten, eine gemeinsame digitale Plattform aufbauen und Kooperationen mit privaten Anbietern eingehen.

3. Was plant die EU-Kommission bei KI und Datenschutz?
(netzpolitik.org, Ingo Dachwitz & Daniel Leisegang)
Ingo Dachwitz und Daniel Leisegang haben ein Erklärstück mit den wichtigsten Fragen und Antworten zum “Digitalen-Omnibus“-Gesetzespaket der EU-Kommission verfasst. Entlang zentraler Fragen (KI-Verordnung, DSGVO-Lockerungen, Cookies/Präferenzsignale, Gerätezugriffe, Betroffenenrechte) fassen sie die Positionen von Politik, Industrie und Zivilgesellschaft zusammen und erklären das weitere Gesetzgebungsverfahren.

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4. dju mahnt Polizei zu Zurückhaltung: Schutzbereich der Pressefreiheit gilt auch für Wohnungen und journalistische Kommunikationsmittel
(dju.verdi.de)
Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in Verdi begrüßt den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zur Durchsuchung bei einem Mitarbeiter von Radio Dreyeckland als wichtige Klarstellung zum Schutzbereich der Rundfunk- und Pressefreiheit. Der Schutz gelte nicht nur für Redaktionsräume, sondern auch für Homeoffice und dienstlich genutzte Geräte wie Laptops und Handys, auf denen Recherchen und Quellenkontakte stattfinden. Staatsanwaltschaften und Polizei müssten dies zwingend berücksichtigen, um wichtige Grundsätze wie den Quellenschutz und das Redaktionsgeheimnis nicht zu gefährden.

5. Mit KI gegen Femizide?
(blaetter.de, Sonja Peteranderl)
Sonja Peteranderl zeigt, wie KI-gestützte Risikoanalysen und elektronische Fußfesseln Gewalt gegen Frauen früher erkennbar machen sollen, und veranschaulicht am Beispiel Spaniens sowohl Chancen als auch gravierende Fehlbewertungen. In Deutschland gebe es einen Flickenteppich aus uneinheitlichen Risikotools, Plänen für präventive Fußfesseln und dem neuen Gewalthilfegesetz. Nötig seien klare Standards, unabhängige Kontrollen und ein umfassender gesellschaftlicher Wandel.

6. Instagram, der gruselige Spiegel
(taz.de, Eva Fischer)
Eva Fischer beschreibt, wie der Instagram-Algorithmus ihren Alltag, ihre Interessen und sogar ihre Beziehungsphasen erstaunlich genau erkennt und damit oft mehr über sie zu wissen scheint als Freundinnen und Freunde. Sie sieht die Schattenseiten wie Dopaminsucht, Schlafmangel und Echokammern, empfindet die App aber trotzdem als “mein persönliches Guilty Pleasure”: “Ja, das ist gruselig. Aber es ist auch irgendwie schön.”

KW 44/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Wie beeinflussen Influencer den politischen Diskurs?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 21:16 Minuten)
Holger Klein unterhält sich im “Übermedien”-Podcast mit Desiree Steppat von der Landesanstalt für Medien NRW. Die Landesanstalt hat untersucht, welche Inhalte politische Influencer zur Bundestagswahl 2025 auf Plattformen wie Instagram und TikTok verbreitet haben. Die Inhalte würden oft “sehr viel Meinung, sehr viel Emotion” transportieren und teils ein negatives Bild der Politik zeichnen.

2. Berichten Medien zu negativ über politische Debatten?
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhöfer, Audio: 36:40 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, ob Medien zu negativ über politische Debatten berichten. DLF-Hörerin Gabriele Schmitz diskutiert darüber mit Medienforscher Tanjev Schultz und RTL/ntv-Hauptstadtkorrespondent Martin Schmidt.

3. Soziale Medien – Wir brauchen gemeinsame Öffentlichkeiten
(ardaudiothek.de, Sibylle Salewski, Audio: 55:37 Minuten)
Der Medienwissenschaftler Pascal Schneiders erklärt in seinem Vortrag, dass klassische Nachrichtenmedien ihre Fähigkeit verlieren, eine gemeinsame Öffentlichkeit zu schaffen. Das Problem sei, dass sich der Journalismus der Logik von Social-Media-Plattformen anpassen müsse, diese aber auf individuelle Nutzerzufriedenheit statt auf Information abzielen würden. Diese “Plattformisierung” zerstöre durch individualisierte Algorithmen die gemeinsame Informationsgrundlage.

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4. Medien rauben uns Lebenszeit. Wie wir uns wehren können
(wind-und-wurzeln.podigee.io, Marina Weisband, Audio: 44:38 Minuten)
In dieser Folge des Podcasts “Wind und Wurzeln” spricht Marina Weisband mit der Neurowissenschaftlerin Maren Urner und Han Langeslag von “Perspective Daily”. Es geht dabei um die Frage, wie unsere Aufmerksamkeit funktioniert, und wie Medien diese Mechanismen gezielt ausnutzen. Das Gespräch mit Langeslag konzentriert sich darauf, wie der moderne Nachrichtenjournalismus unsere Aufmerksamkeit “triggert” und dadurch unsere Sicht auf die Welt negativ verändert.

5. Superinfluencer und Vertrauen – Zwanzig Trends für 2035
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 31:41 Minuten)
Christian Jakubetz spricht mit dem Autor und Digitalberater Thomas Knüwer über dessen neues Buch “20 Trends für 35”, also für das Jahr 2035. Knüwer argumentiert, dass viele Dinge, etwa die Energiewende oder das Comeback der deutschen Industrie (zum Beispiel im Bereich Robotik), besser würden, als es die aktuelle, von “Überangst” geprägte Debatte vermuten lasse. Ein weiteres zentrales Thema ist die Zukunft von Medien, bei der Knüwer eine massive Disruption durch “Superinfluencer” vorhersieht.

6. Games im Journalismus – verschenken Medien Potenzial?
(br.de, Linus Lüring, Audio: 26:57 Minuten)
Linus Lüring hat auf den Medientagen München den Game-Design-Professor Clemens Hochreiter und den BR-Experten Matthias Leitner getroffen. Sie diskutierten darüber, warum deutsche Medienhäuser das große Potenzial von Computerspielen für den Journalismus kaum nutzen, obwohl fast 40 Millionen Menschen in Deutschland spielen. Thema war auch die neue Games-Strategie der ARD und die Frage, wie diese zum öffentlich-rechtlichen Auftrag passt.

KW 42/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Wie man angemessen über Verkehrsunfälle berichtet
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers, Audio: 30:29 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Berichterstattung über Verkehrsunfälle. DLF-Hörer und “Blaulichtreporter” Marcel von Fehrn diskutiert darüber mit Medienethikerin Marlis Prinzing und Jakob Gokl, Chefredakteur der “Schaumburger Zeitung”.

2. Keine Macht den Tätern – Berichterstattung über sexualisierte Gewalt im Sport
(wdr.de, Nora Hespers & Kerstin von Kalckreuth & Andrea Schültke, Audio: 48:28 Minuten)
Nora Hespers unterhält sich im Podcast von “Sport inside” mit ihren Kolleginnen Andrea Schültke und Kerstin von Kalckreuth über die mediale Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt im Sport: “Körperliche, psychische und sexualisierte Gewalt im Sport sind keine Einzelfälle. Sie sind Teil des Systems. Eine Erkenntnis, die erst seit wenigen Jahren in der Gesellschaft angekommen ist. Berichterstattung über die Hintergründe hat dazu beigetragen.”

3. Ich soll ermordet werden
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 27:23 Minuten)
In diesem Video geht es um die zunehmenden Drohungen und Hassnachrichten, die Kritiker rechter Content-Creator im Internet erhalten, zum Beispiel nachdem sie Inhalte des YouTubers “Clownswelt” kritisch hinterfragt haben. Mats Schönauer schildert persönliche Erfahrungen, analysiert Muster der Angriffe und gibt Hinweise, wie Betroffene damit umgehen können. Ein zentrales Anliegen ist dabei die Forderung nach sachlicher Debatte statt Beleidigungen sowie die Offenlegung der Mechanismen hinter solchen Kampagnen.
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

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4. Internet-Blockaden nehmen zu – warum Staaten das Netz abschalten
(br.de, Linus Lüring, Audio: 23:38 Minuten)
Linus Lüring spricht bei “BR24 Medien” mit Daniel Leisegang von netzpolitik.org über die weltweite Zunahme staatlich veranlasster Internetblockaden, die besonders in autoritär regierten Ländern wie China, Iran oder Russland häufig seien. Leisegang erklärt, wie solche Sperren technisch funktionieren, etwa über DNS-Blockaden. Er betont, dass es dabei meist nicht um vollständige Abschaltungen, sondern um gezielte Zensur einzelner Inhalte oder Plattformen gehe.

5. Wer bezahlt das? Der Journalismus und das Geld
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 43:56 Minuten)
Tanjev Schultz und Markus Wolsiffer überlegen in der neuesten Folge der “Medienversteher”, wie sich Journalismus in Zeiten schwindender Werbeeinnahmen und Abo-Müdigkeit noch finanzieren lässt. Sie diskutieren über Modelle wie Paywalls, Mitgliedschaften, Crowdfunding und staatliche Förderung. Eine Patentlösung gebe es jedoch nicht. Zudem hänge die Zukunft des Journalismus stark vom gesellschaftlichen Engagement ab.

6. Wer haftet eigentlich für KI-Chatbots, die lügen?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 23:05 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast geht es um die Frage, wer zur Verantwortung gezogen werden kann, wenn KI-Chatbots falsche Informationen verbreiten. Holger Klein spricht dazu mit Journalist Falk Steiner über fehlerhafte Antworten, mögliche rechtliche Folgen und überlegenswerte Regulierungsansätze. Auch der Umgang mit Falschinformationen über Einzelpersonen kommt dabei zur Sprache.

Journalisten verlassen Pentagon, Zugriff auf “taz”-Laptop, Fußballseele

1. Journalisten verlassen Pentagon aus Protest
(tagesschau.de)
Fast alle US-Journalistinnen und -journalisten hätten aus Protest gegen neue Restriktionen des Kriegsministers Pete Hegseth ihre Büros im Pentagon verlassen und ihre Zugangsausweise abgegeben, darunter auch Reporter von Medien wie Fox News, wo Hegseth selbst früher gearbeitet habe: “Den Angaben nach verließen etwa 40 bis 50 Journalisten gemeinsam das Gebäude und trugen Stühle, einen Kopierer, Bücher und Fotos auf den Parkplatz des Ministeriums.”

2. Das bisschen Überwachung
(journalist.de, Daniel Moßbrucker)
Daniel Moßbrucker kritisiert, dass die geplante Vorratsdatenspeicherung von Union und SPD kaum noch Widerstand bei Journalistinnen und Journalisten hervorrufe, obwohl die Branche jahrzehntelang dagegen gekämpft habe. Er erklärt das damit, dass sich der Journalismus vollständig digitalisiert habe, die Ängste nach den Snowden-Enthüllungen sich nicht realisiert hätten, neue Bedrohungen wie die aus Russland die Debatte verändert hätten, und Medienschaffende selbst massenhaft Daten sammeln würden.

3. Bleib wach – sonst stirbst du!
(taz.de, Christof Meueler)
In einem Gastbeitrag für die “taz” wirbt Christof Meueler, Feuilletonleiter des “nd”, dafür, die in finanzieller Not steckende linke Tageszeitung mit mindestens 150.000 Euro zu retten, damit sie ihren 80. Geburtstag im April feiern könne. Er betont, dass das “nd” viel moderner sei als sein Ruf, aber der Kostendruck so hoch sei, “dass die Zeitung mit dem Sparen kaum mehr hinterherkommt. Es ist wie in einem Actionfilm. Das nd liegt schwer getroffen am Boden, lebensgefährlich verletzt.”

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4. Verschwörungstheorien und was sie anrichten
(verdi.de, Till Schmidt)
Till Schmidt hat mit dem Verschwörungstheorie-Experten Michael Butter über die Verbreitung und die Gefahren von Verschwörungserzählungen in Deutschland gesprochen. Butter erklärt, dass Verschwörungstheorien nicht per se gefährlich seien, sondern erst dann zum Problem würden, wenn sie sich mit “dicken Ideologien” wie Antisemitismus oder Rassismus verbinden und zu Gewalt oder demokratiefeindlichem Verhalten führen. Butter plädiert dafür, differenzierter hinzuschauen und investigativen Journalismus als “Gegengift” zu stärken.

5. Zugriff auf taz-Laptop “sehr wahrscheinlich”
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat den Laptop der “taz”-Journalistin Serena Bilanceri untersucht, der im Juli neun Tage lang von israelischen Sicherheitskräften am Flughafen in Tel Aviv konfisziert worden war. Sie kommt zu dem Schluss, dass “sehr wahrscheinlich” auf die Daten zugegriffen worden sei. Man habe Hinweise gefunden, dass der Laptop gewaltsam geöffnet wurde. Reporter ohne Grenzen und die “taz” kritisieren das Vorgehen als Verletzung internationaler Standards, des Quellenschutzes und des Redaktionsgeheimnisses.

6. Ein Stück Berliner Fußballseele geht verloren: Mit der “FuWo” verschwindet mehr als eine Zeitung
(tagesspiegel.de, Michael Perlinski)
Michael Perlinski trauert um die nach 102 Jahren eingestellte Berliner “Fußball-Woche” (“FuWo”), die für ihn und viele andere weit mehr als nur eine Zeitung gewesen sei. Er kritisiert sowohl den Berliner Fußball-Verband als auch die Politik scharf dafür, dass sie die Tradition nicht gerettet haben, obwohl Geld vorhanden gewesen wäre. Mit der “FuWo” verschwinde ein Stück Berliner Fußballkultur, das ehrlich über den Sport auf den Plätzen berichtete und nicht aus den VIP-Logen.

Gemeinwohl, Widerstand im Journalismus, Staatstrojaner

1. Gemeinwohlorientierter Journalismus braucht Rechtssicherheit
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Markus Reuter kommentiert bei netzpolitik.org die fehlende Rechtssicherheit für gemeinwohlorientierten Journalismus. Die Bundesregierung wolle beispielsweise E-Sport als gemeinnützig anerkennen, nicht-kommerzieller Journalismus bleibe jedoch, trotz der Zusagen im Koalitionsvertrag der einstigen Ampel-Regierung, weiterhin rechtlich im Schwebezustand. Reuter kritisiert die unionsgeführte Regierung für mangelnden Gestaltungswillen und warnt, dass demokratische Medien gerade jetzt gezielte Unterstützung brauchen.

2. RSF verklagt BND wegen Staatstrojanern
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) klagt gegen den Einsatz von Staatstrojanern durch den Bundesnachrichtendienst: “Der Geheimdienst kann Journalisten heimlich per Trojaner überwachen, ohne dass der Betroffene hiervon jemals erfährt. Hiergegen gibt es in Deutschland keinen Rechtsschutz, wenn vom Betroffenen auch weiterhin Nachweise für eine Überwachung verlangt werden. Dies steht einem demokratischen Rechtsstaat schlecht zu Gesicht und verstößt gegen die Menschenrechte”, so Rechtsanwalt Niko Härting, der RSF vertritt.

3. Medien müssen nicht neutral sein – Wir brauchen Widerstand im Journalismus
(volksverpetzer.de, Matthias Meisner & Paul Starzmann)
Der “Volksverpetzer” veröffentlicht einen Auszug aus “Mut zum Unmut”, dem demnächst erscheinenden Buch von Matthias Meisner und Paul Starzmann. Der Text wirbt für mehr Widerstand im Journalismus und zeigt, wie rechte Gruppen Begriffe wie “alternativ” für eigene Zwecke vereinnahmen, während faktenbasierte Kritik als “aktivistisch” abgewertet werde. Meisner und Starzmann plädieren für einen Journalismus mit Haltung, der Missstände aufdeckt und sich nicht dem Ruf nach falscher Ausgewogenheit beugt.

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4. Geheimplan gegen Deutschland – Ein Nachspiel
(youtube.com, Schauspiel Köln & Correctiv, Video: 1:44:05 Stunden)
Das Schauspiel Köln hat die “Correctiv”-Recherche “Geheimplan gegen Deutschland” auf die Bühne geholt: “Wie kann man ‘Remigration’, den Tarnbegriff der völkischen Ideologie, übersetzen? Was stand in Potsdam tatsächlich auf der Agenda? Ging es tatsächlich um Pläne zur massenhaften Vertreibung von Menschen aus Deutschland?”

5. Wie umgehen mit Propaganda und Unwahrheiten?
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhöfer, Audio: 38:13 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um den Umgang mit politischen Interviews, in denen unbelegte Behauptungen und gezielte Falschinformationen verbreitet werden. DLF-Hörer Benjamin Bock spricht mit Politikwissenschaftlerin Julia Reuschenbach und DLF-Hauptstadtkorrespondent Dirk-Oliver Heckmann über journalistische Verantwortung, Faktenchecks und die Frage, wie man Propaganda wirksam begegnet.

6. Aussicht auf Hollywood-Deal lässt Warner-Aktie hochspringen
(sueddeutsche.de)
Laut Berichten des “Wall Street Journal” und weiterer US-Medien prüfe die Mediengruppe Paramount Skydance, mit finanzieller Unterstützung von Milliardär Larry Ellison, eine Übernahme des deutlich größeren Konkurrenten Warner Bros. Discovery. Die Aussicht auf eine solche Fusion habe die Warner-Aktie um fast 30 Prozent steigen lassen. Ein Zusammenschluss der beiden Studios mit Marken wie HBO, DC, CNN und Paramount+ könnte die US-amerikanische Medienlandschaft grundlegend verändern.

Barschel-Foto, Jagd auf Fischer, Hörbuchsprecher in Gefahr

1. Israelische Armee tötet sechs weitere Journalisten
(reporter-ohne-grenzen.de)
Wie gestern in den “6 vor 9” berichtet, wurden bei einem Angriff der israelischen Armee auf eine Klinik im Gazastreifen mehrere Journalistinnen und Journalisten getötet. Nun meldet sich die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) zu Wort. Insgesamt seien in Gaza seit 2023 mehr als 200 Medienschaffende getötet worden. RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus fragt: “Sechs getötete Medienschaffende in zwei Tagen: Was muss noch passieren, damit die Bundesregierung sich endlich klar und deutlich von der Kriegsführung der israelischen Regierung distanziert?”

2. Warum Barschel-Fotograf Knauer mit einer Anzeige gegen PI-News erfolglos blieb
(kress.de, Henning Kornfeld)
Der ehemalige “Stern”-Reporter Sebastian Knauer habe das rechtspopulistische Blog “PI News” angezeigt, weil es sein berühmtes Foto von Uwe Barschel ohne Zustimmung genutzt habe. Die Staatsanwaltschaft Köln habe das Verfahren jedoch eingestellt, da die Verantwortlichen nicht zu ermitteln seien. Dies werde von Knauer angezweifelt. Der von “kress” dazu befragte Medienanwalt Sven Krüger hat eine Vermutung für das offenbar geringe Engagement der Staatsanwaltschaft: “Das scheint mir ein Beispiel dafür zu sein, dass die mangelnde Ausstattung der Justiz zumindest bei niedrigschwelligen Delikten zu inkonsequenter Strafverfolgung führt.”

3. Die völlig ungenierte Jagd auf die schwangere Helene Fischer, Teil 2
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
Boris Rosenkranz prangert bei “Übermedien” die erneute Jagd der Boulevardredaktionen auf Helene Fischer an, allen voran durch “Bild”-Vizechefin Tanja May, die Fischers Schwangerschaft ohne deren Einverständnis öffentlich gemacht habe. Er zeigt, wie Klatschblätter und Paparazzi mit heimlich gemachten oder manipulierten Fotos arbeiten, spekulative und angstschürende Storys konstruieren und den Stars sogar an ihren privaten Wohnsitzen nachstellen.

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4. Wer schützt alle hinter der Kamera vor dem Bildschirm?
(dwdl.de, Simon Pycha)
Social Media könne oft in die Abhängigkeit führen. Auf vielen Plattformen werde das Problem als “Dopaminsucht” verhandelt und mit einfachen Tipps wie festen Handyzeiten, grauen Bildschirmfarben oder “Single Tasking” adressiert, wofür es allerdings wenig belastbare wissenschaftliche Grundlagen gebe. Simon Pycha fordert mit Blick auf Personen, die auch beruflich mit Sozialen Medien zu tun haben: “Für das inhaltlich getriebene Medium braucht es klare Grenzen. Private und berufliche Einflüsse müssen durch interne Richtlinien individuell in Einklang gebracht werden. Dafür sind eine gesunde Arbeitsumgebung und offene Kommunikation nötig. Schulungsangebote für Betroffene sind gut, zielgruppengerechte und attraktive Prävention für alle jedoch noch besser.”

5. Sport-Streaming: Zwischen Allianzen und Rechte-Offensiven
(blog.medientage.de, Petra Schwegler)
Wie Petra Schwegler berichtet, befindet sich der Markt für Sportstreaming in starker Bewegung: “Die jüngsten Entwicklungen zeigen: Die Phase der wilden Expansion neigt sich dem Ende zu. Jetzt beginnt die strategische Konsolidierung – und die wird für Anbieter wie Zuschauer:innen gleichermaßen interessant. Ökonomisch treiben die Konkurrenz um Premiumrechte und die zunehmende Fragmentierung die Rechtepreise.”

6. Die Maschine übernimmt unsere Stimme
(taz.de, Jürgen Kalwa)
Hörbuchsprecher Jürgen Kalwa, schildert, wie rasant KI-Stimmen vorankommen und die Arbeit menschlicher Sprecherinnen und Sprecher bedrohen. Mittlerweile könnten echte Stimmen geklont und täuschend echt nachgebildet werden. Kalwa warnt vor ungeklärten Rechtsfragen, kritisiert Plattformen und Tools wie Audible, YouTube und ElevenLabs und lehnt Verträge ab, die weitreichende Nutzungsrechte an seiner Stimme verlangen. Obwohl der Hörbuchmarkt wachse, fürchtet er eine Flut seelenloser Massenware.

Tausende Euro für Auskunft, Problematische Nähe, Wallraff

1. Wirtschaftsministerium will Tausende Euro für Lobby-Unterlagen zu Katherina Reiche
(abgeordnetenwatch.de, Martin Reyher)
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche habe in diesem Sommer mehrere Lobbyakteure getroffen, darunter Vertreter ihres früheren Arbeitgebers, dem Verband kommunaler Unternehmen. Die Gesprächsinhalte seien nicht offengelegt worden. Die Plattform “abgeordnetenwatch” habe “auf Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) Einsicht in die Unterlagen zu den acht Terminen beantragt”. Doch Reiches Ministerium habe mit bis zu 4.000 Euro Gebühren gedroht, indem es den Antrag in acht Teile aufgeteilt habe. Kritiker würden darauf verweisen, dass solche abschreckenden Gebühren vom Bundesverwaltungsgericht bereits 2016 für rechtswidrig erklärt worden seien.

2. Portal von Reichelt und Gotthardt: Was ist “Nius” – und was wird den Machern vorgeworfen?
(tagesspiegel.de, Sven Lemkemeyer)
Beim “Tagesspiegel” geht es noch einmal um das rechtsgerichtete Krawallportal “Nius”. Dem von Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt und Geldgeber Frank Gotthardt betriebenen Portal werde vorgeworfen, rechtspopulistische Inhalte zu verbreiten, Fakten zu verzerren und als Sprachrohr der Partei “Werteunion” um den früheren Chef des Bundesverfassungsschutzes Hans-Georg Maaßen zu dienen. Laut dem Medienwissenschaftler Markus Linden überschreite “Nius” gezielt Grenzen und nutze Praktiken der Desinformation.

3. Die problematische Nähe zwischen Kultur und Journalismus in Österreich
(kobuk.at, Philipp Wohltmann)
Bei “Kobuk” macht Philipp Wohltmann auf einen Missstand in der österreichischen Presselandschaft aufmerksam: “In der Kulturberichterstattung von Standard und Presse verschwimmen die Grenzen zwischen Werbung und Redaktion. Dieselben Autor:innen bewerben Kulturveranstaltungen in bezahlten Anzeigen – und rezensieren diese danach im redaktionellen Kulturteil.”

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4. Solidarität mit inhaftierten Journalisten
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) und mehrere Exilmedien starten eine Postkartenkampagne für die in Aserbaidschan inhaftierte Journalistin Sevinj Vagifgizi, der selbst an heißen Tagen im Gefängnis ein Ventilator verweigert werde. Die Aktion soll auf unmenschliche Haftbedingungen und die zunehmende Repression gegen unabhängige Medien in Aserbaidschan aufmerksam machen. RSF fordert internationalen Druck, damit inhaftierte Medienschaffende freigelassen werden und um die Unterdrückung kritischer Stimmen zu beenden.

5. “Team Wallraff”: RTL muss nichts öffentlich richtigstellen
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Das Hanseatische Oberlandesgericht habe im Streit zwischen den MK-Kliniken und RTL über eine acht Jahre alte Ausgabe von “Team Wallraff” überwiegend zugunsten des Senders entschieden. Eine öffentliche Richtigstellung müsse RTL demnach nicht veröffentlichen, da viele der von den MK-Kliniken kritisierten Passagen als zulässige Meinungsäußerungen oder wahre Tatsachen gewertet worden seien.

6. Lachende Fliegen und kippelnde Beine. Zum Ende der täglichen gedruckten taz
(czyslansky.net, Michael Kausch)
Michael Kausch erinnert in seiner persönlichen Glosse daran, wie sehr gedruckte Tageszeitungen einst zu seinem Alltag gehörten: vom Sportteil in der Kindheit bis zum eigenen Abo im Studium. Er blickt nostalgisch auf die Rolle der “taz” und anderer Blätter zurück, die es bald vorwiegend digital geben wird: “Mit wird etwas fehlen. Ich will gar nicht daran denken.”

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