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Journalisten verlassen Pentagon, Zugriff auf “taz”-Laptop, Fußballseele

1. Journalisten verlassen Pentagon aus Protest
(tagesschau.de)
Fast alle US-Journalistinnen und -journalisten hätten aus Protest gegen neue Restriktionen des Kriegsministers Pete Hegseth ihre Büros im Pentagon verlassen und ihre Zugangsausweise abgegeben, darunter auch Reporter von Medien wie Fox News, wo Hegseth selbst früher gearbeitet habe: “Den Angaben nach verließen etwa 40 bis 50 Journalisten gemeinsam das Gebäude und trugen Stühle, einen Kopierer, Bücher und Fotos auf den Parkplatz des Ministeriums.”

2. Das bisschen Überwachung
(journalist.de, Daniel Moßbrucker)
Daniel Moßbrucker kritisiert, dass die geplante Vorratsdatenspeicherung von Union und SPD kaum noch Widerstand bei Journalistinnen und Journalisten hervorrufe, obwohl die Branche jahrzehntelang dagegen gekämpft habe. Er erklärt das damit, dass sich der Journalismus vollständig digitalisiert habe, die Ängste nach den Snowden-Enthüllungen sich nicht realisiert hätten, neue Bedrohungen wie die aus Russland die Debatte verändert hätten, und Medienschaffende selbst massenhaft Daten sammeln würden.

3. Bleib wach – sonst stirbst du!
(taz.de, Christof Meueler)
In einem Gastbeitrag für die “taz” wirbt Christof Meueler, Feuilletonleiter des “nd”, dafür, die in finanzieller Not steckende linke Tageszeitung mit mindestens 150.000 Euro zu retten, damit sie ihren 80. Geburtstag im April feiern könne. Er betont, dass das “nd” viel moderner sei als sein Ruf, aber der Kostendruck so hoch sei, “dass die Zeitung mit dem Sparen kaum mehr hinterherkommt. Es ist wie in einem Actionfilm. Das nd liegt schwer getroffen am Boden, lebensgefährlich verletzt.”

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4. Verschwörungstheorien und was sie anrichten
(verdi.de, Till Schmidt)
Till Schmidt hat mit dem Verschwörungstheorie-Experten Michael Butter über die Verbreitung und die Gefahren von Verschwörungserzählungen in Deutschland gesprochen. Butter erklärt, dass Verschwörungstheorien nicht per se gefährlich seien, sondern erst dann zum Problem würden, wenn sie sich mit “dicken Ideologien” wie Antisemitismus oder Rassismus verbinden und zu Gewalt oder demokratiefeindlichem Verhalten führen. Butter plädiert dafür, differenzierter hinzuschauen und investigativen Journalismus als “Gegengift” zu stärken.

5. Zugriff auf taz-Laptop “sehr wahrscheinlich”
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat den Laptop der “taz”-Journalistin Serena Bilanceri untersucht, der im Juli neun Tage lang von israelischen Sicherheitskräften am Flughafen in Tel Aviv konfisziert worden war. Sie kommt zu dem Schluss, dass “sehr wahrscheinlich” auf die Daten zugegriffen worden sei. Man habe Hinweise gefunden, dass der Laptop gewaltsam geöffnet wurde. Reporter ohne Grenzen und die “taz” kritisieren das Vorgehen als Verletzung internationaler Standards, des Quellenschutzes und des Redaktionsgeheimnisses.

6. Ein Stück Berliner Fußballseele geht verloren: Mit der “FuWo” verschwindet mehr als eine Zeitung
(tagesspiegel.de, Michael Perlinski)
Michael Perlinski trauert um die nach 102 Jahren eingestellte Berliner “Fußball-Woche” (“FuWo”), die für ihn und viele andere weit mehr als nur eine Zeitung gewesen sei. Er kritisiert sowohl den Berliner Fußball-Verband als auch die Politik scharf dafür, dass sie die Tradition nicht gerettet haben, obwohl Geld vorhanden gewesen wäre. Mit der “FuWo” verschwinde ein Stück Berliner Fußballkultur, das ehrlich über den Sport auf den Plätzen berichtete und nicht aus den VIP-Logen.

Gemeinwohl, Widerstand im Journalismus, Staatstrojaner

1. Gemeinwohlorientierter Journalismus braucht Rechtssicherheit
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Markus Reuter kommentiert bei netzpolitik.org die fehlende Rechtssicherheit für gemeinwohlorientierten Journalismus. Die Bundesregierung wolle beispielsweise E-Sport als gemeinnützig anerkennen, nicht-kommerzieller Journalismus bleibe jedoch, trotz der Zusagen im Koalitionsvertrag der einstigen Ampel-Regierung, weiterhin rechtlich im Schwebezustand. Reuter kritisiert die unionsgeführte Regierung für mangelnden Gestaltungswillen und warnt, dass demokratische Medien gerade jetzt gezielte Unterstützung brauchen.

2. RSF verklagt BND wegen Staatstrojanern
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) klagt gegen den Einsatz von Staatstrojanern durch den Bundesnachrichtendienst: “Der Geheimdienst kann Journalisten heimlich per Trojaner überwachen, ohne dass der Betroffene hiervon jemals erfährt. Hiergegen gibt es in Deutschland keinen Rechtsschutz, wenn vom Betroffenen auch weiterhin Nachweise für eine Überwachung verlangt werden. Dies steht einem demokratischen Rechtsstaat schlecht zu Gesicht und verstößt gegen die Menschenrechte”, so Rechtsanwalt Niko Härting, der RSF vertritt.

3. Medien müssen nicht neutral sein – Wir brauchen Widerstand im Journalismus
(volksverpetzer.de, Matthias Meisner & Paul Starzmann)
Der “Volksverpetzer” veröffentlicht einen Auszug aus “Mut zum Unmut”, dem demnächst erscheinenden Buch von Matthias Meisner und Paul Starzmann. Der Text wirbt für mehr Widerstand im Journalismus und zeigt, wie rechte Gruppen Begriffe wie “alternativ” für eigene Zwecke vereinnahmen, während faktenbasierte Kritik als “aktivistisch” abgewertet werde. Meisner und Starzmann plädieren für einen Journalismus mit Haltung, der Missstände aufdeckt und sich nicht dem Ruf nach falscher Ausgewogenheit beugt.

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4. Geheimplan gegen Deutschland – Ein Nachspiel
(youtube.com, Schauspiel Köln & Correctiv, Video: 1:44:05 Stunden)
Das Schauspiel Köln hat die “Correctiv”-Recherche “Geheimplan gegen Deutschland” auf die Bühne geholt: “Wie kann man ‘Remigration’, den Tarnbegriff der völkischen Ideologie, übersetzen? Was stand in Potsdam tatsächlich auf der Agenda? Ging es tatsächlich um Pläne zur massenhaften Vertreibung von Menschen aus Deutschland?”

5. Wie umgehen mit Propaganda und Unwahrheiten?
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhöfer, Audio: 38:13 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um den Umgang mit politischen Interviews, in denen unbelegte Behauptungen und gezielte Falschinformationen verbreitet werden. DLF-Hörer Benjamin Bock spricht mit Politikwissenschaftlerin Julia Reuschenbach und DLF-Hauptstadtkorrespondent Dirk-Oliver Heckmann über journalistische Verantwortung, Faktenchecks und die Frage, wie man Propaganda wirksam begegnet.

6. Aussicht auf Hollywood-Deal lässt Warner-Aktie hochspringen
(sueddeutsche.de)
Laut Berichten des “Wall Street Journal” und weiterer US-Medien prüfe die Mediengruppe Paramount Skydance, mit finanzieller Unterstützung von Milliardär Larry Ellison, eine Übernahme des deutlich größeren Konkurrenten Warner Bros. Discovery. Die Aussicht auf eine solche Fusion habe die Warner-Aktie um fast 30 Prozent steigen lassen. Ein Zusammenschluss der beiden Studios mit Marken wie HBO, DC, CNN und Paramount+ könnte die US-amerikanische Medienlandschaft grundlegend verändern.

Barschel-Foto, Jagd auf Fischer, Hörbuchsprecher in Gefahr

1. Israelische Armee tötet sechs weitere Journalisten
(reporter-ohne-grenzen.de)
Wie gestern in den “6 vor 9” berichtet, wurden bei einem Angriff der israelischen Armee auf eine Klinik im Gazastreifen mehrere Journalistinnen und Journalisten getötet. Nun meldet sich die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) zu Wort. Insgesamt seien in Gaza seit 2023 mehr als 200 Medienschaffende getötet worden. RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus fragt: “Sechs getötete Medienschaffende in zwei Tagen: Was muss noch passieren, damit die Bundesregierung sich endlich klar und deutlich von der Kriegsführung der israelischen Regierung distanziert?”

2. Warum Barschel-Fotograf Knauer mit einer Anzeige gegen PI-News erfolglos blieb
(kress.de, Henning Kornfeld)
Der ehemalige “Stern”-Reporter Sebastian Knauer habe das rechtspopulistische Blog “PI News” angezeigt, weil es sein berühmtes Foto von Uwe Barschel ohne Zustimmung genutzt habe. Die Staatsanwaltschaft Köln habe das Verfahren jedoch eingestellt, da die Verantwortlichen nicht zu ermitteln seien. Dies werde von Knauer angezweifelt. Der von “kress” dazu befragte Medienanwalt Sven Krüger hat eine Vermutung für das offenbar geringe Engagement der Staatsanwaltschaft: “Das scheint mir ein Beispiel dafür zu sein, dass die mangelnde Ausstattung der Justiz zumindest bei niedrigschwelligen Delikten zu inkonsequenter Strafverfolgung führt.”

3. Die völlig ungenierte Jagd auf die schwangere Helene Fischer, Teil 2
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
Boris Rosenkranz prangert bei “Übermedien” die erneute Jagd der Boulevardredaktionen auf Helene Fischer an, allen voran durch “Bild”-Vizechefin Tanja May, die Fischers Schwangerschaft ohne deren Einverständnis öffentlich gemacht habe. Er zeigt, wie Klatschblätter und Paparazzi mit heimlich gemachten oder manipulierten Fotos arbeiten, spekulative und angstschürende Storys konstruieren und den Stars sogar an ihren privaten Wohnsitzen nachstellen.

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4. Wer schützt alle hinter der Kamera vor dem Bildschirm?
(dwdl.de, Simon Pycha)
Social Media könne oft in die Abhängigkeit führen. Auf vielen Plattformen werde das Problem als “Dopaminsucht” verhandelt und mit einfachen Tipps wie festen Handyzeiten, grauen Bildschirmfarben oder “Single Tasking” adressiert, wofür es allerdings wenig belastbare wissenschaftliche Grundlagen gebe. Simon Pycha fordert mit Blick auf Personen, die auch beruflich mit Sozialen Medien zu tun haben: “Für das inhaltlich getriebene Medium braucht es klare Grenzen. Private und berufliche Einflüsse müssen durch interne Richtlinien individuell in Einklang gebracht werden. Dafür sind eine gesunde Arbeitsumgebung und offene Kommunikation nötig. Schulungsangebote für Betroffene sind gut, zielgruppengerechte und attraktive Prävention für alle jedoch noch besser.”

5. Sport-Streaming: Zwischen Allianzen und Rechte-Offensiven
(blog.medientage.de, Petra Schwegler)
Wie Petra Schwegler berichtet, befindet sich der Markt für Sportstreaming in starker Bewegung: “Die jüngsten Entwicklungen zeigen: Die Phase der wilden Expansion neigt sich dem Ende zu. Jetzt beginnt die strategische Konsolidierung – und die wird für Anbieter wie Zuschauer:innen gleichermaßen interessant. Ökonomisch treiben die Konkurrenz um Premiumrechte und die zunehmende Fragmentierung die Rechtepreise.”

6. Die Maschine übernimmt unsere Stimme
(taz.de, Jürgen Kalwa)
Hörbuchsprecher Jürgen Kalwa, schildert, wie rasant KI-Stimmen vorankommen und die Arbeit menschlicher Sprecherinnen und Sprecher bedrohen. Mittlerweile könnten echte Stimmen geklont und täuschend echt nachgebildet werden. Kalwa warnt vor ungeklärten Rechtsfragen, kritisiert Plattformen und Tools wie Audible, YouTube und ElevenLabs und lehnt Verträge ab, die weitreichende Nutzungsrechte an seiner Stimme verlangen. Obwohl der Hörbuchmarkt wachse, fürchtet er eine Flut seelenloser Massenware.

Tausende Euro für Auskunft, Problematische Nähe, Wallraff

1. Wirtschaftsministerium will Tausende Euro für Lobby-Unterlagen zu Katherina Reiche
(abgeordnetenwatch.de, Martin Reyher)
Wirtschaftsministerin Katherina Reiche habe in diesem Sommer mehrere Lobbyakteure getroffen, darunter Vertreter ihres früheren Arbeitgebers, dem Verband kommunaler Unternehmen. Die Gesprächsinhalte seien nicht offengelegt worden. Die Plattform “abgeordnetenwatch” habe “auf Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes (IFG) Einsicht in die Unterlagen zu den acht Terminen beantragt”. Doch Reiches Ministerium habe mit bis zu 4.000 Euro Gebühren gedroht, indem es den Antrag in acht Teile aufgeteilt habe. Kritiker würden darauf verweisen, dass solche abschreckenden Gebühren vom Bundesverwaltungsgericht bereits 2016 für rechtswidrig erklärt worden seien.

2. Portal von Reichelt und Gotthardt: Was ist “Nius” – und was wird den Machern vorgeworfen?
(tagesspiegel.de, Sven Lemkemeyer)
Beim “Tagesspiegel” geht es noch einmal um das rechtsgerichtete Krawallportal “Nius”. Dem von Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt und Geldgeber Frank Gotthardt betriebenen Portal werde vorgeworfen, rechtspopulistische Inhalte zu verbreiten, Fakten zu verzerren und als Sprachrohr der Partei “Werteunion” um den früheren Chef des Bundesverfassungsschutzes Hans-Georg Maaßen zu dienen. Laut dem Medienwissenschaftler Markus Linden überschreite “Nius” gezielt Grenzen und nutze Praktiken der Desinformation.

3. Die problematische Nähe zwischen Kultur und Journalismus in Österreich
(kobuk.at, Philipp Wohltmann)
Bei “Kobuk” macht Philipp Wohltmann auf einen Missstand in der österreichischen Presselandschaft aufmerksam: “In der Kulturberichterstattung von Standard und Presse verschwimmen die Grenzen zwischen Werbung und Redaktion. Dieselben Autor:innen bewerben Kulturveranstaltungen in bezahlten Anzeigen – und rezensieren diese danach im redaktionellen Kulturteil.”

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4. Solidarität mit inhaftierten Journalisten
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) und mehrere Exilmedien starten eine Postkartenkampagne für die in Aserbaidschan inhaftierte Journalistin Sevinj Vagifgizi, der selbst an heißen Tagen im Gefängnis ein Ventilator verweigert werde. Die Aktion soll auf unmenschliche Haftbedingungen und die zunehmende Repression gegen unabhängige Medien in Aserbaidschan aufmerksam machen. RSF fordert internationalen Druck, damit inhaftierte Medienschaffende freigelassen werden und um die Unterdrückung kritischer Stimmen zu beenden.

5. “Team Wallraff”: RTL muss nichts öffentlich richtigstellen
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Das Hanseatische Oberlandesgericht habe im Streit zwischen den MK-Kliniken und RTL über eine acht Jahre alte Ausgabe von “Team Wallraff” überwiegend zugunsten des Senders entschieden. Eine öffentliche Richtigstellung müsse RTL demnach nicht veröffentlichen, da viele der von den MK-Kliniken kritisierten Passagen als zulässige Meinungsäußerungen oder wahre Tatsachen gewertet worden seien.

6. Lachende Fliegen und kippelnde Beine. Zum Ende der täglichen gedruckten taz
(czyslansky.net, Michael Kausch)
Michael Kausch erinnert in seiner persönlichen Glosse daran, wie sehr gedruckte Tageszeitungen einst zu seinem Alltag gehörten: vom Sportteil in der Kindheit bis zum eigenen Abo im Studium. Er blickt nostalgisch auf die Rolle der “taz” und anderer Blätter zurück, die es bald vorwiegend digital geben wird: “Mit wird etwas fehlen. Ich will gar nicht daran denken.”

Finfluencer, Berichte aus Nahost, Verschwindet die Rezension?

1. Komm in die Gruppe!
(taz.de, Houssam Hamade)
Bei “Finfluencern” handelt es sich um Influencer, die sich auf Finanzthemen spezialisieren und über Soziale Medien Tipps zu Geld, Börse oder Anlagemöglichkeiten geben. Manche von ihnen würden seriöses Wissen vermitteln, andere jedoch ihre Followerinnen und Follower in riskante Geschäfte treiben, zum Beispiel durch Fake-Gruppen auf Whatsapp oder Telegram. Laut Fachleuten und Behörden könnten bis zu 87 Prozent der Finanztipps in Sozialen Medien potenziell irreführend sein.

2. Du ärgerst dich über die Nahost-Berichterstattung? 10 Ideen, dagegen vorzugehen
(perspective-daily.de, Stefan Mey)
Viele Menschen würden der deutschen Nahost-Berichterstattung misstrauen und empfänden sie als einseitig. Stefan Mey listet bei “Perspective Daily” zehn konkrete Möglichkeiten auf, wie Bürgerinnen und Bürger aktiv Kritik äußern oder selbst Inhalte produzieren können, um für mehr Ausgewogenheit zu sorgen.

3. Pseudo-Journalisten als Anstifter zur Hetzjagd
(verdi.de, Ralf Streck)
In Spanien würden Journalistinnen und Journalisten beklagen, dass rechtsradikale Agitatoren mit offiziellen Presseausweisen im Parlament und in Sozialen Medien hetzen, Kolleginnen und Kollegen bedrängen und “Fake News” verbreiten. Eine Parlamentsmehrheit habe deshalb einen Verhaltenskodex beschlossen, der Sanktionen wie den Entzug von Akkreditierungen vorsehe. Trotzdem würden zentrale Akteure bislang unbehelligt bleiben, obwohl ihre Hetze zu rassistischen Pogromen beigetragen haben soll, und sie weiterhin im Auftrag rechtsextremer Medien agieren würden.

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4. Verschwindet die Rezension?
(kulturundkontroverse859.substack.com, Johannes Franzen)
Johannes Franzen verteidigt die klassische Rezension als eigenständige journalistische Form, die im Unterschied zu Interviews oder Porträts ein unabhängiges ästhetisches Urteil ermögliche. Er kritisiert, dass Verlage und Sender Plätze für diese Gattung wegen schlechter Klickzahlen abbauen, obwohl Kulturjournalismus schon immer weniger Reichweite hatte. Anhand von Beispielen zeigt Franzen, dass Rezensionen durch die Verbindung von persönlichem Urteil und tiefer Analyse Diskussionen anregen können.

5. So bleiben Medienmarken auch in Zukunft gefragt
(blog.medientage.de, Lisa Priller-Gebhardt)
Carola Wargel (Ad Alliance) und Michael Fischer (Funke Mediengruppe) sprechen im Interview mit den Medientagen München darüber, wie klassische Medienmarken in einer von Google, Amazon und Meta dominierten Werbewelt sichtbar und relevant bleiben können. Sie betonen, dass journalistische Medien Vertrauen, Markenbindung und gesellschaftliche Relevanz schaffen, was kurzfristige Kampagnen der Tech-Plattformen nicht leisten können. Außerdem erklären sie, wie Print, crossmediale Inhalte, Events und neue Formate junge Zielgruppen ansprechen und Medienmarken erlebbar machen.

6. Vernachlässigen ARD und ZDF andere Sportarten?
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhöfer, Audio: 25:48 Minuten)
Der Medienforscher Michael Schaffrath von der TU München kritisiert, dass die Öffentlich-Rechtlichen zu viel Geld in die Berichterstattung über Fußball investieren und Randsportarten kaum berücksichtigen. Kann das noch lange gut gehen? Darüber diskutiert er im Podcast “Nach Redaktionsschluss” mit ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky und Sascha Wandhöfer aus der “mediasres”-Redaktion des Deutschlandfunks.

“Bild”-Pranger, Milliarden-Poker, Googles KI-Zusammenfassungen

1. Stigmatisierung: “Bild” stellt Geflüchtete an den Pranger
(fr.de, Pitt von Bebenburg)
Das Landgericht Frankfurt habe “Bild” verboten, drei Geflüchtete aus Somalia mit Foto zu zeigen und ihre vollen Vornamen auszuschreiben, da dies eine schwerwiegende Persönlichkeitsverletzung darstelle. Die Berichterstattung sei stigmatisierend und habe die Betroffenen zu Projektionsflächen einer politischen Debatte gemacht. Sie seien von der “Bild”-Redaktion “an einen ‘Internet-Pranger'” gestellt, “vergleichbar mit einem Steckbrief abgebildet und abwertend als ‘Migranten-Trio’ bezeichnet” worden. Menschenrechtsorganisationen wie Pro Asyl begrüßen das Urteil als wichtiges Signal.

2. Journalist droht Abschiebung nach Afghanistan
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) wendet sich gegen die Abschiebung eines afghanischen Journalisten, der in einem pakistanischen Abschiebelager sitze, obwohl er eine Aufnahmezusage für Deutschland habe: “Die Abschiebung nach Afghanistan wäre eine Katastrophe für den Journalisten und seine Familie. Wir fordern die Bundesregierung auf, sich für seine Freilassung einzusetzen. Sie muss ihm und allen anderen afghanischen Medienschaffenden in Pakistan mit Aufnahmezusage sofort die Einreise nach Deutschland ermöglichen”, so RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus.

3. Sportrechte: Milliarden-Poker und neue Player
(ardaudiothek.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 24:38 Minuten)
Bei “BR24 Medien” geht es um die Entwicklungen bei der Vermarktung von Sportrechten. Ein Milliarden-Poker, den Christoph Breuer, Professor für Medienökonomie an der Deutschen Sporthochschule Köln, wie folgt kommentiert: “Dieses Wettrüsten führt dazu, dass immer höhere Summen bezahlt werden müssen, von denen zwar der Sport letztendlich profitiert, dass es den Fernsehanstalten oder Streaming-Anbietern aber umso schwerer macht, tatsächlich profitabel zu sein.”

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4. Googles KI-Zusammenfassungen: Sind Fachmedien besonders in Gefahr?
(dfjv.de, Gunter Becker)
Maria Exner warnt im Interview davor, dass Googles KI-generierte Antworten, die beim Verwenden der Suchmaschine automatisch angezeigt werden, Medien massiv Reichweite und Werbeeinnahmen entziehen könnten, da weniger auf die Originalquellen geklickt werde. Sie fordert von Verlagen, sich unabhängiger von Google zu machen, etwa durch direkte Nutzerbeziehungen über Newsletter, Podcasts oder Abomodelle. Gleichzeitig plädiert Exner für eine schnelle gesetzliche Regulierung, um journalistische Inhalte vor Ausbeutung durch KI-Systeme zu schützen.

5. Europas Ärzte und Forscher sollen unabhängiger von US-Datenbanken werden
(spiegel.de)
Die Datenbank “PubMed” umfasse Zitate aus mehr als 5.200 wissenschaftlichen Zeitschriften sowie mehr als 38 Millionen Zitate und Zusammenfassungen biomedizinischer Literatur. Sie sei für viele Forschende weltweit nahezu unverzichtbar. Wegen möglicher politischer Eingriffe der Trump-Regierung, die den freien Zugang zu medizinischen Forschungsdaten gefährden könnten, empfehlen Experten den Auf- und Ausbau europäischer Register.

6. Glanz, Glamour, Gehorsam
(taz.de, Alice von Lenthe)
Das US-Magazin “Evie” präsentiere sich als unpolitisch, propagiere aber ein reaktionäres Frauenbild: kein Sex vor der Ehe, Rückzug ins Hausfrauenleben sowie Misstrauen gegenüber moderner Medizin und Gleichstellung. Hinter dem Magazin stünden streng konservative Gründer und Geldgeber wie Peter Thiel, die eine frauenfeindliche und anti-wissenschaftliche Agenda verfolgen würden.

KI-Video-Flut, Luftschlösser, Filme in Originalsprache verbessern Englisch

1. Wie künstliche Videos Social Media fluten
(netzpolitik.org, Karoline Tanck)
Laut einer neuen Studie beständen auf TikTok ein Viertel der Top-Suchergebnisse zu beliebten Hashtags aus KI-generierten Fake-Videos (“AI slop”). Diese KI-Videos seien nur mangelhaft gekennzeichnet, obwohl die EU das vorschreibe. Hinter der Flut der Fake-Videos würden automatisierte Accounts stecken, die massenhaft Inhalte produzieren, um die Algorithmen auszutricksen und hohe Reichweiten zu erzielen.
Weiterer Lesetipp zu TikTok-Trends: Freshe Fits für die Front: “Auf Tiktok trenden Videos, in denen junge Leute humoristisch mit den Krisen der Welt umgehen. Daraus spricht keine Gleichgültigkeit, sondern Ohnmacht.” (taz.de, Giorgia Grimaldi)

2. Irgendwann ist auch mal gut
(uebermedien.de, Lisa Kräher)
Bei “Übermedien” kommentiert Lisa Kräher die Berichterstattung zum Tod der Extrembergsteigerin und früheren Biathletin Laura Dahlmeier: “Man kann Medien kaum vorwerfen, dass sie ausführlich über den tragischen Tod einer beliebten Sportlerin berichten. Allerdings kann man erwarten, dass es irgendwann auch gut ist – aus Rücksicht auf die Angehörigen und die Verstorbene. Als Sportlerin war Laura Dahlmeier eine öffentliche Person, ihr toter Körper ist das nicht.”

3. Machte Berlusconis MFE ein Angebot, das man nicht ablehnen konnte?
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Der Sender ProSiebenSat.1 habe nach jahrelangem Widerstand nun doch einem Übernahmeangebot des italienischen Medienkonzerns Media For Europe zugestimmt, nachdem dieser sein Angebot finanziell deutlich verbessert habe. Ein weiterer Grund für den Sinneswandel bei ProSiebenSat.1 sei die Sorge, dass RTL durch die geplante Übernahme von Sky Deutschland zu einem übermächtigen Konkurrenten werden könnte.

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4. Schräge und schöne Alternativen zum Wegfall der Mehrwertsteuer auf Presseprodukte
(turi2.de, Steffen Grimberg)
Steffen Grimberg begrüßt das Scheitern der geplanten Mehrwertsteuer-Abschaffung auf Presseprodukte, weil davon vor allem große, umsatzstarke Verlage profitiert hätten, und die digitale Transformation gebremst worden wäre. Den Vorschlag der “Initiative 18”, Zeitungsabos für Leserinnen und Leser steuerlich absetzbar zu machen, hält er für “noch ein bisschen schräger” und wenig zielführend. Stattdessen plädiert Grimberg dafür, endlich gemeinnützigen Journalismus in Deutschland zu ermöglichen, was bereits im Koalitionsvertrag stehe und eine bessere Lösung sei.

5. Ein Medienimperium aus Luftschlössern: Mit gefälschten Zeitungen ans große Geld
(correctiv.org, Max Bernhard)
Zwei Männer aus Österreich sollen ein Netzwerk aus 26 gefälschten Nachrichtenseiten aufgebaut haben (wie die “Neue Berliner Zeitung” oder das “Frankfurter Handelsblatt”), auf denen man gegen Geld Artikel veröffentlichen konnte. Diese Fake-Medien seien unter anderem genutzt worden, um positive Berichte über den umstrittenen bosnischen Serbenführer Milorad Dodik zu verbreiten, die dann vom dortigen Staatsfernsehen als echte Nachrichten zitiert worden seien.

6. Filme in Originalsprache verbessern das Englisch
(spiegel.de)
Eine Studie des Ifo-Instituts zeige, dass Menschen in Ländern, in denen englische Filme im Originalton mit Untertiteln statt mit Synchronisation gezeigt werden, deutlich besser Englisch sprechen. In Island (Originalton mit Untertiteln) sprächen zum Beispiel 75 Prozent der jungen Leute gut Englisch, in Frankreich (mit Synchronisation) nur 21 Prozent. “Hätten Deutschland und andere Synchronisationsländer früh auf Untertitel gesetzt, wäre das durchschnittliche Sprachniveau hier deutlich höher”, so Frauke Baumeister, Co-Autorin der Studie.

7. Genderverbot: Was ist das Problem an der Argumentation von Kulturstaatsminister Weimer?
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:12 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator das Genderverbot des Kulturstaatsministers Wolfram Weimer in seiner Behörde: “Das Gendersternchen ist nicht unser Problem. Unser Problem ist, dass wir uns von solchen Scheindebatten ablenken lassen. Herr Weimer sollte weniger Zeit als Sprachpolizist verbringen und mehr damit, Kultur zu fördern. Denn eins ist klar: Eine lebendige Demokratie lebt von Vielfalt – auch sprachlicher Vielfalt. Wer das nicht aushält, hat den Job verfehlt. Und ja, damit meine ich ausdrücklich Sie, Herr Weimer.”

Schwächen bei SLAPP-Gesetz, Trauriger Clown, Richtig Streiten

1. RSF sieht Schwächen im SLAPP-Gesetzentwurf
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) kritisiert den Gesetzentwurf gegen missbräuchliche Klagen, sogenannte SLAPPs, bei denen es vor allem darum geht, Medienschaffende oder Aktivisten einzuschüchtern: “SLAPPs entfalten schon lange, bevor es zu einem Gerichtsverfahren kommt, eine abschreckende Wirkung – durch Abmahnungen, Drohbriefe und andere Einschüchterungen”, sagt RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus: “Ein Gesetz, das den außergerichtlichen Bereich völlig ausblendet, geht an der Lebensrealität der Betroffenen vorbei. Wenn wir den öffentlichen Diskurs und unsere Demokratie ernsthaft schützen wollen, muss hier und an anderen Stellen dringend nachgebessert werden.”

2. So arbeitet Clownswelt wirklich
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 39:36 Minuten)
In seinem neuesten Video analysiert Mats Schönauer, wie der rechte YouTuber “Clownswelt” arbeitet, und kritisiert dessen Einseitigkeit, manipulative Methoden und falsche Behauptungen. “Clownswelt” handele, anders als andere rechte Influencer, nicht nur aus finanziellen Motiven, sondern aus tatsächlicher Überzeugung. Dies mache ihn für ein jüngeres Publikum besonders glaubwürdig. Abschließend zeigt Schönauer auf, wie die Arbeit von “Clownswelt” zu enormer Radikalisierung, zu Hass und zu Gewaltfantasien in dessen Community beiträgt.
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

3. Richtig Streiten
(journalist.de, Sarah Neu & Mia Pankoke)
Der Beitrag von Sarah Neu und Mia Pankoke behandelt die Frage, wie verschiedene journalistische Formate kontroverse Themen aufgreifen können, ohne gesellschaftliche Spaltungen weiter zu verschärfen. Dabei werden drei Formate vorgestellt: Die “Streit”-Seite der “Zeit”, die auf kompetente Gesprächspartner und schlüssige Argumente setze. Das Format “Klar” von NDR und BR, das bewusst emotional und persönlich arbeite, jedoch stark polarisiere. Und das ZDF-YouTube-Format “13 Fragen”, das junge Menschen durch interaktive Diskussionen zu Kompromissen bringe.

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4. NGOs im Krone-Dauerfeuer: Ein Lehrstück in Kampagnenjournalismus
(kobuk.at, Andrea Gutschi)
Andrea Gutschi schreibt bei “Kobuk” darüber, wie die österreichische “Kronen Zeitung” mit einer Artikelserie Stimmung gegen NGOs mache. Das Boulevardblatt werfe den Organisationen vor, EU-Gelder unkontrolliert und für fragwürdige Zwecke zu erhalten. Die Berichterstattung sei jedoch einseitig, nutze selektiv Quellen und diskreditiere die Nichtregierungsorganisationen pauschal. Gutschi zeigt außerdem die enge Verbindung zwischen der “Krone” und der FPÖ auf, die sich bei der Verbreitung entsprechender Botschaften gegenseitig unterstützen würden.

5. Entpolitisierung der Kommunikationswissenschaft? Journalismusforschung in Zeiten des geopolitischen Umbruchs
(de.ejo-online.eu, Susanne Fengler)
Susanne Fengler berichtet von der IAMCR-Konferenz in Singapur, einem Forum für Kommunikationswissenschaft und Journalismusforschung. Die Veranstaltung sei stark von chinesischen Forschern und Institutionen dominiert worden, was sich auch in einer gewissen Zurückhaltung bei kritischen politischen Themen gezeigt habe. Fengler bemängelt, dass viele der präsentierten Studien sehr unpolitisch seien oder geopolitische Spannungen, wie etwa Russlands Krieg in der Ukraine, nicht kritisch genug behandeln würden.

6. News-Charts: TikTok und die neue Hashtag-Sperre
(dwdl.de, Simon Smycha)
Die monatliche TikTok-Analyse von Simon Pycha zeigt, dass Publisher zunehmend Einschränkungen wie eine mögliche Begrenzung auf maximal fünf Hashtags erleben, um die Relevanz der Inhalte zu erhöhen. Zudem sei das Technikportal Chip.de wegen manipulierter Reichweite von den Juli-Charts ausgeschlossen worden. Erfolgreiche TikTok-Videos im zurückliegenden Monat reichten inhaltlich von emotionalen Nachrichten und Sportberichten bis hin zu ungewöhnlichen Themen: Mit einem Beitrag über Schadstoffe in Mineralwasser habe ntv den ersten Platz belegt.

Presse unter Verdacht, SS-Lied, Religiöse Fußball-Influencer

1. Bundesregierung muss dringend handeln
(reporter-ohne-grenzen.de)
Vor der anstehenden Israel-Reise von Außenminister Johann Wadephul wendet sich die Organisation Reporter ohne Grenzen an die Bundesregierung: Sie “muss jetzt aktiv werden: mit einer unmissverständlichen Forderung an die israelische Regierung, Journalistinnen und Journalisten nicht mehr aktiv ins Visier zu nehmen und mehr zu ihrem Schutz zu tun. Verletzte und gefährdete Medienschaffende müssen den Gazastreifen sicher verlassen können. Hunger darf nicht als Kriegswaffe eingesetzt werden. Um dies zu erreichen, braucht es deutlichere Worte und insbesondere auch Taten der Bundesregierung.”

2. Presse unter Verdacht
(correctiv.org, Markus Beckedahl)
Markus Beckedahl erinnert sich daran, wie er vor genau zehn Jahren wegen der Berichterstattung bei netzpolitik.org über die Internetüberwachung des Verfassungsschutzes vom Generalbundesanwalt wegen Landesverrats ins Visier genommen wurde. Der Fall wurde zur Staatsaffäre und rief damals breite Solidarität aus Medien und Zivilgesellschaft hervor. Heute fürchtet Beckedahl, dass eine solche Solidarität in einer polarisierten Öffentlichkeit nicht mehr selbstverständlich wäre, und warnt: “Pressefreiheit braucht mehr als schöne Verfassungsartikel – sie lebt von gesellschaftlichem Rückgrat.”

3. SS-Lied bei Begräbnis: FPÖ-Abgeordnete verlieren Verfahren gegen STANDARD
(derstandard.at, Laurin Lorenz)
Das Oberlandesgericht Wien habe entschieden, dass die Berichterstattung des “Standard” über ein Begräbnis, bei dem ein SS-Lied gesungen wurde, zulässig gewesen sei. Die Klagen dreier FPÖ-Abgeordneter diesbezüglich seien abgewiesen worden. Sie seien nicht ehrenrührig dargestellt worden. “Standard”-Chefredakteur Gerold Riedmann sieht dies als gerichtliche Bestätigung, “dass es in diesem Land keine Narrenfreiheit für Rechtsextreme” gebe.

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4. Bei Digitalgesetzen hart bleiben
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) fordert die EU-Kommission auf, im Rahmen der Verhandlungen mit den USA über das Zoll- und Handelsabkommen am Digital Markets Act festzuhalten. Aus Sicht des DJV-Bundesvorsitzenden Mika Beuster sei es außerdem notwendig, den Einfluss von Künstlicher Intelligenz im Journalismus zu beschränken: “Das freie Spiel der Kräfte, wie es die Trump-Regierung will, führt unweigerlich zum Ende des menschengemachten Journalismus. Das wäre das Todesurteil für unseren Beruf.”

5. Filmförderung: Mehr Geld unter Vorbehalt, aber kein Steueranreizmodell
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Die Bundesregierung habe beschlossen, die Filmförderung ab kommendem Jahr von 133 Millionen auf 250 Millionen Euro zu erhöhen. Ein Teil davon sei jedoch an eine gesetzliche Investitionsverpflichtung für Streamingdienste geknüpft. Ein Steueranreizmodell sei hingegen vorerst auf Eis gelegt worden, da es laut Medienstaatsminister Wolfram Weimer zu bürokratisch und kurzfristig nicht umsetzbar sei.

6. NDR ändert Beitrag über religiöse Fußball-Influencer
(evangelische-zeitung.de)
In einem Beitrag auf tagesschau.de führen Pascal Siggelkow und Christian Saathoff aus, “wie religiöse Organisationen Fußball-Profis für ihre Missionsarbeit nutzen”. Der hessische CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Volkmann habe sich daraufhin mit einer Beschwerde an den NDR-Rundfunkrat gewandt. Er habe in dem Artikel unter anderem eine “pauschale Problematisierung christlicher Glaubensbezeugungen wie dem Kreuzzeichen, Danksagungen an Gott oder Bekenntnisse zum Glauben im Rahmen sportlicher Betätigung” gesehen. Der NDR habe den Beitrag daraufhin überarbeitet und einen Hinweis hinzugefügt.

KI reduziert Klicks, “El Hotzo” freigesprochen, Streaming-Gipfel

1. Menschen klicken halb so oft auf Links, wenn es eine KI-Zusammenfassung gibt
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Eine Studie des Pew Research Center zeige, dass Nutzerinnen und Nutzer nur halb so häufig auf klassische Suchergebnislinks klicken, wenn Google ihnen eine KI-Zusammenfassung anzeigt. Dadurch verlören viele Webseiten, vor allem Nachrichtenangebote, deutlich an Reichweite und Werbeeinnahmen. Weitere Studien würden diesen Trend bestätigen und vor tiefgreifenden Folgen für die bisherige Internetökonomie warnen.

2. Sebastian “El Hotzo” Hotz freigesprochen
(tagesschau.de, Phillip Fuchs & Jörn Seidel)
Der Comedian und Satiriker Sebastian Hotz alias “El Hotzo” wurde vom Amtsgericht Berlin-Tiergarten freigesprochen, nachdem er wegen eines satirischen Twitter-Postings über ein Attentat auf Donald Trump angeklagt worden war. Hotz’ Äußerung sei zwar möglicherweise geschmacklos, aber durch die Kunstfreiheit gedeckt. Sie stelle keine strafbare Billigung einer Straftat dar.

3. Streaming ist keine Einbahnstraße
(taz.de, Derya Türkmen)
Beim sogenannten Streaming-Gipfel im Kanzleramt habe Kulturstaatsminister Wolfram Weimer gefordert, dass internationale Streamingplattformen wie Netflix oder Disney+ stärker in die deutsche Filmproduktion investieren sollen. Während diese Konzerne hohe Einnahmen mit deutschen Nutzerinnen und Nutzern erzielen, stecke die deutsche Filmbranche in einer schweren Krise. Weimer habe sich für verbindliche Investitionsquoten nach französischem Vorbild ausgesprochen, um Arbeitsplätze, Kinostandorte und kulturelle Vielfalt zu sichern.

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4. Streik bei TikTok wird fortgesetzt
(verdi.de, Julia Hoffmann)
TikTok-Beschäftigte in Berlin würden ihren Streik fortsetzen, um gegen geplante Kündigungen in der Contentmoderation zu protestieren. Das Unternehmen wolle in dem Bereich verstärkt auf Künstliche Intelligenz und externe Dienstleister setzen. Die Gewerkschaft Verdi fordere Abfindungen in Höhe von drei Jahresgehältern und eine verlängerte Kündigungsfrist, doch TikTok verweigere bisher Verhandlungen. Der Streik gelte als wichtiges Signal für die gewerkschaftliche Organisierung in der Plattformökonomie.

5. Meta löscht 635.000 Accounts wegen Sexualisierung Jugendlicher
(spiegel.de)
Der Social-Media-Konzern Meta habe laut eigenen Angaben 635.000 Konten gelöscht, die Kinder sexualisiert oder unangemessen mit jugendlichen Nutzerinnen und Nutzern interagiert hätten. Gleichzeitig seien neue Sicherheitsfunktionen eingeführt worden, mit denen Jugendliche verdächtige Konten leichter blockieren und melden können. Die Maßnahmen kämen zu einer Zeit, in der Meta wegen möglicher Schäden an der psychischen Gesundheit junger Nutzerinnen und Nutzer juristisch unter Druck geraten sei.

6. “Wir machen bewusst keine reine Sportübertragung”
(dwdl.de, Alexander Krei)
Im Interview mit “DWDL” spricht ARD-Kommentator Florian Naß über den aktuellen Erfolg der Tour-de-France-Übertragungen, das wachsende Interesse am Radsport und die bewusste Entscheidung, Sportberichterstattung mit kulturellen Inhalten zu verbinden. Gute Quoten würden nicht allein von deutschen Siegen abhängen, sondern vom Gesamtpaket der Tour, inklusive landschaftlicher Bilder und menschlicher Geschichten.

7. CBS cancelt erfolgreiche Late-Night-Show von Stephen Colbert
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:49 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator die Causa Colbert: “Was wir gerade erleben, ist ein perfekt konstruiertes Erpressungsszenario. Paramount steht vor einer wichtigen Fusion und kann es sich schlicht nicht leisten, Trump zu verärgern. Also zahlen sie 16 Millionen zum Beilegen einer Klage, die sie vor Gericht wahrscheinlich abgewehrt hätten. Colbert nannte das beim Namen: Bestechung. Und wenige Stunden später war er weg vom Fenster.”

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