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Verdacht ist nicht Gleichsetzung, Klarnamenpflicht, Strafrechtsfalle

1. Verdacht ist nicht Gleichsetzung
(taz.de, Johannes Eisenberg)
Der Medienanwalt Johannes Eisenberg verteidigt in seinem Beitrag die umfassende Berichterstattung im Fall von Collien Fernandes und Christian Ulmen. Er betont, dass sich dieser Fall deutlich von früheren Skandalen unterscheide, da hier handfeste Belege wie Zeugenaussagen, E-Mails und mutmaßliche Tonaufnahmen vorlägen, die den Verdacht massiv stützen würden. Andere Medien dürfen laut Eisenberg die Recherchen des “Spiegel” übernehmen, solange sie sachlich bleiben, nicht vorverurteilen und dem Beschuldigten stets selbst die Chance zu einer eigenen Stellungnahme geben.
Hörtipp in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator die Berichterstattung: “‘Es gilt die Unschuldsvermutung.’ Das sind die vier Wörter, die in den letzten Tagen in fast jedem Artikel über den Fall Fernandes/Ulmen stehen. Und dieser Satz sei ja nicht falsch, sagt Lorenz Meyer. Er sei das Fundament unseres Rechtsstaats. Aber er sei oft eingebettet in einen Text, der das genaue Gegenteil transportiere.” (radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:48 Minuten)

2. Stefanie Hubig lehnt Klarnamenpflicht im Internet ab
(zeit.de)
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) erteile den im Zuge des Falls von Collien Fernandes laut gewordenen Forderungen nach einer gesetzlichen Klarnamenpflicht im Internet eine klare Absage. Sie betone, dass Anonymität im Netz aus vielen legitimen Gründen unerlässlich bleibe. Um Täter bei digitaler Gewalt dennoch konsequent zur Rechenschaft ziehen zu können, setze die Ministerin stattdessen auf eine nachträgliche Identifizierung durch die dreimonatige Speicherung von IP-Adressen. Parallel dazu wolle ihr Ministerium noch in dieser Woche einen neuen Gesetzentwurf ins Kabinett einbringen, der unter anderem die Erstellung sexualisierter Deepfakes gezielt unter Strafe stelle.

3. Deepfakes und die Strafrechtsfalle
(verfassungsblog.de, Aziz Epik)
Strafrechtsprofessor Aziz Epik warnt davor, das Problem sexualisierter Deepfakes ausschließlich durch schnelle Verschärfungen des Strafrechts lösen zu wollen. Zwar räumt er ein, dass es unbestreitbare rechtliche Schutzlücken gebe, doch hastig formulierte Gesetze seien fehleranfällig und würden der juristischen Komplexität des Themas nicht gerecht. Epik argumentiert, dass digitale Gewalt tief in strukturellen, patriarchalen Problemen verwurzelt sei, die sich nicht allein durch die strafrechtliche Verfolgung von Einzeltätern beheben lassen würden.

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4. Strapazierter Journalismus: Anfeindungen und strukturelle Belastungen von Journalist:innen in Deutschland
(ecpmf.eu, Patrick Peltz & Yann Rees)
Eine neue Studie des European Centre for Press and Media Freedom und der Universität Bielefeld befasst sich mit der Belastung von Journalistinnen und Journalisten in Deutschland. Die Ergebnisse würden zeigen, dass wiederkehrende Anfeindungen und Drohungen im Berufsalltag vermehrt zu redaktioneller Selbstzensur führen. Gleichzeitig würden Medienschaffende unter einem massiven strukturellen und ökonomischen Druck leiden. Die Folgen: Arbeitsverdichtung, Qualitätsverlust und Abwanderungsgedanken.

5. Terrorpropaganda und Gewaltvideos auf Knopfdruck – OpenAI macht Sora dicht
(ohje-internet.de, Karolin Schwarz)
Karolin Schwarz kommentiert die Entscheidung der ChatGPT-Mutter OpenAI, ein Tool zur Generierung von KI-Videos einzustellen: “Wer solche Inhalte erzeugen will, wird auch bei anderen Slop-Fabriken auf dem Markt fündig. Dass einer der Marktführer sein Tool nun einstellt, ist unter den beschriebenen Gesichtspunkten und insbesondere mit Blick auf die mangelhaften Moderationspraktiken allerdings kein Verlust.”

6. Meta und YouTube sollen einer Social-Media-Süchtigen drei Millionen Dollar zahlen
(spiegel.de)
In einem wegweisenden Prozess in den USA seien die Tech-Giganten Meta und Google zu Schadensersatz in Millionenhöhe verurteilt worden. Die Konzerne hätten fahrlässig gehandelt und nicht ausreichend über das immense Suchtpotenzial ihrer Plattformen wie Instagram und YouTube aufgeklärt. Geklagt habe eine 20-jährige Frau, die ihre schweren Depressionen und Angstzustände auf die bewusst suchtsteigernde Gestaltung der Netzwerke, etwa durch endloses Scrollen, zurückführe.

Intendant tritt zurück, Deutliches Scheitern, Fall “Washington Post”

1. ORF-Intendant Weißmann tritt zurück
(tagesschau.de)
Roland Weißmann, bisher Intendant des Österreichischen Rundfunks ORF, sei mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten, nachdem Vorwürfe der sexuellen Belästigung durch eine Mitarbeiterin gegen ihn erhoben worden seien. Der Stiftungsrat des öffentlich-rechtlichen Senders fordere nun eine rasche und transparente Aufklärung der Anschuldigungen. Weißmanns Anwalt weise die Anschuldigungen gegen seinen Mandanten zurück und bringe den Fall mit der anstehenden Generaldirektorenwahl in Verbindung.
Weiterer Gucktipp: Beim ORF kommentiert Stefan Kappacher vom Radiosender Ö1 die Situation: “Weißmann bleibt dabei: Vorwürfe nicht stichhaltig” (orf.at, Video: 10:08 Minuten).

2. Wichtiges Signal: Volksabstimmung über Kürzung der Rundfunkgebühren ist gescheitert
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen begrüßt das deutliche Scheitern der sogenannten Halbierungsinitiative in der Schweiz, bei der sich eine recht klare Mehrheit der Bevölkerung gegen eine drastische Kürzung der Rundfunkgebühren ausgesprochen habe. Sowohl der Wahlausgang als auch die kürzlich gesicherte Finanzierung des Auslandsportals “Swissinfo” seien ein wichtiges Signal für den Erhalt des unabhängigen, öffentlich-rechtlichen Journalismus. Es gebe jedoch einen Wermutstropfen: der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG würden schmerzhafte Budgetkürzungen drohen.

3. Was der Fall «Washington Post» für den Journalismus bedeutet
(republik.ch, Aaron Wiener & Bettina Hamilton-Irvine)
In einem persönlichen Erfahrungsbericht schildert der kürzlich entlassene Korrespondent Aaron Wiener, wie der massive Stellenabbau durch den Eigentümer und Amazon-Gründer Jeff Bezos die “Washington Post” schwer erschüttert und geschwächt habe. Es stehe der fatale Verdacht im Raum, dass Bezos wichtige Auslandsressorts der Zeitung und damit kritischen Journalismus gezielt opfere, um sich bei Donald Trumps Regierung anzubiedern. Medienexperten würden warnen, dass die wachsende Macht einzelner Milliardäre eine akute Bedrohung darstelle.

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4. Mediale Vielfalt im Münsterland erhalten
(djv-nrw.de, Volkmar Kah)
Wie der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) in Nordrhein-Westfalen mitteilt, übernehme die Rheinische Post Mediengruppe die komplette Westfälische Medien Holding mitsamt traditionsreicher Titel wie den “Westfälischen Nachrichten”. Angesichts dieses massiven Verlusts an verlegerischer Anbietervielfalt fordert der DJV vom neuen Eigentümer ein dauerhaftes Bekenntnis zum Erhalt der redaktionellen Meinungsvielfalt sowie der knapp 3.000 regionalen Arbeitsplätze.

5. 1. Hörfunkratssitzung 2026
(deutschlandradio.de)
Bei seiner ersten Sitzung im Jahr 2026 habe der Deutschlandradio-Hörfunkrat eine wissenschaftliche Studie zur vergangenen Wahlberichterstattung ausgewertet, die den Diskursformaten zwar eine hohe journalistische Qualität bescheinige, jedoch mehr ostdeutsche, migrantische und junge Perspektiven anmahne. Zudem habe der Medienrechtler Hubertus Gersdorf betont, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk nicht zur Disposition des Staates stehe. Rechtlich gesehen seien keine Alleingänge von Ministerpräsidenten bei der Kündigung von Medienstaatsverträgen möglich.

6. Wie viel Sinn hat ein Social Media-Verbot?
(flurfunk-dresden.de, Christopher Brinkmann)
Christopher Brinkman stellt fest, dass ein Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren bei Politik und Bevölkerung zwar auf breite Zustimmung stoße, von Medienexperten jedoch scharf kritisiert werde. Ein pauschaler Ausschluss verletze laut den Fachleuten das in der UN-Kinderrechtskonvention verbriefte Recht junger Menschen auf digitale Teilhabe, Meinungsbildung und Informationsfreiheit. Anstatt die Jugendlichen auszusperren, müssten die Plattformbetreiber ihre Algorithmen entschärfen und sichere digitale Umgebungen schaffen.

Springer kauft “Telegraph”, Jimmy Lai, Eisschnelllaufverband vs. ARD

1. Springer kauft Telegraph
(taz.de)
Der Axel-Springer-Konzern habe die traditionsreiche britische Zeitung “The Telegraph” in letzter Minute für 575 Millionen Pfund erworben, also etwa 660 Millionen Euro. Wie Springer-Chef Mathias Döpfner mitgeteilt habe, gehe damit ein über 20 Jahre alter Traum in Erfüllung, das Blatt künftig zum führenden bürgerlich-konservativen Medium der englischsprachigen Welt auszubauen. Durch diesen überraschenden Schritt habe Springer den direkten britischen Konkurrenten DMGT (“Daily Mail”) aus dem Rennen gedrängt.

2. Jimmy Lai legt keine Berufung gegen Verurteilung zu 20 Jahren Haft ein
(spiegel.de)
Der inhaftierte Hongkonger Verleger und Demokratieaktivist Jimmy Lai werde laut Angaben seiner Anwälte keine Berufung gegen seine drakonische Verurteilung zu 20 Jahren Gefängnis einlegen. Der 78-jährige Gründer der inzwischen eingestellten Zeitung “Apple Daily” sei zuvor auf Basis des umstrittenen chinesischen “Sicherheitsgesetzes” wegen angeblicher “Kollaboration mit ausländischen Kräften” und “Aufruhrs” schuldig gesprochen worden.

3. Wer hat Angst vorm kritischen Bürger?
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Bei “Übermedien” lobt Stefan Niggemeier eine Reihe des ARD-“Mittagsmagazins”, in der die Spitzenkandidaten der baden-württembergischen Landtagswahl gezielt mit kritischen Bürgerinnen und Bürgern aus deren jeweiligem Fachgebiet konfrontiert worden seien. Anstatt die übliche, weichgespülte Wahlkampf-Wohlfühlatmosphäre zu erzeugen, habe das gute Casting der widerborstigen Gesprächspartner zu pointierten und teils entlarvenden Momenten geführt.

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4. NIUS & OAZ: Gleiche Autoren, gleiche Interviewpartner, gleiche Propaganda?
(volksverpetzer.de, Matthias Meisner)
Matthias Meisner kritisiert die auffälligen personellen und thematischen Überschneidungen zwischen dem rechten Krawallportal “Nius” von Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt und der neu gegründeten “Ostdeutschen Allgemeinen” des Verlegers Holger Friedrich. Beide Medien böten bevorzugt denselben Akteuren vom rechten Rand eine unwidersprochene Bühne. Das dahinterstehende Ziel sei es, gezielt gegen die “Brandmauer” zur AfD zu agitieren und rechte Narrative zu normalisieren.

5. Lokaljournalismus – “Das Frühwarnsystem vor Ort”
(belltower.news, Shila Samanthi)
Der Lokaljournalist Alexander Roth betont im Interview, dass regionalen und lokalen Medien bei der frühzeitigen Aufdeckung rechtsextremer Netzwerke eine unverzichtbare Rolle zukomme. Der von der AfD oftmals strategisch instrumentalisierte Vorwurf der mangelnden Neutralität dürfe Redaktionen nicht zu einer unkritischen Gleichbehandlung verleiten. Demokratiefeindliche Positionen müssten zwingend fachlich eingeordnet werden.

6. Eisschnelllauf-Wirbel: Das sagt die ARD zu einer Abmahnung
(digitalfernsehen.de)
Die ARD weigere sich, eine vom Eisschnelllaufverband (DESG) geforderte Unterlassungserklärung zu unterschreiben. Man halte die eigene kritische Berichterstattung über angebliche finanzielle Unregelmäßigkeiten zulasten der Sportlerinnen und Sportler für wahrheitsgemäß und gerichtlich belegbar. Der Verbandspräsident Matthias Große weise die Vorwürfe vehement zurück. Die der “Sportschau” vorliegenden Dokumente widersprächen der Darstellung jedoch.

Block ver­liert gegen “Spiegel TV”, Protest gegen Hausverbot, KI-Songs

1. Chris­tina Block ver­liert gegen Spiegel-TV
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Das Landgericht Hamburg habe einen Unterlassungsantrag der Unternehmerin Christina Block abgewiesen, mit dem sie “Spiegel TV” die Veröffentlichung von Ermittlungsdetails zu ihrem laufenden Entführungsprozess verbieten wolle. Die zuständige Pressekammer habe geurteilt, dass es sich um zulässige Verdachtsberichterstattung handele. An dem Fall bestehe ein “überragendes Informationsinteresse”.

2. Protest gegen Hausverbot
(djv.de)
Der Deutsche Journalisten-Verband kritisiert die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft. Diese habe den ARD-Sportjournalisten Hajo Seppelt und Jörg Mebus die Akkreditierung verweigert und ein Hausverbot für eine aktuelle Pressekonferenz erteilt. Hintergrund des Ausschlusses sei eine kritische Berichterstattung der beiden Reporter über ein angebliches Klima der Angst und systematische Einschüchterungen von Athletinnen und Athleten innerhalb des Sportverbandes.

3. KI-Songs für die AfD und Russland
(belltower.news, Felix Michaelis)
Auf Streaming-Plattformen wie Spotify seien derzeit massenhaft KI-generierte Lieder im Umlauf, die rechtsextreme, AfD-nahe und russlandfreundliche Botschaften verbreiten würden. Spotify betone, streng gegen Hassrede vorzugehen und bereits Millionen von KI-Titeln gelöscht zu haben. Trotzdem seien verschiedene Propaganda-Profile mit teils hunderttausenden Streams weiterhin ungehindert abrufbar.

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4. Vermummte Polizisten suchen Fotojournalisten heim
(taz.de, Aljoscha Hoepfner)
Die Polizei habe die Wohnung des freien Fotojournalisten Leon Enrique Montero durchsucht und seine gesamten Speichermedien sowie Arbeitsgeräte beschlagnahmt. Der Vorwurf: Er sei bei einer Demonstration an einem Angriff auf zwei Personen aus dem “rechten politischen Spektrum” beteiligt gewesen. Montero weise dies jedoch zurück. “taz”-Chefredakteurin Ulrike Winkelmann kritisiere den Vorgang als massiven Eingriff in die Pressefreiheit und fordere die sofortige Rückgabe der Ausrüstung.

5. Unterkomplexe Verbotsdebatte?
(deutschlandfunk.de, Mike Herbstreuth, Audio: 30:58 Minuten)
Im Deutschlandfunk kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Debatte um ein Social-Media-Verbot für Jugendliche. Im ersten Teil kommen EU-Politikerin Alexandra Geese (Die Grünen) und Kinderrechtler Torsten Krause (Stiftung Digitale Chancen) zu Wort, im zweiten Teil der 17-jährige Schüler Erik Sczygiol, stellvertretender Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz.

6. Netflix steigt aus: Der Weg ist frei für Paramount
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Wie “DWDL” berichtet, ist die Bieterschlacht um den US-amerikanischen Medienkonzern Warner Bros. Discovery entschieden. Vier Tage habe Netflix Zeit gehabt, das Angebot von Mitbewerber Paramount zu überbieten, doch der Streamingdienst sei ausgestiegen: “Zu dem Preis, der erforderlich wäre, um mit dem jüngsten Angebot von Paramount Skydance gleichzuziehen, ist der Deal finanziell nicht mehr attraktiv, sodass wir davon absehen.” Uwe Mantel kommentiert: “Damit kommt auch CNN wie zuvor schon CBS unter die Kontrolle der Ellison-Familie, die als Trump-nah gilt.”

KW 06/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Tatort Schlagzeile: Die Debatte um Herkunft
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 40:44 Minuten)
Bei “Die Medienversteher” diskutieren der Medienwissenschaftler Tanjev Schultz und der Journalist Markus Wolsiffer über das ethische Dilemma, ob und wann die Herkunft von Straftätern in der Berichterstattung genannt werden sollte. Die Kölner Silvesternacht 2015/16 markiere eine Zäsur, die zu einer Aufweichung des Pressekodex geführt habe. Daraufhin sei die Nennung der Nationalität in vielen Redaktionen und auch in Polizeimeldungen zur unhinterfragten Routine geworden.

2. Warum ist der Sportjournalismus immer noch fest in Männerhand?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 22:18 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast fragt Holger Klein die Sportjournalistin Nora Hespers, warum das Sportressort trotz einer gestiegenen Sichtbarkeit von Frauen im TV weiterhin eine Männerdomäne bleibe. Der Frauenanteil in der Branche liege lediglich bei zehn bis 15 Prozent, und weibliche Führungskräfte sowie Kommentatorinnen würden nach wie vor die Ausnahme bilden. “Obwohl mehr Frauen in den Sportjournalismus kommen, bleibt noch viel zu tun”, so Hespers Fazit.

3. Kommt ein neues “Spotify für Verlage”?
(youtube.com, Christian Jakubetz, Video: 24:08 Minuten)
Christian Jakubetz unterhält sich mit Swantje Dake, ehemalige Digital-Chefredakteurin der “Stuttgarter Zeitung” und der “Stuttgarter Nachrichten”, über deren neues Start-up namens “Unlock”. Dabei handele es sich um eine Plattform nach dem “Spotify-Prinzip”, die Nutzerinnen und Nutzern gegen eine monatliche Gebühr (geplant seien circa 15 Euro) den Zugriff auf Bezahlartikel verschiedener Verlage ermöglichen soll. Dake ist zuversichtlich, dass dieses Modell jetzt funktioniert, da Paid-Content mittlerweile etabliert sei und Verlage unter höherem Digitalisierungsdruck stünden.

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4. Die Krise des Musikjournalismus
(deutschlandfunk.de, Mike Herbstreuth, Audio: 27:37 Minuten)
Im Deutschlandfunk kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die prekären Arbeitsbedingungen im Popjournalismus. Deutschlandfunk-Hörerin Luise Herzog diskutiert darüber mit Ruben Jonas Schnell vom Internetradiosender ByteFM und Thomas Venker von “Kaput”, dem “Magazin für Insolvenz & Pop”.

5. Wenn’s beim Buschmann zweimal klingelt (mit ⁨@AnwaltJun⁩)
(youtube.com, Gavin Karlmeier, Video: 1:05:25 Stunden)
Gavin Karlmeier und Anwalt Chan-jo Jun diskutieren über Elon Musks mutmaßliche Strategie, durch kontroverse KI-Inhalte von “Grok” Aufmerksamkeit zu generieren. Zudem erörtern sie das juristische Schwinden des sogenannten Providerprivilegs, wodurch Plattformen künftig schneller und direkter für Datenschutzverstöße und KI-Risiken haften müssten. Abschließend berichtet Jun von einer erfolgreich zugestellten einstweiligen Verfügung an X (ehemals Twitter), nachdem vorherige Zustellversuche gescheitert seien.

6. Marietta Slomka – 2 + 2 = 4
(hr2.de, Jagoda Marinić, Audio: 1:12:33 Stunden)
Bei “Freiheit Deluxe” unterhält sich Jagoda Marinić mit der ZDF-Moderatorin Marietta Slomka über die Entwicklung der Medienwelt in den vergangenen Jahrzehnten. Die Nachrichtenproduktion sei heute komplexer, Faktenchecks würden zunehmend an ihre Grenzen stoßen. Zudem erklärt Slomka, wie sie sich professionell von der Flut schlechter Nachrichten abgrenzt, um ihre persönliche Zuversicht für das herausfordernde Jahr 2026 zu bewahren.

Reichelt verliert erneut, “Yandex”, Gerichtliche Social-Media-Sperren

1. Julian Reichelt verliert erneut gegen Alfonso Pantisano
(queer.de)
Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main habe dem “Nius”-Chefredakteur Julian Reichelt untersagt, die Falschbehauptung zu wiederholen, der Berliner Queerbeauftragte Alfonso Pantisano habe einen wegen Besitzes kinderpornografischer Schriften verurteilten Mann finanziert. Entgegen der Darstellung Reichelts habe das Gericht festgestellt, dass für die betreffenden “Kieztouren” keine Landesmittel geflossen seien, sondern diese rein privat organisiert und bezahlt worden seien. Pantisano habe den Beschluss als Sieg gegen ein “Fake-News-System” bezeichnet.

2. Eine Startseite für Kreml-Propaganda
(taz.de, Nicholas Potter)
Trotz bestehender EU-Verbote erreiche russische Kriegspropaganda über die Tech-Plattform “Yandex” (inzwischen “Dzen”) in Deutschland weiterhin ein Millionenpublikum. Das Portal sei mit rund 27 Millionen monatlichen Aufrufen hierzulande sogar populärer als die BBC oder die “Süddeutsche Zeitung”. Da die Plattform mittlerweile dem staatlich kontrollierten VK-Konzern gehöre, würden auf der Startseite systematisch nur Inhalte kremltreuer Medien wie “RT” und “RIA Novosti” ausgespielt.

3. Pariser Gericht ver­hängt Haft­strafen und Social-Media-Sperren
(lto.de)
Ein Pariser Gericht habe zehn Angeklagte wegen massiven Cybermobbings gegen Frankreichs First Lady Brigitte Macron zu mehrmonatigen Bewährungsstrafen sowie Social-Media-Sperren verurteilt. Der Richter habe das harte Urteil mit einer “Welle des Hasses” begründet, unter der die Betroffene und deren Familie massiv gelitten hätten. Die Verurteilten seien zudem zu Pflichtseminaren für respektvollen Umgang im Internet sowie Geldstrafen herangezogen worden.

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4. Authentisch inszeniert: Die Macht der Influencer
(youtube.com, Tanjev Schulz & Markus Wolsiffer, Video: 45:55 Minuten)
Bei “Die Medienversteher” diskutieren Tanjev Schulz und Markus Wolsiffer darüber, dass Influencer längst nicht mehr nur Lifestyle-Themen bedienen, sondern als “Newsfluencer” oder politische Kommentatoren zunehmend auch journalistische Funktionen übernehmen. Die oft beschworene Authentizität sei meist nur eine “strategisch expressive Inszenierung”, die Nutzerinnen und Nutzer täusche und im Gesundheitsbereich durch fehlende Expertise sogar gefährlich werden könne.

5. Newsletter-Abschied
(us8.campaign-archive.com, Christian Fahrenbach)
Nach elf Jahren und rund 2.250 Ausgaben verabschiedet sich Christian Fahrenbach von der “Morgenpost” der “Krautreporter”, um künftig als US-Korrespondent für das “Redaktionsnetzwerk Deutschland” zu berichten. Rückblickend betont er, dass guter Journalismus die Leserinnen und Leser entlasten und Ängste mindern solle, anstatt sie mit Lärm und Elitarismus zu überfordern. Fahrenbach habe die Erfahrung gemacht, dass ein respektvoller Umgang auf Augenhöhe und Transparenz über die eigene Haltung wichtiger seien als vermeintliche Neutralität.

6. TikTok-Charts: Viraler “Denkzettel” hängt News-Inhalte ab
(dwdl.de, Simon Pycha)
Zum Jahreswechsel hätten Redaktionen wie “Spiegel” und “Stern” ihre Strategie auf TikTok angepasst und würden nun verstärkt auf moderierte Videos setzen. Der höhere Produktionsaufwand habe sich in den Abrufzahlen bislang jedoch noch nicht niedergeschlagen. An der Spitze des Publisher-Rankings habe im Dezember “Sky Sport” gestanden, mit einem viralen Clip über Fußballer Mo Salah.

KW 49/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Wie Journalisten mit eigenen Positionen in Erscheinung treten
(deutschlandfunk.de, Sören Brinkmann, Audio: 32:04 Minuten)
Bei “Nach Redaktionsschluss”, dem Medienpodcast des Deutschlandfunk (DLF), geht es um die Frage, wie viel eigene Meinung und Haltung Journalistinnen und Journalisten zeigen dürfen und ob völlige Neutralität überhaupt möglich ist. Anhand von Beispielen erörtern DLF-Hörer Paul Stoop, Medienjournalist Steffen Grimberg und Elena Gorgis aus der DLF-Redaktion “Meinung & Diskurs”, welche Verantwortung Medienschaffende bei Äußerungen in Sozialen Netzwerken tragen und wie dies deren Glaubwürdigkeit beeinflusst.

2. Wissenschaft im Netz der Desinformation: Die Rolle von digitalen Medien und KI
(youtube.com, Ennio Brandt, Video: 22:51 Minuten)
Ennio Brandt warnt in seinem Vortrag vor den Gefahren wissenschaftsbezogener Desinformation, die zunehmend durch KI-Tools wie Deepfakes und automatisierte Textgeneratoren sowie durch populistische Akteure verbreitet werde. Er zeigt anhand von Beispielen aus Telegram-Kanälen und Social Media, wie Themenfelder wie Klimawandel oder Covid-19 gezielt mit Verschwörungsnarrativen verknüpft würden, um eine vermeintliche “Gegenwissenschaft” zu etablieren und gesellschaftliche Spaltung voranzutreiben.

3. Yasmine M’Barek & Nils Minkmar: Welche Zukunft hat Journalismus in digitalen Zeiten?
(youtube.com, Rüdiger Fries, Video: 2:07:45 Stunden)
Nils Minkmar und Yasmine M’Barek diskutieren im “Digital Fight Club” über die Bedrohung des Qualitätsjournalismus durch Algorithmen, Desinformation und eine zunehmend polarisierte Debattenkultur. Beide sind sich einig, dass unabhängige Medien nur durch eine stärkere Regulierung der Digitalkonzerne sowie die Bereitschaft der Gesellschaft, für glaubwürdige Berichterstattung zu bezahlen, eine Zukunft hätten.

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4. Die Liebe zum Spiel (mit Mara Pfeiffer)
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 1:12:12 Stunden)
In einer Sonderfolge ihres Podcasts “Die Medienversteher” sprechen Tanjev Schultz und Markus Wolsiffer mit der Sportjournalistin Mara Pfeiffer über deren Erfahrungen in der noch immer stark männlich dominierten Fußballbranche, in der sie sich trotz massiver Online-Anfeindungen und sexistischer Kritik einen Platz erkämpft habe. Pfeiffer versteht den Sportjournalismus weniger als reine Spielberichterstattung, sondern als Schnittstelle zu gesellschaftlichen Themen wie Rassismus, Sexismus und Demokratie.

5. Ankäufe, Video, Events: Was die ARD mit Podcasts vorhat
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 32:06 Minuten)
Im Podcast “Läuft” beschreibt Leiterin Cathrin Jacob die Arbeit der neuen “Podcast-Unit” der ARD als vernetzenden “Service-Satelliten”, der durch engere Kooperation der Sender Doppelstrukturen vermeiden und hochwertigen “Hero Content” fördern solle. Angesichts eines veränderten Marktes setze die ARD verstärkt auf externe Partnerschaften und experimentiere mit Video-Podcasts.

6. Die Margen der Kunst
(youtube.com, Michael Seemann, Video: 24:47 Minuten)
Michael Seemann erklärt in seinem Vortrag, dass Macht in der Musikindustrie davon abhänge, wie schwer jemand zu ersetzen ist. Aktuell würden wenige große Musikverlage das Geschäft dominieren. Künstlerinnen und Künstler würden durch das Überangebot im Streaming und kommende KI-Konkurrenz immer austauschbarer und damit machtloser. Seemann empfiehlt den Kreativen, sich nicht auf das Urheberrecht zu verlassen, sondern sich in Gewerkschaften zu organisieren.

Weimer trennt sich vorläufig, Weg für ÖRR-Reform frei, Gruseliger Spiegel

1. Weimer trennt sich vorläufig von Verlagsanteilen
(tagesschau.de)
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer gebe seine Anteile an der Weimer Media Group (WMG) für die Dauer seiner Amtszeit treuhänderisch ab und verzichte auf Gewinnausschüttungen. Hintergrund sind Berichte über den von der WMG veranstalteten Ludwig-Erhard-Gipfel, bei dem zahlende Teilnehmer womöglich Einfluss auf politische Entscheidungsträger erhalten könnten, was Weimer zurückgewiesen habe. Die bayerische Staatsregierung prüfe zudem, ob die staatliche Förderung der Veranstaltung fortgesetzt werden soll.
Weiterer Lesetipp: Ehefrau von Weimer lehnt plötzlich Verfassungsorden ab: “In die Affäre um Kulturstaatsminister Wolfram Weimer kommt Bewegung. Nun tritt auch seine Co-Gesellschafterin, seine Ehefrau Christiane Goetz-Weimer, von einer bedeutenden Auszeichnung zurück.” (t-online.de, Daniel Mützel & Carsten Janz & Annika Leister)

2. Brandenburg macht Weg für Reform von ARD und ZDF frei
(dwdl.de, Alexander Krei)
Wie Alexander Krei bei “DWDL” berichtet, habe Brandenburg als letztes Bundesland dem Reformstaatsvertrag für ARD, ZDF und Deutschlandradio zugestimmt. Die Reform, die zum 1. Dezember in Kraft treten soll, sehe die Einstellung mehrerer Spartensender, die Reduzierung der Hörfunkwellen, eine Beschränkung von öffentlich-rechtlichen Textangeboten im Internet und eine Deckelung der Sportrechtekosten vor. Zudem sollen die Anstalten stärker zusammenarbeiten, eine gemeinsame digitale Plattform aufbauen und Kooperationen mit privaten Anbietern eingehen.

3. Was plant die EU-Kommission bei KI und Datenschutz?
(netzpolitik.org, Ingo Dachwitz & Daniel Leisegang)
Ingo Dachwitz und Daniel Leisegang haben ein Erklärstück mit den wichtigsten Fragen und Antworten zum “Digitalen-Omnibus“-Gesetzespaket der EU-Kommission verfasst. Entlang zentraler Fragen (KI-Verordnung, DSGVO-Lockerungen, Cookies/Präferenzsignale, Gerätezugriffe, Betroffenenrechte) fassen sie die Positionen von Politik, Industrie und Zivilgesellschaft zusammen und erklären das weitere Gesetzgebungsverfahren.

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4. dju mahnt Polizei zu Zurückhaltung: Schutzbereich der Pressefreiheit gilt auch für Wohnungen und journalistische Kommunikationsmittel
(dju.verdi.de)
Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in Verdi begrüßt den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zur Durchsuchung bei einem Mitarbeiter von Radio Dreyeckland als wichtige Klarstellung zum Schutzbereich der Rundfunk- und Pressefreiheit. Der Schutz gelte nicht nur für Redaktionsräume, sondern auch für Homeoffice und dienstlich genutzte Geräte wie Laptops und Handys, auf denen Recherchen und Quellenkontakte stattfinden. Staatsanwaltschaften und Polizei müssten dies zwingend berücksichtigen, um wichtige Grundsätze wie den Quellenschutz und das Redaktionsgeheimnis nicht zu gefährden.

5. Mit KI gegen Femizide?
(blaetter.de, Sonja Peteranderl)
Sonja Peteranderl zeigt, wie KI-gestützte Risikoanalysen und elektronische Fußfesseln Gewalt gegen Frauen früher erkennbar machen sollen, und veranschaulicht am Beispiel Spaniens sowohl Chancen als auch gravierende Fehlbewertungen. In Deutschland gebe es einen Flickenteppich aus uneinheitlichen Risikotools, Plänen für präventive Fußfesseln und dem neuen Gewalthilfegesetz. Nötig seien klare Standards, unabhängige Kontrollen und ein umfassender gesellschaftlicher Wandel.

6. Instagram, der gruselige Spiegel
(taz.de, Eva Fischer)
Eva Fischer beschreibt, wie der Instagram-Algorithmus ihren Alltag, ihre Interessen und sogar ihre Beziehungsphasen erstaunlich genau erkennt und damit oft mehr über sie zu wissen scheint als Freundinnen und Freunde. Sie sieht die Schattenseiten wie Dopaminsucht, Schlafmangel und Echokammern, empfindet die App aber trotzdem als “mein persönliches Guilty Pleasure”: “Ja, das ist gruselig. Aber es ist auch irgendwie schön.”

KW 44/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Wie beeinflussen Influencer den politischen Diskurs?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 21:16 Minuten)
Holger Klein unterhält sich im “Übermedien”-Podcast mit Desiree Steppat von der Landesanstalt für Medien NRW. Die Landesanstalt hat untersucht, welche Inhalte politische Influencer zur Bundestagswahl 2025 auf Plattformen wie Instagram und TikTok verbreitet haben. Die Inhalte würden oft “sehr viel Meinung, sehr viel Emotion” transportieren und teils ein negatives Bild der Politik zeichnen.

2. Berichten Medien zu negativ über politische Debatten?
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhöfer, Audio: 36:40 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, ob Medien zu negativ über politische Debatten berichten. DLF-Hörerin Gabriele Schmitz diskutiert darüber mit Medienforscher Tanjev Schultz und RTL/ntv-Hauptstadtkorrespondent Martin Schmidt.

3. Soziale Medien – Wir brauchen gemeinsame Öffentlichkeiten
(ardaudiothek.de, Sibylle Salewski, Audio: 55:37 Minuten)
Der Medienwissenschaftler Pascal Schneiders erklärt in seinem Vortrag, dass klassische Nachrichtenmedien ihre Fähigkeit verlieren, eine gemeinsame Öffentlichkeit zu schaffen. Das Problem sei, dass sich der Journalismus der Logik von Social-Media-Plattformen anpassen müsse, diese aber auf individuelle Nutzerzufriedenheit statt auf Information abzielen würden. Diese “Plattformisierung” zerstöre durch individualisierte Algorithmen die gemeinsame Informationsgrundlage.

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4. Medien rauben uns Lebenszeit. Wie wir uns wehren können
(wind-und-wurzeln.podigee.io, Marina Weisband, Audio: 44:38 Minuten)
In dieser Folge des Podcasts “Wind und Wurzeln” spricht Marina Weisband mit der Neurowissenschaftlerin Maren Urner und Han Langeslag von “Perspective Daily”. Es geht dabei um die Frage, wie unsere Aufmerksamkeit funktioniert, und wie Medien diese Mechanismen gezielt ausnutzen. Das Gespräch mit Langeslag konzentriert sich darauf, wie der moderne Nachrichtenjournalismus unsere Aufmerksamkeit “triggert” und dadurch unsere Sicht auf die Welt negativ verändert.

5. Superinfluencer und Vertrauen – Zwanzig Trends für 2035
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 31:41 Minuten)
Christian Jakubetz spricht mit dem Autor und Digitalberater Thomas Knüwer über dessen neues Buch “20 Trends für 35”, also für das Jahr 2035. Knüwer argumentiert, dass viele Dinge, etwa die Energiewende oder das Comeback der deutschen Industrie (zum Beispiel im Bereich Robotik), besser würden, als es die aktuelle, von “Überangst” geprägte Debatte vermuten lasse. Ein weiteres zentrales Thema ist die Zukunft von Medien, bei der Knüwer eine massive Disruption durch “Superinfluencer” vorhersieht.

6. Games im Journalismus – verschenken Medien Potenzial?
(br.de, Linus Lüring, Audio: 26:57 Minuten)
Linus Lüring hat auf den Medientagen München den Game-Design-Professor Clemens Hochreiter und den BR-Experten Matthias Leitner getroffen. Sie diskutierten darüber, warum deutsche Medienhäuser das große Potenzial von Computerspielen für den Journalismus kaum nutzen, obwohl fast 40 Millionen Menschen in Deutschland spielen. Thema war auch die neue Games-Strategie der ARD und die Frage, wie diese zum öffentlich-rechtlichen Auftrag passt.

KW 42/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Wie man angemessen über Verkehrsunfälle berichtet
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers, Audio: 30:29 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Berichterstattung über Verkehrsunfälle. DLF-Hörer und “Blaulichtreporter” Marcel von Fehrn diskutiert darüber mit Medienethikerin Marlis Prinzing und Jakob Gokl, Chefredakteur der “Schaumburger Zeitung”.

2. Keine Macht den Tätern – Berichterstattung über sexualisierte Gewalt im Sport
(wdr.de, Nora Hespers & Kerstin von Kalckreuth & Andrea Schültke, Audio: 48:28 Minuten)
Nora Hespers unterhält sich im Podcast von “Sport inside” mit ihren Kolleginnen Andrea Schültke und Kerstin von Kalckreuth über die mediale Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt im Sport: “Körperliche, psychische und sexualisierte Gewalt im Sport sind keine Einzelfälle. Sie sind Teil des Systems. Eine Erkenntnis, die erst seit wenigen Jahren in der Gesellschaft angekommen ist. Berichterstattung über die Hintergründe hat dazu beigetragen.”

3. Ich soll ermordet werden
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 27:23 Minuten)
In diesem Video geht es um die zunehmenden Drohungen und Hassnachrichten, die Kritiker rechter Content-Creator im Internet erhalten, zum Beispiel nachdem sie Inhalte des YouTubers “Clownswelt” kritisch hinterfragt haben. Mats Schönauer schildert persönliche Erfahrungen, analysiert Muster der Angriffe und gibt Hinweise, wie Betroffene damit umgehen können. Ein zentrales Anliegen ist dabei die Forderung nach sachlicher Debatte statt Beleidigungen sowie die Offenlegung der Mechanismen hinter solchen Kampagnen.
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

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4. Internet-Blockaden nehmen zu – warum Staaten das Netz abschalten
(br.de, Linus Lüring, Audio: 23:38 Minuten)
Linus Lüring spricht bei “BR24 Medien” mit Daniel Leisegang von netzpolitik.org über die weltweite Zunahme staatlich veranlasster Internetblockaden, die besonders in autoritär regierten Ländern wie China, Iran oder Russland häufig seien. Leisegang erklärt, wie solche Sperren technisch funktionieren, etwa über DNS-Blockaden. Er betont, dass es dabei meist nicht um vollständige Abschaltungen, sondern um gezielte Zensur einzelner Inhalte oder Plattformen gehe.

5. Wer bezahlt das? Der Journalismus und das Geld
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 43:56 Minuten)
Tanjev Schultz und Markus Wolsiffer überlegen in der neuesten Folge der “Medienversteher”, wie sich Journalismus in Zeiten schwindender Werbeeinnahmen und Abo-Müdigkeit noch finanzieren lässt. Sie diskutieren über Modelle wie Paywalls, Mitgliedschaften, Crowdfunding und staatliche Förderung. Eine Patentlösung gebe es jedoch nicht. Zudem hänge die Zukunft des Journalismus stark vom gesellschaftlichen Engagement ab.

6. Wer haftet eigentlich für KI-Chatbots, die lügen?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 23:05 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast geht es um die Frage, wer zur Verantwortung gezogen werden kann, wenn KI-Chatbots falsche Informationen verbreiten. Holger Klein spricht dazu mit Journalist Falk Steiner über fehlerhafte Antworten, mögliche rechtliche Folgen und überlegenswerte Regulierungsansätze. Auch der Umgang mit Falschinformationen über Einzelpersonen kommt dabei zur Sprache.

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