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KW 29/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Welche Verantwortung tragen Medien beim Angriff auf Frauke Brosius-Gersdorf?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 28:52 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast unterhält sich Holger Klein mit der Journalistin Ingrid Brodnig über die vorerst geplatzte Wahl einer Bundesverfassungsrichterin. Sie blicken dabei auf die journalistische Begleitung durch die deutschen Medien: “Wie sollten sie mit dem Fall Brosius-Gersdorf umgehen, um sich nicht vor einen Karren spannen zu lassen? Und was können sie künftig tun, um nicht auf rechte Desinformationskampagnen reinzufallen?”
Weiterer Hörtipp: Markus Lanz und Richard David Precht sprechen in ihrem Podcast ebenfalls über das Thema: Wie die Juristin Brosius-Gersdorf zur medialen Zielscheibe wurde (Audio: 54:10 Minuten).

2. Frauenfußball auf allen Kanälen – Wie läuft die Berichterstattung?
(ardaudiothek.de, Katrin Aue & Stefan Eising, Audio: 17:16 Minuten)
Katrin Aue und Stefan Eising sprechen bei “Medien – Cross und Quer” mit Marcus Bölz, Professor für Sportkommunikation, über die Berichterstattung zur aktuell laufenden Fußballeuropameisterschaft der Frauen. Im Mittelpunkt steht die Frage, welches Maß an medialer Aufmerksamkeit angemessen ist. ARD und ZDF übertrügen beispielsweise alle Spiele, andere Medien wie kicker.de seien bei dem Thema hingegen deutlich zurückhaltender.

3. RTL kauft Sky – Was steckt hinter dem Mega-Deal?
(br.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 27:45 Minuten)
Bei “BR24 Medien” diskutiert Jonathan Schulenburg mit Torsten Zarges vom Branchendienst “DWDL” über die möglichen Folgen der geplanten Sky-Übernahme durch RTL: “Was bedeutet dieser Mega-Deal für die Medienlandschaft in Deutschland? Welche Auswirkungen hat er auf die Kunden und Mitarbeiter der Sender? Welche Chancen und Risiken hat dieser Zusammenschluss?”

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4. Hubertus Koch: “Journalismus auf Social Media: Enttäuschung, Ermüdung oder große Chancen?”
(youtube.com, Lisa-Maria Röhling, Video: 1:16:26 Stunden)
Die Universität Bremen hat gemeinsam mit Radio Bremen und dem Bremer Presse-Club zu einem Mediengespräch eingeladen, bei dem Moderatorin Lisa-Maria Röhling und der Kommunikations- und Medienwissenschaftler Christian Schwarzenegger mit dem Journalisten und Filmemacher Hubertus Koch gesprochen haben. Thema ist die Rolle von Social Media im Journalismus und speziell die Frage, ob Soziale Netzwerke heutzutage noch als sinnvolle Informationsquelle dienen können. Koch bringt dabei seine eigenen Erfahrungen und Perspektiven aus seiner Arbeit auf YouTube und auf anderen Social-Media-Kanälen ein.

5. Letzte Ausgabe? Warum 2025 zum Wendepunkt für Print werden könnte
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 29:43 Minuten)
Im Podcast “Satzzeichen” spricht Gastgeber Christian Jakubetz mit den Medienwissenschaftlern Christopher Buschow und Markus Kaiser über die Zukunft der gedruckten Tageszeitungen, die 2025 vor einem historischen Wendepunkt stehen könnten. Die drei denken darüber nach, warum Printmedien mit sinkenden Abozahlen und wirtschaftlichem Druck zu kämpfen haben, und fragen, ob Lokalzeitungen künftig stärker als Community-Bildner und weniger als reine Inhaltelieferanten funktionieren sollten.

6. Wenn man in den Deutschaufsatz rhetorische Figuren einbauen soll
(instagram.com, Alex Grantl, Video: 2 Minuten)
Zum Schluss noch etwas Entspannendes: Grantls geniale Galerie gelungener Gedanken-Girlanden, geliefert von Deutschlands dynamischer Dichtkunst-Diva und pointenverliebten Profi-Poetin Hanni Hüsch (ARD).

Bürgermeister wehrt sich, RBB zahlt Entschädigung, Kein Klima fürs Klima

1. Journalisten der Deutschen Welle von israelischen Siedlern angegriffen
(spiegel.de)
Im palästinensisch verwalteten Teil des Westjordanlandes seien zwei Mitarbeitende der Deutschen Welle (DW) von radikalen israelischen Siedlern verfolgt und mit Steinen angegriffen worden. DW-Intendant Peter Limbourg habe den Angriff scharf verurteilt und die israelische Regierung aufgefordert, die Sicherheit von Journalistinnen und Journalisten zu gewährleisten.

2. Gelnhäuser Bürgermeister geht juristisch gegen Axel Springer vor
(hessenschau.de, Michelle Goddemeier)
Gelnhausens Bürgermeister Christian Litzinger gehe juristisch gegen den Axel-Springer-Verlag vor. Ihm sei in der “Welt” eine Aussage zu sexuellen Übergriffen im Freibad verfälschend zugeschrieben worden. Dadurch sei fälschlich der Eindruck entstanden, er verharmlose die Taten, was zu massiven Anfeindungen und Morddrohungen geführt habe. Springer habe sich auf Anfrage des Hessischen Rundfunks noch nicht zu den Vorwürfen geäußert.

3. Außergerichtliche Einigung: RBB zahlt Entschädigung an Gelbhaar
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Der RBB habe sich mit dem Grünen-Politiker Stefan Gelbhaar außergerichtlich geeinigt und eine Geldentschädigung für die fehlerhafte Berichterstattung über Belästigungsvorwürfe gezahlt. Die zentrale Quelle für diese Vorwürfe stellte sich später als nicht existent heraus. Der öffentlich-rechtliche Sender habe journalistische Mängel eingeräumt, den Bericht zurückgezogen und öffentlich bei Gelbhaar um Entschuldigung gebeten.

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4. MDR streicht Kemferts Klima-Podcast – mit sofortiger Wirkung
(correctiv.org, Anette Dowideit)
Der MDR habe “Kemferts Klima-Podcast” mit sofortiger Wirkung eingestellt, obwohl dieser hohe Reichweiten erzielt habe. Die Entscheidung werde mit einer ARD-weiten Bündelung von Klimaformaten und der geplanten Entwicklung eines neuen gemeinsamen Podcasts mit dem NDR begründet. Hinter den Kulissen werde jedoch spekuliert, ob politische Motive eine Rolle spielen, da Claudia Kemfert als Reizfigur für rechtskonservative Klimaskeptiker gelte.

5. “Alles außer Fußball”: DFL steigt bei Sportsender Dyn ein
(tagesspiegel.de, Michael Rossmann)
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) sei mit einem Anteil von etwa 6,5 Prozent beim Sportsender Dyn eingestiegen, der vom früheren DFL-Chef Christian Seifert gegründet wurde. Bislang überträgt Dyn getreu dem eigenen Slogan “Alles außer Fußball” verschiedene Sportarten, nur nicht Fußball. Obwohl die Beteiligung relativ überschaubar sei, werfe sie Fragen auf, findet Michael Rossmann im “Tagesspiegel”.

6. Tanzen und klatschen und tanken und quatschen
(taz.de, Johannes Drosdowski)
Seit 30 Jahren treffen sich Schlagerfans “Immer wieder sonntags” zur Aufnahme der gleichnamigen TV-Sendung, seit 20 Jahren moderiert Schlagerstar Stefan Mross die Liveshow im Ersten. Zum doppelten Jubiläum hat sich “taz”-Redakteur Johannes Drosdowski unters Publikum gemischt und seine Eindrücke unterhaltsam aufgeschrieben.

KW 27/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Compact bleibt: Warum auch Rechtsextreme Schutz genießen
(ndr.de, Alexandra Bauer, Video: 23:25 Minuten)
Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass das rechtsextreme “Compact”-Magazin weiter erscheinen darf. Das Urteil werfe die grundsätzliche Frage auf, warum der demokratische Rechtsstaat auch solche Medien schützen muss, die ihn selbst bekämpfen. “Zapp”-Autorin Alexandra Bauer war beim Prozess dabei und hat auch mit den Mann hinter dem Magazin gesprochen.

2. Vom Geist der Freiheit bis zur Spionage: 75 Jahre Radio Free Europe – war’s das?
(ardaudiothek.de, BR24 Medien, Nina Landhofer, Audio: 28:51 Minuten)
Die aktuelle Ausgabe von “BR24 Medien” widmet sich dem Jubiläum von Radio Free Europe, das vor 75 Jahren zum ersten Mal gesendet habe, aber nun aufgrund von Donald Trumps geplanten Kürzungen ums Überleben kämpfe. Ein ehemaliger Redakteur und eine Korrespondentin sprechen über die bewegte Geschichte des US-Senders: von Spionage und Attentaten während des Kalten Krieges bis hin zu seiner heutigen Bedeutung für die Berichterstattung über Krisengebiete wie die Ukraine und den Iran.

3. Journalismus in Bürgerhand: Neue Wege für mehr Medienvertrauen
(dfjv.de, Lena Bussmann, Audio: 15:14 Minuten)
Lena Bussmann spricht mit Judith Kretzschmar, Kommunikationswissenschaftlerin an der Universität Leipzig, über das sinkende Medienvertrauen in Sachsen und über Kretzschmars Forschungsprojekt “Bürger machen Journalismus”. In dem Gespräch geht es um die Gründe für die Entfremdung zwischen Publikum und Medien. Außerdem erklärt Kretzschmar, wie ihr Projekt Menschen durch eigene journalistische Arbeit wieder näher an Medien heranführen will.

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4. Einblicke in journalistisches Arbeiten
(youtube.com, Ann-Kathrin Hipp & Felix Hackenbruch & Inga Hofmann & Sebastian Leber, Video: 1:17:47 Stunden)
Unter dem Motto “Tagesspiegel macht Schule” will die Berliner Zeitungsredaktion Schülerinnen und Schüler im Umgang mit Medien stärken und ihre Zivilcourage fördern. In dem Mitschnitt einer Veranstaltung erzählen Ann-Kathrin Hipp (Ressortleiterin “Tagesspiegel Checkpoint”), Felix Hackenbruch (politischer Korrespondent im Hauptstadtbüro), Inga Hofmann (Sport-Redakteurin) und Sebastian Leber (Reporter und Autor) von ihrem jeweiligen Redaktionsalltag. Außerdem beantworten sie Fragen der Schülerinnen und Schüler.

5. Die Zukunft des Hörens
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 35:08 Minuten)
Beim “Satzzeichen”-Podcast spricht Gastgeber Christian Jakubetz mit Till Krause, Professor für Medien und Kommunikation, über die Zukunft des Hörens: “Es geht um asynchronen Medienkonsum, den Reiz von True-Crime-Formaten, das wachsende Vertrauen in Podcast-Stimmen und um die Frage, ob Personalisierung die gemeinsame gesellschaftliche Gesprächsgrundlage gefährdet.”

6. SPD Manifest, Trumps Geburtstagsparade, Bundestagsverwaltung vs. CSD
(lauerundwehner.de, Christopher Lauer & ChatGPT, 1:09:01 Stunden)
Christopher Lauer hat möglicherweise für einen historischen Moment in der Podcast-Produktion gesorgt, indem er einen hörbaren politischen Podcast mit ChatGPT als Gesprächspartner produziert hat. Zwar geht es hier inhaltlich nicht ausdrücklich um Medienthemen, aber es lohnt sich, in Lauers Produktion hineinzuhören und zu staunen, was in dieser Hinsicht mit Künstlicher Intelligenz bereits möglich ist.

KW 22/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Wie Israels Krieg in Gaza die Pressefreiheit bedroht
(youtube.com, Manuel Biallas & Lisa Maria Hagen & Jonas Schreijäg & Pia Steckelbach, Video: 30:37 Minuten)
Der Krieg Israels im Gazastreifen schränke die Pressefreiheit stark ein, berichtet das NDR-Medienmagazin “Zapp”. Medienschaffende würden bedroht, angegriffen oder sogar getötet. Der Beitrag zeigt, wie schwierig es für Reporter und Reporterinnen geworden ist, offen und sicher über die Lage in Gaza zu berichten. Es stelle sich die Frage: “Wie können Medien überhaupt noch aus Gaza und besetzten Gebieten berichten?”

2. Schaut der Sportjournalismus beim Thema Doping zu oft weg?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 40:56 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast unterhält sich Holger Klein mit dem auf Sport spezialisierten Investigativjournalisten Hajo Seppelt: “Wie arbeitet die Dopingredaktion der ARD? Welchen Stellenwert hat das Thema heute im Vergleich zu früher? Was kritisiert er an der eigenen Branche? Und warum sagt Seppelt ungern seinen Namen, wenn er ans Telefon geht?”

3. re:publica 25: Roland Meyer – Generative KI und die Ästhetik des digitalen Faschismus
(youtube.com, re:publica, Roland Meyer, Video: 26:39 Minuten)
In seinem Vortrag auf der re:publica spricht Bild- und Medienwissenschaftler Roland Meyer über die Ästhetik und die politische Dimension generativer KI. Diese werde insbesondere von der globalen Rechten genutzt, um rassistische und sexistische Klischees sowie nostalgische Sehnsüchte zu bedienen. Er kritisiert, dass KI-Modelle nicht neutral seien, sondern aufgrund ihrer Trainingsdaten und der bevorzugten Ästhetik ihrer Nutzerinnen und Nutzer überwiegend stereotype und diskriminierende Bilder erzeugen würden.

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4. Was hat Gossip mit Politikjournalismus zu tun?
(br.de, Nina Landhofer, Audio: 24:19 Minuten)
Nina Landhofer spricht mit Politik-Influencer Fabian Grischkat, Endometriose-Aufklärerin Theresia Crone, Ernährungsexpertin Sanaz Saleh-Ebrahimi und Charlotte Thies vom “Volksverpetzer” darüber, wie Medien junge Menschen besser erreichen können. Jugendforscher Klaus Hurrelmann sieht Soziale Medien nicht nur als Problem, sondern auch als Chance für die politische Kommunikation. Die Anthropologinnen Maria Ava Fischer und Moxi Ochsenbauer erklären zudem, warum Gossip ein wichtiger Schlüssel zum Verständnis der Themen und Interessen der Generation Z sei.

5. Schluss mit Privilegien? Social Media und Regulierung
(ardaudiothek.de, Thomas Bimesdörfer & Michael Meyer, Audio: 16:21 Minuten)
Der Anwalt Chan-jo Jun war bei “Medien – Cross und Quer” zu Gast: “Für ihn sind X und Co. Medien, die sich in Wahlkämpfe einmischen und das politische Klima beeinflussen können.” Jun kämpfe seit rund zehn Jahren gegen die Macht der Social-Media-Konzerne und gelte als Befürworter einer robusten staatlichen Regulierung dieser Plattformen. Darüber spricht er mit Thomas Bimesdörfer und Michael Meyer.

6. Wie weit dürfen Medien gehen?
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 17:44 Minuten)
Mats Schönauer wirft auf seinem YouTube-Kanal “Topfvollgold” regelmäßig einen kritischen Blick hinter die Kulissen von Boulevardpresse, YouTubern und Social Media. In seinem aktuellen Video kritisiert er, dass Jan Böhmermann und dessen Team vom “ZDF Magazin Royale” mit der Enthüllung der privaten Identität des YouTubers “Clownswelt” zu weit gegangen seien, da das öffentliche Interesse dafür nicht ausreichend begründet worden sei. Zudem bemängelt Schönauer, dass Böhmermann kaum auf die konkreten Inhalte und potenziellen Rechtsverstöße des Kanals eingehe, sondern stattdessen persönliche Informationen preisgebe. Böhmermanns Aktion sei letztlich kontraproduktiv, da sie dem kritisierten Kanal massiven Zulauf und Aufmerksamkeit verschafft habe.
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

Wie mit Rechtsextremen umgehen?, Flüchtige Gewissheiten, Afghanistan

1. AfD als gesichert rechtsextrem eingestuft – wie reagieren Deutschlands Fernsehsender?
(correctiv.org, Samira Frauwallner)
Samira Frauwallner hat untersucht, wie deutsche Fernsehsender auf die neue Einstufung der AfD als gesichert rechtsextremistisch reagieren, und dafür bei öffentlich-rechtlichen und privaten Sendern nachgefragt. ARD und ZDF überdächten zwar ihren Umgang, wollen aber weiterhin AfD-Vertreterinnen und -Vertreter in ihren Programmen abbilden und die Einstufung jeweils deutlich machen. ProSiebenSat.1 sehe dagegen keinen Änderungsbedarf, während RTL noch keine Entscheidung getroffen habe.
Weiterer Hörtipp in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator unter der Überschrift “Kritische Einordnung statt Bühne: Medien und die AfD”: “Gerade wir in Deutschland sollten aus der Weimarer Republik gelernt haben, wohin die Normalisierung radikaler Positionen führt: Damals wurde die Demokratie schrittweise ausgehöhlt. Und zwar, weil Medien und Politik Extremisten immer wieder eine Bühne boten – bis es irgendwann zu spät war. Diesen Fehler dürfen wir nicht wiederholen.” (radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 3:59 Minuten)

2. Wenn Gewissheiten flüchtig werden
(journalist.de, Stephan Karkowsky)
Der Radiojournalist Stephan Karkowsky schreibt in der Reihe “Mein Blick auf den Journalismus”, dass Journalistinnen und Journalisten angesichts der vielen Lügen von Donald Trump und der Strategie rechtsextremer Gruppen, Fakten bewusst in Frage zu stellen, nicht neutral bleiben können. Er fordert eine klare Rückbesinnung auf journalistische Qualitätsstandards wie Faktenchecks, das Zwei-Quellen-Prinzip und transparente Fehlerkorrekturen, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in seriösen Journalismus zurückzugewinnen. Karkowskys Fazit: “Möglicherweise haben wir die Gatekeeper-Funktion durch die Einführung sozialer Medien verloren. Unsere Funktion als die Vierte Gewalt im demokratischen System aber dürfen wir nicht aufgeben, egal, wie sehr interessierte Kreise uns dafür als Zensurorgane delegitimieren wollen.”

3. Bundesregierung soll Journalisten aufnehmen
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) appelliert an die neue Bundesregierung, die besorgniserregende Lage der Journalistinnen und Journalisten in Afghanistan nicht zu vergessen: “Vielen afghanischen Medienschaffenden bleibt nur noch der Weg ins Exil, um sich vor den Taliban zu schützen. Aufnahmeprogramme sind für sie der einzige sichere Ausweg. Doch seit Monaten sitzen höchst gefährdete Journalisten in Pakistan fest und warten auf ihre zugesagte Einreise nach Deutschland. Sie haben einen Rechtsanspruch darauf”, so RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus: “Wenn die Bundesregierung die Einreisen aussetzt, wer soll sich in Zukunft auf das Wort der deutschen Regierung verlassen? Das wäre nicht nur eine Katastrophe für die Journalisten und ihre Familien, es schadet auch dem Ansehen Deutschlands.”

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4. Pressefreiheit braucht starken politischen Rückhalt
(dju.verdi.de)
Die Gewerkschaft Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in Verdi gratuliert Kulturstaatsminister Wolfram Weimer zum Amtsantritt, verbindet dies aber mit Erwartungen: “Die gegenwärtigen Herausforderungen an den Berufsstand sind vielfältig. Sie reichen von ökonomischem Druck über juristische Einschüchterung bis hin zu Hassrede und Angriffen auf Journalist*innen. Der Beauftragte der Bundesregierung für Medien sollte es sich zur Aufgabe machen, die Resilienz unserer Medienlandschaft im Sinne der Demokratie zu stärken.”

5. Fakten oder Gefühle? Warum Emotionen im Journalismus unverzichtbar sind
(dfjv.de, Kathrin Boehme)
“Haben Emotionen in der Berichterstattung überhaupt Platz? Oder sollten sie nicht eher konsequent vermieden werden?” Kathrin Boehme hat mit der Kommunikationswissenschaftlerin und Journalistin Margreth Lünenborg über “Emotionen im Journalismus” gesprochen. Lünenborg ist sich sicher: “Emotionen gehören längst zum Journalismus, auch bereits historisch gehörten sie dazu. Das beobachten wir in vielen Bereichen, ob im Sport, in den digitalen Medien, in Reportagen. Sie intensivieren die Berichterstattung und schaffen eine Verbindung zum Publikum.”

6. Leichte Sprache in Apps: Wie schwer kann das sein?
(media-lab.de, Paula Motschmann)
“Leichte Sprache in mobilen Applikationen ist aktuell noch eine Seltenheit. Sie gilt als Netiquette. Dabei wäre mehr davon für sehr viele Menschen sinnvoll und inklusiv. Wo hakt es also – auch in der Medienbranche – und welche Empfehlungen können bei der Umsetzung helfen?” Paula Motschmann kritisiert, dass es kaum mobile Apps in Leichter Sprache gebe. Dabei könnten rund 14 Millionen Menschen in Deutschland davon profitieren. Gründe dafür seien fehlende gesetzliche Vorgaben und Unsicherheiten in der Medienbranche. Motschmann empfiehlt, die Zielgruppen stärker einzubeziehen, Texte übersichtlich zu gestalten, professionell zu übersetzen und von Nutzerinnen und Nutzern prüfen zu lassen.

Forderungsjournalismus, Trumps Angriffe, Verpflichtendes Privileg

1. Der Forderungsjournalismus muss sterben!
(fragdenstaat.de, Arne Semsrott)
Arne Semsrott kritisiert, dass Medien durch die unkritische Verbreitung politischer Forderungen, insbesondere von CDU-Politiker Jens Spahn, Populismus und menschenfeindlichen Aussagen eine Bühne gäben. Semsrott plädiert für ein Ende dieses “Forderungsjournalismus”, denn Forderungen allein seien noch keine Nachrichten und müssten immer kritisch eingeordnet werden. Nur so könnten Redaktionen ihrer Verantwortung gerecht werden und zur Qualität des politischen Diskurses beitragen.

2. Desinformation aus dem Weißen Haus
(reporter-ohne-grenzen.de)
US-Präsident Donald Trump habe die Streichung der Gelder für die öffentlichen Sender NPR und PBS angeordnet und gleichzeitig eine staatliche Website gestartet, die positive Nachrichten über ihn verbreiten soll. Die Organisation Reporter ohne Grenzen kritisiert dieses Vorgehen scharf als Desinformation und Propaganda und fordert den US-Kongress auf, die Finanzierung des öffentlichen Rundfunks zu verteidigen sowie Trumps Angriffe auf die Pressefreiheit zurückzuweisen.
Weiterer Lesetipp: Wikipedia: Der US-Angriff auf das freie Wissen hat begonnen: Der Trump-nahe Staatsanwalt Ed Martin greife Wikipedia an, indem er die Gemeinnützigkeit der Plattform infrage stelle und ihr angebliche Propaganda und ausländische Einflussnahme vorwerfe. Dieser Angriff reihe sich in eine breitere Kampagne aus dem Umfeld von Donald Trump und Elon Musk gegen Wikipedia ein, die die Plattform als vermeintlich linksradikal kritisieren und finanziell unter Druck setzen wollen. Der drohende Verlust der Steuerbefreiung könnte die freie Enzyklopädie wirtschaftlich gefährden. (rnd.de, Matthias Schwarzer)
Und noch ein weiterer Lesetipp: Trump plant 100 Prozent Zoll für im Ausland produzierte Filme: Der US-Präsident plane, Filme, die außerhalb der USA produziert und importiert werden, mit einem Zoll von 100 Prozent zu belegen, um US-amerikanische Produktionen zu schützen. Die praktische Umsetzung dieses Zolls sei jedoch völlig unklar, da Filme als geistiges Eigentum schwer mit einem Zoll zu belegen seien und häufig international koproduziert würden. (dwdl.de, Alexander Krei)

3. “Nicht jedes Programm muss jedem Zuschauer schmecken”
(journalist.de, Jan Freitag)
Beim “journalist” hat Jan Freitag mit ZDF-Intendant Norbert Himmler über die Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk und dessen Zukunft gesprochen. Dabei ging es vor allem um politische Angriffe von rechts, Herausforderungen durch Digitalisierung und Diversität sowie notwendige Einsparungen beim ZDF. Himmler verteidigt die Rolle seines Senders und betont, dass das Programm nicht jedem gefallen müsse, aber weiterhin gesellschaftlich relevant und vielfältig sein soll.

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4. Ein Privileg, das verpflichtet
(epd.de, Stephan Schmitter)
RTL-Chef Stephan Schmitter gratuliert in seinem Artikel der ARD zum 75-jährigen Bestehen. Und natürlich nutzt er die Gelegenheit für allerlei Gedanken über den öffentlich-rechtlichen Mitbewerber. Schmitter betont die Bedeutung klarer Rollenverteilung, gegenseitiger Kooperation, insbesondere bei Sportrechten und digitalen Innovationen, und mahnt die öffentlich-rechtlichen Sender, sich stärker auf ihren Kernauftrag zu konzentrieren. Er sieht das duale System als notwendigen Gegenpol zu globalen Plattformen und fordert mehr Offenheit und gemeinsame Strategien von beiden Seiten.

5. Werben für die Truppe
(taz.de, Martin Seng)
Martin Seng kritisiert in der “taz”, dass die Bundeswehr ihre Präsenz in den Sozialen Medien verstärkt habe und indirekt über private Influencer wie Josh Krebs (“Cinematic Sergeant”) und Ottogerd Karasch (“Otto Bulletproof”) für sich werbe. Er wirft der Bundeswehr vor, durch romantisierte Darstellungen ein verzerrt positives Bild vom Militärdienst zu vermitteln, das die Realität von Kriegseinsätzen und Probleme wie rechtsextreme Tendenzen ausblende. Seng fordert mehr Transparenz und eine kritischere Ausein­andersetzung mit der realen Situation in der Armee.

6. Guildo Horn: “Der ESC ist nicht mehr mein Wettbewerb”
(rnd.de, Imre Grimm)
Guildo Horn spricht im Interview mit Imre Grimm über seine persönliche und künstlerische Prägung durch die Arbeit mit Menschen mit Behinderung und kritisiert eine schwindende gesellschaftliche Solidarität und eine zunehmende Diskriminierung ihnen gegenüber. Enttäuscht zeigt er sich auch über den Eurovision Song Contest (ESC), der ihm mittlerweile zu überladen und kommerziell geworden sei. Horn betont, dass er nach wie vor handgemachte Musik schätze und sich besonders für Inklusion und sozialen Zusammenhalt einsetze.
Weiterer Hörtipp: Was ein ESC-Fanblog etablierten Medien voraushat: “Die deutsche Website ‘ESC Kompakt’ begleitet den ESC seit 2019 mit Blogartikeln, Vodcasts und Live-Events, oft präziser und schneller als jedes etablierte Medium. ‘ESC Kompakt’-Chefredakteur Benjamin Hertlein erklärt Host Alexander Matzkeit in dieser Folge, wie das funktioniert, und warum sich die Fan-Expert:innen für die Zukunft des ESC gleichzeitig mehr Kontinuität und weniger Althergebrachtes wünschen.” (laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 24:43 Minuten)

KW 18/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Kann man sich als Sportjournalist dem Fußballkommerz entziehen?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 35:52 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit Philipp Köster, Gründer und Chefredakteur des Fußballmagazins “11 Freunde”, über die Schwierigkeit, sich als Sportjournalist der zunehmenden Kommerzialisierung des Fußballs zu entziehen. Köster kritisiert, dass die Profivereine mittlerweile die totale Kontrolle über die Berichterstattung anstreben würden, wodurch unabhängiger Journalismus stark eingeschränkt werde und häufig mit PR verschmelze.

2. Die Trickkiste der Falschinfo
(youtube.com, Eva Wackenreuther, Video: 8:21 Minuten)
Bei “ZIB erklärt” geht es darum, wie in Sozialen Medien gezielt Falschinformationen verbreitet werden, etwa durch die Manipulation von Algorithmen mit emotionalen und provokativen Inhalten oder durch die Nutzung vermeintlicher Autoritäten. Außerdem werden typische Methoden wie das Herauspicken von Argumenten, das Verdrehen von Zusammenhängen oder das Überfluten mit Informationen vorgestellt, die dazu dienen sollen, Nutzerinnen und Nutzer zu verwirren und Kritik zu erschweren.

3. Verständlich schreiben, Teilhabe fördern – Einfache und Leichte Sprache im Journalismus
(dfjv.de, Frederike Demattio, Audio: 14:19 Minuten)
Im “Fachjournalist”-Podcast spricht Frederike Demattio mit Lisa Kreutzer, Chefredakteurin des Magazins “andererseits”, über Einfache und Leichte Sprache im Journalismus. Kreutzer erklärt, wie ihr Magazin, bei dem Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam arbeiten, komplexe Inhalte verständlich aufbereitet und warum Barrierefreiheit grundsätzlich ein Qualitätsmerkmal für guten Journalismus sei.

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4. Haha! Humor im Journalismus
(bonjourno.de, Olivia Samnick, Audio: 41:07 Minuten)
“Wie machen wir deutsche Medien lustig(er)? Was heißt es, den Cringe-Olymp zu meistern? Und wie findet man überhaupt seine Stimme im Witz in den Medien?” Darüber hat sich Olivia Samnick mit der Comedy-Autorin Marie-Lina Smyrek unterhalten, die den “Funk”-Kanal “Smypathisch” betreibt.

5. Verleihung der Concordia-Preise 2025
(youtube.com, Österreichisches Parlament, Video: 1:33:10 Stunden)
Bei der Verleihung der Concordia-Preise im österreichischen Parlament wurden Johannes Greß und Christoph Mackinger für ihre Berichterstattung über ausbeuterische Arbeitsbedingungen auf Donauschiffen mit dem Menschenrechtspreis und Barbara Tóth für ihre journalistische Aufklärung einer gezielten Rufmordkampagne gegen Alexandra Föderl-Schmid mit dem Preis für Pressefreiheit ausgezeichnet. Armin Thurnher wurde für sein journalistisches Lebenswerk geehrt, insbesondere für seine jahrzehntelange Rolle als kritische, intellektuelle Stimme in der österreichischen Medienlandschaft sowie für seinen Einsatz für unabhängigen Journalismus.

6. Deutschsprachige Medien im Ausland
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 20:12 Minuten)
Bei “Satzzeichen” spricht Christian Jakubetz mit Björn Akstinat, dem Leiter der Internationalen Medienhilfe, über die Herausforderungen und Bedeutung deutschsprachiger Medien im Ausland. Anlass des Gesprächs ist der Internationale Tag der Pressefreiheit. Akstinat betont, wie wichtig es sei, lokale Medien zu unterstützen, statt ausschließlich von Deutschland aus über die Welt zu berichten.

KW 15/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Daniel Drepper bei “Freiheit Deluxe”
(hr2.de, Jagoda Marinić, Audio: 1:24:11 Stunden)
Bei “Freiheit Deluxe” spricht Jagoda Marinić mit dem Investigativjournalisten Daniel Drepper über dessen Recherchen zu Machtmissbrauch, unter anderem zum Fall von Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt und der Band Rammstein, und über deren Auswirkungen auf Gesellschaft und Medien. Die beiden diskutieren außerdem darüber, wie journalistische Arbeit durch politische und mediale Gegenstrategien unter Druck gerät, etwa durch Angriffe auf das Informationsfreiheitsgesetz.

2. Warum berichtet die “Zeit” so ausführlich über einen Sorgerechtsstreit?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 19:56 Minuten)
Holger Klein unterhält sich im “Übermedien”-Podcast mit der “Zeit”-Kriminalreporterin Anne Kunze über deren Artikel (nur mit Abo lesbar) zu einem prominenten Sorgerechtsfall: “Wie geht man als Journalistin mit einem derart gewaltigen Aktenberg um? Gehört so ein Streit überhaupt in die Öffentlichkeit? Und wie schwer ist es, journalistisch neutral zu bleiben, wenn eine Seite der Geschichte deutlich kooperativer ist als die andere?”
Ergänzender Lesetipp aus dem Januar 2024: Die Medienschlacht um die Block-Kinder: “Ein privater Sorgerechtsstreit wird seit Monaten auch in Medien ausgetragen. Für die ist die Sache verlockend, weil es um eine Hamburger Millionärsfamilie geht, um einen ehemaligen Sportmoderator und um Entführung. Doch wäre es nicht geboten, die Kinder vor Öffentlichkeit zu schützen?” (übermedien.de, Boris Rosenkranz)

3. Im Osten nichts Neues? Ostdeutschland in den Medien
(youtube.com, Nadine Lindner, Video: 1:02:21 Stunden)
Im Rahmen der Medientage Mitteldeutschland beschäftigte sich ein Panel mit der Berichterstattung deutscher Medien über Ostdeutschland: “Wie kann die vielschichtige Gesellschaft in den ostdeutschen Ländern differenzierter dargestellt werden? Wie lassen sich Klischees vermeiden? Und wie können ostdeutsche Stimmen sichtbarer werden?” Es diskutierten Reiner Haseloff (Ministerpräsident Sachsen-Anhalt), Christin Bohmann (Chefredakteurin MDR), Heiko Paluschka (Leiter des ProSiebenSat.1-Hauptstadtbüros), Maria Fiedler (stellvertretende Leiterin des “Spiegel”-Hauptstadtbüros) und Dirk Oschmann (Literaturprofessor und Publizist).

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4. “Godcode” & “Avignon: Der Prozess Pelicot” – Das “Ich” im Podcast
(ohrensessel.podigee.io, Sandro Schroeder & Carina Schroeder, Audio: 1:59:57 Stunden)
In der aktuellen Folge des Podcasts “Ohrensessel” sprechen Carina und Sandro Schroeder über die Podcasts “Godcode – Macht. KI. Drama.” von funk und die “Spiegel”-Produktion “Avignon: Der Prozess Pelicot”. Sie analysieren die unterschiedlichen Moderationsstile der Hosts und diskutieren darüber, was einen guten Podcast-Host ausmacht. Außerdem geht es um gängige Erzählmuster, überladene Einstiege und abgenutzte Stilmittel in der Podcast-Produktion.

5. F.A.Z.: Warum habt ihr ein neues Abo gelauncht?
(spotify.com, Lennart Schneider, Audio: 1:06:01 Stunden)
In der neuen Folge von “Subscribe Now” geht es um die überarbeitete Nachrichten-App “Der Tag” der “FAZ”, die täglich zehn ausgewählte Artikel, KI-Zusammenfassungen, eine Vorlesefunktion und ein News-Quiz biete. Marina Sorg, “Deputy Chief Product Officer” der “FAZ”, erklärt, warum die App zehn Jahre nach ihrem Start einem Relaunch unterzogen wurde, und wie die Redaktion damit gezielt neue Abonnentinnen und Abonnenten ansprechen will. Außerdem geht es um die Rolle der App als Experimentierfeld für neue Funktionen und die Integration von Künstlicher Intelligenz.

6. Die Geschichte eines Medienskandals: Die gefälschten “Hitler-Tagebücher”
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 32:51 Minuten)
Christian Jakubetz spricht in seinem Podcast “Satzzeichen” mit dem Journalisten und Autor Malte Herwig über den Medienskandal rund um die gefälschten Hitler-Tagebücher, die der “Stern” 1983 veröffentlichte. Im Mittelpunkt steht die Rolle des Reporters Gerd Heidemann, dessen Tonbandaufnahmen Herwig später entdeckte und als Grundlage seines Podcasts “Faking Hitler” nutzte. Jakubetz und Herwig sprechen darüber, was der Skandal über den Journalismus aussagt und ob sich so etwas heute wiederholen könnte.

Hallervorden, Intendantenwahl, Spongebob und Schleimkanonen

1. ARD äußert sich zu Hallervordens umstrittenem Auftritt
(t-online.de)
In der TV-Jubiläumssendung “75 Jahre ARD” sorgte Schauspieler und Kabarettist Dieter Hallervorden mit der Verwendung des N- und des Z-Wortes in einem Sketch für breite Kritik und Diskussionen über Rassismus und Satire. Obwohl die Sendung vorproduziert gewesen sei, sei die Passage aus der Aufzeichnung nicht herausgeschnitten oder mit einem Hinweis versehen worden. Die ARD verteidige den Auftritt Hallervordens als bewusste Provokation im satirischen Kontext, betone aber gleichzeitig ihr Engagement für Vielfalt und die Ablehnung von Rassismus.

2. Und jetzt zurück zu den Staatsinfos
(taz.de, Nikita Danilin)
Durch die Kürzungen der US-Regierung unter Donald Trump drohe Radio Liberty, einer der letzten unabhängigen Nachrichtenquellen in Zentralasien, das Ende. In Ländern wie Kasachstan, Usbekistan oder Tadschikistan wären dann nur noch staatlich kontrollierte Informationen verfügbar. Experten warnen, dass dies nicht nur die Demokratie gefährde, sondern auch die russische Propaganda stärke und unabhängige Journalistinnen und Journalisten weiter marginalisieren könnte.

3. NDR-Mitarbeiter fordern neues Verfahren zur Intendantenwahl
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Timo Niemeier berichtet, dass nach der gescheiterten Intendantenwahl beim NDR nun auch die Personalvertretungen ein neues, transparenteres Auswahlverfahren fordern, bei dem die Beschäftigten ernsthaft einbezogen werden. Ihre Kritik laute, dass dem Rundfunkrat nur eine Kandidatin ohne Alternative zur Wahl gestanden habe, und weder die Personalräte noch die Mitglieder ausreichend informiert und beteiligt worden seien.

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4. Wachsende Gefahren für serbische Medienschaffende
(reporter-ohne-grenzen.de)
Laut der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) wird es in Serbien für Medienschaffende zunehmend gefährlicher. “Während sich die Schlinge um Medien sowie Journalistinnen und Journalisten in Serbien immer weiter zuzieht, darf die Europäische Union nicht länger wegsehen. Auf die serbische Regierung und Behörden ist kein Verlass, wenn es darum geht, Angriffe auf die Presse zu stoppen”, kommentiert RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus: “Der Schutz der Pressefreiheit ist ein entscheidendes Kriterium für Serbiens Beitritt in die EU. Die deutsche Regierung muss diese Verstöße klar verurteilen.”

5. Trump verlängert Frist für TikTok in den USA
(spiegel.de)
US-Präsident Donald Trump habe die Frist für den Verkauf von TikToks US-Geschäft um weitere 75 Tage verlängert. Das größte Hindernis für einen möglichen “Deal” sei die Zustimmung der chinesischen Regierung, was Trump wie folgt kommentiere: “Wir hoffen, weiterhin vertrauensvoll mit China zusammenarbeiten zu können, das, soviel ich weiß, nicht sehr glücklich über unsere gegenseitigen Zölle ist.”

6. Spongebob und Schleimkanonen
(tagesspiegel.de)
Sportverbände und TV-Sender würden zunehmend auf kindgerechte Formate mit bunten Animationen, bekannten Figuren und Kommentaren von Kindern setzen, um junge Zuschauerinnen und Zuschauer frühzeitig für Live-Sport zu begeistern. Hinter diesen Maßnahmen stecke neben pädagogischen Zielen auch das wirtschaftliches Interesse, langfristig eine loyale Fanbasis aufzubauen. Noch sei jedoch wenig darüber bekannt, was Kinder wirklich am Sport fasziniert – ob Stars, Geschichten oder der Wettbewerb selbst.

KW 13/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Der Fall Imamoglu: Welche Rolle spielen die Medien in der Türkei?
(br.de, Jasper Ruppert, Audio: 34:07 Minuten)
Gegen die Festnahme von Ekrem İmamoğlu, Bürgermeister von Istanbul und Konkurrent des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, protestieren in der Türkei Hunderttausende Menschen. Bei “BR24 Medien” spricht Jasper Ruppert mit Expertinnen und Experten über den medialen Aspekt: “Wie wird über den Fall berichtet? Wie hat es Erdogan geschafft, einen großen Teil der Medien unter seine Kontrolle zu bringen? Und welche Medien nutzen türkeistämmige Menschen in Deutschland und wie nehmen sie dadurch die Ereignisse in der Türkei wahr?”

2. Trumps Chat-Fiasko: Dummheit oder Kalkül?
(youtube.com, Michael Götz, Audio: 31:27 Minuten)
Im “Podcast für Deutschland” der “FAZ” geht es zunächst um den Militär-Chat-Skandal, bei dem der Chefredakteur des Magazins “The Atlantic” in eine Chatgruppe mit hochrangigen US-Sicherheitsbeamten aufgenommen wurde – ein Fall, der massive Zweifel an der Professionalität der Trump-Administration aufwirft. Im zweiten Teil berichtet “FAZ”-Korrespondent Christian Meier über seine kurzzeitige Festnahme im Westjordanland und über die politische Lage in Israel, insbesondere den innenpolitischen Druck auf Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und dessen Interesse an der Aufrechterhaltung des Konflikts.

3. Über sprachliche Eskalation und ihre mediale Wirkung
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 42:10 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um Empörung und sprachliche Eskalation in der Berichterstattung. Es diskutieren DLF-Hörer Gerhard Behnke, der Linguist Friedemann Vogel und Tilman Aretz von n-tv.de.

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4. Welcher Umgang mit digitalen Medien ist sinnvoll?
(youtube.com, Lenne Kaffka, Audio: 33:59 Minuten)
Im Gespräch mit dem “Spiegel” erklärt Grundschullehrer und Bildungs-TikToker Niko Kappe, wie wichtig es aus seiner Sicht ist, Kinder frühzeitig, aktiv und begleitet an digitale Medien heranzuführen, statt sie davon fernzuhalten. Er plädiert für eine Medienerziehung auf Augenhöhe, klare Regeln im Familienalltag und den Aufbau von Vertrauen – sowohl bei der Nutzung von Geräten als auch im Umgang mit Sozialen Netzwerken. Neben Medienkompetenz betont er die Bedeutung von Werten, kritischem Denken und elterlicher Vorbildfunktion, um Kinder fit für die digitale Zukunft zu machen.

5. Franziska Müllers – ZDF Sportreporterin, Redakteurin und Moderatorin
(spotify.com, Lisabell Shewafera, Audio: 52:38 Minuten)
In der aktuellen Folge von “Inside Medien” ist die ZDF-Sportjournalistin Franziska Müllers zu Gast, die bereits von Katar bis Paris über internationale Sportgroßereignisse berichtet hat. Müllers erzählt, wie sie über eine Lokalzeitung, den WDR und Praktika beim ZDF zum Journalismus kam. Außerdem gibt sie spannende Einblicke in den Alltag des Sportjournalismus und Tipps für den Einstieg in die Medienbranche.

6. Rosenthal
(zdf.de, Oliver Haffner & Gernot Krää, Video: 1:32:43 Stunden)
Das bewegende Biopic erzählt vom inneren Konflikt des beliebten Showmasters Hans Rosenthal, der am 9. November 1978, dem erstmaligen Gedenktag an die Pogrome von 1938, trotz seiner traumatischen Vergangenheit als Jude in Nazi-Deutschland eine Unterhaltungssendung moderieren soll. Zwischen öffentlichem Erfolgsdruck, persönlichen Erinnerungen an Verfolgung und familiärem Verlust ringt Rosenthal, dargestellt von Florian Lukas, mit der Frage, ob und wie er seine Geschichte öffentlich machen soll.

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