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Passionsgeschichte, Rosen­krieg im Liveti­cker, “Nowaja Gaseta Europa”

1. Kein Krieg im russischen TikTok-Feed
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
TikTok zeigt seinen russischen Nutzerinnen und Nutzern eine Welt, in der der Krieg in der Ukraine keine Rolle spielt. Was bereits das Ergebnis einer Analyse war, wurde nun durch ein Experiment bestätigt: Journalisten aus Norwegen haben zwei Bots auf die Reise durch einen ukrainischen beziehungsweise russischen TikTok-Feed geschickt. Sebastian Meineck erklärt, was es damit auf sich hat und welche Schlüsse naheliegen.

2. “Nur die Aufmerksamkeit der Welt kann vor Putin schützen”
(deutschlandfunk.de, Marina Weisband, Audio: 4:24 Minuten)
Deutschlandfunk-Kolumnistin Marina Weisband fragt sich, ob sie ihren Followern Kriegsbilder zumuten kann und inwieweit sie damit eventuell die Würde der Opfer verletzt. Sie findet keine allgemeingültigen und eindeutigen Antworten, aber eine persönliche Haltung zu dem schwierigen Thema: “Ich persönlich denke nicht, dass das Foto eines toten Kindes ihm seine Würde nimmt. Ich denke, es nimmt die Würde derjenigen, die es umgebracht haben. Die Menschen in der Ukraine betteln darum, diese Bilder um die Welt gehen zu lassen. Denn nur die Aufmerksamkeit der Welt kann sie vor Putin schützen.”

3. Neue Stimme gegen Russlands Krieg
(tagesspiegel.de, Claudia von Salzen)
Zwei Wochen nach dem Ende der kremlkritischen “Nowaja Gaseta” startet im lettischen Exil die “Nowaja Gaseta Europa”. Mit der Einstellung sei die Zeitung einer möglichen gerichtlichen Schließung in Russland zuvorgekommen. Die Aufsichtsbehörde des Landes hatte die Berichterstattung des Blatts über den Krieg in der Ukraine wiederholt beanstandet.

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4. DFB-Deal mit Bwin: Geld statt Moral!
(ndr.de, Fritz Lüders, Video: 7:51 Minuten)
Für das Medienmagazin “Zapp” kommentiert Fritz Lüders die zunehmende Sportwetten-Werbung im deutschen Fußball: “Immer mehr Menschen leiden an Spielsucht und werden dadurch in den finanziellen Ruin oder sogar in die Kriminalität getrieben. Der DFB hätte durch einen auslaufenden Vertrag mit ‘Bwin’ jetzt endlich aus diesem düsteren Geschäft aussteigen können. Doch stattdessen macht er alles noch viel schlimmer und verpasst eine große Chance.”

5. Rosen­krieg im Liveticker
(lto.de, Lucas Brost)
Rund um den Fußballprofi Mats Hummels spielt sich derzeit eine Art öffentliche Seifenoper mit aktuellen, verflossenen und womöglich zukünftigen Partnerinnen ab, die auf den jeweiligen Social-Media-Kanälen stattfindet. Der Jurist Lucas Brost erzählt, worum es im Einzelnen geht und welche medienrechtlichen Konsequenzen das Schauspiel für die Betroffenen hat: “Durch ihre Beiträge haben sich die Beteiligten gegenüber der Presse geöffnet. Sowohl Céline Bethmann, Cathy Hummels und Lisa Straube, als auch Mats Hummels selbst müssen aufgrund ihres Verhaltens eine Berichterstattung über ihr Beziehungsleben hinnehmen.”

6. „Die Passion“: Die Andreasbouranisierung der Bibel
(web.de, Christian Vock)
Gestern gab es bei RTL ein Event zu bestaunen, das in den Sozialen Medien für allerlei Spott sorgte. Der Sender inszenierte die Passionsgeschichte als Live-Ereignis, unter anderem mit Alexander Klaws als Jesus und Thomas Gottschalk als Erzähler. Christian Vock erkennt die Mühe des Senders an, ist jedoch nicht überzeugt: “Wenn sich Annett Möller für einen Zwischenbericht mit den Worten meldet ‘Wir haben jetzt die Rüttenscheider Schlemmermeile verlassen’, dann ist der Prozessionszauber nur in dem Moment schneller verflogen als am Essener Willy-Brandt-Platz das McDonalds-M im Hintergrund mit dem RTL-Kreuz um die Wette leuchtet.”

Firmengründer Reichelt, Nach den Rechten sehen, “Goldene Blogger”

1. Ex-“Bild”-Chef Reichelt gründet Medienfirma
(spiegel.de, Alexander Kühn & Anton Rainer)
Laut einer Recherche des “Spiegel” hat der geschasste Ex-“Bild”-Chef Julian Reichelt in Berlin ein Medienunternehmen gegründet, er soll mit einigen Mitarbeitern an dem neuen Projekt arbeiten. Alexander Kühn und Anton Rainer sind der Sache nachgegangen und auf eine mögliche Verbindung zu einem umtriebigen Milliardär gestoßen.

2. Wertvolle Recherchehilfe aus dem Weltall
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers, Audio: 7:25 Minuten)
In Zusammenhang mit den Gräueltaten und Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung in der Ukraine gewinnen Satellitenbilder eine große Bedeutung. Die Firma Maxar Technologies veröffentlichte unlängst hochauflösende Sattelitenaufnahmen des Ortes Butscha. Diese “bestätigen die jüngsten Videos und Fotos in den sozialen Medien, auf denen Leichen zu sehen sind, die seit Wochen auf der Straße liegen”, so ein Sprecher des privaten Unternehmens.

3. Nach den Rechten sehen
(taz.de, Peter Nowak)
Die beiden linken Aufklärungsportale “Blick nach Rechts” und “Endstation Rechts” haben sich zusammengeschlossen – aus Sicht von “taz”-Autor Peter Nowak zu einem Zeitpunkt, der besser nicht hätte sein können. Die Zusammenlegung habe den Verantwortlichen eine Menge Arbeit abverlangt, so einer der Verantwortlichen: “Vor allem aus technischer Sicht war es ein relativ aufwendiger Prozess. Insgesamt mussten über 25.000 Artikel in einer sinnvollen Struktur zusammengelegt werden. Das Portal wurde technisch komplett neu konzipiert.”

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4. Goldene Blogger: Abends im Museum
(indiskretionehrensache.de, Thomas Knüwer)
Anfang der Woche fand in Berlin zum fünfzehnten Mal die Verleihung der “Goldenen Blogger” statt. Mit-Initiator Thomas Knüwer berichtet über seine Eindrücke und Empfindungen und erzählt, wer mit einer der begehrten Trophäen nach Hause gehen konnte.
Transparenzhinweis: Der “6-vor-9”-Kurator war in der Kategorie “Bester Einzelbeitrag” nominiert.

5. 3,8 Millionen Deutsche waren noch nie im Internet
(zeit.de)
Laut Statistischem Bundesamt haben sechs Prozent der Menschen in Deutschland zwischen 16 und 74 Jahren noch nie das Internet genutzt. Das entspreche rund 3,8 Millionen Personen. In der Europäischen Union habe der Durchschnitt bei acht Prozent gelegen. Weltweit haben nach Schätzungen der Vereinten Nationen 37 Prozent der Menschen noch nie das Internet genutzt.

6. Sonderoperation
(journalist.de, Sebastian Pertsch & Udo Stiehl)
Sebastian Pertsch und Udo Stiehl werfen im Rahmen ihres Projekts “Floskelwolke” einen sprach- und medienkritischen Blick auf vielbenutzte Formulierungen. Diesmal geht es um die “Sonderoperation” und weitere verschleiernde Kriegsvokabeln.

Der Krieg und die Medien, Nur Wahres ist Wahres, Propaganda

1. Der Krieg und die Medien: Zwischen Mobilmachung, Heldensuche und Mut
(rnd.de, Imre Grimm)
Imre Grimm bilanziert die ersten Tage der Berichterstattung über den Krieg in der Ukraine: “Selten war es so schwer, sauberen Journalismus zu liefern wie in diesen Tagen. Und selten war es so wichtig, so präzise wie möglich zu berichten. Keiner Propaganda auf den Leim zu gehen. Die digitale Spreu vom Weizen zu trennen. Die Bilder zu prüfen.”

2. Fakten checken im Krieg: Nur Überprüfbares ist Wahres
(uebermedien.de, Frederik von Castell)
Viele Medien, darunter auch das ZDF, veröffentlichen Material zum Krieg in der Ukraine, dessen Authentizität nicht belegt werden kann. Frederik von Castell kommentiert: “Bei allem berechtigten Interesse an den neuesten Entwicklungen in diesem Krieg bleibt die Frage: Wozu Material verwenden, das nicht verifizierbar ist? Warum das Risiko eingehen, Falschinformationen zu verbreiten?”

3. “Möchten nicht zugucken”: “Katapult” gründet Ukraine-Zeitung
(meedia.de, Thomas Borgböhmer)
Der “Katapult”-Verlag startet eine eigene Ukraine-Zeitung, die sowohl aus Deutschland als auch aus der Ukraine heraus berichten soll. Das Projekt werde möglich durch die Bereitschaft der Belegschaft zu Gehaltseinbußen: “20 Mitarbeitende, die aktuell 3.300 Euro verdienen, machen dabei mit. Konkret verzichtet die Hälfte auf 25 Prozent, die andere Hälfte auf 50 Prozent des Gehalts. Ein Mitarbeiter, heißt es, sogar auf 100 Prozent seines Lohns.”

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4. Russland-Ukraine-Krieg: Die Propagandaschlacht auf Social Media
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers & Brigitte Baetz, Audio: 9:44 Minuten)
Der Deutschlandfunk hat sich mit Christian Stöcker über die Social-Media-Strategien der am Russland-Ukraine-Krieg beteiligten Parteien unterhalten. Für Stöcker, Journalist und Professor für Digitale Kommunikation, erlebt die Welt gerade “den ersten Krieg in der Geschichte, der zwar mit einem kleinen, dafür aber wichtigen Anteil auch auf Social Media geführt wird”, wie er auf Twitter schreibt.

5. Krise der Auslandsberichterstattung
(medienpolitik.net, Helmut Hartung)
Die Otto Brenner Stiftung hat ein Diskussionspapier zum Zustand der deutschen Auslandsberichterstattung veröffentlicht (PDF). Demnach seien weite Teile der Welt in den Berichten deutscher Medien unterrepräsentiert. In seiner Untersuchung benennt der langjährige Auslandskorrespondent Marc Engelhardt die Gründe für diese Entwicklung, dokumentiert eine Verstärkung des Trends in der Covid-Pandemie und skizziert mögliche Lösungsansätze.

6. Russische Nachrichtenagentur bejubelt mit vorbereitetem Kommentar irrtümlich Sieg
(spiegel.de)
Die staatliche russische Nachrichtenagentur Ria hat versehentlich kurzzeitig einen vorbereiteten Jubelkommentar veröffentlicht, in dem der Autor den Sieg Russlands über die Ukraine feierte. Anscheinend war der Kreml fälschlicherweise von einem raschen militärischen Erfolg in der Ukraine ausgegangen.

“Freiheit für die Ukraine”, Trikotverkäufe für “Bild”

“Der Ball rollt, der Rubel rollt – aber jetzt rollen auch die Panzer”, schreibt “Bild”-Sportchef Walter M. Straten heute und meint damit die Sponsoringtätigkeiten des staatlich kontrollierten, russischen Erdgaskonzerns Gazprom im Fußballgeschäft. Unerträglich sei das, so Straten: “Wir müssen im TV zur Champions-League-Hymne die Werbung von Gazprom sehen, während Putins Truppen in die Ukraine einmarschieren.”

Und da ist ja nicht nur die Champions-League-Hymne. Seit vielen Jahren ist Gazprom auch Trikotsponsor des FC Schalke 04. Walter M. Straten: “Wir werden die Schalker in ihren Gazprom-Trikots erleben, so als wäre der Konzern ein ganz normaler Werbepartner seit 2007 – und nicht ein Finanzier der russischen Staatsmacht. Damit auch des Krieges.” “Bild” fordert daher:

 Kein Schalker Trikot mit dem Gazprom-Schriftzug. Klebt ihn einfach ab. Das wäre ein starkes Symbol.

Während der FC Schalke 04 und der Fußballverband Uefa laut Straten aber jetzt schon versuchen, sich mit “verlogenen”, “pflaumenweichen Erklärungen herauszuwinden”, macht “Bild” bei der ganzen Sache nicht mehr mit:

BILD macht bis auf Weiteres Schluss mit Putins Trikot-Werbung!

Wir überkleben das Logo in der Zeitung und im Internet mit der Forderung: Freiheit für die Ukraine!

Das verkündet die Redaktion heute öffentlichkeitswirksam in der Zeitung:

Ausriss Bild-Zeitung - Russland-Einmarsch in der Ukraine - Bild macht Schluss mit Putns Werbung

Und online bei Bild.de:

Screenshot Bild.de - Bild macht Schluss mit Putns Werbung

Das ist konsequent. Geht es hingegen ums Geldverdienen, ist “Bild” nicht so konsequent.

Im auf der Bild.de-Startseite verlinkten, Springer-eigenen “BILD SHOP” kann man zwischen “Volks-Akku” und Blumenzwiebeln auch Fußballtrikots kaufen. Unter anderem diese hier:

Screenshot Bild-Shop - Es ist ein Angebot für ein Schalke-Trikot mit dem Trikotsponsor Gazprom zu sehen

In seinem flammenden Appell schreibt Walter M. Straten: “Wenn Putin das Nachbarland überfällt und ihm jedes Existenzrecht abspricht, ist jede Grenze überschritten! Der Fußball kann nicht ungerührt weiter kassieren, solange Putin Krieg führt.” Der Springer-Verlag offenbar schon.

Mit Dank an Christian für den Hinweis!

Nachtrag, 12:10 Uhr: Der Springer-Verlag hat die Schalke-Trikots mit der Gazprom-Werbung nun aus dem Shop genommen.

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KW 07/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. Wie schwer ist es, aus China zu berichten?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 19:24 Minuten)
Die chinesische Regierung hat die Berichterstattung über die Olympischen Spiele in Peking rigide eingeschränkt. Medienschaffende dürfen sich nur in einer streng abgeschirmten “Bubble” bewegen und werden beobachtet und gelenkt. Im “Übermedien”-Podcast mit Holger Klein spricht Tamara Anthony, Leiterin des ARD-Studios Peking, darüber, “wie sie es trotzdem schafft, in der Berichterstattung über Olympia kritische Töne anzuschlagen, wie die Menschen in China auf sie als deutsche Journalistin reagieren und warum sich ausgerechnet in der Olympia-Blase manchmal ein eigentümliches Gefühl von Bewegungsfreiheit einstellt.”
Weiterer Hörtipp: Winterspiele in Peking – Sport oder Politikum?: “Isabel Sonnabend und Thomas Bimesdörfer sprechen mit den Mainzer Kommunikationswissenschaftlerinnen und Sportexpertinnen Christiana Schallhorn und Jessica Kuhnert über den Spagat zwischen Sportberichterstattung und Politik bei den Winterspielen in China.” (sr.de, Audio: 15:05 Minuten)

2. Mangelware Lokaljournalismus: Zu rar, um nah zu sein?
(deutschlandfunk.de, Anh Tran, Audio: 43:09 Minuten)
Der Deutschlandfunk (Dlf) diskutiert regelmäßig mit seinen Hörerinnen und Hörern. In der aktuellen Ausgabe dieser Gesprächsreihe macht sich ein Hörer Sorgen um die Lokalmedien in seiner Region: Von einst drei Lokalzeitungen sei nur noch eine übrig. Es diskutieren der Dlf-Hörer Berthold Geyer, Anna Sprockhoff, stellvertretende Chefredakteurin der “Märkischen Allgemeinen Zeitung”, und Anh Tran aus der Dlf-Medienredaktion.

3. Der Fall Luke Mockridge: #MeToo und die Grenzen der Justiz
(ndr.de, Kathrin Drehkopf, Video: 24:58 Minuten)
Beim Fall Luke Mockridge steht Aussage gegen Aussage. Die Staatsanwaltschaft ermittelte, stellte das Verfahren gegen den Comedian aber ein. In den Sozialen Medien forderten viele trotzdem “Konsequenzen für Luke”. Das Medienmagazin “Zapp” hat sich mit dem Fall befasst. Dabei geht es jedoch nicht um die Klärung der Schuldfrage: “Diese Frage kann und will auch ZAPP nicht klären. Wir wollen stattdessen wissen: Welche Rolle spielen Soziale Netzwerke bei der Debatte um die Vorwürfe? Inwiefern geben sie Opfern sexualisierter Gewalt eine Stimme? Wo verläuft die Grenze zur Verleumdung?”

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4. Ukraine – Russland: Medienkrieg auf beiden Seiten?
(br.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 26:38 Minuten)
Im Medienmagazin des Bayerischen Rundfunks geht es um die Frage, ob es einen Medienkrieg zwischen Russland und der Ukraine gibt, um die Medienstrategie von Bundeskanzler Olaf Scholz, um das Für und Wider von staatlicher Medienförderung und um Videoreporterinnen in indischen Dörfern.

5. Die “Sonder”-Berlinale 2022
(deutschlandfunknova.de, Tom Westerholt & Anna Wollner, Audio: 42:15 Minuten)
“Halbvolle Filmpremieren, kaum Begegnungen, keine Empfänge, die Roten Teppiche verwaist und so isoliert wie die internationalen Filmjournalist*innen voneinander.” Die diesjährige Berlinale hat mit vorigen Berlinalen wenig zu tun. Tom Westerholt und Anna Wollner haben sich trotzdem dorthin begeben. Ihr Fazit: “Mehr Maskenball als Filmfest”.
Weiterer Lesetipp: Unter der Überschrift Berlinale 2022 – Kino ist nicht für alle da schreibt die “Filmlöwin”: “An dieser Stelle könnte eine Filmkritik zum Berlinale-Eröffnungsfilm stehen. Oder zu irgendeinem Berlinale-Film. Aber dem ist nicht so, denn ich kann dieses Jahr – wie viele andere Kolleg:innen – am Festival nicht teilnehmen. Stattdessen steht hier jetzt ein Text über meine Beweggründe und warum die Berlinale die Chance verpasst hat, die Pandemie als Sprungbrett in die Zukunft des Kinos zu nutzen.”

6. turi2 Clubraum: Peter Wittkamp über Springer, Twitter und Witze mit Haltung.
(youtube.com, Aline von Drateln & Markus Trantow, Audio: 44:38 Minuten)
Im “turi2 Clubraum” ist der Hauptautor der Online-Ausgabe der “heute show” zu Gast: Peter Wittkamp. Mit Moderatorin Aline von Drateln und “turi2”-Chefredakteur Markus Trantow spricht er über die Themen der Woche, zum Beispiel die jüngste Entwicklung der Causa Reichelt bei Springer. Es geht aber auch um die Vor- und Nachteile von Twitter-Likes und Wittkamps Umgang mit den Sozialen Medien.

“NSU-2.0”-Berichterstattung, Post aus Erfurt, Feministische Filmpolitik

1. Prozess um “NSU 2.0”-Drohungen: Kritik an Fokussierung auf Einzeltäter
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers & Antje Allroggen, Audio: 8:24 Minuten)
Vor dem Landgericht Frankfurt wird derzeit die Drohbrief-Serie des selbsternannten “NSU 2.0” verhandelt. Im Mittelpunkt des Prozesses und des Medieninteresses steht der Angeklagte, der von der Staatsanwaltschaft als Einzeltäter bewertet wird. Mit dieser Erklärung sind einige der Opfer nicht einverstanden und bitten die berichtenden Redaktionen, ihre Berichterstattung auf Strukturen und Umfeld des Angeklagten auszuweiten.

2. Erfurt: Offener Brief der Stadtverwaltung an Journalisten wird Thema im Stadtrat
(thib24.de, Tobias Netzbandt)
Die Erfurter Stadtverwaltung hat sich über einen ausdrücklich als Meinungsbeitrag gekennzeichneten Artikel eines Sportreporters geärgert und ihren Ärger darüber in einem offenen Brief auf ihrer offiziellen Seite abgelassen. Der Journalist Tobias Netzbandt kommentiert den Vorgang: “Städtische Mitarbeiter nutzen die offizielle Seite der Stadtverwaltung, um ihre Kränkung zu schildern. So geht das nicht. Verwaltungen und Politiker müssen Kritik, sei sie gerechtfertigt oder nicht, im Zweifel aushalten.”

3. “Zeit für feministische Filmpolitik”
(out-takes.de, Peter Hartig)
Die Sichtbarkeit von Frauen im deutschen Kino habe zwar zugenommen, es bestehe jedoch immer noch eine deutliche Schieflage. Peter Hartig fasst die aktuellen Erkenntnisse, Stellungnahmen und Forderungen zusammen. Laut Kultur-Staatsministerin Claudia Roth sei es nicht nur für eine feministische Außen- oder eine feministische Entwicklungspolitik allerhöchste Zeit, sondern auch für eine “feministische Filmpolitik”.

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4. “Man zählt die Tage runter, bis es vorbei ist”
(spiegel.de, Eckhard Klein, Video: 3:08 Minuten)
Eckhard Klein berichtet für den “Spiegel” über die Olympischen Spiele in Peking. Unter normalen Umständen eine beneidenswerte, unter den aktuellen Umständen eher eine bemitleidenswerte Angelegenheit: Klein hat sich dabei ertappt, wie er die Tage bis zu seinem Abflug herunterzähle.

5. Neu: Grow-Report über Pioniere im gemeinnützigen Journalismus
(netzwerkrecherche.org, Malte Werner)
Seit dem Jahr 2016 vergeben das Netzwerk Recherche und die Schöpflin Stiftung die “Grow-Stipendien” für gemeinnützigen Journalismus und Medienvielfalt. Seitdem wurden 18 Medienprojekte “mit Vernetzungsmöglichkeiten, Fortbildungen, individueller Beratung und einer Anschubfinanzierung” gefördert. Nun haben die Unterstützer einen Evaluierungsreport veröffentlicht (PDF), in dem sie darlegen, wie sich die Stipendien auf die Empfängerinnen und Empfänger ausgewirkt haben.

6. Filmschlagzeilen-Quiz: Erkennst Du alle Filme?
(journalistenfilme.de, Patrick Torma)
Patrick Torma ist Experte für Filme und Serien, in denen Journalisten und Journalistinnen eine tragende Rolle spielen, und berichtet auf seiner Seite regelmäßig über Klassiker und Neuerscheinungen. Aktuell hat er ein “Filmschlagzeilen-Quiz” veröffentlicht: Wie viele Filme erkennst Du anhand der dort vorkommenden Zeitungsausschnitte?

“Exxpress”-Rosenkrieg, Martenstein des Anstoßes, Whistleblower-Gesetz

1. “Tagesspiegel” löscht umstrittene Kolumne
(sueddeutsche.de, Anna Ernst)
Am 6. Februar veröffentlichte der “Tagesspiegel” eine Kolumne des Autoren Harald Martenstein zum Tragen von Holocaust verharmlosenden “Judensternen” bei Corona-Protesten. Sowohl innerhalb der Redaktion als auch von Leserinnen und Lesern wurde der Text stark kritisiert – und nun entfernt: “Die Chefredaktion hat sich in den vergangenen Tagen intensiv mit dieser Kolumne und der Kritik daran auseinandergesetzt. Wir haben mit Kolleginnen und Kollegen, mit Wissenschaftlern und Betroffenen gesprochen und selbstverständlich auch mit dem Autor und wir kommen zu dem Schluss, dass wir diese Kolumne so nicht hätten veröffentlichen sollen; wir haben sie deshalb zurückgezogen.”

2. Ein Schritt zurück, zwei Schritte vor
(netzpolitik.org, Tomas Rudl)
Eigentlich hätte Deutschland die EU-Richtlinie zum Schutz von Whistleblowing bereits Ende vergangenen Jahres umsetzen müssen, doch die Große Koalition konnte sich seinerzeit nicht auf ein Gesetz einigen. Nun muss die aktuelle Regierung ran, und vielleicht fällt dabei sogar ein besseres Gesetz ab. Tomas Rudl erklärt den aktuellen Stand des Verfahrens.

3. Ex-Redakteurin Dobler erhebt schwere Vorwürfe gegen “Exxpress”
(derstandard.at, Laurin Lorenz)
Die Journalistin Anna Dobler arbeitete bis Anfang dieses Jahres für das österreichische Onlinemagazin “Exxpress”, doch im Januar kam es zum Eklat. Nachdem Dobler getwittert hatte, dass Nationalsozialisten “nicht nur Mörder, sondern durch und durch Sozialisten” gewesen seien, wurde sie entlassen. Nun entbrennt ein heftiger Rosenkrieg zwischen den einstmals innig miteinander verbundenen Parteien.

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4. “Der Blick von außen ist wertvoll”
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Gegenüber der dpa bekräftigte ein Chefredakteur von “ARD-aktuell”, dass die Meinungsrubrik fester Bestandteil der ARD-“Tagesthemen” bleiben soll. Für Joachim Huber, Medienredakteur des “Tagesspiegel”, stellt sich die Frage, “ob die geäußerten ‘Meinungen’ den ‘Tagesthemen’ wirklich gut tun. Meistens in die Mitte der 30 Minuten platziert, wirken sie zuweilen in ihrem parfümierten Parlando, dem Sowohl-als-auch-Ton wie auch in der Gefälligkeit der Aussage wie ein Fremdkörper.”

5. Texas klagt gegen Meta wegen Gesichtserkennung – Forderung in Milliardenhöhe
(rnd.de)
Der US-Bundesstaat Texas wirft Facebook vor, in der Vergangenheit unerlaubt biometrische Daten gesammelt zu haben, und hat den Mutterkonzern Meta deshalb verklagt. Die finanziellen Forderungen könnten auf einen Milliardenbetrag hinauslaufen. Eine ähnliche Klage im Bundesstaat Illinois habe Facebook bereits 650 Millionen Dollar gekostet.

6. Die erstaunlichen TV-Quoten der Winterspiele
(faz.net)
Für viele vermutlich überraschend, werden die Olympischen Winterspiele in Peking von mehr Zuschauerinnen und Zuschauern in Deutschland verfolgt als die Sommerspiele in Tokio. “Das ist sehr außergewöhnlich und schwer zu erklären”, so der Medienforscher Christoph Bertling von der Deutschen Sporthochschule in Köln. Nach Ansicht anderer Experten und Expertinnen gibt es jedoch Gründe, die dafür verantwortlich sein könnten.

Schuld und Bühne, Problematische “Heldenküche”, Übersetzungspanne

1. Schuld und Bühne
(sueddeutsche.de, Georg Mascolo)
Nachdem die deutsche Medienaufsicht dem russischen Staatssender RT DE den Live-Sendebetrieb untersagte, hat die russische Regierung das Büro der Deutschen Welle in Moskau schließen lassen. Wie konnte es zu dieser Eskalation kommen? Georg Mascolo hat den Streit rekonstruiert.

2. Ein Nein zur Aufklärung
(taz.de, Anina Ritscher)
In einer Volksabstimmung hat sich eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer gegen eine ausgebaute staatliche Subvention für Medien ausgesprochen. Anina Ritscher führt dies auch auf die Stimmungsmache bei Demos gegen die Corona-Maßnahmen zurück: “Dort warben Transparente schon Monate vor der Abstimmung mit dem Slogan ‘Nein zu Staatsmedien’. Die über zwei Jahre hinweg hartnäckig verbreitete Rhetorik von ‘Lügenpresse’ und ‘Systemmedien’ scheint zu fruchten.”

3. Felix Neureuther lässt sich auch als TV-Experte nicht den Mund verbieten
(tagesspiegel.de, Senta Krasser)
Als ehemaliger Skirennfahrer und mehrfacher Olympiateilnehmer ist der ARD-Wintersport-Experte Felix Neureuther begeisterungsfähig und kritisch zugleich. In der sehenswerten Doku “Spiel mit dem Feuer – Wer braucht noch solche Spiele?” stellte er den Verantwortlichen mutig kritische Fragen. Dennoch ist er in gewisser Weise Teil des Systems, wie Senta Krasser kommentiert: “Von den lukrativen Potenzialen der Fernsehvermarktung und des Sponsorings im Wintersport, die er in ihrer Gigantomanie so vehement anprangert, profitiert Felix Neureuther natürlich ebenso, wenn nicht noch mehr wie seinerzeit die Werbefiguren Mittermaier-Neureuther.”

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4. Sammler, kein Jäger: Wie “bissig” ist der Presserat?
(de.ejo-online.eu, Erik Benger)
Seit Beginn der Corona-Pandemie nimmt die Zahl der Beschwerden, die beim Deutschen Presserat eintreffen, zu – allein 2020 seien mehr als 4.000 eingegangen. Im “EJO”-Interview gibt Manfred Protze, langjähriges Mitglied des Presserats, eine Einschätzung zur aktuellen Lage und Bedeutung der Organisation. Es geht dabei auch um den oft vorgebrachten Vorwurf, beim Presserat handele es sich um einen zahnlosen Tiger.

5. Die problematische Bilanz von “Rosins Heldenküche”
(dwdl.de, Peer Schader)
Für Peer Schader bleibt nach Abschluss des TV-Projekts “Rosins Heldenküche” (Kabel Eins) gleich in mehrfacher Hinsicht ein fader Beigeschmack. Das betrifft zum einen die Kandidaten, bei denen es sich teilweise um Laiendarsteller handelte, und zum anderen den wenig überzeugenden und unsouveränen Umgang des namengebenden Sterne-Kochs Frank Rosin mit seinen Schützlingen. Die Sendung sei zudem “ein Paradebeispiel dafür, wie sehr Reality-Fernsehen mit seinem behauptetem Anspruch absaufen kann, wenn die Verantwortlichen kein Vertrauen darin haben, ihre Geschichte für ein wiederkehrendes Publikum zu erzählen”.

6. Twitter sperrt Nutzer nach peinlicher Übersetzungspanne
(spiegel.de, Jörg Breithut)
In der deutschen Grammatik ist “die” ein bestimmter Artikel, in einem englischen Kontext kann “die” als Aufforderung zum Sterben aufgefasst werden. Dieser Umstand ist einem Twitterer zum Verhängnis geworden: Eine Mischung von deutschen und englischen Worten in einem Tweet hat den automatischen Hassfilter anspringen lassen und führte zur (mittlerweile aufgehobenen) Sperrung des Accounts.

Gratwanderung durch die Bubble, Krisengebiet Corona-Demo, Degeto

1. Journalismus in Peking: Gratwanderung durch die Olympia-Bubble
(sportschau.de, Jörg Mebus & Hajo Seppelt)
Als “Gratwanderung durch die Olympia-Bubble” erleben viele Journalisten und Journalistinnen ihre Zeit bei den derzeit laufenden Olympischen Winterspielen in Peking. Ihre Arbeitsmöglichkeiten sind stark eingeschränkt, ihre Bewegungsmöglichkeiten limitiert, Kritik ist unerwünscht, und überall droht eine Totalüberwachung. Im Beitrag der “Sportschau” sind drei Videos eingebettet, die interessante Hintergrundinformationen liefern.

2. Krisengebiet Corona-Demo – Presseangehörige als Opfer
(fachjournalist.de, Gunter Becker)
Nach 14 Jahren bei der Bundeswehr hat Enno Heidtmann Journalismus studiert und anschließend die Länder bereist, die er zuvor in seinen Auslandseinsätzen als Soldat gesehen hatte. Dabei hat er einiges über Krisen- und Kriegsberichterstattung gelernt, das ihm jetzt im “Krisengebiet Corona-Demo” hilft. Im Interview mit dem “Fachjournalist” gibt er Tipps, wie sich Journalistinnen und Journalisten auf eine Konfrontation mit gewaltbereiten Personen bei Demos vorbereiten können, und erklärt, was es bei Presse-Einsätzen dort zu beachten gilt.

3. “Wir brauchen eine größere Farbpalette”: So will die ARD diverser und bunter werden
(rnd.de, Imre Grimm)
Thomas Schreiber war bis Mitte des vergangenen Jahres Programmleiter und Unterhaltungskoordinator der ARD, nun leitet er die ARD-Film- und Serientochter Degeto. Imre Grimm hat sich mit ihm darüber unterhalten, was Spardruck, Digitaltransformation und Streamingkonkurrenz für den öffentlich-rechtlichen Rundfunkt bedeuten, und wie Schreiber für mehr Diversität im Programm sorgen will.

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4. Warum Facebook so sexy wie ein übergewichtiger Boomer ist
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Christian Jakubetz kommentiert die im Raum stehende Drohung des Facebook-Mutterkonzerns Meta, bestimmte Dienste in Europa abzuschalten, falls man hier an einigen Datenschutzvorgaben festhalten wolle. Er sieht das Unternehmen wegen einer ganz anderen Entwicklung in der Defensive: “Facebook ist so sexy wie ein übergewichtiger Boomer im mittleren Dienst eines Finanzamtes. Von denen gibt es zwar mehr als man sich vorstellen kann. Aber ein zukunftsorientiertes Geschäftsmodell baut man damit nicht mehr auf. Lustig am Rande übrigens: Jahrelang haben sich Zeitungsverlage darüber beklagt, dass ihnen Zuckerberg das Geschäft kaputt macht. Und jetzt? Steht er vor nahezu identischen Problemen. Das Stammpublikum ergraut, hinten kommt nicht mehr genug nach.”

5. Journalismus ohne Profit
(taz.de, Anina Ritscher)
Die Auszeichnung “Schweizer Chefredaktion des Jahres” geht dieses Mal an das anarchistische Kollektiv “megafon”. Anina Ritscher ordnet die Preisvergabe ein und erklärt, wie es aus ihrer Sicht dazu kommen konnte: “Das megafon ist der Gegenentwurf zum Profitmodell der Großverlage, denen Dividenden mehr bedeuten als Journalismus. Das kommt gut an – gerade bei Journalist:innen, die vom Sparkurs direkt betroffen sind. Die Wahl zur ‘Chefredaktion des Jahres’, sie kann auch als Protest frustrierter Jour­na­lis­t:in­nen gegen ihre Ar­beit­ge­be­r:in­nen interpretiert werden.”

6. Spotify darf sich nicht hinter Joe Rogan verstecken
(uebermedien.de, Sandro Schroeder)
Spotify leistet sich für die Summe von über 100 Millionen Dollar den wahrscheinlich bestbezahlten und reichweitenstärksten Podcaster der Welt: Joe Rogan. Der ist dafür bekannt zu reden, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, was rassistische Äußerungen und Falschbehauptungen zu Corona einschließt. Mit allerlei argumentativen Tricks versucht Spotify, sich aus der Verantwortung zu stehlen, doch Sandro Schroeder lässt den Streamingdienst damit nicht davonkommen.

KW 05/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Radikal komisch – Die Macht der Satire
(ardmediathek.de, Alexander C. Stentzel & Lukas Mayer, Video, drei Folgen je 30 Minuten)
Welche Bedeutung hat politische Satire heute? Dieser Frage geht der Hessische Rundfunk in der dreiteiligen Serie “Radikal komisch” nach. In Folge 1 geht es um die Lust am Tabubruch, in Folge 2 heißt es: Alles ist Satire, und Folge 3 handelt von der Macht der Satire. Unterhaltend und informativ umgesetzt, mit vielen Szenegrößen und Satire-Promis.

2. Interview mit Kulturzeit zu Joe Rogan und Spotify
(youtube.com, Michael Seemann, Video: 7:12 Minuten)
In der 3sat-Sendung “Kulturzeit” kommentiert Michael Seemann die Kontroverse um den US-amerikanischen Podcaster Joe Rogan und Spotify. Rogan hatte über seinen Spotify-Podcast Falschinformationen zum Coronavirus und zu Impfungen verbreitet. Das ist von besonderer Relevanz, denn Rogan ist nicht irgendein Podcaster, sondern wird millionenfach gehört und wurde von Spotify exklusiv für stolze 100 Millionen Dollar verpflichtet.
Dazu auch ein Lesetipp: Warum sich Spotify aus der Affäre ziehen will (netzpolitik.org, Olaf Pallaske).

3. Ferngespräche: Kasachstan
(radioeins.de, Holger Klein, 53:05 Minuten)
Beim Korrespondenteninterview von radioeins ist Oliver Soos zu Gast, der eigentlich Reporter für Brandenburger Landespolitik beim rbb-Hörfunk und bei rbb24 ist, aber zufällig in Kasachstan zu Gast war, als dort die Unruhen im Januar 2022 stattfanden. Holger Klein hat Soos kurz vor dessen Rückkehr zu den Erlebnissen vor Ort und zur Situation im Land befragt.

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4. Stammgast Sven Schmidt: “Streaming-Startup von Axel Springer ist zum Scheitern verurteilt”
(omr.com, Philipp Westermeyer & Sven Schmidt, Audio: 31:12 Minuten)
Lange ist gerätselt worden, was Christian Seifert nach seinem Abschied als Chef der Deutschen Fußball Liga macht. Nun ist klar: Er plant mit Axel Springer einen Streamingdienst für Sportarten wie Handball, Eishockey oder Basketball – aber ohne Fußball. Philipp Westermeyer und Sven Schmidt analysieren die Pläne und deren Erfolgsaussichten. Außerdem sprechen sie darüber, warum der Sport-Streamingdienst DAZN seine Preise verdoppelt.

5. Radio als Volkspädagoge: Versucht der Deutschlandfunk seine Hörer zu erziehen?
(deutschlandfunk.de, Brigitte Baetz, Audio: 34:31 Minuten)
Deutschlandfunk-Hörer Manfred Schreiber hat sich beim Sender gemeldet. Er habe häufiger den Eindruck, dass ihm Medien, und vor allem der Deutschlandfunk (DLF), vorschreiben möchten, was er zu denken habe. Darauf hat ihn der Sender zum Gespräch eingeladen. In der Diskussionsrunde außerdem dabei: Karin Fischer, Leiterin Aktuelle Kultur im Deutschlandfunk, der Kommunikationswissenschaftler Martin Emmer von der FU Berlin und Brigitte Baetz aus der DLF-Medienredaktion.

6. Margret Albers: Initiative “Der besondere Kinderfilm”
(wiesoweshalbwarum.podigee.io, Thomas Hartmann, Audio: 1:20:05 Stunden)
Kindermedien-Podcaster Thomas Hartmann unterhält sich mit Margret Albers, der Projektleiterin der Initiative “Der besondere Kinderfilm”, einem Förderprogramm für originäre Kinderfilmstoffe. Im Gespräch geht es nicht nur um die komplexen Strukturen der Initiative, sondern auch um die Merkmale eines besonderen Kinderfilms, um kindliche Heldenreisen und um die Gemeinsamkeiten von Horror- und Kinderfilmen.

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