“Bild”-Redakteur Julian Röpcke hat sich das Hashtag #Wahlbetrug mal genauer angeschaut, unter dem seit Samstag bei Twitter AfD-Inhalte verbreitet werden und das von vielen Bots “gepusht” werde:
BILD analysierte den Hashtag “Wahlbetrug”. Im Netz wird er am engsten im Zusammenhang mit den Begriffen “AfD”, “Islamisierung”, “Wahlbeobachter” und “btw17” verwendet. Außerhalb Deutschlands wird er vor allem von drei Ländern gepusht. Den USA auf Platz 1, Großbritannien auf Platz 2 und Russland auf Platz 3.
Röpcke und Bild.de hätten also genauso gut (und eigentlich noch besser) titeln können: “Ausgewachsener Ami-Angriff auf unsere Wahl”. Doch stattdessen:
Für Röpcke und seine Kollegen steht schon seit vielen Monaten fest, dass die heutige Bundestagswahl von russischen Kräften, genauer: von Wladimir Putin und dem Kreml, massiv beeinflusst werde. Allerdings hatten sie ganz andere Kaliber vorausgesagt als nur einige Bots aus Russland, die nun kontinuierlich AfD-Hashtags retweeten. Zusammen mit seiner Kollegin Karina Mößbauer veröffentlichte Röpcke im Dezember vergangenen Jahres dieses Dossier zu Putins buntem Propaganda-Blumenstrauß:
Attacke auf unsere Bundestagswahl! Es ist ein hybrider Großangriff auf die Wahrnehmung der Deutschen. Und er hat mehrere konkrete Ziele.
Experten sind sich einig: Mit seinen Kampagnen will Russen-Präsident Wladimir Putin (64) das Vertrauen der Bevölkerung in den deutschen Staat, die Behörden und insbesondere Angela Merkel (62, CDU) erschüttern und die Menschen in die Hände von linken und rechten Extremisten treiben.
Manche Punkte dieses “Geheim-Krieg”-Dossiers sind ein bisschen lustig, zum Beispiel jener mit den “bewusst gestreuten Fake-News”. Die einzige uns bekannte richtige “Fake News”, die es in diesem Jahr in ein großes deutsches Medium geschafft hat, wurde von der “Bild”-Zeitung verbreitet und betraf einen vermeintlichen Flüchtlings-“Sex-Mob”, der an Silvester durch Frankfurt am Main “getobt” sein soll. Die Frankfurter “Bild”-Redaktion war dabei auf eine Lüge eines AfD-Sympathisanten reingefallen.
Der Artikel von Mößbauer und Röpcke hat wirklich alle Zutaten, die auch ein Neuntklässler wählen würde, wenn er in einer Hausaufgabe eine kreative Verschwörungstheorie erfinden soll: Putin, Flüchtlinge, syrischer Geheimdienst, irakischer Geheimdienst, Mafia, Tote, Sex-Mob. Denn “jenseits von Desinformation”, so Mößbauer und Röpcke, “könnte es noch schlimmer kommen!”
In Sicherheitskreisen wird bereits diskutiert, wie Russland versuchen könnte, mit Störaktionen ein radikales Umdenken in der Bevölkerung zu erzwingen — womöglich sogar mit tödlicher Gewalt. (…)
Eine bislang unbekannte Komponente ergebe sich aus der engen Zusammenarbeit von russischen, syrischen und anderen Geheimdiensten sowie russischer Mafia, sagt Russland-Experte Gustav Gressel (European Council on Foreign Relations).
“Ein Teil der Flüchtlinge aus dem Irak und Syrien, wenn auch nur ein sehr kleiner Teil, hatte Verbindungen zu Assads oder Saddam Husseins Geheimdiensten.”
Diese Menschen könnten gezielt von Geheimdienstagenten oder aus Mafiakreisen angesprochen und für Störaktionen instrumentalisiert werden, warnt Gressel.
“Was würde zum Beispiel passieren, wenn sich auf einem Sommerfestival vor der Wahl etwas ähnliches wiederholt wie in Köln zur Silvesternacht? Wie würde Merkel dann da stehen? Was wäre die Konsequenz für die Bundestagswahl? Natürlich ist das ein extremes Beispiel, aber es ist im Bereich des Möglichen”, sagt Gressel weiter.
Wir haben nun bis kurz vor Ende der Bundestagswahl gewartet. Nirgends trat ein Putin-Assad-Saddam-Mafia-Flüchtlings-Sex-Mob auf. Auf keinem “Sommerfestival” und auch sonst nirgendwo in Deutschland. Schon bei der Veröffentlichung im Dezember 2016 klangen die Aussagen von Gustav Gressel abwegig genug, um sie für höchst fragwürdig zu halten. Doch statt sie zu hinterfragen, adoptieren Röpcke, Mößbauer und “Bild” die Verschwörungstheorie ihres Experten bereits in der Überschrift.
Julian Röpcke schreibt heute zu den retweetenden Twitter-Accounts aus Russland:
Unklar ist, ob es sich bei der Kampagne um mehr als bloße Propaganda handelt.
Die Menschen in Deutschland haben weniger Angst. Das zeigt eine repräsentative Umfrage, die die “R+V”-Versicherung jedes Jahr durchführen lässt und die den Namen “Die Ängste der Deutschen” trägt. Nach 20 Sorgen fragt die Studie regelmäßig — bei 18 von ihnen sind die aktuellen Werte niedriger als im vergangenen Jahr. Nur in den Kategorien “Schadstoffe in Nahrungsmitteln” und “Naturkatastrophen” gab es jeweils einen Zuwachs.
Ganz vorne liegen die Ängste vor Terrorismus (71 Prozent), politischem Extremismus (62), Spannungen durch Zuzug von Ausländern (61), finanziellen Folgen der EU-Schuldenkrise für die Steuerzahler (58) und den bereits erwähnten Schadstoffen in Nahrungsmitteln (58). Der Durchschnittswert aller Ängste beträgt 46 Prozent und damit sechs Prozentpunkte weniger als im vergangenen Jahr.
Die “Bild”-Zeitung, die seit jeher Angst verkauft, hat die Ergebnisse der Ängste-Umfrage genommen und heute eine Extra-Seite zum Thema veröffentlicht:
Im Teaser steht:
Anschläge, Wohnungseinbrüche, rechtsfreie Räume — die innere Un-Sicherheit in Deutschland wächst! Erst gestern wurde bekannt: Vor nichts haben die Bürger mehr Angst als vor Terrorismus! BILD sagt, welche Missstände es gibt.
Egal, dass in der “R+V”-Studie vornehmlich sinkende Werte zu finden sind — “Bild” lässt “die innere Un-Sicherheit” und die Angst der Menschen wachsen.
Die Redaktion nennt in den einzelnen Artikeln auf der Seite Personen, die für die angebliche “Un-Sicherheit” verantwortlich seien: neben Ausländern, Linksautonomen und Drogendealern auch Richter:
Unter dieser Populismus-Überschrift geht es ähnlich weiter:
Beide Fälle erschütterten Deutschland: Frank S. (46) stach Kölns heutiger Oberbürgermeisterin Henriette Reker mit einem Messer in den Hals. Hussein K. (laut Gutachten älter als 22) ermordete die Studentin Maria L.
Trotz des breiten öffentlichen Interesses ordneten Strafgerichte an: Medien müssen auf Fotos der Angeklagten “die Gesichtszüge unkenntlich” machen. Aus Sorge um die Prangerwirkung, um die Persönlichkeitsrechte …
Die Informationsfreiheit der Bürger? Kommt erst an zweiter Stelle …
In “Die Ängste der Deutschen” wurde nicht nach der Angst vor in Boulevardzeitungen unkenntlich gemachten Angeklagten gefragt. Daher gibt es auch keine Zahlen, wie viele Menschen in Deutschland eine “innere Un-Sicherheit” verspüren, weil Redaktionen von Richtern dazu aufgefordert werden, einer bisher nicht verurteilte Person Persönlichkeitsrechte zuzugestehen. Die Verpixelung von Gesichtern dürfte jedenfalls nicht zu den Ur-Ängsten zählen.
Was die “Bild”-Redaktion in ihrem Ärger über richterliche Anordnungen zur Unkenntlichmachung der “Gesichtszüge” ständig vergisst: Das Zeigen eines Angeklagten, der ganze mediale Rummel rund um einen Prozess kann zu milderen Urteilen führen, weil Richter die Verletzungen von Persönlichkeitsrechten und die Vorverurteilungen bei der Wahl des Strafmaßes manchmal einberechnen. Sie könnten die Anordnungen in den beiden genannten Fällen also auch im Interesse der Prozesse und angemessener Strafen erlassen haben.
Doch mit solchen Überlegungen beschäftigen sich die “Bild”-Mitarbeiter gar nicht erst, schließlich haben sie ein Zitat vom Bundesverfassungsgericht gefunden, das ihre Position vermeintlich stärkt:
Dabei entschied das Bundesverfassungsgericht: “Bei schweren Gewaltverbrechen ist ein über bloße Neugier und Sensationslust hinausgehendes Informationsinteresse an näherer Information über die Tat und ihren Hergang, über die Person des Täters (…) anzuerkennen.”
Nun steht dort erstmal nichts über Fotos von Angeklagten. Und auch sonst passt das Urteil des Bundesverfassungsgerichts, aus dem die Aussage stammt, sensationell schlecht in die “Bild”-Argumentation. Denn in der Begründung, die die Redaktion zitiert, steht zwei Absätze später:
Handelt es sich im Übrigen um ein noch laufendes Ermittlungsverfahren, so ist im Rahmen der Abwägung auch die zugunsten des Betroffenen streitende, aus dem Rechtsstaatsprinzip folgende Unschuldsvermutung zu berücksichtigen (…). Bis zu einem erstinstanzlichen Schuldspruch wird insoweit oftmals das Gewicht des Persönlichkeitsrechts gegenüber der Freiheit der Berichterstattung überwiegen. Eine individualisierende Bildberichterstattung über den Angeklagten eines Strafverfahrens kann allerdings dann gerechtfertigt sein, wenn sich der Betreffende nicht beziehungsweise nicht mehr mit Gewicht auf sein allgemeines Persönlichkeitsrecht berufen kann, etwa wenn er sich in eigenverantwortlicher Weise den ihm gegenüber erhobenen Vorwürfen in der medialen Öffentlichkeit auch im Wege der individualisierenden Berichterstattung gestellt hat (…).
… was weder der eine Angeklagte noch der andere Angeklagte, die “Bild” als Beispiele nennt, getan hat.
“Bild” wählt ein Zitat aus einem Urteil, um Richtern zu zeigen, dass das Bundesverfassungsgericht etwas ganz anderes sagt als diese, dabei sagt das Bundesverfassungsgericht in dem Urteil das, was die Richter sagen.
Denn angeblich sickerte bereits die Handlung der nächsten James Bond-Folge durch. Und die spektakulären Geheimpläne, die die “New York Post” veröffentlicht, haben es in sich.
Denn angeblich soll Daniel Craig als 007 im nächsten Film nicht nur seine Lizenz zum Töten an den Nagel hängen, er heiratet auch.
Solche “angeblichen” Enthüllung von “spektakulären Geheimplänen” gehören zur James-Bond-Folklore wie geschüttelte Martinis, skrupellose Bösewichte und die Worte “Mein Name ist Bond, James Bond!”: Vor jedem neuen Film erscheinen jede Menge Artikel über “angebliche” Titel, die Handlung, Darsteller und Interpreten des Titelsongs, die sich im Nachhinein als Quatsch herausstellen — oder vielleicht, will man in der Welt der Agenten bleiben, als gezielte Desinformationskampagnen der Filmproduzenten, um bereits vorab für möglichst viel Aufmerksamkeit zu sorgen.
Aber nehmen wir mal an, die anonyme Quelle, die die “New York Post” da zitiert, hätte Recht. Dann lassen wir express.de einfach mal weiter enthüllen:
Auch wer die zukünftige Frau Bond ist, will der Insider wissen: Die schöne Léa Seydoux alias “Dr. Madeleine Swann”, die der Superspion in der letzten Folge “Spectre” in letzter Sekunde gerettet hatte. Sowas verbindet natürlich — auch wenn Bond bisher die vielen schönen Frauen, die er retten konnte, nie ehelichte.
Und — und jetzt wird richtig gespoilert: Der Film soll kein Happy End haben. Denn: “Bonds Ehefrau wird umgebracht und 007 geht danach auf einen Rachefeldzug.”
Wenn das mit der Karriere bei express.de nicht mehr so läuft, stehen die Chancen auf eine Anschlussverwendung bei einem Geheimdienst allerdings schlecht, denn da sollte man natürlich wissen, mit wem man es zu tun hat: James Bond (also die Figur, die sich Ian Flemming 1953 ausgedacht hat und die seitdem in — je nach Zählweise — 24, 25, 26 oder 27 Filmen zu sehen war) war schon einmal verheiratet — und seine Frau Teresa “Tracy” Bond wurde umgebracht. Im Roman “Im Geheimdienst Ihrer Majestät” und in dessen Verfilmung.
Um das zu wissen, muss man nicht mal ein “eingefleischter ‘007’-Fan” sein — man muss nur den Artikel bei der “New York Post”, auf den sich express.de beruft, vollständig gelesen haben:
Ein Blog, Inverse.com, wies darauf hin, dass “Ian Fleming Bond in seinen Büchern ständig darüber nachdenken ließ, sich zur Ruhe zu setzen” und “Sowohl in der Buch- als auch in der Filmversion von ‘Im Geheimdienst Ihrer Majestät’ heiratet Bond Tracy Draco, nur damit sie im tragischen Finale des Films brutal von [Bonds Erzfeind] Blofeld ermordet wird.” Draco wurde in dem Film von Diana Rigg gespielt — auch bekannt als Olenna Tyrell aus “Game of Thrones”.
(Übersetzung von uns.)
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Bereits nach dem ersten Spieltag in der Fußball-Bundesliga, der am zurückliegenden Wochenende stattfand, gibt es den ersten richtig dicken Skandal: Der FC Bayern München stand am Freitagabend in der Partie gegen Bayer 04 Leverkusen zeitweise mit zwölf Spielern auf dem Platz. Jedenfalls behaupten das indirekt “Bild am Sonntag” und Bild.de, was schon mal ein erstes Indiz dafür ist, dass es sich eher um ausgemachten Unsinn handelt — und nicht um einen Wechselfehler der Münchner.
Das Besondere dabei: In der 62. Spielminute wechselte Bayerns Trainer Carlo Ancelotti Rafinha für Mats Hummels ein. Die beiden Spieler konnten also nicht gleichzeitig auf dem Platz stehen — außer Hummels hätte sich wieder aufs Feld geschlichen.
Nun müssen wir aber alle Leverkusen-Fans enttäuschen, die schon hoffen, ihr Verein könnte die 1:3-Niederlage noch durch eine Beschwerde in einen Sieg ummünzen.
Schaut man sich das zur Bildunterschrift veröffentlichte Foto etwas genauer als die Mitarbeiter der “Bild”-Medien an, sieht man, dass der Bayern-Feldspieler zwischen David Alaba und Mats Hummels nicht der Brasilianer Rafinha ist, sondern der Franzose Franck Ribéry — relativ einfach zu erkennen an der Nummer 7 auf seiner Hose:
Nach dem Terroranschlag in Barcelona hat “Bild”-Chefreporter Peter Tiede beobachtet, dass er selbst deutlich schneller zur Tagesordnung zurückkehre als noch vor wenigen Jahren. Es sei “ALLTAG TERROR”:
Tiede schreibt, dass er nicht mehr, wie früher, vor dem Fernseher sitze und “mit den Opfer-Ländern” weine. Er fragt sich:
Muss ich ein schlechtes Gewissen haben, dass das nicht mehr so ist?
Eine erste Antwort liefert Angstforscher Borwin Bandelow:
Der Angstforscher Borwin Bandelow (65) beruhigt: “Niemand muss sich schuldig fühlen, weil er schnell zur Tagesordnung übergeht nach Anschlägen wie nun in Barcelona.“ Er meint sogar: “Wir gehen in gewisser Weise jetzt rationaler und richtiger mit Anschlägen um, als zu Beginn der ISIS-Terror-Serie in Europa.”
Eine weitere Antwort kommt von Kriminal-Psychologe Christian Pfeiffer:
Am Ende hat Professor Pfeiffer den ultimativen Trost: “Unsere gesunde Psyche schützt uns vor den Irren der ISIS: Sie bewahrt uns davor, irrational, panisch oder überängstlich zu reagieren — also den ISIS-Plan zu erfüllen. Indem wir eben nicht in Angst und Panik verfallen, geht deren Strategie nicht auf.”
Alles klar — es wäre also falsch, in Angst zu erstarren, denn das ist der Plan der Terroristen des sogenannten IS. Und noch schlimmer wäre es wohl, diese Angst auch noch zu verbreiten, denn dann würde man den Terroristen ja sogar beim Aufgehen ihres Plans helfen.
Am 21. Dezember 2016, zwei Tage nach dem Terroranschlag auf den Berliner Breitscheidplatz, sah die “Bild”-Titelseite so aus:
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“Brigitte” war mal eine ganz respektable Frauenzeitschrift. Bei Facebook ist “Brigitte” zu einer Klickmaschine mutiert, die mit effekthascherischen oder gefühligen oder andeutenden oder irreführenden Überschriften und Teasern möglichst viele Leserinnen und Leser auf Brigitte.de locken will.
Die Mitarbeiter rufen ihren aktuell 617.606 Fans beispielsweise zu: “Schaut mal — hier gibt’s die Lösung gegen das nervige Unter-den-Brüsten-Schwitzen”.
Worin “Dieser Wasch-Fehler” aber genau besteht, erfährt man erst, wenn man dem Link zu Brigitte.de folgt. Klassische Klickköder eben.
Deswegen wollten wir — nach längerer Pause mal wieder — unsere Clickbait-Taskforce losschicken, die sich durch die “Brigitte”-Facebook-Seite wühlen sollte. Doch das, was die “Brigitten” dort macht, ist mitunter so ekelig, dass allein die folgenden drei Clickbait-Beispiele aus den vergangenen Tagen reichen dürften, um die ganze Niedertracht zu begreifen.
***
Ende vergangener Woche wurde bekannt, dass der Schauspieler Adam West gestorben ist. West hat unter anderem Batman gespielt.
Selbst mit dem Krebstod von Menschen versucht das “Brigitte”-Team knallhart, Klicks zu generieren. Auf der Facebookseite schrieb die Redaktion am Montag nicht etwa, dass Adam West tot ist, sondern nur:
“Mehr erfahren” die Leserinnen und Leser dann erst nach dem Klick auf den Link.
***
Noch eine Ecke perfider war dieser Facebook-Beitrag auf der “Brigitte”-Seite aus dieser Woche:
Sowohl Mick Jagger als auch Keith Richards sind aktuell 73 Jahre alt, aber keiner von beiden ist tot. Niemand der aktuellen Rolling-Stones-Besetzung ist tot. Die Meldung bezieht sich auf Schauspielerin und Model Anita Pallenberg, die mit Keith Richards drei Kinder hatte und am vergangenen Dienstag gestorben ist.
***
Am selben Tag postete das “Brigitte”-Team diese “EILMELDUNG”:
Anstatt zu schreiben, was genau in London passiert ist — ein Hochhausbrand –, lassen die “Brigitte”-Mitarbeiter alles möglichst vage, damit möglichst viele Leute dem Teaser folgen. Sie nutzen “Tote und Verletzte” und die falsche Assoziation mit den jüngsten Terroranschläge in der englischen Hauptstadt (“Schon wieder London”), um Leserinnen und Leser auf Brigitte.de zu locken.
Alles für ein paar billige Klicks.
Mit Dank an Marcel für den Hinweis und an Lorenz für den Titel!
Berlin. Vor einem angesagten Szeneladen steht der wohl hipste Reporter einer großen deutschen Boulevardzeitung mit Sonnenbrille und telefoniert. Man kennt den Mann vornehmlich, weil er gerne Selfies mit Truppenhelm aus Kriegsgebieten schießt.
Telefonierend geht er in die Lobby, gerade so laut, dass die anderen Zeugen seiner Bedeutung werden.
Wir stehen bereits wiesenhofhuhnartig in einem dicht gedrängten Fahrstuhl, der zur Dachterrasse fahren soll.
Plötzlich quetscht sich besagter Snapchat-Wickert noch mit rein, panikt am Telefon irgendetwas von “Embassy”.
Es geht um Leben und Tod.
Am anderen Ende der Leitung.
Oben auf dem Dach warten House, Narzissmus und gegrillter Oktopus in Badehose. Wir warten. Die Fahrstuhltür verweigert die Schließung, da wir seit seinem Zusteigen Überlast haben.
Er selbst, immer noch telefonisch mit der Weltenrettung, zumindest aber Renate Wallerts Erben beschäftigt, kommt natürlich nicht auf den Gedanken, wieder auszusteigen.
Nach lähmenden Sekunden entnervten Schweigens erbarmt sich jemand anderes und verlässt kopfschüttelnd den Lift.
Der Reporter, qua Beruf darauf geeicht, immer genau hinzusehen, beendet sein Telefonat und steht dekorativ vor sich hin.