Suchergebnisse für ‘fußball’

6 vor 9

Im Warteraum des Paradieses (fr-aktuell.de)
Wie der Kameruner Charles Ondoua, der vor einem halben Jahr über den Zaun von Melilla sprang, in Spanien lebt.

Die Entdeckung der Bürger (telepolis.de)
Schreiben die Leser den Journalismus in die Klemme?

Mediale Langeweile (telepolis.de)
Nach einer Umfrage unter jungen Amerikanern sind diese mehrheitlich gelangweilt von den Medienangeboten und üben sich daher im medialen Multitasking.

Meinungsforscher: Kampagnen in der Politik überbewertet (dradio.de)
Immer mehr Kampagnen mit einer politischen Botschaft, so Gerald Wood, Deutschlandchef des Meinungs- und Marktforschungsunternehmens Gallup, seien in Deutschland überflüssig und Geldverschwendung. Es handele sich dabei nicht um eine geeignete Form der Kommunikation.

I wer? proletarisch! (derstandard.at)
Von einem “Proleten­sport” spricht niemand mehr, seit die VIPs eigene Tribünen haben – Trotzdem ist die Entwicklung des Fußballs mit der Arbeiterklasse untrennbar verknüpft.

“Die Bedeutung des Fernsehens nimmt ab” (businessnews.com)
Seit Youtube, Google Video und und dem kürzlich gestarteten MTV Overdrive ist klar: On Demand-Videos sind im Trend. Was sich dadurch für Fernsehsender ändert, erklärt Michael Westphal, Geschäftsführer von TV1.de im Business News-Interview.

“Bild” durfte zwei Laienpaparazzifotos nicht zeigen

Die “Bild”-Zeitung darf mehrere Fotos ihrer “BILD-Leser-Reporter” nicht mehr verbreiten. Der frühere Außenminister Joschka Fischer und der Fußballspieler Lukas Podolski haben am Dienstag vor dem Landgericht Berlin entsprechende einstweilige Verfügungen erwirkt. Das bestätigte ihr Anwalt Christian Schertz auf Anfrage. Im Fall eines Leser-Fotos, das David Odonkor angeblich beim Urinieren auf einem Parkplatz zeigt, hatte “Bild” bereits eine Unterlassungserklärung abgegeben.

Bei Fischer und Podolski lehnte “Bild” einen Verzicht auf die weitere Veröffentlichung dagegen ab, beide zogen deshalb vor Gericht. Ein Foto zeigte Fischer beim Verlassen einer französischen Bäckerei, ein anderes Podolski im Urlaub am Strand. Solche und ähnliche Aufnahmen von den beiden darf “Bild” nun vorläufig nicht mehr veröffentlichen.

Kontinent des Lächelns

Schön, dass “Bild” versucht, den Lesern des Münchner Sportteils nebenbei noch ein wenig kulturelle Allgemeinbildung zu vermitteln. Die Fußballer des FC Bayern München weilen nämlich zur Zeit in Japan. Und da hat man sich bei “Bild” wohl gedacht, das wäre eine gute Gelegenheit, ein bisschen was über Franz Lehár zu erzählen:

Dumm nur, dass Franz Lehárs Operette “Land des Lächelns” gar nicht in Japan spielt, sondern in China. Bekanntlich.

Mit herzlichem Dank an Norman S. auch für den Scan.

  

Vom Risiko, ein “BILD-Leser-Reporter” zu sein

Das Presserecht ist unübersichtlich. Was ist erlaubt und was nicht? “Mehr noch als in anderen Rechtsgebieten verbieten sich pauschale Aussagen”, sagt der Berliner Medienanwalt Markus Hennig. Die “Bild”-Zeitung hat ihre Leser, die sie seit zwei Wochen mit Geld als “Leser-Reporter” anzuwerben versucht, über die Fallstricke nicht aufgeklärt — auch nicht über das juristische und finanzielle Risiko, das die Amateur-Fotografen eingehen.

Die “Bild”-Zeitung fordert neuerdings ihre Leser auf, selbst “Paparazzi zu spielen”. In der Beschreibung, welche Motive sie sich wünscht, schreibt sie u.a.: “Blitzte für Sekunden der Busen eines prominenten Stars unter der Bluse hervor?” Dürfte “Bild” solche Fotos überhaupt veröffentlichen?

Hennig: Die Veröffentlichung einer — versehentlich! — entblößten Brust ist in der Regel eine Verletzung der Intimsphäre und unzulässig. Es kommt aber darauf an: Ein so genanntes “Medienluder”, das sich öfters schon enthüllt oder in provozierenden Posen gezeigt hat, wird unter Umständen eine Veröffentlichung hinnehmen müssen, Angela Merkel dagegen nicht. Trägt ein Star auf einer medial beachteten Veranstaltung ein Kleid, bei dem ein Verrutschen quasi programmiert ist, wird die Veröffentlichung eher zulässig sein. Anders etwa, wenn die Prominente beim Supermarkteinkauf ihr Kind auf dem Arm trägt und das dann am Ausschnitt der Mutter zieht. Ist die Aufmachung des Fotos besonders herabsetzend (etwa Großaufnahme nur der Brustwarze mit sexistischem Kommentar) kann eine solche Veröffentlichung auch dann von der Betroffenen angegriffen werden, wenn das Foto an sich veröffentlicht werden darf.

“Bild” fragt weiter: “Wurden Sie Zeuge eines Großbrandes oder eines Unfalls?” Welches rechtliche Risiko geht man ein, wenn man an einer Unfallstelle das Foto-Handy zückt, um aufregende Bilder zu machen?

Hennig: Der Brand einer U-Bahn, eine Massenkarambolage usw. kann als zeitgeschichtliches Ereignis fotografiert und verwertet werden. Allerdings geht man das Risiko ein, das allgemeine Persönlichkeitsrecht von Menschen zu verletzen, die deutlich erkennbar oder mehr als “Beiwerk” in der Bildkomposition sind. Es drohen dann im Fall der Veröffentlichung Unterlassungsansprüche, was bei Abmahnung durch Rechtsanwälte teuer werden kann. Deshalb sollten Fotos von Unfallbeteiligten nur dann veröffentlicht werden, wenn mit einer Einwilligung zu rechnen ist (Betroffene posieren, erheben keinen Einwand).

Insbesondere bei der Veröffentlichung von Aufnahmen von Verletzten, panikverzerrten Gesichtern usw. setzt man sich bei fehlender Einwilligung auch der Gefahr von Geldentschädigungsansprüchen aus, da derart entstellende Aufnahmen regelmäßig als schwerwiegende Rechtsverletzung angesehen werden.

Angenommen, die “Bild”-Zeitung veröffentlicht ein Foto, das gegen das Recht am eigenen Bild verstößt. Macht sie sich damit strafbar? Oder der Fotograf? Oder beide?

Hennig: Grundsätzlich ist eine persönlichkeitsrechtsverletzende Foto-Veröffentlichung nach § 33 Kunsturhebergesetz mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr bedroht. Die Tat wird nur auf Antrag verfolgt. In der Praxis spielt diese Vorschrift des Nebenstrafrechts aber kaum eine Rolle.

Unter bestimmten zusätzlichen Voraussetzungen droht tatsächlich die Strafverfolgung, die wichtigsten Fälle sind die Formalbeleidigung durch ein veröffentlichtes herabsetzendes Foto oder die “Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen” etwa mittels einer erschlichenen Aufnahme in der Wohnung des Betroffenen.

Strafbar machen sich grundsätzlich Fotograf und die im Impressum gemäß Pressegesetz benannten verantwortlichen Redakteure.

“Bild” nennt ja auch die Namen und Wohnorte der Hobby-Fotografen. Müssen die im Fall einer juristischen Auseinandersetzung damit rechnen, dass Anwälte auch bei ihnen direkt vor der Tür stehen?

Hennig: Ja, denn “Störer” im Sinne des Persönlichkeitsrechts ist auch der Fotograf, der sein Foto zur Veröffentlichung an die Zeitung weitergibt.

Ist nicht eigentlich all das, was jemand auf der Straße sieht und mit seinem Foto-Handy fotografiert, automatisch öffentlich und darf deshalb auch in “Bild” (oder sonstwo) veröffentlicht werden?

Hennig: Nein, denn grundsätzlich ist jeder gegen die Veröffentlichung seines Bildes geschützt, wenn er nicht einwilligt. Abgebildet als “Beiwerk” einer Landschaft, als nicht besonders hervorgehobener Teilnehmer einer Demonstration oder anlässlich eines zeitgeschichtlichen bedeutenden Ereignisses muss aber auch eine Privatperson unter Umständen eine Veröffentlichung hinnehmen, allerdings nur kontextbezogen — nicht Jahre später in einem anderen Zusammenhang. Bei Prominenten ist der Spielraum größer, hier kommt es auf die Situation und insbesondere den sonstigen Umgang mit den Medien an.

Was muss ein Promi machen, um deutlich zu signalisieren: Ich bin zwar in der Öffentlichkeit, will aber ungestört sein und nicht fotografiert werden?

Hennig: Grundsätzlich reicht — bei privaten Anlässen — das Aufsuchen einer örtlichen Abgeschiedenheit. Darunter versteht man einen Platz, an dem auch andere, fremde Menschen anwesend sein können (z. B. Restaurantbesucher, Wanderer im Wald), aber der Prominente sich eindeutig nicht in der Öffentlichkeit bewegt. Es genügt also die Ecke im Restaurant, der Fitnessclub oder eine nahezu leere Waldlichtung, das Separee muss es nicht unbedingt sein. Es gibt Ausnahmen, bei denen trotzdem fotografiert werden darf, die aber für den Laien schwierig zu beurteilen und auch unter Juristen immer wieder streitig sind. So könnte man argumentieren, dass der konservative Familienminister, der die Ehe als einzig moralische Beziehungsform propagiert und seine “Bilderbuch”-Familie medial inszenieren lässt, bei einem heimlichen Restaurantbesuch mit seiner Geliebten fotografiert werden dürfe.

Innerhalb einer “breiteren” Öffentlichkeit, also etwa beim Flohmarktbesuch, haben auch Prominente grundsätzlich das Recht, bei privatem Auftreten nicht fotografiert zu werden. Es kommt aber ganz entscheidend darauf an, wie prominent die Person ist, wie offen sie sonst mit der Presse umgeht und ob die Tätigkeit in einem Bezug zur Bekanntheit steht. Bislang nahm die deutsche Rechtsprechung an, eine sehr prominente Person darf zum Beispiel auch beim Fahrradfahren im Park abgelichtet werden, mag sie durch Sonnenbrille und Hut auch signalisieren, dass sie nicht erkannt werden will. Durch die Entscheidung des Europäischen Gerichtshof in Sachen Caroline von Hannover ist jedoch klar gestellt, dass hier bei rein privaten Anlässen ein strengerer Maßstab anzulegen ist.

Eines der Fotos, das “Bild” veröffentlicht hat, zeigt angeblich den urinierenden Fußballspieler David Odonkor. Darf “Bild” sowas zeigen? Darf ich sowas fotografieren?

Hennig: Es kommt auf die Umstände an — und darauf, wie viel auf dem Foto tatsächlich zu erkennen ist. Hat der Fußballer sich deutlich zurückgezogen und musste er wirklich einem dringenden Bedürfnis nachgeben, darf auch ein Mann, der durch ein Ereignis wie die WM große Bekanntheit erlangt hat, nicht in einer derart intimen Pose abgebildet werden. Hätte er aber z. B. öffentlich demonstrativ auf die italienische Flagge uriniert, kann er sich gegen eine Veröffentlichung nicht zur Wehr setzen. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es, wie immer im Presserecht, einen gewissen Argumentationsspielraum.

Generell ist das Fotografieren anderer Menschen nicht per se verboten, solange der bereits benannte “höchstpersönliche Lebensbereich” nicht tangiert ist. Ein Prominenter muss jedoch stets damit rechnen, dass Fotos (wie das beim Urinieren) weitergegeben werden und könnte daher bereits vor der Weitergabe an die Zeitung präventiv Unterlassungsansprüche geltend machen. Gibt es genug Belege für eine so genannte “Verletzungsgefahr”, könnte das auch für den privaten Fotografen eine teure Abmahnung durch einen Rechtsanwalt bedeuten.

Zurück zum Eintrag

Mit Vorlage von “Bild”

Bei “Bild” versteht man sich darauf, den Eindruck zu erwecken, man wüsste Bescheid. So schrieb das Blatt gestern über das anstehende Fußballspiel von Hertha BSC gegen FK Moskau zwar: “Die spannendste Frage. Spielt Marcelinho”. Und danach war die Rede von einer großen “Chance”, dass Marcelinho in der Startelf stehe. Doch wenig später zitierte sie Marcelinho in der Berlin/Brandenburg-Ausgabe so:

“Ich gebe alles, will Hertha in den UEFA-Cup schießen. (…) Vorher konzentriere ich mich aber nur auf das Spiel.”

Und am Ende des Textes hieß es:

Das plant [Hertha-Trainer] Götz: (…) Vorne soll es Pantelic als einzige Spitze richten. Mit den Vorlagen von Marcelinho.

Und vielleicht haben das gestern die Bild.de-Mitarbeiter gelesen, nicht bemerkt, dass “Bild” bloß spekuliert und dann diese Meldung daraus gemacht:

Marcelinho — Die “Hertha-Diva” spielt gegen Moskau

(…) Der Brasilianer, den Hertha verkaufen will, flog gestern mit nach Rußland und steht in der Start-Elf.

Das ein oder andere “könnte”, “möglicherweise” oder “vielleicht” hätte sicher nicht geschadet. Ganz im Gegenteil.

Mit Dank an Mark H. und Klaus W. für den sachdienlichen Hinweis.

Vorsicht, Paparazzi! (2)

Die “LeserReporter“-Aktion von “Bild” zeigt offenbar Wirkung. Jedenfalls bei den Fußballspielern Lukas Podolski und David Odonkor. Von beiden veröffentlichte “Bild” in den letzten Tagen Leser-Fotos, ohne die Einwilligung dafür zu haben, wie der “Tagesspiegel” berichtet:

(…) Fotos von Lukas Podolski auf Mallorca und David Odonkor auf einem Parkplatz sind in diesen Tagen erschienen, beide Male sollen die “Leser-Reporter” mit 500 Euro für das Einsenden der Handy-MMS belohnt werden. Die Fußballer gehen dagegen vor, sagte ihr Spielerberater Kon Schramm dem Tagesspiegel. Ihr Anwalt Christian Schertz bestätigte, in beiden Fällen Unterlassungserklärungen zu fordern. Er fühlt sich an Orwells “1984” erinnert: Der “Bild”-Aufruf an die Leser führe dazu, “dass ganz Deutschland versucht, Abschüsse aus dem Privatleben herzustellen”. Dieser Art von Hetzjagd müsse ein Riegel vorgeschoben werden. Trotzdem werden es manche nicht lassen können.

Mit Dank an Mathias H. für den Hinweis.

Keine Post für Streiter

Na, da freut sich aber die “Bild”-Redaktion. In der gestrigen Ausgabe hat sie gar “keinen Fehler gefunden”, weshalb sie in der Korrektur-Spalte von heute “den eigentlich unfehlbaren Kollegen von der ‘Frankfurter Allgemeinen Zeitung'” einen Hinweis schenkt:

Jaha, auch seriöse Zeitungen machen nämlich Fehler, nicht immer nur “Bild”.

Zur Feier des Tages wollen wir natürlich auch nicht zurückstehen und schenken “Bild” unsererseits noch einen Hinweis: Liebe “Bild”-Mitarbeiter, anders als gestern in “Bild” zu lesen war, ist Mainz-05-Trainer Jürgen Klopp NICHT 34, sondern am 16.6.1967 geboren. Folglich, liebe “Bild”, ist er tatsächlich schon 39 Jahre alt.

Mit Dank an Falk H. und Leif S. für den sachdienlichen Hinweis.
 
Nachtrag aus der “Bild”-Korrekturspalte vom Mittwoch, dem 19.7.2006:

Die Montag-Ausgabe von BILD war doch nicht fehlerfrei, wie wir gehofft hatten.

In dem Artikel „Wir sagen ja zum Duzen“ war das Alter des Trainers des Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05, Jürgen Klopp, mit 34 angegeben.

Das ist falsch: Klopp ist schon 39 Jahre alt.

“Bild” bezahlt Spanner und Schaulustige

Ein Biker kollidierte in Berlin mit einem Radfahrer. Beide Männer liegen verletzt auf der Straße. Rettungskräfte leisten Erste Hilfe. Robert S[…] drückte auf den Auslöser.

Jaha, denn der Robert hat mitgemacht bei der “großen BILD-Aktion” und ist “BILD-LESER-REPORTER” geworden. Und deshalb kann Robert sich jetzt über 500 Euro Honorar freuen und die “Bild”-Zeitung über ein schönes Farbfoto, auf dem man alles sieht: die beiden Unfallopfer, die schwer verletzt und mit bloßen Oberkörpern auf der Straße liegen, die Feuerwehrleute, die neben ihnen knien und sich über sie beugen, die anderen Passanten, die offenbar keine “Bild”-Zeitung lesen und deshalb nur glotzen und nicht fotografieren.

Das hier ist knapp die obere Hälfte des “Schnappschusses” (“Bild”) — unten ist dann das eigentliche Geschehen:

Über dieses Foto und fünf andere hat “Bild” folgende Schlagzeile gesetzt (das rote unten sind die Geldscheine, die bei der Veröffentlichung winken):
Die tollen Fotos unserer Leser

Zu den weiteren veröffentlichten Fotos gehört auch ein Bild, das Veronica Ferres und ihren Mann bei einem privaten Gespräch in einem Café zeigt, und eines, auf dem angeblich der Fußballspieler David Odonkor zu sehen ist, wie er anscheinend auf einem Parkplatz uriniert.

Angeblich haben schon “weit über 1000 BILD-Leser-Reporter ihre Schnappschüsse” an die Redaktion geschickt. Und was die “Bild”-Zeitung in Zukunft u.a. sehen möchte, beschreibt sie so:

— Blitzte für Sekunden der Busen eines prominenten Stars unter der Bluse hervor?
— Wurden Sie Zeuge eines Großbrandes oder eines Unfalls?

Viel genauer kann man die Begriffe “Spanner” und “Schaulustige” nicht umschreiben. Es sei denn, man würde juristische Begriffe verwenden.

Vielen Dank an Sascha F., Mulle M. und Benjamin B.!

  

Kurz korrigiert (137 – 236)

Wir werden nie erfahren, wie viele Fehler genau in der Datenbank steckten, mit der Bild.de scheinbar über die Mannschaften der Fußball-Bundesliga-Saison 2006/07 informieren wollte. Die folgenden 100 Fehler sind keine vollständige Liste. (Einige der Fehler hat Bild.de inzwischen korrigiert.)

Alemannia Aachen:

  • Der Verein wurde am 16.12.1900 gegründet, nicht am 1.12.
  • Der Präsident heißt nicht Horst Hinrichts, sondern Horst Heinrichs.
  • Der Verein hat nach eigenen Angaben nicht 4500 Mitglieder, sondern über 8000.
  • Sergio Pinto ist Mittelfeldspieler, nicht im Angriff.
  • Jan Schlaudraff spielt im Angriff, nicht im Mittelfeld.
  • Yunus Balaban ist seit 2000 im Verein, nicht seit 2006.
  • Mittelfeldspieler Fiel heißt vorne Cristian, ohne “h”.

Hertha BSC

  • Der Verein hat nicht 12.000 sondern 13.549 Mitglieder.
  • Die Personalkosten betragen nicht 23 Mio. Euro, sondern rund 26 Mio. Euro.
  • Amadeus Wallschläger ist nicht seit dem 1.7.2006 im Verein, sondern seit dem 1.7.2001.
  • Wallschläger ist nicht am 12.11.1986 geboren, sondern am 1.9.1985.
  • Dennis Cagara ist auch nicht seit dem 1.7.2006 beim Verein, sondern seit dem 1.1.2004.
  • Robert Müller ist ebenfalls nicht seit dem 1.7.2006 beim Verein, sondern seit dem 1.7.2000.
  • Pál Dárdai ist nicht seit dem 3.12.1996 dabei, sondern seit dem 1.7.1997.
  • Marcelinho heißt nicht mit Nachnamen so, sondern mit vollem Namen Marcelo dos Santos.
  • Kevin-Prince Boateng ist nicht seit dem 1.7.1996 bei Hertha, sondern seit dem 1.7.1994.
  • Chinedu Ede ist nicht seit dem 1.7.2006 beim Verein, sondern seit dem 1.7.1999.
  • Solomon Okoronkwo ist nicht am 1.7.2005 zu Hertha BSC gekommen, sondern am 1.7.2004.
  • Im Mittelfeld fehlt Andreas Schmidt.
  • Und im Tor fehlt Nico Pellatz.
  • Sofian Chahed spielt nicht in der Abwehr, sondern im Mittelfeld.
  • Robert Müller hat die Rückennummer 18 …
  • … Patrick Ebert die 21 …
  • … Chinedu Ede die 11 …
  • … und Amadeus Wallschläger die 15.

DSC Arminia Bielefeld:

  • Der Verein hat nicht 3100 Mitglieder, sondern nach eigenen Angaben mehr als doppelt so viele.
  • Westfalenmeister war Bielefeld nicht nur “1922-1927”, sondern 1912, 1921-1927, 1933, 1962 und 1990.
  • Mathias Hain ist nicht seit 2001, sondern seit 2000 im Verein.
  • Pascal Formann hat die Trikotnummer 28, nicht 26.
  • Tobias Rau spielt im Mittelfeld, nicht in der Abwehr.
  • Tim Danneberg hat die Trikotnummer 13, nicht 15.
  • Jonas Kamper fehlt ganz.
  • Ioannis Masmanidis hat die Trikotnummer 21, nicht 17.
  • Radim Kucera spielt bei Arminia im Mittelfeld, nicht in der Abwehr.
  • Radomir Dalovic ist nicht mehr bei der Arminia.

VfL Bochum:

  • Andreas Luthe ist nicht in der ersten Mannschaft.
  • Polat Keser auch nicht.
  • “Edu” heißt eigentlich Eduardo Goncalves de Oliveira …
  • … ist seit dem 1.9.2003 bei Bochum, nicht seit dem 05.08.2005 …
  • … und ist nicht am 10.01.1979, sondern am 30.11.1981 geboren.

Werder Bremen

  • Kasper Jensen ist nicht seit dem 1.7.2005 beim Verein, sondern seit dem 1.2.2005.
  • Naldo heißt nicht mit Nachnamen Naldo, sondern mit vollem Namen Ronaldo Aparecido Rodrigues.
  • Naldo ist nicht seit dem 29.7.2005 beim Verein, sondern seit dem 28.7.2005.
  • Clemens Fritz spielt bei Werder nicht im Mittelfeld, sondern in der Abwehr.
  • Leon Andreasen wurde nicht am 23.4.1982, sondern am 23.4.1983 geboren.
  • Christian Schulz ist nicht seit dem 1.7.1993, sondern seit dem 1.7.1995 bei Werder.
  • Mohamed Zidan ist seit dem 7.1.2005 beim Verein, nicht seit dem 1.7.2006.

Energie Cottbus:

  • Das Stadion liegt nicht am Elisapark, sondern am Eliaspark.
  • Das Wappen ist eigentlich viel größer und nicht rechteckig.
  • Präsident ist nicht Ulrich Lepsch, sondern Michael Stein.
  • Stiven Rivic ist Stürmer, nicht Mittelfeld-Spieler.
  • Markus Dworrak fehlt im Kader.

Borussia Dortmund:

  • Das Stadion heißt nicht mehr “Westfalenstadion”, sondern “Signal Iduna Park”.

Hamburger SV:

  • Vincent Kompany hat die Rückennummer 10 und nicht 27…
  • … er kam nicht am 05.08.2005 zum HSV, sondern gerade erst …
  • … und spielt deshalb logischerweise nicht mehr für Anderlecht.
  • Raphael Wickys Verein ist nicht die Schweiz …
  • … aber er ist Schweizer, kein Deutscher.

Hannover 96

  • Das gezeigte Logo ist nicht mehr aktuell.

Eintracht Frankfurt:

  • Der Verein gibt seine Mitgliederzahl mit 9600 an — statt 6000.
  • Christoph Spycher spielt nicht im Mittelfeld, sondern in der Abwehr.

Borussia Mönchengladbach:

  • Kasey Keller trägt als Rückennummer weder die 26 (wie in der Vereinsübersicht stand) …
  • … noch die 18 (wie in der Spielerübersicht stand), sondern die 1 …
  • … und ist nicht Deutscher, sondern US-Amerikaner …
  • … und nicht seit dem August 2005, sondern dem Januar 2005 beim Verein.

Bayer 04 Leverkusen:

  • Ahmed Madouni wurde nicht am 4.10., sondern am 1.10.1980 geboren.
  • Pierre de Wit ist schon seit 1999 im Verein, nicht erst seit 2006.
  • Marco Babic spielt seit 1999 für Leverkusen, nicht seit 2000.
  • Andrej Voronin hat die Trikotnummer 12, nicht 10 …
  • … ist seit 2004 im Verein, nicht seit 2006 …
  • … und ist kein Deutscher, sondern Ukrainer.

1. FSV Mainz 05:

  • Der Verein ist nicht 1990 in die Bundesliga aufgestiegen, sondern 2004.
  • Fatmir Pupalovic fehlt.

Bayern München:

  • Christian Lell hat die Trikotnummer 30.
  • Owen Hargreaves ist seit dem 1.7.1997 im Verein, nicht seit dem 5.8.2005 …
  • … und er ist kein Deutscher, sondern ist in Kanada geboren und hat einen britischen Pass.
  • Stephan Fürstner spielt schon seit 2005 im Verein, nicht erst seit 2006.
  • Roy Makaay ist erst seit dem 4. August 2003 beim Verein, nicht seit dem 1. Juli.
  • Lukas Podolski hat die Trikotnummer 11.
  • Jan Schlösser ist, anders als bei Bild.de angegeben, nicht mehr im Kader.
  • Dafür fehlt Bernd Dreher.
  • Martin Demichelis ist kein Abwehr-, sondern Mittelfeldspieler.

1. FC Nürnberg:

  • Das Stadion heißt nicht mehr “Frankenstadion”, sondern “easyCredit-Stadion”
  • Alexander Stephan hat die Trikotnummer 30 …
  • … und ist schon seit 1996 im Verein, nicht erst seit 2006. (Seit 2006 ist er in der ersten Mannschaft.)
  • Michael Beauchamp hat die Trikotnummer 3.
  • Dean Heffernan hat die Trikotnummer 16.
  • Javier Horacio Pinola, nicht Horacia Javier Pinola.
  • Tomas Galasek hat die Trikotnummer 6.
  • Marco Engelhardt hat die Trikotnummer 22.
  • Sebastian Huber fehlt.
  • Christoph Weber spielt nicht im Mittelfeld, sondern im Angriff.
  • Weber trägt die Trikotnummer 26.
  • Weber ist nicht erst seit 2006, sondern schon seit 1998 im Verein (allerdings erst jetzt in der Bundesliga-Mannschaft).
  • Joshua Kennedy hat die Trikotnummer 20.
  • Leon Benko hat die Trikotnummer 32.

VfB Stuttgart:

  • Das Gottlieb-Daimler-Stadion ist wirklich nicht mehr im Umbau.
  • Der mexikanische Neuzugang heißt Ricardo Osorio, nicht Osoria.

VfL Wolfsburg:

  • Hans Sarpei ist kein Deutscher, sondern Ghanaer.
  • “Alex” (eigentlich Domingos Alexandre Martins da Costa) trägt nicht die Rückennummer 4, sondern 22.
  • Das gezeigte Logo ist nicht mehr aktuell.

Hellseher bei Bild.de

Eventuell wird das Sportgericht in Rom am Dienstagabend ein Urteil im italienischen Fußballskandal sprechen. Vielleicht aber auch erst am Mittwoch. Sollte das Gericht der Anklage folgen, werden dem italienischen Fußballverein Juventus Turin die letzten beiden Meistertitel aberkannt, und er muss in die dritte italienische Liga. Am 4. Juli hatte die Anklage das gefordert. Seit Freitag beraten die Richter nun. Wie sie entscheiden, weiß noch niemand.

Mit Ausnahme von Bild.de. Dort weiß man nicht bloß, wie die Entscheidung ausgeht, nein, der Formulierung nach zu urteilen, kennt man sogar schon die Begründung – und zwar schon spätestens seit dem 5. Juli. Das ist jedenfalls das Datum, das unter diesem Text steht:

Mit Dank an Campino-84 für den sachdienlichen Hinweis.

Nachtrag, 20.57 Uhr. Der Zukunfts-Beauftragte von Bild.de hat den Artikel (nach einem weiteren Blick in die Glaskugel, in die Agenturmeldungen oder auf diese Seite, wer weiß?) entfernt.

Nachtrag, 15. Juli. Jetzt hat das Sportgericht entschieden, und wir wissen: Bild.de kann doch nicht hellsehen.

Blättern:  1 ... 101 102 103 ... 109