Der nicht einmal halbherzige Versuch, die Privatsphäre von Wolfgang Niedecken und seiner Familie zu respektieren, hat “Bild” schon zwei Einstweilige Verfügungen eingebracht (BILDblog berichtete). Vergangenen Donnerstag kam eine dritte hinzu.
Die Anwälte des BAP-Sängers schreiben auf ihrer Internetseite, es sei Bild.de jetzt verboten …
ein Foto zu verbreiten, das Niedeckens Kinder bei einem Krankenhausbesuch zeige,
den angeblichen Verlauf eines Schlaganfalltests zu veröffentlichen: Bild.de hatte geschrieben, Niedecken habe auf die Bitte eines Arztes, die Wochentage aufzuzählen, einen Arm gehoben. Diese Behauptung sei laut Niedeckens Anwälten “frei erfunden”.
Details über die Krankenhausbehandlung Niedeckens zu verbreiten,
sowie Details zu geplanten Nachbehandlungen zu veröffentlichen.
Weiter heißt es, Wolfgang Niedecken und seine Familie bäten erneut darum, die von Bild.de verbreiteten Behauptungen, die zum Teil frei erfunden seien, nicht zu übernehmen.
Prinz Harry, Dritter der britischen Thronfolge und von den Boulevard-Medien gern als arger Hallodri beschrieben, weilt ob seiner Pilotenausbildung derzeit im Städtchen Gila Bend in Arizona.
Die britische “Daily Mail”, als Quelle für seriöse Berichterstattung in etwa so tauglich wie die gesammelten Grimm’schen Märchen, berichtete vergangene Woche, der Prinz sei dort etwas reserviert empfangen worden:
Ron Henry, Bürgermeister der 1.700-Seelen-Gemeinde, in der viele Einwohner streng gläubige Christen sind, sagt, Harry solle aufpassen, da ihm sein Ruf als Frauenheld vorauseilt.
“Hier gibt es bestimmt einige Väter, die zu extremen Mitteln greifen würden, um ihre Töchter zu beschützen”, sagte Mr. Henry, 64. “Einige der Väter würden nicht zimperlich mit einem Prinz umspringen, der sich des Nachts vergnügt.”
(Übersetzung von uns.)
Mal mit, mal ohne Nennung der Quelle “Daily Mail” hat sich diese Geschichte in den vergangenen Tagen auch in deutschsprachigen Medien verbreitet — zugegebenermaßen vor allem in solchen, die mit der Seriosität von Grimms Märchen nicht wirklich mithalten können: RTL.de, “Focus Online”, blick.ch, mopo.de oder der “Berliner Kurier” hatten darüber berichtet.
Die Geschichte verliert allerdings ein wenig dadurch, dass die Stadtverwaltung von Gila Bend schon am Tag, als der Artikel in der “Daily Mail” erschienen war, die angeblichen Zitate des Bürgermeisters brüsk zurückgewiesen hatte:
Unglücklicherweise hat die “Daily Mail” am 7. November 2011 eine schäbige und erfundene Geschichte aufgeschrieben. Bürgermeister Henry erklärte: “Ich bin tief betrübt, dass die “Daily Mail” Bemerkungen nicht nur aus dem Zusammenhang gerissen, sondern auch vollständig erdichtet hat. Tatsächlich waren die negativen Bemerkungen die Worte des Reporters, der sich entschieden hat, eine Geschichte lieber aufzubauschen und zu erfinden, als die Wahrheit zu berichten. Ich würde niemals solche seltsamen Äußerungen machen. Wir haben enormen Respekt und Verehrung für Prinz Harry und die königliche Familie. Wir sind aufgeregt, stolz und geehrt, ihn in unserer Gemeinde zu haben, und wir werden alles dafür tun, dass sein Aufenthalt so angenehm wie möglich wird.”
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].
1. “Schluss mit der arroganten Scheiße!” (taz.de, Isolde Charim)
Isolde Charim bespricht einen Auftritt (Video, 7:55 Minuten) in der Sendung “Die große Chance” auf ORF1, dem ersten öffentlich-rechtlichen Kanal in Österreich. Beteiligt sind Michael Jeannée, “eine österreichische Version von Franz Josef Wagner”, als Begleiter eines Motorengeräusch-Imitators und Sido als Juror.
2. “Bischof unter Verdacht” (mittelbayerische.de, Christine Schröpf)
“Spiegel Online” meint, Bischof Gerhard Ludwig Müller im Restaurant “Grill Royal” gesehen zu haben, während dieser an der Papstmesse im Berliner Olympiastadion weilte. “Spiegel-Online hatte den Regensburger Oberhirten mit einem anderen bayerischen Kirchenmann verwechselt: Prälat Wilhelm Imkamp, Direktor der Wallfahrtsstätte Maria Vesperbild, der – grob betrachtet – ansatzweise eine Ähnlichkeit besitzt. Der Fehler ist inzwischen auf der Spiegel-Homepage korrigiert.”
3. “Prädikat: ‘Besonders peinlich!'” (giordano-bruno-stiftung.de)
Die Giordano-Bruno-Stiftung hält Medienberichte zum Papstbesuch in Deutschland für unkritisch: “Im Fernsehen, im Radio, in den Printmedien wurden regelrechte Jubelarien auf den Papst angestimmt. Unterschiede zwischen Boulevard-Journalismus und Feuilleton verschwanden zunehmend – nicht nur die BILD feierte ‘ihren’ Papst, auch die ‘seriöse’ FAZ stimmte fröhlich in den frommen Jubelchor ein.”
4. “Das Transmitter-Problem” (freitag.de, 2. September 2011)
Drei Wissenschaftler schreiben darüber, was die Medien aus ihren Forschungen machen: “Haben Sie schon davon gehört, dass die verheerenden Ausschreitungen in England durch eine chemische Mangelerscheinung im Gehirn verursacht wurden? Und dass wir bald in der Lage sein werden, ein solches Verhalten mit einem Nasenspray zu behandeln? Im Verlauf der vergangenen drei Wochen konnten Millionen von Menschen auf mindestens drei Kontinenten derartige Geschichten aus der Presse erfahren. Sie sind komplett erfunden.”
Unsere Eltern hatten uns immer gewarnt: Es schädige das Rückenmark, verursache Pickel und mache blind. “Tausend Schuss, dann ist Schluss”, haben sie gesagt.
Und jetzt das:
“In Brasilien”, also an einem angenehm weit entfernten Ort, “soll”, so Bild.de, sich ein Junge zu Tode onaniert haben. Das berichte das englische Onlinemagazin “The Morning Star”.
Angeblich soll sich der Jugendliche aus dem Dorf Rubiato im Bundesstaat Goias unglaubliche 42mal selbst befriedigt haben. In einer Nacht. Hintereinander.
Schulfreunde behaupten, er hätte sie sogar zu seinem nächtlichen Samenerguss-Marathon eingeladen. Alles live via Webcam.
Nun heißt das englische Onlinemagazin eigentlich “The Morning Starr”, hat ein irritierend martialisches Logo und bringt sonst Meldungen wie “Die fetteste Frau der Welt”, “Alkoholiker festgenommen, weil er eine Schlange gebissen hat” und “Großmutter findet beim Aufwachen einen Fuchs in ihrem Bett”. Klar, dass sich Bild.de-Redakteure dort auf der Suche nach Meldungen rumtreiben.
Zum angeblichen Tod des Schülers schreibt die Website ziemlich genau das, was Bild.de dort abgeschrieben hat.
Nur: “The Morning Starr” hatte es auch abgeschrieben — bei der brasilianischen Website “G17”, wo die Meldung seit Juni steht. Dort heißt es zu dem Fall unter anderem, auf dem Computer des Teenager seien ungefähr 17 Millionen erotische Videos und 600 Millionen Fotos gefunden worden. Dafür bräuchte er eine verdammt große Festplatte. Das Bild, mit dem “G17” den Artikel bebildert hat, stammt aus einer polnischen Party-Bildergalerie.
Auf der Startseite von “G17” stehen Meldungen wie “Senat billigt automatischen Freispruch für korrupte Politiker” oder “Justin Bieber verspricht, in Brasilien die Windeln auf die Fans zu werfen”. Was ist das für eine Website, die noch bizarrere Artikel bringt, als Bild.de und “The Morning Starr” zusammen?
Nun, das kann man auch ohne größere Portugiesisch-Kenntnisse verstehen:
Eine Humor-Website, die mit frei erfundenen Inhalten News-Portale verhöhnt.
Mit Dank an Anonym, Matthias B., Nicole H. und nothing.
Nachtrag, 19.40 Uhr: Bild.de hat’s auch gemerkt und unauffällig einen Nachtrag angefügt:
PS. Tatsächlich handelt es sich bei dieser Geschichte (nicht nur für den Jungen) glücklicherweise um eine Satire, die sich im Internet wie ein Lauffeuer verbreitet. Ob häufiges Onanieren wirklich tödliche Folgen haben kann, lesen Sie hier.
Und “hier” hat Bild.de tatsächlich einen Mediziner befragt: “Kann man sich wirklich zu Tode onanieren?”
Das Kriegsbeil im Haus erspart den Journalisten.
(Alte indianische Weisheit)
Wer sich ein bisschen im Medienbetrieb auskennt, weiß, dass das Verhältnis zwischen dem Wettermoderator Jörg Kachelmann und der Axel Springer AG als schwierigbelastet zerstört betrachtet werden darf.
Insofern wäre unter Umständen Vorsicht geboten, wenn “Bild am Sonntag” exklusiv eine Personalie aus Kachelmanns Firma Meteomedia verkündet:
Die Zeitung hatte gestern geschrieben:
Seit 2002 moderiert Claudia Kleinert (41) “Das Wetter im Ersten” und das “Wetter nach den Tagesthemen”. Bisher als Mitarbeiterin der Meteomedia AG, der Wetterfirma von Jörg Kachelmann. Doch der muss demnächst ohne seine prominenteste Moderatorin auskommen. Claudia Kleinert zu BILD am SONNTAG: “Fest steht, dass ich im nächsten Jahr nicht mehr bei Meteomedia arbeite.”
Branchendienste wie kress.de und DWDL, aber auch Webportale wie “Meedia” und “Quotenmeter” übernahmen die Meldung unter alleiniger Berufung auf “Bild am Sonntag”.
Meteomedia dagegen bezeichnete den Bericht als “schlicht falsch und erfunden”. Frau Kleinert habe eine solche Aussage “zu keiner Zeit” gemacht. Sie werde weiterhin das ARD-Wetter präsentieren und auch weiter bei Meteomedia arbeiten.
Die “Süddeutsche Zeitung”, die in einem Teil ihrer heutigen Auflage ebenfalls berichtet hatte, dass Frau Kleinert Meteomedia verlasse, widersprach dem in einem späteren Teil der Auflage:
ARD-Wettermoderatorin Claudia Kleinert will weiterhin in der ARD auftreten, auch wenn die Wettersendungen im Ersten künftig nicht mehr von Jörg Kachelmanns Firma Meteomedia produziert werden. Das bestätigte Kleinert der SZ auf Anfrage, widersprach aber Berichten, in denen von einer Kündigung bei Meteomedia die Rede war.
Die Vorgeschichte erklärt sich Jörg Kachelmann beiTwitter so:
Das übliche Verfahren, was auch viele andere in der Öffentlichkeit stehende Menschen fälschlicherweise dazu verleitet, Dinge zu tun, die sie eigentlich nicht tun wollen. Unsere Medienstelle schrieb gestern an mich, die BamS hätte sich gemeldet – Zitat: Redakteur Rüssau hat mir gesagt, die Redaktion wolle das “vielleicht mal vorhandene Kriegsbeil begraben und die alten Geschichten beerdigen”. Bams wolle eine schöne Story über das Engagement von Meteomedia in den Philippinen und auch über den fast karitativen Aspekt dieses Projektes machen. Das sei jedoch nur möglich, wenn die Redaktion Fotos erhalte, die JK in den Philippinen und beim Aufbau der Wetterstation zeige. Zitat Ende.
Und natürlich kommt das nicht in die Tüte. Die Götter des Boulevards strafen allerdings sofort. Anstelle der rührenden Story des karitativen Wetterfroschs bei den armen Menschen Asiens gibts eins auf den Deckel http://bit.ly/qwX2Yh Macht nix. Nur für die Zukunft: Ihr müsst nicht mehr anrufen, BamS. Nie mehr. https://www.bildblog.de/31107/nie-mehr-springer-nie-mehr-burda/
Womöglich müssen wir froh sein, dass Franz Josef Wagner seine heutige “Post von Wagner” nicht direkt an die “verdammten Bakterien” adressiert hat, sondern nur an die “lieben Bakterien-Forscher”. Das war dann aber auch seine vorerst letzte logische Amtshandlung.
Nachdem Wagner festgestellt hat, dass “immer mehr EHEC-Infektionen” in Deutschland gemeldet werden, macht er den “lieben Bakterien-Forschern” Vorwürfe:
Was mich erschreckt, ist, dass Ihr Experten nichts wisst. Ihr wisst nicht, welche Keime uns töten und wie wir uns vor ihnen schützen können. Mich erschreckt Eure Hilfslosigkeit.
Aber auch in seiner erschrockenen Stunde der Hilflosigkeit gelingt es Wagner noch, dem eigenen Nationalstolz zu frönen:
Wir Deutsche sind ein Ingenieursvolk, wir bauen die besten Autos. In der Weltraumtechnik leisten wir hervorragende Arbeit. Wenn man zurückdenkt, dann haben wir Deutsche eigentlich alles erfunden. Das Internet, das Auto, den Zeppelin, Röntgen.
… außerdem das Rad, das Feuer und dieses Plastikteil, das man an der Supermarktkasse aufs Laufband legt, damit man nicht versehentlich die Zigaretten vom Vordermann mitbezahlt.
Aber noch mal zurück zu Wagners Auflistung: Das Internet entstand in den 1960er Jahren an amerikanischen Universitäten (das World Wide Web Ende der 1980er am Schweizer Forschungszentrum CERN); beim Auto kann man ein bisschen darüber streiten, ob es nun von Carl Benz “erfunden” wurde oder von irgendwelchen Franzosen, und auch wenn der Zeppelin zweifelsohne auf die Initiative von Ferdinand Graf von Zeppelin zurückgeht, so gilt doch der Ungar David Schwarz als Erfinder des ersten starren Luftschiffs. Und das Röntgen hat Wilhelm Conrad Röntgen streng genommen nicht erfunden, sondern die Strahlen eher entdeckt.
Trotz seiner Sorge und Ahnungslosigkeit gibt sich Wagner gegen Ende aber optimistisch:
Weil ich an das menschliche Gehirn glaube, glaube ich, dass alles gut ausgeht.
Wir wären beim Glauben an das menschliche Gehirn etwas vorsichtiger.
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1. “Verärgerung als Straftat” (begleitschreiben.twoday.net, Gregor Keuschnig)
Gregor Keuschnig geht auf die Verärgerung von Journalisten durch die FDP ein, die in einem “Tagesspiegel”-Artikel festgestellt wurde: “Welchen Informationswert hätten Fotos der beiden Kinder Röslers gehabt? Was hätte dies für mein politisches Urteil über Rösler und die FDP bedeutet? Die Antwort lautet zweimal – Nichts. Fotos der beiden Kinder hätten überhaupt keine Bedeutung gehabt. Ihr politischer Informationswert tendiert gegen Null.”
2. “Die Quotenfrau” (zeit.de, Anna Marohn und Christof Siemes) Scripted Reality: RTL-Chefin Anke Schäferkordt beantwortet die Frage, ob Zuschauer unterscheiden können zwischen “echten” Fällen und erfundenen: “Ja, das können sie sehr gut. Die Frage kommt immer wieder, weil es so schön einfach ist, den Zuschauer permanent zu unterschätzen. Es steht im Vorspann und im Abspann, dass die Geschichten gescriptet, also geschrieben sind. Ein Großteil der Zuschauer hat das wahrgenommen. Das wirklich Interessante ist, dass es den meisten Zuschauern völlig egal ist. Sie fragen nur: Ist das eine Geschichte, die mich fesselt und unterhält?”
3. “Die Wahrheit der großen Zahl” (magda.de, Susanne Fischer)
Susanne Fischer fragt sich, wie Bilder aus Krisenregionen verifiziert werden können: “Praktisch jeder Fernsehsender, der das Filmmaterial von YouTube und die Fotos von Facebook für die eigene Berichterstattung aus Syrien verwendet, fügt den Standardsatz ‘Die Authentizität der Bilder konnte nicht unabhängig verifiziert werden’.”
4. “Wider die Anonymität politischer Debatten im Netz” (dradio.de, Markus Reiter)
Markus Reiter spricht sich für Klarnamen im Web aus: “Wenn wir einen sinnvollen politischen Diskurs im Internet wollen, müssen die Teilnehmer öffentlich zu ihrer Meinung stehen.”
5. “Unkritische Tagesschau hinterfragt Experten nicht” (infosperber.ch, Urs P. Gasche)
Die “Tagesschau” des Schweizer Fernsehens vermeldet steigende Gesundheitskosten als “gute Nachricht”. Denn verglichen werden die aktuellen Zahlen nicht mit denen des Vorjahrs, sondern mit den damals gestellten Prognosen. So kommt man darauf, dass die Kostensteigerung “abgeschwächt” werden konnte. “Die Online-Ausgabe der Tagesschau titelte ‘Weniger Wachstum bei den Gesundheitskosten’.”
6. “Bitte Abstand halten” (faz.net, Uta Rasche)
Wie Eltern subtil und weniger subtil auf die Spielkameraden ihrer Kinder Einfluss nehmen: “Erziehungswissenschaftler sehen den Trend zur Segregation kritisch, weil sie die Chancengleichheit, die zum Selbstverständnis demokratischer Gesellschaften gehört, unterhöhlt. In der Grundschule als ‘Schule des Volkes’ sollten Kinder aus allen Schichten miteinander zurechtkommen.”
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2. “Die erfundene Wirklichkeit im Fernsehen” (drs2.ch, Audio, 29:13 Minuten)
Die Sendung “Reflexe” recherchiert zum Thema Scripted Reality, erhält dazu aber von RTL keine Auskunft und keine Tondokumente. “Man scheint von einem Publikum auszugehen, das entweder eine verminderte Auffassungsgabe hat oder das den Fernseher nebenbei laufen lässt und nur ab und zu einen Blick hineinwirft.”
3. “Breaking News – Eine Kurzanleitung” (training.dw-world.de, Steffen Leidel)
Steffen Leidel stellt eine “Anleitung zum Umgang mit internationalen Breaking News” zusammen.
4. “Dafürr zal ich nicht” (fernsehkritik.tv/blog)
Der Fernsehkritiker ärgert sich über Tippfehler im öffentlich-rechtlichen Fernsehen: “Dass es mal einen Schreibfehler gibt oder sich bei einer nachträglichen Veränderung des Satzbaus ein Fehler einschleichen kann ist menschlich und passiert mir ebenso. Aber dass solche Fehler stundenlang über den Sender gehen, ohne dass es irgendwem auffällt, ist schon erstaunlich.”
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1. “Wie ich Stalins Badezimmer erschuf” (berlinonline.de, Andreas Kopietz)
Andreas Kopietz fügt 2009 im Wikipedia-Artikel zur Berliner Karl-Marx-Allee (Versionsgeschichte) die (erfundene) Behauptung hinzu, die Straße sei zu DDR-Zeiten im Berliner Volksmund auch “Stalins Badezimmer” genannt worden. Die Falschinformation hält sich und wandert weiter: “Wer vor zwei Wochen den Begriff googelte, fand 328 Einträge. Gestern listete Google Stalins Badezimmer bereits 360 Mal auf.”
3. “Das Ping-Pong-Dilemma” (freitag.de, Kathrin Zinkant)
Erklärbären und/oder kompetente Experten? Kathrin Zinkant über die Vermittler von Wissen in den Medien.
5. “When Reporters Attack” (thedailyshow.com, Video, 7:07 Minuten, englisch)
TV-Journalistin Nancy Grace will im Gespräch mit einem Wissenschaftler nicht glauben, dass für die US-Westküste keine Gefahr einer radioaktiven Strahlung besteht.
6. “Wenn die Zeit den Journalismus einholt” (huss-schaefer.de, Nadine)
Nadine liest die April-Ausgabe von “Cosmopolitan”, in der Karl-Theodor zu Guttenberg als Verteidigungsminister und als einer der “beliebtesten Politiker des Landes” beschrieben wird.
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1. “Die ‘Fukushima 50’ sind eine Legende” (tagesschau.de, Silvia Stöber)
Japan-Korrespondent Robert Hetkämper erklärt die “Fukushima 50” zu einer “Legende, die eine ausländische Zeitung erfunden hat”. Und hält fest am Begriff “Kernschmelze”, den er ab Tag 2 der Katastrophe verwendete: “Geklärt ist das noch nicht. Dass wir richtig falsch lagen, glaube ich bis heute nicht.”
2. “Journalisten in Japan im Ausnahmezustand” (ndr.de, Video, 6:53 Minuten)
Wie haben die ARD-Korrespondenten in Japan das Erdbeben wahrgenommen? Ariane Reimers: “Wir waren überrascht darüber, wie stark die Stimmung in Deutschland über das Unglück im Atomkraftwerk da ist, wie groß die Sorge auch. Uns hat überrascht, dass die Sorge in Deutschland minunter größer schien als hier vor Ort.”
3. “Japan, die Medienkritik und das generelle Risiko(miss)verständnis” (medien-doktor.de, Holger Wormer)
Holger Wormer verteidigt die frühe Fokussierung der Journalisten auf die Gefahren der Atomkraft. “Es gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Journalismus, auf mögliche Risiken hinzuweisen, sie in die öffentliche Debatte zu tragen, als eine Art ‘Frühwarnsystem der Gesellschaft’ zu agieren. Dass Risiken nicht, wie es mit Blick auf Auflagen und Quoten in der Tat regelmäßig geschieht, übertrieben werden sollen, versteht sich von selbst.”
4. “Deutsche in Japan fühlen sich verhöhnt” (welt.de, Matthias Heitmann)
Aus E-Mails weiß Matthias Heitmann von Deutschen in Japan zu berichten, die die Berichterstattung deutscher Reporter für panisch halten. “Gott sei dank gibt es auch noch einige Firmen, deren deutsche Vorstände in Japan bleiben, um ihren Angestellten in der Not beizustehen.”
5. “Provokationen im Fernsehen nehmen nicht zu” (dwdl.de, Uwe Mantel)
Uwe Mantel stellt eine neue Studie (Kurzfassung, PDF-Datei) der Landesanstalt für Medien NRW vor. “Die Studie hält aber sehr wohl fest, dass es bei einzelnen Formaten zu mehr Grenzüberschreitungen gekommen sei. Insbesondere bei ‘DSDS’ habe man einen deutlichen Anstieg festgestellt. Hab es während der dritten Staffel 2005/06 noch 0,8 Provokationen pro Nettosendestunde gegeben, waren es 2009 schon 2,5.”
6. “A Lustrous Pinnacle of Hollywood Glamour” (nytimes.com, Mel Gussow, englisch)
Mel Gussow, selbst 2005 gestorben, ist hauptsächlicher Autor des NYT-Nachrufs auf Elizabeth Taylor. “Mel Gussow, the principal writer of this article, died in 2005. William McDonald, William Grimes and Daniel E. Slotnik contributed updated reporting.”