Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!
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1. Polizei bei der “Zeit”: Wie weit darf ein Gericht gehen?
(ndr.de, Konstanze Nastarowitz, Video: 14:46 Minuten)
Die Beschlagnahme unveröffentlichter Tonaufnahmen aus der Redaktion der “Zeit” löse scharfe Proteste aus, berichtet das NDR-Medienmagazin “Zapp”. Das Landgericht Hamburg habe die Herausgabe von Gesprächen mit der Tochter im Entführungsprozess um Christina Block angeordnet, um mögliche Fremdbeeinflussungen vor den polizeilichen Vernehmungen zu prüfen. Die Wochenzeitung wehre sich juristisch und sehe das Redaktionsgeheimnis bedroht. Die Veröffentlichung von Originaltönen der damals 13-Jährigen im Podcast “House of Block” werfe jedoch ethische Fragen auf. Das Oberlandesgericht müsse nun über die Rechtmäßigkeit der Beschlagnahmung entscheiden.
2. Dürfen Journalisten einfach so alles aus den gehackten AfD-Files berichten?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 21:17 Minuten)
Hacker haben über 420.000 E-Mails aus AfD-Postfächern erbeutet. “SZ”-Redakteurin Valerie Höhne verteidigt die journalistische Auswertung der Daten. Im “Übermedien”-Podcast “Holger ruft an” betont sie, dass Journalistinnen und Journalisten durchaus aus solchen Leaks berichten dürfen, sofern ein klares öffentliches Interesse besteht. Es gehe keineswegs um die Preisgabe privater Telefonnummern oder Klarnamen unbeteiligter Personen, sondern um relevante Einblicke in das Innenleben einer in Teilen rechtsextremen Partei. Zwar habe das Rechercheteam bislang keine “Smoking Gun” gefunden, der Erkenntnisgewinn über parteiinterne Abläufe sei dennoch groß.
3. Aufgedeckt: Österreichische Medienkorruption ist wild
(youtube.com, Florian Scheuba, Video: 18:55 Minuten)
In der Web-Show “Fun Facts” behandelt Kabarettist Florian Scheuba die Kumpanei zwischen Politik und Boulevard in Österreich: “Österreich hat ein Problem mit Inseratenkorruption. Dass ‘Inseratenkorruption’ in Österreich als Brauchtum gesehen wird, ist keine Pointe. Nein, das hat sich Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz von einem Universitäts-Professor in einem Gutachten bestätigen lassen. In herkömmlichen Demokratien gibt es Presseförderung. Die ist in Österreich nicht wirklich relevant, stattdessen gibt es Inserate der öffentlichen Hand. Die Dimensionen sind atemberaubend.”
4. Medienmarken und Medienköpfe – Wer gewinnt im KI-Zeitalter das Vertrauen des Publikums?
(deutschlandfunk.de, Martin Krebbers, Audio: 26:59 Minuten)
Im Deutschlandfunk-Podcast “Nach Redaktionsschluss” debattieren Melanie Amann (Funke Mediengruppe), Thomas Hinrichs (BR) und Lea Thies (“Augsburger Allgemeine”) über die Rolle von Personenmarken. Hinrichs sieht in prominenten Köpfen unverzichtbare Brücken, um auf Plattformen jüngere Publika an Qualitätsinhalte heranzuführen. Thies betont, dass persönliche Sichtbarkeit und transparente Methoden Vertrauen schaffen, warnt jedoch vor substanzloser Selbstinszenierung und Shitstorms. Amann unterstreicht das Potenzial starker Persönlichkeiten für Verlage. Sie gibt aber zu bedenken, dass professionelles Einordnen von Teilen des Publikums zunehmend mit Argwohn betrachtet wird.
5. Die Ellisons – ein Medienimperium in den USA
(ardsounds.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 24:27 Minuten)
Durch Zukäufe von Paramount, Warner Bros. Discovery und Anteilen an TikTok schaffe Oracle-Gründer Larry Ellison mit Sohn David eine beispiellose Medienmacht. Neben Filmstudios bündele der Konzern mit CBS und CNN zwei zentrale Nachrichtenmarken unter einem Dach. Zwar beteuere David Ellison die redaktionelle Unabhängigkeit, Kritiker würden jedoch auf den bereits erfolgten Rechtsruck bei CBS nach der Einsetzung von Bari Weiss als Chefredakteurin und dem Aus für Stephen Colberts TV-Show verweisen.
6. 7 Tage, 7 Köpfe: Darüber haben wir wirklich gelacht?!
(youtube.com, Philipp Walulis, Video: 17:48 Minuten)
Bei “Walulis” geht es um den Erfolg des RTL-Klassikers “7 Tage, 7 Köpfe”. Nach einem missratenen Piloten habe Rudi Carrell das Format gerettet, indem er es strikt auf seichte Gags und feste Rollenklischees getrimmt habe. Hinter den Kulissen habe Carrell das Ensemble mit eiserner Disziplin geführt: Textabweichungen hätten zu heftigen Eklats und gar zum Rauswurf von Karl Dall geführt. Das Original habe RTL einst Millionenquoten beschert, die spätere Neuauflage mit Guido Cantz sei jedoch gefloppt.
