Archiv für November 2nd, 2026

Schroeders Satirefarbe, Regina Ziegler, Wie eine Überdosis Brokkoli

1. Florian Schroeder will provozieren. Aber wen eigentlich?
(dwdl.de, Alexander Krei)
Mit dem “Journal Deluxe” wolle Florian Schroeder eine neue, liberalere Satirefarbe ins ZDF bringen, scheitere in der Premierenfolge jedoch an den eigenen Ansprüchen, urteilt Alexander Krei bei “DWDL”. Schroeder kreise zu Beginn vor allem um die eigene Person und die vorab laut gewordene Kritik. Im Gespräch mit Ex-Grünen-Chefin Ricarda Lang würden seine vorbereiteten Spitzen weitgehend wirkungslos verpuffen. Die Sendung halte sich letztlich für deutlich unangepasster und mutiger, als sie in Wirklichkeit sei.

2. Müssen sich Medien an Absprachen halten?
(tagesschau.de, Max Bauer)
Anlässlich des Falls der Berliner Linken-Politikerin Elif Eralp erörtert ARD-Rechtsexperte Max Bauer die juristischen Grenzen von Interviewabsprachen. Formelle Freigaben gälten vor Gericht als verbindliche zivilrechtliche Verträge, deren Bruch ein Veröffentlichungsverbot nach sich ziehen könne. Bei Eralp gehe es jedoch um versehentlich übermittelte Randnotizen über ihre Furcht vor Terrorsympathisanten. “Spiegel”-Chefredakteur Dirk Kurbjuweit habe die Publikation mit einem überwiegenden öffentlichen Interesse gerechtfertigt. Wer Regierende Bürgermeisterin werden wolle, müsse hinnehmen, dass Fragen der inneren Sicherheit über dem persönlichen Schutzbedürfnis stehen.

3. Filmproduzentin Regina Ziegler ist tot
(spiegel.de)
Die Filmproduzentin Regina Ziegler ist im Alter von 82 Jahren gestorben. Sie galt in den vergangenen Jahrzehnten als eine der prägendsten Personen der deutschen Film- und Fernsehbranche. Ihr Werk umfasst mehr als 500 Produktionen, darunter die Serie “Weissensee” sowie die Filme “Malou” und “November Days”, zahlreiche davon mit Preisen ausgezeichnet.
Weiterer Lesetipp: “DWDL” hat einige der vielen Reaktionen auf den Tod Zieglers zusammengestellt.

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4. Wie eine Überdosis Brokkoli
(taz.de, Carolina Schwarz)
Immer mehr deutsche Autorinnen und Autoren würden die Newsletter-Plattform Substack für sich entdecken und dort persönlichen Texte, Essays und Buchtipps publizieren. Anders als werbelastige Soziale Netzwerke hinterlasse die Plattform dank ihres News-Feeds ein konstruktiveres, inspirierendes Gefühl, schreibt Carolina Schwarz. Viele Beiträge würden keinen klassischen journalistischen Standards genügen, aber gesellschaftliche Trends oft schneller aufgreifen. Mittlerweile würden auch in Deutschland erste Schreibende sechsstellige Einnahmen erzielen.

5. Wozu Journalisten? Es gibt ja Konserven!
(infosperber.ch, Marco Diener)
Nach wiederholten Entlassungswellen greife der Schweizer Verlag Tamedia verstärkt auf das Zweitverwerten alter Inhalte zurück. So hätten der “Tages-Anzeiger” und weitere Partnertitel ein Beziehungsinterview aus dem Vorjahr nahezu unverändert nochmals abgedruckt. Kritiker würfen dem Konzern vor, mit minimalem Rechercheaufwand das Maximum aus dem Abonnentenmarkt herausholen zu wollen, was im Widerspruch zu den eigenen Qualitäts- und Innovationsversprechen stehe.

6. Echtes Schauspiel, künstliche Welten
(out-takes.de, Rainer Matsutani)
Schauspielerinnen und Schauspieler sollten sich der Künstlichen Intelligenz nicht pauschal verschließen, schreibt Regisseur Rainer Matsutani. Bei hybriden Produktionen würden echte Spielszenen vor der Kamera erhalten bleiben, lediglich Hintergründe und Effekte entstünden per KI. Dies ermögliche auch anspruchsvolle Genrestoffe mit kleineren Budgets. Weil das Publikum reale Menschen auf der Leinwand sehen wolle, brauche es verbindliche Schutzregeln. Das Erstellen digitaler Klone oder nachträgliche Modifikationen von Mimik und Sprache dürften nur mit Zustimmung der Schauspielerinnen und Schauspieler erfolgen.