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7000 Gründe für ein Leben als Single

Der Markt der Online-Singlebörsen ist heiß umkämpft. Um den eigenen Namen möglichst weit zu verbreiten, veröffentlichen Partnervermittlungen regelmäßig sogenannte “Studien” zu irgendwelchen absurden Liebes- und Sex-Themen — in der Hoffnung, dass die Medien darauf anspringen.

Auch die Verkupplungsseite “Elitepartner.de” verbreitet solche (größtenteils nicht-repräsentativen) “Studien” am laufenden Band.

Viele Medien greifen die Ergebnisse jener Umfragen seit Jahren dankbar auf. Ein besonders eifriger Abnehmer der “Studien” von “Elitepartner” ist Bild.de: Dort schreiben sie die Pressemitteilungen geringfügig um, verpacken sie als eigene Artikel und versehen sie mit Überschriften, die suggerieren, es sei tatsächlich eine hochwissenschaftliche Studie durchgeführt worden. (Ihren vorzeitigen Höhepunkt erreichte diese Beziehung übrigens am 10. Juli 2009, wo innerhalb von neun Stunden auf Bild.de stolze 17 Artikel erschienen, die auf Umfragen von “Elitepartner” beruhten.)

Gerne übernimmt Bild.de auch die Zitate der Psychologin Lisa Fischbach, verschweigt aber ebenso gerne, dass sie zu “Elitepartner” gehört und nennt sie stattdessen einfach nur “Diplom-Psychologin”, “Paarberaterin”, “Flirt-Coach”, “Beziehungsexpertin” oder “Single-Coach”.

Und so schleicht sich “Elitepartner” mit seinen merkwürdigen Umfragen immer und immer wieder in den redaktionellen Teil von Bild.de:

9. Januar 2007:
Wann Flirten wirklich funktioniert

Im Artikel wird übrigens neun Mal auf folgende Seite verlinkt:
Premium-Mitglied werden - jetzt ohne Aufnahmegebühr. Exklusiv für Bild.T-Online.de-Leser

7. August 2007:
Diese Berufe sind wirklich sexy

12. März 2008:
Berliner Singles sind Kultur-Fans

13. Mai 2008:
Was bei der Partnerwahl wirklich zählt

Read On…

Sony Nexus X, The Germans, Weltuntergang

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Weltuntergang 2012: Ein Leitfaden für Journalisten”
(scienceblogs.de, Florian Freistetter)
Im Vorfeld des 21. Dezembers 2012 will Florian Freistetter als “kleinen Service für die Journalisten” einiges klarstellen: “Der Maya-Kalender endet nicht! Es gibt keine Maya-Prophezeiung! Es gibt keine besondere Konstellation am Himmel! Wissenschaftler haben keine Katastrophen vorhergesagt! 2012 ist kein besonderes Jahr! Wir müssen nicht abwarten!”

2. “Roma, Romands, Rätoromanen”
(blog.persoenlich.com, Alex Baur)
“Weltwoche”-Redakteur Alex Baur stellt fest, dass verschiedene wegen Rassismusverdacht angestrengte Strafverfahren von den Medien größer vermeldet werden als deren Einstellung. “Das Muster ist immer dasselbe: Die Übung erschöpft sich im grossartigen Verkünden der Strafanzeige und der Eröffnung einer Untersuchung, die später irgendwann stillschweigend eingestellt wird.”

3. “Politisch und gefühlsecht sollt ihr sein”
(welt.de, Marc Reichwein)
Marc Reichwein liest die Zeitschrift “The Germans”: “Schon seit einigen Jahren wandert die Gefühlsduseligkeit des Fernsehens immer stärker auch in die Printmedien ein, die sich einstmals ausschließlich rational gaben. Selbst eine Wochenzeitung wie die ‘Zeit’ gestaltet seit einigen Jahren emotional kuschelige Titelseiten à la ‘Bücher gegen die Kälte’.”

4. “Anatomy Of A Hoax”
(anatomyofahoax.tumblr.com, englisch)
Das Hochladen einiger Bilder, auf denen vorgeblich das neue Sony Nexus X zu sehen sein soll, löst über 500 Berichte aus. “Not sure who fired the first shot, but after the post on XperiaBlog was published, dozens of articles popped up within 15 minutes time. Many of these outlets did the right thing and alluded to the possibility that the images were fake.”

5. “Der ‘Du-darfst-nicht’-Antirassismus”
(taz.de, Deniz Yücel)
Deniz Yücel findet, die Nichtnennung der Herkunft von Tätern habe sich zu “einem Verschleierungsinstrument verselbstständigt; zu einer Ansammlung von ‘Du-darfst-nicht’-Sätzen, die die Glaubwürdigkeit von Medien erschüttern, aber jede Erkenntnis verhindern. (…) Besser: Man sagt, wie es ist.”

6. “‘Er starb in meinen Armen'”
(zeit.de, Özlem Topcu)
Özlem Topcu befragt Ismail Yozgat, dessen Sohn 2006 von der NSU ermordet wurde.

Christopher Lauer, Jürg Altwegg, ZDF

6 vor 9

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1. “Google-Krieg der deutschen Medien: Die Masken sind jetzt gefallen”
(neunetz.com, Marcel Weiss)
Der FAZ-Artikel “Die Masken sind jetzt gefallen” von Jürg Altwegg in der Kritik: “Die schamlosen Unverschämtheiten von Publikationen wie der FAZ beim Thema Presseleistungsschutzrecht zeigen, dass die kommerziellen Massenmedien eher schlecht als recht als Basis für eine tatsächliche demokratische Meinungsbildung geeignet sind, die alle Partikularinteressen einer Gesellschaft deren Bedeutungen entsprechend einbezieht.”

2. “ZDF schummelt bei Beitrag über Steinbrück-Rede”
(focus.de)
Das “heute journal” schneidet Szenen aus dem Bundestag falsch zusammen. Auf die Kritik reagiert man so: “Autor und Redaktion bedauern die ungenaue und deshalb fehlerhafte Bildauswahl. Wir haben den Beitrag aus der Mediathek des ZDF entfernt.”

3. “Familiendrama: Blick und 20 Minuten gehen zu weit!”
(infosperber.ch, Kurt Marti)
Publizierte Fotos von einer Familie, deren Vater nach einer Rettungsaktion stirbt: “Sind solche Fotos wirklich von so grossem, öffentlichem Interesse, dass die Privatsphäre der Familie eine untergeordnete Rolle spielt? In einer solchen Extremsituation?”

4. “Meine ungebetene Laudatio auf den Troll des Jahres”
(dirkvongehlen.de)
Dirk von Gehlen erinnert an CommodoreSchmidtlepp, das jetzt.de-Profil von Christopher Lauer.

5. ” Links! Zwo! Drei! Vier! (Baumgartner Spezial)”
(der-postillon.com)
Eine Auswahl von Kommentaren zur Postillon-Story “Linie übertreten: Rekordsprung aus 39 Kilometern Höhe für ungültig erklärt”.

6. “Roche & Böhmermann”
(zdf.de, Video, 58:09 Minuten)
Ein Best-of der zweiten Staffel Roche & Böhmermann, mit einem rauchenden Markus Lanz und einem rauchenden Christopher Lauer.

Spot On News, NZZ, Google

6 vor 9

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1. “Boom auf dem Boulevard”
(wissen.dradio.de, Audio, 7:45 Minuten)
Die Nachrichtenagentur “Spot On News” der dapd-Holding liefert mit 25 festen Mitarbeitern Promi-Nachrichten aus München.

2. “Sie brauchen kein Papier”
(jetzt.sueddeutsche.de, Wolfgang Koydl)
Wolfgang Koydl besucht die NZZ: “Einst unantastbare Print-Redakteure müssen sich jetzt vom zweiten Stock hinunter bemühen in die erste Etage, wo die Entscheidungen fallen. Bislang verfassen sie einfach einen Artikel, der auf beiden Kanälen läuft, und Print-Leser erfahren auf diese Weise noch deutlicher, dass ihr Lesestoff grundsätzlich 24 Stunden alt ist.”

3. “‘Wenn Afghanistan im Fernsehen kommt, zappe ich weg'”
(zeit.de, Harald Martenstein)
Harald Martenstein ignoriert sehr viele Themen, weil es unmöglich sei, sich für alles zu interessieren. “Ich bin bei Afghanistan aber relativ früh ausgestiegen, weil in der Zeit gerade privat zu viel los war. Und dann kommt man irgendwann nicht mehr rein, genau wie bei einer Fernsehserie. Ich fühle mich nicht schuldig. Ob ich mich für Afghanistan interessiere oder nicht interessiere, ändert an der Lage da hinten nicht das Geringste.”

4. “‘Was wissen wir über den Iran?'”
(tagesspiegel.de, Andrea Nüsse)
Andrea Nüsse befragt Charlotte Wiedemann: “Unser Journalismus hat durchaus eine Hautfarbe. Denn die Medienbranche tendiert dazu, eine Weltsicht absolut zu setzen, die eurozentrisch, weiß und säkular ist. Dafür braucht man nicht nach Afrika zu fahren. Afrika beginnt bereits mit dem sogenannten Kopftuchmädchen von nebenan, das gerade an der Uni seinen Master macht, aber von uns immer noch als unterdrücktes Wesen angesehen wird. Weil sie als Kopftuchträgerin für uns gar nichts anderes sein kann.”

5. “Google droht Frankreich”
(spiegel.de)
Google will künftig nicht mehr auf französische Nachrichtenseiten verlinken, wenn Pläne für eine Besteuerung von Suchmaschinen umgesetzt werden.

6. “Musik”
(graphitti-blog.de, katja)

HBO, GIF, E-Mails

6 vor 9

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1. “Was Günther Jauch alles egal ist”
(stefan-niggemeier.de)
Der Sendung “Günther Jauch” sei es letzten Sonntag “in spektakulärer Weise” nicht gelungen, ihre Zuschauer ein bisschen klüger machen: “Man hätte sonst zum Beispiel darauf verzichtet, einen Heini wie Hans-Hermann Tiedje einzuladen, der nichts mit dem Fall zu tun hat, der Wenigerwissen durch Lautermeinen kompensiert und der die bequeme Position hat, stellvertretend für seine Kumpel von ‘Bild’ Kachelmann angreifen zu können, ohne sich für das Handeln von ‘Bild’ rechtfertigen zu müssen.”

2. “Wolgast, das Opfer der Medien – Eine Replik”
(vierzudrei.de.ms)
Eine Replik auf den FAZ-Artikel “Das eingeübte Ritual”: “Mein Eindruck ist, dass der Autor diesen Text schnell zusammengeschustert hat, ohne selbst vor Ort gewesen zu sein. Oder, ohne die Region wirklich zu kennen.”

3. “HBO-Bosse: Deutschland ist wie USA vor 20 Jahren”
(newsroom.de, Britta Schultejans)
Richard Plepler, künftig CEO des US-Bezahlsenders HBO, über das Fernsehen in Deutschland: “Ich denke, Ihr seid wie wir vor 20 Jahren. Alles war vorhersehbar und es gab eine vorgegebene Richtung. Als wir damals unsere Vorstellung geäußert haben, wurde das als wahnwitzige Idee abgetan. Man kann sich kaum vorstellen, wie viel Zynismus uns und unseren Ideen entgegen gebracht wurde. Und heute macht das jeder.”

4. “Lacht um euer Leben”
(tagesspiegel.de, Sidney Gennies)
Satire im Ägypten und Syrien: “Seit die staatlichen Repressionen wegfallen, haben sich auch die Grenzen der Pressefreiheit verschoben. ‘Ich kann und werde über alles sprechen’, sagt Satiriker Bassem Youssef. ‘Aber Religion und Sex sind tabu.’ Niemand verbiete es ihm, aber die Zuschauer würden es nicht akzeptieren.”

5. “Animierte GIF-Bildchen erobern das Internet”
(netzwertig.com, Martin Weigert)
Martin Weigert versucht, den Erfolg des Grafikformats GIF zu erklären.

6. “‘Nur Sklaven sind ständig erreichbar'”
(spiegel.de, Anne Haeming)
Anitra Eggler liest ihre E-Mails um 10 und um 16 Uhr. “Man sollte das Postfach wie einen echten Briefkasten behandeln: aufmachen, dann die Post durcharbeiten. Und nicht dauernd schauen, ob gerade die Welt untergegangen ist.”

B.Z., Wolgast, Flaschensammler

6 vor 9

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1. “Hut ab vor Ihrer Verlogenheit, Herr Huth!”
(mediensalat.info, Ralf Marder)
Der Chefredakteur der “B.Z.”, Peter Huth, behauptete, in seiner Zeitung würden Menschen nicht “Monster” genannt. Ralf Marder beweist das Gegenteil.

2. “Armin Wolfs ZIB2 gewinnt das Match der Übertreibungen”
(kobuk.at, Helge Fahrnberger)
Wie viele Zuschauer haben das Stratos-Spektakel verfolgt? 2 Milliarden? 2,8 Milliarden?

3. “Das eingeübte Ritual”
(faz.net, Frank Pergande)
Bewohner von Wolgast werden von Journalisten pauschal “in die Nähe zum Rechtsextremismus gerückt – und dabei mit Rostock-Lichtenhagen verglichen”: “Das ist ein eingeübtes Ritual. Diesmal hat es Wolgast getroffen, zuvor Orte wie Torgelow, Ueckermünde und Anklam.”

4. “Warum wir arabische Medien mehr beachten müssen”
(zeit.de, Asiem El-Difraoui)
Asiem El-Difraoui plädiert dafür, genauer hinzusehen bei arabischen Medien: “Fast pausenlos gründen Vertreter aller politischer Strömungen, von Salafisten bis zu Sozialisten, neue Weblogs und Foren, aber auch Tageszeitungen und TV-Sender.”

5. “‘Flaschensammler auf St. Pauli ruinieren uns'”
(shopblogger.de, Björn Harste)
Ruinieren eifrige Flaschensammler einen Supermarkt in Hamburg, wie man nach der Lektüre eines Bild.de-Artikels den Eindruck haben könnte? Nein, schreibt Björn Harste: “Pfand ist ein durchlaufender Posten. Wieviel er Pfand er beim Verkauf der Getränke kassiert ist vollkommen unabhängig von dem, was er zurücknimmt.”

6. “Die Ärzte in Freiburg: Lustig, aber nicht immer”
(badische-zeitung.de)
Weil das Management der Band “Die Ärzte” “einen Vertrag mit allerlei Klauseln” schickt, wird der Bericht zum Konzert in Freiburg nicht von einem Foto, sondern von einer Illustration begleitet.

Günther Jauch, Monster, Marketing

6 vor 9

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1. “Nachgeplapperte Lügen”
(spiegel.de, Stefan Niggemeier)
Der vom Vorwurf der “schweren Vergewaltigung und der gefährlichen Körperverletzung” freigesprochene Jörg Kachelmann und seine Frau Miriam zu Gast bei “Günther Jauch”: “Dass jemand bis zum Beweis des Gegenteils als unschuldig zu gelten hat und dass der Beweis der Schuld im Fall Kachelmann in keiner Weise erbracht wurde, das erschien in der Sendung wie eine weltfremde Absonderlichkeit von Juristen, ohne lebenspraktische Relevanz.” Siehe dazu auch “Freispruch aufgehoben” (taz.de, Ulrike Winkelmann). Die ARD und die Produktionsfirma “weisen die Kritik von sich”.

2. “Wir nennen Menschen nicht ‘Monster'”
(horizont.net, Roland Pimpl)
Peter Huth, Chefredakteur der Boulevardzeitung “B.Z.”, im Interview: “Wir bei der ‘B.Z.’ behandeln die Objekte unserer Berichterstattung – und das sind in erster Linie Menschen – mit großer Empathie. Wir fühlen mehr mit den Opfern, als dass wir uns über Täter ereifern oder Taten darstellen, ob es sich nun um Verbrechen handelt oder um soziale Themen, etwa Mieterhöhungen. Und ganz grundsätzlich nennen wir Menschen nicht ‘Monster’, auch Mörder nicht.”

3. “Artikelkritik – Christoph Titz von Spiegel Online: Analyse von Schavans Doktorarbeit”
(hogymag.wordpress.com, almasala)
Almasala kritisiert den Artikel “Ministerin mit Sigmund-Freud-Schwäche” von Christoph Titz auf “Spiegel Online” zu den Plagiatsvorwürfen gegen Annette Schavan: “Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Glaubwürdigkeit von Christoph Titz zwei Dinge in Frage stellen: (1) seine mangelnde Bereitschaft zu recherchieren und (2) seine Voreingenommenheit.”

4. “FAZ und Bund der ‘Steuerzahler’: Mit Zahlentricks gegen Steinbrück und gegen höhere Steuern”
(annotazioni.de, Patrick Schreiner)
Patrick Schreiner bemängelt “unterschiedliche Skalen/Maßstäbe” im FAS-Artikel “So teuer wird es mit Steinbrück”: “Korrigiert man diese Darstellung und verwendet eine einheitliche Skala, wie es seriös wäre, so wird deutlich, wen die Steinbrückschen Steuerpläne wirklich treffen würden. Es ist vor allem Person 4 – und damit ein Mitglied jener kleinen Bevölkerungsgruppe, die über genug Einkommen und Vermögen verfügt, um finanziell deutlich mehr zum Gemeinwesen beizutragen.”

5. “Der größte Marketing-Stunt aller Zeiten”
(georgholzer.at)
Georg Holzer listet auf, wie viele Medien der “Marketing-Aktion” von Felix Baumgartner höchste Aufmerksamkeit zumessen: “Auch aus Mangel an anderen großen Themen brachten 13 von 14 Blätter den Sprung auf ihr Titelblatt, lediglich das Wirtschaftsblatt hatte Baumgartner nicht auf der Einser. Durch den späten Sprung sprachen hier womöglich produktionstechnische Gründe dagegen.”

6. “Freier Fall: Katze absolviert Rekordsprung von Bücherregal”
(kojote-magazin.de)

Presserat, Zeitungsverkäufer, Denis Scheck

6 vor 9

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1. “Der Presserat braucht dringend eine Reform: Die Brand-Eins-Affäre”
(journalismus-handbuch.de, Paul-Josef Raue)
Paul-Josef Raue fordert eine Reform des Deutschen Presserats: “1. Transparenz fehlt, 2. Unschuldsvermutung fehlt, 3. Unterstützung der Journalisten fehlt.”

2. “‘Ich habe ein breites Kreuz'”
(spiegel.de)
Der Berliner Zeitungsverkäufer Olaf Forner: “Alleine konnte ich immer gut davon leben, aber eine Familie damit zu ernähren, ist schwierig. Deshalb habe ich seit anderthalb Jahren noch einen Vollzeitjob: Tagsüber bin ich Assistent bei den ambulanten Diensten, betreue Menschen mit Körperbehinderung.”

3. “‘Kein Sex in Entenhausen!'”
(cicero.de, Sarah Maria Deckert)
Literaturkritiker Denis Scheck wundert sich über fehlende Kritik in anderen Bereichen: “Ich fordere Brötchenkritik, Hosenkritik, Sockenkritik, Lampenkritik! Es gibt die Kritik im kulinarischen Bereich, merkwürdigerweise in der Automobilindustrie, im Kunst- und Musikbereich, aber in vielen Feldern unseres Alltagsleben fehlt sie. So steckt auch die Kindergartenkritik noch in den Kinderschuhen. Deshalb gibt es auch ganz wenig gesellschaftliches Fortkommen.”

4. “Autorisierung von Interviews”
(drehscheibe.org)
Eine Umfrage unter Lokaljournalisten zur Handhabe der Autorisierung von Interviews.

5. “Von toller Stimmung zu Nulltoleranz”
(sonntagszeitung.ch, Michael Lütscher)
Vor einigen Jahren wurde in Schweizer Medien über das Zünden von Feuerwerkskörpern in Fußballstadien ganz anders berichtet als heute. Neu zur Diskussion hinzugekommen ist das Wort “Nulltoleranz”.

6. “Journalisten wetteifern um fiesesten Leserbrief”
(ftd.de, Sebastian Kunigkeit und Antonia Lange)
Journalisten lesen erhaltene Leserbriefe vor: “Sie ehemaliger Schülerzeitungs-Redakteur. Sie Schreiberlein. Sie Wurm. (…) Schulen Sie um und werden doch Bioladen-Besitzer.”

Bild  

Eine “persönliche Katastrophe”

Das war “Bild” dann sogar eine Meldung oben auf der Titelseite wert:

Andreas Türck: Fernseh-Comeback!

Es ist aber auch eine dramatische Geschichte, um die es da geht:

Er ist über Nacht vom Bildschirm verschwunden – als ihm gekündigt wurde, weil er vor Gericht stand. Doch er war unschuldig.

Jetzt, acht Jahre später, endlich das TV-Comeback.

“Bild” erklärt:

Viele hatten nicht mehr mit seiner Rückkehr gerechnet – nach all dem, was damals passierte …

Was damals passierte, umreißt “Bild” eher knapp (“Türck musste sich wegen des Verdachts der Vergewaltigung vor Gericht verantworten. Er verlor alle Jobs, obwohl er ein Jahr später freigesprochen wurde: unschuldig in allen Punkten!”) und bezeichnet es als “persönliche Katastrophe”.

Doch diese “persönliche Katastrophe” hatte auch eine öffentliche Dimension — die vor allem in “Bild” stattfand: “Bild” veröffentlichte damals ein “Protokoll der Sex-Nacht” und eine “Sex-Akte Türck” und “Bild am Sonntag” schrieb über Türck, dass dessen “Rückweg in die vorhersehbare Bedeutungslosigkeit” nur dadurch kurz gestoppt worden sei, dass er “etwas Unvorhersehbares tat”

Noch nachdem Türck freigesprochen worden war, behauptete “Bild”, es handele sich nicht um einen “Freispruch erster Klasse”, weil die Tat bloß nicht mit Sicherheit hätte bewiesen werden können, zählte auf, wie viel “Schmutz” an ihm hängen bleibe und fragte süffisant: “Der schöne Andreas ist 1,93 Meter groß, sportlich, schlank, lächelt gern — aber für was soll er jetzt sein Gesicht ins Fernsehen halten?” Später landete Türck wegen seines Prozesses in einer “Bild”-Kolumne mit der Überschrift “Peinliche Promis”.

Die “Bild”-Meldung von Andreas Türcks TV-Comeback ist also eine gute Gelegenheit, mal wieder auf diesen Text im BILDblog zu verlinken:

Die Kommentarfunktion unter dem Artikel bei Bild.de wurde übrigens deaktiviert. Einer unserer Leser gibt an, dort gestern noch auf die unrühmliche Rolle von “Bild” im Zusammenhang mit Andreas Türck verwiesen zu haben.

Mit Dank auch an Jan S. und Rainer T.

Focus Money, Turkmenistan, Buchtapete

6 vor 9

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1. “Always believe in your soul”
(stefan-niggemeier.de)
Stefan Niggemeier nennt “Focus Money” das “Fachblatt für Hysteriker mit Alzheimer” und zeigt zur Veranschaulichung einige Titelblätter der letzten Jahre. Siehe dazu auch “Der Spiegel und die vielen Euro-Tode” (meedia.de, Stefan Winterbauer) und “Der SPIEGEL und die Inflation” (nachdenkseiten.de, Jens Berger).

2. “Die Lehren der ‘Spiegel’-Affäre”
(youtube.com, Video, 5:22 Minuten)
“Zapp” blickt zurück auf die Spiegel-Affäre. 1962 wurden sieben “Spiegel”-Mitarbeiter wegen angeblichem Landesverrat festgenommen, darunter auch Herausgeber Rudolf Augstein. Nach und nach wurden sie wieder entlassen, zuletzt, nach 103 Tagen in Untersuchungshaft, auch Augstein.

3. “Turkmenischer Bückling”
(nzz.ch, René Zeller)
Die Schweiz empfängt Gurbanguly Berdymuchammedow, Staatschef von Turkmenistan, mit militärischen Ehren. Bei der anschliessenden Pressekonferenz werden den anwesenden Schweizer Journalisten lediglich zwei Fragen zugestanden (die sie unter sich absprechen sollen), Nachfragen sind nicht erlaubt. “Es ist unstatthaft, die Presse aufzubieten, um den diplomatischen Händedruck zu orchestrieren – und die Journalisten wie Lemminge zu dressieren.”

4. “‘Warum lese ich das? Vermutlich, um mich aufzuregen'”
(zeit.de, Harald Martenstein)
Harald Martenstein liest in Zeitungen die Rubrik “Leute”. “Und dann lese ich ständig, nur im Internet würden unseriöse Sachen stehen, Gerüchte, belangloses Zeug.”

5. “‘Man kann als Zuschauer gar nicht so viel kotzen'”
(tagesspiegel.de, Markus Ehrenberg)
Oliver Kalkofe beschreibt Scripted-Reality-Formate: “Formate mit der Aussage: Guck mal, wie scheiße die Welt ist, wie doof die Leute da draußen alle sind. Programme, die boshaft Menschen vor die Kamera schubsen und zum Auslachen vorführen, damit die Blöden unter den Zuschauern denken können: Cool, die sind ja noch bekloppter als ich!”

6. “Mein letztes Buch”
(freitag.de, Malte Herwig)
Malte Herwig digitalisiert seine rund 4500 Bücher: “Die bürgerliche Buchtapete kenne ich aus meiner Kindheit. Auf den Regalen meines Vaters stehen noch immer Enzyklopädien, Kunstbände, Briefeditionen von Goethe bis Adenauer. In keines dieser Bücher hat er je hineingeschaut. Dafür hat er jeden Abend mit Hingabe Kriminalromane gelesen.”

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