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Vorabendprogramm, Woche der Frau, Bushido

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „Sind die noch zu retten?“
(topfvollgold.de, Mats Schoenauer)
Eine Gegendarstellung von Günther Jauch auf der Titelseite der „Woche der Frau“.

2. „Wer wirbt wo für was?“
(fernsehkritik.tv, Video, ca. 6 Minuten)
Das deutsche TV-Vorabendprogramm: Welche Werbungen auf welchen Sendern laufen.

3. „Medien: Je wichtiger der Job, desto weniger Frauen haben ihn“
(diestandard.at)
„Die Standard“ fasst den Bericht „Advancing gender equality in decision-making in media organisations“ (eige.europa.eu, PDF-Datei, englisch) zusammen: „Das EIGE gibt angesichts dieses Verhältnisses zu bedenken, dass Medien eine wesentliche Rolle in der Umsetzung von Geschlechtergerechtigkeit spielen. Sie würden soziokulturelle Muster nicht nur abbilden, sondern diese auch gestalten, und seien damit ein mächtiger Akteur, der die öffentliche Meinung beeinflusse. Daher seien gerade in diesem Bereich Veränderungen besonders wichtig.“

4. „Bei ‚Heute‘ riecht es verdächtig nach Fast Food“
(kobuk.at, Doris Unterrainer)
Die Firma McDonald’s im redaktionellen Teil der Tageszeitung „Heute“.

5. „Experten: ‚Bushido sät nur Gewalt – und die Medien helfen ihm'“
(newsroom.de, Bülend Ürük)
Bülend Ürük befragt Franco Clemens und Frank Überall zu Bushido. Überall: „Der mediale Terrorist ist Bushido selbst, aber man kann durchaus sagen, dass sich Journalistinnen und Journalisten durch unreflektierte Berichterstattung zuweilen zu Mithelfern machen.“

6. „Das Bundesverteidigungsministerium klagt uns an: Wir haben Geheimes veröffentlicht“
(derwesten-recherche.org, David Schraven)
Eine Klage des Bundesministeriums der Verteidigung wegen Veröffentlichung von als geheim klassifizierten Dokumenten. „Nur die Veröffentlichung aller vorliegenden VS-gestempelten Papiere im Internet ermöglicht es, die jahrelange Verharmlosung des Afghanistankrieges zu dokumentieren. Und damit auch schließlich die Bundesregierung zu zwingen, die Wahrheit zu sagen und mit der Schönfärberei aufzuhören.“

Bild  

Ein furchtbarer Fehler

Im vergangenen Jahr bebilderten „Bild“ und Bild.de eine „Bluttat in Berliner WG“ mit dem Foto einer jungen Frau, die die Bildersucher aus der „Bild“-Redaktion für das Mordopfer hielten, die in Wahrheit aber quicklebendig in Bremen saß und mit dem Fall rein gar nichts zu tun hatte (BILDblog berichtete).

Eine krasse Verwechslung, von der aber selbst wir dachten, dass sie bei „Bild“ einen besonders schlimmen Einzelfall darstellt.

Nun ja.

Der nächste uns bekannt gewordenen Einzelfall ereignete sich jetzt ein gutes halbes Jahr später:

Richtigstellung. Am 31. Dezember 2012 hat BILD an dieser Stelle unter der Überschrift "Sie wollten nur schnell zu McDonalds fahren — Marina (17) und Chrissi (18) ertrinken im Auto" über den Unfalltod zweier Mädchen in Bad Tölz (Bayern) berichtet. Dabei ist unserer Redaktion ein furchtbarer Fehler unterlaufen: Das gedruckte Foto zeigt nicht die verstorbene Marina, sondern ein anderes Mädchen, das nicht an dem Unfall beteiligt war. BILD bedauert diese Verwechslung zutiefst. Wir bitten die Betroffenen in aller Form um Entschuldigung. Die Redaktion.

Die naheliegende Konsequenz, für den Anfang einfach keine „privaten“ Fotos von Unfall- und Verbrechensopfern mehr zu drucken, will „Bild“ aber offenbar nicht ziehen.

Wer ist hier der Chef?

Seit die Menschheit denken kann, wird sie von existenziellen Fragen gequält: „Was ist der Sinn des Lebens?“, „Gibt es ein Leben nach dem Tod?“, „Was ist in der Big-Mac-Sauce eigentlich drin?“, …

Immerhin auf eine dieser Fragen hat Bild.de die Antwort gefunden:

Millionen Hamburger-Fans wollten es schon immer mal wissen: Was ist in der Big-Mac-Sauce eigentlich drin? Nun erreichte diese Frage auch McDonald’s in Kanada — und die Antwort gibt es per Video im Netz: Der Chef persönlich steht in der Küche und erklärt, dass es eigentlich gar kein Geheimrezept ist, denn alles stehe schon lange im Internet.

Mal davon ab, dass die genaue Zusammensetzung der Sauce auch nach dem Betrachten des Videos ein Betriebsgeheimnis bleibt: Der Mann ist nicht „der Chef persönlich“ — jedenfalls nicht das, was man in Deutschland gemeinhin unter dem Chef eines Unternehmens versteht.

Wenn Sie mal schauen wollen:

Fastfood für zuhause: McDonald

In der Bauchbinde des Videos steht zwar „executive chef“, aber das ist ein „falscher Freund“. Machen wir doch einfache eine kurze Reise durch verschiedene Sprachen, Jahrhunderte und Küchen:

Das französische „chef“ (abgeleitet vom lateinischen „caput“ = „Kopf“), das im 17. Jahrhundert ins Deutsche übernommen wurde, steht für einen Vorgesetzten oder Leiter einer Organisation. Der „chef de cuisine“ ist entsprechend der „Leiter der Küche“. Dieser Begriff wurde im Englischen auf „chef“ gekürzt, so dass „chef“ dort nun sehr allgemein für „Koch“ steht.

Dan Coudreaut, der Mann im Video, ist der „executive chef“, also der leitende Koch, von McDonald’s in Nordamerika. Er ist verantwortlich für die Entwicklung neuer Produkte und Rezepte.

Mit Dank an KiMasterLian und Andreas H.

Nachtrag, 13. Juli: Bild.de hat Dan Coudreaut im Text und in der Überschrift zum „Koch“ gemacht, im Video ist er immer noch „Chef“. (In der URL war interessanterweise von Anfang an von einem „Koch“ die Rede.)

Fortuna Düsseldorf, Märkte, Demokrit

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „Scheinheiligkeit à la Bild-Zeitung – der späte Umgang mit der ‚Schande von Düsseldorf'“
(sportsaal.de, Derhatschongelb)
Fußball: „Bild“ kommentiert den definitiven Aufstieg von Fortuna Düsseldorf in die erste Bundesliga. „Liebe Bild, dieser Kommentar ist keine Wiedergutmachung für die öffentliche Hinrichtung des Vereins Fortuna Düsseldorf und seiner Fans. Er ist ein blanker Hohn.“

2. „‚Bild‘ macht Leipziger SPD-Chef zum OBM-Kandidaten der CDU“
(l-iz.de, Ralf Julke)
„Bild Leipzig“ druckt ein Foto von von Michael Clobes ab und beschreibt es mit „Volker Lux“ und „Kandidat Nr.1“.

3. „Faule Griechen statt Rudi Dutschke“
(theeuropean.de, Jürgen Trittin)
Grünen-Politiker Jürgen Trittin schreibt über „Bild“: „Im Stil bleibt ‚Bild‘ seinem Anspruch treu, Politik nicht nur journalistisch zu beobachten und zu kommentieren, sondern selbst zu gestalten. Als selbst ernanntes Sprachrohr eines vermeintlichen Mainstreams, das seiner daraus folgenden Verantwortung aber nicht nachkommt.“ Weitere Texte hier.

4. „Mit eingezogenen Fühlern“
(vocer.org, Julia Friedrichs)
Eine Rede zur Lage des Journalismus von der 32-jährigen Journalistin Julia Friedrichs: „Wer immer und immer wieder hört: ‚Die See ist rau! Die Zeiten hart! Pass Dich an!‘, dem wird es schwerfallen, die Ideale mit denen er mal gestartet ist, zu bewahren. Die Träume. Die Prinzipien. Das, was anständiger Journalismus auch braucht.“

5. „Märkte verschieben Untergang“
(taz.de, Deniz Yücel)
Deniz Yücel sammelt Überschriften aus Zeitungen, in denen die „Märkte“ vorkommen.

6. „Demokrit sucht eine Lücke“
(umblaetterer.de, San Andreas, Videos)
Das Fußballspiel Deutschland gegen Griechenland aus der Sicht von Monty Python 1972.

Spenden, Schwangerschaft, Burger

6 vor 9

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1. „‚Bild macht schmutzigen Boulevard'“
(derstandard.at, Birgit Baumann)
Birgit Baumann befragt Stefan Niggemeier zu „Bild“: „Viele meinen ja, sie wollten sich durch die Lektüre der Zeitung einfach nur unterhalten lassen. Aber das funktioniert bei dieser Art von Journalismus nicht. Besser wäre es, Bild überhaupt nicht zu lesen.“

2. „Wenn Spenden versickern“
(derpodcast.de, Martin Kissel)
Deutschlandfunk-Sendungen von 2006 und 2009 erinnern daran, wohin Spenden von „Bild hilft – Ein Herz für Kinder“ tatsächlich geflossen sind.

3. „Beweis es, du Bisamratte!“
(blog.tagesanzeiger.ch, Constantin Seibt)
„Zitiert, zitiert, zitiert!“, rät Constantin Seibt. „Auf wörtliche Zitate zu verzichten, ist einer der grössten Sünden im Journalismus – seltsamerweise nicht nur von Anfängern, sondern auch von Profis. (…) Zitate stützen jede Kritik. Viel stärker als Lob oder Tadel ist, die Sache zu zeigen: nackt, zwischen zwei Anführungszeichen.“

4. „Wehe, du entspannst dich nicht!“
(freitag.de, Kathrin Zinkant)
Die „Spiegel“-Titelgeschichte „Die Geburt des Ich: Neun Monate, die unser ganzes Leben prägen“. „Am Ende freuen sich insbesondere Leserinnen über die Mitteilung, dass niemand den Frauen ein schlechtes Gewissen machen wolle – und dass sich all diese höchst bedenklichen Erkenntnisse leider auch noch nicht in Verhaltenstipps für Mütter umsetzen ließen. Außer: Frische Luft. Vollkornbrot. Und bloß keinen Stress!“

5. „PR: Blogs vs. Print (mal wieder)“
(racingcarz.com, Don Dahlmann)
Ein Vergleich zwischen der Reichweite einer Regionalzeitung und eines Blogs.

6. „Behind the scenes at a McDonald’s photo shoot“
(youtube.com, Video, 3:27 Minuten)
McDonald’s Kanada beantwortet die Frage, warum der gekaufte Burger nicht so aussieht wie der Burger in der Werbung.

RTL, Markencheck, Oberlehrer

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1. „Ein in sich abgeschlossener Mikrokosmos“
(ad-sinistram.blogspot.com, Roberto J. De Lapuente)
RTL sei ein Mikrokosmos, „der rund um die Uhr, quer durchs Programm, in jeder Sparte erhalten bleibt“, findet Roberto J. De Lapuente. „Die Welt des RTL Television ist ein Hort seltsamer Gestalten, die Frauen suchen oder wahlweise Schwiegertöchter, in denen Restaurants getestet und verspottet werden, in der nachmittäglich Laiendarsteller die Drehbücher laienhafter Autoren abspulen, in der auf Aufmerksamkeit abgerichtete Gecken Journalisten sein dürfen, in der Banalität Dokumentation oder Bericht heißt.“

2. „Bringt es unser Land voran, wenn wir immer das Negative darstellen?“
(dradio.de, Friedbert Meurer)
Am 11. Januar kritisierte der FDP-Abgeordnete Joachim Günther die Medien (PDF-Datei). Nun erklärt er sich in einem Interview und schätzt die Rückmeldungen darauf ein: „Ich würde sagen, ungefähr, wenn ich das so grob einschätze, 25 Prozent sind negativ, sie sagen, ich soll nach Russland gehen, da gibt es ähnliche Presseverhältnisse, wie ich sie fordere. Aber 75 Prozent sind positiv, sie beglückwünschen mich, sie sagen, das ist längst überfällig, sie bedanken sich.“

3. „ARD erklärt Funktionsweise von Marken wie H&M, McDonald’s und Lidl“
(absatzwirtschaft.de, Roland Karle)
Roland Karle bespricht die ARD-Reihe Markencheck: „Rezensenten kritisieren an dem Format, dass es die Infotainment-Masche der privaten Sender kopiere. Aber taugt das wirklich zum Vorwurf? Schließlich beweist die anhaltende Berichterstattung über den schlingernden Euro, wankende Finanzmärkte und ängstigende Schuldenkrise, dass Wirtschaft ein zentrales Thema geworden ist, aber das Publikum oft nur Bahnhof versteht.“

4. „Die Richter und ihre Henker“
(zeit.de, Andreas Maurer)
Filmbesprechungen setzen sich heute oft nach einer eingängigen Formel zusammen, glaubt Andreas Maurer: „Eingangsbemerkung über Gott, die Welt und/oder sich selbst + Inhaltszusammenfassung + Allgemeinplätze über Schauspieler, Dialoge und/oder Action + Gesamtbewertung.“

5. „Wie @Der_Oberlehrer Twitterern wie @SpiegelOnline Rechtschreibung beibringt“
(140z.de)
Das Twitter-Konto @Der_Oberlehrer: „Der Oberlehrer ist also nur eine Maschine, die von irgendjemandem programmiert worden ist. Und die müsste sich doch eigentlich austricksen lassen – sie kann ja schließlich nicht mitdenken.“

6. „An Express year“
(bibliophylax.tumblr.com, englisch)
Bibliophylax wertet die Titelschlagzeilen des „Daily Express“ 2011 aus und gruppiert sie nach Themengebieten.

Guido Westerwelle, Erdäpfel, Glühlampen

6 vor 9

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1. „Wir Untergeher“
(falter.at, Philipp Blom)
Breaking News, jeden Tag, 24 Stunden lang: „Die Bilder werden größer, die Kommentare holzschnittartiger, wir alle dümmer. Reporter hecheln durch Tod und Verderben der anderen, ihre Kameras lenken unseren Blick. Der Imperativ des journalistischen Wettbewerbs diktiert die Berichterstattung, die Kameralinse wird zum Fenster auf die Welt.“

2. „Medienmeinung: Westerwelle aus dem Amt“
(ndr.de, Video, 4:06 Minuten)
„Zapp“ über die Versuche verschiedener Medien, Guido Westerwelle aus dem Amt des Außenministers zu schreiben. Heribert Prantl: „Man hat die Kritik darzustellen – und den Schluß, ob jemand zurücktreten soll, soll der Leser, der Zuhörer, der Zuschauer, soll die Partei und soll der Betroffene selber ziehen. Sich jetzt da hinzustellen und jeden Tag zu sagen, jetzt bist Du noch nicht zurückgetreten, ich hab’s doch gestern schon geschrieben, ist genau die Art von Besserwisserei und Rechthaberei, wie man sie am Objekt der Begierde kritisiert.“ Siehe dazu auch „Glotzt nicht so personell!“ (faz.net, Jürgen Kaube).

3. „Rekordverdächtige P.R.ichterstattung“
(kobuk.at, Hans Kirchmeyr)
In der Zeitung „Der Standard“ steht, wie bei McDonald’s aus Erdäpfeln Pommes werden – „alle PR-untauglichen Abschnitte, die journalistische Distanz erkennen lassen, habe ich farblich hervorgehoben“.

4. „Voll auf die Birne (2)“
(fastvoice.net, Wolfgang Messer)
Wolfgang Messer sammelt Medienberichte, die behaupten, es gäbe ab heute ein Verkaufsverbot für 60-Watt-Glühlampen in der EU: „Es gibt ab 1. September 2011 kein Verkaufsverbot für 60-Watt-Glühlampen in der EU. Verboten sind allein Herstellung und Vertrieb von klaren Leuchtmitteln ab 60 Watt, die nicht mindestens die Energieeffizienzklasse C erreichen.“

5. „Ein Lob den Informanten“
(kontextwochenzeitung.de, Rainer Nübel)
Ohne Informanten gäbe es keine gefeierten Investigativjournalisten, gibt Rainer Nübel zu bedenken.

6. „Pacific Coast News: Jobs-Foto ist echt“
(meedia.de, red)
Paul Harris, Chef von BWP Media, verteidigt ein Foto von Steve Jobs, dessen Echtheit angezweifelt wurde. „Diese Fotos wurden von einem angestellten Fotografen gemacht. Die einzigen Photoshop-Arbeiten, die bei diesen Einzelbildern geschehen sind, sind einige sehr einfache Farb-Korrekturen und einige alternative Beschnitte.“

Fragdenstaat.de, Empörungsmaschine, DAB+

6 vor 9

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1. „Erde doch keine Scheibe?“
(stern.de/blogs, Hans-Martin Tillack)
Hans-Martin Tillack weist auf die neue Website fragdenstaat.de hin, die eine Anwendung des Informationsfreiheitsgesetzes in Deutschland erleichtern soll. „Große vermeintlich liberale Zeitungen wie die ‚Zeit‘ schwangen sich noch vor ein paar Monaten sogar zu enthusiastischen Verteidigungsreden pro Staatsgeheimnis auf – damals, als Wikileaks einige tausend bis dahin geheime US-Depeschen publik machte. Da klang es bei einigen Kommentatoren so, als seien Staatsgeheimnisse in Deutschland eine bedrohte Spezies, die des besonderen Schutzes bedürfe.“

2. „Manchmal möchte ich Norweger sein“
(spiegel.de, Christoph Schwennicke)
Muss wirklich nach jedem Ereignis gleich die Empörungsmaschine gestartet werden? „Gegen den deutschen Politiker ist der pawlowsche Hund ein vernunftbegabtes Wesen, das den Mut aufbringt, sich seines Verstandes zu bedienen.“

3. „BBC-Sendung ist ‚inszeniert, falsch, fabriziert und verdreht'“
(survivalinternational.de)
Die NGO Survival International beklagt Inszenierungen und falsche Übersetzungen in der TV-Serie „Mark & Olly: Living with the Machigenga“.

4. „Das Jüngste Gericht interessiert mich nicht“
(journalist.de, Jan Freitag)
Hans Leyendecker im ausführlichen Interview. Über „Bild“ sagt er: „Ich gehöre fast zur Generation von Klaus Staeck und Peter Rühmkorf, die dieses Blatt nie gekauft haben. Ich lese Bild nur im Internet oder wenn jemand das Blatt im Zug liegen lässt.“

5. „‚McDonaldisierung‘ der Pressefotografie“
(derstandard.at, Oliver Mark)
Oliver Mark schreibt über den Zustand der Pressefotografie: „Mikrostock-Bildagenturen wie iStock, Fotolia oder Pixelio verkaufen Bilder zu einem Spottpreis, zum Teil gibt es sie sogar gratis. Zur Freude von Medien, zulasten von Fotografen.“

6. „Musik endlich digital erhältlich“
(ftd.de, Falk Heunemann)
„Mit überwältigendem Erfolg ist der neue Digitalradiostandard DAB+ in Deutschland gestartet. Bundesweit sind 15 digitale Radiosender empfangbar – also für jeden Zuhörer einer.“

Sueddeutsche.de, Red Bull, Mainstream

6 vor 9

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1. „Hamburg, keine Perle“
(timklimes.de, Video, 2:50 Minuten)
Wie sich Tom Hillenbrand nach einem Tweet und einem Blogtext als „Hamburg-Hasser“ auf der Titelseite der „Hamburger Morgenpost“ wiederfand.

2. „Im Namen der Dose“
(zeit.de, Stefan Müller und Joachim Riedl)
Die Tochterfirma des Getränkeherstellers Red Bull aus Fuschl am See baut ihre Medienaktivitäten nach und nach aus: „Zum Portfolio des Red Bull Media House mit 530 Mitarbeitern gehören unter anderem eine Radiostation in Neuseeland sowie die Magazine Seitenblicke und Speedweek. Flaggschiff ist das Red Bulletin, das in einer Auflage von 4,6 Millionen Stück produziert wird und in neun Ländern, seit diesem Jahr auch in den USA, verschiedenen Tageszeitungen beiliegt.“

3. „Bei uns gibt es die besseren Texte“
(journalist.de, Svenja Siegert)
Der Chefredakteur von sueddeutsche.de, Stefan Plöchinger, spricht über sein Produkt: „Auf allen, wirklich allen Nachrichtenportalen gab es in der Vergangenheit Exzesse von Klickstrecken. Da würde ich auch bei Spiegel Online einige finden. Websites haben den Fehler gemacht, zu lange nur auf Klicks, also Page Impressions, zu optimieren. Das Resultat: ewig lange Bildergalerien, die in die Irre führen, Zeit von Redakteuren binden, Leserinteressen nicht gerecht werden, Qualität vernachlässigen.“

4. „Teamarbeit – nicht nur auf dem Spielfeld“
(blog.tagesschau.de, Tanja Körbl)
Tanja Körbl beschreibt, wie deckungsgleich (und redundant?) ARD und ZDF arbeiten: „Die rote Lampe an der Kamera geht aus, der Moderationstisch wird schnell ausgetauscht (unvorstellbar – eine ARD-Sendung mit einem Tisch vom ZDF…). Die Windschütze auf den Mikrofonen müssen auch gewechselt werden – von leuchtendem Orange zum Königsblau. Alle wieder auf Position. Und das Ganze noch einmal.“

5. „Mutig auf den Mainstream scheißen“
(taz.de, David Denk)
David Denk hat „ein paar zunächst vielleicht verrückt klingende Vorschläge für neue Fernsehformate“.

6. „BILD-Zeitung wird auf den Mond geschossen!!!“
(schreibenfuergeld.wordpress.com, DL2MCD)

ARD-Korrespondenten, Panik, Nachrufe

6 vor 9

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1. „Die ‚Fukushima 50‘ sind eine Legende“
(tagesschau.de, Silvia Stöber)
Japan-Korrespondent Robert Hetkämper erklärt die „Fukushima 50“ zu einer „Legende, die eine ausländische Zeitung erfunden hat“. Und hält fest am Begriff „Kernschmelze“, den er ab Tag 2 der Katastrophe verwendete: „Geklärt ist das noch nicht. Dass wir richtig falsch lagen, glaube ich bis heute nicht.“

2. „Journalisten in Japan im Ausnahmezustand“
(ndr.de, Video, 6:53 Minuten)
Wie haben die ARD-Korrespondenten in Japan das Erdbeben wahrgenommen? Ariane Reimers: „Wir waren überrascht darüber, wie stark die Stimmung in Deutschland über das Unglück im Atomkraftwerk da ist, wie groß die Sorge auch. Uns hat überrascht, dass die Sorge in Deutschland minunter größer schien als hier vor Ort.“

3. „Japan, die Medienkritik und das generelle Risiko(miss)verständnis“
(medien-doktor.de, Holger Wormer)
Holger Wormer verteidigt die frühe Fokussierung der Journalisten auf die Gefahren der Atomkraft. „Es gehört zu den wichtigsten Aufgaben des Journalismus, auf mögliche Risiken hinzuweisen, sie in die öffentliche Debatte zu tragen, als eine Art ‚Frühwarnsystem der Gesellschaft‘ zu agieren. Dass Risiken nicht, wie es mit Blick auf Auflagen und Quoten in der Tat regelmäßig geschieht, übertrieben werden sollen, versteht sich von selbst.“

4. „Deutsche in Japan fühlen sich verhöhnt“
(welt.de, Matthias Heitmann)
Aus E-Mails weiß Matthias Heitmann von Deutschen in Japan zu berichten, die die Berichterstattung deutscher Reporter für panisch halten. „Gott sei dank gibt es auch noch einige Firmen, deren deutsche Vorstände in Japan bleiben, um ihren Angestellten in der Not beizustehen.“

5. „Provokationen im Fernsehen nehmen nicht zu“
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Uwe Mantel stellt eine neue Studie (Kurzfassung, PDF-Datei) der Landesanstalt für Medien NRW vor. „Die Studie hält aber sehr wohl fest, dass es bei einzelnen Formaten zu mehr Grenzüberschreitungen gekommen sei. Insbesondere bei ‚DSDS‘ habe man einen deutlichen Anstieg festgestellt. Hab es während der dritten Staffel 2005/06 noch 0,8 Provokationen pro Nettosendestunde gegeben, waren es 2009 schon 2,5.“

6. „A Lustrous Pinnacle of Hollywood Glamour“
(nytimes.com, Mel Gussow, englisch)
Mel Gussow, selbst 2005 gestorben, ist hauptsächlicher Autor des NYT-Nachrufs auf Elizabeth Taylor. „Mel Gussow, the principal writer of this article, died in 2005. William McDonald, William Grimes and Daniel E. Slotnik contributed updated reporting.“

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