Archiv für Januar, 2020

Bis sich die Balken biegen (10)

Vielleicht braucht man bestimmte Medikamente, die derzeit nicht geliefert werden können, um dieses Balkendiagramm aus der Wochenendausgabe der „Eßlinger Zeitung“ verstehen zu können. Ohne blickt man jedenfalls nicht ganz durch:

Ausriss aus der Eßlinger Zeitung - In den Apotheken kommt es trotz des Gesetzes für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung von 2019 zu Lieferengpässen bei bestimmten Medikamenten. Wie sind Ihre Erfahrungen? - dazu Balken, die überhaupt nicht zu den dargestellten Prozentwerten passen

Mit Dank an Thomas für den Hinweis!

Kritik an Deutscher Welle, Björn Höcke will nicht, CC-Bilderfalle

1. Macht und Missbrauch
(taz.de, Peter Weissenburger)
Der Auslandssender Deutsche Welle (DW) kommt nicht zur Ruhe. Im Hintergrund schwelt ein noch nicht geklärter #Metoo-Fall. Nun berichtet ein Whistleblower im „Guardian“ von weiteren Missständen: Dem Sender werden Rassismus, Mobbing und systematische Unterdrückung von Kritik vorgeworfen (worauf Angestellte der DW mit einem offenen Brief geantwortet haben). Die „taz“ hatte in den vergangenen Monaten Kontakt mit verschiedenen ehemaligen und gegenwärtigen DW-Mitarbeiterinnen und -Mit­ar­bei­te­rn, die von Drohungen und Machtmissbrauch sprechen.

2. Björn Höcke will doch nicht reden
(n-tv.de, Benjamin Konietzny)
Björn Höcke, AfD-Fraktionsvorsitzender im thüringischen Landtag, beklage sich oft, dass viel über ihn, aber nie mit ihm geredet werde. Die Redaktion von RTL und n-tv hat sich nach eigener Aussage vier Monate lang um ein Interview mit Höcke bemüht, doch 48 Stunden vor dem abgesprochenen Termin sei überraschend die Absage erfolgt. Die habe vermutlich auch mit angekündigten Fragen zu Höckes Buch zu tun: „Auf Nachfrage, wann der Termin nachgeholt werden könne, heißt es, man werde ntv überhaupt keine Interviews mehr geben.“

3. „Kreative Rechnungen“ – c’t-Artikel über Kostenfalle Creative-Commons-Bilder
(kanzleikompa.de, Markus Kompa)
In der Computerfachzeitschrift „c’t“ haben sich der Verlagsjustiziar Joerg Heidrich und der Journalist Keywan Tonekaboni mit der Kostenfalle Creative-Commons-Bilder auseinandergesetzt. Urheberrechts-Anwalt Markus Kompa bewertet die Dinge teilweise anders. Pflichtlektüre für jeden, der Creative-Commons-Bilder einsetzt.

4. Leipziger Polizeisprecher mischte sich unter Pseudonym in Gewalt-Debatte ein
(tagesspiegel.de, Maximilian König)
Von einem Polizeisprecher erwartet man öffentliche Stellungnahmen, doch der Leipziger Polizeisprecher schaltete sich unter Pseudonym in die Debatte zur Gewalt in Connewitz ein. Nicht das erste Mal, dass er sich ungefragt einmische, wie Maximilian König feststellt: „Unter einem Artikel des Leipziger Stadtmagazins ‚Kreuzer‘ zu einer Attacke von Kampfsportfans auf einen Club, kommentierte er 2016 unter dem Usernamen ‚Polizei Leipzig‘ Vorwürfe an die Polizei.“

5. Journalistischer Kitsch über Soleimani
(nzz.ch, Rainer Stadler)
Rainer Stadler kritisiert Teile der Berichterstattung über den Anschlag der USA auf den iranischen General Kassem Soleimani: „Man mag Soleimani zu den brutalen Zeitgenossen zählen. Wer ihn jedoch zum schlechthin Bösen erklärt, macht aus der realen Welt, in der der Mensch aus krummem Holz geschnitzt ist, ein Disneyland. Mit journalistischem Kitsch missachtet man das mündige Publikum.“

6. Das Problem mit den Seichtreportagen im Fernsehen
(dwdl.de, Hans Hoff)
Hans Hoff hat sich eine ZDF-Reportage über deutsche Trucker angeschaut, in der es um Dinge wie einen verschwundenen Grillrost gehe. Anhand dieses Beispiels erklärt er, wie das Genre „Seichtreportage“ funktioniere: „Man muss nur alle paar Minuten ein gewichtiges Problem andeuten, dann bleibt der Zuschauer dran. Mögen die Probleme auch noch so nichtig sein, sie müssen benannt werden.“

Bundesligaspiele während der WM. Ein Wintermärchen

Die kommende Fußballweltmeisterschaft findet bekanntermaßen in Katar statt. Weil dort recht hohe Temperaturen herrschen, hat die FIFA entschieden, nicht, wie sonst üblich, im Juni und Juli spielen zu lassen, sondern vom 21. November bis 18. Dezember 2022. Das hat Folgen für die nationalen Ligen, auch die Bundesliga, schließlich sind zu dieser Zeit des Jahres normalerweise Spieltage angesetzt. Für die Deutsche Fußball Liga (DFL) stellt sich daher die Frage: Soll sie die Bundesligasaison im Winter 2022 während der Weltmeisterschaft in Katar unterbrechen, weil bei vielen Teams Spieler fehlen werden, die bei der WM für ihre Länder auflaufen? Oder andersrum:

Ausriss Sport Bild - Spielt die Bundesliga während der Winter-WM 2022 weiter?

Das fragt die „Sport Bild“-Redaktion in ihrer aktuellen Ausgabe. Sie schreibt dazu:

Bei der DFL wird deshalb ein Plan diskutiert: Die Bundesliga soll auch während der WM weiterspielen!

Werder-Manager Frank Baumann, der in der zuständigen DFL-Kommission Fußball sitzt, bestätigt den Plan. „Wir werden unsere Spieler ganz sicher nicht zehn Wochen in den Urlaub schicken, sofern sie nicht bei der WM sind. Denkbar ist, dass sie ein oder zwei Wochen Zeit zur Regeneration erhalten“, sagt Baumann: „Möglich ist, dass es parallel zur WM Spielrunden der Bundesligisten gibt. Wie die geartet sein könnten, wird in den nächsten Wochen erarbeitet.“

Online verkündet „Sport Bild“:

Screenshot sportbild.de - DFL diskutiert Pläne - Bundesliga soll während der Winter-WM 2022 weiterspielen

Das ist eine ziemliche Überraschung, vor allem für den zitierten Frank Baumann. „Mit großer Verwunderung“ habe er „die Berichterstattung der ‚Sport Bild‘ zur Kenntnis genommen“, schreibt sein Verein Werder Bremen auf der eigenen Website. Baumann stellt dort klar:

Ich wurde im Rahmen einer Umfrage danach gefragt, wie Werder Bremen die Bundesligapause während der WM nutzen wird. Ich habe geantwortet, dass die Spieler sicherlich ein bis zwei Wochen frei bekommen werden. Dass es für die Vereine dann aber auch darum gehen wird, in der zehnwöchigen Pause Test- und Freundschaftsspiele auszutragen. Ob das internationale Vergleiche werden, da dieses Problem ja alle Verbände haben, oder Turniere, Spielrunden oder einzelne Partien, ist noch völlig unklar. Bundesligaspieltage werden aber sicherlich nicht ausgetragen. Ich wurde nicht zu Plänen der DFL bezüglich weiterer Spieltage der Bundesliga während der WM befragt und habe somit auch nichts bestätigt.

Mit Dank an den Hinweisgeber!

Nachtrag, 16:12 Uhr: Ein BILDblog-Leser weist uns darauf hin, dass unsere Aussage „hat die FIFA entschieden, nicht, wie sonst üblich, im Sommer spielen zu lassen, sondern im Winter“ nicht ganz korrekt ist: Die WM 2010 beispielsweise fand in Südafrika statt, als dort Winter war. Wir haben die Stelle angepasst.

Mit Dank an @Bayern1932 für den Hinweis!

„Bild“ wetzt Messer, Memes wie zu Atari-Zeiten, Sterbehilfe

1. Analyse: BILD wetzt die Messer und schneidet dabei schlecht ab …
(volksverpetzer.de, Tobias Wilke)
Im „großen BILD-Messer-Report“ geht es angeblich um die „ganze Wahrheit über die Zunahme der Gewalt“. Doch nicht alle Zahlen, die „Bild“ dabei nennt, haben auch etwas mit Gewalt zu tun. Tobias Wilke kommentiert: „Eine Bedrohung ist selbstverständlich eine sehr ernst zunehmende Straftat. Aber anders als BILD in seiner ‚Ganzen Wahrheit‘ in ihrem ‚Großen Report‘ suggeriert, wurde hier niemand abgestochen. Allein dieser Straftatbestand macht mit 1261 von 3550 Delikten im ersten Halbjahr mehr als ein Drittel (35,5%) dessen aus, was BILD als ‚Gewalt mit Messern!‘ zu verkaufen versucht. Langsam wird es einfach stumpf.“
Weiterer Lesehinweis von uns zur Messerfixiertheit der „Bild“-Redaktion: „Bild“ meldet falsche „Messer-Attacke“ auf Karamba Diaby (bildblog.de).

2. „Mitglieder müssen zahlen“
(taz.de, Peter Weissenburger)
Die Gründung des Onlinemagazins „Republik“ basiert auf einem sehr erfolgreichen Crowdfunding von vor zwei Jahren, bei dem mehr als 3 Millionen Schweizer Franken zusammenkamen. Das Geld scheint jedoch nicht zu reichen. In einem dramatischen Aufruf heißt es, wenn „Republik“ bis März dieses Jahres nicht die 19.000 zahlenden Mitglieder halten kann, sei das Experiment beendet. Peter Weissenburger hat mit Clara Vuillemin, Mitgründerin, Verwaltungsrätin und Vorständin bei Republik.ch, über die Malaise gesprochen.

3. Chinas Botschaft warb in Deutschland um Geld
(sueddeutsche.de, Christoph Giesen & Georg Mascolo)
Mit einem neuen Informationsportal über China (Arbeitstitel: „Chinareporter“) wollten zwei deutsche Journalisten der chinesischen Regierung helfen, ihr Image in Deutschland aufzupolieren. Heikel wird das Projekt durch einen Brief des chinesischen Botschafters, den er an große Stiftungen und Dax-Konzerne in Deutschland verschicken ließ und der um finanzielle Unterstützung bat. Christoph Giesen und Georg Mascolo kommentieren: „‚Chinareporter‘ ist dann nicht gestartet, das Schreiben aber gibt einen seltenen Einblick, wie Pekings Vertreter in Deutschland versuchen, die Meinungsbildung zu beeinflussen. Sie setzen in China engagierte Unternehmen unter Druck, damit diese die von ihnen gewünschten Inhalte finanzieren. Anfragen dazu beantwortete die chinesische Botschaft nicht.“

4. Wikipedia ist in der Türkei wieder zugänglich
(spiegel.de)
Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Nach fast drei Jahren hat die Türkei ihre Wikipedia-Sperre beendet. Passenderweise am 19. Geburtstag der Ehrenamts-Enzyklopädie, dem sogenannten Wikipedia-Tag. Auf der Blockiererliste stehe nun nur noch China.

5. Lasst Lokalzeitungen sterben, damit Lokaljournalismus leben kann!
(netzpolitik.org, Leonhard Dobusch)
Leonhard Dobusch überlegt, ob es nicht manchmal sinnvoll sein kann, notleidende Regionalzeitungen untergehen zu lassen: „Kann es nicht sogar sein, dass das Fortbestehen von Zombie-Regionalzeitungen das Entstehen von unabhängigerem Lokaljournalismus mehr behindert als befördert? Ist nicht der Umstand, dass viele Menschen immer noch ‚etwa 40 Euro‘ monatlich für ihre Lokalzeitung ausgeben, ein Grund dafür, dass sie keine Notwendigkeit oder Möglichkeit sehen, stattdessen 10 bis 20 Euro für lokaljournalistische Blogs auszugeben, die sich mit klein(st)em Team auf genuin journalistische Recherche konzentrieren?“

6. Memes sollen nur noch 128 mal 128 Pixel groß sein
(golem.de, Friedhelm Greis)
In einem „Diskussionsentwurf“ für das neue Leistungsschutzrecht geht es unter anderem um die Nutzung von Pressefotos und Videos für Memes und Vorschaubilder. Wenn es nach dem Papier geht, soll künftig nur noch „‚ein kleinformatiges Vorschaubild mit einer Auflösung von bis zu 128 mal 128 Pixeln‘ und eine ‚Tonfolge, Bildfolge oder Bild- und Tonfolge mit einer Dauer von bis zu drei Sekunden‘ lizenzfrei genutzt werden dürfen.“ Die Urheberrechtsexpertin und frühere Europaabgeordnete Julia Reda kommentiert auf Twitter: „Die Ausnahmen für kleine Ausschnitte sind absolut weltfremd definiert. 128×128 Pixel? Wie zu Atari-Zeiten!“

„Bild“ meldet falsche „Messer-Attacke“ auf Karamba Diaby

Nachricht 1: Auf das Bürgerbüro des SPD-Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby in Halle (Saale) wurde geschossen.

Nachricht 2: Das Land Nordrhein-Westfalen präsentiert die „Gesamtjahresbilanz der Messerstraftaten 2019“ (PDF).

Auf der „Bild“-Titelseite von heute kommen beide Nachrichten vor:

Ausriss Bild-Titelseite - großes Titelthema: Messer-Gewalt immer schlimmer! Neue, erschreckende Zahlen - Innenminister warnt - Polizisten schlagen Alarm - Opfer sprechen in Bild - Heute große Sondersendung bei Bild.de

… wobei die „Bild“-Redaktion die „immer schlimmere“ „Messer-Gewalt“ offenbar für ein deutlich größeres Thema hält als den Angriff mit einer Schusswaffe auf das Büro eines gewählten Parlamentariers — allein das Wort „Messer-“ ist größer als die gesamte Meldung zu Karamba Diaby auf Seite 1. (Dazu muss auch noch sagen, dass nur die aktuellen Zahlen aus Nordrhein-Westfalen die These „immer schlimmer“ nicht stützen beziehungsweise gar nicht stützen können: Sie wurden zum ersten Mal erhoben, Vergleichswerte aus den Vorjahren gibt es nicht. Außerdem heißt „Messerstraftaten“ nicht, dass es sich automatisch um „Messer-Gewalt“ im Sinne von Gewaltdelikten handelt.)

In der auf der Titelseite angekündigten „großen Sondersendung bei Bild.de“ hat die Redaktion es dann leider nicht geschafft, die zwei Nachrichten, die nichts miteinander zu tun haben, auseinanderzuhalten. Auf einmal meldet „BILD LIVE“, dass es eine „Messer-Attacke auf SPD-Politiker Karamba Diaby“ gegeben habe:

Screenshot Bild.de - Willkommen zu Bild live - Messer-Attacke auf SPD-Politiker Karamba Diaby - 6827 Messer-Taten in NRW 2019

Was kann schon schiefgehen, wenn „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt seine TV-Pläne erfolgreich umsetzen sollte und mit dieser grottenschlechten Berichterstattung 40 Millionen Menschen erreicht?

Mit Dank an @papalaeuft, @BehluelCevikel und @BergChris1 für die Hinweis!

Nazi-Vergangenheit, Kein Recht auf Vergessenwerden, Omas Väter

1. Profitierte Bauer Media Group vom Nazi-Regime?
(ndr.de, Sebastian Friedrich, Video: 6:07 Minuten)
Die Bauer Media Group ist mit 600 Magazinen in 17 Ländern das größte Zeitschriftenhaus Europas und kann auf eine fast 150-jährige Geschichte zurückblicken. In der veröffentlichten Firmenhistorie werde die Zeit des Nationalsozialismus jedoch weitgehend ausgespart. Recherchen von „Spiegel“ und „Zapp“ hätten ergeben, dass das Unternehmen in der Nazizeit den entscheidenden Aufschwung erfuhr. Nun wolle das Verlagshaus, dessen historisches Interesse bisher begrenzt gewesen sei, einen Historiker mit der Aufarbeitung der Verlagsgeschichte beauftragen.
Weiterer Lesehinweis: Ein Verlag stellt sich seiner Nazi-Vergangenheit (spiegel.de, Nils Klawitter).

2. Kein Recht auf Vergessenwerden
(jmwiarda.de, Jan-Martin Wiarda)
Nach jahrelangem Streit mit insgesamt drei Verfahren hat nun das Oberlandesgericht Frankfurt am Main geurteilt: Eine des Doppel-Plagiats (Promotion und Habilitation) bezichtigte ehemalige Vizepräsidentin der Universität Flensburg müsse es hinnehmen, dass in der Berichterstattung darüber ihr Name genannt werde. Dagegen hatte sich die Beschuldigte bislang gewehrt und war gegen „Flensburger Tageblatt“, „Cicero“, die „FAZ“ sowie den Publizisten und Autor Jochen Zenthöfer vorgegangen. Das Oberlandesgericht habe nun entschieden, dass die Klägerin ein „Recht auf Vergessenwerden“ nicht geltend machen könne.

3. Werbeverstöße: Diese Sender werden besonders oft gerügt
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) kontrolliert unter anderem die Werbung bei Privatsendern und spricht bei Regelverstößen Beanstandungen aus oder stellt mögliche Rechtsverstöße fest. Da die Rügen finanzielle Nachteile mit sich bringen, prozessieren die betroffenen Werbesünder oft gegen die Entscheidungen. Nach einer „DWDL“-Auswertung käme in den vergangenen Jahren kein anderer Sender auch nur annähernd auf so viele Beanstandungen wie Sport1.

4. Kritik an Wahl der Direktorin
(deutschlandfunk.de, Tonia Koch)
Die CDU-Politikerin Ruth Meyer ist zur neuen Direktorin der saarländischen Landesmedienanstalt gewählt worden. Doch „Wahl“ ist hier vielleicht der falsche Ausdruck, denn Medienrechtler kritisieren diese als intransparent und gegen die Chancengleichheit verstoßend: Die Staatsferne der Medienanstalt sei gefährdet. Nun werde damit gerechnet, dass ein nicht berücksichtigter Bewerber gegen die Entscheidung des Landtags klagt.

5. War #Omagate ein von rechts orchestrierter Shitstorm?
(belltower.news, Simone Rafael)
Der zum Skandal aufgeblasene Vorgang um das harmlose Satireliedchen von der Oma als „Umweltsau“ beherrschte viele Tage die Medien. Der Shitstorm wurde maßgeblich von der rechtsextremen Internetszene erzeugt, die den Fall nutzte, um rituell gegen den Rundfunk und die damit verbundenen Gebühren zu hetzen. Simone Rafael hat das Zusammenspiel der Protagonisten und die inszenierte Empörung analysiert.

6. Hinter jedem Baum lauert der Wahnsinn.
(planet-interview.de, Jakob Buhre)
Wenn Jakob Buhre Interviews durchführt, dann stets wohltuend ausführlich und in die Tiefe gehend. So auch diesmal bei seinem Gespräch mit Ingo Appelt über dessen bewegte Karriere als Comedian. Appelt äußert sich darin auch zu den geschlechtsspezifischen Besonderheiten von Humor: „Frauen haben eine ganz andere Form von Humor, sie sind viel moralischer als wir Männer in der Bewertung. Das kann man gut bei Comedy-Shows sehen, wenn da ein Mann auf der Bühne steht und die Kamera ins Publikum schwenkt, geht der erste Schnitt immer zu Frauen. Immer, grundsätzlich. Weil: Wenn die Frau lacht, ist alles gut. Wenn der Mann lacht, könnte es auch eine Hinrichtung sein.“

Wenn „Bild“ einen Fehler macht, sind die anderen schuld

Wer — wie ich — lange Jahre bei Boulevard-Zeitungen gearbeitet hat, kennt auch die Kniffe, mit denen man immer halbwegs überleben kann, auch wenn man gerade ins Klo gegriffen hat. Eine Rettungs-Regel z.B. lautet: wenn Du falsch berichtet hast, lass die Korrektur aussehen wie eine neue Enthüllung.

Das schrieb Georg Streiter im Dezember 2018 über eine fehlerhafte „Bild“-Kampagne gegen Annette Widmann-Mauz, die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung. Streiter hat früher selbst bei „Bild“ gearbeitet.

Vergangene Woche lieferte die „Bild“-Redaktion neues Anschauungsmaterial, wie sie diese „Rettungs-Regel“ in der Paraxis umsetzt.

Viele Medien berichteten, dass die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin scheinbar eine 24-Stunden-Woche einführen wolle — nur vier Tage in der Woche à sechs Stunden arbeiten. Auch bei Bild.de gab es einen Artikel zum „JOB-HAMMER IM NORDEN“:

Screenshot Bild.de - Job-Hammer im Norden - Finnen-Chefin (34) will Vier-Tage-Woche einführen

Premierministerin Sanna Marin will zudem den Arbeitstag von acht auf sechs Stunden verkürzen

Nach einer Runde großem Staunen und Abschreiben kamen die ersten Journalistinnen und Journalisten auf die verrückte Idee, doch noch zu recherchieren. Und siehe da: Sanna Marin sprach zwar mal von einer Vier-Tage-Woche und auch von einem Sechs-Stunden-Tag, aber erstens nie in Kombination (also: entweder eine kürzere Arbeitswoche oder kürzere Arbeitstage — und nicht beides auf einmal) und zweitens nie in ihrer Rolle als Ministerpräsidentin. Im August 2019 erwähnte Marin, damals noch Transportministerin Finnlands, bei einer Podiumsdiskussion ihrer Partei die Vier-Tage-Woche und den Sechs-Stunden-Tag. Sie twitterte noch etwas dazu. Das war’s aber auch schon — im aktuellen Regierungsprogramm findet man zu dem Thema nichts. Das stellte auch die finnische Regierung recht schnell klar. Der Journalist David Mac Dougall hat versucht nachzuzeichnen, wie sich die falsche Nachricht zur finnischen Arbeitswoche vermutlich von Belgien aus über Großbritannien bis nach Indien und Australien verbreitet hat.

Was macht man nun als Redaktion, „wenn man gerade ins Klo gegriffen hat“, wie Ex-„Bild“-Ressortleiter Georg Streiter es nennt? Man könnte den Murks transparent korrigieren, wie in diesem Fall etwa Stern.de, Welt.de und Handelsblatt.de.

Oder man tut so, als wären die anderen schuld; als hätte man selbst keinen Fehler gemacht, sondern eine neue Enthüllung zu bieten; als gäbe es „bei den Finnen“ eine „Rolle rückwärts“; und als hätte die finnische Regierungschefin auf einmal „kalte Füße“ bekommen:

Screenshot Bild.de - Kriegt die Regierungschefin kalte Füße? Doch keine Vier-Tage-Woche bei den Finnen

Rolle rückwärts bei den Finnen!

Was fällt Sanna Marin auch ein, die 24-Stunden-Woche nicht so einzuführen, wie „Bild“ und die anderen es falsch vermeldet hatten?

Damit war aber noch nicht Schluss bei Bild.de. Noch bescheuerter wurde es, als die Redaktion einen Tag später wieder behauptete, dass es in Finnland nun doch die schon längst rückwärtsgerollte Vier-Tage-Woche geben werde:

Screenshot Bild.de - Wirbel um kürzere Arbeitszeiten in Finnland - Vier-Tage-Woche - Geht das auch bei uns?

Vier Tage pro Woche und jeden Tag nur sechs Stunden arbeiten?

Finnlands neue Regierungschefin Sanna Marin (34) will eine radikale Verkürzung der Arbeitszeit testen.

Dazu auch:

Unwort des Jahres, Assanges Hinrichtung auf Raten, Herrenwitz

1. Selbstverliebte Männer
(taz.de, Ingo Arzt)
Eine Jury aus vier SprachwissenschaftlerInnen und einem Journalisten hat entschieden: Unwort des Jahres ist „Klimahysterie“ (Pressemitteilung als PDF). Im Interview mit dem „Spiegel“ erklärt Jurychefin Nina Janich, warum das Wort irreführend und diskreditierend sei: „Wenn man die Klimadebatte mit einem Wort wie Hysterie in Zusammenhang bringt, dann diskreditiert man die Debatte, indem man sie pathologisiert und wie eine kollektive Psychose behandelt. Damit werden in der Konsequenz alle, die sich für Klimaschutz engagieren, als Hysteriker abgestempelt. Irreführend ist der Begriff deshalb, weil die Klimadebatte auf Basis wissenschaftlicher Ergebnisse geführt wird, mit dem Wort Hysterie wird sie aber in einen Krankheitsbereich verschoben.“ „taz“-Redakteur Ingo Arzt kommentiert: „Auch FDP-Neoliberale, CDU-Konservative und diverse Journalisten nutzten es, denn sie eint mit den Rechtspopulisten das dumpfe Gefühl, dass ihnen da jemand die argumentative Lufthoheit geraubt hat. ‚Hysterie‘ als Kampfbegriff gegen eine größtenteils weibliche Klimabewegung lag da auf der Hand.“

2. Gericht stärkt Faktenchecks von Correctiv
(correctiv.org, David Schraven)
Wie „Correctiv“-Chef David Schraven berichtet, habe das Landgericht Mannheim die Klage des Blogs „Tichys Einblick“ auf eine einstweilige Verfügung abgewiesen (Urteil als PDF). Bei „Tichys Einblick“ hatte man sich an „Correctivs“ Faktencheck für Facebook gestört. Die Entscheidung sei auf 45 Seiten ausführlich und umfassend begründet. Trotzdem hätten Tichys Anwälte angekündigt, in Berufung gehen zu wollen. Der Streit wird also vermutlich fortgeführt.

3. Julian Assanges Hinrichtung auf Raten
(deutschlandfunkkultur.de, Milosz Matuschek)
Nach einem langjährigen Aufenthalt in der Botschaft Ecuadors sitzt Wikileaks-Gründer Julian Assange nun in einem Hochsicherheitsgefängnis in Großbritannien. Der UN-Folterbeauftragte Nils Melzer spreche in diesem Zusammenhang von „psychologischer Folter“. Trotz dieses Vorwurfs würden sich nur wenige Journalistenverbände für Assanges Freilassung einsetzen. Der Publizist und Jurist Milosz Matuschek spricht in seinem Kommentar von einem Totalversagen: „Wäre Julian Assange in einem Keller über Monate eingesperrter, gequälter Hund — wir hätten vermutlich längst einen Prozess gegen die Tierquäler, eine Verschärfung des Tierschutzgesetzes und ‚Donnerstage für Doggen‘-Demos gesehen. Doch Assange ist — zu seinem Pech — leider ein Mensch. Und zwar einer, der sich bei Mächtigen nicht beliebt gemacht hat.“

4. Liebe Kollegen der @berlinerzeitung …
(twitter.com, Julius Betschka)
Julius Betschka wirft der „Berliner Zeitung“ in einem Twitter-Thread vor, zum wiederholten Mal Falschmeldungen über die Mordrate in Berlin zu verbreiten: „Jeder macht Fehler. Man kann sich korrigieren und entschuldigen. Aber anstelle einer Entschuldigung wird hier eine unhaltbare These mit wiederholt falschen Fakten und besonders markigen Worten verteidigt. Verstehe ich nicht, liebe @berlinerzeitung.“
Lesehinweis zum Hintergrund: Berlin doch nicht Mordmetropole Europas (uebermedien.de, Stefan Niggemeier).

5. „Deutschland sticht absolut heraus“
(deutschlandfunk.de, Bettina Schmieding, Audio: 6:30 Minuten)
Bettina Schmieding hat sich im Deutschlandfunk mit der Wissenschaftlerin Susanne Fengler unterhalten, die sich mit ihrem Co-Autor Marcus Kreutler die Berichterstattung über Geflüchtete genauer angeschaut hat („Stumme Migranten, laute Politik, gespaltene Medien“). In Deutschland werde zwar intensiv über Migration und Flucht berichtet, aber dies erfolge sehr selektiv. So kämen Migranten und Geflüchtete nur in einem Viertel der Berichte als zentrale Akteure vor. Auch Herkunft und Kontext sowie der Status — Geflüchteter oder Migrant — seien oft kein Thema, so Fengler.

6. Herrenwitz: Keine Partei wird anteilig häufiger von Männern gewählt
(einfacherdienst.de)
Welche Partei wird laut offizieller Wahlstatistik des Bundeswahlleiters am meisten, nämlich zu zwei Dritteln, von Männern gewählt? Ist es die AfD? Oder vielleicht die FDP? Nein, es handelt sich dabei um die Satirepartei Die Partei mit ihren Spitzenleuten Martin Sonneborn und Nico Semsrott. Das krasse Geschlechter-Ungleichgewicht bei der Wählerschaft soll sich jedoch ändern. Laut Semsrotts Pressesprecherin Isabel Prößdorf stelle man sich nun „immer die Frage, ob Frauen aber auch Personen, die sich selbst als divers bezeichnen würden, genug in unsere Aktionen miteingebunden sind und sich angesprochen fühlen.“ Männer seien dabei egal, „die werden von der AfD und CSU schon genug vertreten.“

BND-Schreckensszenarien, Frauen zählen, Der 16-Mio-Kommentare-Post

1. Wie Ex-BND-Präsidenten mit Unwahrheiten die Überwachung von Journalist:innen rechtfertigen
(medium.com, Daniel Moßbrucker)
Wie Daniel Moßbrucker berichtet, werde das Bundesverfassungsgericht zum ersten Mal seit über 20 Jahren die Massenüberwachung durch den Bundesnachrichtendienst (BND) verhandeln. Auslöser des Rechtsstreits sei eine Klage von Journalisten und Journalistinnen, die eine Aushöhlung des Quellenschutzes befürchten. Im Vorfeld hätten die ehemaligen BND-Präsidenten August Hanning und Gerhard Schindler „Schreckensszenarien und Schein-Wahrheiten“ gestreut, um die Überwachung zu rechtfertigen.

2. [Kolumne] Frauen zählen gegen #frauenzählen?
(54books.de, Johannes Franzen)
Zählt man die aktuellen Verlagsprogramme der großen Verlage durch, fällt die Dominanz männlicher Autoren auf. Die etablierten Literaturverlage hätten nach wie vor kein Problem damit, Programme mit wenigen Autorinnen in die Saison zu schicken (Hanser 4/14, Fischer 4/11, Diogenes 5/15). Dies rief einige Kritik hervor. Doch es gebe auch Kritik an der Kritik, zum Beispiel von Mara Delius, der Leiterin der „Literarischen Welt“. Johannes Franzen ordnet die Positionen ein.

3. Streaming-Gigant unter Druck: Wann öffnet sich Netflix für Werbung?
(meedia.de, Nils Jacobsen)
Der Streamingdienst Netflix könne auf ein gigantisches Wachstum zurückblicken, doch die Erfolgsgeschichte sei in Gefahr: Der Heimatmarkt sei weitgehend ausgereizt, und mit Disney+ und Apple TV+ seien zwei mächtige Gegner am Start, die zudem mit günstigeren Preisen operieren. Nun kommen von außen Forderungen auf, Netflix möge sich für Werbung öffnen — etwas, das der Streamingdienst in der Vergangenheit stets abgelehnt habe.

4. Warum wir geschlechtergerechte Sprache verwenden
(netzpolitik.org)
netzpolitik.org wird nach eigener Aussage häufig für das Bemühen um eine geschlechtergerechte Sprache kritisiert und nimmt deshalb Stellung: „Verlangen wir zu viel von unseren Leser:innen, wenn wir in unseren Texte ein * oder : verwenden, um die Vielfalt der Geschlechter sichtbar zu machen? Wir finden, das ist nicht zu viel verlangt. Denn es ist doch so: Unserer Leser:innen sind vielfältig, die Menschen, über die wir schreiben, sind vielfältig und deswegen sieht man das auch an unseren Texten. Wir finden, das ist nicht radikal. Das ist im Grunde selbstverständlich.“

5. Mitarbeiter befürchten Einstellung des deutschen Online-Programms
(deutschlandfunk.de, Henning Hübert, Audio: 4:20 Minuten)
Die steuerfinanzierte Deutsche Welle verfüge über so hohe Mittel wie noch nie (mehr als 365 Millionen Euro im Jahr 2020). Dennoch gäbe es drastische Einschnitte im deutschsprachigen Online-Angebot des Auslandssenders, wie rund 50 freie Journalistinnen und Journalisten in einem offenen Brief (PDF) kritisieren. Im Interview mit @mediasres erklärt DW-Programmdirektorin Gerda Meuer ihre Sichtweise: „Die Deutsche Welle steht dazu, dass wir die deutsche Sprache fördern auf allen unseren Ausspielwegen, aber wir müssen uns der veränderten, der digitalen Welt stellen und das heißt auch Veränderungen im Digitalen, im Online-Angebot.“

6. 15,9 Millionen Kommentare mit einem Instagram-Post: Dealbunny kratzt mit Bibi am Rekord
(omr.com, Roland Eisenbrand)
Instagram-Berühmtheit Bianca Claßen („BibisBeautyPalace“) hat mit einem Gewinnspiel eine Schnäppchenseite beworben. Der Trick: Die Teilnahme war an die Abgabe eines Kommentars geknüpft und zusätzlich an die Bedingung, sowohl der geschäftstüchtigen Schminkerin als auch dem Onlineverkäufer zu folgen. Aus Marketing-Sicht ein schier unglaublicher Erfolg: Der Gewinnspiel-Post hat 15,86 Millionen Kommentare angesammelt. Über den Aktionszeitraum habe das Unternehmen mehr als 523.000 neue Instagram-Followerinnen und -Follower hinzugewonnen, bei Anmal-Expertin Bibi seien es 260.000 gewesen — für den vergleichsweise bescheidenen Einsatz von etwas Technikkrempel als Digitalköder.

Macht’s noch einmal, Will und Martin

Ein exklusives Interview mit zwei Hollywood-Stars — darauf kann eine Redaktion schon stolz sein. Und klar, dass diese Redaktion dann auch extra schreibt: „BILD traf Will Smith und Martin Lawrence zum Interview“.

Screenshot Bild.de - Bad-Boys-for-Life-Premiere in Berlin - Dieser Film hat unsere beiden Karrieren gestartet - Bild traf Will Smith und Martin Lawrence zum Interview

Blöd nur, wenn es gar kein Interview gegeben hat.

Der Artikel auf Bild.de zitiert Will Smith und Martin Lawrence zwar mehrfach und ausführlich; diese Zitate stammen aber alle von einer Pressekonferenz in Berlin, bei der die zwei Schauspieler gemeinsam mit Produzent Jerry Bruckheimer sowie den Regisseuren Adil El Arbi und Bilall Fallah ihren neuen Film „Bad Boys for Life“ vorgestellt haben. Hier der Vergleich:

Bild.de Pressekonferenz
„Ich habe in meiner Karriere einige Fortsetzungen gedreht, ich war niemals richtig glücklich mit der Qualität. Aber das hier war unser Baby, dieser Film hat unsere beiden Karrieren gestartet. Es musste also vernünftig werden und nicht einfach nur der dritte Teil. Sehr selten werden Fortsetzungen besser, aber bei dieser Trilogie ist der dritte Film der beste.“ Smith: „I’ve made a couple of sequels in my career and I was never totally happy with the quality of the sequel, and this was like our baby, like this was the movie that really launched both of us and it just, it had to be right, it had to be a movie, that was worthy of coming back to it by itself. Not just: Hey, wouldn’t it be cool to make a third one, and you know, I wanted to do something that was great and I wanted to take a shot at making the best of the three movies. And very rarely in sequels do the films get better, as you go along, and I think that with this trilogy, I think that definitely in terms of story, definitely in terms of performance, this third one is the best of the three.“
Als Lawrence etwas von „Ich mache Sport“ ins Mikrofon flüstert, kriegt sich Smith gar nicht mehr ein. Er fängt an, laut zu lachen und klatscht begeistert in die Hände. Dann gibt er zu: „Ich fühle mich älter.“ Lawrence: „Well, exercise.“ – Gelächter – Smith: „I don’t know, ah, you know, I just feel like, I’m feeling all of my 50 years old.“ – Lawrence: „I feel all of 54.“
Vor Beginn der Dreharbeiten zu „Bad Boys for Life“ habe er [Smith] gesagt, er mache alle Stunts selbst – Tom Cruise (57) schaffe das schließlich auch. „Nach drei Tagen war klar, es ist viel tougher als ich dachte.“ Kampfszenen und aus dem Fenster springen sei in seinem Alter doch weitaus schwieriger als mit 25. „Danke Gott für die Spezialeffekte!“ Smith: „We came into this movie, and I was like: I’m doing all the stunts, I don’t need no stuntman. Just whatever it is. Tom Cruise can do all his stunts, I can do all my stunts. And, we had about three days of that, we had about three days and we had a scene calling the subs. I said: ‚Hey, you think we should use our stuntman for this?‘ And you know, it was really a lot tougher than I imagined, it’s a whole lot easier doing a fight scene and trying to fall out of a window and all of that kind of stuff at 25, than it is at 50. Thank god for special effects!“
Er [Bruckheimer] hat keinerlei Zweifel am Erfolg der Fortsetzung: „Wenn du eine Kamera auf Martin und Will richtest, weißt du, sie werden fantastisch sein.“ Bruckheimer: „When you put Martin and Will together, and you turn a camera on, it’s magic, no matter what, so I knew they would be fantastic.“
Smith erinnert sich noch gut an die Dreharbeiten des ersten Films in Florida. „Prince hatte einen Club in Miami, selbst designt. Es war wirklich hart für uns zu arbeiten, wenn du jede Nacht in den Club gehen konntest …“ Smith: „For me, it was Miami. It was like, you know, for this, for ‚Bad Boys‘ was the first time we really spent time in Miami, it was like our introduction to that. And, one of the major memories: Prince had a club in Miami, when we first made the film, with ‚glam slam‘ or something like that. Prince designed a club, it was really hard to get work done in Miami when you could go to Prince’s club every night. So that was one of my fondest memories.“
Was für ihn die Freundschaft der beiden Hauptfiguren ausmacht: „Es muss nicht liebenswürdig sein, es muss nicht besonnen sein oder goldig. Aber sehr zuverlässig.“ Motto: „We ride together, we die together“. Smith: „Yeah, that’s really at the center of ‚Bad Boys‘, you know, that idea: ‚We ride together, we die together.‘ It’s like perfect friendship. And it doesn’t have to be gentle, and, you know, it doesn’t have to be calm, it doesn’t have to be sweet, but what it is: it’s rocksolid. We ride together, we die together. Bad Boys for life.“

(All diese Zitate (bis auf eines — aber auch dieses stammt von der Pressekonferenz), sind in einem gekürzten Zusammenschnitt auf Youtube zu finden.)

Der „Bild“-Autor hat während der gesamten Pressekonferenz keine einzige Frage gestellt — das geht aus einem Audiomitschnitt hervor, der uns vorliegt. Dennoch gibt die Redaktion die Antworten als eigenes „Interview“ aus.

Diese Interviewvorgaukelei hat bei „Bild“ eine gewisse Tradition:

Mit Dank an den Hinweisgeber!

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