Danger Dan und das ZDF, USA schränken ein, Neuer “Standard”

1. Danger Dan und Igor Levit werfen ZDF Eingriff in die Kunstfreiheit vor
(zeit.de, Sarah Kohler)
Der Musiker Danger Dan und der Pianist Igor Levit hätten der ZDF-Intendanz einen “Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit” vorgeworfen. Nach Angaben der Künstler habe der Sender kurz vor der Aufzeichnung der Jubiläumssendung von “Die Anstalt” einen Auftritt mit dem antifaschistischen Lied “Keine Angst” verboten, obwohl der Hausjustiziar bereits grünes Licht gegeben habe. Das ZDF rechtfertige die Ausladung mit dem Argument, der Songtext könne “als Aufruf zu Gewalt verstanden werden”. Die Künstler sprächen von einem besorgniserregenden, “autoritären Akt” des öffentlich-rechtlichen Senders.

2. RSF kritisiert Nachrichtendienstreform
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) habe die geplante Reform des Nachrichtendienstrechts scharf kritisiert. Der Entwurf erweitere die Befugnisse des Bundesnachrichtendienstes (BND) und des Verfassungsschutzes, baue aber den Quellenschutz und die Kontrolle systematisch ab. RSF bemängele insbesondere den geplanten Einsatz automatisierter Datenanalysen zur Erstellung von Risikoprofilen potenzieller Informanten sowie den Einsatz von BND-Trojanern gegen Journalistinnen und Journalisten. Die Stellungnahme ist hier abrufbar (PDF).

3. Neue Regeln: USA schränken Aufenthaltszeit für Studenten und Medien ein
(tagesspiegel.de)
Die US-Regierung schränke die Aufenthaltszeiten für ausländische Studierende sowie für Medienvertreterinnen und -vertreter künftig stärker ein. Bislang hätten Inhaber der betroffenen Visa-Klassen für die gesamte Dauer ihrer Ausbildung oder ihres Arbeitsauftrags ohne feste Befristung im Land bleiben dürfen. Mit der Neuregelung werde der Aufenthalt für Studierende nun auf maximal vier Jahre sowie für Journalistinnen und Journalisten auf 240 Tage begrenzt.

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4. Wie umgehen mit der AfD?
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 34:00 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, ob man der AfD angesichts des neuesten Gutachtens der Gesellschaft für Freiheitsrechte noch eine mediale Bühne bieten sollte. Es diskutieren DLF-Hörer Alexander Pleschka, Ann-Katrin Müller vom “Spiegel” und Korbinian Frenzel von Deutschlandfunk Kultur.

5. Steidl-Verlag aus Göttingen meldet vorläufige Insolvenz an
(spiegel.de)
Der Göttinger Steidl-Verlag befinde sich in finanziellen Schwierigkeiten. Das Amtsgericht Göttingen habe am vergangenen Freitag ein vorläufiges Insolvenzverfahren über das Vermögen des Verlags eröffnet. Grund dafür seien unter anderem unbezahlte Sozialabgaben. Außerdem stünden seit Monaten Gehaltszahlungen aus. Das 1969 von Gerhard Steidl gegründete Traditionshaus halte unter anderem die Weltrechte am Werk von Günter Grass und sei weltweit für seine hochwertigen Fotobücher (unter anderem von Karl Lagerfeld) bekannt.

6. Österreichs “Standard” in Deutschland
(verdi.de, Danilo Höpfner)
Die Schweizer “NZZ” habe den deutschen Markt mit großem Marketingaufwand erobert. Der österreichische, liberal-progressive “Standard” verfolge mit seinem Onlineableger in Deutschland eine andere Strategie: Die deutsche Ausgabe diene vor allem als risikofreie Sandbox für technologische und wirtschaftliche Experimente, um das Kerngeschäft in Österreich nicht zu gefährden. So würden in Deutschland Cloud-Infrastrukturen, programmatische Vermarktung und ein Algorithmus getestet, der die Startseite vollautomatisch bestücke. Besucherinnen und Besucher aus Deutschland würden inzwischen für acht bis zehn Prozent des “Standard”-Onlinetraffics sorgen.