1. Mega-Fusion krempelt Hollywood um
(taz.de)
Der von der Familie des Tech-Milliardärs Larry Ellison kontrollierte Medienkonzern Paramount habe die rund 110 Milliarden US-Dollar umfassende Übernahme von Warner Bros. Discovery abgeschlossen. In den USA löse der Megadeal medienpolitische Sorgen aus: Da Ellison als enger Unterstützer von US-Präsident Donald Trump gelte, werde ein möglicher politischer Einfluss auf den zu Warner gehörenden Nachrichtensender CNN befürchtet. Um die Bedenken abzufedern, habe der Konzern ein Gremium für die redaktionelle Unabhängigkeit des Senders zugesagt und CNN-Chefredakteur Mark Thompson im Amt bestätigt.
2. Mord an Anna Politkowskaja: 20 Jahre Straflosigkeit
(reporter-ohne-grenzen.de)
Auch 20 Jahre nach dem tödlichen Attentat auf die russische Investigativjournalistin Anna Politkowskaja am 7. Oktober 2006 würden die eigentlichen Auftrag- und Geldgeber des Mordes ungestraft bleiben. Politkowskaja, die in der regierungskritischen Zeitung “Nowaja Gaseta” Folter und Kriegsverbrechen in Tschetschenien dokumentiert hatte, war im Aufzug ihres Moskauer Wohnhauses erschossen worden. Die anhaltende Straflosigkeit stehe laut der Organisation Reporter ohne Grenzen sinnbildlich für die systematische Zerstörung der Pressefreiheit unter Wladimir Putin.
3. “Generative KI – Verlage brauchen Datentransparenz und wirksame Instrumente zur Rechtsdurchsetzung”
(urheber.info)
Anlässlich der Frankfurter Buchmesse fordern zahlreiche Verlage in einem gemeinsamen Appell wirksame gesetzliche Maßnahmen gegen den unvergüteten Einsatz geschützter Werke beim KI-Training. Internationale KI-Unternehmen würden fremde Werke systematisch ohne Zustimmung nutzen und bestehende Nutzungsvorbehalte ignorieren. Eine rechtliche Durchsetzung sei für europäische Verlage wegen der schwierigen Beweislast und der hohen Prozesskosten praktisch unmöglich.
4. Drepper gründet Redaktion für Umwelt- und Klimarecherchen
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Investigativjournalist Daniel Drepper, Vorsitzender des Netzwerk Recherche und ehemals Leiter der Recherchekooperation von NDR, WDR und “Süddeutscher Zeitung”, wolle mit “Otter News” eine neue gemeinwohlorientierte Rechercheredaktion aufbauen. Das Projekt widme sich ausschließlich fundierten Umwelt- und Klimarecherchen, deren Kernergebnisse ohne Paywall frei zugänglich bleiben sollen. Die Finanzierung soll ab Januar 2027 über ein Mitgliedermodell gesichert werden. Geplant seien Video-, Newsletter- sowie investigative Audioformate wie der Podcast “Feuer”.
5. Lokaljournalismus: Die Welt vor der Haustür
(verdi.de, Claudia Krieg)
Claudia Krieg analysiert die existenzielle Krise des Lokaljournalismus in Deutschland, der durch redaktionelle Zentralisierungen großer Verlage und den Rückzug aus der Fläche dramatisch geschwächt werde. Wo lokale Berichterstattung verschwindet und sogenannte Nachrichtenwüsten entstehen, würden vor allem rechtspopulistische bis rechtsextreme Akteure diese Lücken nutzen. Obwohl Lokaljournalismus als demokratische Basisinfrastruktur unverzichtbar sei, habe die Bundesregierung ihre bundesweite Strukturförderung eingestellt.
6. Helene Fischer geht auch gegen Paparazzo leer aus
(lto.de, Hasso Suliak)
Der Bundesgerichtshof (BGH) habe die Klage von Schlagerstar Helene Fischer gegen einen Paparazzo, der sie heimlich mit ihrer Tochter in der Münchner Innenstadt fotografiert und die Bilder an Boulevardmedien verkauft habe, abgewiesen. Nach vorangegangenen Urteilen zugunsten der berichtenden Verlage habe der BGH auch gegenüber dem Fotografen Ansprüche auf DSGVO-Schadensersatz oder zivilrechtliche Geldentschädigung verneint. Hasso Suliak erklärt bei “Legal Tribune Online” die juristischen Hintergründe.



