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Repressionen in Venezuela, Das Problem mit SLOP, Wo endet Satire?

1. Neue Machthaberin, alte Methoden
(taz.de)
Die staatlichen Repressionen gegen Medienschaffende in Venezuela würden auch unter der Interimspräsidentin Delcy Rodríguez unvermindert anhalten. Laut der nationalen Pressegewerkschaft seien am Rande der konstituierenden Sitzung der Nationalversammlung 14 Journalisten festgenommen worden. Der Deutsche Journalisten-Verband habe dies als “Hexenjagd auf kritische Geister” kritisiert und gefordert, internationalen Korrespondentinnen und Korrespondenten endlich ungehinderten Zugang zum Land zu gewähren.

2. Übersteht der Netflix-Warner-Deal das Paramount-Störfeuer?
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Obwohl Netflix bereits eine Einigung zur Übernahme des Studio- und Streaminggeschäfts von Warner Bros. Discovery erzielt habe, versuche Paramount Skydance den Deal durch ein feindliches Übernahmeangebot für den Gesamtkonzern noch zu verhindern. Nun liege die Entscheidung bis zum 21. Januar bei den Aktionärinnen und Aktionären, wobei weitere juristische Schritte und kartellrechtliche Prüfungen zu erwarten seien. Zudem könnte der Einfluss von US-Präsident Donald Trump den Prozess erschweren, da dieser ein strategisches Interesse an der Zukunft des Nachrichtensenders CNN, der Teil von Warner Bros. Discovery ist, habe.

3. Das Netz hat ein SLOP-Problem
(verdi.de, Lars Lubienetzki)
Der Netzexperte Simon Berlin vom “Social Media Watchblog” betont, dass die Politik angesichts der rasanten Entwicklung neuer KI-Modelle mit der Regulierung kaum noch Schritt halten könne. Er warnt vor gesellschaftlichen Gefahren durch automatisierte Propaganda und sieht eine Bedrohung für die Kreativbranche: “Wir erleben gerade, wie schamlos KI-Betreiber mit den Themen Datenschutz und Urheberrecht umgehen.”

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4. KI-Hersteller entschädigen Familien
(netzpolitik.org, Laura Jaruszewski)
Das Unternehmen Character Technologies und der Google-Mutterkonzern Alphabet würden Berichten zufolge Vergleiche mit fünf Familien in den USA anstreben, deren Kinder durch die Nutzung von KI-Chatbots zu Gewalt oder Suizid animiert worden seien. Durch diese außergerichtlichen Einigungen würden die Unternehmen offenbar verhindern wollen, dass ein Präzedenzfall zur Produkthaftung für KI-Anwendungen entsteht. Zwar könnten die betroffenen Familien so schneller Sicherheit erhalten, doch eine grundsätzliche rechtliche Klärung der Verantwortlichkeit von Tech-Konzernen bliebe damit aus.
(Solltest Du Suizid-Gedanken haben, dann gibt es Menschen, die Dir helfen können, aus dieser Krise herauszufinden. Eine erste schnelle und unkomplizierte Hilfe bekommst Du etwa bei der “TelefonSeelsorge”, die Du kostenlos per Mail, Chat oder Telefon (0800 – 111 0 111 und 0800 – 111 0 222) erreichen kannst.)

5. Wenn Nachbarschaft zur Redaktion wird
(media-lab.de, Chimène Goudjinou)
In ihrer Bachelorarbeit analysiert Chimène Goudjinou am Beispiel der Dortmunder Nordstadt, dass Bürgerjournalismus eine wichtige Ergänzung zu etablierten Medien bilde, da dieser Relevanz nicht nach Marktwert, sondern nach gesellschaftlicher Bedeutung definiere. Durch die unmittelbare Nähe zum Geschehen könnten Projekte wie die “Nordstadtblogger” vielfältige Perspektiven sichtbar machen, die im klassischen, ökonomisch getriebenen Journalismus oft untergehen würden. Dennoch sei diese ehrenamtliche Arbeit aufgrund fehlender institutioneller Strukturen und begrenzter Ressourcen fragil und finanziell riskant.

6. Wo endet Satire? – El Hotzo im Spitzengespräch
(youtube.com, Markus Feldenkirchen, Video: 1:08:44 Stunden)
Der Satiriker Sebastian Hotz, bekannt als “El Hotzo”, spricht im Interview mit Markus Feldenkirchen über den Skandal um seinen Tweet über Donald Trump, der ihn seinen Job beim RBB gekostet hat, sowie über sein öffentliches Geständnis zu toxischem Verhalten in früheren Beziehungen. Hotz erklärt, dass er Verantwortung für seine Fehler übernommen habe und heute privat glücklicher sei, auch wenn er sein damaliges Statement so vielleicht nicht mehr veröffentlichen würde. In dem Gespräch geht es um “Cancel Culture als Geschäftsmodell, sein ‘Arschloch’-Verhalten gegenüber Frauen und warum er den neuen Wehrdienst furchtbar findet.”

7. Die Stimme im Ohr (PDF)
(beck-shop.de, Lorenz Meyer)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Das Rechtsfeuilleton “myops” hat sich neu aufgestellt, und der “6-vor-9”-Kurator durfte etwas über True-Crime-Formate erzählen, über Arena-Touren mit echten Mordfällen und über die Frage, warum Millionen Menschen beim Kochen Urteile fällen: “Die Stimme im Ohr”, ausnahmsweise kostenlos als PDF.

Groks sexualisierte Deepfakes, Wachsender Druck, Wir lieben Mord

1. KI-Chatbot Grok zieht Frauen und Kinder digital aus – gegen ihren Willen
(spiegel.de, Pascal Mühle & Kim Staudt)
Eine neue Bildbearbeitungsfunktion des KI-Chatbots “Grok” auf der Plattform X (vormals Twitter) werde laut einer Studie von “AI Forensics” massenhaft missbraucht, um ohne Zustimmung der Betroffenen sexualisierte Deepfakes von Frauen und sogar Minderjährigen zu erstellen. Französische Staatsanwälte sowie die EU-Kommission hätten bereits Ermittlungen aufgenommen und harte Konsequenzen angedroht. Das Unternehmen xAI hätte auf Presseanfragen bisher nur mit standardisierten Vorwürfen gegen die “Lügen” der etablierten Medien reagiert.

2. Ukraine: Wie Militärs soziale Medien nutzen, um die Regierung zu kritisieren
(deutschlandfunk.de, Roman Goncharenko, Audio: 4:53 Minuten)
In der Ukraine habe sich eine neue Form der Berichterstattung etabliert, bei der Soldaten die Sozialen Medien nutzen würden, um Missstände öffentlich zu machen. Da eine einheitliche Regelung fehle und öffentliche Kritik meist toleriert werde, sähen Befürworter in dieser Transparenz ein notwendiges Korrektiv. Allerdings warne der ehemalige Armeesprecher Wladislaw Seleznjow davor, dass Russland diese offenen Debatten gezielt zur Destabilisierung und Propaganda nutze. Er plädiere für strengere Kontrollen.

3. Jörg Wagner über Medienjournalismus, Medienpolitik & seine Karriere
(youtube.com, Tilo Jung & Hans Jessen, Video: 5:46:55 Stunden)
Bei “Jung & Naiv” ist der bekannte Medienjournalist Jörg Wagner zu Gast, rekordverdächtige 5:46 Stunden. Wagner war fast drei Jahrzehnte Moderator und Redakteur des radioeins-Medienmagazins. “Ein Gespräch über Jörgs und Tilos Verhältnis, seine Arbeit als Medienjournalist beim rbb, seinen unfreiwilligen Abschied, die aktuelle rbb-Intendantin, ‘Staatsferne’ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, kritische Berichterstattung über das eigene Medienhaus, Pressefreiheit und die Presse als ‘vierte Gewalt’, den Mangel an Medienmagazinen im ÖRR, Selbstzensur und vorauseilender Gehorsam im System”.

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4. Freie Berichterstattung ermöglichen
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) fordert die Regierung von Venezuela auf, eine freie Berichterstattung im Land zu ermöglichen. “Es geht nicht an, dass die Weltöffentlichkeit auf Informationen angewiesen ist, die aus dem Pentagon kommen oder durch den Zensurfilter der Regierung in Caracas gegangen sind. Journalistinnen und Journalisten der internationalen Medien müssen sich selbst ein Bild vor Ort machen können”, sagt der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster.

5. Medien: Studie sieht wachsenden Druck durch Plattformen und KI
(swissinfo.ch)
Eine Studie der Universität Zürich prognostiziere, dass der Druck auf Medienhäuser bis 2035 massiv wachsen werde, da Plattformen und KI-Chatbots als primäre Informationsquellen an Bedeutung gewännen. Aufgrund dieser Entwicklung reiche eine rein marktwirtschaftliche Finanzierung des Journalismus künftig nicht mehr aus, zumal Tech-Anbieter journalistische Leistungen systematisch nutzen würden, ohne diese angemessen zu vergüten. Der Verlegerverband Schweizer Medien fordere daher politische Eingriffe zur Förderung der Medienkompetenz sowie gesetzliche Abgeltungsmodelle.

6. Wir lieben Mord: So stirbt das Land im Fernsehen
(telepolis.de, Christian Bartels)
Der Autor Christian Bartels kritisiert die enorme Masse an Krimis im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, in denen nach seiner Zählung allein im Jahr 2025 über 400 Menschen fiktiv ermordet wurden. Anhand einer Auflistung teils skurriler Handlungen demonstriert Bartels die unfreiwillige Komik und Monotonie dieser Formate. Trotz der ständigen Wiederholung des Schreckens würden Krimis das beliebteste Abendritual der Deutschen bleiben.

Reichelt verliert erneut, “Yandex”, Gerichtliche Social-Media-Sperren

1. Julian Reichelt verliert erneut gegen Alfonso Pantisano
(queer.de)
Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main habe dem “Nius”-Chefredakteur Julian Reichelt untersagt, die Falschbehauptung zu wiederholen, der Berliner Queerbeauftragte Alfonso Pantisano habe einen wegen Besitzes kinderpornografischer Schriften verurteilten Mann finanziert. Entgegen der Darstellung Reichelts habe das Gericht festgestellt, dass für die betreffenden “Kieztouren” keine Landesmittel geflossen seien, sondern diese rein privat organisiert und bezahlt worden seien. Pantisano habe den Beschluss als Sieg gegen ein “Fake-News-System” bezeichnet.

2. Eine Startseite für Kreml-Propaganda
(taz.de, Nicholas Potter)
Trotz bestehender EU-Verbote erreiche russische Kriegspropaganda über die Tech-Plattform “Yandex” (inzwischen “Dzen”) in Deutschland weiterhin ein Millionenpublikum. Das Portal sei mit rund 27 Millionen monatlichen Aufrufen hierzulande sogar populärer als die BBC oder die “Süddeutsche Zeitung”. Da die Plattform mittlerweile dem staatlich kontrollierten VK-Konzern gehöre, würden auf der Startseite systematisch nur Inhalte kremltreuer Medien wie “RT” und “RIA Novosti” ausgespielt.

3. Pariser Gericht ver­hängt Haft­strafen und Social-Media-Sperren
(lto.de)
Ein Pariser Gericht habe zehn Angeklagte wegen massiven Cybermobbings gegen Frankreichs First Lady Brigitte Macron zu mehrmonatigen Bewährungsstrafen sowie Social-Media-Sperren verurteilt. Der Richter habe das harte Urteil mit einer “Welle des Hasses” begründet, unter der die Betroffene und deren Familie massiv gelitten hätten. Die Verurteilten seien zudem zu Pflichtseminaren für respektvollen Umgang im Internet sowie Geldstrafen herangezogen worden.

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4. Authentisch inszeniert: Die Macht der Influencer
(youtube.com, Tanjev Schulz & Markus Wolsiffer, Video: 45:55 Minuten)
Bei “Die Medienversteher” diskutieren Tanjev Schulz und Markus Wolsiffer darüber, dass Influencer längst nicht mehr nur Lifestyle-Themen bedienen, sondern als “Newsfluencer” oder politische Kommentatoren zunehmend auch journalistische Funktionen übernehmen. Die oft beschworene Authentizität sei meist nur eine “strategisch expressive Inszenierung”, die Nutzerinnen und Nutzer täusche und im Gesundheitsbereich durch fehlende Expertise sogar gefährlich werden könne.

5. Newsletter-Abschied
(us8.campaign-archive.com, Christian Fahrenbach)
Nach elf Jahren und rund 2.250 Ausgaben verabschiedet sich Christian Fahrenbach von der “Morgenpost” der “Krautreporter”, um künftig als US-Korrespondent für das “Redaktionsnetzwerk Deutschland” zu berichten. Rückblickend betont er, dass guter Journalismus die Leserinnen und Leser entlasten und Ängste mindern solle, anstatt sie mit Lärm und Elitarismus zu überfordern. Fahrenbach habe die Erfahrung gemacht, dass ein respektvoller Umgang auf Augenhöhe und Transparenz über die eigene Haltung wichtiger seien als vermeintliche Neutralität.

6. TikTok-Charts: Viraler “Denkzettel” hängt News-Inhalte ab
(dwdl.de, Simon Pycha)
Zum Jahreswechsel hätten Redaktionen wie “Spiegel” und “Stern” ihre Strategie auf TikTok angepasst und würden nun verstärkt auf moderierte Videos setzen. Der höhere Produktionsaufwand habe sich in den Abrufzahlen bislang jedoch noch nicht niedergeschlagen. An der Spitze des Publisher-Rankings habe im Dezember “Sky Sport” gestanden, mit einem viralen Clip über Fußballer Mo Salah.

Kein Recht auf Putin-Propaganda, Denkfabriken, Ab jetzt gemeinfrei

1. Es gibt kein Recht auf Putin-Propaganda
(taz.de, Nicholas Potter)
Der Schweizer Publizist Roger Köppel habe in einem Gastbeitrag für die “Welt” die Europäische Union als “eine weit größere Gefahr als China oder Russland” für Europa bezeichnet und mache dies an der Sanktionierung eines Schweizers fest. Nicholas Potter kommentiert: “Die Meinungsfreiheit ist in einer Demokratie ein hohes Gut, das geschützt werden muss. Doch die Meinungsfreiheit bedeutet nicht die Freiheit, unwahre Tatsachenbehauptungen in die Welt zu streuen. Sie bedeutet auch nicht die uneingeschränkte Freiheit, Propaganda auf professionelle Art zu verbreiten, um die Kriegsziele eines autoritären Regimes zu unterstützen.”

2. Frankreich ermittelt gegen Elon Musks KI-Firma wegen sexualisierter Fotos
(spiegel.de)
Französische Staatsanwälte hätten Ermittlungen gegen Elon Musks Unternehmen aufgenommen, nachdem der KI-Chatbot Grok sexualisierte Bilder von Frauen und Minderjährigen auf der Plattform X verbreitet habe. Wegen dieser Vorfälle würden den Verantwortlichen nun empfindliche Geld- und Haftstrafen drohen. Musk habe auf Kritik an Groks Vorgehen lediglich spöttisch reagiert. Über den Chatbot seien jedoch automatisierte Bitten um Entschuldigung veröffentlicht worden, die technisches Versagen als Ursache angegeben hätten.

3. Wie Medien Interessen transparent machen sollten
(deutschlandfunk.de, Sören Brinkmann, Audio: 36:10 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, wie Medien mit Denkfabriken umgehen sollten. Es diskutieren DLF-Hörer Philippe Ploch, Kathrin Kühn aus der DLF-Wissenschaftsredaktion und Heribert Hirte von Transparency Deutschland.

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4. Die Medienhölle – Pilotfolge
(youtube.com, Jörg Wagner, Video: 32:35 Minuten)
Man kann Jörg Wagner getrost als Legende des Medienjournalismus bezeichnen: Mehrere Jahrzehnte war er Kopf und Stimme des “Medienmagazins” beim RBB-Sender radioeins (dazu zwei Lesetipps: Über Wagners RBB-Abschied hat Anne Fromm bei der “taz” geschrieben, bei “Übermedien” hat Stefan Niggemeier mit ihm über seine lange Medienkarriere und die Gründe seines Ausscheidens gesprochen). Doch nun ist Wagner zurück: unter eigenem Namen und auf YouTube. Der Name seines Projekts: die “Medienhölle”.

5. Es war einmal um 20:15 Uhr: Kommt 2026 das Happy End fürs Lineare?
(dwdl.de, Peer Schader)
Das Jahr 2026 markiere laut Peer Schader endgültig den Übergang vom linearen Fernsehen zum Streaming, was sich symbolisch am Wechsel der “Bambi”-Verleihung zu Amazon Prime sowie an der statistisch belegten Dominanz von Abrufinhalten in den USA zeige. Auch hierzulande reagiere die Branche nun konsequent auf den Verlust des klassischen “Lagerfeuer”-Effekts. Sender wie RTL würden angesichts wegbrechender linearer Reichweiten bei jüngeren Zielgruppen massiv Stellen abbauen und ihre Ressourcen auf eigene Plattformen umschichten.

6. Diese Werke sind ab heute gemeinfrei
(netzpolitik.org, Timur Vorkul)
Zum “Public Domain Day” am 1. Januar seien zahlreiche Werke in den Besitz der Allgemeinheit übergegangen, da in Europa die Urheberrechte für alle 1955 verstorbenen Künstlerinnen und Künstler sowie weiterer Persönlichkeiten, darunter Thomas Mann, Fernand Léger und Albert Einstein, erloschen seien. Diese nun gemeinfreien Arbeiten dürfen ab sofort ohne Einschränkungen kopiert und angepasst werden. In den USA würden Werke des Veröffentlichungsjahres 1930 gemeinfrei, wie etwa Agatha Christies erster Miss-Marple-Krimi.

KW 51/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Haben Thüringens Behörden ein Problem mit Journalisten?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 22:24 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit dem Verdi-Gewerkschafter Peter Dinkloh über die Neuauflage eines Prozesses gegen zwei Neonazis, die 2018 im thüringischen Fretterode Journalisten brutal angegriffen haben. Der Bundesgerichtshof habe das erste, sehr milde Urteil aufgehoben, weil das Landgericht das politische Motiv der Tat zunächst ignoriert habe.

2. Netflix vs. Paramount – Trump mischt bei Übernahme von Warner Brothers mit
(br.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 25:05 Minuten)
Bei “BR24 Medien” geht es um die Bieterschlacht der Streaming-Giganten Netflix und Paramount um das Hollywood-Studio Warner Brothers Discovery. Martin Ganslmeier, ARD-Korrespondent in New York, kommentiert: “Medienexperten hier in den USA sagen, eigentlich ist das die Wahl zwischen Pest und Cholera. Wenn Netflix Warner Brothers übernimmt, dann sind die Kinos in Gefahr, wenn umgekehrt Paramount sich doch noch durchsetzen sollte, dann wird der links-liberale Nachrichtensender CNN neutralisiert.”

3. »Journalismus im Fadenkreuz – Angriffe auf die unabhängige Presse und die Meinungsfreiheit«
(youtube.com, Carolin Emcke, Video: 1:44:46 Stunden)
Carolin Emcke diskutiert mit Anna-Lena von Hodenberg, Anja Osterhaus und Gilda Sahebi über die systematischen Angriffe auf den unabhängigen Journalismus. Die Runde analysiert, wie Hass und Gewalt gezielt gegen Frauen und marginalisierte Gruppen eingesetzt würden, um kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen. Zentral sei dabei die Frage, welche Strategien es gibt, um sich gegen diese Zerstörung der Meinungsfreiheit zu wehren.

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4. Fromm, kontrovers, extrem? Christfluencer in sozialen Medien
(ardaudiothek.de, Thomas Bimesdörfer & Michael Meyer, Audio: 20:38 Minuten)
Christliche Influencer würden in den Sozialen Medien ein immer größeres Publikum erreichen, doch neben den frommen Inhalten befänden sich oft rechte politische Botschaften. Besonders freikirchliche Akteure würden die Plattformen nutzen, um ihre teils demokratiefeindlichen Weltbilder zu verbreiten. Die Journalistin Kyra Funk ordnet diesen Trend im Interview bei “Medien – Cross und Quer” ein und erklärt, wo die Grenzen der Religionsfreiheit liegen.

5. Wie YouTube zu BILD wird
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 24:36 Minuten)
Mats Schönauer analysiert in seinem Video, dass sich die Plattform YouTube durch zunehmende Sensationsgier und Desinformation immer mehr den Methoden der “Bild”-Zeitung annähere. Unterstützt wird er dabei von dem YouTuber Zeo, der die historische Entwicklung YouTubes von den harmlosen Anfängen hin zu einem professionellen Geschäft mit der Wut beleuchtet. Anhand von Beispielen zeigt Schönauer, wie YouTuber gezielt Desinformation, Hetze und sogar KI-Fälschungen nutzen, um mehr Klicks und Geld zu generieren.
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

6. Rützel & Respondek vs. Raab & Co – der Jahresrückblick
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 39:43 Minuten)
“Warum sind Stefan Raabs Witze genauso wie ellenlange Event-Quizshows einfach nicht totzukriegen? Was sagt der Trend zu Verräter-Formaten wie ‘The Power’ oder ‘Werwölfe’ über unsere Gesellschaft aus? Muss man im Fernsehen wirklich weiter Menschenjagden veranstalten?” Darüber unterhält sich Alexander Matzkeit mit den TV-Experten Lukas Respondek (fernsehserien.de) und Anja Rützel (unter anderem “Spiegel”).

KW 50/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Undercover in den Influencer-Chats von Knossis Firma
(youtube.com, RobBubble, Video: 55:25 Minuten)
Influencer verkaufen angeblich ihre private WhatsApp-Nummer an Fans, die sich davon persönlichen Zugang zu ihrem Idol versprechen. Die ernüchternde Wahrheit hinter dem Geschäftsmodell: Oft stecken Callcenter-Agenten hinter dem vermeintlichen Promi. “RobBubble” ist der Sache in einer bestürzenden Recherche nachgegangen: “Ich habe ein Jahr lang undercover recherchiert, habe mit Whistleblowern gesprochen, habe Einblicke in die WhatsApp-Chats von bekannten deutschen Influencerinnen wie Alexisshv und GwendolynCeline mit ihren Fans bekommen, habe Leute in einer Agentur und bei Fanblast eingeschleust und veröffentliche heute: So funktioniert dieser mutmaßliche gewerbsmäßige Betrug.”

2. Wie denkt Annette Dittert nach 20 Jahren über Großbritannien?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 45:41 Minuten)
Bei “Übermedien” spricht Holger Klein mit der scheidenden ARD-Großbritannien-Korrespondentin Annette Dittert über ihre Karriere und ihren bevorstehenden Abschied vom Fernsehen. Dittert erklärt dabei ihre tiefe Verbundenheit zu Großbritannien, die sie dazu bewogen habe, als Staatsbürgerin auf einem Hausboot in London zu bleiben. Nun wolle sie sich einem Buchprojekt über die Seele ihrer Wahlheimat widmen.

3. Gegen die “Informationsvernebelung”
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 35:09 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die “Informationsvernebelung” durch ausweichende Antworten in Interviews. Der DLF-Hörer Klaus Heyne diskutiert darüber mit den Journalistinnen Christiane Hoffmann und Sandra Schulz.

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4. Podcast: Innovativer Lokaljournalismus
(verdi.de, Danilo Höpfner, Audio: 14:23 Minuten)
Im Verdi-Medienpodcast “M” erläutert Professorin Britta Gossel, dass echter Fortschritt im Lokaljournalismus mehr als nur technologische Neuerungen erfordere. Sie warnt angesichts sinkender Einnahmen vor einer zu starken Abhängigkeit von Social-Media-Plattformen und mahnt stattdessen strukturelle Veränderungen bei der Erstellung von Inhalten an.

5. Ghosting – muss das sein?
(freienpodcast.letscast.fm, Geraldine Friedrich & Françoise Hauser, Audio: 29:38 Minuten)
“Auftraggeber, die sich nicht mehr melden, E-Mails nicht mehr beantworten oder sonst wie abtauchen: Fast jeder freie Journalist kennt dieses Phänomen. Doch warum ist das so und was kann man dagegen tun?” Darüber sprechen Geraldine Friedrich und Françoise Hauser vom “Freien-Podcast” mit der Journalistin Kira Brück.

6. Wie schützen wir unsere Stimme vor der KI?
(spotify.com, Tobias Voßberg & Benedikt Raquet, Audio: 36:41 Minuten)
Im “Jura- und KI-Podcast” diskutieren Benedikt Raquet und Tobias Voßberg alle zwei Wochen über “aktuelle Entwicklungen an der Schnittstelle von Recht und Künstlicher Intelligenz”. In der aktuellen Folge sprechen sie über die Chancen und Risiken der Stimmensynthese, von der Kommerzialisierung bis zum rechtlichen Schutz. Neben den technischen Grundlagen analysieren sie die konkreten Folgen für Kreative und wagen einen Ausblick in die Zukunft der digitalen Kommunikation.

Tödliche Arbeitsplätze, Lebenslanges Ruhegeld, Australiens Experiment

1. Gazastreifen und Mexiko sind die gefährlichsten Orte für Journalisten
(zeit.de)
Laut der aktuellen Jahresbilanz von Reporter ohne Grenzen sei der Gazastreifen im Jahr 2025 mit 29 von weltweit 67 getöteten Journalistinnen und Journalisten der gefährlichste Arbeitsplatz für Medienschaffende gewesen, gefolgt von Mexiko mit neun Opfern. Zudem befänden sich weltweit über 500 Journalistinnen und Journalisten wegen ihrer Arbeit in Haft. Neben tödlicher Gewalt und Gefängnisstrafen seien Reporterinnen und Reporter auch zunehmend durch Entführungen in Konfliktgebieten sowie staatliche Repressionen bei Protesten bedroht.

2. RBB muss Ex-Programmdirektorin Nothelle lebenslang Ruhegeld zahlen
(spiegel.de)
Die Entscheidung des Arbeitsgerichts Berlin, dass der RBB seiner ehemaligen Programmdirektorin Claudia Nothelle lebenslang ein Ruhegeld von monatlich über 8.400 Euro zahlen muss, sei nun rechtskräftig. Obwohl Nothelle inzwischen als Professorin tätig sei, könnten sich die Gesamtkosten für die Rundfunkanstalt laut einer Anwaltsberechnung des Senders auf bis zu vier Millionen Euro summieren. Transparenzhinweis: In einer früheren Version hatten wir behauptet, der Sender habe eine Frist verpasst. Das war falsch.

3. Nach Millionenstrafe gegen Musk-Plattform: Prominente und NGOs fordern Bundesregierung zum Verlassen von X auf
(tagesspiegel.de)
Ein Bündnis aus Prominenten und zivilgesellschaftlichen Organisationen habe die Bundesregierung in einer Petition aufgefordert, ihre Kommunikation von der Plattform X abzuziehen und auf gemeinwohlorientierte Alternativen zu verlagern. Hintergrund seien die jüngste 120-Millionen-Euro-Strafe der EU-Kommission wegen Verstößen gegen den Digital Services Act sowie die aggressive Reaktion des X-Eigentümers Elon Musk, der die Abschaffung der EU gefordert habe.

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4. EU-Kom­mis­sion ermit­telt wegen KI-Ant­worten
(lto.de)
Die EU-Kommission habe ein Wettbewerbsverfahren gegen Google eingeleitet. Es bestehe der Verdacht, dass der Konzern Onlineinhalte von Verlagen sowie Urheberinnen und Urhebern rechtswidrig und ohne Vergütung nutze, um seine KI-basierten Suchantworten zu generieren. Zudem würden die Wettbewerbshüter prüfen, ob Google seine Marktmacht missbrauche, indem es Webseitenbetreiber faktisch zwinge, ihre Daten bereitzustellen, um in der Suche sichtbar zu bleiben. Gleichzeitig verwehre der Konzern seinen KI-Konkurrenten den Zugang zu Trainingsdaten wie YouTube-Videos.

5. Australiens Experiment an Heranwachsenden
(taz.de, Johannes Drosdowski)
Als “Experiment an Heranwachsenden” bezeichnet “taz”-Redakteur Johannes Drosdowski Australiens heute startendes Social-Media-Verbot für alle, die unter 16 Jahre alt sind: “Jugendliche werden das Verbot umgehen. Wenn die sich den Zugang zu den Plattformen nicht ergaunern wie bei Alkohol oder Clubs, werden sie alternative Social-Media-Plattformen nutzen, die sich gegen das Gesetz sträuben. Willkommen im rechtsfreien und damit gefährlicheren Raum.”

6. Wir gratulieren
(reporter-forum.de)
Am Montag wurden in Berlin die “Reporter:innen-Preise” 2025 verliehen, bei dem eine 42-köpfige Jury in elf Kategorien herausragende journalistische Arbeiten ausgezeichnet hat. Die prämierten Beiträge decken ein breites Spektrum des Erzähljournalismus ab und reichen von investigativen Recherchen zur Nord-Stream-Sprengung über Reportagen aus der Jugendhilfe bis hin zu Podcasts über den Bosnienkrieg. Tipp: Auf der Webseite sind alle Beiträge, sowohl die nominierten als auch die Gewinnertexte, als PDF abrufbar.

Kampf um Warner, Funke sammelt Geld ein, Die Newsfluencer kommen

1. “Mir lässt Ungerechtigkeit keine Ruhe”
(journalist.de, Sonja Peteranderl)
Sonja Peteranderl spricht mit Ronen Steinke, Jurist und Redakteur der “Süddeutschen Zeitung”, über die Aushöhlung von Rechtsstaat und Pressefreiheit in den USA und die daraus resultierenden Warnsignale für die deutsche Demokratie. Nicht nur die AfD, sondern auch andere Parteien untergrüben durch populistische Debatten rechtsstaatliche Prinzipien. Abschließend erklärt Steinke, warum er den Journalismus nutzt, um juristische Herrschaftssprache zu übersetzen und Ungerechtigkeiten im System sichtbar zu machen.

2. Paramount macht feindliches Gegenangebot für Warner
(tagesschau.de)
Der Unterhaltungskonzern Paramount Skydance wolle die geplante Übernahme von Warner Bros. durch den Streaminganbieter Netflix verhindern. Das Unternehmen habe hierfür ein eigenes Angebot über rund 108 Milliarden US-Dollar vorgelegt, das auch die Kabelsparte Global Networks umfasse. Damit überbiete Paramount die Offerte von Netflix. Zusätzliche Brisanz erhalte der Wirtschaftskrimi durch Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der jedoch nur eingeschränkt neutral sei: “Paramount wurde erst vor wenigen Monaten von der Familie des als Trump-Unterstützer bekannten Software-Milliardärs Larry Ellison übernommen.”

3. “Fotografieren gilt in der Türkei als politischer Akt”
(taz.de, Derya Türkmen)
Im Interview mit der “taz” beschreibt der türkische Fotojournalist Yasin Akgül nach seiner Festnahme einen historischen Bruch: Die Führung in Ankara habe erkannt, dass Bilder eine stärkere internationale Wirkung haben als Worte. Inzwischen werde schon das bloße Fotografieren von der Regierung als politischer Akt gewertet. Der staatlich kontrollierte Presseausweis habe seine Schutzfunktion verloren und diene nun als Instrument, um unerwünschten Journalismus zu verhindern.

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4. Funke Mediengruppe sammelt 100 Millionen Euro ein
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Die Funke Mediengruppe habe sich über ein Schuldscheindarlehen erstmals 100 Millionen Euro am Kapitalmarkt beschafft, um damit künftiges Wachstum zu finanzieren. Mit dem frischen Kapital wolle der Konzern nicht nur die digitale Transformation vorantreiben, er plane ausdrücklich weitere gezielte Zukäufe von Medienmarken.

5. Die Newsfluencer kommen
(verdi.de, Lars Lubinetzki)
Laut einer Untersuchung des Reuters Institute würden sogenannte Newsfluencer traditionellen Medien zunehmend Konkurrenz machen. Dabei würden hierzulande vor allem männliche und politisch eher rechts-konservative Akteure das Feld dominieren. Um in diesem Umfeld zu bestehen, empfehle die Studie klassischen Medienhäusern, eine verständlichere Sprache zu wählen, Nischenthemen zu besetzen und sich durch fundierte Recherchen qualitativ abzugrenzen oder gezielt mit Newsfluencern zu kooperieren.

6. Die Streamawards 2025!
(youtube.com, Reved, Audio: 4:32:12 Stunden)
Wer interessehalber einen Blick in die Streaming-Welt werfen will, sollte mindestens kurz in den Videomitschnitt der “Streamawards 2025” klicken. In der über viereinhalbstündigen Show wurden die Höhepunkte des vergangenen Streaming-Jahres nachgezeichnet und Auszeichnungen in vielfältigen Kategorien vergeben, von “Bester Gaming-Moment” bis hin zu “Bester Newcomer”. Dank der im Beschreibungstext angegebenen Zeitmarken kann man sich dabei gezielt auf die interessanten Themen fokussieren.

120-Millionen-Strafe gegen X, KI vs. Realität, Ende der Vielfalt?

1. EU-Kommission verhängt 120-Millionen-Euro-Strafe gegen X
(netzpolitik.org, Anna Ströbele Romero)
Die EU-Kommission habe gegen die Plattform X (vormals Twitter) eine Strafe in Höhe von 120 Millionen Euro verhängt, da das Unternehmen gegen das Gesetz über digitale Dienste verstoße. Konkret würden die irreführenden “blauen Haken”, eine unzureichende Werbedatenbank sowie der mangelhafte Datenzugang für die Forschung kritisiert. X müsse diese Mängel nun innerhalb von 90 Tagen beheben, sonst würden weitere Sanktionen drohen.
Weiterer Lesetipp: Bei digitalpolitik.de kommentiert Markus Beckedahl: “Seit der Machtübernahme durch Musk herrscht in der politisch-medialen Bubble eine absurde Situation: Politiker:innen und Journalist:innen bleiben – und erhöhen damit die Relevanz einer Plattform, die sie zugleich für gefährlich halten.”
Auf Bluesky schreibt der “6-vor-9”-Kurator: “Liebe Europäische Kommission, liebes EU-Parlament: Wie lange wollt ihr noch Content für einen Kanal liefern, dessen Eigentümer euch auflösen will und der eure Reichweite drosselt? Dieser Ort ist eine Jauchegrube. Raus da! Geht lieber dahin, wo Demokratie kein Hassobjekt ist.”

2. Freiheit verpflichtet
(taz.de, Tobias Bachmann)
In seinem Kommentar kritisiert Tobias Bachmann, dass “Bild”-Vizechefredakteur Paul Ronzheimer nach den Anfeindungen gegen ihn keine echte Selbstkritik zum Beitrag seines eigenen Blattes an der gesellschaftlichen Polarisierung geübt habe: “Halten Menschen es für illegitim, kann es sein, dass sie sich dagegen auflehnen. Das kann man skandalisieren – muss man manchmal sogar. Aber man sollte sich auch fragen, was man selbst tun kann, um die Legitimität wieder herzustellen – für sich und alle anderen: Wem die Pressefreiheit am Herzen liegt, der sollte sich an den Pressekodex halten.”

3. Das Ende der Vielfalt?
(journalist.de, Sonja Peteranderl)
Beeinflusst durch den politischen Druck in den USA und wirtschaftliche Sparzwänge würden derzeit auch deutsche Unternehmen und Medienhäuser ihre Diversity-Initiativen abbauen. Vielfalt gelte oft fälschlicherweise als verzichtbares Extra, schreibt Sonja Peteranderl. Medien verlören dadurch langfristig an Relevanz und Vertrauen beim Publikum. Trotz einzelner Fortschritte durch Quoten oder Monitoring-Tools fehle es meist an tiefgreifenden strukturellen Veränderungen.

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4. 15,5 Milliarden Euro – aber nur ein Bruchteil von den Streamern
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Um die deutsche Film- und Serienproduktion finanziell zu stärken, setze Kulturstaatsminister Wolfram Weimer statt auf eine gesetzliche Investitionspflicht für Streamingdienste auf freiwillige Selbstverpflichtungen der Branche. Die insgesamt zugesagten 15,5 Milliarden Euro bezeichne die Produktionsallianz allerdings als “Mogelpackung”. Der Großteil dieser Summe stamme von den ohnehin investierenden deutschen TV-Sendern und nicht von den eigentlich gemeinten US-Streamern.

5. Macht der Reformstaatsvertrag ARD und ZDF jetzt besser?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 28:49 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast unterhält sich Holger Klein mit dem Rundfunkexperte und ehemaligen ZDF-Verwaltungsrat Leonhard Dobusch über die Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks: “Worin genau sieht er die Probleme? Welche Änderungen findet er gut? Und wie steht es im Vergleich dazu beim ORF in Österreich?”

6. KI vs Realität: Jetzt beweisen Videos wirklich nichts mehr
(youtube.com, Julia von Buddenbrook & Raja Khadour, Video: 12:42 Minuten)
Das NDR-Medienmagazin “Zapp” thematisiert die zunehmende Verbreitung von täuschend echten KI-Videos in Sozialen Netzwerken. Diese würden das Vertrauen in Bildbeweise erschüttern und Desinformation Tür und Tor öffnen. Am Beispiel des KI-Charakters “Hakim Decoded” und dessen Schöpfer Leon zeigen Julia von Buddenbrook und Raja Khadour, wie aufwendig solche Videos produziert werden und wie wichtig dabei eine transparente Kennzeichnung ist.

KW 49/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Wie Journalisten mit eigenen Positionen in Erscheinung treten
(deutschlandfunk.de, Sören Brinkmann, Audio: 32:04 Minuten)
Bei “Nach Redaktionsschluss”, dem Medienpodcast des Deutschlandfunk (DLF), geht es um die Frage, wie viel eigene Meinung und Haltung Journalistinnen und Journalisten zeigen dürfen und ob völlige Neutralität überhaupt möglich ist. Anhand von Beispielen erörtern DLF-Hörer Paul Stoop, Medienjournalist Steffen Grimberg und Elena Gorgis aus der DLF-Redaktion “Meinung & Diskurs”, welche Verantwortung Medienschaffende bei Äußerungen in Sozialen Netzwerken tragen und wie dies deren Glaubwürdigkeit beeinflusst.

2. Wissenschaft im Netz der Desinformation: Die Rolle von digitalen Medien und KI
(youtube.com, Ennio Brandt, Video: 22:51 Minuten)
Ennio Brandt warnt in seinem Vortrag vor den Gefahren wissenschaftsbezogener Desinformation, die zunehmend durch KI-Tools wie Deepfakes und automatisierte Textgeneratoren sowie durch populistische Akteure verbreitet werde. Er zeigt anhand von Beispielen aus Telegram-Kanälen und Social Media, wie Themenfelder wie Klimawandel oder Covid-19 gezielt mit Verschwörungsnarrativen verknüpft würden, um eine vermeintliche “Gegenwissenschaft” zu etablieren und gesellschaftliche Spaltung voranzutreiben.

3. Yasmine M’Barek & Nils Minkmar: Welche Zukunft hat Journalismus in digitalen Zeiten?
(youtube.com, Rüdiger Fries, Video: 2:07:45 Stunden)
Nils Minkmar und Yasmine M’Barek diskutieren im “Digital Fight Club” über die Bedrohung des Qualitätsjournalismus durch Algorithmen, Desinformation und eine zunehmend polarisierte Debattenkultur. Beide sind sich einig, dass unabhängige Medien nur durch eine stärkere Regulierung der Digitalkonzerne sowie die Bereitschaft der Gesellschaft, für glaubwürdige Berichterstattung zu bezahlen, eine Zukunft hätten.

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4. Die Liebe zum Spiel (mit Mara Pfeiffer)
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 1:12:12 Stunden)
In einer Sonderfolge ihres Podcasts “Die Medienversteher” sprechen Tanjev Schultz und Markus Wolsiffer mit der Sportjournalistin Mara Pfeiffer über deren Erfahrungen in der noch immer stark männlich dominierten Fußballbranche, in der sie sich trotz massiver Online-Anfeindungen und sexistischer Kritik einen Platz erkämpft habe. Pfeiffer versteht den Sportjournalismus weniger als reine Spielberichterstattung, sondern als Schnittstelle zu gesellschaftlichen Themen wie Rassismus, Sexismus und Demokratie.

5. Ankäufe, Video, Events: Was die ARD mit Podcasts vorhat
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 32:06 Minuten)
Im Podcast “Läuft” beschreibt Leiterin Cathrin Jacob die Arbeit der neuen “Podcast-Unit” der ARD als vernetzenden “Service-Satelliten”, der durch engere Kooperation der Sender Doppelstrukturen vermeiden und hochwertigen “Hero Content” fördern solle. Angesichts eines veränderten Marktes setze die ARD verstärkt auf externe Partnerschaften und experimentiere mit Video-Podcasts.

6. Die Margen der Kunst
(youtube.com, Michael Seemann, Video: 24:47 Minuten)
Michael Seemann erklärt in seinem Vortrag, dass Macht in der Musikindustrie davon abhänge, wie schwer jemand zu ersetzen ist. Aktuell würden wenige große Musikverlage das Geschäft dominieren. Künstlerinnen und Künstler würden durch das Überangebot im Streaming und kommende KI-Konkurrenz immer austauschbarer und damit machtloser. Seemann empfiehlt den Kreativen, sich nicht auf das Urheberrecht zu verlassen, sondern sich in Gewerkschaften zu organisieren.

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