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Der ehemalige Trainer von Hannover 96, Ewald Lienen, soll also versuchen, den Stürmer Thomas Brdaric nach Athen zu holen.

Ja, das ist ein Name, bei dem man es der Sport-Redaktion von “Bild”-Hannover wirklich nicht verübeln kann, wenn sie sich verbuchstabiert.

Andererseits…

Linien baggert an Brdaric

Danke an Markus für den Hinweis!

Kurz korrigiert (430)

Dana Horáková war mal Kultur-Ressortleiterin von “Bild”, Hamburger Kultursenatorin, und sie schreibt hin und wieder in “Bild” das “Kulturstück”. Eine grundsätzlich begrüßenswerte Kolumne, die “Bild”-Lesern wohl kulturelle Themen näher bringen soll. Gestern schrieb Horáková über “Die Fenster von Frankfurt/Oder”, die, nachdem sie sich jahrzehntelang als “Beutekunst” in sowjetischem und dann russischem Besitz befanden, wieder in der gotischen Marienkirche sind. Im Text heißt es:

"1943 haben Rotarmisten dieses Fenster als Kriegsbeute aus der Marienkirche in Frankfurt/Oder nach Russland verschleppt, seitdem hat es keiner gesehen."

1943? Wohl kaum. Da war die Rote Armee noch nicht mal annähernd in der Nähe von Frankfurt/Oder. Entsprechend wurden die Fenster erst 1945 nach Russland verschleppt. Das sollte man nicht nur als ehemalige Kultursenatorin wissen. Man kann es aber auch schön detailliert bei den Kollegen der “Welt” nachlesen:

Die Chorfenster wurden zur Vermeidung von Kriegschäden im Herbst 1941 ausgebaut und zunächst in einer Gruft der Kirche gelagert. Im April 1945 wurden sie in das Neue Palais im Potsdamer Park Sanssouci verlegt. Im Juni gelangten sie in das sogenannte Kriegsbeutelager I der Roten Armee im Schlachthof Berlin-Lichtenberg. Mitte August 1945 wurden sie nach Leningrad, das heutige Sankt Petersburg, gebracht und seitdem dort in der Eremitage aufbewahrt.

neu  

“Bild” schlachtet altes Möllemann-Video aus

Die heutige “Bild”-Titelschlagzeile ist groß und vielversprechend:

"Möllemann -- Todes-Video aufgetaucht!"

Und auf Seite 2 heißt es dann:

"Ein Amateur-Video beendet alle Spekulationen: Möllemanns Todes-Sprung war Selbstmord"

Was “Bild” heute zu dieser Schlagzeile bewogen hat, ist völlig unklar. “Bild” schreibt:

Welches Geheimnis auch immer Möllemann mit ins Grab nahm: ES MUSS SELBSTMORD GEWESEN SEIN!

Nur diesen einen Rückschluss lässt ein Video zu, dass jetzt bekannt geworden ist.

Dave L., einer der mitgesprungenen Fallschirm-Kameraden, filmte Möllemanns Todessprung mit einer Kamera. Das Video, dass auch Bestandteil der Ermittlungsakte war, liegt BILD vor. Es dauert 15 Minuten und 41 Sekunden.

AUS DEM FILM ERGEBEN SICH KLARE HINWEISE, DASS DER FDP-REBELL DEN FREITOD SUCHTE (…).

Um es also ganz klar zu sagen: Aufgetaucht ist das Video nun offenbar in der “Bild”-Redaktion, die es sich vier Jahre, nachdem es die Staatsanwaltschaft auswertete, angeschaut hat — und nun, anders als die Staatsanwaltschaft vor vier Jahren, noch einmal wild drauflosspekuliert.

Und das, obwohl doch “Bild” selbst schon am 16. Juni 2003, wenige Tage nach Möllemanns Tod, (wie viele, viele andere Medien auch) auf Seite 2 unter der Überschrift “Möllemann stürzte mit ausgebreiteten Armen in den Tod — Der Video-Beweis” über das Video berichtet hatte. Damals hieß es in “Bild”:

Es gibt kaum noch einen Zweifel: Jürgen W. Möllemann verübte Selbstmord! Neue Zeugenaussagen und das Video eines Fallschirmspringers sprechen dafür, dass der Politiker am 5. Juni freiwillig in den Tod sprang. Die Staatsanwälte können den Todessprung jetzt genau rekonstruieren (…). Dave Littlewood, einer der mitspringenden Kameraden, filmt das Geschehen mit einer Videokamera. (…)

Heute nun endet der “Bild”-Bericht mit den zynischen Worten:

Jetzt endlich, nach vier Jahren, findet die Akte Möllemann ihren Frieden.

“Frieden”? Nun ja. Auf Sueddeutsche.de beispielsweise heißt es unter Berufung auf “Bild”:

"Möllemanns Todessturz: Video belegt Freitod-Theorie -- Fast vier Jahre nach dem Tod des früheren Vizekanzlers sind Amateur-Aufnahmen, die die Minuten vor und nach seinem Fallschirmabsturz zeigen, publiziert worden. Die Frage, ob es sich um einen Unfall oder Suizid handelte, dürfte nun beantwortet sein."

Aber auch “Spiegel Online”, FAZ.net, Focus.de* und viele andere halten es für sinnvoll, die Spekulationen der “Bild”-Zeitung mehr oder weniger distanz- und kopflos weiterzuverbreiten. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur dpa in einer in sich widersprüchlichen Meldung fälschlicherweise behauptet, “Bild” habe “ein weiteres [sic] Amateur-Video” von Möllemanns Tod veröffentlicht.

Dpa berichtet jedoch inzwischen auch:

Die Staatsanwaltschaft Essen sieht nach einem neuen Bericht über ein Video vom tödlichen Fallschirmabsturz des früheren FDP-Politikers Jürgen Möllemann keine neuen Erkenntnisse. Das Video sei bereits im Ermittlungsverfahren zum Tod Möllemanns ausgewertet und anschließend dem Eigentümer zurückgegeben worden (…).

PS: Hans Leyendecker schrieb 17. Juni 2003 in der “Süddeutschen Zeitung”: “Die Bekannten jenes Springers, der Möllemanns Ausstieg aus der Maschine festhielt, gehen davon aus, dass dieser auch mit Rücksicht auf die Familie den Film mit den letzten Sequenzen nicht verkaufen wird.”
 
 

*) Nachtrag, 14 Uhr: Nur der Vollständigkeit halber wollen wir hier noch einmal dokumentieren, was der “Focus” (25/2003) vor vier Jahren exklusiv berichtete:

Das letzte Video. Die Tragödie filmt Sprungkamerad Dave Littlewood, der an jenem Donnerstag als Letzter die Propellermaschine verlässt. Sein Video soll nun die Frage klären: Freitod oder Unfall? Immer wieder schaut sich der Essener Oberstaatsanwalt Wolfgang Reinicke den Film an, seziert Standbild für Standbild. “Alles normal, nichts Ungewöhnliches zu entdecken.” Der Fokus des Hobbyfilmers richtet sich zunächst auf einen Tandemsprung. Noch ist alles wie immer. Doch plötzlich zeichnet sich im Hintergrund die Katastrophe ab. Der blau-gelbe Schirm mit den Initialen JWM löst sich – ein Körper schießt in die Tiefe. “Weit im Hintergrund ist er auf dem Video zu erkennen. Als kleines schwarzes Pünktchen”, so Ermittler Reinicke. Nichts deutet auf Unfall hin. Ein Beleg für Manipulation fehlt. “Wir schließen aus, dass jemand vor dem Sprung auf Möllemann oder den Schirm eingewirkt hat”, konstatiert der Oberstaatsanwalt. (…) Nur 20 Sekunden nach dem Aufprall ist Bleckmann beim aufgeplatzten Körper seines Kameraden Jürgen. Die anderen Kollegen schreien: “Warum hier, warum hat er das getan?” Die Uhr zeigt 12.38 Uhr.

Nachtrag, 15.30 Uhr: In einem zweiten Artikel zitiert “Spiegel Online” (Überschrift: “MÖLLEMANNS TODESSPRUNG — Videofilmer erwägt rechtliche Schritte gegen ‘Bild'”) nun den Urheber des Möllemann-Videos, Dave Littlewood, der es nach eigenen Angaben “an einem sicheren Ort aufbewahrt” habe:

Ich habe dieses Video nicht freigegeben und habe niemandem die Erlaubnis zur Veröffentlichung gegeben. (…) Es wurde im Juni 2003 von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. (…) Nach circa vier bis sechs Wochen erhielt ich eine Kopie zurück. Das Original hat die Staatsanwaltschaft behalten.

Die Staatsanwaltschaft Essen hingegen gibt laut “Spiegel Online” an, Littlewood das Original zurückgegeben zu haben. Und Littlewood prüfe nun wegen der Veröffentlichung rechtliche Schritte gegen “Bild”. Vom Verlag Axel Springer gebe es bislang keine Stellungnahme.

Nachtrag, 17 Uhr: Inzwischen hat sich Springer offenbar geäußert. In einer aktualisierten (und um kleine Fehler bereinigten) Fassung des “Spiegel Online”-Artikels heißt es: “Ein Sprecher des Verlags Axel Springer teilte auf Anfrage (…) mit: ‘Unsere Quelle hat uns vertraglich zugesichert, dass die Rechte an besagtem Video bei ihr liegen und sie darüber verfügen kann.'”

Mehr dazu hier.

6 vor 9

Pressefreiheit in Gefahr
(zdf.de, Video, 7:32 Minuten)
Die Tageszeitungen stehen unter wirtschaftlichem Druck. Immer öfter geben Verlage den Interessen von Anzeigenkunden nach, lassen sich in die redaktionellen Inhalte hineinreden. Die kritische Berichterstattung bleibt dabei häufig auf der Strecke, so der Deutsche Journalisten-Verband.

Der Therapeut
(zuender.zeit.de, Nico Semsrott)
Deutschland teilen? Die Frauenkirche abreißen? Will der Satiriker und ehemalige Chefredakteur der Titanic Martin Sonneborn die Welt verbessern? Oder nur sich selbst heilen? Ein Interview.

Das grosse Web-2.0-Glossar
(medienspiegel.ch, der unmündige Leser)
Einer der Betreiber des inzwischen eingestellten Pendlerblogs hat Informationen über Web 2.0 in Form eines Glossars zusammengestellt. Für sich und seine Grossmutter.

Spieglein, Spieglein in der Hand…
(werbewoche.ch, René Worni)
Der Spiegel sitzt mit seiner Extrabeilage über die Schweiz vielen, allzuvielen Klischees auf. Lesen wollen das wohl vor allem Deutsche.

Geläutert, beseelt, blondiert
(spiegel.de, Marc Pitzke)
Paris Hilton und kein Ende: Die Erbin gab bei Talk-Ikone Larry King gestern das erste TV-Interview seit ihrer Freilassung aus dem Gefängnis. Sie bemühte sich um das Image einer geläuterten Madonna. Leider ging das am Ende dann doch schief. [Das Transkript des Gesprächs auf cnn.com]

MSNBC Journalist Burns and Shreds Paris Hilton Story
(youtube.com, Video, 3:01 Minuten)
She is amazing! Mika Brzezinski refuses to cover the stupid imbecile we call Paris Hilton leaving jail. She tries to burn and shred the story too! Finally!

Nein heißt Ja

Als Franz Josef Wagner so alt war wie der in der Türkei wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs inhaftierte Marco W., schrieben wir das Jahr 1960.

In §175 StGB beispielsweise hieß es: “Ein Mann, der mit einem anderen Mann Unzucht treibt oder sich von ihm zur Unzucht mißbrauchen läßt, wird mit Gefängnis bestraft.”* Connie Francis sang: “Die Liebe ist ein seltsames Spiel”, Rocco Granata besang seine “Marina” (“Doch eines Tages traf ich sie im Mondschein / ich lud sie ein zu einem Glase Rotwein / und Liebling wie ich frage willst du mein sein / gab sie mir einen Kuss und das hieß ja”), und die Antibabypille kam gerade erst auf den Markt.

So war das 1960, als Franz Josef Wagner 17 Jahre alt war. Heute ist Wagner 63 und schreibt seine tägliche “Bild”-Kolumne an “Marco, zzt. in türkischer Haft”.

“Was hast du getan,” fragt Wagner, “das Dich zum U-Häftling macht?” Und Wagner hat auch eine Antwort. Sie sieht ein bisschen anders aus, als etwa die fundierte Zusammenfassung auf lawblog.de, ist dafür aber kürzer:

Du hast ein Mädchen geküsst, das Du unter der Sonne von Antalya, Türkei, kennen gelernt hast. (…) An einem Kuss ist nichts Abscheuliches — abscheulich sind die 5, 10 Sekunden danach, wo Du als Junge deinen Verstand verlierst, dem Mädchen etwas antust, was sie will und nicht will. Das ist Dein Verbrechen.

Tausende und Abertausende junge Menschen begehen diese Verbrechen jede Nacht. (…) Du bist der erste Junge, der im Gefängnis sitzt, weil er die Frauen nicht versteht.

Wenn sie ja sagen, meinen sie nein. Und wenn sie nein sagen, meinen sie ja. Das, mein Lieber, kannst Du mit 17 nicht wissen – das kannst Du erst wissen, wenn Du so alt bist wie ich.

Vermutlich darf man den letzten Satz nicht wörtlich nehmen. Denn es gibt ja Menschen, die auch schon 63 sind und trotzdem noch nicht so alt, dass die all das vergessen haben, was man zivilisatorischen Fortschritt nennen könnte oder auch nur gesunden Menschenverstand. Denen der sogenannte “Ewanchuk-Case” noch etwas sagt, und bei denen noch nicht jede Erinnerung an die zahllosen “No means No”– oder “Nein heißt Nein”Kampagnen ausgelöscht wurde.

Darauf muss man erst einmal kommen: Dass der Verdacht, dass eine 13-jährige sexuell missbraucht wurde, irgendetwas damit zu tun hat, dass die Frauen so schwer zu verstehen sind und immer das Gegenteil von dem sagen, was sie meinen. Dafür muss man auch nicht das Alter von Franz Josef Wagner erreichen. Dafür muss man schon Franz Josef Wagner sein.

Danke für die vielen Hinweise!

*) Versehentlich hatten wir an dieser Stelle zunächst §175 StGB zitiert, wie er 1960 in der DDR galt. Wir bitten das zu entschuldigen.

6 vor 9

Wie man einen Dschungel pflanzt
(jungle-world.com, Ivo Bozic)
1997 entstand die Jungle World als Ergebnis eines politischen Streiks bei der Tageszeitung junge Welt. Eine Chronik des Streiks und der ersten Schritte in den Dschungel von ivo bozic.

Die Zitronenhändler
(tagesspiegel.de, Colin Porlezza und Stephan Russ-Mohl)
Große Unruhe auf dem Schweizer Printmarkt: “Spiegel? mit Beilage, Springer kauft TV-Programmies und ein Gratisblatt hat die meisten Leser.

Kulturjournalismus zwischen Masse und Klasse
(art-tv.ch, Video)
Auf Einladung der Mediengewerkschaft haben am 21. Juni vier Vertreter des Deutschschweizer Kulturjournalismus über die Tendenz der Boulevardisierung diskutiert.

Vom Blog zum Job
(medien-mittweida.de, David Hofmann, Sabine Flegel)
Blogs erfreuen sich unaufhörlich großer Beliebtheit. Dabei sind sie längst mehr als frei zugängliche Tagebücher. Richtig eingesetzt bieten sie nicht nur in der Medienbranche Aufstiegschancen.

?Jedes neue Blog hat eine Chance”
(politik-digital.de)
Am 26. Juni 2007 war Jens Schröder von blogcensus.de in der Blogsprechstunde von politik-digital.de und den Blogpiloten. Er sprach über erste Ergebnisse bei der Vermessung der Blogosphäre, erklärte die Zählmethode der Deutschen Blogcharts und schwärmte von US-amerikanischen Blogs.

Wie ich mal im ?Nachtmagazin? war
(stefan-niggemeier.de)
Fernsehen ist merkwürdig. Ungefähr alles am Fernsehen ist merkwürdig. Stefan Niggemeier war zu Besuch im ARD-Nachtmagazin.

Kurz korrigiert (426)

Gestern berichtete “Bild” in ihrer Bundesausgabe über ein Projekt namens “discovering hands“, bei dem blinde Frauen zu “Medizinischen Tast-Untersucherinnen” ausgebildet werden. Ein schönes Projekt. Schön auch, dass “Bild” darüber in so großer Aufmachung berichtet. Noch schöner wäre es allerdings, wenn das große Foto, mit dem “Bild” die Geschichte illustriert, auch wirklich wie behauptet (siehe Ausriss) die mehrfach im Text vorkommende Jeannette Wölpper zeigen würde. Und nicht deren Kollegin Miroslawa Gräßer.

P.S.: In ihrer NRW-Ausgabe, wo der Artikel mit ähnlicher Bebilderung schon vergangenen Samstag erschien, hat “Bild” es übrigens richtig gemacht.

Mit Dank an Frank T. für den sachdienlichen Hinweis.

6 vor 9

Auf Nimmerwiedersehen
(debatte.welt.de, Don Dahlmann)
Jetzt ist sie also weg, die Christiansen. Ich würde ja sagen, dass ich wirklich sehr froh bin, wüsste ich nicht schon, dass mit Anne Will jemand in den Startlöchern steht, deren Moderationskonzept sich vom bisherigen nicht allzu weit unterscheidet. Aber die Hoffnung stirbt ja zuletzt, denn das was Sabine Christiansen die letzte Jahre in der ARD aufgeführt hat, war alles, aber sicher keine Polit-Talkshow.

Werd! Mein! Freund!
(wiwo.de, Jochen Mai und Sebastian Matthes)
Das Internet wird zum Schauplatz permanenter Aufmerksamkeitssuche und Selbstentblößung. Wissenschaftler prophezeien dramatische Veränderungen für die Kommunikation, für Beziehungen – und unser Denken.

Häme statt Aufklärung
(cr.blog.sf.tv, Ueli Haldimann)
Die SonntagsZeitung berichtete gestern auf der Frontseite Beunruhigendes: “SVP diktiert Fernseh-Inhalte” (siehe auch hier). SF sei bei der Sendung ?classe politique? auf Forderungen der SVP eingegangen, weil die Blocher-Mitarbeiter gedroht hättten, ?die Sendung platzen zu lassen?. Tönt empörend, wenn man das so liest. Nur stimmt es nicht.

So schnell wird Hans S. zum Kokser
(peterwalt.ch)
?Fans in Sorge: Hans, hör auf zu koksen!? titelte letzte Woche der ?Blick?. Anlass war ein offenbar verwirrender Auftritt des ehemaligen ?Lüthi & Blanc?-Stars im ?Talk Täglich? von ?Tele Züri?.

Internet: Die Revolution, die keine war
(dasmagazin.ch, Guido Mingels)
15 Jahre Internet: Hat es die Welt verändert? Nein: umgekehrt. Die digitale Revolution ist im Alltag angekommen. Eine Zwischenbilanz. (aus Magazin Nr. 41/2005).

jon stewart on crossfire
(youtube.com, Video, 14:13 Minuten. Added: January 16, 2006)

Allgemein  

Heiße-Luft-Alarm in der “Bild”-Zeitung

“Bild” ruft heute “Tornado-Alarm über Deutschland” aus. “Immer häufiger, immer heftiger: Das neue Wetter-Phänomen Wirbelsturm”, heißt es in der Unterzeile zu einer “Bild”-Geschichte über einen Tornado, der vergangenen Samstag in Frankfurt/Main schwere Schäden angerichtet hat.

Ohne allzusehr ins Detail zu gehen: Ob in Deutschland tatsächlich “immer häufiger” Tornados auftreten und diese “immer heftiger” werden, wie “Bild” schreibt, ist mindestens umstritten. Zwar rechnen viele Klimaforscher mit einer Zunahme extremer Wetterphänomene. Aber belastbare Daten, die belegen, dass die Zahl der Tornados in den letzten Jahren zugenommen hätte, gibt es derzeit offenbar nicht.

Und wenn “Bild” schreibt, den “bisher schwersten Tornado” hätte es im März 2006 in Hamburg gegeben, so ist das nachweislich falsch. Es handelte sich dabei um einen Tornado der Kategorie F2 auf der Fujita-Skala, mit Windgeschwindigkeiten von maximal 252 km/h. Das klingt zwar viel, ist im Vergleich zu dem Tornado, der im Jahr 1968 Pforzheim heimsuchte jedoch eher wenig. Der erreichte Windgeschwindigkeiten von 400 km/h (Kategorie F4) und aus den Jahren 1764 und 1800 sind sogar zwei Wirbelstürme dokumentiert, die aufgrund von Schadensberichten als F5-Tornados eingeschätzt werden. Womit klar sein dürfte, dass Wirbelstürme, anders als “Bild” behauptet, kein “neues Wetter-Phänomen” sind.

Kommen wir zu dem tollen großen Foto, mit dem die “Bild”-Geschichte, die ja auch das “BILD-Leser-Reporter”-Logo trägt, illustriert ist:

"Tornado-Alarm über Deutschland -- Immer häufiger, immer heftiger: Das neue Wetter-Phänomen Wirbelsturm"

Wahnsinn! Oder? In einem kleinen Text rechts auf der Seite heißt es:

Eine bedrohliche Unwetterfront schiebt sich über Hessen, gewaltige Luftwirbel reichen bis zur Erde. Fotografiert hat’s Leser-Reporter Andreas M.* (20)
*) Abkürzung von uns

Damit keine Verwirrung entsteht: der zitierte Text, der rechts neben der mächtigen Windhose und unter diesem kleinen unspektakulären Foto steht, bezieht sich nur auf das kleine unspektakuläre Bild, auf dem weit und breit kein Tornado zu erkennen ist. Das große Windhosen-Foto unter den Worten “Tornado-Alarm über Deutschland” hingegen zeigt nicht den Frankfurter Tornado vom Wochenende. Es wurde in Elie in Manitoba, Kanada aufgenommen, wie man uns bei der Nachrichtenagentur AP sagt, von der das Foto stammt.

P.S.: Manche Klimaforscher gehen übrigens davon aus, dass die Zunahme von Tornado-Meldungen in den letzten Jahren darauf zurückzuführen ist, dass die Öffentlichkeit “sensibler für das Thema” würde, wie die “FAZ” im September letzten Jahres Thomas Sävert (der übrigens auch schon einschlägige Erfahrungen mit “Bild” gemacht hat) zitierte. Außerdem schrieb die “FAZ”: “Internet und Fotohandys tragen ihren Teil bei” (sic).

Mit Dank an Jan K. und Frank A. für den sachdienlichen Hinweis.

Sehen alle gleich aus (2)

Bild.de berichtet heute in der Rubrik Internet-Klatsch u.a. über die Mittelmeer-Bootstour von Sängerin Beyoncé Knowles (die “Bild” “Beyoncé POwles” nennt) und ihrem Freund Jay-Z. Dokumentiert wird das “Dolce Vita” der beiden mit einer vierteiligen Bildergalerie, die zu weiten Teilen aus dem Hintern von Beyoncé besteht. Und daraus:

Wir sehen darauf allerdings eine Frau, die mit ziemlicher
Sicherheit
nicht die gleiche Beyoncé Knowles wie auf den anderen Bildern der Serie ist — möglicherweise aber die gleiche unbekannte Dame wie auf diesem Foto.

Andererseits: Wer schon eine Kirsche nicht von einer Erdbeere unterscheiden kann…

Mit Dank an Tim B.!

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