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Bravo  

Rache ist ein Kinderspiel

Laut Selbstbeschreibung der Bauer Media Group ist die Zeitschrift “Bravo” das “Original unter den Jugendzeitschriften und unangefochtener Marktführer” und “wöchentlich das wichtigste Entertainment- und Informationsmagazin” für die “Kernleserschaft zwischen 12 und 17 Jahren”. Das Magazin “weiß, welche Themen die Jugendlichen wirklich bewegen”, “schafft einzigartiges Vertrauen” und “setzt seit 2006 ein Zeichen gegen Gewalt an Schulen”.

Wir sind uns nicht ganz sicher, welche dieser Kompetenzen sich in der Liste widerspiegeln, die “Bravo” letzte Woche veröffentlicht hat. Aber die Kernleserschaft zwischen 12 und 17 Jahren dürfte dankbar sein für die wertvollen Lebenshilfetipps, die ihr wichtigstes Informationsmagazin da für sie bereithält:

10 Wege, wie Du Dich an Deinem Ex rächen kannst ... 1. Du erzählst seiner neuen Freundin, dass er eine Niete im Bett ist. 2. Du hinterlässt im Männer-Klo auf dem Bahnhof seine Handy-Nummer mit der Nachricht: "Suche neuen Lover!" 3. Du lässt 30 Stück von seiner absoluten Hass-Pizza an seine Adresse liefern. 4. Zum Geburtstag seiner Mutter bestellst Du eine Stripperin, die sich als neue Freundin seines Vaters ausgibt. 5. Seinen kitschigsten Liebesbrief hängst Du am Schwarzen Brett in der Schule auf. 6. In der Umkleidekabine seiner Fußball-Mannschaft verteilst Du zehn rosa Strings mit der Message: "Du hast deine Unterwäsche bei mir vergessen!" 7. Auf seiner Online-Pinnwand postet Du: "Ich hab Windeln in deiner Größe gefunden. Jetzt musst du nicht mehr täglich die Bettwäsche wechseln!" 8. Du stellst eine geöffnete Flasche Cola auf seinen Schultisch - in die Du vorher Abführmittel gekippt hast. 9. Du setzt das Gerücht in die Welt, dass er seine Unterhose mit Socken ausstopft! 10. Du schreibst der Lehrerin, die er nicht ausstehen kann, eine Liebes-E-Mail von seinem Account.

10 Wege, wie Du Dich an Deiner Ex rächen kannst ... 1. Du legst sie mit einem selbst gebastelten Flyer rein, auf dem steht, ihr Lieblings-Shop veranstalte einen Mitternachts-Sale. 2. Du schmeißt ein benutztes Kondom in ihren Briefkasten mit der Notiz: "Du wolltest doch eine Erinnerung an mich!" 3. Du läufst gegen einen Pfosten und erzählst nachher, die blauen Flecken stammen von ihr! 4. Du klaust die Lieblings-Barbie ihrer Kindheit und opferst sie einem Voodoo-Ritual. 5. Du erzählst allen in der Schule, dass sie höchstens einmal pro Woche geduscht hat. Iiiiih! 6. Du schleichst Dich beim Sport-Unterricht in die Mädchen-Umkleide und streust Juckpulver in ihren BH. 7. Du setzt mit einem Bildbearbeitungs-Programm ihren Kopf auf ein Nacktmodell und schickst das Foto an all ihre Bekannten! 8. Du datest ihre Erzfeindin! 9. Du drohst ihr mit der Veröffentlichung einen angeblich heimlich aufgenommenen Sex-Videos! 10. Du plauderst ganz offen über ihre Cellulite.

Wir haben den Rechtsanwalt und Lawblogger Udo Vetter um eine Einschätzung gebeten, welche Straftatbestände erfüllt sein könnten, wenn man den kreativen Vorschlägen von “Bravo” folgt.

Seine Antwort fiel auch für uns überraschend umfangreich aus:

I. (Rache am Ex)

1. Beleidigung, (§ 185 StGB, Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren), ggf. auch üble Nachrede (§ 186 StGB, Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr — sofern die Tatsache “Niete im Bett” nicht nachweislich wahr ist, wobei der Beweis kaum zu führen sein wird), oder sogar Verleumdung (§ 187 StGB, Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren — wenn er keine Niete im Bett ist und das “wider besseres Wissen” behauptet wird).

2. Beleidigung, (§ 185 StGB, Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren)

3. Betrug gegenüber dem Pizzadienst (§ 263 StGB, Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren)

4. Betrug gegenüber der Stripperin (§ 263 StGB, Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren), Beleidigung gegenüber Mutter und Vater (§ 185 StGB, Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren)

5. Beleidigung, (§ 185 StGB, Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren)

6. Beleidigung, (§ 185 StGB, Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren)

7. Beleidigung, (§ 185 StGB, Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren)

8. Körperverletzung, ggf. Versuch (§ 223 StGB, Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren)

9. Beleidigung, § 185 StGB (Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren), ggf. auch üble Nachrede (§ 186 StGB, Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr — sofern die Tatsache “Socken in der Unterhose” nicht nachweislich wahr ist, wobei der Beweis kaum zu führen sein wird), oder sogar Verleumdung (§ 187 StGB, Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren – wenn die Behauptung “wider besseres Wissen” aufgestellt wird).

10. Wegen des Zugangs zum Account ggf. Ausspähung von Daten (§ 202a StGB, Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren) oder Vorbereitung des Ausspähens von Daten (§ 202c StGB, Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr). Überdies wieder Beleidigung etc.

II. Rache an der Ex

2. Beleidigung (§ 185 StGB, Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren)

3. Verleumdung (§ 187 StGB, Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren)

4. Diebstahl (242 StGB, Freiheitsstrafe bis fünf Jahren), außerdem Sachbeschädigung (§ 303 StGB, Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren)

5. Verleumdung (§ 187 StGB, Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren)

6. Körperverletzung, ggf. Versuch (§ 223 StGB, Freheitsstrafe bis zu fünf Jahren)

7. Beleidigung (§ 185 StGB, Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren)

9. Nötigung (§ 240 StGB, Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren)

10. Beleidigung (§ 185 StGB, Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren)

Nun sind die angegebenen Höchststrafen natürlich nicht gerade das Strafmaß, mit dem bisher unbescholtene Jugendliche zu rechnen hätten — aber dass sie sich gegebenenfalls strafbar machen, wenn sie die Ratschläge von “Bravo” befolgen, das hätte das Magazin, das einzigartiges Vertrauen schafft, seinen jungen Lesern dann vielleicht doch mit auf den Weg geben sollen.

Mit Dank an Stefan W.

Versagen bei der Pisa-Studie

Es muss ein schwerer Schlag für die Bewohner der italienischen Stadt Pisa gewesen sein, als sie heute auf Bild.de gingen:

Bye, bye Pisa! Abu Dhabi hat jetzt den schiefsten Turm

Was ist passiert?

Der Capital Gate Tower in Abu Dhabi ist jetzt laut Guinness-Buch der Rekorde der schiefste Turm der Welt.

Bisher assoziierte man mit “schiefer Turm” nur einen Ort auf der Welt: Pisa.

Natürlich hat Abu Dhabi gar nicht Pisa verdrängt, werden sich die Einwohner einer ganz anderen Stadt gedacht haben — das weiß auch Bild.de:

Der schiefe Turm von Pisa ist zwar der bekannteste, allerdings stand der bisher schiefste Turm offiziell in Suurhusen in Ostfriesland mit einem Neigungswinkel von 5,1939 Grad.

Warum also “Bye, bye Pisa!” und nicht “Bye, bye Suurhusen”?

Ach, letztlich wäre beides falsch: In der Kategorie “Schiefster Turm” gibt es keine Veränderung, wie uns die Redaktion des Guinness-Buchs auf Anfrage mitteilte.

Ein absichtlich schiefer Neubau könne da nämlich gar nicht aufgenommen werden:

Grundsätzlich geht es bei dieser Rekordkategorie um die Gesamtneigung inklusive Fundament, bzw. Bodenplatte. Aus diesem Grund kann ohnehin kein Nachbau eines schiefen Turms anerkannt werden, da nach den Gesetzen der Statik dort mit einem horizontalen Fundament gearbeitet wird, auf das der (schiefe) Turm gesetzt wird.

Und wenn Bild.de die Pressemitteilung (PDF) des Capital Gate Tower aufmerksam gelesen hätte, wäre das auch aufgefallen: Der Name “Pisa” fällt dort nur im Zusammenhang mit dem Neigungswinkel (“mehr als vier mal so viel wie der berühmte Schiefe Turm von Pisa”).

Die Kategorie, in der der Turm von Abu Dhabi anerkannt wurde, ist eine ganz andere als die von Pisa und Suurhusen und heißt “World’s Furthest Leaning Manmade Tower” — ungefähr “Der schiefste künstliche Turm”.

Mit Dank an Thomas M. Phillip S. und S.B.

Nachtrag, 10. Juni: Bild.de hat es tatsächlich geschafft, die Fakten für seinen Startseiten-Teaser noch ein bisschen stärker durcheinander zu werfen:

Jetzt haben sich die Arabischen Emirate auch noch den Titel "schiefster Turm" geschnappt. Den hatte sich seit Jahrhunderten Pisa gepachtet.

Weltuntergang, iPhone, Luczak

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Die Meinungsmacher”?!
(kriminalakte.wordpress.com, Axel Bussmer)
Für Axel Bussmer ist “die journalistische Kaste” selbst verantwortlich für die Boulevardisierung und den damit verbundenen Qualitätsverfall: “Sie orientiert sich an Talkshows, die mehr Theater als politische Aufklärung sind. Sie entwickelt einen Herdentrieb, der eine eigenständige Analyse ersetzt. Denn die Hauptstadtjournalisten sehen sich, bei all ihren Unterschieden in Einkommen, Anstellung und Renommee, einerseits als Elite und folgen andererseits einfach dem lautesten Rufer, der oft zu der kleinen Gruppe der bundesweit bekannten Alpha-Journalisten und Leitmedien wie Spiegel Online gehört.”

2. “Weltuntergang 2012, die Deutsche Bahn und mieser Journalismus”
(scienceblogs.de/astrodicticum-simplex, Florian Freistetter)
Florian Freistetter liest in “mobil”, der Kundenzeitschrift der Deutschen Bahn, zwei kurze Spalten über den Weltuntergang und die Sonne: “Erstaunlich! Das sind nur 7 Sätze – und trotzdem so wahnsinnig viel Unsinn.”

3. “Gefangen zwischen Leistungsschutzrecht und Zensurdebatte”
(iphoneblog.de, alex olma)
Alexander Olma nervt das Gejammer der Verleger. Er kann nicht verstehen, warum sie sich mit Apple “hilflos in die Abhängigkeit eines einzelnen Anbieters begeben”. Sein Rat: “Macht was Eigenes, über das ihr Kontrolle habt, die kompletten Umsätze einfahrt und die registrierten Nutzerdaten ‘weiterverarbeiten’ könnt. Ein Anfang: Eine iPhone OS-freundliche Webseite, die nicht nervt!”

4. “Das iPhone unter der Lupe”
(abendzeitung.de, Richard Gutjahr)
Richard Gutjahr besucht die Präsentation des iPhone 4. Ein direktes Gespräch mit Steve Jobs ist nicht erlaubt: “Ein Raum voller Journalisten, aber keiner wagt es, den Mann, um den sich alles dreht, auch nur anzusprechen! So etwas erlebt man selten.”

5. Interview mit Hania Luczak
(mediummagazin.de, Daniel Kastner)
Die Gewinnerin des Henri-Nannen-Preises 2010 im Gespräch: “Schauen Sie sich an, welche Kollegen Preise gewinnen – das sind fast alles Festangestellte. Ich habe ein großes Privileg, glücklicherweise.”

6. “Tessiner TV-Kommentator darf nicht nach Südafrika”
(nzz.ch)
Armando Ceroni darf keine Fußball-WM-Spiele für das Fernsehen der italienischen Schweiz kommentieren. Ihm wird vorgeworfen, ein nicht autorisiertes Interview mit dem Schweizer Trainer, Ottmar Hitzfeld, geführt zu haben. “Damit habe er riskiert, ‘die delikaten Beziehungen zur Nationalmannschaft’ zu gefährden, schreibt die RSI in einem Communiqué.”

GEZ, Gauck, Schmidt

6 vor 9

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1. “Pauschale für alle!”
(taz.de, Steffen Grimberg)
Steffen Grimberg verfügt über Informationen, dass die Ministerpräsidenten am Mittwoch “mit großer Sicherheit” das Ende der “GEZ-Gebühr” beschließen werden: “Danach soll ab 2013 nicht mehr pro Gerät, sondern pro Haushalt bzw. bei Unternehmen gestaffelt nach Mitarbeiterzahl gezahlt werden.”

2. “Werde auch Du NWZ-Handyscout!”
(newzblog.de, Florian Schuster)
Florian Schuster denkt nach über ein in der “Nordwest-Zeitung” erschienenes Foto, “das Deutschlands teuerster Handy-Scout, NWZ-Chefredakteur Rolf Seelheim, höchstpersönlich ‘geschossen’ hat”.

3. Interview mit Dominik Graf
(sueddeutsche.de, Christopher Keil)
Regisseur Dominik Graf über die Inszenierung von Live-Fußball: “Es fällt einem schwer, sich heute eine Fußballübertragung von 1966 in ihrer unglaublichen Gelassenheit und Sachlichkeit anzuschauen. Auf der anderen Seite ergreift einen tiefe Sehnsucht, dass das wieder einmal so werden möge anstelle des hektischen Auftriebs mit 37 Kameras.”

4. “Medienspekulanten lassen Merkelblase platzen”
(mspr0.de, Michael Seemann)
Michael Seemann stellt fest, dass sich Zeitungen übergreifend für den Bundespräsident-Kandidat Joachim Gauck aussprechen. “Die Trias von Springer, SPIEGEL und FAZ hat sich schon häufiger als extrem kampagnenfähig erwiesen. Egal ob Angst vorm demographischen Wandel, Front gegen die Rechtschreibreform oder Nacktbilder von Günter Verheugen, die Zusammenarbeit klappte stets recht gut. Wenn die drei in trauter Einigkeit zuschlagen, dann hat das etwas zu bedeuten.”

5. “Does the Internet Make You Smarter?”
(online.wsj.com, Clay Shirky, englisch)
Clay Shirky sieht im Internet Wurzeln einer neue Lese- und Schreibkultur. Die Gegenthese “Does the Internet Make You Dumber?” vertritt Nicholas Carr, der befürchtet, dass wir durch das Netz zu oberflächlichen Denkern werden.

6. “Ludwig-Börne-Preis an Reich-Ranicki”
(zdf.de, Video, 75:18 Minuten)
Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki wurde in der Frankfurter Paulskirche der Ludwig-Börne-Preis verliehen. Statt einer Laudatio singt Harald Schmidt das Brecht-Gedicht “Erinnerung an die Marie A.” (ab 12:45 Minuten).

Hauptstadtjournalismus, Nationalhymnen

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. Über die Verwahrlosung des Hauptstadt-Journalismus-Journalismus”
(visdp.de, PDF, 1.9 MB, Sebastian Esser)
Sebastian Esser zum Lamento über die Hauptstadtjournalisten. “Es stimmt immer irgendwie, dass Polit-Journalisten in Berlin eitel und oberflächlich, gleichgeschaltet und unkritisch sind. Aber irgendwie auch nicht: Es gibt so viele Journalisten dort, dass eine wenig differenzierte Bewertung unter einer fetten Überschrift sich verbietet.”

2. “Lautsprecher, Leisetreter”
(tagesspiegel.de, Sonja Pohlmann)
Sonja Pohlmann befasst sich mit den Sprechern der Politiker: “Fast alle Sprecher von Spitzenpolitikern haben vorher als Journalisten gearbeitet. Sie kennen den Alltag in den Redaktionen und der Bundespressekonferenz, sind deshalb darauf gefasst, dass ihre Ex-Kollegen nach dem Seitenwechsel stets versuchen werden, mehr aus ihnen herauszulocken, als sie sagen dürfen.”

3. “Ist er von einem Blogger gestürzt worden?”
(faz.net, Michael Hanfeld)
Ein Beitrag im “heute journal” (zdf.de, Video, 3:11 Minuten) “vertritt die steile These, ein Blogger habe Köhlers Sturz erzwungen. Es lässt dabei alle anderen Faktoren außer Acht.”

4. “Das Elend der Medienkritik in der Schweiz”
(persoenlich.com, Roger Blum)
Medienwissenschaftler Roger Blum beschreibt den Zustand der Medienkritik in der Schweiz als “ganz elendiglich”, als “abwesend oder schwach”. “Medienjournalisten müssten die Hofnarren des Unternehmens sein, die dem Fürsten alles ins Gesicht sagen dürfen. Wenn sie hingegen für das eigene Unternehmen Public Relations betreiben müssen, dann schafft man sie klüger ab.”

5. “Die deutschen Spieler müssen die Nationalhymne singen!”
(malte-welding.com)
Malte Welding über den von Bild.de inszenierten “Hymnen-Streit”, der die deutsche Fußball-Nationalmannschaft aufteilt in Sänger und Schweiger. “Das hat man nun davon, wenn man Spieler für Deutschland spielen lässt, bloß weil sie in Stuttgart (Khedira) oder Gelsenkirchen (Özil) geboren sind. Am Ende singen sie nicht mal die Hymne und was kann dabei schon rauskommen? Zum Beispiel der Weltmeistertitel.”

6. “The Wilhelm Times”
(fuenf-filmfreunde.de, Renington Steele)
“Offensichtlich geht es den Produzenten von TV-Serien seit Jahren dermaßen schlecht, dass sie zur Ausstattung immer dieselbe Zeitung benutzen müssen.”

Nachrichtenstarre, TV-Faker, Videotext

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Wie ich auf twitter mit einer Falschmeldung für Verwirrung sorgte”
(derausmwaldkam.wordpress.com)
Neu-Twitterer @daswaldi twittert das Gerücht, eine in Göttingen zu hörende Detonation sei durch eine Explosion einer Gasleitung verursacht worden, was von anderen Quellen ungeprüft aufgenommen wird. Bei der Entschärfung einer Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg wurden drei Menschen getötet und mehrere verletzt (ndr.de).

2. “‘Superreiche’ verhindern Millionär”
(fastvoice.net, Wolfgang Messer)
Wolfgang Messer glaubt, dass Kandidat Dieter Nuhr beim Promi-Special der RTL-Sendung “Wer wird Millionär?” gescheitert ist, weil die richtige Antwort “Domäne” gar nicht zur Auswahl stand.

3. “Bleierne Nachrichtenstarre”
(olereissmann.de)
Ole Reißmann fragt sich, warum SZ, FAZ und der “Tagesspiegel” das “nackte Faktum” des Rücktritts von Horst Köhler als Aufmacher bringen: “Solange sich die Abonnenten so etwas gefallen lassen und für das Internet-Ausdrucken Geld herausrücken: Bitte. Ich glaube aber nicht, dass Zeitungen sich damit heute noch einen Gefallen tun.”

4. “TV-Faker aufgepasst: Das Netz bringt es ans Licht”
(dwdl.de, Jochen Voß)
Aufmerksame TV-Zuschauer bringen durch Rückmeldungen zum Programm Debatten in Gang. “Der Aufwand, sich in einer Debatte zu Wort zu melden, wird für alle Zuschauer – und nicht nur eine Hand voll Medienkritiker – immer geringer. Es muss noch nicht einmal das umfängliche Watchblog sein, das eine Debatte in Gang setzt. Oft reicht auch schon eine aus einem ersten Impuls heraus geschriebene E-Mail an die richtigen Stellen, um Schummlern auf die Schliche zu kommen.”

5. “Huh?”
(hackr.de, Markus Spath)
Markus Spath stellt die These auf, dass sich Intellektuelle mit dem Web so schwer tun, “weil sie intuitiv spüren, dass sie dem Web egal sind.”

6. “30 Jahre Videotext”
(burks.de, Burkhard Schröder)
in einem “Spiegel”-Artikel von 1979 zum damals brandneuen Videotext findet Burkhard Schröder ähnliche Textbausteine, wie sie heute zu lesen sind: “Hinter dem Anspruch der Presse, an den neuartigen Sendungen beteiligt zu werden, steckt die Sorge der Zeitungsverleger, Leser vom Gedruckten ans Gesendete zu verlieren.”

AFP, Die Welt, Spiegel  etc.

Gewaltige Unterschiede

Beschimpft, bedroht, geschlagen” titelt die “Welt” am 27. Mai und meint damit die Situation von Polizisten in Deutschland und nicht etwa die von ihr und anderen Medien (z.B. AFP, Bild.de, tagesschau.de, “DW-World”, “RP Online”, “Spiegel”) so sträflich vernachlässigte journalistische Sorgfaltspflicht bei diesem Thema.

In allen dazu erschienenen Artikeln wird unkritisch weiterverbreitet, Gewalttaten gegen Polizisten hätten zwischen 2005 und 2009 um 60,1 Prozent zugenommen. Diese Zahl stammt ursprünglich aus einer Studie des kriminologischen Foschungsinstitut Niedersachen (KFN), die im Auftrag von Landesinnenminister Uwe Schünemann (CDU) durchgeführt wurde. Dass diese Studie aus politischen Gründen mit heißer Nadel gestrickt wurde, kann man auf Seite 35 nachlesen:

Die knappe Zeit, die zwischen dem Abschluss der Datenerhebung (28.3.2010) und der IMK (Innenministerkonferenz, Anm. BILDblog) (27./28.5.2010) zur Verfügung stand, reichte nur aus, diese ersten sieben Thesen zu erarbeiten und dazu einen Kurzbericht zu verfassen. (Seite 35, KFN-Studie)

Das erfuhr neben einer ganzen Reihe anderer interessanter Aspekte allerdings nur, wer sich den 37-seitigen Zwischenbericht Nr. 1 tatsächlich vollständig zu Gemüte führte und nicht etwa oben genannten vierseitigen Kurzbericht als Ausgangspunkt seiner Berichterstattung nahm. Nun raten Sie mal, woran sich die Medienberichte über Gewalt gegen Polizisten orientieren – kleiner Tipp: Es ist nicht die 37-seitige Langfassung.

Kurzzusammenfassungen enthalten bekanntermaßen deutlich weniger Informationen und auch nur die, die den Verfassern besonders wichtig sind. Auch bei der oben genannten Studie werden nur in der Langfassung gravierende Mängel bei der Datenerhebung deutlich, die die Macher der Studie größtenteils auch selbst einräumen:

1. Nur zehn von 16 Bundesländern beteiligten sich an der Befragung. Nicht dabei waren Bayern, Sachsen, Baden-Württemberg, Hamburg, Nordrhein-Westfalen und Hessen, die nach Einwohnern rund zwei Drittel der deutschen Bevölkerung ausmachen, ebensowenig nahm die Bundespolizei teil.

2. Da die Teilnehmer der Studie zu Vorfällen aus den Jahren 2005 bis 2009 befragt wurden, besteht die Gefahr, dass die Ergebnisse durch sogenannte Erinnerungseffekte verfälscht wurden. Selbst die Verfasser der Studie gehen davon aus (S. 25f.), dass der tatsächliche Anstieg der Gewalttaten gegen Polizisten deutlich geringer ausfällt. Hinzu kommt:

Es ist nicht auszuschließen, dass Beamte, die in den ersten drei Monaten des Jahres 2010 Opfer einer schweren Gewalttat geworden sind, diesen Vorfall teilweise dem Jahr 2009 zugeordnet haben. (Seite 26, KFN-Bericht)

Und:

Die starken Zunahmen (…) in den letzten Jahren könnten in Teilen auch darin begründet sein, dass ein Teil der in der Untersuchung mitwirkenden Beamten aufgrund von Arbeitsbelastung und Zeitknappheit auf eine vollständige Auflistung aller Übergriffe verzichtet hat, um sich nur auf den zeitlich am kürzesten zurückliegenden Übergriff zu konzentrieren. (Seite 26, KFN-Bericht)

In der ausführlichen Version der Studie wurden aus dem Anstieg von 60,1 Prozent noch diejenigen jungen Teilnehmer herausgerechnet, die erst so kurz im Polizeidienst waren, dass ihnen z.B. 2005 noch gar nichts zustoßen konnte, da sie zu diesem Zeitpunkt noch in der Ausbildung waren. Dies reduziert den Anstieg auf 56,5 Prozent (S. 27, KFN-Bericht). Im Kurzbericht und damit auch in sämtlichen Medien wird lediglich die Zahl 60,1 Prozent genannt.

3. Die Teilnehmer der Studie registrierten sich freiwillig online. Sie bilden also zum einen keinen repräsentativen Querschnitt aller Polizeibeamten, zum anderen besteht die Möglichkeit, dass überdurchschnittlich viele Polizisten teilnahmen, die bereits selbst ein Opfer von Gewalt wurden und deshalb besonders an den Inhalten der Studie interessiert waren.

4. Auch die Verfasser der Studie selbst trauen ihren Zahlen nicht und halten es für wahrscheinlich, dass die realen Zahlen deutlich niedriger liegen:

Insgesamt betrachtet gelangen wir auf der Basis der hier dargestellten Ergebnisse zu der Einschätzung, dass es in den zehn an der Untersuchung beteiligten Bundesländern zwischen 2005 und 2009 zu einem deutlichen Anstieg der Gewalt gegen Polizeibeamte gekommen ist, dessen Ausmaß wir auf 30 bis 50 Prozent einschätzen. (Seite 28, KFN-Bericht)

Man beachte: Diese Zahlen, die deutlich niedriger sind als die in den 7 Thesen genannten und von den Medien verbreiteten 60,1 Prozent, sind nur geschätzt – und zwar ohne jede mathematische Grundlage, also Pi mal Daumen.

In den oben genannten Publikationen und in vielen weiteren Artikeln wird keine dieser Ungenauigkeiten und Einschränkungen auch nur erwähnt. Stattdessen – und das unterscheidet die Berichterstatter von einem Sack Papageien – brachten es einige Journalisten sogar noch fertig, eigene Fehler einzubauen.

Die Nachrichtenagentur AFP behauptet beispielsweise:

Die häufigsten Situationen, in denen Polizisten Opfer von Gewalt würden, seien Streitfälle in Familien, Einsätze bei Ruhestörungen und bei linken Demonstrationen.

Diese Aussage ist schlicht und ergreifend falsch. In der Studie wird zwar konstatiert, dass der Anstieg bei diesen Einsätzen am stärksten ausfällt (S. 29) – das macht diese Situationen aber keineswegs zu den häufigsten (siehe S. 26).

Der größte Bock wurde allerdings im eingangs erwähnten Artikel der “Welt” geschossen. Da behauptet der Autor einfach mal:

Der Studie zufolge gehen fast drei Viertel der schwer verletzten Polizisten auf das Konto linksextremer Demonstranten.

Krankt schon die Studie an der scheinbar pauschal vorgenommenen Einordnung von Demonstranten in links oder rechts (Seite 19), ist die Behauptung in der “Welt” schlicht falsch. In der Studie (S. 18) steht klar und deutlich, dass 8,4 Prozent aller Polizisten, die wegen einer Verletzung mindestens sieben Tage dienstunfähig waren (gilt als “schwere Verletzung”), bei Demonstrationen verletzt wurden. Davon wiederum wurden 73,3 Prozent von linken Demonstranten verletzt. Linke Demonstranten verursachten also nicht “fast drei Viertel”, sondern gerade einmal 6,2 Prozent (drei Viertel von 8,4) der schweren Verletzungen bei Polizisten.

Da braucht man sich nicht zu wundern, wie es laut KFN überhaupt zur Durchführung der Studie kam:

1. Ausgangslage für die Planung des Projekts.

Aus mehreren Bundesländern berichten Vertreter von Polizeigewerkschaften davon, dass die Gewalt gegen Polizeibeamte in den letzten Jahren deutlich zugenommen habe und eine wachsende Zahl von Beamten im Dienst erheblich verletzt worden sei. (…) Für die These der Polizeigewerkschaften sprechen allerdings Berichte aus der Praxis, wie sie beispielsweise die Welt am Sonntag vom 22. März 2009 wiedergegeben hat.

Ein Artikel der “Welt” ist einer der Gründe für das KFN, eine Studie über Polizeigewalt zu erstellen, über die die “Welt” (und andere) rechtzeitig vor der Innenministerkonferenz dann wieder undifferenziert berichten kann. So schließt sich der Kreis.

Mit Dank an Jörg S.

Köhler, Quoten, Abmahnungen

6 vor 9

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1. “Horst Köhler: Ein Rücktritt unter Blog-Mitwirkung”
(carta.info)
“Carta” skizziert den Weg der Aussage, die zum Rücktritt von Bundespräsident Horst Köhler führte. “Letztlich dürfte der vernichtende Spiegel-Artikel maßgeblichen Anteil an Köhlers endgültiger Entscheidung gehabt haben – und die Blogs daran, dass Spiegel Online und der Spiegel das Thema aufgegriffen haben. In Blogs wurde das Thema als relevant identifiziert und organisierte sich erster und anhaltender Protest.”

2. “Quotenidioten”
(epd.de, Diemut Roether)
Diemut Roether stellt fest, dass sich die täglichen Meldungen zu den Einschaltquoten der TV-Sender immer mehr der Sportberichterstattung angleichen.

3. “Das Lena-Prinzip”
(print-wuergt.de, Michalis Pantelouris)
Michalis Pantelouris glaubt nicht, dass das Medium die Botschaft ist. “Tatsächlich wird in unseren Verlagshäusern aber immer noch mehr darüber nachgedacht, welche Inhalte man aufs iPad packen kann, als darüber, welche Inhalte Menschen haben wollen.”

4. “Das Abmahnlexikon”
(journalist.de, Timo Rieg)
“Wenn das Anwaltsschreiben im Briefkasten landet – diese Rechtsbegriffe sollten Journalisten kennen.”

5. “No Secrets”
(newyorker.com, Raffi Khatchadourian, englisch)
Ein ausführliches Porträt des Australiers Julian Assange von Wikileaks.

6. “Das werden Sie!”
(blog.stuttgarter-zeitung.de, Video, 2:05 Minuten)
Eine AT&T-Werbekampagne von 1993 mit “erstaunlich akkuraten Zukunftsvisionen”.

iPad, Lena, Blasmusik

6 vor 9

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1. “Zensur in Zeiten des iPads”
(ipad-mag.de, Dirk Baranek)
Dirk Baranek fragt sich, wie weit die Regulierung der Inhalte im iTunes-Store geht. Nicht nur Erotik stehe im Visier der Apple-Kontrolleure, sondern auch “Darstellungen, die in der US-Medienwelt als graphic violence bekannt sind”. Betroffen davon ist auch “Bild”: “In zwei BILD-Artikeln befinden sich Fotos, die durch schwarze Flächen abgedeckt werden.”

2. “Eine Sängerin, wichtiger als jeder Präsident”
(sueddeutsche.de, Hans Hoff)
Lena Meyer-Landrut kehrt als Siegerin des ESC 2010 in einer Sondermaschine zurück und wird von einer Sonderausgabe der “Tagesschau” und anderen Sondersendungen erwartet: “Von 15 Uhr war mitzuerleben, wie die Lufthansa-Maschine Eberswalde auf dem Flugfeld stand und sich ein Arbeiter auf einer heran geschobenen Gangway an der Tür des Fluggeräts zu schaffen machte. Minutenlang passierte – nichts. Ein bisschen wirkte es wie die Berichterstattung von einer Geiselnahme, bei der man verzweifelt auf ein Zeichen der Gangster wartet.”

3. “Das Lena-Wunder”
(haz.de, Imre Grimm)
Imre Grimm hegt Hoffnungen, dass der Sieg “einer jungen, selbstironischen Frau über einen humorlosen Kommerz und über die Schlager-Schunkel-Welt” zukunftsweisend ist. “Ihr Triumph in Oslo nährt die Hoffnung, dass sich etwas verändert hat im Showgeschäft, dass Echtheit und Ehrlichkeit inzwischen mehr zählen als plumper, sexistischer Affekt aus dem Hause Bohlen.”

4. “Sarah Wiener tischt im Speisewagen Zusatzstoffe auf”
(foodwatch.de)
Die deutsche Bahn wirbt mit “dem guten Namen bekannter Fernsehköche” für seine Bordrestaurants. Foodwatch vergleicht ein Rezept von Sarah Wiener mit der Schweinefleischroulade aus dem Speisewagen, “ein Fertigprodukt, das viel mehr mit Spitzentechnologie als mit Spitzenküche zu tun hat”. Eine Stellungnahme von Sarah Wieners Büro ist auf meedia.de zu lesen.

5. “Meine Rechte”
(weltwoche.ch, Mark van Huisseling)
People-Journalist Mark van Huisseling denkt darüber nach, was er schreiben darf und was nicht. “Als ich anfing, Zeitungsartikel zu schreiben, war es ziemlich klar: Tatsachen, die man behauptete, mussten stimmen, mehr oder weniger (zirka 1990, ich war Volontär beim Sonntagsblick). Samstagnachmittags kam einer der beiden Anwälte, die auf der Payroll waren, in die Redaktion und fragte, ob es Artikel gebe, die Probleme machen könnten.”

6. “Russland: Blasmusik auf dem Dorf”
(mediathek.daserste.de, Video, 7:48 Minuten)
Das “Dummy”-Blog schreibt: “In manchen Dörfern Mecklenburgs werden die einzigen Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche von Nazigruppen angeboten.” Und in manchen Dörfern Russlands werden die einzigen Freizeitmöglichkeiten für Jugendliche von einer älteren Frau und ihrem Sohn angeboten: Blasmusik!

Salzburger Nachrichten, ESC, Westergaard

6 vor 9

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1. “Salzburger Nachrichten lassen die DDR wiederauferstehen”
(kobuk.at, Helge Fahrnberger)
Auf einer Europakarte in den “Salzburger Nachrichten” (E-Paper) geht eine Grenze durch Deutschland. “Interessanterweise sind die Ex-YU-Staaten korrekt eingezeichnet, inklusive Montenegro – einem Staat, den es erst seit 2006 gibt, als die DDR und die ebenfalls abgebildete Tschechoslowakei längst Geschichte waren. Ein solches Europa hat also nie existiert.”

2. Interview mit Lena Meyer-Landrut
(haz.de, Imre Grimm und Jan Sedelies)
Lena Meyer-Landrut ist manchmal ziemlich genervt von Journalisten, die ihr blöde Fragen stellen. “Es sind ja nicht alle hier so nette und intelligente Menschen. Und manchmal finde ich es komisch, in der Zeitung Dinge über mich zu lesen, die ich so nie gesagt habe oder die bewusst falsch interpretiert wurden.”

3. “Kritische Berichte?”
(ad-sinistram.blogspot.com, Roberto J. De Lapuente)
“Bild” schreibt in einer Kurzmeldung, dass “nach Meinung von SPD-Chef Gabriel” die Kanzlerin “die kritischen Berichte der BILD-Zeitung über die Finanzkrise Griechenlands” hätte stoppen müssen. “Was er eher meinte, das war diese Mesalliance aus nationalem Dünkel und chauvinistischer Herablassung, aus unaufgeklärter Verbalwucht und willkürlicher Strafpredigt, aus unterhaltsamen Boulevard und vergnüglichen Griechenkloppen – kritische Berichte standen ja gar nicht zur Auswahl.”

4. “Kurt Westergaard bereut nichts”
(faz.net, Matthias Hannemann)
Der Besuch von Kurt Westergaard bei Markus Lanz, “Ein Leben in ständiger Angst” (zdf.de, Video, 27:53 Minuten), konnte nun doch aufgezeichnet werden. “Statt des Publikums waren Polizisten und Nachrichtendienstler im Raum. Und Markus Lanz selbst, nervös ausnahmsweise, nutzte zwar jede Gelegenheit, sein Verständnis für die verletzten Gefühle der Muslime zu unterstreichen – ein Wort wie ‘Meinungsfreiheit’ aber brachte er nicht wirklich heraus. Das musste Westergaard schon selbst übernehmen.”

5. “Willkommen im Überwachungsstaat: Alpine Ski-WM 2011”
(jensweinreich.de)
Jens Weinreich ergänzt den Artikel “Berichterstattung über Ski-WM: Alle sind verdächtig” (taz.de, Jürn Kruse) mit erhaltenen Datenschutzinformationen.

6. “Schmetterlinge und Waldgeister”
(oslog.tv, Herm)
Eine ausführliche Analyse des ersten ESC-Halbfinals: “Serbien hat in diesem Jahr ein androgynes Wesen ins Rennen geschickt, was die ganze Zeit grinst. Also eine Art Lordi nur andersrum.”

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