Suchergebnisse für ‘spiegel online’

Internes Papier, Böhmermann unterliegt, Ikonisches Attentats-Foto

1. So begründet das BMI das Compact-Verbot
(lto.de, Felix W. Zimmermann & Markus Sehl & Max Kolter)
Das Bundesinnenministerium (BMI) habe das rechtsextreme Magazin “Compact” verboten, weil es als Sprachrohr für verfassungsfeindliche Ziele fungiere. “Legal Tribune Online” liege ein 79-seitiges internes Papier des Ministeriums vor, das detailliert begründe, wie “Compact” aus Sicht des BMI die verfassungsmäßige Ordnung ablehnt und rassistische sowie antisemitische Inhalte verbreitet. Trotz Diskussionen um die Pressefreiheit sehe das Innenministerium in dem Verbot keinen Widerspruch, da hier die Meinungsfreiheit missbraucht werde.

2. Verfassungsschutz darf Zeitung “Junge Welt” erwähnen
(zeit.de)
Das Berliner Verwaltungsgericht habe entschieden, dass der Verfassungsschutz die Zeitung “Junge Welt” in seinen Berichten erwähnen darf, weil sie eine sozialistisch-kommunistische Gesellschaftsordnung nach marxistisch-leninistischem Verständnis anstrebe. Die Zeitung sehe im Handeln des Verfassungsschutzes einen Eingriff in ihre Pressefreiheit. Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig, die “Junge Welt” habe bereits Rechtsmittel angekündigt und wolle notfalls bis nach Karlsruhe vor das Bundesverfassungsgericht ziehen.
Weiterer Lesehinweis mit juristischen Details: Die “Junge Welt” darf wei­terhin vom Ver­fas­sungs­schutz erwähnt werden (lto.de, Maryam Kamil Abdulsalam).

3. Ein Jackpot, aber für wen?
(taz.de, Jörg Colberg)
Der Fotograf und Autor Jörg Colberg kommentiert das ikonische Foto, das nach dem Attentat auf Donald Trump entstanden ist: Trump inmitten von Sicherheitsbeamten mit erhobener Faust und US-Flagge hinter sich. Das Foto vermittle ein Bild der Stärke, wohingegen Live-Aufnahmen ein großes Chaos zeigen würden. Dieses Beispiel mache deutlich, wie die Fotografie komplexe Ereignisse vereinfache und dabei wichtige Aspekte ausklammere.

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4. So viel Hass wie nie: 40 Anzeigen wegen “GNTM”-Hetze
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie Timo Niemeier bei “DWDL” berichtet, wurde die vergangene Staffel von “Germany’s Next Topmodel” von einer Rekordzahl an Hasskommentaren im Internet begleitet. ProSieben musste 40.000 problematische Kommentare löschen und habe 40 davon bei der Staatsanwaltschaft angezeigt, da sie zum Teil strafrechtlich relevant waren. Diese Entwicklung verdeutliche das Ausmaß von Hass im Internet und die Bedeutung der Moderation von Social-Media-Kanälen.

5. Filmschaffende kriegen künftig mehr
(verdi.de)
Wie beim Gewerkschaftsmagazin “M” zu lesen ist, haben die Filmschaffenden nach langen Tarifverhandlungen deutliche Verbesserungen erreicht, darunter eine monatliche Vier-Tage-Woche, kürzere Tagesarbeitszeiten und eine verbesserte Altersvorsorge. Ab Januar 2025 gelten neue Arbeitszeit- und Überstundenregelungen sowie Gagenerhöhungen von jeweils 2,5 Prozent in den Jahren 2025 und 2026. Ein Ergebnis zu tariflichen Regelungen für den Einsatz von generativer KI bei Filmproduktionen stehe noch aus.

6. Jan Böhmermann unterliegt vor Gericht erneut bei Streit um Honig-Werbung
(spiegel.de)
Jan Böhmermann hat im Rechtsstreit um eine Honigwerbung, in der der Imker Rico Heinzig Böhmermanns Konterfei satirisch verwendete, erneut verloren. Das Oberlandesgericht (OLG) Dresden habe die Berufung in einem Eilverfahren des Moderators gegen ein Urteil des Landgerichts Dresden vom Februar zurückgewiesen. Das Landgericht hatte damals entschieden, dass die Verwendung von Böhmermanns Bild und Namen durch Heinzig eine zulässige satirische Auseinandersetzung darstelle. Gegen die Entscheidung des OLG sei ein Rechtsmittel nicht mehr möglich, Böhmermann könne jedoch ein Hauptsacheverfahren vor dem Landgericht Dresden anstrengen.

Faeser verbietet “Compact”, BVG erreicht Endstation, “Leuchtturm”

1. Faeser verbietet “Compact”
(tagesschau.de, Michael Götschenberg & Holger Schmidt)
Bundesinnenministerin Nancy Faeser habe das rechtsextreme Magazin “Compact” wegen Verstoßes gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung verboten. Seit den frühen Morgenstunden würden in mehreren Bundesländern Geschäftsräume und Wohnungen der Verantwortlichen durchsucht, um Beweismaterial zu sichern. Ziel des Verbots sei es, alle Formate und Online-Auftritte von “Compact” zu beenden und das Vermögen zu beschlagnahmen.
Weitere Lesetipps: Wir hatten vergangenen Mittwoch in den “6 vor 9” einen Beitrag über eine “Compact”-Kundgebung verlinkt, bei der eine Regenbogenflagge öffentlich zerrissen und in Brand gesetzt worden war. Außerdem empfehlen wir den BILDblog-Beitrag von Benedikt Frank, in dem dieser bereits im Jahr 2018 über die Verbindungen von “Compact” zu Rechtspopulisten und Rechtsradikalen berichtete.

2. Netzwerk Recherche verleiht den Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen
(netzwerkrecherche.org)
Einmal im Jahr vergibt das Netzwerk Recherche (NR) den “Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen”. In diesem Jahr wird die Auszeichnung an das Medienhaus “Correctiv” gehen, das im Januar über ein geheimes Treffen von Rechtsextremen in einer Potsdamer Villa berichtete. “Die Arbeit von Correctiv steht exemplarisch für den Wert und die Notwendigkeit von investigativem Journalismus”, so der NR-Vorsitzende Daniel Drepper: “Selten hat eine einzelne Recherche einen solchen Impact gehabt und uns allen gezeigt, wie wichtig diese Art von Journalismus für unseren demokratischen Diskurs ist.”

3. Mit wem reden, wenn nichts mehr geht?
(druckausgleich.podigee.io, Annkathrin Weis & Luca Schmitt-Walz, Audio: 47:25 Minuten)
Die “Helpline” ist laut Eigenbeschreibung eine “unabhängige, anonyme und kostenlose Telefonberatung für mental belastete Journalist*innen”. Dass es sie weiterhin gibt, liegt auch daran, dass sie für ein zweijähriges Förderprogramm der Bundesregierung ausgewählt wurde. Annkathrin Weis und Luca Schmitt-Walz sprechen in ihrem Podcast “Druckausgleich” mit Malte Werner, der Projektleiter der “Helpline” ist.

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4. Khesrau Behroz: “Ich bin Öffentlichkeitsjournalist”
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 27:21 Minuten)
Zu Gast bei “Läuft” ist Khesrau Behroz, bekannt für seine dokumentarischen Podcasts. In seiner neuesten Produktion geht es um einen berühmten Mordfall aus dem Jahr 2007: “Judging Amanda Knox”. Behroz spricht mit Alexander Matzkeit darüber, ob er sich selbst als Medienjournalist sieht und warum der Fall Amanda Knox immer noch aktuell ist. Außerdem erklärt er seine verschiedenen Rollen in seiner Produktionsfirma.

5. Katapult kündigt Zeitung für Sachsen an: Ziel sind 500.000 Exemplare
(flurfunk-dresden.de, Peter Stawowy)
Das Greifswalder Magazin “Katapult” plane, im August 2024 eine Zeitung für Sachsen herauszugeben, um vor der Landtagswahl über die AfD aufzuklären und die positiven Aspekte der Migration hervorzuheben. Die Finanzierung der angestrebten Auflage von 500.000 Exemplaren solle über Spenden erfolgen. Und auch bei der Verteilung der Zeitung setze “Katapult” auf die Community.

6. Hass und Hetze – BVG verkündet “Endstation”
(tagesspiegel.de, Dominik Mai)
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) waren dafür bekannt, auf Twitter einen oft humorvollen und direkten Kommunikationsstil zu pflegen, der bei vielen Nutzerinnen und Nutzern beliebt war. Nun haben sie ihre Accounts auf der Social-Media-Plattform X/Twitter wegen zunehmender Hetze und Hass sowie mangelnder Moderation stillgelegt. Das Umfeld auf X entspreche nicht mehr den Werten des Unternehmens.

Ahrtal-Beitrag bleibt, Kemmerichs Tapferkeit, Im Skandal-Rausch

1. Gerichte: Ahrtal-Flutheld muss kritischen Text ertragen
(t-online.de, Lars Wienand)
2022 hatte t-online.de kritisch über “Ärger im Ahrtal” und zwei “Fluthelden auf Besatzerkurs” berichtet. Dagegen war einer der bekannten Helfer gerichtlich vorgegangen, sei damit jedoch nun beim dritten Gericht gescheitert: “Weil der Artikel von einem erheblichen öffentlichen Informationsinteresse getragen sei und sich in den Grenzen einer wertenden Schilderung wahrer Tatsachen aus der Sozialsphäre bewege, überwiege die Pressefreiheit die Persönlichkeitsrechte.”

2. Desinfektionsmittel-Beschaffung: Corona-Journalismus im Skandal-Rausch
(scilogs.spektrum.de, Markus Pössel)
Markus Pössel kritisiert die aktuelle Berichterstattung über die Beschaffung von Desinfektionsmittel durch die Bundesregierung während der Corona-Pandemie. Einige Medienberichte basieren nach Ansicht des Autors auf einem mangelnden Verständnis von Zahlen und Zusammenhängen, da die beschafften Mengen dem tatsächlichen Bedarf entsprächen. Der eigentliche Skandal, so Pössel, liege in der mangelnden Qualität der journalistischen Recherche und nicht in den Beschaffungen selbst.

3. Fehler mit System
(woz.ch, Thomas Schwendener)
Wie Thomas Schwendener berichtet, setze die Schweizer Boulevardzeitung “Blick” eine Künstliche Intelligenz (KI) ein, um Artikel aus anderen Medien umzuschreiben. Das Verfahren führe jedoch häufig zu Fehlern, die von Menschen in der Redaktion korrigiert werden müssen. Trotz ehrgeiziger Pläne und der Behauptung, KI-Tools würden Zeit für die Recherche freisetzen, stoße der Einsatz bei den “Blick”-Leserinnen und -Lesern auf Kritik und Skepsis. Der Verlag Ringier riskiere durch die zunehmende Abhängigkeit von KI das Vertrauen in seine journalistische Arbeit.

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4. X droht Millionenstrafe in der EU
(tagesschau.de)
Die EU-Kommission habe festgestellt, dass die Verifizierungspraxis auf der Plattform X/Twitter möglicherweise gegen EU-Recht verstoße. Elon Musk hatte eingeführt, dass jeder ein blaues Verifizierungshäkchen kaufen kann, was zu Verwirrung und Missbrauch führte. Sollten sich die vorläufigen Ergebnisse der Untersuchung bestätigen, drohe X eine Geldbuße von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes.

5. Meta hebt Beschränkungen für Donald Trump auf
(spiegel.de)
Der Konzern Meta habe die Beschränkungen für Donald Trumps Instagram- und Facebook-Kanäle, die nach der Erstürmung des Kapitols eingeführt worden waren, aufgehoben. Hintergrund dieser Entscheidung seien die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen im November, bei denen Trump voraussichtlich gegen Joe Biden antreten wird. Trotz der Lockerungen betone Meta, dass für Trump dieselben Richtlinien gelten wie für alle anderen Nutzerinnen und Nutzer, insbesondere in Bezug auf Hassrede und Aufrufe zur Gewalt.

6. Nein, der Rechtschreibrat hat kein Aus für den Genderstern beschlossen
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Der frühere, kurzzeitige Thüringer Ministerpräsident Thomas Kemmerich (FDP) wandte sich per X/Twitter an die “lieben Leser*innen und Leser:innen aus dem linksgrünen Milieu” und “verehrten Anhänger_innen der Verhunzung unserer Muttersprache”: “Sie müssen jetzt ganz tapfer sein, der Rechtschreibrat hat das Aus für den Genderstern beschlossen.” Bei “Übermedien” kommentiert Medienkritiker Stefan Niggemeier: “Thomas Kemmerich muss jetzt ganz tapfer sein: Der Rechtschreibrat hat nicht das Aus für den Genderstern beschlossen.”

Warnstreik beim WDR, Porno-Transparenz, Schmerzensgeld

1. 48 Stunden: Beim WDR gibt’s den nächsten Warnstreik
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Wie Uwe Mantel bei “DWDL” berichtet, stagnieren die Tarifverhandlungen beim WDR weiterhin. Nun hätten alle beteiligten Gewerkschaften gemeinsam einen 48-stündigen Warnstreik von Donnerstag bis Samstag ausgerufen. Dem öffentlich-rechtliche Sender werde vorgeworfen, die Vergütungsstrukturen für freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verschlechtern zu wollen und die Lohnerhöhungen für Festangestellte nicht angemessen zu gestalten.

2. Russische Justiz verbietet Zeitung »The Moscow Times«
(spiegel.de)
Die russische Generalstaatsanwaltschaft habe die Onlinezeitung “The Moscow Times” als “unerwünschte Organisation” eingestuft und verboten, was einen weiteren Schlag gegen die freie Presse in Russland darstelle. Bereits seit dem russischen Angriff auf die Ukraine sei die Zeitung wegen angeblicher Diskreditierung der Streitkräfte blockiert und später als “Auslandsagent” gelistet worden. Damit würde jede Zusammenarbeit mit der Redaktion oder Zahlung an das Medium in Russland als strafbar gelten.

3. “Da würde eine neue Technik pauschal unter Strafe gestellt”
(netzpolitik.org, Martin Schwarzbeck)
Der Bundesrat habe auf Initiative Bayerns einen Gesetzentwurf eingebracht, der die Verbreitung von Deepfakes generell unter Strafe stellen soll. Dabei handele es sich allerdings nur um die “aktuellste in einer Reihe hauptsächlich symbolischer, aktionistischer Regelungsbestrebungen”, schreibt Martin Schwarzbeck. Die mit Künstlicher Intelligenz generierten Medien seien bereits durch die bestehende Rechtslage abgedeckt: “Auch für sie gelten das Persönlichkeitsrecht und das Urheberrecht und auch hier zieht der Betrugsparagraf aus dem Strafgesetzbuch.”

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4. 600 Euro Sch­mer­zens­geld für Cem Özdemir
(lto.de)
Wie “Legal Tribune Online” berichtet, muss ein Mann 600 Euro Schmerzensgeld an Landwirtschaftsminister Cem Özdemir zahlen, weil er diesen in einem Facebook-Kommentar als “Drecksack” bezeichnet habe. Außerdem müsse er Özdemir 800 Euro vorgerichtliche Abmahnkosten erstatten.

5. Genderverbote und was wirklich dahinter steckt
(genderleicht.de, Dorothee Beck)
Bei genderleicht.de beschreibt Dorothee Beck den Streit um geschlechtergerechte Sprache als sprachlichen Kulturkampf der extremen Rechten, um das gemäßigte Bürgertum für sich zu gewinnen. Widerstand gegen geschlechtergerechte Sprache formiere sich aber nicht nur von dort, sondern auch in der bürgerlichen Mitte und in konservativen Medien. Ein Beispiel dafür sei der Thüringer Landtag, wo die CDU, unterstützt von AfD und FDP, einen Appell zur Unterlassung des Genderns in Landesbehörden durchgesetzt habe.

6. EU-Kommission wünscht Porno-Transparenz: Strenge Auflagen für XNXX​
(heise.de, Stefan Krempl)
Der Kampf der EU mit frei zugänglichen Porno-Plattformen geht in die nächste Runde: Wie bei “heise online” zu lesen ist, habe die EU-Kommission die Seite “XNXX” als “sehr große Online-Plattform” eingestuft, womit das Erotikportal ab Herbst die strengsten Auflagen des Digital Services Act erfüllen müsse. Dazu gehöre unter anderem die Pflicht, Minderjährigen den Zugang zu pornografischen Inhalten zu verwehren und umfangreiche Daten mit Behörden zu teilen. Bei Nichteinhaltung würden “XNXX” Strafen von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes drohen.

Rammsteins Recht, Streik bei der ARD, Rechtsruck-Video

1. Wie der NDR es Rammstein ermöglichte, gegen seinen Rammstein-Podcast vorzugehen
(uebermedien.de, René Martens)
Der NDR hat seinen Podcast über Rammstein vorsorglich offline genommen, da die Band rechtliche Schritte wegen der Nutzung ihrer Musik eingeleitet hat. René Martens erläutert die vielfältigen Aspekte der Musiknutzung in Podcasts und zeigt die Herausforderungen bei der Verwendung von Musikwerken in journalistischen Produktionen auf: “Der Rammstein-Podcast-Fall beschäftigt nun nicht nur eine Handvoll Juristen in Hamburg, sondern offenbar auch nahezu sämtliche Rechtsgelehrten der ARD.”
Weiterer Lesehinweis: Bei “Legal Tribune Online” berichtet Felix W. Zimmermann über den Fall und geht dabei detailliert auf die juristischen Hintergründe ein: Nirgends, wo es Podcasts gibt (lto.de).

2. Schon wieder bundesweite Streikaktion bei der ARD
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie “DWDL” berichtet, hat die Mediengewerkschaft VRFF erneut zu einem bundesweiten Streik in der ARD aufgerufen, der bereits zu Programmausfällen geführt hat. Beim WDR fielen Sendungen wie die “Aktuelle Stunde” aus, und auch die “Tagesschau” konnte nur eingeschränkt gesendet werden. Die Gewerkschaft fordert 10 Prozent mehr Gehalt, die ARD-Anstalten argumentieren mit knappen Kassen.

3. “Klinsi und Co. schuld am Rechtsruck”?: Bundeszentrale für politische Bildung löscht nach Empörung Video
(tagesspiegel.de)
Nach heftiger Kritik habe die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ein Video gelöscht, das einen Zusammenhang zwischen der Fußball-WM 2006 und einem Rechtsruck in Deutschland herstellte. Die bpb habe die Veröffentlichung des Videos im Nachhinein als Fehler bezeichnet und wolle nun auch die anderen Videos derselben Reihe überprüfen.

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4. Stichwahl zwischen Repression und Verfolgung
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) nimmt die anstehende Stichwahl im Iran zum Anlass, auf die desolate Lage der Pressefreiheit in dem Land hinzuweisen: “Solange die Repression in den Gesetzbüchern, den Praktiken und der Politik des iranischen Regimes verankert ist, werden kritische Medienschaffende weiter unnachgiebig verfolgt und hart bestraft”, so RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus: “Selbst im Exil sind iranische Journalisten und Reporterinnen nicht vor Verfolgung sicher. Um sie zu schützen, müssen die jeweiligen Regierungen, Strafverfolgungsbehörden, Social-Media-Plattformen und Redaktionen noch stärker zusammenarbeiten. Den zukünftigen iranischen Präsidenten fordern wir auf, alle inhaftierten Journalistinnen und Journalisten freizulassen.”

5. Wie nehmen Lokalredaktionen ihr Publikum wahr?
(de.ejo-online.eu, Laurie Chappatte)
In ihrer Dissertation hat Laura Amigo die Beziehung zwischen Lokalredaktionen und deren Publikum untersucht, wobei sie verschiedene Typen des Publikums identifiziert hat, die in den Aussagen der Journalistinnen und Journalisten zum Ausdruck kommen. Laurie Chappatte hat die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit zusammengefasst.

6. Ein blinder Fleck in der deutschen Berichterstattung?
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhöfer, Audio: 38:51 Minuten)
Im Deutschlandfunk werden regelmäßig Hörerinnen und Hörer zugeschaltet. Diesmal meldet sich Verena Roth zu Wort. Sie findet, dass in Medien viel zu selten über Südosteuropa berichtet wird, und diskutiert darüber mit Wolfgang Vichtl aus dem ARD-Südosteuropa-Studio sowie Ulf Brunnbauer vom Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschungen.

Medien kuppeln Osten ab, Hörer-Beteiligung, Kriminalstatistik

1. Medien kuppeln Ostdeutschland vom Fernverkehr ab
(uebermedien.de, Sebastian Wilken)
Beim “Spiegel” erschien Mitte der Woche ein Bericht (nur mit Abo lesbar), laut dem die Deutsche Bahn zahlreiche Fernverkehrsverbindungen abschaffen werde, was angeblich vor allem ostdeutsche Städte betreffe. Dabei kam es zu mehreren Fehlern und Falschdarstellungen, wie die Redaktion in einer Anmerkung einräumen muss. Sebastian Wilken hat die Berichterstattung dazu analysiert und rekonstruiert. Medien sollten der Bahn kritisch auf die Finger schauen, so Wilkens, “wenn sie aber einen Vorwurf wie ‘Deutsche Bahn hängt Osten weiter ab’ in ihren Überschriften und Texten formulieren, sollte das zumindest von Fakten gedeckt sein.”

2. Stimmungsmache mit Kriminalstatistik?
(ndr.de, Lea Eichhorn, Video: 24:35 Minuten)
Jedes Jahr stellt das Bundeskriminalamt die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) vor, und jedes Jahr nutzen Politik und Medien die Daten für allerlei Fehlschlüsse und Fehlinterpretationen. So würden, obwohl die begrenzte Aussagekraft der PKS längst erwiesen sei, mit ihr immer wieder ausländerfeindliche Vorurteile geschürt. “Zapp”-Reporterin Lea Eichhorn ist der Sache nachgegangen.

3. Sinn und Unsinn von Sendungen mit Hörerbeteiligung
(deutschlandfunk.de, Sören Brinkmann, Audio: 40:51 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Für den Publizisten Matthias Warkus jedes Mal Anlass, fluchtartig das Weite zu suchen: “Wenn im Deutschlandfunk zwischen zehn und elf Uhr vormittags der erste Hörer durchgestellt wird, schalte ich quasi reflexhaft den Sender um.” Warkus beklagt, dass eine echte Diskussion mit den Anrufenden meist nicht zustande komme. Darüber diskutieren mit ihm die Moderatorin Carmen Thomas und Moritz Küpper vom DLF.

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4. “Ein bisschen überwältigt”: Katrin Vernau ist die neue WDR-Intendantin
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Joachim Huber berichtet über die Intendantenwahl beim WDR, bei der sich gestern die kommissarische Intendantin des RBB, Katrin Vernau, letztlich durchsetzen konnte: “Wie knapp das Rennen war, bewies die Auszählung der 55 abgegebenen Stimmen – alle Mitglieder des Rundfunkrates waren anwesend – im ersten Wahlgang. Während sich Katrin Vernau (17 Stimmen) und Helge Fuhst (16 Stimmen) für die zweite Runde qualifizierten, schieden WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn (15 Stimmen) denkbar knapp und der Leiter des ZDF-Studios in Washington, Elmar Theveßen (sieben Stimmen), relativ deutlich aus.”

5. Realitätsnaher Krisenjournalismus und Emotionen: ein Gespräch mit Johana Kotishova
(de.ejo-online.eu, Oleksandra Yaroshenko)
Im Gespräch mit der Kommunikationswissenschaftlerin Johana Kotišová geht es um die herausfordernde Arbeit von Krisenreportern in Konfliktgebieten wie der Ukraine. Kotišová spricht über den Umgang mit physischen und psychischen Belastungen und betont die Notwendigkeit von emotionaler Kompetenz, Sicherheitstrainings und Unterstützung für Journalistinnen und Journalisten, die mit Traumata konfrontiert sind.

6. TV, Podcast, Instagram: Neue Moderationen braucht das Land
(dwdl.de, Thomas Lückerath & Alexander Krei)
Gestern Abend wurde wieder der Stuttgarter Moderationspreis verliehen. Thomas Lückerath und Alexander Krei sind bei “DWDL” voll des Lobes: “Der zweite Stuttgarter Fernsehpreis hat mit seinen Preisentscheidungen im zweiten Jahr ein sehr breites Spektrum journalistischer Moderationen abgebildet – und dabei den Blick auf manche Plattformen, Formate und Themen geworfen, die bei anderen Preisverleihungen manchmal aus Formgründen gar nicht im Rennen wären. Damit holt die noch junge Auszeichnung, wenn gleich von einer Hochschule ausgelobt, die Bewertung von Moderationsleistungen raus aus der Gefahrenzone einer elitären Debatte um Ausbildungen und Qualifikationen.”

Ein heißer Herbst?, “Haut endlich ab!”, Anzügliches Instagram

1. ARD-Vorsitzender Kai Gniffke: “ARD 2.0” wird jetzt Realität
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Joachim Huber berichtet im “Tagesspiegel” über die Reformbemühungen der ARD, ist aber skeptisch, ob sie das letzte Wort sind: “Keine wagemutige Prognose ist es, dass die Rundfunkkommission zu weit größeren Synergie-Maßnahmen kommen wird als ARD, ZDF und Deutschlandradio selbst. Ein heißer Herbst kündigt sich an.”

2. Nd erreicht Teilsieg vor Gericht
(verdi.de, Peter Nowak)
Die Tageszeitung “nd” hatte über “fatale Zustände” im Ankunftszentrum für Geflüchtete in Berlin-Tegel berichtet und sich dabei auf anonyme Hinweisgeber bezogen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das das Ankunftszentrum gemeinsam mit anderen Hilfswerken betreibt, ging gegen die Berichterstattung vor und zog vor Gericht. Für die meisten der strittigen Aussagen habe dem Gericht eine eidesstattliche Versicherung der Zeitung gereicht. In vier Fällen gab das Berliner Landgericht jedoch dem DRK recht. Die “nd”-Redaktion müsse nun die betreffenden Passagen aus der Onlineversion des Artikels entfernen und bleibe auf 6.000 Euro Prozesskosten sitzen.

3. Instagram schlägt 13-Jährigen offenbar anzügliche Videos vor
(spiegel.de)
Unter Berufung auf eine Recherche des “Wall Street Journal” berichtet der “Spiegel” von bedenklichen Algorithmen bei Instagram: “Innerhalb des Konzerns soll demnach seit 2022 bekannt sein, dass Instagram Teenagern mehr pornografische und gewaltvolle Inhalte empfehle als Erwachsenen. Minderjährige sahen demnach dreimal so viele eigentlich in der App verbotene Inhalte mit Nacktheit wie Erwachsene, heißt es in Firmenunterlagen, die die Zeitung einsehen konnte.”

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4. New York plant Gesetz gegen Social-Media-Inhalte mit Suchtpotenzial
(zeit.de)
Im US-Bundesstaat New York wurde ein Gesetz zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor “Social-Media-Inhalten mit Suchtpotenzial” unterzeichnet. Es soll Eltern ermöglichen, ihre Kinder vor algorithmisch vorgeschlagenen Beiträgen zu schützen und automatische Benachrichtigungen zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens zu unterbinden. Beobachter würden mit einem langwierigen Verfahren und möglichen Klagen von Social-Media-Unternehmen gegen das Gesetz rechnen.

5. Haut endlich ab!
(taz.de, Carolina Schwarz)
In der “taz” empfiehlt Carolina Schwarz den verbliebenen Twitter/X-Nutzerinnen und -Nutzern, die Plattform zu verlassen. Sie geht dabei auf das häufig anzutreffende Argument ein, man dürfe diesen digitalen Ort nicht den Rechten überlassen: “So richtig die Solidarität mit den Bedrohten ist, so falsch ist X als Ort dafür. Die Rechten haben ihn übernommen, Musk hat es so gewollt. Diejenigen, die sich dem entgegenstellen, dringen schon lange nicht mehr durch. Das hinzunehmen, mag schwer sein, aber es gibt dort nichts mehr zu gewinnen.”

6. Wie steht es um die Pressefreiheit – in Deutschland und weltweit?
(fachjournalist.de, Nadine Zeidler, Audio: 14:08 Minuten)
Nadine Zeidler hat sich im “Fachjournalist”-Podcast mit Katharina Viktoria Weiß von Reporter ohne Grenzen (RSF) über die diesjährige “Rangliste der Pressefreiheit” unterhalten: “Im Gespräch beleuchten sie die Spitzenreiter und Schlusslichter des Rankings und besprechen die generelle Bedeutung der Pressefreiheit in einer demokratischen Gesellschaft sowie deren rechtliche Grenzen. Die RSF-Pressesprecherin gibt zudem Tipps, was jede und jeder Einzelne für mehr Sicherheit von Medienschaffenden und im Kampf gegen Zensur tun kann.”

“Digital News Report”, Warnhinweise für Social Media?, #ByeByeElon

1. Reuters Institute Digital News Report 2024: Mehr Perspektivenvielfalt erwünscht
(hans-bredow-institut.de)
Das Hans-Bredow-Institut veröffentlicht die wichtigsten deutschen Ergebnisse des “Reuters Institute Digital News Report 2024” zur Nachrichtennutzung im internationalen Vergleich: “Zwei Drittel (66 %) der erwachsenen Internetnutzer:innen in Deutschland erwarten von den Nachrichtenmedien, dass diese ihnen verschiedene Perspektiven zu aktuellen Themen bieten, doch weniger als die Hälfte (43 %) sieht diese Leistung als gut erfüllt an.”

2. Inklusion ist einfach
(taz.de, Emma Tries)
Vergangenen Freitag haben wir in den “6 vor 9” darauf hingewiesen, dass die “Tagesschau” neuerdings eine Sendung in Einfacher Sprache anbietet, um den etwa 17 Millionen Menschen in Deutschland, die Schwierigkeiten mit dem Erfassen von komplexen Texten haben, den Zugang zu Nachrichten zu erleichtern. Emma Tries hat sich die Reaktionen im Internet auf die Neuerung angeschaut, und die fallen nicht alle gut aus. Ihr Rat: “Die ‘Tagesschau’ in einfacher Sprache sollte sich je­de:r zumindest einmal angeschaut haben. Sich dem Unbekannten auszusetzen ist wichtig, die Bedürfnisse anderer anzuerkennen noch viel mehr.”

3. Wahlergebnis gefährdet Pressefreiheit
(verdi.de, Lars Hansen)
Lars Hansen hält den Stimmenzuwachs rechtspopulistischer Parteien bei den Europawahlen für gefährlich und weist in diesem Zusammenhang auf die anstehende Wahl der EU-Kommissionspräsidentschaft hin. Er kommentiert: “Für ihre Wiederwahl als Präsidentin der Europäischen Kommission ist Ursula von der Leyen auf die Stimmen weiterer Fraktionen als die ihrer EVP angewiesen. Sollte sie sich dabei auf die erstarkte Rechten-Fraktion stützen wollen, wird diese Zugeständnisse einfordern, nicht zuletzt in der Medienpolitik.”

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4. 47 Organisationen steigen bei X aus
(t-online.de)
Am heutigen “Internationalen Tag gegen Hass” ziehen sich 47 Organisationen aus verschiedenen Bereichen gemeinsam von Elon Musks Plattform X/Twitter zurück, um gegen die dort vorherrschenden Hassbotschaften und die Hetze zu protestieren. “Wir stehen für einen respektvollen, demokratischen Austausch und wertschätzende Kommunikation. Daher sagen wir #ByeByeElon und stellen unsere Aktivitäten auf der Plattform ein”, so die abschließende Botschaft der Organisationen.

5. Bidens oberster Gesundheitsbeamter fordert Warnhinweise für Social-Media-Plattformen
(spiegel.de)
Vivek Murthy, Leiter des öffentlichen Gesundheitsdienstes der USA, fordert Warnhinweise auf Social-Media-Plattformen, da diese bei Jugendlichen erhebliche psychische Schäden verursachen können. Murthy argumentiert, dass solche Warnhinweise Eltern und Jugendliche für die Gefahren sensibilisieren und zu Verhaltensänderungen führen könnten, ähnlich wie jene auf Zigarettenschachteln.

6. Wie hat sich Podcasting in 20 Jahren verändert?
(podcastingfm.transistor.fm, Daniel Fiene, Audio: 26:40 Minuten)
Daniel Fiene hat jahrelange Podcasterfahrung und will seine wichtigsten Erkenntnisse daraus mit Interessierten teilen. Sein Podcast “150 Fragen in Sachen Podcasts” richte sich an “Podcaster, die ihren Podcast auf das nächste Level heben wollen”. In der aktuelle Folge geht es um die Frage, wie sich das Podcasting in den vergangenen 20 Jahren verändert hat.

Presserat rügt, Eisbär Knut, Fazit der “Krautreporter”

1. 23 Rügen – u.a. für Verstöße gegen die Sorgfaltspflicht und den Opferschutz
(presserat.de)
Der Deutsche Presserat hat in seinen jüngsten Sitzungen insgesamt 23 Rügen ausgesprochen, unter anderem wegen Verstößen gegen die Sorgfaltspflicht und den Opferschutz. Zu den gerügten Fällen gehören beispielsweise die Berichterstattung von Bild.de über einen Schauspieler in hilfloser Lage sowie die identifizierbare Darstellung von Kindern in einem Sorgerechtsstreit, die die Privatsphäre der Betroffenen verletzen. Insgesamt fällt auf, dass die “Bild”-Redaktion einmal mehr überproportional oft gerügt wurde.

2. Eisbär Knut: Die wahre Geschichte
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 14:57 Minuten)
Mats Schönauer wirft auf seinem Youtube-Kanal “Topfvollgold” regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen von Boulevardpresse, Youtubern und Social Media. Diesmal beschäftigt er sich mit der Geschichte um Eisbär Knut: “Ausgelöst wurde der riesige Hype von einer Lüge der BILD-Zeitung – in diesem Video erzähle ich zum ersten Mal die wahre Geschichte.” Wie immer eine absolute Empfehlung!

3. Dossiers: Probleme russischer Medienschaffender
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat drei verschiedene Dossiers zur Situation von Journalistinnen und Journalisten in beziehungsweise aus Russland zusammengestellt: eines zur Militärzensur (“Militärzensur in Russland. Wie beeinflussen repressive Gesetze die Arbeit unabhängiger Medienschaffender?”, PDF), ein weiteres über den unzureichenden Schutz im Exil (“Kein Schutz im Exil. Die prekäre aufenthaltsrechtliche Lage in Drittstaaten für unabhängige Journalist*innen aus Russland”, PDF) und eines über die zunehmende digitale Überwachung (“Digital surveillance of civil society by the state in Russia as well as in exile”, englisch mit deutschen Zusammenfassungen, PDF).

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4. Hä? Krautreporter gibts immer noch?
(krautreporter.de, Leon Fryszer)
“Krautreporter”, ein durch Crowdfunding gegründetes unabhängiges Onlinemagazin, zieht nach zehn Jahren Bilanz: Die ursprünglich eingesammelten eine Million Euro wurden in unabhängigen Journalismus investiert, darunter umfassende Recherchen zu verschiedenen gesellschaftlichen Themen und der Aufbau einer Genossenschaft. Wegen stagnierenden Mitgliederzahlen habe man sich jedoch Gedanken über eine mögliche Neuausrichtung gemacht und alle bestehenden Probleme in einem Hypothesen-Dokument gesammelt. Das Fazit: “Wir investieren zukünftig in Nischen.”

5. Meta verzichtet zunächst auf Einführung des KI-Assistenten in Europa
(spiegel.de)
Meta, der Mutterkonzern von Facebook und Instagram, habe die Einführung seines neuen KI-Assistenten in Europa aufgrund regulatorischer Anforderungen und des Widerstands von Datenschützern vorerst verschoben. Die irische Datenschutzbehörde, die für Meta in der EU zuständig ist, habe verlangt, dass die Künstliche Intelligenz nicht mit öffentlich zugänglichen Beiträgen von Facebook und Instagram trainiert wird. Die Datenschutzorganisation noyb hatte zuvor Beschwerden in elf europäischen Ländern eingereicht und die Datenschutzbehörden aufgefordert, ein Dringlichkeitsverfahren einzuleiten.

6. Journalistinnen und Journalisten des Jahres
(ardaudiothek.de, Jörg Wagner, Audio: 1:39:16 Stunden)
Jörg Wagner hat eine Spezialausgabe des radioeins-“Medienmagazins” von der Preisverleihung “Journalistinnen und Journalisten des Jahres” der Fachzeitschrift “medium magazin” veröffentlicht. Dort kommen viele der Preisträgerinnen und Preisträger zu Wort, etwa Ina Ruck (Journalistin des Jahres), Vassili Golod (Journalist des Jahres Kategorie “Reportage national”) und Dirk Steffens (Journalist des Jahres Kategorie “Wissenschaft”).

Glanztat ohne Glanz?, “Sylt-Video” nicht unverpixelt, Der Fall Jérôme B.

1. SZ-Recherche über Aiwanger als “journalistische Glanztat des Jahres” ausgezeichnet. Warum auch immer.
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Kaum eine Recherche stieß unter Medienfachleuten in jüngster Vergangenheit auf so viel Kritik wie die “SZ”-Enthüllung über Hubert Aiwanger und das “Auschwitz-Pamphlet” (das Aiwanger nicht geschrieben haben will). Auch Medienkritiker Stefan Niggemeier hatte ausführlich dargelegt, was ihn an dem Text stört. Nun wurde ausgerechnet dieser “SZ”-Text als “journalistische Glanztat des Jahres” bezeichnet und mit dem “Stern”-Preis ausgezeichnet. Das sorgt nun für weiteres Kopfschütteln.

2. Sylt-Video darf nicht unver­pi­xelt ver­b­reitet werden
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Wie “Legal Tribune Online” berichtet, hat das Landgericht München der “Bild”-Redaktion untersagt, ein unverpixeltes Video und unverpixelte Bilder einer Frau zu verbreiten, die in einem Video rassistische Parolen skandiert. Das Gericht habe zugunsten der Persönlichkeitsrechte der Frau gegenüber dem öffentlichen Interesse an der Veröffentlichung entscheiden. Die Prangerwirkung der Berichterstattung verletze die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen.

3. Streit, Sudelstorys und ein Suizid: Der tiefe Fall des Jérôme B.
(rnd.de, Imre Grimm)
Imre Grimm hat sich noch einmal mit dem Fall Jérôme Boateng befasst: “Hat der frühere Nationalspieler Jérôme Boateng Partnerinnen geschlagen? Trägt er eine moralische Mitschuld am Suizid seiner Ex-Freundin Kasia Lenhardt? Gleich drei Gerichtsverfahren laufen aktuell gegen den einstigen Fußballsuperstar. Es geht um Gewalt, die Grenzen des Boulevardjournalismus – und das Persönlichkeitsrecht einer Toten.”

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4. X versteckt die Likes
(spiegel.de)
Auf der von Elon Musk betriebenen Plattform X (ehemals Twitter) sollen die Likes nicht mehr öffentlich sichtbar sein. Nur noch die jeweiligen Verfasser von Beiträgen könnten künftig sehen, wer ihre Inhalte mit einem Like markiert hat. Kritiker befürchten, dass dadurch Manipulationen durch automatisierte Bots verschleiert werden könnten.

5. tagesschau startet Sendung in Einfacher Sprache
(tagesschau.de)
Die “Tagesschau” bietet neuerdings eine Sendung in Einfacher Sprache an, um den etwa 17 Millionen Menschen in Deutschland, die Schwierigkeiten mit dem Erfassen von komplexen Texten haben, den Zugang zu Nachrichten zu erleichtern. Die Sendung wird täglich um 19 Uhr auf tagesschau24 ausgestrahlt und ist auch online abrufbar.

6. Fußball-EM: Zu Gast bei Feinden
(verdi.de, Günter Herkel)
Günter Herkel befasst sich mit der Berichterstattung zur heute startenden Fußball-Europameisterschaft in Deutschland und den aktuellen Herausforderungen für den Sportjournalismus. Dabei geht er auch auf die veränderten Machtverhältnisse zwischen Medien und Fußballakteuren sowie auf fragwürdige Werbekampagnen und Umfragen im Vorfeld des Turniers ein.

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