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Streit um “Correctiv”, TikTok leistet Widerstand, Abbruch-Zensur

1. Streit um Correctiv: zwischen Fakten und Meinung
(ndr.de, Nils Altland & Mandy Mülling, Video: 11:24 Minuten)
Die “Geheimplan”-Recherche von “Correctiv” sorgte für ein großes öffentliches Echo und trieb Hunderttausende Bürgerinnen und Bürger auf die Straßen, um gegen die düsteren Phantasien von Rechtsaußen zu protestieren. In der Folge entbrannte ein heftiger Streit um die Deutungshoheit, der auch juristisch und mit eidesstattlichen Versicherungen ausgetragen wird. Das NDR-Medienmagazin “Zapp” ist der Kontroverse um Meinungsäußerung, Wertung und “Tatsachenkern” nachgegangen.

2. TikTok kündigt Widerstand gegen US-Gesetz zu Wechsel des Eigentümers an
(spiegel.de)
Wie gestern in den “6 vor 9” berichtet, hat das US-Repräsentantenhaus ein Gesetz verabschiedet, das Druck auf die Eigentümer von TikTok ausüben soll, die Videoplattform zu verkaufen. Hintergrund sind Vorwürfe wegen angeblicher oder möglicher chinesischer Datenspionage und Propaganda. In einem Video-Statement kündigte TikTok-Chef Shou Chew an, sich auch juristisch zur Wehr setzen zu wollen.

3. Wahrheit per App
(taz.de, Martin Seng)
Wie Martin Seng in der “taz” berichtet, plane Ex-US-Präsident Donald Trump, seine Social-Media-App Truth Social für einen wohl überhöhten Milliardenbetrag mit seiner Firma Digital World Acquisition zu fusionieren. Trotz des Versuchs, eine Alternative zu den etablierten Medien zu bieten, bleibe Truth Social ein Nischenprodukt, dessen Erfolg stark an Trumps Popularität gekoppelt sei, schreibt Seng: “Nur wer für Trump ist, hat auf Truth Social einen Platz. Doch findet man dort weder Wahrheit noch ein soziales Miteinander.”

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4. EU stimmt für Medienfreiheitsgesetz
(verdi.de, Sarah Schaefer)
Das Europäische Parlament hat den European Media Freedom Act verabschiedet, um die Unabhängigkeit und Vielfalt der Medien zu stärken und für Transparenz in den Eigentümerstrukturen zu sorgen. Wie Sarah Schaefer berichtet, bestehen weiterhin Bedenken hinsichtlich der Wirksamkeit des Gesetzes in den Ländern, in denen es am dringendsten benötigt wird, sowie hinsichtlich der Unabhängigkeit des neuen Europäischen Medienrates, der die Umsetzung des Gesetzes überwachen soll.

5. “Erst wird nur ein Post entfernt und dann unser Account gesperrt”
(zeit.de, Pauline Schinkels)
In einem Interview mit “Zeit Online” spricht Martha Dimitratou von Women on Web über die Schwierigkeiten, auf Meta-Plattformen wie Facebook und Instagram zum Thema Schwangerschaftsabbruch zu informieren. Diese Inhalte würden oft als politisch eingestuft und eingeschränkt oder gelöscht, was die Reichweite ihrer Aufklärungsarbeit beeinträchtige. Dimitratou berichtet von Strategien zur Umgehung der Zensur, wie der kreativen Präsentation von Informationen und dem Verstecken von Botschaften in Kampagnen, um trotz der Einschränkungen Aufmerksamkeit zu erregen.

6. Netzwerk Klimajournalismus Deutschland und Netzwerk Recherche zeichnen herausragenden Journalismus zur Klimakrise aus
(netzwerkrecherche.org)
Das Netzwerk Klimajournalismus Deutschland und das Netzwerk Recherche haben den ersten Deutschen Preis für Klimajournalismus ins Leben gerufen, um herausragenden Journalismus in der Berichterstattung über die Klimakrise auszuzeichnen und zu fördern. Journalistinnen und Journalisten können sich ab dem 15. März für diesen Preis bewerben, der in den Kategorien Hauptpreis, Investigativ und Lokal vergeben wird, wobei jede Kategorie mit 2.000 Euro dotiert ist. Zusätzlich gibt es einen undotierten Ehrenpreis.

Waters Entgleisungen, Reichelts Lüge, Prinzessin Kates Foto

1. Die verheimlichten Entgleisungen des Roger Waters
(tagesspiegel.de, Sebastian Leber)
In einem Interview der “Berliner Zeitung” mit dem Pink-Floyd-Mitbegründer Roger Waters seien dessen Äußerungen zu Israel, in denen er das Existenzrecht Israels in Frage stellt und den Staat mit Nazi-Deutschland vergleicht, offenbar vor der Veröffentlichung kommentarlos gestrichen worden. Dies verfälsche das Interview und vermittle einen falschen Eindruck von Waters. Sebastian Leber kritisiert dieses Vorgehen und stellt die journalistischen Standards der Zeitung in Frage.

2. “Ich bin total dagegen, eine Revolution zu starten”
(dwdl.de, Alexander Krei)
Im Interview mit “DWDL” spricht “Tagesschau”-Chef Marcus Bornheim über die Herausforderungen und Entwicklungen im Nachrichtensegment. Dabei geht es unter anderem um den Ausbau des Nachrichtenkanals “Tagesschau24”, den Wert der Quote, den Unterschied zwischen dem Onlinekanal und der traditionellen “Tagesschau” um 20 Uhr sowie um die Frage, ob auch die “Tagesschau” sparen muss.

3. Reichelt verbreitete Lüge – Gericht verhängt Zwangsgeld
(t-online.de, Lars Wienand)
“Zwangsvollstreckungsverfahren gegen Julian Reichelt: Ein Beschluss soll den ‘Nius’-Chef dazu bringen, dass er nach falscher Berichterstattung eine Gerichtsentscheidung tatsächlich befolgt.” Bei t-online.de erklärt Lars Wienand, wie umständlich es für die Seenotretter der Mission Lifeline ist, eine gerichtlich angeordnete Gegendarstellung gegen Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt durchzusetzen.

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4. Nichts geht ohne den Mäzen
(taz.de, Christiane Mitatselis)
Christiane Mitatselis berichtet in der “taz” über den Hauptsponsor der Eishockeymannschaft Kölner Haie, den wegen der Finanzierung des rechtslastigen Krawallportals “Nius” in die Kritik geratenen Unternehmer Frank Gotthardt. Es habe besorgte Stimmen aus der Fanszene gegeben, auch einen offenen Brief. Die Haie hätten jedoch betont, dass der Verein weiterhin für Vielfalt und gegen Diskriminierung jeglicher Art stehe. Es werde “keine Marketingmaßnahmen von Nius bei den Kölner Haien geben.”
Anmerkung des “6-vor-9”-Kurators zum verlinkten “taz”-Artikel: “Nius” als “Infoportal” zu bezeichnen, halte ich für, nun ja, euphemistisch. Und wie die Autorin angesichts Gotthardts Engagement für “Nius” auf den Satz “Ein Rechtspopulist ist Gotthardt sicher nicht” kommt, erschließt sich mir ebenfalls nicht.

5. Reflexhafte Gehässigkeiten
(digitale-resilienz.org, Stephan Weichert)
Der Medienwissenschaftler Stephan Weichert thematisiert die mitunter negativen Dynamiken in der Medienbranche, wie sie sich zuletzt im Fall Alexandra Föderl-Schmid gezeigt hätten. Die vorschnelle Kommunikation von Medienschaffenden auf Social-Media-Plattformen führe zu berufsethischen Problemen und trage zur Polarisierung der Gesellschaft bei: “Wir haben es im Digitalen mit unkontrollierbaren Pranger-Mechanismen zu tun, die an öffentliche Verleumdungskampagnen erinnern. Journalist:innen sollten schon aus diesem Grund stets eine professionelle Verantwortungsethik beherzigen.”

6. Kates Verschlimmbesserung
(spiegel.de, Video: 1:18 Minuten)
“Wie viele Amateurfotografen experimentiere auch ich gelegentlich mit der Bildbearbeitung. Ich möchte mich für die Verwirrung entschuldigen, die das Familienfoto, das wir gestern geteilt haben, verursacht hat.” So lautet das Statement von Prinzessin Kate, nachdem bei einem veröffentlichten Bild gleich mehrere optische Ungereimtheiten aufgefallen waren. Weitere Informationen dazu unter: Das war keine königliche Bildbearbeitung (spiegel.de, Matthias Kremp).

Fake-Studien mit KI, Propaganda mit Kochlöffel, Screen-Megalomanie

1. ¡El Chupacabra! Oder: Wie man mit KI eine “Paper Mill” antreiben könnte
(janeggers.tech)
“Was könnte man glaubhaft fälschen – ohne wirklich zur Menge an Unsinn auf der Welt beizutragen? Wir kommen auf das Chupacabra, das angeblich weitgehend unentdeckt durch Südamerika streifen und Ziegen anfallen soll.” Jan Eggers hat für eine Sendung des Hessischen Rundfunks über “Fake-Studien mit KI” innerhalb eines Vormittags ein vermeintlich wissenschaftliches Paper zusammengebastelt.

2. Wir müssen reden …
(journalist.de, Lea Thies)
Lea Thies berichtet von einem Notfalleinsatz der besonderen Art. Nach dem Überfall der Hamas auf Israel seien im Rahmen der “algorithmischen Kriegsführung” die Handys von Schülerinnen und Schülern mit verstörenden Szenen überschwemmt worden. Daraufhin habe man sich zu einer besonderen Aktion entschlossen: “Wir beamen Expert:innen aus der Redaktion der Augsburger Allgemeinen und der Allgäuer Zeitung per Teams in die Schulen und erklären den Jugendlichen, wie sie sich und andere vor grausamen Bildern schützen, wie sie Desinformation oder Propaganda entlarven und die Lage besser einordnen können.” Die Geschichte dient Thies als Beispiel für ihren Appell, dass “wir dringend mehr über den Journalismus sprechen” sollten: “Warum ich das hier erzähle? Weil das Beispiel zeigt, weshalb wir Medienprofis wesentlich weiter als bis zur Veröffentlichung der nächsten Story oder dem nächsten Abo-Abschluss denken sollten.”

3. Wirbel um politische Verbalattacke gegen Journalist in Babenhausen
(op-online.de, Philipp Keßler & Ralf Enders)
Ende Februar, so berichtet die “Offenbach-Post”, sei es in der Babenhäuser Stadtverordnetenversammlung zu einem verbalen Angriff auf einen ihrer Redakteure durch ein Mitglied der CDU-Fraktion gekommen. Die Redaktion sieht darin nicht nur einen persönlichen Angriff, sondern auch einen Angriff auf die Pressefreiheit. Joachim Heizmann, Journalist der “Babenhäuser Zeitung” und Kollege des angegriffenen Journalisten, kritisiert das Verhalten des Sitzungsleiters und der anderen Fraktionen: “Warum der Stadtverordnetenvorsteher und alle anwesenden Parlamentarier diesen Wortbeitrag unkommentiert im Raum stehen ließen, bereitet mir seit Tagen Kopfzerbrechen.”

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4. Propaganda mit dem Kochlöffel
(taz.de, Ann Toma-Toader)
Ann Toma-Toader thematisiert das Phänomen der “Tradwives” auf Social-Media-Plattformen wie Instagram und TikTok, auf denen sich “meist weiße, gut situierte Frauen” als traditionelle Hausfrauen inszenieren. Der “Tradwife”-Trend zeige, wie Soziale Medien dazu genutzt werden können, konservative und rechte Ideologien unter dem Deckmantel von Selbstbestimmung und traditionellem Familienleben zu verbreiten und zu normalisieren.

5. LED soweit ich seh: Die Screen-Megalomanie im deutschen TV
(dwdl.de, Peer Schader)
Peer Schader kommentiert in seiner Kolumne die zunehmende Dominanz riesiger LED-Bildschirme in deutschen Unterhaltungssendungen, die als visuelle Studiotapeten dienen. Er kritisiert unter anderem die damit verbundene Energieverschwendung und mangelnde Nachhaltigkeit. Die Ironie dieser Entwicklung liege darin, dass mitunter Sendungen, die auf den Umweltschutz aufmerksam machen wollen, selbst zu einem erheblichen Stromverbrauch beitragen.

6. “Oppenheimer” wird zum großen Abräumer
(tagesschau.de)
In der vergangenen Nacht fand die 96. Oscar-Verleihung statt. Gewinner des Abends mit sieben Oscars ist der biografische Historienfilm “Oppenheimer” über Robert Oppenheimer, den Erfinder der Atombombe. Als bester Dokumentarfilm wurde das Werk “20 Tage in Mariupol” ausgezeichnet, das übrigens in der ARD-Mediathek zu sehen ist. Einen guten Überblick über die übrigen Gewinnerinnen und Gewinner liefert die Zusammenfassung des “Spiegel”.

Brennen und ausbrennen, RBB fordert zurück, Grüne vs. Reichelt-Portal

1. “Die Leute brennen für Journalismus – der Konzern brennt eher aus”
(journalist.de, Annkathrin Weis & Luca Schmitt-Walz)
Drei junge Journalistinnen und Journalisten der “Frankfurter Rundschau” (“FR”) wurden kurz nach einem Streik der Redaktionsbelegschaft gekündigt, was sie und viele andere als Warnsignal und als Reaktion auf den Streik interpretieren. Der Verlag gibt hingegen wirtschaftliche Gründe als Ursache für die Kündigungen an. Sie lösten jedenfalls eine Welle der Solidarität und Berichterstattung aus, die die Probleme junger Medienschaffender in der Branche, die Sparpolitik des Ippen-Verlags und die Einschnitte bei der “FR” beleuchtet. Im Interview mit dem “journalist” sprechen Jana Ballweber, Yağmur Ekim Çay und Maximilian Arnhold über die Auswirkungen ihrer Kündigungen.

2. Öffentlich-rechtlicher Sender RBB verklagt Magdeburger Professorin
(mz.de, Hagen Eichler)
Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hat laut “Mitteldeutscher Zeitung” gegen seine ehemalige Programmdirektorin und jetzige Journalistikprofessorin Claudia Nothelle eine Klage auf Rückzahlung von Ruhegeld eingereicht. Zunächst gehe es um rund 86.000 Euro plus Sozialabgaben für Januar bis September 2020, es stünden jedoch weitere Rückforderungen mit einer Gesamtsumme von rund 400.000 Euro im Raum.

3. Abmahnung: Grüne lassen sich Reichelt-Bericht nicht gefallen
(t-online.de, Lars Wienand)
Wie t-online.de berichtet, haben die Grünen rechtliche Schritte gegen das Portal “Nius” des ehemaligen “Bild”-Chefredakteurs Julian Reichelt eingeleitet. “Nius” habe behauptet, die Partei habe eine eigene Polizei aufgebaut, was zu heftigen Reaktionen und Morddrohungen geführt habe. Reichelts Redaktion soll die falschen Behauptungen löschen und eine Unterlassungserklärung abgeben, so die Forderungen der Grünen, andernfalls drohe ein Gerichtsverfahren.

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4. “Angriff auf Pressefreiheit”: AfD erteilt BR-Reporter Hausverbot
(dwdl.de, Alexander Krei)
Wie “DWDL” unter Bezugnahme auf die “Süddeutsche Zeitung” meldet, hat die bayerische AfD einem Reporter des öffentlich-rechtlichen Bayerischen Rundfunks (BR) wegen angeblicher Beleidigung, Verbreitung von Falschinformationen und Anstiftung zur Weitergabe von Parteiinterna Hausverbot erteilt. Der BR wertet das Vorgehen der AfD als massiven Versuch der Behinderung seiner journalistischen Arbeit und als Angriff auf die Pressefreiheit.

5. Meta will Medienhäuser nicht mehr für Nachrichten bezahlen
(spiegel.de)
Meta, die Muttergesellschaft von Facebook, habe angekündigt, in Australien, Frankreich und Deutschland keine neuen Lizenzverträge mit Verlagen für die Nutzung ihrer Nachrichteninhalte abzuschließen. Dies sorge vor allem in Australien für Unmut.

6. Reporter-Slams: Journalismus auf der Bühne
(verdi.de, Gunter Becker)
Kathleen Kröger, Lokalredakteurin bei der “Thüringer Allgemeinen”, hat das Jahresfinale des Reporter-Slams gewonnen, einer Veranstaltung, bei der Journalistinnen und Journalisten vor einem Live-Publikum über ihre Reportagen und Recherchen sprechen. Im Interview mit Gunter Becker betont Kröger die Bedeutung von Authentizität und Emotionalität in der Berichterstattung. Sie sieht im Live-Journalismus eine Möglichkeit, das Image des Journalismus zu verbessern, indem das Publikum die Menschen hinter den Beiträgen kennenlernt.

Die “offene Feindschaft” der AfD, Anti-SLAPP-Richtlinie, Kaffee-Koch

1. Brandenburger Journalisten beklagen AfD-Anfeindungen
(deutschlandfunk.de, Sebastian Wellendorf)
In Brandenburg habe sich der Umgang der AfD mit den Medien zu einer “offenen Feindschaft” entwickelt, sagt Benjamin Lassiwe, Vorsitzender der Landespressekonferenz Brandenburg. Besonders deutlich werde dies bei Pressekonferenzen der Partei: “Bei mir persönlich entsteht der Eindruck, dass Journalistinnen und Journalisten nicht dort sind, damit wir informiert werden und anschließend unseren Lesern, Zuschauern und Hörern über die Positionen der AfD berichten können, sondern dass wir im Grunde genommen Staffage sind, dass wir Statisten sind für einen Stream, den die AfD-Fraktion selbst aus dieser Pressekonferenz anbietet.”

2. Die Anti-SLAPP-Richtlinie zum Schutz gegen missbräuchliche Einschüchterungsklagen kommt!
(dju.verdi.de, Matthias von Fintel)
Die EU-Richtlinie zum Schutz gegen missbräuchliche Einschüchterungsklagen, bekannt als Anti-SLAPP-Richtlinie, steht kurz vor dem Inkrafttreten, was von der Deutschen Journalistinnen- und Journalistenunion (dju) in Verdi begrüßt wird: “Das Europäische Parlament stimmte am Dienstag, den 26. Februar, in Straßburg dem ausgehandelten Kompromisstext mit großer Mehrheit zu, jetzt muss die EU-Richtlinie noch am 19. März durch den Europäischen Rat bestätigt werden. Dessen Zustimmung gilt jedoch als Formsache.” Wichtig sei jedoch, dass die Richtlinie dann auch zügig umgesetzt werde, so die dju-Bundesvorsitzende Tina Groll.

3. “Diese Doppelmoral kotzt mich an”
(stern.de, Denise Snieguolė Wachter)
Der Film “Das Lehrerzimmer” von Regisseur İlker Çatak wurde in der Oscar-Kategorie “Bester internationaler Film” nominiert. Damit ist Çatak neben Sandra Hüller und Wim Wenders einer von drei Deutschen, der in diesem Jahr einen Oscar gewinnen kann; in der Berichterstattung deutscher Medien werden aber häufig nur Hüller und Wenders namentlich genannt. Im “Stern”-Interview übt İlker Çatak daher deutliche Kritik und wünscht sich von Medienschaffenden: “Dass Sie Ihre Arbeit als Journalistinnen und Journalisten ernst nehmen und ein gewisses Arbeitsethos hochhalten. Dass Sie unsere Namen korrekt schreiben. Dass Sie über Ihren weißen Tellerrand hinausschauen. Als ich im vorigen Jahr den Deutschen Filmpreis gewann, las die Laudatorin Iris Berben meinen Namen vor. Sie sagte İlker Katatsch. Nur zum Vergleich: Die Oscar-Academy aus den USA schickte mir neulich eine E-Mail und bat um ein Audiofile mit der korrekten Aussprache meines Namens. Diese Feinfühligkeit, dieses Mitdenken würde ich mir für Deutschland wünschen.”

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4. Wie Alterskontrollen das Internet umkrempeln sollen
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Die Einführung von Alterskontrollen im Internet, bei denen die Nutzerinnen und Nutzer einen Ausweis vorzeigen müssen oder ihr Gesicht mittels Künstlicher Intelligenz gescannt wird, soll das Internet für Kinder und Jugendliche sicherer machen. Der Zugang zu ungeeigneten Inhalten soll so eingeschränkt werden. Wo sind solche Alterskontrollen geplant? Wer treibt sie voran? Und welche Grundrechte sind in Gefahr? Sebastian Meineck gibt einen Überblick über den aktuellen Stand.

5. SPD-Politikerin Chebli erhält nach Hasskommentar 5000 Euro Entschädigung
(spiegel.de)
Der SPD-Politikerin Sawsan Chebli sei vom Landgericht Berlin wegen eines Online-Hasskommentars eine Entschädigung in Höhe von 5.000 Euro zugesprochen worden. Chebli habe angekündigt, das Geld der Organisation HateAid zu spenden, die sie im Prozess unterstützt hatte. Das Urteil sei noch nicht rechtskräftig.

6. Kaffeefett auf der A7
(open.spotify.com, Moritz Hürtgen & Dax Werner, Audio: 26:04 Minuten)
Moritz Hürtgen und Dax Werner haben sich jüngst für den “Bohnigen Wachmacher” zusammengetan, dem “Podcast zum Durchlaufen lassen”. Irgendwie ist den beiden zu Ohren gekommen, dass die “Zeit”-Redaktion die junge Zielgruppe auf TikTok mit Kaffee-Content als audiovisuelle Nachrichtenkulisse versorgt hat. Und das ist so gestaltet, dass man sich aus medienkritischer Sicht nicht entscheiden kann, ob man lachen oder weinen soll. Die beiden “Wachmacher” haben sich fürs Lachen entschieden.

Berichterstattung neu justieren, Audio-Fakes, Virtual Influencer

1. Nicht viel zu ändern für Cor­rectiv
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Das Landgericht Hamburg habe in einem Verfahren gegen “Correctiv” nach einer Klage des Verfassungsrechtlers Ulrich Vosgerau entschieden, dass die “Correctiv”-Redaktion nur in einem von drei beanstandeten Punkten eine Unterlassungsverfügung akzeptieren muss. Vosgerau hatte sich gegen einige ihn persönlich betreffende Nebenaspekte des Berichts “Geheimplan gegen Deutschland” gewandt, nicht aber gegen die zentralen Vorwürfe der Recherche, die unter anderem rassistische Vertreibungspläne thematisierte. Bei “Legal Tribune Online” zieht Felix W. Zimmermanns das Fazit: “Über die Kernvorwürfe des Correctiv-Berichts wird weiter nicht juristisch gestritten und geurteilt. Das Gerichtsverfahren wird in Bezug auf die allgemeine Diskussion um den Correctiv-Artikel gleichwohl Spielfläche für PR und Falschinterpretationen bestimmter Kreise und Medien bleiben.”

2. Berichterstattung neu justieren
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) fordert eine Neuausrichtung der Berichterstattung über die Alternative für Deutschland (AfD). Die Forderung basiert auf den publik gewordenen Überlegungen des Bundesamts für Verfassungsschutz, die Partei als “gesichert extremistische Bestrebung” einzustufen. “Wenn das zur offiziellen Position des Verfassungsschutzes wird, können wir Journalistinnen und Journalisten die AfD nicht mehr als eine Partei von mehreren beschreiben”, so der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster.

3. Staatsschutz ermittelt wegen gefälschter »Tagesschau«-Beiträge
(spiegel.de)
Die sächsische Staatsanwaltschaft ermittele gegen Teilnehmer einer von Rechtsextremen angemeldeten Demonstration in Dresden wegen des Einsatzes gefälschter “Tagesschau”-Beiträge. Die KI-generierten Audiodateien sollen vorgetäuscht haben, dass Sprecher der ARD-Nachrichtensendung für angebliche Lügen um Entschuldigung bitten. Neben der Staatsanwaltschaft habe sich auch der Staatsschutz eingeschaltet, der wegen Volksverhetzung ermittele.

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4. EU-Parlament beschließt neue Regeln für politische Werbung
(horizont.net)
Das Europäische Parlament hat laut einer dpa-Meldung strengere Regeln für politische Werbung, einschließlich Online-Werbung, verabschiedet, um das Vertrauen in Wahlkampagnen zu stärken und Desinformation sowie ausländische Einflussnahme zu bekämpfen. Politische Werbung müsse demnach klar gekennzeichnet sein und Informationen über die Geldgeber, die Kosten und den Zusammenhang mit Wahlen enthalten. Personenbezogene Daten dürften nur mit ausdrücklicher Zustimmung für gezielte politische Online-Werbung verwendet werden.

5. Minderjährige TikTok-Nutzer sehen regelmäßig problematische Inhalte
(zeit.de)
Eine von der Landesanstalt für Medien NRW in Auftrag gegebene Studie von zwei Forscherinnen der Ludwig-Maximilians-Universität München habe gezeigt, dass über 60 Prozent der minderjährigen TikTok-Nutzerinnen und -Nutzer in Deutschland regelmäßig auf Inhalte stoßen, die Unbehagen auslösen. Ein Negativbeispiel dafür, dass TikTok potenziell gesundheitsgefährdende Inhalte kaum oder gar nicht reguliere, seien die sogenannten Challenges, die häufig mit der Darstellung von Schmerzen einhergehen.

6. Virtual Influencers: Stehst du auf fake?
(ardmediathek.de, Ondra Menzel, Video: 22:34 Minuten)
Reporterin Ondra Menzel hat sich in die Welt der “Virtual Influencer” begeben. Dabei handelt es sich um KI-generierte Avatare mit teilweise Hunderttausenden von Followern: “Was bedeuten die immer perfekteren KI-Tools in Zeiten von Fake News, Trump und wichtigen Wahlen? Und was ist mit unseren eigenen Bildern: Verlieren wir die Kontrolle?”

Propagandawelle, Verfahren um die “Correctiv”-Recherche, SLAPPs

1. Worum es bei dem Verfahren um die Correctiv-Recherche wirklich geht
(uebermedien.de, Felix W. Zimmermann)
Felix W. Zimmermann, Chefredakteur von “Legal Tribune Online”, erklärt bei “Übermedien”, was es mit dem anstehenden Gerichtsverfahren um die “Correctiv”-Recherche zum “Geheimplan gegen Deutschland” und den von beiden Seiten vorgelegten eidesstattlichen Versicherungen auf sich hat. Sein Befund: “Der Correctiv-Bericht basiert also klar auf Fakten und nicht auf bloßen Meinungsäußerungen. Gleichsam erscheint die These plausibel, dass die große Wirkkraft des Artikels nicht allein durch diesen Tatsachenbefund, sondern gerade durch die starken Wertungen im Beitrag getragen wird. Was es über die Güte des Correctiv-Artikels aussagt, dass sehr wirkmächtige Aussagen als nicht angreifbare Meinungsaussagen formuliert wurden, dürfte – unabhängig von juristischen Fragen – eine Diskussion wert sein.”

2. dju verurteilt rechtswidrigen AfD-Versuch der Einflussnahme auf das rbb-Programm als massiven Angriff auf die Presse- und Rundfunkfreiheit
(dju.verdi.de)
Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) verurteilt den Versuch der AfD, Einfluss auf die Berichterstattung des rbb zu nehmen (auch hier geht es um die “Correctiv”-“Geheimplan”-Recherche), als Angriff auf die Pressefreiheit. Renate Gensch, Landesvorsitzende der dju Berlin-Brandenburg, betont, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk demokratische Werte schütze und staatliche Einflussnahme verbiete. Der Brandenburger Landtag habe den AfD-Antrag mit großer Mehrheit abgelehnt und damit die Bedeutung der Rundfunkfreiheit sowie die Ablehnung einer politischen Instrumentalisierung unterstrichen.

3. Die nächste Welle aus der gleichen Quelle
(spiegel.de, Christian Stöcker)
Christian Stöcker beschreibt in seiner “Spiegel”-Kolumne, wie trotz der Löschung zehntausender gefälschter Accounts auf der Plattform X/Twitter eine digitale Desinformationskampagne aus Russland betrieben werde. Massen von neuen Propaganda-Accounts würden gefälschte Nachrichten verbreiten und gefälschte Websites nutzen, die bekannten Medien nachempfunden seien, um pro-russische Narrative zu streuen und Unterstützung für bestimmte deutsche Politiker und Parteien zu fördern.

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4. Studie: Einschüchterungsklagen bedrohen Presse- und Wissenschaftsfreiheit
(uni-leipzig.de, Diana Smikalla)
Wie die Universität Leipzig mitteilt, haben Forscher “am Fallbeispiel der Hohenzollern untersucht, wie Presseberichterstattung und Forschung durch gezielte Anwaltsstrategien beeinflusst oder behindert werden sollten.” Es geht dabei um sogenannte Einschüchterungsklagen (Fachwort: SLAPP). Die Studie wurde in der Fachzeitschrift “Publizistik” veröffentlicht, ist aber dank Open Access auch als PDF frei zugänglich.

5. Newsletter Netzwerk Recherche
(netzwerkrecherche.org, Cordula Meyer)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für investigativ arbeitende Journalistinnen und Journalisten: der Newsletter des Netzwerk Recherche. Die aktuelle Ausgabe beginnt mit einigen Worten von Cordula Meyer zur Macht der Recherche anhand des “Geheimplan”-Berichts von “Correctiv”. Außerdem gibt es wie immer einen Überblick über medienrelevante Nachrichten, Veranstaltungen, Preise und Stipendien.

6. “Screens werden verschwinden”
(taz.de, Alena Wacenovsky)
Die US-amerikanische Kommunikationswissenschaftlerin Zizi Papacharissi sieht eine demokratische Zukunft für Soziale Medien, trotz der Herausforderungen der Kommerzialisierung und des Verlusts der Gemeinschaft. Im Interview prognostiziert sie eine Abkehr von großen, einheitlichen Plattformen hin zu diversifizierten, kleineren Communities und neuen Kommunikationstechnologien wie VR-Brillen und Wearables.

Berichten in Kriegszeiten, Nächster Halt Straßburg?, Männerdomäne

1. Berichten in Kriegszeiten
(deutschlandfunk.de, Elena Gorgis, Audio: 5:29 Minuten)
Für den Deutschlandfunk hat Elena Gorgis Journalistinnen und Journalisten in Kiew getroffen und sie gefragt, wie sie es schaffen, kritisch über ihre eigene Regierung zu berichten, ohne der russischen Propaganda Vorschub zu leisten. Dabei kam auch ein anderes Thema zur Sprache: So äußert sich Anna Babinets, Chefredakteurin des unabhängigen Medienunternehmens Slidstvo.info, besorgt über aus ihrer Sicht willkürliche Rekrutierungen durch die ukrainische Regierung, die als Mittel gegen kritische Journalisten eingesetzt werden könnten. Vier ihrer 15 Teammitglieder seien bereits zum Militär eingezogen worden, darunter zwei Journalisten und zwei Kameramänner. “Und jetzt frage ich mich immer, wenn ich nach neuen Mitarbeitern suche, ob sie dasselbe Schicksal ereilen könnte”, sagt Babinets.
Weiterer Lesetipp: Zwei Jahre nach der Invasion: Die Situation der ukrainischen Medien (de.ejo-online.eu, Oleksandra Yaroshenko).

2. Nächste Station Straßburg?
(taz.de, Daniel Zylbersztajn-Lewandowski)
Zwei Tage lang wurde vor dem britischen High Court über die Auslieferung des Wikileaks-Gründers Julian Assange an die USA verhandelt. “taz”-Korrespondent Daniel Zylbersztajn-Lewandowski fasst die Argumente der US-Anwälte und der Assange-Verteidiger zusammen und erklärt, wie es weitergehen könnte.
Hörtipp in eigener Sache: Bei radioeins hat der “6-vor-9”-Kurator das Verfahren um die Assange-Auslieferung kommentiert: “Es droht ein gefährlicher Präzedenzfall – mindestens für jeden Medienschaffenden, der über US-Geheimnisse berichten will. Und es droht ein Einschüchterungseffekt, der die Pressefreiheit gefährdet.” (radioeins.de, Audio: 3:37 Minuten)

3. Warum die AfD auf TikTok dominiert – und was dagegen helfen könnte
(socialmediawatchblog.de, Martin Fehrensen & Simon Hurtz)
In der aktuellen Ausgabe des “Social Media Watchblog” geht es um den Erfolg der AfD in den Sozialen Medien: “TikTok, YouTube und Facebook sind fest in Hand der AfD, auf Instagram haben nur die Grünen mehr Follower. Woher kommt der Social-Media-Erfolg der Populisten und Extremisten?”

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4. Hollywood bleibt Männerdomäne
(verdi.de)
Von den 100 erfolgreichsten Filmen des Vorjahres hatten nur 30 eine weibliche Hauptfigur oder Co-Hauptfigur, so das Ergebnis einer Untersuchung der “USC Annenberg Inclusion Initiative” (PDF). Initiativen-Gründerin Stacy L. Smith spreche von einem “katastrophalen Rückschritt für Mädchen und Frauen im Film”. Ihre Karrierechancen hätten sich “drastisch verengt”.

5. Verlag entfernt N-Wort aus “Jim Knopf”-Bänden
(zeit.de)
Der Thienemann Verlag habe angekündigt, in den beliebten “Jim-Knopf”-Kinderbüchern von Michael Ende rassistische Sprache zu streichen, unter anderem das N-Wort, und stereotype Beschreibungen zu reduzieren. Diese Änderungen seien in Absprache mit Endes Erben für die Neuausgaben von “Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer” sowie “Jim Knopf und die Wilde 13” vorgenommen worden. “Wir sind sicher, damit ganz im Sinne von Michael Ende, der bekanntermaßen weltoffen, respektvoll und immer für die Kinder war, zu handeln”, so der Verlag.

6. Influencerin darf ihre Accessoire-Käufe nicht von der Steuer absetzen
(spiegel.de)
Eine Mode-Influencerin sei vor dem niedersächsischen Finanzgericht mit dem Versuch gescheitert, ihre Ausgaben für Kleidung und Accessoires als Betriebsausgaben steuerlich geltend zu machen. Das Gericht habe seine Entscheidung damit begründet, dass bei Alltagskleidung und Modeaccessoires eine klare Trennung zwischen privater und beruflicher Nutzung nicht möglich sei. Zudem handele es sich nicht um typische Berufskleidung.

Geheimniskrämerei, KI-Tools im Newsgeschäft, Investorendeal

1. Schluss mit der Geheimniskrämerei
(djv.de, Hendrik Zörner)
Wie gestern in den “6 vor 9” zu lesen war, übt die “Gesellschaft für Freiheitsrechte” scharfe Kritik am Strafverfahren gegen Arne Semsrott, Chefredakteur der Transparenzinitiative “FragDenStaat”. Die der Anklage zugrunde liegende Strafnorm sei verfassungswidrig und gehöre abgeschafft. Ähnlich sieht es der Deutsche Journalisten-Verband (DJV), der den Bundestag auffordert, den Strafrechtsparagrafen zu reformieren: “Der Paragraf 353 schränkt die Pressefreiheit ein”, so der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster: “Es muss Journalistinnen und Journalisten erlaubt sein, in ihrer Berichterstattung über wichtige Verfahren Gerichtsdokumente zu veröffentlichen, so lange sie die Privatsphäre Betroffener respektieren.”

2. Geplanter Investoren-Deal in der Bundesliga ist geplatzt
(dwdl.de, Alexander Krei)
Anlässlich des angekündigten Einstiegs eines Investors in die Bundesliga war es in den Fußballstadien in den vergangenen Wochen zu massiven Fanprotesten gekommen, die häufig zu Spielunterbrechungen führten. Nun wurde bekannt, dass das Präsidium der Deutschen Fußball Liga die Verhandlungen abgebrochen hat, der Investorendeal ist geplatzt. Bei “DWDL” beleuchtet Alexander Krei die Hintergründe und erklärt, wer vom Abbruch profitiert, und welche Auswirkungen der TV-Deal gehabt hätte.

3. Von Antwortgeber bis Zukunftshoffnung: KI-Tools im Newsgeschäft.
(turi2.de, Anne-Nikolin Hagemann)
Im Rahmen der Themenwoche “KI in der Kommunikation” hat sich Anne-Nikolin Hagemann für “turi2” angeschaut, wie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Newsgeschäft funktionieren kann: bei “Zeit Online”, dem redaktionellen Helfer “AI Buddy” und der News-App “Azernis”.

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4. Die digitale Schmuddelecke
(taz.de, Livio Koppe)
Sexistische Inhalte, die vor allem Frauen beleidigen, seien auf TikTok derzeit in Mode, hat Livio Koppe beobachtet und fordert einen “Frühjahrsputz”: “Und wenn man schon dabei ist, kann man auch gleich ekelhafte Ausdrücke wie ‘Body-Count’ – diese Bezeichnung kommt ursprünglich aus der Militärsprache und steht für getötete Feinde – und ähnliches in den Mülleimer kicken.”

5. Proteste beim Berliner Tagesspiegel
(verdi.de)
Wie die Gewerkschaft Verdi mitteilt, haben sich am Dienstag mehr als 100 Beschäftigte des Berliner “Tagesspiegel” an einer Protestaktion vor dem Verlagsgebäude beteiligt: “‘Keine Tageszeitung ohne uns’ und ‘Tarifvertrag einhalten’ skandierten die Verlagsangestellten und Redakteur*innen und diskutierten bei Laugenstangen und Blutmandarinen in der aktiven Mittagspause am Askanischen Platz vor dem Verlagsgebäude.”

6. Honorarreport 2024: Bitte spendet Daten
(freischreiber.de)
Der Berufsverband Freischreiber setzt sich seit 2008 für die Interessen freier Journalistinnen und Journalisten ein, unter anderem für bessere Honorare. Für die Aktualisierung seiner Honorardatenbank bittet der Verband um Unterstützung: “Damit der Honorarreport Wumms bekommt, brauchen wir eure Daten, viele Daten. Nur so können wir Ungerechtigkeiten sichtbar machen und Argumente für faire Honorare liefern.”

Umstrittene Strafnorm, Krawallseite, Benko-Zeitungen über Benko

1. Verfassungswidrige Strafnorm gefährdet die Pressefreiheit
(freiheitsrechte.org)
Die Staatsanwaltschaft Berlin hat gegen Arne Semsrott, Chefredakteur der Transparenzinitiative “FragDenStaat”, Anklage wegen der Veröffentlichung von Gerichtsurteilen vor der Hauptverhandlung erhoben. Der Fall, der im Zusammenhang mit der Berichterstattung über Ermittlungen gegen die “Letzte Generation” steht, werfe Fragen zur Pressefreiheit und zur Verfassungsmäßigkeit der zugrunde liegenden Strafnorm auf. Die “Gesellschaft für Freiheitsrechte” und der Strafverteidiger Lukas Theune unterstützen Semsrott in dem Strafverfahren: Die entsprechende Norm sei verfassungswidrig und gehöre abgeschafft. Sie schränke die journalistische Arbeit unverhältnismäßig ein und behindere das öffentliche Interesse an Justizberichterstattung.

2. Wie rechtspopulistische Medienportale wie Nius gezielt auf “Eliten”-Jagd gehen
(profil.at, Angelika Hager)
“Der ehemalige ‘Bild’-Chefredakteur Julian Reichelt inszeniert sich auf der rechtspopulistischen Plattform ‘Nius’ als Robin Hood gegen ‘Eliten’. Und zielt ungebremst und skrupellos auf ideologische Gegner.” Angelika Hager hat sich angeschaut, wie Reichelts Krawallseite funktioniert, und konnte dabei offenbar auf Insiderinformationen eines ehemaligen Mitarbeiters zurückgreifen.

3. Kurier mit Beißhemmung, Krone knallhart – Wie die Zeitungen über Benko berichten
(kobuk.at, Philipp Wohltmann)
Die Berichterstattung österreichischer Zeitungen über die Krisen im Signa-Imperium von Unternehmer René Benko zeigt laut einer “Kobuk”-Analyse deutliche Unterschiede: Während der “Kurier” zurückhaltend und mit wenig Eigeninitiative über die Probleme berichte (“viele Themen kommen spät, gar nicht oder sind kurz angebunden”), greife die “Kronen Zeitung” das Thema “oft, hart und reißerisch” auf. Trotz der Beteiligung Benkos an beiden Medien, zeige sich ein unterschiedliches Bild in der journalistischen Herangehensweise, das Fragen nach der Unabhängigkeit und dem Umgang mit Interessenkonflikten aufwerfe.

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4. Verschwörungserzählungen und Finanztipps
(deutschlandfunk.de, Antje Allroggen & Nils Schniederjann, Audio: 5:57 Minuten)
Der Podcast “Hoss & Hopf” wurde von TikTok wegen der Verbreitung gefährlicher Falschinformationen und Verschwörungserzählungen gesperrt, ist auf Spotify aber weiterhin abrufbar. Nils Schniederjann hat sich angeschaut, wie die Szene der Finfluencer (ein Kunstwort aus Finanz und Influencer) und Crashpropheten funktioniert.

5. Correctiv kontert vor Gericht
(faz.net, Harald Staun)
Der “Correctiv”-Bericht über ein Geheimtreffen von AfD-Politikern, Neonazis und Geldgebern in Potsdam, bei dem über die Vertreibung von Millionen Menschen aus Deutschland gesprochen worden sei, hat ein gewaltiges Echo ausgelöst. In Reaktion auf eine juristische Auseinandersetzung mit einem Teilnehmer des Potsdamer Treffens legen die “Correctiv”-Redaktion und Herausgeber David Schraven nun eidesstattliche Versicherungen vor, um die Richtigkeit ihrer Recherchen zu unterstreichen. Zuvor hatten der Teilnehmer und sechs weitere Personen ebenfalls eidesstattliche Versicherungen abgegeben, in denen sie mehrere Details des “Correctiv”-Berichts bestreiten.

6. Onlinedienst X sperrt kurzzeitig Konto von Julija Nawalnaja
(spiegel.de)
Der Online-Dienst X (ehemals Twitter) hat das Konto von Julija Nawalnaja, der Witwe des in russischer Haft ums Leben gekommenen Kremlkritikers Alexej Nawalny, kurzzeitig gesperrt. Aus Versehen, wie X später gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärte. Der Account hatte zuvor einen rasanten Zuwachs an Followern verzeichnet.

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