Fake-Studien mit KI, Propaganda mit Kochlöffel, Screen-Megalomanie

1. ¡El Chupacabra! Oder: Wie man mit KI eine “Paper Mill” antreiben könnte
(janeggers.tech)
“Was könnte man glaubhaft fälschen – ohne wirklich zur Menge an Unsinn auf der Welt beizutragen? Wir kommen auf das Chupacabra, das angeblich weitgehend unentdeckt durch Südamerika streifen und Ziegen anfallen soll.” Jan Eggers hat für eine Sendung des Hessischen Rundfunks über “Fake-Studien mit KI” innerhalb eines Vormittags ein vermeintlich wissenschaftliches Paper zusammengebastelt.

2. Wir müssen reden …
(journalist.de, Lea Thies)
Lea Thies berichtet von einem Notfalleinsatz der besonderen Art. Nach dem Überfall der Hamas auf Israel seien im Rahmen der “algorithmischen Kriegsführung” die Handys von Schülerinnen und Schülern mit verstörenden Szenen überschwemmt worden. Daraufhin habe man sich zu einer besonderen Aktion entschlossen: “Wir beamen Expert:innen aus der Redaktion der Augsburger Allgemeinen und der Allgäuer Zeitung per Teams in die Schulen und erklären den Jugendlichen, wie sie sich und andere vor grausamen Bildern schützen, wie sie Desinformation oder Propaganda entlarven und die Lage besser einordnen können.” Die Geschichte dient Thies als Beispiel für ihren Appell, dass “wir dringend mehr über den Journalismus sprechen” sollten: “Warum ich das hier erzähle? Weil das Beispiel zeigt, weshalb wir Medienprofis wesentlich weiter als bis zur Veröffentlichung der nächsten Story oder dem nächsten Abo-Abschluss denken sollten.”

3. Wirbel um politische Verbalattacke gegen Journalist in Babenhausen
(op-online.de, Philipp Keßler & Ralf Enders)
Ende Februar, so berichtet die “Offenbach-Post”, sei es in der Babenhäuser Stadtverordnetenversammlung zu einem verbalen Angriff auf einen ihrer Redakteure durch ein Mitglied der CDU-Fraktion gekommen. Die Redaktion sieht darin nicht nur einen persönlichen Angriff, sondern auch einen Angriff auf die Pressefreiheit. Joachim Heizmann, Journalist der “Babenhäuser Zeitung” und Kollege des angegriffenen Journalisten, kritisiert das Verhalten des Sitzungsleiters und der anderen Fraktionen: “Warum der Stadtverordnetenvorsteher und alle anwesenden Parlamentarier diesen Wortbeitrag unkommentiert im Raum stehen ließen, bereitet mir seit Tagen Kopfzerbrechen.”

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4. Propaganda mit dem Kochlöffel
(taz.de, Ann Toma-Toader)
Ann Toma-Toader thematisiert das Phänomen der “Tradwives” auf Social-Media-Plattformen wie Instagram und TikTok, auf denen sich “meist weiße, gut situierte Frauen” als traditionelle Hausfrauen inszenieren. Der “Tradwife”-Trend zeige, wie Soziale Medien dazu genutzt werden können, konservative und rechte Ideologien unter dem Deckmantel von Selbstbestimmung und traditionellem Familienleben zu verbreiten und zu normalisieren.

5. LED soweit ich seh: Die Screen-Megalomanie im deutschen TV
(dwdl.de, Peer Schader)
Peer Schader kommentiert in seiner Kolumne die zunehmende Dominanz riesiger LED-Bildschirme in deutschen Unterhaltungssendungen, die als visuelle Studiotapeten dienen. Er kritisiert unter anderem die damit verbundene Energieverschwendung und mangelnde Nachhaltigkeit. Die Ironie dieser Entwicklung liege darin, dass mitunter Sendungen, die auf den Umweltschutz aufmerksam machen wollen, selbst zu einem erheblichen Stromverbrauch beitragen.

6. “Oppenheimer” wird zum großen Abräumer
(tagesschau.de)
In der vergangenen Nacht fand die 96. Oscar-Verleihung statt. Gewinner des Abends mit sieben Oscars ist der biografische Historienfilm “Oppenheimer” über Robert Oppenheimer, den Erfinder der Atombombe. Als bester Dokumentarfilm wurde das Werk “20 Tage in Mariupol” ausgezeichnet, das übrigens in der ARD-Mediathek zu sehen ist. Einen guten Überblick über die übrigen Gewinnerinnen und Gewinner liefert die Zusammenfassung des “Spiegel”.