Suchergebnisse für ‘spiegel online’

Sparprogramm beim RBB, Unter Zockern, Stoppt die Gewalt!

1. Vorschläge zur Verschlankung
(taz.de, Amelie Sittenauer)
Beim öffentlich-rechtlichen RBB sollen wegen finanzieller Schwierigkeiten 22 Millionen Euro eingespart und 254 Stellen abgebaut werden, wofür die Geschäftsleitung zahlreiche Struktur- und Programmanpassungen vorgeschlagen habe. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten mit Unmut und Sorge reagiert, da sie durch zunehmende Arbeitsbelastung, fehlende Sicherheit und einen schlechten Umgang mit freien Kräften stark unter Druck stünden. Trotz Reformbedarf verschärfe sich die angespannte Stimmung im Sender weiter.

2. “Deut­sch­land Kurier”-Che­f­re­dak­teur zu Bewäh­rungs­strafe ver­ur­teilt
(lto.de)
Der Chefredakteur des rechten Onlineportals “Deutschland-Kurier”, David Bendels, sei vom Amtsgericht Bamberg wegen einer verunglimpfenden Fotomontage der Innenministerin Nancy Faeser zu einer zur Bewährung ausgesetzten Freiheitsstrafe von sieben Monaten verurteilt worden. Das manipulierte Bild stelle eine falsche Tatsachenbehauptung dar und sei laut Gericht eine gezielte Politikerverleumdung. Bendels sehe das Ganze als Satire und wolle juristisch gegen das Urteil vorgehen.

3. »New York Times« klagt über massiven Druck der Trump-Regierung
(spiegel.de)
Arthur Gregg Sulzberger, Verleger der “New York Times”, beklage, dass Donald Trumps Regierung durch Klagen, den Entzug von Zugängen und das Einstellen von Regierungsabos massiven Druck auf die Presse in den USA ausübe. Sulzberger betone, dass die “New York Times” sich nicht einschüchtern lasse und gut vorbereitet sei, dem Druck standzuhalten. Trotz der angespannten Lage zeige er sich zuversichtlich, dass die US-Demokratie auch diese Herausforderung überstehen könne.

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4. dju fordert: Medienhäuser, Polizei, Politik – schützt uns Journalist*innen, stoppt die Gewalt!
(dju.verdi.de)
Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in Verdi fordert Medienhäuser, Polizei und Politik auf, “unverzüglich wirksame Maßnahmen zum Schutz von Medienschaffenden als Teil des Koalitionsvertrages zu erarbeiten”: “Journalist*innen müssen ohne Angst vor Gewalt arbeiten können. Medien, Sicherheitsbehörden und Politik sind in der Pflicht, unverzüglich verlässliche Schutzmaßnahmen zu gewährleisten”, so dju-Bundesgeschäftsführerin Danica Bensmail.

5. Unter Zockern
(journalist.de, Sonja Peteranderl)
Sonja Peteranderl beschreibt, wie Redaktionen zunehmend Twitch als Plattform nutzen, um junge Zielgruppen mit interaktiven, journalistischen Formaten zu erreichen – etwa durch Talkshows, Nachrichtenformate wie “tagesschau together” oder Streams mit Politikerinnen und Politikern. Dabei zeige sich, dass Authentizität, Interaktivität und der Dialog mit dem Chat entscheidend für den Erfolg seien. Klassische Medienformate würden auf Twitch hingegen oft nicht funktionieren. Obwohl Twitch finanziell für Medien kaum lukrativ sei, biete die Plattform strategisches Potenzial.

6. TikTok, die mächtigste App der Welt
(arte.tv, Vincent de Cointet, Video: 46 & 49 Minuten)
Bei Arte gibt es eine zweiteilige Dokumentation über “TikTok, die mächtigste App der Welt”. Dabei geht es um die Fragen: Wie nutzt das chinesische Regime die hinter der Videoplattform stehende Firma ByteDance, um seine Macht zu festigen? Welche Rolle spielt TikTok in der chinesischen Expansionspolitik? Wie reagiert Washington auf den Vormarsch der chinesischen App in sein bisheriges Hoheitsgebiet? Und wie steht es aktuell um den Machtkampf zwischen China und den USA um Beeinflussung und Daten? Hier geht es zu Teil 2 der Doku.

Hallervorden, Intendantenwahl, Spongebob und Schleimkanonen

1. ARD äußert sich zu Hallervordens umstrittenem Auftritt
(t-online.de)
In der TV-Jubiläumssendung “75 Jahre ARD” sorgte Schauspieler und Kabarettist Dieter Hallervorden mit der Verwendung des N- und des Z-Wortes in einem Sketch für breite Kritik und Diskussionen über Rassismus und Satire. Obwohl die Sendung vorproduziert gewesen sei, sei die Passage aus der Aufzeichnung nicht herausgeschnitten oder mit einem Hinweis versehen worden. Die ARD verteidige den Auftritt Hallervordens als bewusste Provokation im satirischen Kontext, betone aber gleichzeitig ihr Engagement für Vielfalt und die Ablehnung von Rassismus.

2. Und jetzt zurück zu den Staatsinfos
(taz.de, Nikita Danilin)
Durch die Kürzungen der US-Regierung unter Donald Trump drohe Radio Liberty, einer der letzten unabhängigen Nachrichtenquellen in Zentralasien, das Ende. In Ländern wie Kasachstan, Usbekistan oder Tadschikistan wären dann nur noch staatlich kontrollierte Informationen verfügbar. Experten warnen, dass dies nicht nur die Demokratie gefährde, sondern auch die russische Propaganda stärke und unabhängige Journalistinnen und Journalisten weiter marginalisieren könnte.

3. NDR-Mitarbeiter fordern neues Verfahren zur Intendantenwahl
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Timo Niemeier berichtet, dass nach der gescheiterten Intendantenwahl beim NDR nun auch die Personalvertretungen ein neues, transparenteres Auswahlverfahren fordern, bei dem die Beschäftigten ernsthaft einbezogen werden. Ihre Kritik laute, dass dem Rundfunkrat nur eine Kandidatin ohne Alternative zur Wahl gestanden habe, und weder die Personalräte noch die Mitglieder ausreichend informiert und beteiligt worden seien.

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4. Wachsende Gefahren für serbische Medienschaffende
(reporter-ohne-grenzen.de)
Laut der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) wird es in Serbien für Medienschaffende zunehmend gefährlicher. “Während sich die Schlinge um Medien sowie Journalistinnen und Journalisten in Serbien immer weiter zuzieht, darf die Europäische Union nicht länger wegsehen. Auf die serbische Regierung und Behörden ist kein Verlass, wenn es darum geht, Angriffe auf die Presse zu stoppen”, kommentiert RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus: “Der Schutz der Pressefreiheit ist ein entscheidendes Kriterium für Serbiens Beitritt in die EU. Die deutsche Regierung muss diese Verstöße klar verurteilen.”

5. Trump verlängert Frist für TikTok in den USA
(spiegel.de)
US-Präsident Donald Trump habe die Frist für den Verkauf von TikToks US-Geschäft um weitere 75 Tage verlängert. Das größte Hindernis für einen möglichen “Deal” sei die Zustimmung der chinesischen Regierung, was Trump wie folgt kommentiere: “Wir hoffen, weiterhin vertrauensvoll mit China zusammenarbeiten zu können, das, soviel ich weiß, nicht sehr glücklich über unsere gegenseitigen Zölle ist.”

6. Spongebob und Schleimkanonen
(tagesspiegel.de)
Sportverbände und TV-Sender würden zunehmend auf kindgerechte Formate mit bunten Animationen, bekannten Figuren und Kommentaren von Kindern setzen, um junge Zuschauerinnen und Zuschauer frühzeitig für Live-Sport zu begeistern. Hinter diesen Maßnahmen stecke neben pädagogischen Zielen auch das wirtschaftliches Interesse, langfristig eine loyale Fanbasis aufzubauen. Noch sei jedoch wenig darüber bekannt, was Kinder wirklich am Sport fasziniert – ob Stars, Geschichten oder der Wettbewerb selbst.

Interessenkonflikte, Verkauf der Traditionsmarken, Abzocksender

1. Trump beschimpft »Atlantic«-Journalist als »Widerling« und die Europäer als »Schmarotzer«
(spiegel.de)
Gestern hatten wir in den “6 vor 9” über eine schwerwiegende Sicherheitspanne in den USA berichtet: Versehentlich wurde Jeffrey Goldberg, Chefredakteur von “The Atlantic”, in einen geheimen Gruppenchat der Trump-Regierung aufgenommen, in dem detaillierte Kriegspläne zum Jemen besprochen wurden. Nun folgt das politische und mediale Nachspiel: Während US-Präsident Donald Trump versuche, die Panne herunterzuspielen, und den Journalisten beschimpfe, gehe der Streit über den Vorfall im US-Senat weiter.

2. Schon 20 gezielte Angriffe seit Jahresbeginn
(reporter-ohne-grenzen.de)
Seit Beginn dieses Jahres dokumentierte die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) mindestens 20 gezielte Angriffe israelischer Streitkräfte auf palästinensische Medienschaffende im Westjordanland, “alle in der Nähe von Lagern für Geflüchtete”. Auch die Palästinensische Autonomiebehörde gehe repressiv gegen kritische Journalistinnen und Journalisten vor, insbesondere mit Festnahmen wegen mutmaßlicher Verbindungen zum Sender Al Jazeera. RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus fordert: “Wir dürfen uns an diese Normalisierung der Gewalt nicht gewöhnen.”
Weiterer Lesetipp: Daniel Bax schreibt in der “taz” über den Tod des palästinensischen Journalisten Hossam Shabat: Reporter im Fadenkreuz (taz.de).
Und noch ein Lesetipp: Wie ebenfalls die “taz” berichtet, hat die israelische Polizei den “FAZ”-Journalisten Christian Meier im Westjordanland festgenommen: Willkür in der Westbank (taz.de, Nicholas Potter).

3. “Lieber Möbel als Zeitschriften verkaufen, oder wie?”: Das sagt die Branche zum Verkauf von Brigitte & Co
(kress.de, Marc Bartl)
RTL hat einige seiner Gruner+Jahr-Traditionsmarken (“Gala”, “Eltern”, “Brigitte”) an die Funke Mediengruppe veräußert. Marc Bartl hat sich umgehört, wie die Medienbranche auf den Ausverkauf reagiert – beziehungsweise “wie Media-Berater Thomas Koch, Carsten Erdmann (Funke), Christian Meier (Welt), Thomas Lückerath (DWDL), Maike Schiller (Hamburger Abendblatt) und Christian Bartels (MDR/Altpapier) den Groß-Deal zwischen RTL und Funke kommentieren.”

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4. Redaktionen müssen Interessenkonflikte offenlegen
(presserat.de)
Der Deutsche Presserat hat seine Richtlinien für die journalistische Arbeit in Bezug auf mögliche Interessenkonflikte geändert: “Wer journalistisch oder verlegerisch tätig ist, muss wie bisher diese Tätigkeit von anderen Funktionen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft trennen. Liegt ein Interessenkonflikt nahe, sollte die Redaktion nicht befangene Autorinnen oder Autoren für die Berichterstattung einsetzen oder zumindest den Konflikt der Leserschaft gegenüber offenlegen.” Konkrete Beispiele für die Anwendung der Vorgabe befinden sich hier.

5. Universal Music erweitert Klage gegen Internet Archive
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Die Universal Music Group habe eine Klage gegen das “Internet Archive” erweitert, weil man dort 70 bis 120 Jahre alte Schellackplatten im “Great 78 Project” digitalisiert und online gestellt habe. Der angebliche Schaden erhöhe sich damit auf 700 Millionen US-Dollar. Musikerinnen und Musiker sowie das Archiv selbst hätten die Klage kritisiert und betont, das Projekt diene dem Erhalt von Kulturgut und stelle keine ernsthafte Konkurrenz für kommerzielle Musikplattformen dar.

6. Locken, verbocken & abzocken – Wie 9Live gleich zweimal aufflog
(dwdl.de, Christian Richter)
Die aktuelle DWDL-“Telegeschichte” beleuchtet anhand zweier aufsehenerregender Vorfälle die fragwürdigen Methoden des einstigen Call-In-Senders 9Live und zeigt, wie gezielte Manipulation und Intransparenz das Geschäftsmodell prägten. Der Beitrag liefert nicht nur spannende Einblicke hinter die Kulissen, sondern dokumentiert auch eindrucksvoll den medialen und regulatorischen Umgang mit den Skandalen. Wer sich für Mediengeschichte, Fernsehkritik oder die dunklen Seiten der Fernsehunterhaltung interessiert, kommt hier voll auf seine Kosten.

Schlagseite nach rechts, Verspielte Glaubwürdigkeit, Straftaten

1. Monopol mit Schlagseite nach rechts
(taz.de, Harff-Peter Schönherr)
Die “Neue Osnabrücker Zeitung” orientiere sich politisch nach rechts und verbreite Narrative, die an Verschwörungserzählungen und Putin-Nähe erinnern, schreibt Harff-Peter Schönherr in der “taz”. Führende Redakteure verträten Positionen, die bei Kolleginnen und Kollegen auf deutliche Kritik stoßen sollen. Die Zusammenarbeit mit umstrittenen Medien wie “Multipolar” sowie eine angebliche ideologische Nähe zur AfD und zu “Querdenker”-Positionen würden den Eindruck eines publizistischen Rechtsrucks verstärken.

2. Der RBB verspielt weiter seine Glaubwürdigkeit
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Der nach der Gelbhaar-Affäre zurückgetretene RBB-Chefredakteur David Biesinger soll Leiter der Hauptabteilung Programmressourcen werden. Ein fatales Signal, meint Joachim Huber im “Tagesspiegel”: “Schon erstaunlich, was Führungskräften im RBB, die als Führungskraft gescheitert sind, alles zugetraut wird. Die Öffentlichkeit darf schon gespannt sein, welchen Job die ebenfalls zurückgetretene Programmdirektorin Katrin Günther zukünftig übernehmen wird.”
Weiterer Lesetipp: Ulrike Demmer holt sich Hilfe für RBB-Umbau an Bord: “Seit Anfang des Monats soll Digitalisierungsexperte Peter Parycek dem RBB als Change-Manager beim Umbau helfen. Für Schlagzeilen sorgt dabei sein Gehalt.” (dwdl.de, Uwe Mantel)

3. Über welche Straftaten berichten Medien?
(deutschlandfunk.de, Anh Tran, Audio: 38:32 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, über welche Straftaten Medien bevorzugt berichten: Über solche, bei denen Deutsche die Täter sind? Oder über solche, bei denen die Täter einen Migrationshintergrund haben? Es diskutieren DLF-Hörerin Anita Hamed, Kommunikationswissenschaftler Thomas Hestermann sowie Katharina Thoms und Anh Tran aus der DLF-Redaktion.

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4. Klage gegen die US-Regierung
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des US-Auslandssenders “Voice of America” haben Klage gegen die US-Medienbehörde USAGM eingereicht. Zuvor habe Präsident Donald Trump per Dekret massive Budgetkürzungen und Beurlaubungen angeordnet. Diese Maßnahmen könnten einer rechtswidrigen Schließung gleichkommen und würden der Klage zufolge die redaktionelle Unabhängigkeit sowie die Pressefreiheit weltweit bedrohen.

5. Desinformation als Gefahr für demokratische Wahlen – Ein Gespräch mit Christina Elmer
(de.ejo-online.eu, Merle Van Berkum)
Merle van Berkum spricht mit Christina Elmer, Professorin für Digitalen Journalismus, über die Auswirkungen von Desinformation auf die Bundestagswahl 2025. Elmer erklärt, wie Falschinformationen – teilweise von politischen Akteuren oder aus dem Ausland gesteuert – den Wahlkampf beeinflusst haben und welche Rolle Fact-Checking, Plattformen und Regulierung dabei spielen. Sie betont die Notwendigkeit von transparenter journalistischer Arbeit, mehr Medienkompetenz und emotional wirksamen Gegenstrategien.

6. Elon Musks Plattform X blockiert offenbar regierungskritische Accounts in der Türkei
(spiegel.de)
Die Plattform X (ehemals Twitter) soll in der Türkei zahlreiche regierungskritische Accounts gesperrt haben, darunter auch welche von feministischen und studentischen Gruppen. Dies sei nach der Verhaftung des Oppositionspolitikers Ekrem İmamoğlu geschehen. Der Eigentümer der Plattform Elon Musk werde dafür kritisiert, dass er Meinungsfreiheit propagiere, gleichzeitig aber die Zensur solcher Inhalte zulasse.

Neue EU-Plattform, Kampf in Ungarn und Polen, Schreibtischrebellion

1. Wie eine europäische Medienplattform die Demokratie schützen könnte
(netzpolitik.org, Matthias Pfeffer)
Matthias Pfeffer, Direktor des Thinktanks Council for European Public Space, plädiert in einem Gastbeitrag für den Aufbau einer europaweiten Medienplattform, um Propaganda und Desinformation entgegenzuwirken und die Demokratie zu schützen. Ein derartiges Projekt solle bestehende, qualitativ hochwertige Nachrichten aller EU-Länder übersetzen und allen Bürgerinnen und Bürgern zugänglich machen. Dafür brauche es nicht neue Gesetze, sondern lediglich den politischen Willen und moderate finanzielle Investitionen.

2. Der Kampf um die Pressefreiheit in Ungarn und Polen: Eine medienethische Betrachtung
(de.ejo-online.eu, Meret Geppert)
Meret Geppert hat sich die Lage der Pressefreiheit in Polen und Ungarn angeschaut. Dort seien Medienschaffende durch den staatlichen Einfluss auf die Medienlandschaft in ihrer Arbeit stark eingeschränkt. Journalistinnen und Journalisten stünden vor der ethischen Frage: “Inwieweit können sie ihrer Verantwortung noch gerecht werden? Ist es vertretbar, Berichterstattung anzupassen, um die eigene Existenz zu sichern?”

3. Die Schreibtischrebellion
(taz.de, Enno Schöningh)
Immer häufiger träten Redaktionen wissenschaftlicher Fachzeitschriften aus Protest zurück, weil sie unzufrieden mit der zunehmenden Gewinnorientierung und Einflussnahme der Verlage seien. Kommerzielle Interessen würden die Qualität und Unabhängigkeit der Forschung gefährden, da wichtige redaktionelle Entscheidungen immer häufiger von den Verlagen kontrolliert würden. Diese “Schreibtischrebellion” zeige, dass viele Forschende ein System ablehnen, das ihre akademische Freiheit einschränkt.

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4. China lehnt offenbar Verkauf von TikTok-Algorithmus ab
(spiegel.de)
China lehne den Verkauf des TikTok-Algorithmus ab, da dieser als “nationales geistiges Eigentum” angesehen werde. Dadurch wären potenzielle US-Käufer gezwungen, eine eigene Empfehlungssoftware zu entwickeln. TikTok versuche, in den USA mit eigenen Lösungen wie der Speicherung der Daten beim US-Unternehmen Oracle die Zulassung aufrechtzuerhalten.

5. Finanzratgeber für Freie
(journalist.de, Sarah Neu & Mia Pankoke)
Sarah Neu und Mia Pankoke haben die wichtigsten Finanztipps für freie Journalistinnen und Journalisten zusammengestellt. Diese hätten oft mit finanziellen Risiken und dem Problem der Scheinselbstständigkeit zu kämpfen, weshalb sie unbedingt Rücklagen für mehrere Monate bilden sollten. Die Künstlersozialkasse sei dabei besonders wichtig, da sie einen Teil der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung übernehme und so für soziale Absicherung sorge. Zusätzlich empfehle sich eine private Altersvorsorge, um langfristig vor Altersarmut geschützt zu sein.

6. Künstliche Intelligenz: Wie rechts ist die KI-Ästhetik?
(belltower.news, tante)
Der IT-Spezialist und “Soziotechnologe” Jürgen Geuter, genannt “tante”, argumentiert, dass der Einsatz von KI-Bildgeneratoren politisch nicht neutral sei, sondern strukturell rechte Ideologien unterstütze: “Für Linke ist in KI Bildgeneratoren aktueller Prägung sehr wenig zu holen, ich würde sogar so weit gehen, dass die Ablehnung und der Widerstand gegen KI Bildgeneratoren gelebter Antifaschismus ist. Oder um es mit Dan McQuillan (Autor von ‘Resisting AI’) zu sagen: ‘We come to bury ChatGPT, not to praise it.'”

RBB-Rücktritte, Dreckschleuder, Gehypte Untergrundorganisation

1. RBB-Spitzenpersonal tritt wegen mangelhafter Berichterstattung zurück
(spiegel.de)
Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) zieht nach der fehlerhaften Berichterstattung über den Grünen-Politiker Stefan Gelbhaar personelle Konsequenzen: Programmdirektorin Katrin Günther und Chefredakteur David Biesinger haben ihre bisherigen Ämter beim öffentlich-rechtlichen Sender niedergelegt. Die zentralen Vorwürfe gegen Gelbhaar seien offenbar erfunden gewesen. Weitere Informationen hat der RBB in einem “In eigener Sache” zusammengestellt.

2. Dreckschleuder für anti-rot-grüne Ressentiments
(taz.de, Ulrike Winkelmann)
Das Onlineportal “Nius”, gegründet und geführt vom ehemaligen “Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt und finanziert von Multimillionär Frank Gotthardt, verbreite gezielt anti-rot-grüne Ressentiments und bediene rechtspopulistische Narrative. Durch eine jüngst erworbene TV-Lizenz könnte sich “Nius” zu einem bedeutenden Medium rechts der Mitte entwickeln.

3. “Arte hat so ein Flair wie eine gehypte Untergrundorganisation”
(dwdl.de, Senta Krasser)
Heike Hempel, neue Präsidentin des deutsch-französischen Senders Arte, wolle diesen digitaler, jünger und europäischer ausrichten und gleichzeitig ihren Job beim ZDF fortsetzen. Arte sehe sie dabei als kulturell wichtigen Sender, der wie eine “gehypte Untergrundorganisation” funktioniere und wesentlich zum Zusammenhalt und kulturellen Austausch in Europa beitrage.

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4. Wie Europa die Macht großer Internetgiganten brechen will
(ardaudiothek.de, Jean-Marie Magro, Audio: 27:22 Minuten)
Moderator Jean-Marie Magro spricht mit Svea Windwehr vom digitalpolitischen Verein D64 und mit ARD-Brüssel-Korrespondenten Jakob Mayr über das schwierige Verhältnis von Elon Musk zur EU. Hintergrund ist Musks Unterstützung rechtspopulistischer Kräfte und dessen Kritik an der EU, die er unter anderem durch provokante Posts auf seiner Plattform X zum Ausdruck bringt. Diskutiert wird auch, wie die EU durch Regulierung versucht, die Marktmacht der großen US-Internetkonzerne einzuschränken.

5. Plattformen gegen offenes Internet: Das Digitale ist das Echte
(derstandard.at, Gerold Riedmann)
Gerold Riedmann, Chefredakteur des österreichischen “Standard”, beschreibt in seinem Essay zum 30-jährigen Bestehen von derStandard.at, wie geschlossene Plattformen und KI-gesteuerte Dienste zunehmend die Informationsvielfalt und damit den demokratischen Diskurs im Internet gefährden. Während Plattformen wie Instagram und TikTok die Nutzerinnen und Nutzer gezielt in geschlossenen Ökosystemen halten, drohe Künstliche Intelligenz den Pluralismus und die demokratische Souveränität weiter einzuschränken.

6. So zerstört die BILD ihre Feinde
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 34:05 Minuten)
Mats Schönauer wirft auf seinem Youtube-Kanal “Topfvollgold” regelmäßig einen kritischen Blick hinter die Kulissen von Boulevardpresse, Youtubern und Social Media. Diesmal geht er der Frage nach, wie und mit welchen Mitteln die “Bild”-Zeitung arbeitet: “In diesem Video zeige ich euch, mit welchen brutalen Mitteln und ausgeklügelten Tricks die BILD-Zeitung gegen ihre Feinde kämpft – ob gegen Ausländer, die ‘Pleite-Griechen’, die Studenten der 60er-Jahre oder die bösen Wölfe. Und welche fatalen Folgen es hat, wenn sich solche Feindbilder in der Gesellschaft ausbreiten.”
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

Halb so viele Artikel, Fragen stellen im Weißen Haus, Kontoverlust

1. Nur halb so viele Artikel zu Mannheim wie zu Magdeburg & München
(volksverpetzer.de, Thomas Laschyk)
“Analysen von Volksverpetzer und von Buzzfeed Deutschland zeigen: Der Anschlag von Mannheim mutmaßlich durch den Tatverdächtigen Alexander S. hat weitaus weniger Medienaufmerksamkeit bekommen als die ähnlichen Taten in Magdeburg oder München, als die Tatverdächtigen Nicht-Deutsche waren.” Thomas Laschyk hat die entsprechenden Daten zusammengetragen und aufbereitet.

2. Wer bestimmt jetzt, wer im Weißen Haus die Fragen stellt?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 21:54 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit der “Tagesspiegel”-Journalistin Juliane Schäuble, die Teil des erweiterten Pressepools im Weißen Haus ist, über die Besonderheiten ihrer Arbeit, speziell seitdem Donald Trump im Amt ist: “Wie geht Schäuble um mit der neuen Situation? Wie wurde sie überhaupt Mitglied der ‘Foreign Press Group’? Warum ist zum Beispiel die ARD nicht vertreten? Und welche Folgen hat die neue Regelung für die Berichterstattung aus Washington?”

3. Verschwörungssender “AUF1” verliert Konto in Ungarn
(profil.at, Max Miller)
Der rechtsextreme Verschwörungssender “AUF1” aus Österreich verliere sein Spendenkonto bei der ungarischen MBH Bank, was existenzbedrohend für das Portal sei. Die Bankentscheidung folge einer neuen österreichischen Regelung, die Plattformen, die Desinformation und Propaganda verbreiten, von der Gemeinnützigkeit ausschließe. Trotz massiver Unterstützung durch die FPÖ, die “AUF1” regelmäßig als mediale Plattform nutzt, stehe der Sender nun möglicherweise vor dem Aus.

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4. Botschaft an Zuckerberg: Eine Welt ohne digitale Kaiser
(derstandard.at, Ingrid Brodnig)
Ingrid Brodnig kritisiert in ihrer Kolumne die starke Machtkonzentration bei Tech-Milliardären wie Mark Zuckerberg, die durch symbolträchtige Aktionen – etwa das “Antwort-T-Shirt” von Bluesky-Chefin Jay Graber (“Eine Welt ohne Kaiser”) – hinterfragt werde. Brodnig sieht darin mehr als nur einen Marketing-Gag, nämlich eine klare Forderung nach einer demokratischeren, dezentralen Struktur im Internet, die Nutzerinnen und Nutzern mehr Kontrolle über deren Daten und Plattformen gibt.

5. Künstliche Intelligenz im Journalismus: Zwischen Innovation und ethischer Verantwortung
(de.ejo-online.eu, Alina Bähr)
Alina Bähr fasst eine Analyse zum Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) im journalistischen Newsroom (“Grenzen überwinden, Chancen gestalten”, PDF) zusammen. Demnach könne KI den Wissenschaftlern zufolge “entlang der gesamten journalistischen Wertschöpfungskette eingesetzt werden”, erfordere jedoch ethische Abwägungen.

6. Neuer GIJN Guide: Grundlagen des Investigativjournalismus
(netzwerkrecherche.org)
Das Netzwerk Recherche macht auf einen ins Deutsche übersetzten “Guide zu Grundlagen des Investigativjournalismus” aufmerksam: “Im vergangenen Jahr hat unsere Partnerorganisation Global Investigative Journalism Network (GIJN) einen englischen Guide zu Grundlagen des Investigativjournalismus veröffentlicht. Wir haben diesen nun übersetzt. Für Einsteiger*innen, für Studierende und für alle, die ihr Wissen auffrischen wollen.”

Phoenix-Petition, Zu Besuch beim russischen Exilmedium, Trollfabrik

1. Initiatoren übergeben Phoenix-Petition zur MPK
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Eine Petition für den Erhalt des öffentlich-rechtlichen Senders Phoenix habe über 100.000 Unterschriften gesammelt, die nun bei der Ministerpräsidentenkonferenz übergeben werden sollen. Auslöser sei ein politischer Reformprozess, durch den mehrere Spartenkanäle abgeschafft werden könnten. Die von einigen prominenten Köpfen unterstützen Petition fordere, Phoenix “für eine besser informierte Republik” unbedingt zu erhalten.

2. Zu Besuch in einem russischen Exilmedium
(wienerzeitung.at, Dennis Miskić)
Die Redaktion der unabhängigen Zeitung “Moscow Times” arbeite seit dem russischen Angriff auf die Ukraine aus Sicherheitsgründen aus dem Exil in Amsterdam. Trotz enormer Risiken und finanzieller Herausforderungen erreiche sie ein Millionenpublikum und kämpfe weiter gegen Desinformation. Dennis Miskić hat sich mit Alexander Gubsky, Journalist und Herausgeber der “Moscow Times”, getroffen und ihn zu seiner Arbeit im Exil befragt.

3. Inside Sellners Trollfabrik
(tageins.at, Markus Sulzbacher)
Rechtsextreme rund um den “Identitären”-Anführer Martin Sellner würden über einen Telegram-Kanal namens “Club Pressekritik” eine organisierte Trollfabrik betreiben, um Meinungsumfragen und Kommentare in österreichischen Online-Medien gezielt zu beeinflussen. Die Mitglieder bekämen täglich klare Anweisungen, welche Beiträge sie verbreiten und wie sie bei Umfragen abstimmen sollen. Diese Vorgehensweise orientiere sich an russischen Trollfabriken und zeige, wie professionell Rechtsextreme versuchen, öffentliche Debatten zu steuern.

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4. Weshalb Nicholas Potter so angefeindet wird
(tagesspiegel.de, Sebastian Leber)
Der “taz”-Journalist Nicholas Potter sei Opfer einer heftigen Rufmordkampagne, ausgelöst durch Falschbehauptungen der russlandnahen Plattform “Red” und verstärkt durch weitere Aktivisten, die ihn gezielt diffamieren und bedrohen würden. Hintergrund der Angriffe sei Potters kritische Berichterstattung über Antisemitismus, insbesondere in linken Milieus, sowie seine internationale Reichweite durch Beiträge für renommierte Medien wie “The Guardian”, “Haaretz” und die BBC.

5. Warum Extreme ziehen: Die Psychologie der Polarisierung in den Medien
(dfjv.de, Kathrin Boehme)
Kathrin Boehme beschäftigt sich mit der zunehmenden Polarisierung in Medien. Ihr Fazit: “Der voranschreitende Prozess ist kein unvermeidliches Schicksal: Journalistinnen und Journalisten prägen die Wahrnehmung der Menschen und können sie durch bewusste Entscheidungen in der Berichterstattung verändern. Ihre Rolle als ‘vierte Gewalt in der Demokratie’ sollten Medien ernst nehmen und sich darauf konzentrieren, zu informieren statt zu polarisieren.”

6. EU-Anlaufstelle registriert 1.500 Dispute auf Social Media
(zeit.de)
Seit November 2024 hätten bereits mehr als 1.500 Nutzerinnen und Nutzer in der EU eine neu geschaffene unabhängige Schiedsstelle, das Appeals Centre Europe, genutzt, um Streitfälle zu möglichen unerlaubten Inhalten in Sozialen Netzwerken wie Facebook, TikTok oder YouTube außergerichtlich zu klären. Die meisten Beschwerden beträfen dabei Facebook. In mehr als der Hälfte der bislang geschlichteten Fälle sei zugunsten der Nutzerinnen und Nutzer entschieden worden.

Mehr Angriffe auf Journalisten, Halbe Sekunde, Inhalte des TV-Wahlkampfs

1. Deutlich mehr Angriffe auf Journalisten
(tagesschau.de)
Wie ein Bericht des Europarats zeige, hätten Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten in Europa deutlich zugenommen, besonders in der Ukraine und in Georgien. Allein in der Ukraine habe es 19 Übergriffe gegeben, meist im Zusammenhang mit dem russischen Angriffskrieg, während in Georgien Proteste der Hintergrund gewesen seien. Zusätzlich gerate auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk zunehmend unter politischen Druck.

2. Worüber im Bundestagswahlkampf gesprochen wurde und worüber nicht
(de.ejo-online.eu, Ladislaus Ludescher)
Ladislaus Ludescher hat zwölf reichweitenstarke TV-Wahlsendungen ausgewertet. Demnach sei der Wahlkampf medial stark auf innenpolitische Themen, insbesondere auf Migration und innere Sicherheit, sowie außenpolitisch ausschließlich auf den Krieg in der Ukraine fokussiert gewesen. Der Globale Süden habe hingegen so gut wie keine Rolle gespielt: “Insgesamt entfielen auf den Globalen Süden, wo etwa 85 Prozent der Weltbevölkerung leben, lediglich etwa 0,75 Prozent der Gesamtsendezeit aller untersuchten Wahlsendungen.”

3. “Wir haben eine halbe Sekunde Zeit, die Nutzer zu gewinnen”
(journalist.de, Catalina Schröder)
Friederike Schiller, Leiterin des Ressorts “Hochkant” bei “Zeit Online”, spricht im Interview mit dem “journalist” darüber, wie journalistische Inhalte erfolgreich auf TikTok präsentiert werden können. Sie erklärt, dass hochwertige Themen stark vereinfacht und in extrem kurzer Zeit das Interesse der jungen Nutzerinnen und Nutzer wecken müssen, um Reichweite zu erzielen. Schiller betont außerdem, dass der TikTok-Algorithmus sowohl Chancen als auch Herausforderungen für den Qualitätsjournalismus bietet.

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4. Klima vor Acht sammelt 100.000 Euro für Werbung im Ersten ein
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der Verein “Klima vor Acht” sammele Spenden, um eine Klima-Sendung als TV-Werbung im Ersten zu platzieren, und habe mittlerweile über die Hälfte seines Ziels von 250.000 Euro erreicht. Zwei Unternehmen hätten zusammen kürzlich 100.000 Euro beigetragen. Allerdings könnte das Vorhaben am Medienstaatsvertrag scheitern, da der geplante Spot möglicherweise nicht die nötigen Werbekriterien erfülle.

5. Österreich: ORF-Reform wird konkret
(verdi.de)
Die österreichische Regierung plane, den ORF-Beitrag bis einschließlich 2029 bei 15,30 Euro monatlich einzufrieren, was den öffentlich-rechtlichen Sender zu Einsparungen beim Personal zwingen könnte. Gleichzeitig werde der ORF-Stiftungsrat neu zusammengesetzt, um unabhängiger und vielfältiger zu werden. Zudem sollen regionale Zeitungen gefördert, digitale Medienkompetenz gestärkt und unabhängiger Journalismus insbesondere bei jungen Menschen unterstützt werden.

6. Zum Tod von Evelyn Lazar
(tagesspiegel.de, Tobias Langley-Hunt)
Tobias Langley-Hunt erinnert an die Fernsehmoderatorin Evelyn Lazar, die Anfang der Woche im Alter von 91 Jahren verstorben ist. Die ursprünglich aus dem Schauspiel kommende Lazar sei die erste Frau gewesen, die beim Berliner Fernsehen die gläserne Decke durchbrochen und als Moderatorin der “Abendschau” Geschichte geschrieben habe.

KW 09/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. Wie staatsfern sind die Rundfunkräte?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 35:13 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit dem Journalisten Peter Stawowy über die Frage, wie unabhängig die Rundfunkräte der öffentlich-rechtlichen Sender wirklich sind. Anlass ist eine Studie von Stawowy, die zeige, dass entgegen dem Gebot der Staatsferne deutlich mehr Parteimitglieder in den Gremien sitzen als erlaubt. Klein und Stawowy diskutieren, warum Politikerinnen und Politiker überhaupt in den Rundfunkräten vertreten sind und was getan werden müsste, um Transparenz und echte Unabhängigkeit zu gewährleisten.

2. “Es braucht einen kühlen Kopf” – Rieke Havertz über den journalistischen Umgang mit Trump 2.0
(thisismedianow.podigee.io, Lukas Schöne, Audio: 46:39 Minuten)
Lukas Schöne hat sich mit der US-Korrespondentin Rieke Havertz über den journalistischen Umgang mit der neu gewählten US-Regierung unterhalten: “Was Neutralität bei der Berichterstattung über Trump bedeutet, wie das Weiße Haus die Arbeit von Journalist:innen stört und wo die Balance ist zwischen ständigem Alarmismus und leichtfertiger Verharmlosung.”

3. Die Medien im Zeitalter des Populismus
(youtube.com, Heinrich Wefing, Video: 1:49:51 Stunden)
Anlässlich der Wiederwahl Donald Trumps debattieren Anne Hähnig (“Zeit Online”), Peter Müller (Verfassungsrichter a.D.) und Maximilian Steinbeis (“Verfassungsblog”) unter der Moderation von Heinrich Wefing (“Zeit”) über die Rolle der Medien in Zeiten populistischen Aufbegehrens gegen etablierte Institutionen. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die klassischen Medien noch alle Bürgerinnen und Bürger erreichen und wie sie ihre demokratische Kontrollfunktion in einer fragmentierten Öffentlichkeit erfüllen können.

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4. Fehler im Journalismus und Politik: Helene Bubrowski über das Scheitern
(youtube.com, Maggie Herker, Video: 57:46 Minuten)
Maggie Herker spricht bei “Scheitern für Anfänger” mit der Journalistin und stellvertretenden Chefredakteurin von “TableMedia” Helene Bubrowski darüber, warum Politikerinnen und Politiker nur selten Fehler zugeben, und wie es um die politische Fehlerkultur bestellt ist. In dem Gespräch geht es um prominente Beispiele wie Armin Laschets Lacher im Hochwasserwahlkampf oder Anne Spiegels Urlaubsdebakel und die Rolle von Medien in solchen Situationen. Die beiden unterhalten sich auch über innerparteiliche Dynamiken, den Generationswechsel in der Politik und den Umgang mit Fehlern in der Ampelregierung.

5. Frauenhass im Internet
(wdr.de, Fabian May, Audio: 24:00 Minuten)
Das WDR5-Feature von Fabian May beschäftigt sich mit der Verbreitung von Frauenfeindlichkeit und Antifeminismus im Internet. May untersucht, wie rechtsextreme Ideologien und prominente politische Akteure frauenfeindliche Positionen verstärken und welche konkreten Folgen dieser Hass für Frauen und das gesellschaftliche Klima hat. Betroffene, Expertinnen und ein bekennender Frauenhasser kommen zu Wort, um Ursachen und Dynamiken dieser Entwicklung herauszuarbeiten.

6. Oliver Kalkofe: Nicht zu verblöden ist ein aktiver Prozess
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 26:55 Minuten)
Im Podcast “Läuft” spricht Alexander Matzkeit mit dem Komiker und Medienkritiker Oliver Kalkofe. Sie beleuchten, wie sich Kalkofes Humor im Laufe der Jahre verändert hat und wie er vermeiden will, ein typischer “alter weißer Mann” zu werden. Außerdem überlegen sie, wer Kalkofes Nachfolger werden könnte.

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