Suchergebnisse für ‘spiegel online’

Mohammed-Zeichnung, Deepfakes und Erinnerungskultur, Neue Meta-Abos

1. Wegen Mohammed-Zeichnung verhaftet
(taz.de, Wolf Wittenfeld)
Das türkische Satiremagazin “Leman” habe kürzlich “eine völlig harmlose Zeichnung von Mohammed, der im Himmel auf Moses trifft”, veröffentlicht. Daraufhin hätten am Montagabend Islamisten die Redaktion angegriffen, schreibt Wolf Wittenfeld: “Videos zeigen, wie eine aufgehetzte Menge am Montagabend mitten im Istanbuler Ausgehbezirk Beyoğlu schreiend und Steine werfend gegen ein Haus anstürmten, in dem sich die Redaktion von Leman befindet. Die Polizei war präsent, griff aber nicht ein. Stattdessen stürmten andere Polizisten die Redaktion, nahmen den Zeichner und drei weitere Mitarbeiter von Leman fest und besetzten das Gebäude.” Der Chefredakteur von “Leman” sagt, dass es sich nicht um eine Karikatur des Propheten Mohammed handele, sondern um eine zur Versöhnung aufrufende Zeichnung. Das Bild sei absichtlich falsch interpretiert worden.

2. Kartellamt erlaubt Verkauf von SWMH-Regionalzeitungen im Südwesten
(tagesspiegel.de)
Das Bundeskartellamt habe trotz eigener Bedenken den Verkauf mehrerer Regionalzeitungen der Südwestdeutschen Medienholding an die Neue Pressegesellschaft genehmigt. Damit entstehe in Baden-Württemberg ein klar dominierender Verlag. Kritiker wie der Deutsche Journalisten-Verband würden vor einer weiteren Medienkonzentration und dem möglichen Abbau journalistischer Arbeitsplätze warnen.

3. Ein kleiner Klick für Dich, ein großer Klick für Mark Zuckerberg
(digitalpolitik.ghost.io, Markus Beckedahl & Michael Kolain)
“Für 100 Euro Instagram werbefrei und der ganze Scheiß bleibt trotzdem?” Meta zwinge Nutzerinnen und Nutzer von Instagram und Facebook in der EU aktuell, entweder ein kostenfreies, aber datenbasiertes personalisiertes Werbemodell oder ein werbefreies Abo für 7,99 Euro im Monat abzuschließen. Der vorgebliche Grund sei der Digital Markets Act, der mehr Datenschutz und Wahlfreiheit schaffen soll. In der Praxis werde dies jedoch durch undurchsichtige Einwilligungsabfragen (“Pay or Consent”) untergraben.

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4. Wieviel Deepfake verträgt Erinnerungskultur?
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 28:29 Minuten)
Alexander Matzkeit spricht mit Deborah Schnabel, Direktorin der Bildungsstätte Anne Frank, über den Einsatz von sogenannten KI-Reenactments in Geschichtsformaten wie den “Deepfake Diaries” des ZDF. Das Gespräch kreist um die Fragen, wie solche Technologien sinnvoll gegen geschichtsrevisionistische Tendenzen eingesetzt werden können. Außerdem diskutieren die beiden darüber, wie Erinnerungskultur in einer vielfältigen Migrationsgesellschaft vermittelt werden kann.

5. ARD schützt ihre Inhalte vor KI
(verdi.de, Volker Nünning)
Die ARD habe beschlossen, KI-Anbietern wie OpenAI und Google zu verbieten, Inhalte ihrer Webseiten zum Training von KI-Systemen zu nutzen. Man habe deshalb einen technischen Nutzungsvorbehalt eingebaut. Ziel sei es, Regeln für die sachgemäße Nutzung öffentlich-rechtlicher Inhalte in KI-Anwendungen zu verhandeln. Kritiker würden jedoch warnen, dass dadurch die Auffindbarkeit der Inhalte leiden und der öffentlich-rechtliche Journalismus geschwächt werden könnte.

6. Was krabbelt da?
(npj.news)
Bei NPJ.news, der “zentralen Online-Plattform für Nonprofit-Journalismus im deutschsprachigen Raum”, werden regelmäßig innovative, gemeinwohlorientierte Journalismusprojekte vorgestellt. In der aktuellen Folge geht es um “Was krabbelt da?”, ein Projekt, das mit Kameratechnik und Künstlicher Intelligenz das Leben von Insekten dokumentiert und damit neue Erzählformen über Biodiversität schaffe. Ziel sei es, Aufmerksamkeit für das Insektensterben zu wecken und dessen Bedeutung für Klima und Ökosystem journalistisch greifbar zu machen.

RTL will Sky schlucken, Werbegelder für rechte Influencer, Whistleblower

1. RTL schluckt Sky Deutschland
(verdi.de, Günter Herkel)
Günter Herkel kommentiert den Versuch von RTL, den Bezahlsender Sky Deutschland zu übernehmen und damit zur Nummer drei im deutschsprachigen Streamingmarkt aufzusteigen, hinter Netflix und Amazon. Die Fusion solle RTL helfen, im Wettbewerb mit US-Plattformen zu bestehen, müsse aber noch von der EU-Kommission genehmigt werden. Herkel merkt kritisch an, dass die RTL-Mutter Bertelsmann durch die Abwicklung von Gruner + Jahr bereits zuvor journalistische Vielfalt geopfert habe.

2. Trump will Journalisten zur Offenlegung von Quellen drängen
(spiegel.de)
US-Präsident Donald Trump habe Journalistinnen und Journalisten von CNN und der “New York Times” mit Zwangsmaßnahmen gedroht, sollten sie ihre Quellen zu Berichten über US-Angriffe im Iran nicht offenlegen. In einem Fox-News-Interview habe Trump gesagt, seine Regierung werde Reporter zur Preisgabe ihrer Informanten drängen. Das sei ganz einfach: “Du gehst zum Reporter und sagst: Nationale Sicherheit, wer hat es dir gegeben? Das musst du tun, und ich vermute, wir werden so etwas tun.”

3. Haribo macht Kinder froh – und rechte Influencer ebenso
(taz.de, Jost Maurin)
Immer wieder würden große Unternehmen wie Haribo, FreeNow und die Investitionsbank Berlin unbeabsichtigt Werbung auf rechtsextremen YouTube-Kanälen schalten, was auf automatisierte Systeme wie Google Ads zurückzuführen sei. Das Problem: Die Werbung verschaffe den Kanälen nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch den Anschein gesellschaftlicher Akzeptanz und fördere so die Radikalisierung im Internet.

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4. Funke ver­kauft mit Lin­kla­ters acht Zeit­schrif­t­en­titel an Klambt
(lto.de)
Die Funke Mediengruppe verkaufe acht ihrer Zeitschriften, darunter Regenbogenblätter wie “Die Aktuelle” und “Das Goldene Blatt”, an die Mediengruppe Klambt. Damit setze Funke seine strategische Neuausrichtung fort, nachdem der Konzern zuvor prominente Titel wie “Brigitte” und “Gala” von RTL übernommen habe. Klambt übernehme auch 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Transaktion stehe jedoch noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Kartellbehörden.

5. Journalisten von Radio Free Europe freigelassen
(reporter-ohne-grenzen.de)
Wie die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) mitteilt, haben Russland und Belarus zwei Journalisten von Radio Free Europe nach mehrjähriger Haft freigelassen. RSF fordert weiterhin die Freilassung aller Medienschaffenden in Russland und Belarus, wo Dutzende Journalistinnen und Journalisten in Haft sitzen.

6. Zwei Jahre Hinweisgeberschutzgesetz – Whistleblowing bleibt eine Gratwanderung mit hoher Absturzgefahr
(whistleblower-net.de)
Das Whistleblower-Netzwerk nimmt einen aktuellen Fall zum Anlass, auf eine baldige Nachbesserung der Regelungen zum Hinweisgeberschutzgesetz zu drängen: “Der aktuelle Fall zweier VW-Manager, der am 24. Juni 2025 vor dem Arbeitsgericht Braunschweig verhandelt wurde, verdeutlicht: Die praktische Umsetzung des Gesetzes wirft viele ungeklärte Rechtsfragen auf – mit potenziell gravierenden Folgen für Whistleblower.”

Aktionstag gegen Hass und Hetze, Quereinstiege, KI-Vereinbarung

1. Polizei geht bundesweit gegen strafbare Onlinepostings vor
(spiegel.de)
Am Mittwochmorgen hätten bundesweite Polizeirazzien wegen potenziell strafbarer Postings im Internet stattgefunden, bei denen 65 Wohnungen durchsucht worden seien. Den Beschuldigten werde unter anderem Volksverhetzung, Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole sowie Aufrufe zu Straftaten und Mord vorgeworfen. Die Mehrheit der Fälle könne dem rechten Spektrum zugeordnet werden. Die Maßnahmen seien Teil eines regelmäßigen Aktionstages des Bundeskriminalamts.

2. Wie Trumps Gesetze den Journalismus verändern
(infosperber.ch, Daniela Gschweng)
Wie Daniela Gschweng berichtet, hätten die Gesetze der Trump-Regierung den Umweltjournalismus in den USA stark verändert und erschwert. Die Umweltreporterin Kiley Bense aus Pennsylvania beschreibe, dass durch Kürzungen, gestrichene Forschungsprojekte und verschwundene Webseiten wichtige Quellen und Daten fehlen würden. Die Kommunikation mit Behörden sei deutlich schwieriger geworden; zudem habe sich ihr Schwerpunkt aufgrund der häufigen Eilmeldungen von lokalen hin zu nationalen Themen verschoben. Dadurch bekämen wichtige lokale und regionale Umwelt- und Klimathemen weniger Aufmerksamkeit.

3. Spurwechsel: Neue Quereinstiege in den Journalismus
(dfjv.de, Gunter Becker)
Gunter Becker berichtet über das Programm “Voices of Brandenburg”, das neue Quereinstiege in den Journalismus ermögliche. Zielgruppe seien Menschen, die keinen akademischen Hintergrund oder keinen direkten Zugang zu journalistischen Netzwerken haben. Becker beschreibt am Beispiel ehemaliger Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie das Programm praxisnahes journalistisches Wissen vermittelt, die persönliche Entwicklung fördert und letztlich einen erfolgreichen Einstieg in den Journalismus ermöglichen kann.

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4. “Wir müssen alte Zöpfe abschneiden”
(thisismedianow.podigee.io, Lukas Schöne, Audio: 42:18 Minuten)
In seinem Podcast “This Is Media Now” unterhält sich Lukas Schöne mit Christian Milling, der sich selbst als “Radio-Wahnsinnigen” bezeichne, darüber, wie Lokalradio in ländlichen Regionen zukunftsfähig bleiben kann. Milling berichtet von seinen Erfahrungen mit Projekten wie dem “Ahrtalradio” und kritisiert bestehende Infrastrukturen und Monopolstellungen bei der Radioverbreitung. Außerdem fordert er innovative technische Lösungen, um Lokalradio kosteneffizient und flexibel gestalten zu können.

5. Honduras: Gefahr für Medienschaffende
(verdi.de, Knut Henkel)
Die Situation für Medienschaffende im zentralamerikanisches Staat Honduras sei äußerst bedrohlich. Der Journalist Javier Antonio Hércules sei beispielsweise trotz staatlichen Schutzes von Auftragskillern getötet worden. Die honduranische Regierung werde dafür kritisiert, dass sie gegen Gewalt an Journalistinnen und Journalisten kaum wirksam vorgehe und Aufklärung oft verschleppt werde. Insgesamt fehle es an effektivem Schutz und Aufklärung, was Täter ermutige und die Gefahr weiter erhöhe.

6. Schauspiel-Gewerkschaft und Netflix einigen sich auf KI-Regeln
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Die Schauspielgewerkschaft BFFS habe sich mit Netflix darauf geeinigt, wie Künstliche Intelligenz (KI) bei der Schauspiel- und Synchronarbeit eingesetzt werden darf. Schauspielerinnen und Schauspieler müssten künftig der KI-Nutzung ausdrücklich und schriftlich zustimmen, etwa wenn ihre Stimme oder ihr Aussehen digital verändert oder nachgebildet werden soll. Die Vereinbarung garantiere, dass KI-Technologie nur unter Einhaltung der Persönlichkeits- und Urheberrechte verwendet wird.

“Compact”-Verbot aufgehoben, Gaza und die Medien, Wissenschaft to go

1. Compact-Verbot aufgehoben
(reporter-ohne-grenzen.de)
Das Bundesverwaltungsgericht hat das von Ex-Innenministerin Nancy Faeser initiierte Verbot des rechtsextremen “Compact”-Magazins aufgehoben. Anja Osterhaus, Geschäftsführerin der Organisation “Reporter ohne Grenzen”, kommentiert: “Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts bestätigt: In einer Demokratie müssen die verbrieften Grundrechte berücksichtigt werden – auch, wenn es angesichts extremistischer und rassistischer Inhalte eines Mediums schwer fällt, das zu akzeptieren”.
Weiterer Lesehinweis: Wer sich für die juristischen Hintergründe interessiert, wird bei “Legal Tribune Online” fündig: Darum wurde das “Com­pact”-Verbot auf­ge­hoben (lto.de, Markus Sehl & Panos Athanasiadis).
Und noch ein Hörtipp in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator: “Faesers Versuch war juristisch wacklig und politisch schlecht vorbereitet. Jetzt steht nicht Compact am Pranger, sondern der Rechtsstaat selbst. Und das ist nicht nur eine juristische Niederlage, das ist eine Bankrotterklärung, das ist brandgefährlich. Denn Compact hat jetzt eine Art juristische TÜV-Plakette. Und die wird das Magazin nutzen, um fleißig weiter an den Grundfesten der Republik zu sägen.” (radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:06 Minuten)

2. Rechtes Rauschen im Blätterwald
(verdi.de, Claudia Krieg)
Wie Claudia Krieg berichtet, gebe es derzeit viel Bewegung in der Medienlandschaft der Neuen Rechten, wo Publikationen wie die “Junge Freiheit” und “Compact” eine große Reichweite erzielen und wichtige Sprachrohre der AfD seien. Dabei bestünden strategische Netzwerke und Kollaborationen, wodurch unterschiedliche rechtsextreme Zielgruppen gezielt angesprochen würden.

3. Gaza und die Medien: Versagt der Journalismus?
(youtube.com, Georg Restle, Video: 1:07:17 Stunden)
Die Berichterstattung über den Gaza-Krieg werfe einige Fragen auf: “Berichten Leitmedien zu zurückhaltend über die Kriegsverbrechen der israelischen Armee? Werden journalistische Kriterien der Idee der ‘Staatsräson’ untergeordnet? Werden Aussagen von Kriegsparteien zu wenig hinterfragt?” Darüber spricht “Monitor”-Leiter Georg Restle mit Nadia Zaboura, Kommunikationswissenschaftlerin und Medienkritikerin, und Tilo Jung, Politikjournalist und YouTuber.

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4. ARD startet senderübergreifendes Faktencheck-Netzwerk
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie Timo Niemeier bei “DWDL” berichtet, habe die ARD ein senderübergreifendes Faktencheck-Netzwerk gestartet, um stärker gegen “Fake News” und Desinformation vorzugehen. Unter Federführung des NDR sollen dabei Redaktionen der “Tagesschau”, der Landesrundfunkanstalten, der Deutschen Welle sowie des Deutschlandradios zusammenarbeiten, wofür auch personelle Verstärkungen erfolgt seien. Hintergrund für die Initiative sei die Entscheidung von Meta-Chef Mark Zuckerberg, die Zusammenarbeit mit unabhängigen Faktenprüfern in den USA zu beenden.

5. Wissenschaftsjournalismus to go
(npj.news)
Die “Riffreporter” hätten mit “Wissenschaftsjournalismus to go” ein gemeinwohlorientiertes Projekt gestartet, bei dem mithilfe von Künstlicher Intelligenz komplexe Artikel in kurze, alltagstaugliche Zusammenfassungen umgewandelt würden. Ziel sei es, Abonnentinnen und Abonnenten mit wenig Zeit Zugang zu anspruchsvollen Inhalten zu ermöglichen. Das Projekt werde durch den Innovationsfonds der Wissenschaftspressekonferenz mitfinanziert und soll die Zukunft des unabhängigen Wissenschaftsjournalismus sichern.

6. Influencer in Venezuela vor laufender Kamera erschossen
(spiegel.de)
Der venezolanische TikTok-Influencer Gabriel Jesús Sarmiento sei während eines Livestreams in seiner Wohnung erschossen worden. Zuvor habe er sich öffentlich gegen die kriminelle Bande Tren de Aragua und deren berüchtigten Chef Héctor Rusthenford Guerrero Flores positioniert.

Altersgrenze für Soziale Medien?, Verstärker-Effekte, Defensivmodus

1. Umfrage: Mehrheit für Zugang zu sozialen Medien erst ab 16
(t-online.de)
Laut einer aktuellen Umfrage befürworte eine Mehrheit der Deutschen eine Altersgrenze für Soziale Medien, wobei die meisten (57 Prozent) ein Mindestalter von 16 Jahren vorschlügen. Kritiker einer solchen Grenze, darunter der Deutsche Lehrerverband und Bundesbildungsministerin Karin Prien, würden eine starre Altersgrenze ablehnen und stattdessen stärkere Schutzmaßnahmen und Altersverifikationen fordern. Bislang fehle jedoch ein wirksamer Kontrollmechanismus, um bestehende Altersvorgaben im Internet konsequent umzusetzen.

2. So lassen sich ungewollte Verstärker-Effekte vermeiden
(belltower.news, Simone Rafael)
Simone Rafael wünscht sich, dass Medien bei der Berichterstattung über die AfD deren rechtsextreme Positionen klar benennen, kritische Einordnungen vornehmen und provokative Aussagen von Parteimitgliedern nicht unkommentiert übernehmen. Rafael plädiert dafür, Verstärker-Effekte für rechtsextreme Ideologie zu vermeiden, indem Redaktionen auf analytische, sorgfältig recherchierte Berichte setzen und sich nicht auf rein emotionale Reizthemen konzentrieren.

3. Leid dokumentieren, Leid erleben: Journalismus in Krisen- und Kriegsregionen
(youtube.com, Sarah Ulrich, Video: 1:01:36 Stunden)
Auf der Jahreskonferenz des Netzwerk Recherche gab es ein Panel über Journalismus in Krisen- und Kriegsregionen. Unter der Leitung von Moderatorin Sarah Ulrich sprechen Emran Feroz (Journalist und Reporter), Rabea Stückemann (Autorin und Producerin) sowie Sophia Maier (Journalistin und Kriegsreporterin) über die besonderen Herausforderungen der Arbeit “im Spannungsfeld zwischen journalistischer Genauigkeit und persönlicher Betroffenheit”.

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4. Des KI-Kaisers neue Kleider: Warum wir aus dem Defensivmodus rausmüssen
(npj.news, Stephan Weichert)
Stephan Weichert betont in seinem Debattenbeitrag, dass Künstliche Intelligenz (KI) bereits heute unverzichtbarer Teil unseres Alltags und besonders im Journalismus angekommen sei, jedoch auch große Risiken mit sich bringe. Er fordert, dass Journalistinnen und Journalisten offen und ehrlich über die Folgen und Herausforderungen durch KI sprechen und aktiv mitgestalten müssten, anstatt nur zu reagieren. Guter, resilienter Journalismus sei entscheidend, um demokratische Werte zu sichern und negativen Effekten der KI entgegenzuwirken.

5. Das sind die am meisten verbreiteten «Fake News» in der Schweiz
(fairmedia.ch, Tobias König)
“Fairmedia” berichtet, dass in der Schweiz in den vergangenen Jahren am häufigsten Falschnachrichten zu Corona, Donald Trump und dem Krieg in der Ukraine verbreitet worden seien. Besonders populäre “Fake News” seien ein Video von Daniele Ganser über die Ukraine, falsche Behauptungen des Anwalts Philipp Kruse zum WHO-Pandemievertrag und Verschwörungserzählungen über den rumänischen Politiker Călin Georgescu.

6. Trump will Frist zum Verkauf von TikTok um weitere 90 Tage verlängern
(spiegel.de)
US-Präsident Donald Trump plane, die Frist für den Verkauf des US-Geschäfts der Videoplattform TikTok durch den chinesischen Mutterkonzern ByteDance erneut um 90 Tage zu verlängern. Hintergrund sei ein Gesetz der USA, das einen Verkauf erzwinge, da ByteDance vorgeworfen werde, TikTok für chinesische Spionage zu nutzen. Trump wolle durch den Verkauf verhindern, dass TikTok in seinem Land abgeschaltet wird, weshalb dies bereits die dritte Fristverlängerung wäre.

Nachrichtenvermeidung, Falsche Todesnachricht, Verurteilungen

1. Mehr als zwei Drittel der Menschen meiden Nachrichten
(spiegel.de)
Dem “Digital News Report 2025” des Reuters Institute zufolge meiden inzwischen 71 Prozent der Internetnutzerinnen und -nutzer gelegentlich Nachrichten, um ihr mentales Wohlbefinden zu schützen: “Das mit Abstand wichtigste Motiv der Nachrichtenvermeidung stellen demnach die negativen Auswirkungen der Nachrichten auf die eigene Stimmung (48 Prozent) dar. 39 Prozent der Menschen, die Nachrichten vermeiden, geben an, dass zu viel über Kriege und Konflikte berichtet wird und dass sie von der Menge an Nachrichten erschöpft sind.”

2. Aufregung wegen Fake-Todesmeldung: Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek lebt
(tagesspiegel.de, Gerrit Bartels)
Einige Medien und Nachrichtenportale hätten ungeprüft eine Meldung eines offensichtlichen Fake-Accounts über den vermeintlichen Tod der österreichischen Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek übernommen. Jelinek betonte, dass es bereits das zweite Mal sei, dass sie fälschlich für tot erklärt worden sei, und bestätigte, dass sie sehr wohl am Leben sei. Auch Jelineks Verlag Rowohlt dementierte die Todesmeldung offiziell als “Fake”.

3. Ein kleiner Schritt Richtung Gerechtigkeit
(taz.de, Christian Jakob)
Christian Jakob berichtet über ein Urteil gegen zwei Männer, die nach Überzeugung des zuständigen Gerichts am Mord an der maltesischen Investigativ- und Enthüllungsjournalistin Daphne Caruana Galizia beteiligt gewesen sind. Sie “sollen den Sprengstoff für das Autobomben-Attentat beschafft haben und wurden vom Gericht deshalb zu lebenslanger Haft verurteilt.” Caruana Galizia wurde 2017 getötet, und die Indizien dafür seien erdrückend, dass der Mord “mit ihren Recherchen gegen ­ranghohe Mitglieder der Regierung von Ex-Premierminister Joseph Muscat zusammenhängt.” Sie hatte vielfach über Korruption im Umfeld der sozialdemokratischen Regierungspartei Maltas berichtet. Daphne Caruana Galizias Familie sagte nach der Gerichtsentscheidung: “Wir hoffen, dass das heutige Urteil einen Schritt auf dem Weg darstellt, die Welt für Journalisten sicherer zu machen”.

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4. Südkorea: Journalismus als demokratischer Watchdog während des Kriegsrechts
(de.ejo-online.eu, Chansouk Kim)
Laut dem Medienwissenschaftler Chansouk Kim habe die Verhängung des Kriegsrechts in Südkorea im Jahr 2024 durch den damaligen Präsidenten Yoon Suk Yeol den Journalismus des Landes vor gewaltige Herausforderungen gestellt. Trotz angeordneter Zensur hätten viele südkoreanische Medien jedoch weiterhin kritisch berichtet und mit Echtzeit-Faktenprüfungen und Live-Übertragungen international Anerkennung erlangt.

5. Ehemalige Geschäftsführerin Sigrun Albert sagt: Der BDZV ist nicht ramponiert
(kress.de, Marcus Schuster)
Marcus Schuster hat für “kress pro” mit Sigrun Albert, der neuen Geschäftsführerin des Verlags Nürnberger Presse, über deren Pläne für die digitale Transformation des Medienhauses gesprochen. In dem Interview erklärt Albert, warum sie nach gut zwei Jahren als Hauptgeschäftsführerin den Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) verlassen hat, und betont dabei die Bedeutung ihrer dort gesammelten Erfahrungen im Bereich Lobbying. Albert weist zudem die Kritik zurück, der BDZV sei aufgrund interner Konflikte und Austritte geschwächt.

6. Printausgabe wird per Ende Jahr eingestellt
(persoenlich.com)
Die Schweizer Gratiszeitung “20 Minuten” werde zum Jahresende ihre Printausgabe einstellen und ab dann vollständig auf digitale Angebote setzen. Als Folge würden bis zu 80 Vollzeitstellen gestrichen. Zudem werde man die Redaktionen aus der Deutsch- und der Westschweiz zu einer Redaktion zusammenlegen und einige Regionalbüros schließen. Gewerkschaften sähen darin eine Gefahr für die Medienvielfalt in der Schweiz.

Amoklauf-Videos, Angriff auf Journalistin, Prozessauftakt

1. Medienethikerin Paganini: Videos in Medien vom Amoklauf in Graz “inakzeptabel”
(derstandard.at, Oliver Mark)
Die Medienethikerin Claudia Paganini kritisiert die Veröffentlichung von Videos, die den Amoklauf in Graz zeigen, durch die Redaktionen von Krone.at und oe24.at als medienethisch und medienrechtlich “inakzeptabel”. Die Portale hätten die Ängste der betroffenen Schülerinnen und Schüler für Klicks instrumentalisiert. Paganini bemängele zudem die fehlende Kontextualisierung sowie die Gefahr zusätzlicher Traumatisierungen. Der österreichische Presserat habe bereits Beschwerden gegen diese Berichterstattung erhalten.

2. Australien empört über Angriff auf Journalistin in Los Angeles
(tagesspiegel.de)
Die australische Journalistin Lauren Tomasi sei beim Berichten über die Proteste in Los Angeles, die sich gegen die US-Einwanderungspolitik richten, von einem Gummigeschoss der Polizei getroffen worden, obwohl sie als Pressevertreterin zu erkennen gewesen sei. Australiens Premierminister Anthony Albanese habe den Vorfall verurteilt: “Wir finden es inakzeptabel, dass das passiert ist, und denken, dass die Rolle der Medien besonders wichtig ist”.

3. Warten auf die “Blatt­schüsse”
(lto.de, Markus Sehl & Felix W. Zimmermann)
“Durfte das BMI das rechtsextreme Compact-Magazin verbieten? Wurde die Pressefreiheit ausreichend berücksichtigt? Was ist verfassungsfeindlich, was politisch legitime Kritik?” Bei “Legal Tribune Online” berichten Markus Sehl und Felix W. Zimmermann über den Prozessauftakt vor dem Bundesverwaltungsgericht, bei dem zentrale medien- und verfassungsrechtliche Fragen zum staatlichen Verbot des “Compact”-Magazins verhandelt werden. Dabei gehe es insbesondere um die Frage, ob das Vereinsrecht ein legitimes Instrument darstellt, um ein journalistisches Medium dauerhaft zu verbieten, oder ob mildere Alternativen ausreichend sind.

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4. Zwei Männer wegen Beihilfe zu Mord an maltesischer Journalistin verurteilt
(spiegel.de)
Auf Malta seien rund acht Jahre nach dem Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia zwei Männer wegen Beihilfe zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden, da sie die Autobombe geliefert hatten, mit der Galizia 2017 ermordet wurde. Der mutmaßliche Auftraggeber des Mordes, der Geschäftsmann Yorgen Fenech, stehe noch vor Gericht. Ihm werde vorgeworfen, den Mord in Auftrag gegeben zu haben, um Daphne Caruana Galizia und ihre Enthüllungen zum Schweigen zu bringen.

5. ARD-Nachrichtentag: Mehr Transparenz
(verdi.de, Claudia Krieg)
In ihrem Beitrag berichtet Claudia Krieg über den “ARD-Nachrichtentag”, bei dem bundesweit Regionalredaktionen ihre Türen öffneten und vor allem jungen Menschen ermöglichten, hinter die Kulissen der Nachrichtenproduktion zu schauen und daran aktiv mitzuwirken. Ziel sei es gewesen, mehr Transparenz zu schaffen, Vertrauen gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu stärken und dessen Bedeutung für eine unabhängige, demokratische Berichterstattung zu verdeutlichen.

6. Leuchtturm 2025 an Robert Pausch für Enthüllung der “Operation D-Day”
(netzwerkrecherche.org)
Wie das Netzwerk Recherche (NR) bekanntgibt, erhält “Zeit”-Journalist Robert Pausch die Auszeichnung “Leuchtturm 2025” für seine investigative Recherche “Das liberale Drehbuch für den Regierungssturz” (nur mit Abo lesbar), in der er aufdeckte, wie die FDP im Jahr 2024 ihren Ausstieg aus der Ampelkoalition gezielt vorbereitet hatte. Pausch habe in seinem Bericht anhand vertraulicher Dokumente und Insider-Gespräche detaillierte Einblicke in die strategischen Überlegungen und internen Spannungen innerhalb der FDP gegeben, wodurch die Hintergründe des Koalitionsbruchs nachvollziehbar geworden seien. Der Preis werde am 13. Juni auf der NR-Jahreskonferenz verliehen.

Entscheidung über “Compact”, Julian Reichelt, Authentische Kunstfigur

1. Worum es bei der Entscheidung über Compact geht
(tagesschau.de)
Voraussichtlich diese Woche entscheidet das Bundesverwaltungsgericht darüber, ob das rechtsextreme Magazin “Compact” verboten werden darf. Ein erstes Verbot, das 2024 vom Bundesinnenministerium ausgesprochen wurde, wurde anschließend gerichtlich vorläufig ausgesetzt. Wann und warum wurde “Compact” verboten? Warum wurde der Vollzug des Verbots ausgesetzt? Und wie argumentiert “Compact”? Ein FAQ hat die Antworten auf die wichtigsten Fragen zu dem Fall zusammengestellt.

2. Mr. Reichelt geht nach Washington
(tagesspiegel.de, Philipp Blanke)
Julian Reichelt, ehemaliger “Bild”-Chefredakteur und aktueller Leiter des rechtsgerichteten Portals “Nius”, war überraschend beim Treffen von Bundeskanzler Friedrich Merz und US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus anwesend, offenbar auf Einladung der US-Seite. Im Internet sei spekuliert worden, Reichelt könnte bewusst eingeladen worden sein, um durch eine provokante Frage einen Eklat bezüglich deutscher Innenpolitik, insbesondere im Hinblick auf die AfD, auszulösen.

3. »Reichinnek macht das ähnlich wie Söder«
(spiegel.de, Marc Röhlig)
Der Social-Media-Experte Fabian Grischkat hat mit dem “Spiegel” darüber gesprochen, wie Politikerinnen und Politiker in Sozialen Medien erfolgreich sein können, indem sie bewusst eine authentische Kunstfigur inszenieren. Als Beispiele nennt er Markus Söder, der mit Burger-Selfies seine Zielgruppe anspricht, und Heidi Reichinnek, die dies mit Tanzvideos tut. Beide gäben dabei nicht zu viel Privates preis. Grischkat warnt jedoch davor, politischen Erfolg allein auf viralen Content zu stützen.

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4. Tagesschau schreibt rechte Desinfo-Kampagne über EU-NGOs ab
(volksverpetzer.de, Thomas Laschyk)
Thomas Laschyk kritisiert beim “Volksverpetzer”, dass tagesschau.de unkritisch eine rechte Desinformationskampagne der “Welt” übernommen habe, die bereits widerlegte Vorwürfe gegen EU-geförderte Umwelt-NGOs verbreite. Laut Laschyk inszeniere die “Welt” eine angebliche Verschwörung, in der die EU-Kommission NGOs heimlich für Lobbyarbeit bezahle, obwohl Recherchen längst nachgewiesen hätten, dass die Förderung transparent und legal erfolge.

5. Politische Interviews im Deutschlandfunk
(deutschlandfunk.de, Sören Brinkmann, Audio: 19:30 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” wird der Eindruck eines Hörers aufgegriffen, dass “die Priorität von Interviews oft darin bestehe, Aussagen zuzuspitzen und zu verkürzen”. Es diskutieren DLF-Hörer Johann Banzhaf und DLF-Redakteur Dirk Müller.

6. Urteil: Smartphone-Aufnahmen des Tagesgeschehens genießen Urheberrechtsschutz
(heise.de, Stefan Krempl)
Wie Stefan Krempl bei “heise online” berichtet, habe das Landgericht Frankfurt entschieden, dass auch einfache Smartphone-Aufnahmen von Tagesereignissen wie Naturkatastrophen urheberrechtlich geschützt sind, selbst wenn der künstlerische Anspruch fehlt. Das ausschließliche Nutzungsrecht liege damit grundsätzlich beim Ersteller oder demjenigen, dem die Rechte übertragen worden seien.

Springer baut ab, Schweizer Medien, Demokratie stumm geschaltet

1. Alles auf dem Prüfstand: Axel Springer baut über Hundert Stellen ab
(kress.de, Marc Bartl)
Im Zuge einer Neuausrichtung und Umstrukturierung plane der Springer-Konzern, rund ein Drittel der Stellen in seiner Holding zu streichen. Konkret sollen die bisher etwa 380 Stellen auf 250 reduziert werden. Die Holding, die zentrale Steuerungsfunktionen des Konzerns übernimmt, solle damit deutlich verschlankt werden. Die Redaktionen, etwa die von “Bild” oder “Welt”, seien von den Kürzungen nicht betroffen.

2. Kriminalität nicht mit Migration verknüpfen
(verdi.de, Bärbel Röben)
Bärbel Röben kritisiert im Verdi-Medienmagazin “M”, dass Medien und Politik Kriminalität zunehmend mit Migration verknüpfen und damit rechtsextremen Deutungsmustern Vorschub leisten würden. Berichterstattungspraktiken und Polizeikommunikation hätten sich seit der Kölner Silvesternacht 2015/2016 verändert. Dies äußere sich insbesondere durch häufigere Herkunftsnennungen, was ein verzerrtes Bild erzeuge. Röben warnt davor, die komplexen Ursachen von Gewalt nur auf die Herkunft zu reduzieren, und fordert, Kriminalität differenzierter zu betrachten.

3. Wie digital unabhängig sind die Schweizer Medien unterwegs? Spoiler: Fast null
(dnip.ch, Adrienne Fichter)
Adrienne Fichter blickt auf die weitreichende Abhängigkeit Schweizer Medienhäuser von US-amerikanischen Tech-Konzernen wie Google und Microsoft, sowohl bei der redaktionellen Infrastruktur als auch durch Förderprogramme. Dies gefährde die digitale Souveränität und den Quellenschutz. Nur wenige Redaktionen wie die der “WOZ” oder des “WAV”-Recherchekollektivs hätten laut Fichter auf eigenverwaltete europäische Lösungen gesetzt.

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4. Demokratie auf stumm geschaltet: Das EU-Medienrecht trifft auf harte Realität
(de.ejo-online.eu, Marius Dragomir)
Eine neue Studie warne, dass viele EU-Länder trotz des europäischen Medienfreiheitsgesetzes anfällig für politischen Einfluss auf Medien seien. Besonders problematisch sei der Missbrauch von öffentlichen Werbegeldern und die Konzentration von Medieneigentum in wenigen Händen. Die Studie fordere von der EU entschlossenes Handeln, um Medienregulierungen durchzusetzen.

5. Reichweitenmessung: Müssen wir mit dem Flickenteppich leben?
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Uwe Mantel berichtet bei “DWDL” über die Diskussion zur Zukunft der Reichweitenmessung, in der sich Experten einig zeigen, dass die klassische TV-Quote am Morgen danach nicht mehr ausreiche und neue Messgrößen nötig seien. Trotz Fortschritten bleibe die Reichweitenmessung fragmentiert, da internationale Streaming- und Social-Media-Plattformen eigene und kaum vergleichbare Metriken nutzen würden.

6. TikTok leitet #skinnytok-Anfragen auf Hilfeseite für Essstörungen um
(spiegel.de)
TikTok leite Suchanfragen nach dem Hashtag #skinnytok nun auf eine Hilfeseite für Essstörungen um. Damit reagiere die Videoplattform auf Kritik aus der EU, die ihr vorwerfe, ungesunde Schönheitsideale zu fördern. Zuvor hatte der Hashtag Inhalte mit Abnehmtipps und extrem schlanken Körperbildern gezeigt, die Essstörungen verharmlosen oder verherrlichen könnten.

Fake-“Bild”, RBB spart sich Sparen, (Kein) Interview mit Clint Eastwood

1. Aktivisten verteilen Fake-“Bild”-Zeitung in Supermärkten
(t-online.de)
Aktivisten der Klimagruppe “Neue Generation” sollen in Berliner Supermärkten gefälschte Ausgaben der “Bild”-Zeitung verteilt haben, um gegen die aus ihrer Sicht propagandistische Berichterstattung des Springer-Konzerns zu protestieren. Laut Polizei wurden dabei keine strafbaren Inhalte verbreitet, die Aktivisten hätten jedoch möglicherweise gegen das Hausrecht verstoßen. In der gefälschten Zeitung fordere die Gruppe Springer-Chef Mathias Döpfner zu einem Gespräch auf.
Zusätzlicher Lesehinweis zu einer weiteren Aktion der “Neuen Generation”: Neue Generation – alter Gegner: “Die Neue Generation startet eine Kampagne gegen den Springer-Konzern. Doch die Blockade einer Druckerei in Berlin kann die Polizei verhindern.” (taz.de, Erik Peter)

2. Österreichischer “Kurier” soll Interview mit Clint Eastwood erfunden haben
(tagesspiegel.de)
Hollywood-Star Clint Eastwood werfe der österreichischen Zeitung “Kurier” vor, ein Interview mit ihm zu seinem 95. Geburtstag erfunden zu haben. Eastwood sagt, er habe dieses Interview nie gegeben. Die Zeitung habe dies zunächst bestritten, jedoch später eingeräumt, dass die Autorin Elisabeth Sereda den Text aus mehreren älteren Gesprächen zusammengesetzt und nicht ein aktuelles Interview geführt habe. Obwohl Sereda ihre Darstellung verteidige, habe der “Kurier” die Zusammenarbeit mit ihr aufgekündigt.

3. RBB zieht ein paar seiner 150 Spar-Maßnahmen zurück
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Uwe Mantel berichtet bei “DWDL”, dass der RBB nach Kritik aus der eigenen Belegschaft einige seiner ursprünglich 150 Sparmaßnahmen zurückgezogen oder abgemildert habe, etwa bei der Kinder-Radiosendung “Ohrenbär” und den Radionachrichten. Intendantin Ulrike Demmer betone jedoch, dass das Gesamtziel, 22 Millionen Euro einzusparen, unverändert bestehen bleibe und weiterhin Strukturen und Abläufe beim öffentlich-rechtlichen Sender verschlankt werden sollen.

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4. RSF startet Fernsehsender mit Julia Nawalnaja
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat gemeinsam mit Julia Nawalnaja, der Witwe des in russischer Haft gestorbenen russischen Oppositionellen Alexej Nawalny, den neuen Fernsehsender “Russia’s Future” gestartet. Der Sender soll unabhängigen Journalismus und demokratische Werte fördern und Millionen Haushalte in Russland, in Europa, im Nahen Osten und in Afrika erreichen. Ziel sei es, Nawalnys Vermächtnis fortzuführen und die Pressefreiheit in Russland zu stärken.

5. Der Gerettete verramscht den Retter
(kontextwochenzeitung.de, Josef-Otto Freudenreich)
Josef-Otto Freudenreich berichtet bei “Kontext”, dass die Neue Pressegesellschaft aus Ulm, zu der unter anderem die Zeitung “Südwest Presse” gehört, von der Südwestdeutschen Medienholding (SWMH) die Mehrheit an den Stuttgarter Zeitungen übernehme und damit eine weitere Konzentration der Medienlandschaft erfolge. Die betroffenen Redaktionen seien schockiert, da sie weitere Einsparungen und einen Bedeutungsverlust befürchten würden. Der Ursprung der Probleme liege im kostspieligen Kauf der “Süddeutschen Zeitung” durch die SWMH im Jahr 2007, der zu finanziellen Schwierigkeiten und Sparzwängen geführt habe.

6. Nadia Zaboura – Verlorenes Medienvertrauen, gefährdete Demokratie?
(youtube.com, Nadia Zaboura, Video: 31:33 Minuten)
Auf der Digitalkonferenz re:publica hat Nadia Zaboura einen Vortrag über Nachrichtenjournalismus und Medienvertrauen gehalten: “Medienvertrauen ist der Kern demokratischer Gesellschaften. Entlang Grimme-nominierter Medienanalysen bietet dieser Vortrag eine umfassende Analyse der oft kritisierten deutschen Nahost-Berichterstattung – und zeigt wissenschaftsbasiert sieben Problemfelder, Exzellenz sowie konstruktive Auswege auf.”

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