Suchergebnisse für ‘spiegel online’

Politische Vokabeln, Fernspäher Franz, Kliemanns Sammelaktion

1. Warum sich Medien mit Schlagwörtern der Politik oft schwertun
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers & Pia Behme, Audio: 6:39 Minuten)
Sollten Medien in ihrer Berichterstattung Begriffe wie “Sondervermögen” oder “Tankrabatt” unhinterfragt übernehmen? Darüber hat sich der Deutschlandfunk mit zwei Journalisten unterhalten. Vor allem “FAS”-Redakteur Oliver Georgi kritisiert die Übernahme und kann das auf mehreren Ebenen begründen. Georgi hatte sich in seinem Buch “Und täglich grüßt das Phrasenschwein” bereits vor einigen Jahren mit der Sprache der Politik auseinandergesetzt und hört deshalb vielleicht besonders genau hin.

2. Fernspäher Franz
(kontextwochenzeitung.de, Josef-Otto Freudenreich)
“Minister Thomas Strobl könnte über einen Artikel stürzen, dessen Autor niemand nennt, obwohl er eine bekannt schillernde Figur ist. Warum ist das so, warum gerade er?” Josef-Otto Freudenreich stellt bei “Kontext” den Journalisten Franz Feyder vor, dessen Artikel Baden-Württembergs Innenminister Strobl die Karriere kosten könnte. Zum Hintergrund siehe auch: Auch Journalist beschuldigt (taz.de, Christian Rath).

3. Machen!
(journalist.de, Michel Abdollahi)
Der preisgekrönte TV-Journalist (“Im Nazidorf”) und Moderator Michel Abdollahi erzählt beim “journalist”, warum er den Onlinekanal das “Vierte Deutsche Fernsehen” gegründet hat, warum es lohnen kann zu scheitern, und warum es seiner Ansicht nach in nahezu allen jungen Formaten des öffentlich-rechtlichen Rundfunks an konservativen Stimmen fehlt.

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4. Investment in Fynn: Wie Influencer Kliemann rund 700.000 Euro in seinem Freundeskreis einsammelte
(correctiv.org, Gabriela Keller & Frederik Richter & Jonathan Sachse)
Der “Correctiv”-Redaktion liegen neue Details zum Geschäftsmodell des Influencers Fynn Kliemann vor, der unter anderem wegen seiner Masken-Geschäfte in die Kritik geraten war: “Nicht nur Caro Daur hat sich am Kliemannsland beteiligt. Bisher unbekannte E-Mails geben nun einen tieferen Einblick in die Geschäfte des Influencers: Sie legen nahe, dass mindestens 15 zum Teil prominente Personen den Kreativbauernhof unterstützt haben, darunter Joko Winterscheidt, Ina Müller und Severin Kantereit.”

5. ARD und ZDF bieten neue Tonspur “Klare Sprache” an
(tagesspiegel.de, Kurt Sagatz)
Das ZDF führt eine akustisch verbesserte Tonspur namens “Klare Sprache” ein. Der Sender wolle damit die Sprache deutlicher hervorheben und die Sprachverständlichkeit verbessern. Die ARD plane eine ähnliche Funktion. Kurt Sagatz erklärt, wie das Ganze funktioniert, und wie man die neue Tonspur aktiviert.

6. »Die Fernsehsender entscheiden, wann gespielt wird«
(spiegel.de)
Das Viertelfinale beim Tennisturnier French Open zwischen Rafael Nadal und Novak Đoković begann am Dienstagabend gegen 21 Uhr und endete um 1:15 Uhr am Mittwoch. Beide Spieler kritisierten die späte Terminierung, zeigten aber auch Verständnis: “Die Fernsehsender zahlen viel Geld, um diese späten Spiele zu haben. So macht das Turnier Geld und so machen auch die Spieler Geld”, so Rafael Nadal, der sich für die Zukunft eine “vernünftige Balance” zwischen allen Interessen wünscht.

Affenpocken-Eilmeldungen, Jubel über RB Leipzig, Symbolfotos

1. Messengerüberwachung dürfte an Deutschland scheitern
(spiegel.de)
In einer ersten Reaktion habe sich Bundesinnenministerin Nancy Faeser noch zustimmend zur Messengerüberwachung geäußert, das habe sich jedoch geändert: “Jede private Nachricht anlasslos zu kontrollieren, halte ich nicht für vereinbar mit unseren Freiheitsrechten”, so Faeser. Nachdem sich auch Justizminister Marco Buschmann und Digitalminister Volker Wissing skeptisch zum Vorhaben der EU geäußert hätten, zeichne sich ab, dass Deutschland dem Entwurf – zumindest in dieser Form – im Rat nicht zustimmen wird.

2. Zwischen Angst und Aufklärung
(deutschlandfunk.de, Pia Behme & Stefan Fries, Audio: 6:20 Minuten)
Die Berichterstattung über das Affenpockenvirus erinnere mit ihren alarmistischen Überschriften und den vielen Eilmeldungen an die ersten Tage der Corona-Pandemie. Dadurch fehle es an Aufmerksamkeit für wichtigere Aspekte, kritisiert die Wissenschaftsjournalistin Kathrin Kühn: “Es fühlt sich surreal an, dass so ein Affenpockenvirus eine riesige Aufmerksamkeit bekommt und die darunterliegenden Meta-Themen – die gelöst werden müssen, damit es nicht mehr zu etwas in der Form kommt – weniger Aufmerksamkeit bekommen.”

3. Wenn der mediale Jubel lauter ist als die Kritik
(uebermedien.de, Andrej Reisin)
Andrej Reisin kritisiert ARD und ZDF für die fehlende Aufarbeitung der Tricks, mit denen der Red-Bull-Konzern seinen Fußballableger RB Leipzig etabliert hat: “Dabei geht es um elementare Spielregeln der Demokratie, die gerade ARD und ZDF nicht egal sein dürfen. Zur Disposition steht nichts weniger als das Aushebeln von demokratischen Strukturen, die Etablierung des Regelbruchs und die eiskalte und brutale Durchsetzung knüppelharter Finanz- und Machtinteressen. Dafür wird die Realität zurechtgebogen, bis Wahrheit und Lüge ununterscheidbar sind.”

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4. Ermessungsspielraum beim Symbolfoto
(verdi.de, Felix von Koltermann)
Symbolfotos spielen bei den beim Presserat eingehenden Beschwerden nur eine untergeordnete Rolle, dabei komme ihnen in der journalistischen Praxis eine enorme Bedeutung zu. Felix Koltermann erklärt, was der Pressekodex zu dem Thema sagt, wo aus seiner Sicht nachjustiert werden müsste, und worin die Schwierigkeiten bestehen.

5. Mit Klarnamen im Netz diskutieren? Bitte nicht!
(tagesspiegel.de, Atila Altun)
Mit dem echten Namen an Online-Diskussionen teilzunehmen, halte nicht davon ab, Hass zu verbreiten, schreibt Atila Altun. Deshalb spricht er sich in seinem Kommentar beim “Tagesspiegel” gegen eine Klarnamenpflicht aus. Sie treffe zudem die Falschen und setze Menschen Risiken aus: “Es wird den Tätern zu einfach gemacht, Menschen zu dechiffrieren, einzuschüchtern und mundtot zu machen – so in der Regel das Ziel dieserart Angriffe.”

6. So klappt der Umzug auf Mastodon
(netzpolitik.org, Rahel Lang & Constanze Kurz)
Nach der Ankündigung des Tech-Milliardärs Elon Musk, Twitter kaufen zu wollen, gab es einen Ansturm auf das freie und dezentrale Netzwerk Mastodon. “Wie funktioniert Mastodon? Ist es eine Twitter-Alternative? Was ist das Fediverse? Und wie finde ich die passende Instanz?” – Rahel Lang und Constanze Kurz erklären, worauf zu achten ist, wenn man von Twitter rüberwechseln möchte.

Warburg-Warner Joffe dankt ab, Richtiges Signal, Auf Wahlparty

1. »Zeit«-Mitherausgeber Josef Joffe dankt ab
(spiegel.de)
Der “Spiegel” hat unlängst enthüllt, dass Josef Joffe, langjähriger Mitherausgeber der Wochenzeitung “Die Zeit”, einen mit ihm befreundeten Bankier vor Recherchen seiner eigenen Zeitung gegen das Geldhaus gewarnt hatte. Nun hätten Verleger und Mitherausgeber einvernehmlich entschieden, Joffes Mandat als Herausgeber bis zum Vertragsende ruhen zu lassen.

2. Mit Holocaustverharmlosern spricht man nicht
(tagesspiegel.de, Sebastian Leber)
Die “Leipziger Volkszeitung” habe sich geweigert, einen szenebekannten Holocaustverharmloser zu einer Diskussionsrunde über die lokale Verkehrspolitik einzuladen. Das sei nicht nur gut so, sondern dringend nötig, findet Sebastian Leber: “Einerseits als Signal, dass sich dieser Mann mit seinen Entgleisungen außerhalb des demokratischen Diskurses bewegt. Andererseits wäre Grell vermutlich clever genug, auch vermeintlich harmlose Sachthemen für seine Provokationen zu nutzen. In einem seiner Videos stellte er spöttisch die Frage: ‘Ist CO2 das neue Zyklon B?'”

3. Gute Ausbildung auch in schwierigen Zeiten
(verdi.de, Felix Koltermann)
Henriette Löwisch leitet die Deutsche Journalistenschule (DJS) in München, die jedes Jahr 45 ausgewählte Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten “für die ganze Vielfalt von Tätigkeiten in Online-, Print-, Radio- und Fernsehredaktionen” ausbildet. Felix Koltermann hat sich mit Löwisch unter anderem über die Journalismusausbildung unter Pandemiebedingungen, die neue Rolle des Wissenschaftsjournalismus sowie den Stellenwert der Fotografie in der DJS-Ausbildung unterhalten.

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4. Tag der Entscheidung naht
(djv.de, Hendrik Zörner)
Wer es noch nicht getan hat, sollte schnell noch die Petition der Reporter ohne Grenzen für den Wikileaks-Gründer Julian Assange unterschreiben, appelliert Hendrik Zörner vom Deutsche Journalisten-Verband: “Die britische Innenministerin muss den öffentlichen Druck spüren, muss begreifen, dass hier nicht ein paar Organisationen Amok laufen, sondern dass es ein Anliegen vieler Menschen ist, Julian Assange nicht auszuliefern.”

5. Ist die ARD in der Ukraine präsent genug?
(deutschlandfunk.de, Annika Schneider, Audio: 32:51 Minuten)
Der Deutschlandfunk (Dlf) lässt regelmäßig seine Hörerinnen und Hörer zu Wort kommen und stellt sich dabei auch deutlicher Kritik, etwa an den Öffentlich-Rechtlichen. Diesmal geht es um die Frage, ob die ARD ihre Fernsehreporterinnen und -reporter nach der russischen Invasion zu spät in die Ukraine geschickt hat. Über die Entscheidungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zur Entsendung von Korrespondententeams diskutiert ein Hörer mit der WDR-Chefredakteurin Ellen Ehni, der Osteuropa-Journalistin und ehemaligen Korrespondentin Gemma Pörzgen und Annika Schneider aus der Dlf-Medienredaktion.

6. “Sekt, Wein und Wasser: Ich glaube, alles ist hier möglich”
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz, Video: 3:44 Minuten)
Boris Rosenkranz hat sich einen Teilaspekt der Berichterstattung nur NRW-Wahl herausgepickt und daraus ein unterhaltsames Kurzvideo gemacht: “In Nordrhein-Westfalen wurde gewählt – und die Fernsehsender waren mit ihren Reporter:innen auf den Wahlpartys unterwegs. Was es da alles gab! ‘Schnitzlchen und Frikadellen’, Wein, Bier, sogar Wasser! Hammer.”

KW 17/22: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. Sam Dubberley: “Kriegsverbrecher haben Angst vor der Wahrheit”
(zeit.de, Daniel Erk, Audio: 38:57 Minuten)
Sam Dubberley war früher Fernsehjournalist in Krisengebieten. Heute dokumentiert er für die Organisation Human Rights Watch Kriegsverbrechen. Im “Zeit-Online”-Podcast “Frisch an die Arbeit” erzählt Dubberley, wie er dabei vorgeht, und erklärt den Verifikationsprozess: “Wir suchen die Bilder und Videos über Telegram, TikTok und Twitter und sichten Satellitenbilder. Das hilft uns, Beweise zu sammeln, die zeigen: Dort könnte es Kriegsverbrechen in der Ukraine gegeben haben.”

2. Wie gehen Journalisten mit Einschüchterungsklagen um?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 21:11 Minuten)
SLAPP ist die englische Abkürzung für strategische Klagen gegen öffentliche Beteiligung (Strategic Lawsuits Against Public Participation). Sie dienen dazu, Medienschaffende sowie Aktivistinnen und Aktivisiten einzuschüchtern und von ihrer Arbeit abzuhalten. Uwe Ritzer, Investigativ-Reporter bei der “Süddeutschen Zeitung”, ist selbst Betroffener einer derartigen Klage, die mit der Forderung von 78 Millionen Euro Schadensersatz verbunden war. Im Gespräch mit Holger Klein erklärt Ritzer, was es bedeutet, über Jahre juristisch drangsaliert zu werden.

3. Journalist & Podcaster Khesrau Behroz im Gespräch
(youtube.com, Alex Berlin, Video: 45:33 Minuten)
In einem Werkstattgespräch spricht Khesrau Behroz, Journalist, Autor und Podcast-Produzent, mit Schülerinnen und Schülern eines Berliner Gymnasiums über die Bedeutung der Medien für die Demokratie sowie über aktuelle Themen wie “Fake News”. Behroz ist vielen Zuhörern und Zuhörerinnen durch “Cui Bono” bekannt, seinen Podcast über Ken Jebsen.

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4. Inside medien: Hakan Tanriverdi
(anchor.fm, Lisabell Shewafera, Audio: 58:36 Minuten)
Wie kann ich mir den Arbeitsalltag eines Investigativreporters vorstellen? Journalistenschule oder Volontariat – was ist die bessere Entscheidung? Und wie wichtig ist Talent für den Beruf? Im “Inside-Medien”-Podcast spricht Lisabell Shewafera mit Hakan Tanriverdi, der als Reporter für Cyber- und IT-Sicherheit beim Bayerischen Rundfunk arbeitet.

5. Lorenz Maroldt über “Checkpoint” und Community
(turi2.de, Peter Turi, Audio: 48:56 Minuten)
Als Lorenz Maroldt 2014 beim “Tagesspiegel” einen Newsletter (“Checkpoint”) einführen wollte, wurde dies mit einiger Skepsis aufgenommen. Mittlerweile ist daraus ein Erfolgsprodukt geworden, dem viele weitere Newsletter folgten. Im Gespräch mit Peter Turi erzählt Maroldt, worauf es dabei ankommt, wie er den Wechsel des langjährigen “Tagesspiegel”-Kolumnisten Harald Martenstein zur “Welt” empfunden hat und welche Tipps er jungen Menschen gibt, die in den Journalismus wollen.

6. Hörbar Rust: Sabine Rückert
(ardaudiothek.de, Bettina Rust: Audio: 1:24:24 Stunden)
In der “Hörbar Rust” ist Sabine Rückert zu Gast. Rückert ist stellvertretende Chefredakteurin der “Zeit”, Mitherausgeberin des Magazins “Die Zeit – Verbrechen” und erfolgreiche Macherin des dazugehörigen Podcasts. In dem Gespräch geht es um das “homerische Lachen”, Rückerts Familiengeschichte, schulische Traumata und ihre dreißig Jahre bei der “Zeit”. Sabine Rückerts Tipp an junge Leute: “Wenn Du Dein Leben planst: Tue etwas, wofür Du wirklich brennst, was Dich erfüllt mit Haut und Haaren”.

Plagiatsvorwürfe gegen Döpfner, Post-Cookie-Zeitalter, Wetter

1. Experten erheben Plagiatsvorwürfe gegen Mathias Döpfner – auffällige Parallelen zu Text aus NS-Zeit
(buzzfeed.de, Marcel Bohnensteffen & Pia Seitler & Sabrina Hoffmann & Anna-Katharina Ahnefeld & Carolin Freytag)
Mathias Döpfner ist langjähriger Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE und Präsident des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger. Nun werfen ihm Plagiatsjäger Übereinstimmungen zwischen seiner Dissertation und einer Arbeit aus der Zeit des Nationalsozialismus vor. Der Deutsche Journalisten-Verband fordert Döpfner auf, die Vorwürfe aufzuklären: “Wenn der höchste Repräsentant der Verleger in diesem Land Anlass zu Zweifeln an seiner eigenen Glaubwürdigkeit und Integrität gibt, muss er das ausräumen.”

2. Wer zahlt, wenn die Werbung wegbricht?
(deutschlandfunkkultur.de, Audio: 16:03 Minuten)
Der Online-Journalismus fürchtet um sein Geschäftsmodell, denn mit personalisierter Werbung könnte es bald vorbei sein. Mit derartigen Anzeigen würden allein in Deutschland 3,5 Milliarden Euro pro Jahr umgesetzt. Europäische Datenschützer, aber auch Konzerne wie Apple hätten den dafür nötigen Cookies den Kampf angesagt. Deutschlandfunk Kultur hat sich mit Professor Christopher Buschow über die Entwicklung unterhalten, der sich unter anderem mit Innovationen bei der Finanzierung des digitalen Journalismus beschäftigt.

3. Hier ist Propaganda noch erlaubt
(taz.de, Reinhard Wolff)
“Das Nicht-EU-Land Norwegen hat sich in den vergangenen Monaten im Großen und Ganzen alle von Brüssel verhängten EU-Sanktionen gegen Russland zu eigen gemacht. Mit einer wichtigen Ausnahme: Oslo lehnt die Blockade russischer Propaganda-Kanäle ab. Sendungen von RT oder Sputnik können weiterhin frei empfangen werden.” Reinhard Wolff ordnet die Entscheidung Norwegens und deren Folgen ein.

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4. Wetter spielt verrückt
(journalist.de, Sebastian Pertsch & Udo Stiehl)
In der neuesten Ausgabe der “Floskel des Monats” beschäftigen sich Sebastian Pertsch und Udo Stiehl mit der Wetter-Besessenheit mancher Medien: “Sobald eine Naturgewalt nicht in den Biorhythmus des Club-Mate-Biedermeiers passt, bricht eine Welt zusammen. Dass das Wetter angeblich auch noch verrückt spiele, ist großer Quark. Denn das kann nur jemand behaupten, der/die die Basics von Wetter, Witterung und Klima in der Schule verpasst hat und die Konsument*innen für blöd verkaufen will.”

5. Trump scheitert mit Klage gegen seine Blockade bei Twitter
(spiegel.de)
Nach dem Sturm auf das Kapitol in Washington hatte Twitter den damaligen US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump von der Plattform verbannt, wogegen sich dieser juristisch zur Wehr setzte. Erfolglos, wie man inzwischen weiß: Ein Gericht in San Francisco hat Trumps Klage abgewiesen. Nun bleibt die Frage, ob sich der zukünftige Neu-Eigentümer Elon Musk möglicherweise einschaltet und Trump zurückholt.

6. Klatschpresse erzählt was vom Schumacher-Pferd
(uebermedien.de, Mats Schönauer)
Mats Schönauer ist der offizielle Regenbogenpressebeauftragte des medienkritischen Portals “Übermedien”. Dort ruft er regelmäßig zum “Schlagzeilenbasteln” auf: “Wir geben Ihnen eine Nachricht, und Sie versuchen zu erraten, welche Überschrift die Redaktionen daraus gestrickt haben. Bereit? Dann los!”

Lügen des Kreml, Peter Hahne schwurbelt, Song Contest

1. Die Lügen des Kreml
(taz.de, Inna Hartwich)
Warum glauben so viele Rus­sen und Russinnen ­die Kriegspropaganda des Kreml? Wer das verstehen will, müsse sich das dortige Mediensystem angucken, findet Inna Hartwich: “Die Gleichschaltung der Medien macht es den Menschen im Land nicht einfach, an unabhängige Informationen zu gelangen. Zumal Russlands Justiz alles dafür tut, den unabhängigen Nischenmedien den Garaus zu machen, indem sie nicht nur die Medien zum ‘ausländischen Agenten’ erklärt und ihnen dadurch die Werbekunden raubt, sondern auch einzelne Jour­na­lis­t*in­nen mit diesem ‘Etikett’ den Alltag erschwert.”

2. Jeder fünfte Deutsche glaubt Verschwörungsmythen zum Ukrainekrieg
(spiegel.de)
Eine Studie des Centers für Monitoring, Analyse und Strategie (Cemas) beschäftigt sich mit der Frage, ob und wie russische Desinformation und Verschwörungserzählungen rund um den Angriffskrieg in der breiten Bevölkerung in Deutschland wirken (Infotext: Von der Krise zum Krieg: Verschwörungserzählungen über den Angriffskrieg gegen die Ukraine in der Gesellschaft, Studie: PDF). Insgesamt stimme knapp ein Fünftel der Befragten verschwörungsideologischen Aussagen über den Krieg “eher” zu. Unter den Wählerinnen und Wählern der AfD sei die Bereitschaft, derartige Geschichten zu glauben, besonders groß.

3. Peter Hahne schwurbelt jetzt über Corona und Genderwahn
(t-online.de, Nils Kögler & Steven Sowa)
Als Moderator, Co-Leiter des Hauptstadtstudios und Verantwortlicher in der Programmdirektion bekleidete Peter Hahne über Jahrzehnte wichtige Positionen beim ZDF. Aus dem Nachrichtenmann von damals ist heute ein Meinungsmann geworden: “Der ehemalige ZDF-Moderator hat in den vergangenen Jahren eine drastische Wandlung vollzogen. Alles erinnert an Eva Herman, ehemals prominente Nachrichtensprecherin der ‘Tagesschau’, jetzt rechtspopulistische Verschwörungsideologin.” Nils Kögler und Steven Sowa haben ein Hahne-Event in einer Kleinstadt besucht und ihm beim Schimpfen zugehört.

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4. Bundeskartellamt kann Meta nun besser in die Schranken weisen
(netzpolitik.org, Alexandra Conrad)
Das Bundeskartellamt hat festgestellt, dass Facebooks Mutterkonzern Meta eine “überragende marktübergreifende Bedeutung” hat. Auf netzpolitik.org kommentiert Alexandra Conrad: “Das klingt zunächst wenig überraschend, hat aber spürbare Auswirkungen für die Wettbewerbshüter und den Konzern. Die Kartellbehörde hat so die Möglichkeit, Meta ‘wettbewerbsgefährdende Praktiken’ zu untersagen, etwa eine bevorzugte Behandlung eigener Angebote gegenüber denen von Wettbewerbern.”

5. “Karla” ist bald da
(kontextwochenzeitung.de, Anna Hunger)
Nach Plattformen wie “Rums” in Münster und “Relevanzreporter” in Nürnberg, will mit “Karla” ein weiteres unabhängiges Lokaljournalismus-Projekt an den Start gehen (vorausgesetzt, das Crowdfunding klappt). Anna Hunger erzählt, was sich die acht Gründerinnen und Gründer für das Portal für Konstanz vorgenommen haben.

6. Hat die Ukraine schon gewonnen? Zehn Antworten zum “Song Contest”
(rnd.de, Imre Grimm)
Nächstes Wochenende findet in Turin der “Eurovision Song Contest” (“ESC”) statt. Warum noch mal Italien als Austragungsort? Wird das der politischste “ESC” aller Zeiten? Welche politische Rolle hat Russland früher beim “ESC” gespielt? Und warum darf Deutschland trotz chronischer Erfolglosigkeit ins “ESC”-Finale? Imre Grimm beliefert uns mit dem notwendigen Partywissen rund um den “paneuropäischen Kindergeburtstag”.

König der Trolle, Kleinmütiges Ablenken, Lebendiger Spieleberater

1. König der Trolle: Was der Twitter-Kauf von Elon Musk bedeutet
(freitag.de, Aditya Chakrabortty)
“Elon Musk ist der König der Trolle im Zeitalter der Troll-Politik. Es ist an der Zeit, ihn nicht mehr zu füttern”, lautet der Appell von Aditya Chakrabortty, dessen “Guardian”-Kolumne beim “Freitag” in deutscher Übersetzung vorliegt: “Das Wichtigste, was man über Musk wissen muss, ist, dass er ein Troll ist. Wie alle Trolle legt er es darauf an, zu kränken und aus der Fassung zu bringen, allein mit dem Ziel, die Aufmerksamkeit der Welt zu bekommen. Dabei ist Musk im Trollen nicht nur besser als jeder andere. Es ist auch Teil seines Geschäftsmodells und der Art und Weise, wie er mit der Welt umgeht. Das aber macht seinen Twitter-Erwerb so gefährlich.”

2. “Ist die Lage wirklich so dramatisch?”
(journalist.de, Jürgen Overkott)
“Ich habe gelernt: Mit Vereinsberichterstattung ist kein Blumentopf zu gewinnen. Aber ohne sie kann ich den ganzen Garten verlieren.” Im “Journalist” erzählt Jürgen Overkott, Redakteur bei der “Westfalenpost”, warum er seinen Job als Alleinredakteur im sauerländischen Balve gerne macht, und dass Storytelling auch im Lokalen möglich ist. Ein überaus angenehmes, da sehr persönlich und authentisch klingendes Plädoyer für den Lokaljournalismus.

3. #gutgemeint
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
In der “Süddeutschen Zeitung” forderte Leonhard Dobusch eine Art öffentlich-rechtliches Twitter (nur mit Abo lesbar). Dem entgegnet nun Joachim Huber im “Tagesspiegel”: “Twitter & Co. wollen ihre Nutzer nicht ändern, sondern von ihnen gewinnbringend profitieren, indem sie Emotionen pushen, Vorurteile eskalieren lassen. Ein anderes, ein öffentlich-rechtliches Twitter wäre von alldem purifiziert. Mir fehlen Überzeugung und Fantasie, einen Erfolg zu prognostizieren, wenn der Programmauftrag auch im Netz als Erziehungsauftrag missverstanden wird.”

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4. Kleinmütiges Ablenken von eigenen Fehlern
(verdi.de, Jasper Prigge)
Jasper Prigge kritisiert den Umgang der Polizei mit Medienschaffenden auf einer Demonstration am vergangenen Wochenende in Berlin: “Von einer Behörde ist zu erwarten, dass sie sich für die Pressefreiheit einsetzt. Mahnende Worte gegenüber der Versammlungsleitung, die Berichterstattung zu gewährleisten oder sich zu mäßigen, sind auf den im Internet kursierenden Videos nicht zu sehen. Es ist kleinmütig, die Verantwortung im Nachhinein auf das Gesetz zu schieben, statt sich kritisch mit den eigenen Fehlern auseinanderzusetzen.”

5. Viele Podcasts für Grimme Online Award nominiert
(faz.net)
Unter den 27 für den Grimme Online Award nominierten Online-Angebote sind gleich acht Podcasts. In der Kategorie “Information” dominieren sie gar das Feld: “Nominiert für die Preise wurden dort die Audio-Produktionen ‘Cui Bono: WTF happened to Ken Jebsen?’ (Studio Bummens, NDR, RBB, K2H), ‘Breitscheidplatz’ (RBB, SWR), ‘Narcoland – Das Meth-Kartell im Dreiländereck’ (Aachener Zeitung, Aachener Nachrichten) und ‘Slahi – 14 Jahre Guantánamo’ (NDR).”

6. Medien können Tod von Mino Raiola nicht abwarten
(uebermedien.de, Frederik von Castell)
Viele Medien meldeten gestern den Tod von Mino Raiola, einem prominenten Spielerberater im internationalen Fußballzirkus. Doch Raiola ist gar nicht tot und kommentiert auf Twitter sarkastisch: “Aktueller Gesundheitszustand für alle, die sich wundern: Ich bin angepisst, weil sie mich zum zweiten Mal innerhalb von 4 Monaten umgebracht haben. Anscheinend kann ich mich wiederbeleben.” Frederik von Castell hat sich die Ausbreitungswege der Falschmeldung angeschaut und zeigt, wie (schlecht) die betroffenen Redaktionen mit ihrem Fehler umgehen.

Ohrfeige für SLAPPs, Mehr Frauen in Topjobs, Krawallmoderator

1. EU-Kommission will gegen Einschüchterung von Medienschaffenden vorgehen
(deutschlandfunk.de, Pia Behme & Sebastian Wellendorf)
“SLAPP” ist die englische Abkürzung für strategische Klagen gegen öffentliche Beteiligung (Strategic Lawsuits Against Public Participation). Sie dienen dazu, Medienschaffende sowie Aktivistinnen und Aktivisiten einzuschüchtern und von ihrer Arbeit abzuhalten. Nun hat die EU-Kommission einen Gesetzentwurf vorgelegt, der missbräuchliche Verfahren verhindert: “Wir haben versprochen, Journalisten und Menschenrechtsaktivisten besser gegen diejenigen zu verteidigen, die versuchen, sie zum Schweigen zu bringen”, so Věra Jourová, die Vizepräsidentin der Kommission.
Weiterer Lesetipp: Neues EU-Gesetz soll Journalist:innen schützen (netzpolitik.org, Alexander Fanta).

2. When in Doubt, Show Haut: Die sexistischen Bilder von OE24
(kobuk.at, Astrid Pozarek)
Astrid Pozarek hat sich für das Medienwatchblog “Kobuk” vier Monate lang jedes abgedruckte Foto der Boulevardzeitung “Österreich” angesehen. Es zeige sich, dass “Österreich” ein Problem mit sexistischen Bildern habe: “Symbolbilder von Frauen kommen in der Boulevardzeitung um ein Vielfaches öfter vor als von Männern – allerdings sind Frauen in diesen Bildern oft zum Objekt degradiert.”

3. Elon Musk muss Tweets über Tesla auch künftig absegnen lassen
(zeit.de)
Tech-Milliardär Elon Musk will den Kurznachrichtendienst Twitter übernehmen und zu einer “globalen Plattform für Redefreiheit” machen. Das ermöglicht ihm jedoch nicht jede Äußerung, wie ein New Yorker Gericht bestätigte. So muss sich Musk gemäß einer Vereinbarung mit der US-Börsenaufsicht SEC Tweets, die Einfluss auf Teslas Aktienkurs haben könnten, erst vom Unternehmen freigeben lassen. Für einen manipulierenden Tesla-Tweet war Musk von der SEC schon mit einer Strafe von 20 Millionen US-Dollar belegt worden.

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4. Mehr Frauen in Topjobs beim Rundfunk
(spiegel.de)
Die Initiative Pro Quote hat eine neue Studie zur Geschlechterverteilung in journalistischen Führungspositionen vorgelegt (PDF). Demnach können zwei Sender die Pro-Quote-Forderung von 50 Prozent Frauen in Führungspositionen erfüllen: der RBB und die Deutsche Welle. Bis auf den Hessischen Rundfunk und den Saarländischen Rundfunk hätten alle öffentlich-rechtlichen Sender einen “Frauenmachtanteil” von mindestens 40 Prozent erreicht.

5. Der Erklärer
(arminwolf.at)
Der österreichische Publizist und Moderator Paul Lendvai hat den renommierten Concordia-Preis für sein Lebenswerk erhalten. Armin Wolf hat die Laudatio auf Lendvai gehalten, der auch mit seinen 92 Jahren immer noch alle paar Wochen im österreichischen Fernsehen die Diskussionssendung “Europastudio” leitet.

6. Der Krawallmoderator ist zurück
(faz.net, Gina Thomas)
Großbritannien-Kennerin Gina Thomas erzählt von der Rückkehr des “Krawallmoderators” Piers Morgan ins britische Privatfernsehen. Medienmogul Rupert Murdoch habe Morgan bereits 1994 als Leiter eines Sensationsblatts installiert und nun für seinen Sender “TalkTV” zurückgeholt. Morgans selbsterklärte Mission sei es, die “Cancelkultur zu canceln, bevor sie unsere Kultur cancelt”. Da passt es ins Bild, dass er sich als prominenten Gesprächspartner für seine mediale Wiederauferstehung den US-amerikanischen Ex-Präsidenten Donald Trump ausgesucht hat.

Musk und die Folgen, Klimakrise, Clickbait mit Asteroiden

1. Elon Musk überschätzt Twitter – und unterschätzt dessen Nutzer
(spiegel.de, Patrick Beuth)
Beim “Spiegel” kommentiert Patrick Beuth das selbstbewusste bis breitbeinige Auftreten des wahrscheinlich neuen Twitter-Eigentümers Elon Musk: “Wer Twitter verändern will und dabei mit ‘ich’ anfängt, wird scheitern. Es war noch nie das Management, das Twitters Potenzial freigesetzt hat. Es waren immer die Nutzerinnen und Nutzer. Im Guten wie im Schlechten, im Brillanten wie im Bösartigen.”
Weitere Lesehinweise: Torsten Kleinz erklärt, ebenfalls beim “Spiegel”, wie die Twitter-Alternative Mastodon funktioniert, und Alexander Fanta führt bei netzpolitik.org aus, warum ein neues “Mega-Gesetz” der EU für Elon Musk zum Stolperstein werden könnte: Der EU droht die Kraftprobe mit Elon Musks Twitter.

2. “Kommt die Klimakrise nicht in der Tagesschau, kann es nicht so schlimm sein”
(tagesspiegel.de, Ruth Ciesinger)
Die Journalistin Sara Schurmann ist Mitbegründerin des Netzwerks Klimajournalismus Deutschland, das unlängst eine Klima-Charta veröffentlicht hat. Im Gespräch mit dem “Tagesspiegel” erklärt Schurmann, warum sie den Schritt für notwendig hält und wie guter Klimajournalismus aussieht.

3. Der Geschichtenerzähler
(journalist.de, Celine Schäfer)
“Kennt ihr das, euch fehl am Platz zu fühlen in einer Welt, in der alle klüger, gebildeter, besser und sowieso einfach krasser sind als ihr? Trotz Journalismus-Preisen und Job bei ‘Zeit Online’: Ganz aufgehört hat die Angst noch nicht.” Mit diesen Worten weist Manuel Stark bei Twitter auf einen Text im “journalist” hin, in dem er und seine Geschichte im Mittelpunkt stehen. Lesenswert, nicht nur für Menschen, die gelegentlich (oder fortwährend) unter dem Impostor-Syndrom leiden.

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4. Foto-Fail: Tamedia zahlt 8000 Euro für unerlaubte Bildveröffentlichung
(medienwoche.ch, Benjamin von Wyl)
Benjamin von Wyl berichtet von dem beschwerlichen Weg eines dänischen Fotografen, an das ihm zustehende Bildhonorar zu gelangen. Der Schweizer Medienkonzern Tamedia hatte Bilder des Fotografen ohne dessen Einverständnis veröffentlicht und lenkte erst ein, als der Fotograf nach unzähligen Versuchen der direkten Kontaktaufnahme den Vorgang publik machte.

5. Die beliebtesten Genres im Streaming
(blog.medientage.de, Petra Schwegler)
Das Berliner Unternehmen “JustWatch” ist eine internationale Film- und Seriendatenbank, die über die Online-Verfügbarkeit von Serien und Filmen Buch führt. Anhand der “JustWatch”-Daten reportiert Petra Schwegler die wichtigsten Erkenntnisse über die Sehgewohnheiten der letzten Zeit und fasst die Aussagen eines Experten-Talks zusammen.

6. “Riesiger Asteroid rast auf Erdumlaufbahn zu”
(scienceblogs.de/astrodicticum-simplex, Florian Freistetter)
Der Astronom und Wissenschaftsblogger Florian Freistetter ist über eine Schlagzeile des österreichischen Boulevardmedius “oe24” gestolpert, nach der ein “riesiger Asteroid” auf uns “zurase”. Freistetter kommentiert: “Korrekt wäre die Überschrift: ‘Typischer Asteroid fliegt mit typischer Geschwindigkeit durchs Weltall’. Aber damit kriegt man natürlich keine Clicks und kann keine Diskussionen in den sozialen Medien auslösen.”

Mis­sach­tete Unschulds­ver­mu­tung, Tesla und die Medien, Populismus

1. Bild-Zei­tung mis­sach­tete Unschulds­ver­mu­tung
(lto.de, Pauline Dietrich & Felix W. Zimmermann)
“Bild” hat über den Kronzeugen im Wirecard-Skandal, Oliver B., vorverurteilend berichtet und muss die entsprechende identifizierende Berichterstattung unterlassen, so eine Entscheidung des Landgerichts München. Laut dem “Legal Tribune Online” vorliegenden Urteil habe die “Bild”-Redaktion Grundsätze der Verdachtsberichterstattung missachtet, indem sie B. unter anderem als “Schlüsselfigur” darstellte, noch während das Ermittlungsverfahren lief.

2. Tesla und die Medien
(djv.de, Harald Stocker)
Das ZDF meldete unlängst, vom Elektroautobauer Tesla nicht zur Fabrikeröffnung in Brandenburg zugelassen worden zu sein, und sah einen Zusammenhang mit früherer kritischer Berichterstattung (siehe dazu: Kein Zutritt, sueddeutsche.de, Timo Posselt). Harald Stocker, Beisitzer im Bundesvorstand des Deutschen Journalisten-Verbands (DJV), hat Teslas irritierenden Umgang mit Medien bereits vor 13 Jahren zu spüren bekommen. Er kommentiert: “Wenn wir jetzt erleben, dass das ZDF nicht zur Eröffnungsfeier in Grünheide kommen darf, obwohl Kanzler, Bundeswirtschaftsminister, Ministerpräsident und Landesminister anwesend sind, dann sind wir als DJV gefragt. Wenn Unternehmen mit unseren Steuergeldern finanziert und von der Politik hofiert werden, dann haben diese sich auch an die demokratischen Spielregeln zu halten. Und wenn die höchsten Repräsentanten unseres Landes zu Veranstaltungen gehen, bei denen die Medien selektiv ausgewählt sind, dann müssen wir auch mal mit diesen Repräsentanten reden.”

3. Diese Hürden muss Elon Musk noch nehmen
(zeit.de, Lisa Hegemann)
Elon Musk will Twitter kaufen. Doch kann der reichste Mann der Welt die Übernahme finanzieren? Findet er genug Verbündete für sein Vorhaben? Und wie glaubwürdig ist sein Angebot überhaupt? Lisa Hegemann hat einen genaueren Blick auf den Fall geworfen.

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4. Schon entdeckt? Open Parliament TV
(verdi.de, Gunter Becker)
Gunter Becker erinnert an das Vorhandensein einer derzeit einzigartigen Rechercheplattform für Parlamentsdebatten: “Mit der Plattform Open Parliament TV, Suchmaschine und interaktive Videodatenbank für Parlamentsreden, bekommen Journalist*innen sozusagen einen permanenten virtuellen Sitzplatz auf der digitalen Besucher*innentribüne des Parlaments. Alle Plenarprotokolle und die zugehörigen Videoaufnahmen der Reden im Bundestag seit 2017 stehen dort online, sind nach Stichworten schnell auffindbar und bereits fertig zum Teilen, oder zum Einbinden in andere Online-Angebote.”

5. Großmeister fiktionaler Programme
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Der frühere ZDF-Fernsehfilmchef Hans Janke ist gestorben. In seinem Nachruf erinnert Joachim Huber an den Medienmacher, der unzählige populäre Formate umsetzen ließ wie “Derrick”, “Der Alte”, “Ein Fall für zwei”, “Bella Block”, “Aktenzeichen XY … ungelöst” sowie den “Fernsehfilm der Woche”.

6. “Mario Barth deckt auf!” (RTL): Populismus im Comedy-Format
(fr.de, Moritz Post)
Moritz Post analysiert die RTL-Show “Mario Barth deckt auf!”, in der es um Fälle angeblicher Steuerverschwendung geht. Posts Fazit: “Man agitiert in der Sendung gegen die Strukturen der demokratisch legitimierten Verwaltung der öffentlichen Hand und fordert nichts anderes, als den kapitalistisch-marktorientierten schmalen Staat. Das ist einfach. Das ist billig. Und damit macht man sich zum Handlanger des liberal-populistischen Lobbyismus des ‘Bund der Steuerzahler’ und seinem Präsidenten Reiner Holznagel.”

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