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Böhmermanns Kritik an der Kritik, Struktureller Sexismus, Jobfresser

1. Politischer Einfluss auf den ÖRR
(zdf.de, Jan Böhmermann, Video: 33:53 Minuten)
Jan Böhmermann widmet sich im “ZDF Magazin Royale” der politischen Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Ausgangspunkt sind Vorwürfe, dass ARD und ZDF zu teuer seien, zu groß oder zu links, sowie aktuelle Aussagen von Politikerinnen und Politikern wie Julia Klöckner, Wolfram Weimer und Markus Söder. Außerdem geht es um Fragen wie “Was bedeutet eigentlich ‘staatsfern’? Wie viele TV-Total-Nippel verträgt eine ZDF-Show? Und: Ist der Star-Moderator wirklich ein größeres Arschloch als ein Blauwal-Anus?”

2. Von Rocklegenden und Popfeen: Der strukturelle Sexismus im Musikjournalismus
(kobuk.at, Sarah Neururer)
Eine Analyse von mehreren hundert Artikeln bei “Rolling Stone”, “Musikexpress”, “Spiegel” und “Standard” zeige, dass männliche Musiker deutlich häufiger als “Legenden”, “Götter”, “Pioniere” oder “Genies” beschrieben würden. Künstlerinnen würden hingegen öfter verniedlicht, sexualisiert oder über Klischees wie “Prinzessin”, “Engel”, “Domina” und “Rotzgöre” eingeordnet. Sarah Neururers Fazit: “Solche Zuschreibungen prägen sich ein, sie schreiben alte Rollenklischees fort und sind sexistisch. Indem der Musikjournalismus unterscheidet, wer eine Legende sein darf und wer eine Fee bleibt, prägt er auch unser kulturelles Gedächtnis.”

3. Das nächste Virus geht schon viral
(taz.de, Ann-Kathrin Leclère)
Ann-Kathrin Leclère kritisiert die mediale Aufregung um den Hantavirus-Ausbruch auf der “MS Hondius”. Obwohl laut Weltgesundheitsorganisation derzeit kein Pandemie-Szenario drohe, würden Schlagzeilen, Liveticker und Social-Media-Videos alte Corona-Bilder und Ängste reaktivieren. Medien sollten zwischen gesicherten Informationen und Spekulationen klar unterscheiden. Beim Thema Hantavirus heiße das, eher ruhig einzuordnen als im Breaking-News-Modus zu berichten.

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4. Frisst Künstliche Intelligenz die Jobs im Journalismus?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 15:48 Minuten)
Bei “Holger ruft an” spricht Holger Klein mit Medienjournalist Marvin Schade vom “Medieninsider” über Stellenabbau bei “Bild” und “Spiegel”, wo Aufgaben in Produktion und Layout künftig automatisiert oder von Künstliche Intelligenz übernommen werden sollen. Schade sieht KI nicht grundsätzlich kritisch und hält sie etwa beim Redigieren für kleinere Redaktionen für nützlich.

5. Wer einen Chatbot betreibt, ist für dessen Lügen verantwortlich
(spiegel.de)
Das Oberlandesgericht Hamm habe entschieden, dass Betreiber von Chatsbots für deren falsche Aussagen haften. Im konkreten Fall habe der Chatbot einer Schönheitsklinik erfundene beziehungsweise unzutreffende Facharztbezeichnungen für Ärzte genannt. Das Gericht habe die Angaben als irreführende geschäftliche Handlung gewertet. Ähnlich habe zuvor schon das Landgericht Hamburg entschieden: Auch Plattformbetreiber wie X müssten für falsche Aussagen ihrer KI-Systeme einstehen.

6. Der ewige Streit um “moderne Medien”: Wie Straf­ver­fahren die Ste­no­grafie vor­an­brachten
(lto.de, Martin Rath)
Martin Rath zeichnet den Streit um ausführliche Protokolle in Strafverfahren medienhistorisch nach und zeigt, dass schon die Stenografie als “modernes Medium” juristische Machtfragen auslöste. Ausgangspunkt ist ein Fall des Bundesgerichtshofs von 1963, in dem eine stenografierende Anwaltsgehilfin zu Unrecht aus dem Gerichtssaal gewiesen worden sei. Außerdem geht es um frühere Auseinandersetzungen um Kurzschrift, Gerichtsprotokolle, parlamentarische Dokumentation und spätere Ton- und Filmaufnahmen in Prozessen.

Neue Betroffenheit, Enttäuschte Liebe, Richter vs. Pentagon

1. Neue Betroffenheit
(journalist.de, Anne Hünninghaus & Kathi Preppner)
Redaktionen würden verstärkt Journalistinnen und Journalisten suchen, die sich mit Sicherheitspolitik, Bundeswehr und Rüstungsindustrie auskennen. Gute Berichterstattung über Krieg und Krisen müsse sachlich einordnen, Begriffe erklären und Desinformation erkennen. Zugleich müssten die Interessen von Staat, Militär und Industrie kritisch voneinander unterschieden werden. Im Text von Anne Hünninghaus und Kathi Preppner schildern mehrere Medienschaffende, dass das öffentliche Interesse an diesen Themen und die eigene Betroffenheit deutlich zugenommen hätten.

2. Richter verbietet Pentagon das Aussperren von Journalisten
(spiegel.de)
Ein US-Richter habe dem Pentagon untersagt, die Arbeit von Journalistinnen und Journalisten weiter einzuschränken, und die Wiederherstellung des freien Pressezugangs angeordnet. Das Gericht sehe in den neuen Pentagon-Regeln den Versuch, eine frühere richterliche Entscheidung zu umgehen. Hintergrund sei ein länger andauernder Konflikt über Pressefreiheit und Zugang zwischen dem US-Verteidigungsministerium unter Pete Hegseth und verschiedenen Medien.

3. Öffentlich-rechtliche Medien vor dem Großinquisitor
(taz.de, Rudolf Balmer)
Rudolf Balmer schildert, wie ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss zur Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Medien in Frankreich zunehmend zu einem politischen Tribunal gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) geworden sei. Vor allem der rechtsnationale Kommissionssprecher habe die Anhörungen mit aggressiven und teils fehlerhaften Vorwürfen geprägt. Dem französischen ÖRR würden im Fall eines rechten Machtgewinns tiefgreifende Einschnitte bis hin zur Privatisierung drohen.

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4. So krass werdet ihr von NIUS und BILD manipuliert
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 36:44 Minuten)
“Bild” und “Nius” hätten mit einer erfundenen Geschichte über angeblich shoppen gehende Afghanen gezielt Wut auf Geflüchtete geschürt und damit rechtsextreme Narrative bedient. Mats Schönauer wirft beiden Redaktionen vor, solche Geschichten nicht nur ungeprüft oder bewusst verzerrt weiterzuverbreiten, sondern Korrekturen später zu verschleppen oder ganz zu unterlassen.
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

5. Fact-Checking: Zwischen Effizienz und Kontrolle
(de.ejo-online.eu, Susanne Fengler)
Fact-Checking-Organisationen würden zunehmend Künstliche Intelligenz einsetzten, etwa beim Monitoring, bei der Recherche, in der Produktion und bei der Verbreitung von Korrekturen. In der Praxis zeige sich jedoch eine deutliche Skepsis hinsichtlich der Grenzen solcher Systeme. Ein zentrales Ergebnis einer Analyse sei, dass KI beim Fact-Checking nicht als eigenständiger Akteur verstanden werde, sondern ausschließlich als unterstützendes Werkzeug unter menschlicher Aufsicht.

6. Das Radio zwischen enttäuschter Liebe und neuem Aufbruch
(deutschlandfunk.de, Mathias Greffrath, Audio: 39:33 Minuten)
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk, besonders das Radio, befinde sich in einer tiefen Legitimations- und Formkrise, findet Mathias Greffrath in seinem Audioessay. Viele Wellen würden auf ihn routiniert, belanglos und vom Quotendruck entkernt wirken, während Podcasts, Plattformen und Algorithmen die Öffentlichkeit fragmentieren würden. Radio solle weniger beschallen und stärker Räume schaffen, in denen Menschen tatsächlich miteinander ins Gespräch kommen. Es brauche mehr physische Präsenz außerhalb der Funkhäuser, neue gemeinwohlorientierte Funktionen und ein Auftritt jenseits bloßer Marktlogik.

Weltkugel gegen Weimer, “Nius” und Frauenhass, Kaum Reichweite auf X

1. “Zur Schwan­kenden Welt­kugel” mahnt Weimer wegen Inter­view ab
(lto.de, Annelie Kaufmann)
Die Inhaberinnen der Berliner Buchhandlung “Zur schwankenden Weltkugel” würden sich nun juristisch gegen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer wehren und eine strafbewehrte Unterlassungserklärung fordern. Grund dafür sei ein aktuelles Zeitungsinterview, in dem Weimer die vom Buchhandlungspreis ausgeschlossenen Läden öffentlich als “politische Extremisten” bezeichnet habe. Der Anwalt der Buchhandlung kritisiere diese Wortwahl als rechtswidrige und stigmatisierende Diffamierung, die der Kulturstaatsminister im Falle einer Weigerung vor Gericht mit konkreten Fakten belegen müsse.

2. Kampagne gegen Nius und Frauenhass: Reichelt in die Falle gelockt
(taz.de, Erik Peter)
Das neu gegründete “Edelweiß Netzwerk” habe den “Nius”-Macher Julian Reichelt mit einer fahrbaren Großbildleinwand im Berliner Regierungsviertel gezielt provoziert. Auf der Leinwand seien Schmähzitate gegen ihn präsentiert worden. Reichelt und seine Anhängerschaft hätten sich online sofort lautstark über den vermeintlichen linken Hass empört. Die verwendeten Zitate seien in Wahrheit jedoch aus “Nius”-Kommentarspalten entnommen worden und hätten sich ursprünglich gegen prominente Frauen gerichtet.

3. Ramadan-Luxusbuffet erfunden: NIUS blamiert sich wieder mit Fake-Story!
(volksverpetzer.de, Thomas Laschyk)
Das Portal “Nius” habe laut “Volksverpetzer” eine gezielte Falschmeldung über ein angeblich steuerfinanziertes “Ramadan-Luxusbuffet für Bürgergeldempfänger” in der Dortmunder Arbeitsagentur verbreitet. Recherchen von t-online.de hätten den Vorfall jedoch rasch aufgeklärt: Die neue, selbst nicht muslimische Kantinenpächterin habe die rein weltliche Eröffnungsfeier als Werbeaktion komplett aus eigener Tasche bezahlt.

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4. Wenig Reichweite, viel Hass
(netzpolitik.org, Tomas Rudl)
Eine aktuelle Analyse des Zentrums für Digitalrechte und Demokratie zeige, dass deutsche Bundesministerien und Behörden auf der Plattform X (ehemals Twitter) kaum noch nennenswerte Reichweiten erzielen. Viele staatliche Stellen würden ihre Präsenz mit ihrem verfassungsrechtlichen Informationsauftrag begründen. In der Realität würden ihre Beiträge jedoch nur minimale Interaktionsraten im einstelligen Prozentbereich verzeichnen: “Die meisten untersuchten Accounts der Bundesministerien haben unter 200.000 Follower:innen und erzeugen kaum Resonanz.”

5. “Leipziger Appell zur Freiheit und Unabhängigkeit der Medien”
(mdr.de)
Der öffentlich-rechtliche MDR habe gemeinsam mit zahlreichen Institutionen aus Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur einen “Leipziger Appell zur Freiheit und Unabhängigkeit der Medien” veröffentlicht. Die Initiative wolle ein starkes Signal für den uneingeschränkten Zugang zu Informationen setzen und betonen, dass jeder Angriff auf die Informationsfreiheit unweigerlich auch das demokratische Gemeinwesen angreife.

6. Facts and Fantasy
(journalist.de, Hilmar Poganatz)
Der Journalist Hilmar Poganatz berichtet, dass immer mehr öffentliche-rechtliche Medienhäuser wie BR und SWR sogenannte Pen-and-Paper-Rollenspiele als innovatives, auch journalistisches Format entdecken. Durch diese live auf Plattformen wie Twitch und YouTube gestreamten Spielrunden würden sich komplexe oder historische Themen stark emotionalisieren lassen. Dadurch erreiche man gezielt jene “Digital Natives”, die klassische Nachrichtenangebote mittlerweile oft meiden.

Klarnamenpflicht schadet, Portal gegen EU-Netzsperren, KI erfindet

1. Eine Klarnamenpflicht schadet der Demokratie
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
In seinem Beitrag bei netzpolitik.org kritisiert Markus Reuter die von Bundeskanzler Friedrich Merz geforderte Klarnamenpflicht im Internet. Eine solche Maßnahme schränke fundamentale Grundrechte wie die Meinungs- und Pressefreiheit massiv ein. Zudem gebe es keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass ein Zwang zur Offenlegung der Identität den digitalen Diskurs tatsächlich befriede.

2. US-Regierung entwickelt offenbar Portal gegen EU-Netzsperren
(spiegel.de)
Die US-Regierung arbeite an einem Portal namens freedom.gov. Die Website solle es europäischen Nutzerinnen und Nutzern ermöglichen, staatliche Netzsperren für illegale Inhalte wie Hassrede oder Terrorpropaganda zu umgehen. Der Vorstoß spiegele den grundsätzlichen Konflikt zwischen dem weitreichenden US-Verständnis von Meinungsfreiheit und strengeren europäischen Regulierungen wie dem Digital Services Act wider.

3. Die Gesellschaft des Verschwindens
(taz.de, Stephan Weichert)
In einem Essay für die “wochentaz” warnt der Medienwissenschaftler Stephan Weichert vor den weitreichenden gesellschaftlichen Folgen Künstlicher Intelligenz. KI läute das Ende des bisherigen Internets ein und treibe die schleichende Entkernung der Demokratie voran. Tech-Milliardäre würden die Technologie nutzen, um politische Diskurse zu manipulieren und menschliche Reflexion durch algorithmische Berechnungen zu ersetzen. Weichert fordert eine gemeinwohlorientierte KI-Entwicklung, klare Transparenzpflichten und digitale Resilienz.

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4. Wenn die KI Quellen erfindet
(verdi.de, Rudolf Stumberger)
In einem Selbstversuch schildert der Autor Rudolf Stumberger die Neigung Künstlicher Intelligenz zu digitalen Halluzinationen. So habe der Chatbot DeepSeek fiktive Aussagen erfundener Expertinnen generiert, nur um dem geforderten “journalistischen Stil” zu entsprechen. Auf kritische Nachfragen habe das System seine Fehler zwar eingestanden, im nächsten Schritt aber direkt neue falsche Quellen präsentiert. Eine Studie der Europäischen Rundfunkunion (PDF) belege dieses Problem.

5. ProSiebenSat.1 fährt in Österreich großes Sparprogramm
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Die österreichische Tochter von ProSiebenSat.1 habe ein massives Sparprogramm angekündigt, nach dem rund neun Prozent der gesamten Belegschaft wegfallen würden. Dies entspreche dem Abbau von etwa 45 Arbeitsplätzen. Um die Kündigungen sozial abzufedern, verhandle das Management derzeit mit dem Betriebsrat über einen entsprechenden Sozialplan.

6. News & Politik – Podcasts hängen TV und Zeitungen ab
(spotify.com, Su Holder & Chris Guse, Audio: 39:43 Minuten)
In der aktuellen Folge des Branchen-Podcasts “Übers Podcasten” analysiert das Produzenten-Duo Su Holder und Chris Guse einen massiven Wandel im Hörverhalten in Deutschland. Laut einer neuen Studie von Seven.One Audio seien News-Formate mit 28 Prozent Marktanteil nun das meistgehörte Genre. Vor diesem Hintergrund diskutieren die beiden die rasant wachsende Relevanz von politischer Einordnung via Audio.

BBC wehrt sich gegen Trump, Falsche KI-Tiere, Schabowskis Zettel

1. BBC wehrt sich gegen Trumps Milliardenklage
(spiegel.de)
Donald Trump habe in Florida Klage gegen die BBC eingereicht. Der US-Präsident fordere 10 Milliarden US-Dollar von dem öffentlich-rechtlichen Sender, der sich dagegen wehre. Trump werfe der BBC vor, ihn in einer Dokumentation durch einen fehlerhaften Zusammenschnitt seiner Rede vom 6. Januar 2021, also vor dem Sturm auf das Kapitol, diffamiert zu haben. Obwohl der britische Sender den Schnittfehler eingeräumt und um Entschuldigung gebeten habe, sieht er keine rechtliche Grundlage für Trumps Klage.

2. Falschmeldungen schüren Ängste vor Muslimen
(tagesschau.de, Lena Maurer)
In Sozialen Medien würden sich aktuell massenhaft Falschinformationen über angebliche Vorfälle auf deutschen Weihnachtsmärkten verbreiten, berichtet Lena Maurer im ARD-“Faktenfinder”. Ziel dieser Beiträge sei es offenbar, gezielt Stimmung gegen Muslime und Migration zu machen. Videos von friedlichen, angemeldeten Demonstrationen zum Jahrestag des Sturzes des syrischen Assad-Regimes würden dabei fälschlich als Erstürmung von Weihnachtsmärkten dargestellt, aus dem Kontext gerissene Aufnahmen mit erfundenen Behauptungen verbreitet und KI-generierte Bilder zur Stimmungsmache genutzt.

3. Lüneburger Gericht: Rundfunkbeitrag ist rechtens – Kritik an Böhmermann kein Grund zur Befreiung
(landeszeitung.de)
Das Verwaltungsgericht (VG) Lüneburg habe mehrere Klagen sogenannter “Beitragsblocker” gegen den Rundfunkbeitrag abgewiesen. Diese hätten mit Hilfe von Musterformularen aus dem Internet argumentiert, die Öffentlich-Rechtlichen würden durch einseitige Berichterstattung etwa zum Krieg in der Ukraine oder zur Corona-Pandemie ihren Auftrag verfehlen. Das VG sei allerdings der aktuellen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts gefolgt, wonach die Beitragspflicht erst dann verfassungswidrig sei, wenn das Gesamtprogramm über längere Zeit die gebotene Vielfalt “gröblich verfehlt”. Eine pauschale Kritik an einzelnen Sendungen oder Beiträgen reiche nicht aus. Laut einer Gerichtssprecherin seien bei der Kammer über 100 weitere ähnlich gelagerte Verfahren anhängig.

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4. Streit um den Schabowski-Zettel: Stiftung muss Verkäufer nennen
(rsw.beck.de)
Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Nordrhein-Westfalen habe entschieden, dass das Bonner Haus der Geschichte offenlegen müsse, von wem es den historischen Schabowski-Zettel für 25.000 Euro erworben hat. Geklagt hatte ein Chefreporter der “Bild”-Zeitung. Es gehe um jenen Sprechzettel, mit dem Politbüro-Mitglied Günter Schabowski am 9. November 1989 die neue DDR-Reiseregelung verkündet und mit seiner Äußerung “sofort, unverzüglich” zumindest indirekt die Maueröffnung ausgelöst habe. Das Haus der Geschichte habe dem Verkäufer des Zettels Anonymität zugesichert. Laut OVG überwiege allerdings das verfassungsrechtliche Informationsinteresse der Presse das Vertraulichkeitsinteresse des Verkäufers.

5. Klima vor acht verpasst Spendenziel und will trotzdem ins Erste
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der Verein “Klima vor acht” habe seine Spendenaktion beendet, allerdings statt der angepeilten 250.000 Euro nur rund 135.000 Euro einsammeln können. Mit dem Geld wolle er sich ins Werberahmenprogramm des Ersten einkaufen, um kurz vor der “Tagesschau” einen Spot zum Thema Klima und die Berichterstattung darüber zu platzieren. Allerdings bleibe unklar, ob dieser die Vorgaben des Medienstaatsvertrags für Wirtschaftswerbung erfüllen werde.

6. “Man vertraut der KI schon zu sehr”
(pr-journal.de)
Im Interview mit dem “PR-Journal” warnt Florian Amrhein, Pressesprecher der Heinz Sielmann Stiftung, davor, dass KI-generierte Tierbilder zunehmend professionelle Bilddatenbanken und Soziale Medien fluten würden und dabei oft biologisch falsch seien. So würden sie etwa eine falsche Anzahl an Gliedmaßen oder unrealistische Körperproportionen zeigen. Amrhein zitiert Tierfilmer Sielmann: “Künstliche Darstellungen fördern Unwissen. Heinz Sielmann hat einmal gesagt: Nur was man kennt, schützt man auch. Wenn dieser Bezug fehlt, fehlt auch das Verständnis und damit langfristig der gesellschaftliche Wille, Natur zu bewahren.”

Rechte Buchmesse, Grundrechte-Kahlschlag, Protest gegen Entlassung

1. Ein Besuch auf der rechten Buchmesse
(belltower.news, Jan Tölva)
Jan Tölva berichtet über die rechte Buchmesse “Seitenwechsel” in Halle, die Tausende Besucherinnen und Besucher angezogen und ein breites Spektrum extrem rechter Verlage und Akteure versammelt habe. Die Bandbreite habe von der Neuen Rechten (“Antaios”) und der “Identitären Bewegung” über das “Compact”-Magazin bis hin zu geschichtsrevisionistischen Verlagen gereicht. Tölva wertet die Messe als wichtigen Vernetzungserfolg für die Szene, auch wenn sie gesamtgesellschaftlich eine Randerscheinung bleibe.

2. Max Schrems kritisiert Grundrechte-Kahlschlag
(netzpolitik.org, Ingo Dachwitz)
Ingo Dachwitz schreibt bei netzpolitik.org über die scharfe Kritik des Datenschutzexperten Max Schrems an einer überraschenden DSGVO-Reform der EU-Kommission, die er als “Grundrechte-Kahlschlag” bezeichnet. Laut Schrems würfen die Pläne “40 Jahre europäische Grundrechtsdoktrin über den Haufen”. Er kritisiere das überhastete Vorgehen als “Trumpsche Gesetzgebungspraktiken” und mache die deutsche Bundesregierung mitverantwortlich, die zuvor weitreichende Einschnitte bei der DSGVO angeregt habe.

3. Italien: Protest gegen Entlassung von EU-Korrespondent
(verdi.de)
Der italienische EU-Korrespondent Gabriele Nunziati sei von seiner Nachrichtenagentur Agenzia Nova entlassen worden, nachdem er bei einer EU-Pressekonferenz eine kritische Frage gestellt habe. Nunziati habe gefragt, ob Israel für den Wiederaufbau des Gazastreifens aufkommen solle, ähnlich wie es von Russland für die Ukraine erwartet werde. Sowohl italienische als auch internationale Journalistenverbände hätten die Entlassung scharf verurteilt und sie eine “eklatante Missachtung der Grundprinzipien der Pressefreiheit” genannt.

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4. Fragwürdiges Antenne-Kärnten-Interview mit Missbrauchsopfer
(kobuk.at, Andrea Gutschi)
Andrea Gutschi kritisiert ein Interview von Antenne Kärnten mit einem ehemaligen SOS-Kinderdorf-Kind, das sich freiwillig beim Sender gemeldet habe, um über seine Missbrauchserfahrungen zu sprechen. Die Redakteurin habe einfühlsam gewirkt, durch bohrende Detailfragen jedoch die Gefahr einer Retraumatisierung des Opfers in Kauf genommen. Die Anonymisierung sei schlampig gewesen, die Stimme nicht verfremdet worden und die Journalistin habe am Ende versehentlich den echten Vornamen des Betroffenen genannt.

5. Geschlechtergerechte Sprache: Wie deutsche überregionale Tageszeitungen nicht-binäre Personen darstellen
(de.ejo-online.eu, Allegra Knobloch)
Allegra Knobloch stellt eine Bachelorarbeit vor, die untersucht hat, wie überregionale Tageszeitungen aus Deutschland über nicht-binäre Personen berichten. Die quantitative Inhaltsanalyse von 61 Artikeln aus “taz”, “SZ”, “Welt”, “FAZ” und “Bild” habe ergeben, dass die Betroffenen trotz bekannter Wünsche in über der Hälfte der Beiträge (52 Prozent) fälschlicherweise mit männlichen oder weiblichen Bezeichnungen versehen worden seien. Die Untersuchung zeige außerdem, dass konservative Medien mehr als doppelt so oft misgendern wie progressive Medien.

6. Fake-KI-News über Basel: Die Spur führt zu einer Fitness-Kette aus Grossbritannien
(fairmedia.ch, Jeremias Schulthess)
Eine Recherche von “Fairmedia” und “Prime News” hat sich mit der Website basel-zeitung.com beschäftigt. Dabei handele es sich um ein KI-gestütztes “Fake-News”-Portal, das Artikel von seriösen Medien kopiere und Falschinformationen sowie erfundene Autoren veröffentliche. Obwohl die Seite kein Impressum angebe, würden alle Spuren auf eine internationale Fitness-Kette aus Großbritannien deuten. Ein Marketing-Professor vermute dahinter eine “Performance-Marketing-Kampagne”.

Erfolg gegen die Chatkontrolle, Panoramafreiheit, KI-Erlöse

1. So geht Demokratie
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Markus Reuter feiert bei netzpolitik.org den jüngsten Erfolg gegen die Chatkontrolle als Ergebnis des Einsatzes einer aktiven Zivilgesellschaft, die in vielfältigen Bündnissen auf die Gefahren des Vorhabens hingewiesen habe. Die Sache sei jedoch noch nicht endgültig ausgestanden: “Die Sache ist erst sicher, wenn wir die Bundesregierung dazu bringen, dass sie jegliche Form von Hintertüren oder Client-Side-Scanning dezidiert ausschließt.”

2. Panoramafreiheit ist auch Pressefreiheit: dju weist den Versuch, Fotos vom Berliner Festival of Lights zu verbieten, strikt zurück
(dju.verdi.de, Danica Bensmail)
Beim Berliner “Festival of Lights” werden bunte Bilder auf Gebäude im öffentlichen Raum projiziert. Laut einer Mitteilung der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in Verdi habe der Veranstalter des Festivals versucht, Pressefotografinnen und -fotografen das Anfertigen und Verbreiten eigener Fotos der Lichtinstallationen zu untersagen. Die dju wertet dieses Vorgehen als unrechtmäßigen Eingriff in die Pressefreiheit und verweist auf die Panoramafreiheit gemäß Paragraf 59 des Urheberrechtsgesetzes, die solche Aufnahmen grundsätzlich erlaube.

3. Was uns Qualtingers “Kobuk” noch heute über Medien lehrt
(kobuk.at, Andrea Gutschi)
Andrea Gutschi berichtet bei kobuk.at, dass die legendäre Kobuk-Aktion von Helmut Qualtinger aus dem Jahr 1951 als Medienkritik verstanden werden könne, da sie gezeigt habe, wie leicht sich Redaktionen von erfundenen Geschichten täuschen lassen. Gutschi betont, dass sich die Medienlandschaft seitdem zwar verändert habe, das Grundproblem aber geblieben sei: Es gebe keine Alternative zu sorgfältig geprüften Fakten. Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Qualtingers Kobuk damals wie heute daran erinnere, kritisch mit Nachrichten umzugehen.

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4. Wann fließen die KI-Erlöse?
(dfjv.de, Gunter Becker)
Gunter Becker gibt einen Überblick über die Nutzung journalistischer Inhalte durch große IT-Konzerne zum Training von Künstlichen Intelligenzen, für die die Urheberinnen und Urheber bislang meist keine Lizenzgebühren bekämen. Durch erste Initiativen wie die neue KI-Lizenz der VG Wort, Gerichtsverfahren in den USA sowie Kooperationsverträge zwischen Verlagen und KI-Anbietern könne man jedoch darauf schließen, dass ein Umdenken beginne und künftige Erlösbeteiligungen möglich seien. Es mangele jedoch noch an klaren gesetzlichen Regelungen und nachhaltigen Vergütungsmodellen. Becker hat dazu verschiedene Expertenmeinungen eingeholt.

5. Die Krux mit der KI-Kennzeichnung 
(verdi.de)
Die neuen Kennzeichnungspflichten für KI-Inhalte sollen nach dem AI-Act der Europäischen Union zwar mehr Transparenz schaffen, seien aber kein Allheilmittel gegen Desinformation. Medien müssten laut Pressekodex bereits jetzt symbolische oder manipulierte Bilder, auch solche, die von einer Künstlichen Intelligenz erstellt wurden, kennzeichnen, während für KI-Texte meist keine Pflicht bestehe. Ab August 2026 sollen nach EU-Recht vor allem Deepfakes und KI-generierte audiovisuelle Inhalte deutlich als solche markiert werden. Die genaue Abgrenzung in der Praxis sei jedoch noch unklar.

6. OpenAI startet einen KI-Fake-Feed
(taz.de, Johannes Drosdowski)
OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, starte mit “Sora” eine neue Social-Media-App, auf der ausschließlich KI-generierte Videos geteilt werden können. Nutzerinnen und Nutzer sollen eigene Aufnahmen einbinden oder remixen dürfen. Die Plattform priorisiere Inhalte aus dem eigenen Bekanntenkreis, verspreche aber keinen besonderen Schutz vor Desinformation. Die App sei zunächst nur in den USA und Kanada, auf Einladung und fürs iPhone verfügbar.

Nennen der Nationalität, Haltet euch raus!, Über eigene Fehler sprechen

1. Nennen der Nationalität: Presserat besorgt über bayerische Anweisung
(medien.epd.de)
Der Deutsche Presserat zeige sich besorgt über die neue Anweisung des bayerischen Innenministeriums, wonach die dortige Polizei seit dem 1. Oktober in Pressemitteilungen grundsätzlich die Nationalität von Tatverdächtigen und Opfern nennen soll. Der Presserat warne vor der Gefahr, dadurch Vorurteile gegenüber bestimmten Gruppen zu verstärken. Die Änderung markiere einen Bruch mit der bisherigen, am Pressekodex orientierten Praxis.

2. Haltet euch raus! Ein Plädoyer für die Rückkehr zur Staatsferne
(dwdl.de, Peer Schader)
Peer Schader warnt davor, dass politische Einflussnahme auf ARD und ZDF zunehmend als normal angesehen werde. Statt um sachliche Kritik gehe es dabei oft um vage Vorwürfe, persönliche Angriffe und die Verbindung von Programmfragen mit der Finanzierung. Schaders Fazit: “Es ist nicht so kompliziert. Sondern, im Gegenteil, supereinfach: Die Staatsferne ist das Fundament unabhängiger Berichterstattung. Wer sie wissentlich untergräbt, beschädigt die Demokratie. Nicht nur gefühlt, sondern: ganz konkret.”

3. Sprecht über eure Fehler!
(journalist.de, Felix Rohrbeck)
Felix Rohrbeck schreibt über die mangelnde Fehlerkultur im Journalismus und darüber, wie diese zum Vertrauensverlust in Medien beitrage. Er zeigt, dass nicht die Fehler selbst das Hauptproblem seien, sondern das Schweigen oder Abwiegeln danach, was bei vielen Menschen Misstrauen und Verschwörungserzählungen befeuere. Als positives Beispiel hebt Rohrbeck das Experiment der “Spiegel”-Redaktion hervor, die sich von Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen öffentlich analysieren und kritisieren ließ.

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4. “Die Filterblase ist oft ein Phantom”
(taz.de, Regina Roßbach)
Die Kommunikationswissenschaftlerin Merja Mahrt erklärt im Interview mit der “taz”, dass die oft diskutierten “Filterblasen” und “Echokammern” in der Realität weniger verbreitet seien als angenommen. Die meisten Menschen würden unterschiedliche Medien parallel nutzen, was extreme Abschottung selten mache. Medien sollten auf Vielfalt, Transparenz und lokale Berichterstattung setzen, um einer gesellschaftlichen Fragmentierung entgegenzuwirken.

5. Exxpress setzt nach Kirk-Attentat auf erfundene Skandale
(kobuk.at, Andrea Gutschi)
Andrea Gutschi beschreibt in ihrem Artikel bei “Kobuk”, wie das österreichische Rechtsaußenmedium “Exxpress” nach dem Attentat auf den US-Aktivisten Charlie Kirk gezielt Falschinformationen verbreitet habe, um politisch Stimmung zu machen. Die Seite konstruiere Skandale, unter anderem rund um angeblichen “Trans-Terror”, Gewaltaufrufe auf Bluesky oder einen vermeintlichen Skandal um Österreichs Justizministerin. Gutschi zeigt anhand zahlreicher Beispiele, wie der “Exxpress” systematisch Tatsachen verdreht, Einzelaussagen aufbauscht und Narrative der radikalen Rechten bedient.

6. Stephen King ist der meistverbannte Autor an US-Schulen
(spiegel.de)
Der Schriftsteller Stephen King sei laut dem Autorenverband PEN America der am häufigsten aus Schulbibliotheken verbannte Autor in den USA. Seine Werke seien im Schuljahr 2024/25 insgesamt 206 Mal aus Schulbibliotheken entfernt worden. Die Autorenvereinigung warne vor einer weiterhin alarmierenden Entwicklung. Dies betreffe besonders die republikanisch regierten Bundesstaaten wie Florida, Texas und Tennessee, wo der Großteil der Zensurfälle verzeichnet worden sei.

Grimme-Nominierung, Zweifelhafter Ordensträger, US-Visavergabe

1. Ich habe das #GrimmeInstitut gebeten, meine Nominierung für den #GrimmeOnlineAward zurückzunehmen.
(facebook.con, Fabian Goldmann, Video: 9:40 Minuten)
Fabian Goldmann lehnt seine Nominierung für den Grimme Online Award ab. In einem sehenswerten Videostatement kritisiert er den Umgang mit der Aktivistin Judith Scheytt, der nach fragwürdigen Antisemitismusvorwürfen der Donnepp Media Award, verliehen von den “Freunden des Adolf-Grimme-Preises”, aberkannt wurde. Dies sei offenbar unter dem Druck eines Vereins und mit Hilfe eines unseriösen, KI-gestützten Gutachtens geschehen. Da das Grimme-Institut sich trotz vielfacher Verbindungen zu den Entscheidern nicht klar davon distanziere, wolle Goldmann nicht als Alibi für ein System dienen, das kritische Stimmen diffamiere statt schütze.

2. Pölzers “Bunte”: Wie wenig von den vielen Artikeln über Bastian Schweinsteiger noch übrig ist
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
Boris Rosenkranz kritisiert, dass die Zeitschrift “Bunte” unter Chefredakteur Robert Pölzer wiederholt unzulässige und teils erfundene Geschichten über die Trennung von Bastian Schweinsteiger und Ana Ivanović veröffentlicht habe. Mehrere Geschichten mussten nachträglich geschwärzt oder mit einer Gegendarstellung versehen werden, da sie die Persönlichkeitsrechte der beiden Prominenten verletzten. Rosenkranz fragt, ob Pölzers publizistisches Verhalten mit der jüngst vorgenommenen Würdigung durch den Bayerischen Verdienstorden vereinbar ist.

3. Visavergabe als Druckmittel gegen Medien
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) warnt, dass die US-Regierung die Gültigkeit der Visa für ausländische Journalistinnen und Journalisten künftig stark verkürzen wolle. Diese Hürde könnte gezielt gegen kritische Medien eingesetzt werden. RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus appelliert “an alle deutschen Medienhäuser, sich von solchen Plänen nicht einschüchtern zu lassen. Wir brauchen objektive und faktenbasierte Berichterstattung über das, was in den USA passiert!”

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4. Wird es den Medien zu heiß?
(journalist.de, Anna Scheld)
Um den Klimajournalismus in Deutschland stehe es schlecht, findet Anna Scheld. Obwohl die Klimakrise eskaliere, fänden entsprechende Themen in vielen Redaktionen kaum noch statt. Fachleute wie Jürgen Döschner und Gesa Steeger würden dafür plädieren, Klima nicht als isoliertes Ressortthema zu behandeln, sondern ressortübergreifend mitzudenken. Das Netzwerk Klimajournalismus wolle künftig nicht nur gute Beispiele auszeichnen, sondern auch gezielte Desinformationskampagnen sichtbar machen.

5. Diese Gamechanger prägen gerade die Medienbranche
(blog.medientage.de, Petra Schwegler)
Petra Schwegler beschreibt den aktuellen, grundlegenden Wandel in der deutschen Medienbranche: Verlage würden verstärkt auf Künstliche Intelligenz setzen, Streamingdienste wie RTL+ und Joyn könnten durch Allianzen ihre Marktposition stärken, und neue Formate verbänden Technik mit gesellschaftlicher Verantwortung: “Hyperpersonalisierte Medien passen Texte, Videos und Podcasts in Echtzeit daran an, was sich die jeweiligen Nutzer:innen wünschen. AR-gestützte Kurzreportagen bringen Nachrichten direkt ins Wohnzimmer und schaffen beim Publikum völlig neue Erfahrungen.”

6. Verbraucherzentrale warnt vor Fakeprofilen Prominenter und Politiker
(spiegel.de)
Die Verbraucherzentrale Hessen warne vor einer Zunahme von Fake-Profilen auf Social Media, mit denen Betrüger vorgeben, bekannte Persönlichkeiten zu sein, um in Chats zu angeblichen Geldanlagen einzuladen. Sie würden dafür zunehmend auch die Namen von weniger prominente Personen wie die von Lokalpolitikern verwenden. Die Verbraucherzentrale empfehle, auf Warnsignale wie seltsame Profilnamen, unrealistische Versprechen und ungewöhnlich schnelle Antworten zu achten.

Diffamierter Held, Antisemitische Musk-KI, Überall Ralf Schumacher

1. Messerangriff in Hamburg: Ein Held, der nicht sein darf
(ndr.de, Raja Khadour & Sulaiman Tadmory & Alice Echtermann, Video: 11:16 Minuten)
Der aktuelle Beitrag des NDR-Medienmagazins “Zapp” zeigt, wie rechte Accounts nach einem Messerangriff in Hamburg gezielt eine Desinformationskampagne gegen den syrischen Helfer Muhammad al Muhammad gestartet und ihn als “erfundenen Helden” diffamiert haben. Dabei wird deutlich, wie Künstliche Intelligenz zur Verbreitung solcher Verschwörungsmythen genutzt wird und warum viele Menschen diesen Erzählungen Glauben schenken.

2. Adolf Hitler als Lösung
(taz.de)
Elon Musk hat vor kurzem angekündigt, seinen KI-Chatbot Grok neu justieren zu lassen, offenbar weil dessen Ergebnisse nicht in Musks rechtslibertäres Weltbild passten. Nun habe Grok Menschen mit vermutlich jüdischem Nachnamen “Hass auf Weiße” vorgeworfen und Adolf Hitler gelobt. Jüdische Organisationen wie die Anti-Defamation League hätten Groks Aussagen als “unverantwortlich, gefährlich und antisemitisch” bezeichnet. Elon Musk selbst habe sich bislang nicht dazu geäußerte.

3. Fake über getötete Eisbären zielt gegen Merz
(tagesschau.de, Carla Reveland & Pascal Siggelkow)
Eine prorussische Desinformationskampagne verbreite gezielt Falschmeldungen über Bundeskanzler Friedrich Merz, darunter ein Fake-Video, in dem ihm die Tötung von Eisbären vorgeworfen werde. Die Aufnahmen, angeblich von einer kanadischen Nachrichtenseite, seien KI-generiert und Teil einer Kampagne der russischen Gruppe “Storm-1516”, die für ähnliche Fakes über Politikerinnen und Politiker bekannt sei.

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4. Zeitungsstreiks vor der 10. Tarifrunde: ver.di ruft zu mehrtägigen Arbeitsniederlegungen in Redaktionen auf
(verdi.de)
Vor der zehnten Tarifrunde mit dem Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger ruft Verdi gemeinsam mit dem Deutschen Journalisten-Verband zu mehrtägigen Streiks in Zeitungsredaktionen auf. Die Gewerkschaften fordern “Verhandlungen auf Augenhöhe” und kritisieren die jüngsten Rückschritte der Verlegerseite als Missachtung journalistischer Arbeit. Besonders im Süden Deutschlands sowie in Nordrhein-Westfalen und an der Ostseeküste solle der Streikdruck deutlich erhöht werden.

5. Für ein digitales Ökosystem
(verdi.de, Lars Lubienetzki)
Markus Beckedahl, Journalist und Gründer des Onlineportals netzpolitik.org, spricht sich dafür aus, sich von den großen, global agierenden Tech-Konzernen in der Onlinewelt zu lösen: “Wir müssen das Konzept des staatsfernen öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf die digitale Welt weiterdenken. Zumindest in der Theorie bin ich davon überzeugt, die Öffentlich-Rechtlichen könnten der richtige Player sein, um gemeinwohlorientierte Plattformen staatsfern zu entwickeln, weiterzuentwickeln, zu betreiben oder zumindest als Mitbetreiber zu agieren.”

6. Nervige Werbung: Warum wir ständig überall Ralf Schumacher sehen
(rnd.de, Matthias Schwarzer)
“Der Ex-Rennfahrer Ralf Schumacher macht Werbung für eine Gebrauchtwagenplattform. Der Werbespot wird so häufig ausgestrahlt, dass er Menschen im Internet an den Rand der Verzweiflung bringt.” Matthias Schwarzer erklärt, dass Unternehmen gezielt auf übermäßige Penetranz setzen, um ihre Marke schnell bekannt zu machen und Konkurrenz zu verdrängen. Trotz möglicher Genervtheit der Zuschauerinnen und Zuschauer könne diese Form von “Nerv-Werbung” effektiv sein. Selbst ein Shitstorm sei dabei oft einkalkuliert.

7. Googles KI-Übersichten – das Ende des Journalismus?
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:14 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator die Kartellbeschwerde einiger unabhängiger Verlage gegen Googles KI-Übersichten: “Die Verlage sollten sich keine Illusionen machen: Selbst wenn sie ein paar Krümel vom großen Kuchen abbekommen, rettet sie das nicht. Die wahre Medienrevolution beginnt, wenn Verlage wieder lernen, dass ihre Leser ihre Kunden sind, nicht Google.”

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