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Skandal-Skandal bei Bild.de

Ob Skandal-Rocker, Skandal-Rapper, Skandal-Schiri, Skandal-Star, Skandal-Profi, Skandal-Politikerin, Skandal-Urteil und Justiz-Skandal, TV-Skandal, Briefmarken-Skandal, Schummel-Skandal, Suff-Skandal, Sex-Skandal, Rassismus-Skandal, Kopftuch-Skandal, Prügel-Skandal, Pflege-Skandal, Nazi-Skandal, Internet-Skandal, Puff-Skandal oder Skandal um Harry Potter — Skandale sind in “Bild” beliebt. Allein in der Bundesausgabe finden sich in diesem Jahr bereits über 250 Artikel, die nicht ohne Skandal auskommen konnten.

Nur Bild.de gehen offenbar die Skandale aus. So berichtet der Online-Ableger der “Bild”-Zeitung derzeit über eine junge Frau, die sich heimlich und nackt in einem Schloß der dänischen Königsfamilie fotografiert habe, und schreibt:

"Die Stripperin im Schloss – ein Skandal."

Die “Frankfurter Rundschau” jedoch, auf die sich Bild.de ausdrücklich bezieht (“Das berichtet die “Frankfurter Rundschau”) schreibt über die öffentliche Reaktion in Dänemark:

Ein Achselzucken. Bisschen Schmunzeln, bisschen Verärgerung. Da dringt eine Nackte ins Allerheiligste der dänischen Monarchie ein, lässt sich in aufreizenden Posen knipsen, und die Dänen reagieren erfrischend unhysterisch. (…)

Die (…) Medien reagierten verhalten. Viele ignorierten die Episode, andere stellten die Frage nach der Sicherheit im königlichen Schloss (…). “Überrascht” zeigte sich Schlossverwalter Jens Greve, nicht besorgt.

Und auch im “Spiegel”, der über die Angelegenheit übrigens bereits vor zweieinhalb Wochen berichtet hatte, hieß es bloß:

Bei Hofe nahm man den Zwischenfall eher gelassen (…)

Mit Dank an Christoph E. für den Hinweis.

Daten-Leak bei “Nius”, Droht die KI-Apokalypse?, Alterskontrollen

1. Daten-Leak bei Nius – Nutzerdaten, Finanzen und Redaktionssystem liegen ungeschützt im Netz
(correctiv.org, Dominik Lenze & Jean Peters & Carli Bess Kutschera & Lilith Wittmann)
Das rechtspopulistische Portal “Nius” sei erneut von einem schwerwiegenden Datenleak betroffen, bei dem knapp neun Gigabyte sensibler Daten frei im Internet gelandet seien. Der Datensatz enthalte Klarnamen und Adressen von rund 12.000 Abonnentinnen und Abonnenten, interne Redaktionsdaten sowie Informationen über vertrauliche Gesprächspartner. “Nius”-Chefredakteur Julian Reichelt habe den Vorfall eingeräumt und eine Strafanzeige angekündigt. Die Gewerkschaft Verdi und die Organisation Reporter ohne Grenzen würden das massive Sicherheitsversagen und die Gefährdung des Quellenschutzes kritisieren.

2. Quellenschutz im digitalen Zeitalter: Was Medienschaffende wirklich wissen müssen
(dfjv.de, Antonino Zambito)
Quellenschutz beginne im digitalen Alltag von Journalistinnen und Journalisten weit vor dem juristischen Zeugnisverweigerungsrecht. Bereits Metadaten, Telefonverbindungen oder ungesicherte Systeme könnten Informantinnen und Informanten kompromittieren. Antonino Zambito rät Medienschaffenden zu konsequenter Verschlüsselung, zum Verzicht auf biometrische Entsperrungen etwa bei Smartphones sowie zur Nutzung abhörsicherer Kommunikationswege. Zudem müssten Dokumente vor der Veröffentlichung systematisch von verräterischen Metadaten bereinigt werden.

3. So breit ist die Kritik an Alterskontrollen im EU Kids Act
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Der geplante EU Kids Act stoße bei Zivilgesellschaft, Bildungsverbänden und Netzaktivisten auf große Kritik. Statt Plattformen direkt an die Kandare zu nehmen, errichte die EU-Kommission eine flächendeckende Kontrollinfrastruktur mittels Ausweispflicht oder Gesichtsscans, die faktisch alle Nutzerinnen und Nutzer treffe. Verbände würden davor warnen, dass Jugendliche von digitaler Teilhabe abgeschnitten und Eltern zu Kontrollinstanzen degradiert würden. Erforderlich seien vielmehr geräteseitige Schutzmechanismen und eine striktere Regulierung.

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4. Was ist wirklich dran an der ganzen Aufregung über eine angebliche KI-Apokalypse?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 36:43 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast unterhält sich Holger Klein mit KI-Expertin und Journalistin Eva Wolfangel über die teilweise dramatische und apokalyptische Berichterstattung über Künstliche Intelligenz: “Wie können Medien die eigentlichen Probleme von KI besser vermitteln? Welches andere Narrativ verbreiten Medien häufig unhinterfragt über Künstliche Intelligenz? Und warum wird die Technologie oft so vermenschlicht dargestellt?”

5. Protest gegen Ex-Tagesschau-Sprecher Constantin Schreiber – Polizei ermittelt gegen zwei Männer
(rnd.de, Franziska Anders & Tobias Winzer)
Der Journalist Constantin Schreiber habe sein neues Buch “Die Kraft des Islam” in Dresden unter Polizeischutz vorstellen müssen. Vor der Buchhandlung hätten rund 100 pro-palästinensische Demonstranten protestiert. Schreibers Kritiker würfen ihm antimuslimischen Rassismus vor. Die Polizei ermittle gegen zwei Demoteilnehmer wegen des Anfangsverdachts der Volksverhetzung.

6. “Doc Alina” soll sich uner­laubt als Ärztin bezeichnet haben
(lto.de)
Die Staatsanwaltschaft München ermittele gegen Alina Walbrun, bekannt als “Doc Alina”, wegen des unbefugten Führens der Berufsbezeichnung “Ärztin”. Walbrun habe zwar ihr Medizinstudium abgeschlossen, besitze laut Behörde jedoch noch keine Approbation. In einem Podcast und bei Kooperationsanfragen habe sie sich jedoch als offizielle Ärztin bezeichnet. Zuletzt sei die Influencerin in die Kritik geraten, nachdem sie auf ein von YouTuber Marvin Wildhage erfundenes Fake-Präparat hereingefallen sei und dafür geworben habe.

AfD-Normalisierer Lanz?, Musk droht Doku-Machern, “Sie belügen euch”

1. Markus Lanz, die AfD und der lässige Wiederaufbau unser Demokratie
(substack.com, Dirk Laabs)
Investigativjournalist Dirk Laabs wirft dem ZDF-Talkmaster Markus Lanz vor, durch unkritisches Diskursmanagement und Quotenfixierung maßgeblich zur Normalisierung der AfD beigetragen zu haben. Ausgehend von einer Begegnung im Jahr 2018, bei der Lanz bereits pauschalisierende Narrative über Migration bedient habe, zeichnet Laabs die Entwicklung der Talkshow nach. Dass sich Markus Lanz nun bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises mit Durchhalteparolen als Retter der Demokratie inszeniere, sei scheinheilig und zeuge von gefährlicher Realitätsverweigerung.

2. Menschengecodete Krise
(taz.de, Marie Kilg)
In der “taz” kommentiert Marie Kilg die “menschengecodete Krise”. Die Debatte um existenzielle Bedrohungen durch Künstliche Intelligenz, ausgelöst durch den öffentlichkeitswirksamen Abgang des Anthropic-Entwicklers Jacob Coxon, verschleiere die eigentliche Ursache der Risiken: Hinter jedem autonomen Schadenspotenzial stünden menschliche Entscheidungen, Trainingsdaten und gezielt programmierte Schleifen. Sprachmodelle würden nicht eigenständig handeln, sondern von Entwicklern mit Werkzeugen und Zielen ausgestattet. Der Vorstoß führender US-Tech-Konzerne für eine angebliche Selbstregulierung diene vor allem dem Schutz der eigenen Marktanteile vor Konkurrenten.

3. Musk droht Machern von kritischer Doku über ihn Klagen an
(derstandard.at)
Elon Musk habe den Machern eines Dokumentarfilms über den Tech-Milliardär mit rechtlichen Schritten gedroht. Musks Anwalt Alex Spiro werfe Regisseur Alex Gibney sowie beteiligten Unternehmen wie HBO und Universal vor, in dem beim Filmfestival von Venedig uraufgeführten Film “Musk” gezielt Falschinformationen und Diffamierungen zu verbreiten. Unter anderem habe das Filmteam einen Vorab-Faktencheck mit Elon Musks Umfeld abgelehnt und unbelegte Thesen über eine Wahlmanipulation via Starlink transportiert. Die Produktionsfirma Jigsaw habe die Vorwürfe zurückgewiesen. Eine kritische Auseinandersetzung mit einflussreichen Persönlichkeiten sei elementarer Bestandteil der Meinungsfreiheit.

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4. Kann die “Humanisierung” des Journalisten Medienvertrauen schaffen?
(de.ejo-online.eu)
Die Forscherin und Journalistin Emilie Gambade habe in ihrer Doktorarbeit untersucht, wie das gezielte Ablegen der distanzierten “professionellen Maske” das schwindende Vertrauen in Medien wiederherstellen kann. Da Glaubwürdigkeit zunehmend über intuitive, emotionale Resonanz bewertet werde, helfe das Sichtbarmachen von Verwundbarkeit und persönlicher Motivation dabei, parasoziale Bindungen aufzubauen. Am Beispiel ihrer Doku-Serie “The Messenger” plädiert Gambade dafür, Journalistinnen und Journalisten nahbar als vollwertige Menschen mit eigenen Werten und Schwächen zu porträtieren.

5. Mentoring für mehr Vielfalt
(verdi.de, Till Schmidt)
Das Projekt “Mentoring@NRW” fördere Nachwuchskräfte mit Zuwanderungsgeschichte beim Einstieg in den Journalismus, um der sozialen Selektion durch unbezahlte Praktika entgegenzuwirken. Wie Projektleiterin Anna Kravčíková berichte, habe die Initiative seit ihrem Start vor sechs Jahren über 60 Talente in Medienhäuser vermittelt. Wegen finanzieller Kürzungen weiche das Programm nun auf ein intensives Camp-Format für 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus, das Themen wie Bezahlung, Story-Pitches und Rassismuserfahrungen adressiere. Ein besonderer Fokus liege dabei auf dem Lokal- und Regionaljournalismus.

6. Sie belügen euch und werden reich damit
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 18:44 Minuten)
Mats Schönauer deckt in diesem Video auf, wie mit KI-generierten Inhalten (“KI-Slop”) auf Social-Media-Plattformen massenhaft Klicks und Geld generiert werden. Als Beispiel dient der reichweitenstärkste deutsche YouTube-Kanal “Tsuriki Show”, der Milliarden Aufrufe mit automatisiert wiederholtem KI-Trash erziele. Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

Geisterstadt W Social, ARD räumt ab, Stuttgarter Geschichtsamputation

1. W Social Netzwerk: Fake-Zahlen, Rassismus und Totenstille!
(metacheles.de, Sascha Pallenberg)
Der Tech-Blogger Sascha Pallenberg beschreibt das als europäische Twitter-Alternative gestartete Netzwerk W Social als scheiternde “Geisterstadt”. Eine Auswertung der öffentlich einsehbaren Daten zeige, dass über 90 Prozent der knapp 30.000 registrierten Konten inaktiv seien und auf der Plattform manipulierte Interaktionszahlen angezeigt würden. Zudem warnt Pallenberg vor einer bedenklichen politischen Schieflage.

2. “Der wahre Hauptgegner ist der Faktor Zeit”
(turi2.de, Markus Trantow)
Die Geschäftsführung des “RedaktionsNetzwerk Deutschland” (“RND”) um Denni Klein und Lina Timm betont im Interview, dass Verlage sich nach massiven Reichweitenverlusten durch Google-Updates aus der Abhängigkeit großer Plattformen befreien müssen. Das “RND” setze deshalb voll auf bezahlte Abos, regionale Inhalte und direkte Kundenkontakte über eigene Newsletter statt auf flüchtige Klicks. Um mit dem rasanten KI-Wandel mitzuhalten, investiere der hinter dem “RND” stehende Verlag Madsack Millionen in eine moderne Datenplattform.

3. Was braucht junger Journalismus?
(verdi.de, Susanne Stracke-Neumann)
Beim Sommerfest der Jugendpresse Deutschland habe “Zeit-Online”-Chefredakteur Jochen Wegner über Nachwuchsförderung, Berufseinstiege und die Transformation des Journalismus gesprochen. Er rate jungen Interessierten heute nur dann zum Weg in den Journalismus, wenn sie eine unbedingte Leidenschaft für Recherche, Wahrheitsfindung und Storytelling mitbringen. Neben der Erschließung neuer Ausspielwege sei die rasche Aneignung technologischer Werkzeuge mittlerweile überlebenswichtig.

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4. Geschichtsamputation
(kontextwochenzeitung.de, Josef-Otto Freudenreich & Johanna Henkel-Waidhofer)
Dem Archiv im Stuttgarter Pressehaus drohe das Aus. Ende des Monats verlasse der letzte verbliebene Archivar die Abteilung. Was aus den jahrzehntealten, sorgsam verschlagworteten Beständen werden soll, lasse die neue Eigentümerin, die Neue Pressegesellschaft aus Ulm, auf Anfrage komplett unbeantwortet. Vor Ort gehe derweil die Befürchtung um, dass Teile des Schatzes bereits entsorgt worden und historische Fotobestände im Schredder gelandet seien.

5. Fünf Autorinnen und ein Autor auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis
(spiegel.de)
Die Jury des Deutschen Buchpreises habe die sechsköpfige Shortlist für das Jahr 2026 bekannt gegeben: Nominiert seien Werke von Shida Bazyar (“Die Lücken”), Franziska Gänsler (“Orca”), Valeria Gordeev (“Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle”), Elias Hirschl (“Schleifen”), Peggy Mädler (“Selbstregulierung des Herzens”) und Dana Vowinckel (“Anton und Alma”). Insgesamt habe das Gremium 205 Neuerscheinungen gesichtet. Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung werde am 5. Oktober im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse verliehen.

6. Die ARD räumt ab, Überraschungen im Serien-Bereich
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Uwe Mantel fasst bei “DWDL” die “Nacht der Kreativen” des Deutschen Fernsehpreises zusammen, bei der vor allem die ARD Grund zum Feiern hatte: Gleich sieben der elf Auszeichnungen für die Gewerke hinter der Kamera seien an Produktionen des Ersten gegangen. Der ARD-Film “Die Nichte des Polizisten” habe sogar doppelt abgeräumt, für Buch und Schnitt.

Ungarn nach Orbán, “Schlampige Recherche”, Mediale Parallelwelt

1. Ungarn nach Orbán: Warum ein Regierungswechsel die Medien nicht automatisch befreit
(de.ejo-online.eu, Susanne Fengler)
Susanne Fengler analysiert, warum der Wahlsieg der Tisza-Partei in Ungarn die dortigen Medien nicht automatisch befreien werde. Zwar ende damit die lange Herrschaft Viktor Orbáns, doch die unter Fidesz geschaffenen Strukturen würden weiterwirken: regierungsnahe Medienkonzentration, politisch geprägte Aufsicht, ökonomischer Druck auf unabhängige Redaktionen und schwache Selbstregulierung. Fengler beschreibt das ungarische Mediensystem deshalb als formal plural, aber strukturell verzerrt.

2. Richter rügt “schlampige Recherche” bei Böhmermann
(t-online.de)
Im Rechtsstreit um eine Sendung des “ZDF Magazin Royale” über Arne Schönbohm habe das Oberlandesgericht München dem ZDF laut einem Bericht der “Welt” eine deutliche Niederlage signalisiert. Der Senat halte die Einschätzung der Vorinstanz offenbar für richtig, wonach die Sendung von Jan Böhmermann beim Publikum den Eindruck erweckt habe, Schönbohm habe Kontakte zu russischen Geheimdiensten gehabt. Das stelle eine schwere Verletzung des Persönlichkeitsrechts Schönbohms dar.

3. Die mediale Parallelwelt von “Timmy” und “Hope”
(dwdl.de, Simon Pycha)
Simon Pycha beschreibt am Beispiel des gestrandeten Wals an der Ostseeküste, wie sich auf Social Media eine mediale Parallelwelt zur klassischen Berichterstattung bilde. Auf TikTok und Instagram gebe es oft eine stärkere Emotionalisierung, verbunden mit alternativen Erzählungen. In diesen Echokammern würden sich Verschwörungstheorien, manipulierte Bilder, KI-Inhalte und falsche Spendenaufrufe verbreiten.

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4. Neues Mediengesetz für MV tritt in Kraft
(verdi.de, Volker Nünning)
In Mecklenburg-Vorpommern sei ein neues Mediengesetz in Kraft getreten, das die Förderung lokaler und regionaler Sender sowie privater Bürgermedien neu regele. Künftig könnten Lokal-TV-Anbieter über die Medienanstalt Mecklenburg-Vorpommern Landesmittel erhalten, um regionale Nachrichten- und Informationsangebote mit engem Ortsbezug zu sichern. Dafür stünden 2026 und 2027 jeweils insgesamt 300.000 Euro zur Verfügung.

5. Looksmaxxing – Macht dieser TikTok-Trend dein Kind zum Nazi?
(volksverpetzer.de, Lars Freudenberger)
Lars Freudenberger beschreibt das in den Sozialen Medien verbreitete “Looksmaxxing” als vermeintlichen Selbstoptimierungstrend für junge Männer, der von harmlos wirkenden Tipps schnell in extreme Körperkontrolle, pseudowissenschaftliche Schönheitsideale und gefährliche Praktiken kippen könne. Dabei gehe es nicht nur ums Aussehen, sondern um ein hierarchisches Weltbild, in dem Erfolg und sozialer Wert allein an Attraktivität geknüpft würden. In den einschlägigen Onlineforen würden zudem Frauenhass, Rassismus und rechtsextreme Denkmuster eine große Rolle spielen.

6. Wie überzeugend ist Journalismus auf der Bühne?
(deutschlandfunkkultur.de, Elena Philipp & Susanne Burkhardt, Audio: 59:51 Minuten)
“Journalistische Recherchen, als Theaterstück auf der Bühne präsentiert, machen seit einigen Jahren Furore. Entsteht damit ein neues Genre? Oder wird das Theater zu einer ‘Vertriebsstelle für journalistische Sendungen’ degradiert, wie die FAZ beklagt?” Darüber sprechen beim Deutschlandfunk Kultur Kay Voges, Intendant am Schauspiel Köln, und “FAZ”-Autor Simon Strauß, der dazu einen kritischen Kommentar geschrieben hatte (nur mit Abo lesbar).

KW 49/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. Wie Journalisten mit eigenen Positionen in Erscheinung treten
(deutschlandfunk.de, Sören Brinkmann, Audio: 32:04 Minuten)
Bei “Nach Redaktionsschluss”, dem Medienpodcast des Deutschlandfunk (DLF), geht es um die Frage, wie viel eigene Meinung und Haltung Journalistinnen und Journalisten zeigen dürfen und ob völlige Neutralität überhaupt möglich ist. Anhand von Beispielen erörtern DLF-Hörer Paul Stoop, Medienjournalist Steffen Grimberg und Elena Gorgis aus der DLF-Redaktion “Meinung & Diskurs”, welche Verantwortung Medienschaffende bei Äußerungen in Sozialen Netzwerken tragen und wie dies deren Glaubwürdigkeit beeinflusst.

2. Wissenschaft im Netz der Desinformation: Die Rolle von digitalen Medien und KI
(youtube.com, Ennio Brandt, Video: 22:51 Minuten)
Ennio Brandt warnt in seinem Vortrag vor den Gefahren wissenschaftsbezogener Desinformation, die zunehmend durch KI-Tools wie Deepfakes und automatisierte Textgeneratoren sowie durch populistische Akteure verbreitet werde. Er zeigt anhand von Beispielen aus Telegram-Kanälen und Social Media, wie Themenfelder wie Klimawandel oder Covid-19 gezielt mit Verschwörungsnarrativen verknüpft würden, um eine vermeintliche “Gegenwissenschaft” zu etablieren und gesellschaftliche Spaltung voranzutreiben.

3. Yasmine M’Barek & Nils Minkmar: Welche Zukunft hat Journalismus in digitalen Zeiten?
(youtube.com, Rüdiger Fries, Video: 2:07:45 Stunden)
Nils Minkmar und Yasmine M’Barek diskutieren im “Digital Fight Club” über die Bedrohung des Qualitätsjournalismus durch Algorithmen, Desinformation und eine zunehmend polarisierte Debattenkultur. Beide sind sich einig, dass unabhängige Medien nur durch eine stärkere Regulierung der Digitalkonzerne sowie die Bereitschaft der Gesellschaft, für glaubwürdige Berichterstattung zu bezahlen, eine Zukunft hätten.

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4. Die Liebe zum Spiel (mit Mara Pfeiffer)
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 1:12:12 Stunden)
In einer Sonderfolge ihres Podcasts “Die Medienversteher” sprechen Tanjev Schultz und Markus Wolsiffer mit der Sportjournalistin Mara Pfeiffer über deren Erfahrungen in der noch immer stark männlich dominierten Fußballbranche, in der sie sich trotz massiver Online-Anfeindungen und sexistischer Kritik einen Platz erkämpft habe. Pfeiffer versteht den Sportjournalismus weniger als reine Spielberichterstattung, sondern als Schnittstelle zu gesellschaftlichen Themen wie Rassismus, Sexismus und Demokratie.

5. Ankäufe, Video, Events: Was die ARD mit Podcasts vorhat
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 32:06 Minuten)
Im Podcast “Läuft” beschreibt Leiterin Cathrin Jacob die Arbeit der neuen “Podcast-Unit” der ARD als vernetzenden “Service-Satelliten”, der durch engere Kooperation der Sender Doppelstrukturen vermeiden und hochwertigen “Hero Content” fördern solle. Angesichts eines veränderten Marktes setze die ARD verstärkt auf externe Partnerschaften und experimentiere mit Video-Podcasts.

6. Die Margen der Kunst
(youtube.com, Michael Seemann, Video: 24:47 Minuten)
Michael Seemann erklärt in seinem Vortrag, dass Macht in der Musikindustrie davon abhänge, wie schwer jemand zu ersetzen ist. Aktuell würden wenige große Musikverlage das Geschäft dominieren. Künstlerinnen und Künstler würden durch das Überangebot im Streaming und kommende KI-Konkurrenz immer austauschbarer und damit machtloser. Seemann empfiehlt den Kreativen, sich nicht auf das Urheberrecht zu verlassen, sondern sich in Gewerkschaften zu organisieren.

Journalisten verlassen Pentagon, Zugriff auf “taz”-Laptop, Fußballseele

1. Journalisten verlassen Pentagon aus Protest
(tagesschau.de)
Fast alle US-Journalistinnen und -journalisten hätten aus Protest gegen neue Restriktionen des Kriegsministers Pete Hegseth ihre Büros im Pentagon verlassen und ihre Zugangsausweise abgegeben, darunter auch Reporter von Medien wie Fox News, wo Hegseth selbst früher gearbeitet habe: “Den Angaben nach verließen etwa 40 bis 50 Journalisten gemeinsam das Gebäude und trugen Stühle, einen Kopierer, Bücher und Fotos auf den Parkplatz des Ministeriums.”

2. Das bisschen Überwachung
(journalist.de, Daniel Moßbrucker)
Daniel Moßbrucker kritisiert, dass die geplante Vorratsdatenspeicherung von Union und SPD kaum noch Widerstand bei Journalistinnen und Journalisten hervorrufe, obwohl die Branche jahrzehntelang dagegen gekämpft habe. Er erklärt das damit, dass sich der Journalismus vollständig digitalisiert habe, die Ängste nach den Snowden-Enthüllungen sich nicht realisiert hätten, neue Bedrohungen wie die aus Russland die Debatte verändert hätten, und Medienschaffende selbst massenhaft Daten sammeln würden.

3. Bleib wach – sonst stirbst du!
(taz.de, Christof Meueler)
In einem Gastbeitrag für die “taz” wirbt Christof Meueler, Feuilletonleiter des “nd”, dafür, die in finanzieller Not steckende linke Tageszeitung mit mindestens 150.000 Euro zu retten, damit sie ihren 80. Geburtstag im April feiern könne. Er betont, dass das “nd” viel moderner sei als sein Ruf, aber der Kostendruck so hoch sei, “dass die Zeitung mit dem Sparen kaum mehr hinterherkommt. Es ist wie in einem Actionfilm. Das nd liegt schwer getroffen am Boden, lebensgefährlich verletzt.”

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4. Verschwörungstheorien und was sie anrichten
(verdi.de, Till Schmidt)
Till Schmidt hat mit dem Verschwörungstheorie-Experten Michael Butter über die Verbreitung und die Gefahren von Verschwörungserzählungen in Deutschland gesprochen. Butter erklärt, dass Verschwörungstheorien nicht per se gefährlich seien, sondern erst dann zum Problem würden, wenn sie sich mit “dicken Ideologien” wie Antisemitismus oder Rassismus verbinden und zu Gewalt oder demokratiefeindlichem Verhalten führen. Butter plädiert dafür, differenzierter hinzuschauen und investigativen Journalismus als “Gegengift” zu stärken.

5. Zugriff auf taz-Laptop “sehr wahrscheinlich”
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat den Laptop der “taz”-Journalistin Serena Bilanceri untersucht, der im Juli neun Tage lang von israelischen Sicherheitskräften am Flughafen in Tel Aviv konfisziert worden war. Sie kommt zu dem Schluss, dass “sehr wahrscheinlich” auf die Daten zugegriffen worden sei. Man habe Hinweise gefunden, dass der Laptop gewaltsam geöffnet wurde. Reporter ohne Grenzen und die “taz” kritisieren das Vorgehen als Verletzung internationaler Standards, des Quellenschutzes und des Redaktionsgeheimnisses.

6. Ein Stück Berliner Fußballseele geht verloren: Mit der “FuWo” verschwindet mehr als eine Zeitung
(tagesspiegel.de, Michael Perlinski)
Michael Perlinski trauert um die nach 102 Jahren eingestellte Berliner “Fußball-Woche” (“FuWo”), die für ihn und viele andere weit mehr als nur eine Zeitung gewesen sei. Er kritisiert sowohl den Berliner Fußball-Verband als auch die Politik scharf dafür, dass sie die Tradition nicht gerettet haben, obwohl Geld vorhanden gewesen wäre. Mit der “FuWo” verschwinde ein Stück Berliner Fußballkultur, das ehrlich über den Sport auf den Plätzen berichtete und nicht aus den VIP-Logen.

Hartes Arbeitsklima, Ende der freien US-Presse?, Holger Friedrich

1. “Das Arbeitsklima ist extrem hart”
(verdi.de, Stefan Mey)
Im Interview mit Stefan Mey schildert Katharina Weiß von Reporter ohne Grenzen, dass die Berichterstattung über den Nahostkonflikt für viele Journalistinnen und Journalisten in Deutschland mit massivem Druck, Anfeindungen und struktureller Einschränkung der Pressefreiheit verbunden sei. Besonders problematisch seien körperliche Angriffe auf Demos, gezielte Online-Hasskampagnen sowie politische Interventionen und redaktionelle Selbstzensur, etwa durch Begriffssperren oder ungleiche Behandlung von Quellen.

2. Das Ende der freien Presse in den USA?
(ndr.de, Fritz Lüders, Video: 21:22 Minuten)
Der Beitrag des NDR-Medienmagazins “Zapp” zeigt, wie die Regierung von Donald Trump gezielt klassische Medien ausgrenze, regierungstreue Influencer in den Vordergrund rücke und kritische Berichterstattung systematisch unter Druck setze. Durch wirtschaftliche Hebel, rechtliche Drohungen und politische Einflussnahme auf Medienaufsicht und Auslandsrundfunk sei die Pressefreiheit in den USA massiv gefährdet. Diese Strategie bedrohe nicht nur einzelne Medienschaffende, sondern schwäche die demokratische Öffentlichkeit insgesamt.

3. Holger Friedrich sagt, wie (gut) es beim Berliner Verlag läuft – und lässt eine Zeitschrift der Weimarer Republik wieder aufleben
(kress.de, Marc Bartl)
Wie Marc Bartl bei “kress” berichtet, plant Verleger Holger Friedrich eine Neuauflage der Zeitschrift “Weltbühne”, um an deren republikanisch-antimilitaristische Tradition aus der Weimarer Zeit anzuknüpfen und Räume für offenen Diskurs zu schaffen. Gleichzeitig habe Friedrich Geschäftszahlen des Berliner Verlags (unter anderem “Berliner Zeitung”) offengelegt: 2024 sei ein operativer Gewinn von 1,4 Millionen Euro erzielt worden, was die wirtschaftliche Stabilität des Hauses belege. Als nächstes Ziel wolle Friedrich mit dem Berliner Verlag Gesellschafter der Deutschen Presseagentur (dpa) werden, um ostdeutsche Perspektiven stärker in die Medienlandschaft einzubringen.

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4. ORF jubelt über den ESC-Sieg und fängt schon an zu rechnen
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Im “Austria-Update” von “DWDL” schreibt Timo Niemeier, dass der öffentlich-rechtliche ORF trotz erheblicher Sparzwänge den Eurovision Song Contest 2026 in Österreich ausrichten möchte. Die Vorbereitungen dafür hätten bereits begonnen. Gleichzeitig warne der ORF-Redaktionsausschuss vor einem massiven Programmabbau infolge eingefrorener Rundfunkbeiträge und appelliere an die Politik, die redaktionelle Unabhängigkeit zu wahren. Weitere Themen: Canal+ soll ein Angebot für die TV-Rechte an der österreichischen Bundesliga abgegeben haben, ein Verleger sei wegen Bedrohung verurteilt worden, und der Medienwissenschaftler Leonhard Dobusch ziehe als neues SPÖ-Mitglied in den ORF-Stiftungsrat ein.

5. Kritik oder Rassismus? – Warum Herkunft kein Makel ist
(thueringer-allgemeine.de, Roya Hedayati)
In einem Kommentar für die “Thüringer Allgemeine” berichtet Roya Hedayati, dass sie als Volontärin in der Lokalredaktion Arnstadt sowohl Offenheit als auch alltäglichen Rassismus erlebt habe: “Ich habe viele offene Menschen kennengelernt – und gleichzeitig erlebt, wie verletzend es sein kann, als junge Frau mit Migrationsgeschichte im Journalismus zu arbeiten.” Abwertende Kommentare über ihre Herkunft würden zeigen, dass Diskriminierung sowohl im Journalismus als auch im Alltag des Ilm-Kreises präsent sei. Hedayati ruft dazu auf, Ausgrenzung nicht zu ignorieren, sondern offen anzusprechen und sich für Vielfalt und Respekt einzusetzen.

6. Gefährlicher Angriff auf die sexuelle Selbstbestimmung
(netzpolitik.org, Chris Köver & Sebastian Meineck)
Bei netzpolitik.org argumentieren Chris Köver und Sebastian Meineck, dass das neue schwedische Gesetz zur Online-Sexarbeit nicht nur Sexarbeiterinnen kriminalisiere, sondern auch tief in digitale Plattformstrukturen eingreife. Plattformen wie OnlyFans oder Snapchat könnten demnach künftig strafrechtlich belangt werden. Zudem würden verstärkte Inhaltslöschungen, Profilverbote und der Ausschluss Betroffener von Zahlungsdiensten drohen. Der Gesetzgeber nutze den Schutz vor Missbrauch als Vorwand, um die Überwachung digitaler Kommunikation und Zahlungsflüsse auszuweiten.

Hallervorden, Intendantenwahl, Spongebob und Schleimkanonen

1. ARD äußert sich zu Hallervordens umstrittenem Auftritt
(t-online.de)
In der TV-Jubiläumssendung “75 Jahre ARD” sorgte Schauspieler und Kabarettist Dieter Hallervorden mit der Verwendung des N- und des Z-Wortes in einem Sketch für breite Kritik und Diskussionen über Rassismus und Satire. Obwohl die Sendung vorproduziert gewesen sei, sei die Passage aus der Aufzeichnung nicht herausgeschnitten oder mit einem Hinweis versehen worden. Die ARD verteidige den Auftritt Hallervordens als bewusste Provokation im satirischen Kontext, betone aber gleichzeitig ihr Engagement für Vielfalt und die Ablehnung von Rassismus.

2. Und jetzt zurück zu den Staatsinfos
(taz.de, Nikita Danilin)
Durch die Kürzungen der US-Regierung unter Donald Trump drohe Radio Liberty, einer der letzten unabhängigen Nachrichtenquellen in Zentralasien, das Ende. In Ländern wie Kasachstan, Usbekistan oder Tadschikistan wären dann nur noch staatlich kontrollierte Informationen verfügbar. Experten warnen, dass dies nicht nur die Demokratie gefährde, sondern auch die russische Propaganda stärke und unabhängige Journalistinnen und Journalisten weiter marginalisieren könnte.

3. NDR-Mitarbeiter fordern neues Verfahren zur Intendantenwahl
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Timo Niemeier berichtet, dass nach der gescheiterten Intendantenwahl beim NDR nun auch die Personalvertretungen ein neues, transparenteres Auswahlverfahren fordern, bei dem die Beschäftigten ernsthaft einbezogen werden. Ihre Kritik laute, dass dem Rundfunkrat nur eine Kandidatin ohne Alternative zur Wahl gestanden habe, und weder die Personalräte noch die Mitglieder ausreichend informiert und beteiligt worden seien.

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4. Wachsende Gefahren für serbische Medienschaffende
(reporter-ohne-grenzen.de)
Laut der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) wird es in Serbien für Medienschaffende zunehmend gefährlicher. “Während sich die Schlinge um Medien sowie Journalistinnen und Journalisten in Serbien immer weiter zuzieht, darf die Europäische Union nicht länger wegsehen. Auf die serbische Regierung und Behörden ist kein Verlass, wenn es darum geht, Angriffe auf die Presse zu stoppen”, kommentiert RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus: “Der Schutz der Pressefreiheit ist ein entscheidendes Kriterium für Serbiens Beitritt in die EU. Die deutsche Regierung muss diese Verstöße klar verurteilen.”

5. Trump verlängert Frist für TikTok in den USA
(spiegel.de)
US-Präsident Donald Trump habe die Frist für den Verkauf von TikToks US-Geschäft um weitere 75 Tage verlängert. Das größte Hindernis für einen möglichen “Deal” sei die Zustimmung der chinesischen Regierung, was Trump wie folgt kommentiere: “Wir hoffen, weiterhin vertrauensvoll mit China zusammenarbeiten zu können, das, soviel ich weiß, nicht sehr glücklich über unsere gegenseitigen Zölle ist.”

6. Spongebob und Schleimkanonen
(tagesspiegel.de)
Sportverbände und TV-Sender würden zunehmend auf kindgerechte Formate mit bunten Animationen, bekannten Figuren und Kommentaren von Kindern setzen, um junge Zuschauerinnen und Zuschauer frühzeitig für Live-Sport zu begeistern. Hinter diesen Maßnahmen stecke neben pädagogischen Zielen auch das wirtschaftliches Interesse, langfristig eine loyale Fanbasis aufzubauen. Noch sei jedoch wenig darüber bekannt, was Kinder wirklich am Sport fasziniert – ob Stars, Geschichten oder der Wettbewerb selbst.

AfD schikaniert Medien, “Klima vor acht”, Social-Media-Verbot

1. Ihr Kampf
(taz.de, Gareth Joswig)
Bei einem Parteitag in Bayern habe die AfD Journalistinnen und Journalisten von Security-Mitarbeitern bewachen lassen. Dies sei selbst für AfD-Verhältnisse ein neuer Tiefpunkt, findet Gareth Joswig: “Zwei stämmige Securitys begleiteten den Reporter Johannes Reichart vom Bayerischen Rundfunk beim Parteitag der AfD Bayern in Greding Ende November auf Schritt und Tritt. Sogar beim Toilettengang und beim Kauf von Getränken bewachte das Sicherheitspersonal den Journalisten.”

2. Klima vor acht will sich jetzt ins ARD-Programm einkaufen
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der Verein “Klima vor acht” plane, sich mit einer einmaligen Sendung ins Vorabendprogramm der ARD einzukaufen, um dort auf ein tägliches Klimaformat aufmerksam machen zu können. Dafür sollen 250.000 Euro bei Sponsoren eingeworben werden, mit denen dann ein entsprechender Werbeplatz gekauft werden soll. Ziel sei es, die öffentlich-rechtlichen Sender zum Handeln zu bewegen und die Klimaberichterstattung stärker in den Mittelpunkt zu rücken.

3. Wie “Politfluencer” Jugendliche erreichen
(blog.medientage.de, Bettina Pregel)
Bettina Pregel von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien hat sich mit der Kommunikationswissenschaftlerin Desiree Schmuck über das Phänomen der “Politfluencer” unterhalten: Welche Rolle spielen sie für die Meinungsbildung Jugendlicher und junger Erwachsener? In welcher Weise und auf welchen Kanälen erreichen Influencer junge Menschen mit politischen Themen? Und was können klassische Nachrichtenmedien wie Zeitung, Radio und Fernsehen ändern, um im Wettbewerb um die junge Zielgruppe zu punkten?

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4. Zahlreiche prominente Accounts verlassen X
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
In einem offenen Brief haben sich mehr als 60 Medienschaffende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Autorinnen und Autorinnen von X (ehemals Twitter) verabschiedet. Sie schreiben: “Seit der Übernahme durch Elon Musk ist Twitter kein Ort mehr für freie und faire Meinungsäußerung und einen offenen Austausch. Schlimmer noch, Twitter ist ein Ort der Zensur, des Rassismus, Antisemitismus und des rechten Agendasettings geworden. Die Abschaffung von Moderationsmechanismen und die gezielte Verstärkung extremistischer Inhalte untergraben die Grundprinzipien einer deliberativen Plattform und machen X zu einem Werkzeug der Polarisierung, der Manipulation​​​ und der Menschenfeindlichkeit.”

5. Die besten Texte 2024
(arminwolf.at)
Der österreichische Journalist Armin Wolf macht Werbung für die nominierten Texte bei der Wahl des diesjährigen Reporter:innen-Preises: “Es ist eine Art Best of des deutschsprachigen Text-Journalismus 2024 und man kann sich einfach stundenlang querdurch lesen.” Wolf kennt die Texte sehr gut – er ist Mitglied der Jury.

6. Mehrheit befürwortet Social-Media-Verbot für Kinder wie in Australien
(spiegel.de)
Australien hat ein radikales Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche erlassen. Nun berichtet der “Spiegel” über eine repräsentative Onlineumfrage, nach der eine große Mehrheit in Deutschland ein ähnliches Social-Media-Gesetz befürworten würde: “77 Prozent der knapp 2000 Befragten gaben an, ein solches Gesetz in Deutschland ‘voll und ganz’ oder ‘eher’ zu befürworten. Dagegen würden es 13 Prozent entweder ‘voll und ganz’ oder ‘eher’ ablehnen. Der Rest beantwortete diese Frage mit ‘weiß nicht’.”

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