Suchergebnisse für ‘Frankfurter Rundschau’

Frankfurter Rundschau, Brigitte, Luxusreisen

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Einfach, aber effektvoll”
(berliner-zeitung.de, Ulrike Simon)
Die Trennung zwischen Werbung und Inhalten im Verlag Gruner + Jahr. “In der aktuellen Brigitte schreibt eine namentlich genannte Ressortleiterin der Zeitschrift über ihr ‘perfektes Wohlfühl-Wochenende’ im ‘Romantik-Hotel Lindslerhof’ im Saarland. Der Direktor des Hotels bestätigt: Die Kosten für den Aufenthalt hat das Hotel übernommen. Er nennt die PR-Agentur mitsamt der Telefonnummer ihrer Chefin, die den Vorgang ebenfalls bestätigt.”

2. “Luxusreisen für Journalisten”
(ndr.de, Video, 6:10 Minuten)
Medien, die von der “Welt am Sonntag” als Teilnehmer von Luxusreisen auf Kosten von ThyssenKrupp identifiziert werden, berichten nicht über die Debatte dazu. Autor Jörg Eigendorf: “Es wird totgeschwiegen.”

3. “‘Frankfurter Rundschau’: 1/5 der 500 Beschäftigten sind in der Redaktion”
(neunetz.com, Marcel Weiss)
Marcel Weiss kommentiert den Insolvenzantrag der “Frankfurter Rundschau”: “Die Frage lautet nun, ob zwingend 400 Personen beschäftigt werden müssen, um 100 Stellen in einer Redaktion unterstützen zu können. Wahrscheinlich nicht. Das Verhältnis ist geprägt vom Arbeitsaufwand, um Nachrichten auf Papier zu drucken und dieses Papier dann in der Bundesrepublik zu verbreiten.”

4. “Zeitungskrise? Zeitungsende!”
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Für Christian Jakubetz sind Tageszeitungen – “man muss das in den Endzeittagen der FR und wohl auch der FTD nochmal festhalten – eine sterbende Gattung. (…) Mach’s gut, Tageszeitung, Ende und aus. Es war trotzdem schön mit dir.”

5. “Papier ist geduldig”
(coffeeandtv.de, Lukas Heinser)
Lukas Heinser stellt fest, dass er kaum noch Geld ausgibt für Printprodukte: “Ich liebe gut gemachte Zeitungen, trotzdem lese ich sie nicht.”

6. “Meine Frustration mit Paid Content am Beispiel des NewScientist”
(blicklog.com, Dirk Elsner, 9. November)
Dirk Elsner will den “New Scientist” online erwerben: “Ich wollte ein Heft kaufen und mich weder registrieren, noch ein Vorteilsabo oder 6 Monatsabo erwerben. Warum muss ich mich registrieren, wenn ich doch ohnehin ein Zahlverfahren wie Paypal nutzen kann?”

Four Lions, Frankfurter Rundschau, Fußnägel

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Wer sticht wen”
(zeit.de, Matthias Kalle und Tanja Stelzer)
Das Magazin der “Zeit” widmet sich diese Woche der Frage, “was Journalisten anrichten”. Es geht unter anderem um die Methoden des Boulevard: “Man ruft grundsätzlich ohne Nummernkennung an. Man überrumpelt Verwandte von Prominenten, man schickt junge Reporter zu Partys, die am Buffet die Prominenten in ein Gespräch verwickeln.”

2. “Four Lions: Wir erfinden uns eine Zensurdebatte”
(buttkickingbabes.de, Rochus Wolff)
“Spiegel Online” (“CSU will Islamistensatire verbieten”) und andere Medien deuten eine Aussage eines CSU-Politikers zur Filmkomödie “Four Lions” als Aufruf zur Zensur: “Die CSU hat nie etwas in Bezug auf Four Lions gefordert, und auch Stephan Meyer hat weder von Zensur noch von Verbot gesprochen.”

3. “Aus der Redaktion – Heute: schwatzgelb, Nuri und der Boulevard”
(schwatzgelb.de)
Wie das Borussia-Dortmund-Fanzine schwatzgelb.de seit 2009 versucht, sich “Bild”-frei zu halten.

4. “WAZ muss für Schleichwerbung kein Bußgeld zahlen”
(blogs.taz.de/rechercheblog, Sebastian Heiser)
Sebastian Heiser schreibt, wieso die WAZ trotz Gesetz kein Bußgeld für Schleichwerbung bezahlt. “Das Landespressegesetz sieht vor, dass Schleichwerbung mit einem Bußgeld von bis zu 10.000 DM geahndet werden kann (ja, in dem Gesetz steht wirklich noch ‘Deutsche Mark’).

5. “Ihr Charme, ihr Drama”
(freitag.de, Ina Hartwig)
Ina Hartwig erinnert an die guten Zeiten der “Frankfurter Rundschau”: “Überhaupt, das Rauchen und Trinken! Der ältere Kollege, nachdem er den ganzen Tag leidenschaftlich telefoniert (und geraucht) hatte oder mit der Schreibmaschine Briefe zusammengehackt, öffnete abends seinen Schrank, wo eine Selektion von Rotweinflaschen mehr über seine Einstellung zum Leben und Arbeiten aussagte, als es die heutigen aseptischen, mit Energiesparlicht abgetöteten Arbeitsplätze im Großraumbüro vermögen.”

6. “Toemageddon 2011 – This Little Piggy Went to Hell”
(thedailyshow.com, Video, 6:11 Minuten)
US-Medien beschäftigen sich mit den pink bemalten Fußnägeln eines fünfjährigen Jungen.

Untergang, Feuchtfrisur, Sonneborn

1. “Der Untergang der alten Medien-Schweiz”
(nzz.ch, Rainer Stadler)
Rainer Stadler erkennt in einem Leitartikel eine untergehende Medien-Schweiz: “Was man aus ökonomischer Sicht gelassen als Verdrängungswettbewerb bezeichnen kann, bedeutet in publizistischer Hinsicht: schmalbrüstige Redaktionen, schrumpfende Kompetenz bei der journalistischen Bewältigung der nahen und fernen Ereignisse, aggressivere Schlagzeilen als Folge wachsender Ahnungslosigkeit, Hysterien, Missachtungen der Unschuldsvermutung und mehr Übergriffe in die Privatsphäre, weil gerade dort attraktive Unterhaltungsstoffe zu holen sind.”

2. Im Newsroom der Frankfurter Rundschau
(fr-online.de, Uwe Vorkötter, mit Video)
Uwe Vorkötter, Chefredakteur der Frankfurter Rundschau, berichtet aus dem neu bezogenen Newsroom im Sachsenhäuser Depot: “Inzwischen ist dem größten Großverlag und dem kleinsten Kleinverlag klar, dass er das Internet braucht – nicht umgekehrt. Und unter Journalisten setzt sich die Erkenntnis durch, dass es auf den Inhalt der Geschichte ankommt, nicht auf den Verbreitungsweg: egal ob sie auf Papier gedruckt, online gesendet oder in absehbarer Zukunft auf ein elektronisches Lesegerät übertragen wird.”

3. “Eine Welt ohne Presse”
(spiegel.de, Konrad Lischka)
“Zeitschriften sterben, US-Zeitungshäuser beerdigen Regionalblätter – und die Zielgruppe lässt das völlig kalt. Viele Leser halten das Modell Presse für überholt. Aber wie würde eine Welt ohne Journalismus klassischer Prägung aussehen? Ein Szenario.”

Read On…

Eine Million pro Monat, Superlativ ist nicht super, Ave Maria in der Endzone

1. “Exxpress”-Schwesterportal “Nius” kostet Financier Gotthardt eine Million Euro pro Monat
(derstandard.at, Harald Fidler)
Der deutsche Software-Unternehmer Frank Gotthardt habe gegenüber der “Zeit” (nur mit Abo lesbar) offengelegt, dass ihn die von Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt geführte Plattform “Nius” monatlich rund eine Million Euro oder mehr koste. Die Betreibergesellschaft halte zudem die Mehrheit am österreichischen Onlineportal “Exxpress”. Trotz kumulierter Verluste im zweistelligen Millionenbereich in den vergangenen Jahren verteidige Gotthardt sein finanzielles Engagement als Gegenpol zum aus seiner Sicht belehrenden öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

2. Was sollte das eigentlich? Vor 5 Jahren startete Bild TV
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Fünf Jahre nach dem Sendestart von “Bild TV” rekapituliert Thomas Lückerath das Scheitern des linearen TV-Projekts des Axel-Springer-Verlags: “Boulevard-Journalismus der ‘Bild’ funktioniert maßgeblich über Zuspitzung in Schlagzeilen. Legendär sind Titelseite a la ‘Wir sind Papst’. Schlagzeilen, egal ob online oder gedruckt, die bleiben. Doch in mehrstündigen Live-Strecken versendet sich Gesagtes, lässt sich nur bedingt wiederholen. Bild TV lieferte viel Sendestrecke, aber das Medium lässt weniger Pointierung zu.”

3. Und am Wochenende ist Disco mit Peter
(taz.de, Doris Akrap)
Doris Akrap porträtiert die Magdeburger “Volksstimme” und deren Redaktionsalltag unter Chefredakteur Marc Rath. Trotz des digitalen Medienwandels und anhaltender Auflagenverluste behaupte sich das Blatt als auflagenstärkste Regionalzeitung Sachsen-Anhalts. Die Redaktion sehe sich und ihren bodenständigen Lokaljournalismus auch gegenüber politischem Druck und gesellschaftlichen Spannungen gut gerüstet.

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4. Juristin Brosius-Gersdorf fordert besseren Schutz vor Hass im Netz
(zeit.de)
Die Verfassungsrechtlerin Frauke Brosius-Gersdorf spreche sich im Interview mit dem “Tagesspiegel” für schärfere gesetzliche Vorgaben gegen Hetze und Desinformation auf Onlineplattformen aus. Soziale Netzwerke seien zwar ein demokratischer Gewinn für die freie Meinungsäußerung, brächten durch Anonymität jedoch erhebliche Gefahren mit sich. Sie plädiere daher für eine Verpflichtung der Plattformen, bei der Registrierung Klarnamen und Adressen der Nutzerinnen und Nutzer zu erfassen. Dies ermögliche später einen Auskunftsanspruch.

5. Medien und Boulevard: Der Superlativ ist nicht super
(fr.de, Tanjev Schultz)
Journalistik-Professor Tanjev Schultz kritisiert in seinem Beitrag für die “Frankfurter Rundschau” den inflationären Einsatz von Superlativen und Zuspitzungen in der Berichterstattung verschiedener Medien. Anhand von Artikeln über die vermeintlich “gefährlichste Schule Deutschlands” oder Schlagzeilen, die einzelne Politiker zum “gefährlichsten Mann” des Landes erklären, warnt Schultz vor einer Erosion journalistischer Standards. Die permanente Skandalisierung und Personalisierung führe zu einer sprachlichen Verrohung und drohe, das Publikum abzustumpfen.

6. Kinder von Robin Williams kämpfen gegen KI-Williams auf Social Media – bei Social Media
(spiegel.de)
Zwölf Jahre nach dem Tod von Schauspieler Robin Williams hätten seine drei Kinder den seit 628 Wochen stillgelegten Instagram-Account ihres Vaters reaktiviert. Sie würden der Flut an KI-generierten Fälschungen, die Stimme und Aussehen des Komikers imitieren, ein authentisches, verlässliches Archiv entgegensetzen wollen. Tochter Zelda Williams sehe darin die beste Handhabe, um das künstlerische Erbe ihres Vaters vor Verwässerung und Missbrauch zu schützen.

7. Ave Maria in der Endzone (mit Lorenz Meyer)
(youtube.com, Gavin Karlmeier, Video: 1:02:44 Stunden)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Gavin Karlmeier und der “6-vor-9”-Kurator analysieren bei “Haken dran” den Auftakt des US-Prozesses gegen Meta, in dem die Richterin den Versuch des Social-Media-Konzerns, den ehemaligen Mitarbeiter und Kronzeugen Arturo Béjar per Verfahrensantrag auszuschließen, abgewiesen habe. Béjar belaste die Unternehmensführung schwer. Er werfe Mark Zuckerberg vor, Profit und Verweildauer über den Schutz Minderjähriger gestellt zu haben. Außerdem geht es um die Untersuchungen gegen TikTok wegen riskanter Algorithmen-Tests bei Jugendlichen, um Metas smarte Kamerabrillen sowie um die Kontroverse um die W-Social-Plattformchefin Anna Zeiter.

“FAZ” bedauert Frage, Bedrohte Synchronbranche, Bollywood-Ausflug

1. Tötung russischer Soldaten: FAZ bedauert Frage an Selenskyj
(medien.epd.de)
Der Evangelische Pressedienst berichtet, dass die “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (“FAZ”) sich von einer Formulierung ihres Korrespondenten Michael Martens distanziere. Bei einer Pressekonferenz habe Martens den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gefragt, wie Europa der Ukraine helfen könne, “mehr russische Soldaten zu töten”. Der Vorfall habe heftige Reaktionen in den Sozialen Medien nach sich gezogen. Die “FAZ” bedauere die “missverständlich formulierte” Frage.

2. Wie KI Synchronsprecher bedroht
(youtube.com, Filmriss, Video: 39:32 Minuten)
In diesem “Filmriss”-Video geht es um den Machtkampf zwischen der deutschen Synchronbranche und dem rasanten Vormarsch generativer Künstlicher Intelligenz. Bekannte Stimmen wie Charles Rettinghaus (unter anderem Jamie Foxx und Leornado DiCaprio), Giuliana Jakobeit (u. a. Keira Knightley) und Peter Flechtner (u. a. Ben Affleck) schildern die emotionale und handwerkliche Tiefe des Synchronschauspiels. Und sie kritisieren das ungefragte und oft rechtswidrige Training von Sprachmodellen mit ihren eigenen Stimmen.

3. Bahn frei für Bahn-Bashing?
(taz.de, Ambros Waibel)
Die “taz” befasst sich mit zwei aktuellen ZDF-Dokumentationen über die Deutsche Bahn (“Unsere Bahn: geliebt, verflucht – gefährlich?” sowie “Das Deutsche-Bahn-Desaster”). Beide Dokumentationen zögen am Ende ein ähnliches Fazit: Das Desaster bei der Bahn fungiere als Sinnbild für die verfehlte Infrastrukturpolitik und den Zustand der gesamten Bundesrepublik. “taz”-Redakteur Ambros Waibel erwähnt dabei auch die juristische Auseinandersetzung zwischen der Bahn und dem ZDF über redaktionelle Korrekturen und Fragen der Pressefreiheit.

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4. Wegen Fake News: Angriff auf Sanitäter in Rumänien
(orf.at)
Der ORF berichtet über einen schwerwiegenden Zwischenfall in Rumänien, bei dem Rettungskräfte von einer bewaffneten Gruppe mit Äxten und Steinen angegriffen worden seien. Auslöser sei eine virale Falschnachricht auf TikTok gewesen, laut der Sanitäter in Krankenwägen angeblich kleine Kinder rauben würden. Der ORF-Beitrag thematisiert den konkreten Fall, aber auch die daraus resultierende Debatte über eine stärkere Regulierung und Identitätspflicht in Sozialen Netzwerken.

5. Der Fall Karl Anders und die Frankfurter Rundschau
(journalistik.online, Alf Mayer & Horst Pöttker)
Alf Mayer und Horst Pöttker rekonstruieren das Verdrängen des Verlegers und Widerstandskämpfers Karl Anders aus der Geschichte der “Frankfurter Rundschau”. Anders habe das Blatt Mitte der 1950er-Jahre durch Kredite, kaufmännisches Know-how und den Aufbau des Druckgeschäfts vor dem Konkurs gerettet, sei jedoch nach einem Zerwürfnis mit Mitherausgeber Karl Gerold aus der offiziellen Zeitungschronik gestrichen worden. Die beiden Autoren diskutieren darüber, inwiefern das Ausblenden relevanter Fakten aus der eigenen Hausgeschichte eine Verletzung journalistischer Sorgfaltspflichten darstellt.

6. Mein bester Freund ist Bollywood-Star
(ardmediathek.de, Samuel Häde, Video: 34:00 Minuten)
Die “Y-Kollektiv”-Doku wirft einen Blick auf die Milliarden-Industrie Bollywood: “Y-Kollektiv-Reporter Samuel Häde begleitet seinen besten Freund und Bollywood-Schauspieler Anant Joshi exklusiv durch seinen Alltag – und trifft die deutsche Schauspielerin Lisa-Marie Spiegel, die in Mumbai vom Durchbruch träumt. Er erlebt hautnah, welchen Hype Bollywood-Stars in Indien auslösen und wirft einen Blick hinter die Kulissen auf die Menschen, die die Traumfabrik unter harten Arbeitsbedingungen am Laufen halten.”

Gaza-Aktion, KI-Nachahmung verletzt Rechte, Zwangshaft für RTL-Bosse?

1. Hunderte Medien weltweit mobilisieren für Gaza
(reporter-ohne-grenzen.de)
Mehr als 250 Medien weltweit hätten sich an einer Aktion beteiligt, die von der Organisation Reporter ohne Grenzen und der Kampagnenbewegung Avaaz initiiert worden sei, um ein Zeichen gegen die gezielte Gewalt an Journalistinnen und Journalisten im Gazastreifen zu setzen. Medienhäuser hätten dazu ihre Titelseiten geschwärzt, schwarze Banner auf ihre Websites gesetzt oder Video- und Audio-Statements veröffentlicht. In Deutschland seien die “Frankfurter Rundschau”, “Der Freitag”, die “taz”, “nd”, “dis:orient” und Weltreporter.net dabei gewesen.

2. Wie Rechtsextreme mit KI-Bildern viral gehen
(belltower.news, Una Titz)
Rechtsextreme hätten ein virales Video einer Zwölfjährigen aus dem schottischen Dundee instrumentalisiert, um das Mädchen mithilfe von KI-Bildern zur Märtyrerfigur hochzustilisieren. Obwohl die Faktenlage deutlich komplexer sei, verbreiteten rechte Netzwerke gezielt eine rassistische Erzählung von einer “wehrhaften Tochter Europas” gegen einen angeblichen “fremden Bedroher”. Das “Mädchen mit dem Messer” diene als perfektes Beispiel für rechte Desinformationsstrategien im Zeitalter generativer KI.

3. Streit mit Produzentin: Nun droht der RTL-Führung Zwangshaft
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Die Journalistin und Filmemacherin Jana Bernhardt habe den Medienkonzern RTL erfolgreich auf Auskunft über Werbeeinnahmen verklagt, weil sie sich unfair entlohnt und in ihrer Urheberschaft übergangen fühle. Nachdem RTL vor Gericht unterlag, aber weiterhin die Offenlegung verweigere, habe Bernhardt nun “die Anordnung von Zwangshaft gegen die RTL-Geschäftsführung, namentlich Stephan Schmitter und Inga Leschek”, beantragt. RTL wolle das Urteil vor dem Bundesverfassungsgericht anfechten.

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4. KI-Nach­ah­mung ver­letzt das Recht an der eigenen Stimme
(lto.de)
Ein YouTuber habe mithilfe von Künstlicher Intelligenz die bekannte Stimme von Bruce-Willis-Synchronsprecher Manfred Lehmann nachgeahmt und ohne dessen Einwilligung in zwei Videos verwendet. Das Landgericht Berlin habe darin eine Verletzung von Lehmanns Persönlichkeitsrecht erkannt und den YouTuber zur Zahlung von insgesamt 4.000 Euro verurteilt. Das Gericht habe betont, die Zuschauer könnten fälschlich annehmen, Lehmann habe den politisch rechts einzuordnenden Inhalten zugestimmt, was dessen Ruf schädigen könne.

5. Das Amtsgeheimnis ist weg, es lebe die Informationsfreiheit!
(netzpolitik.org, Anna Biselli)
Österreich habe am 1. September ein Informationsfreiheitsgesetz eingeführt und damit das über einhundert Jahre alte Amtsgeheimnis abgeschafft. Behörden müssten nun wichtige Informationen von sich aus veröffentlichen oder auf Anfrage gebührenfrei herausgeben. Bürgerrechtsorganisationen wie das “Forum Informationsfreiheit” begrüßen das Gesetz, betonen jedoch, echte Transparenz entstehe erst durch engagierte Bürgerinnen und Bürger, einen Kulturwandel in der Verwaltung und unabhängige Kontrolle.

6. Der Trick mit dem Gimmick
(taz.de, Gaby Coldewey)
Anlässlich des 50. Geburtstags des “Yps”-Hefts erinnert sich Gaby Coldewey in der “taz” an ihre Kindheit mit der Mischung aus Wundertüte und Kindermagazin: “Da gab es Urzeitkrebse zum Selberzüchten, ein Schleuderkatapult oder eine ominöse ‘Wunder-Schrumpffolie mit Spezial-Malstift’. Ich hatte keine Ahnung, was das war, aber es klang aufregend, unbekannt, neu. Und deshalb wollte ich es haben.”

551 Fragen der Union, Eingriff von Bezos, Höchststand an Rügen

1. Union empört mit Fragen zu NGOs
(tagesschau.de)
Die Unionsfraktion hat Anfang der Woche eine sogenannte Kleine Anfrage zur politischen Neutralität von Nichtregierungsorganisationen in den Bundestag eingebracht. In der sonst auf wenige Punkte beschränkten Anfrage werden 551 Fragen zu zivilgesellschaftlichen Initiativen gestellt, darunter auch zu Organisationen wie “Correctiv” und Netzwerk Recherche. Dagegen regt sich breiter Widerstand: Reporter ohne Grenzen sieht darin den Versuch, kritische Stimmen aus der Zivilgesellschaft einzuschüchtern. Netzwerk Recherche hält das Vorgehen für “eine gefährliche Entwicklung, wenn die Union die Gemeinnützigkeit etablierter journalistischer Organisationen in Frage stellt”. Die Deutsche Journalisten-Union in Verdi spricht von einem “parteipolitischen Angriff auf die Demokratieförderung”. Auch der Deutsche Journalisten-Verband übt massive Kritik an dem Vorgang. Attac spricht von einem “Großangriff auf die demokratische Zivilgesellschaft”. Die Amadeu Antonio Stiftung von einer “Misstrauenskampagne gegen die Zivilgesellschaft”. Die ebenfalls von der Anfrage betroffene Organisation Campact hat einen Appell gestartet: “Merz gegen uns alle: Angriff auf die Zivilgesellschaft abwehren!” Und in der “Frankfurter Rundschau” kommentiert Leo Fischer: “Man kann die Gefahren benennen, die darin bestehen, wenn eine künftige Kanzlerpartei die kritische Zivilgesellschaft auf eine Weise angreift, die man bisher nur von Trump und Orbán kannte. Man kann aber auch ganz anders fragen – beispielsweise so: Habt ihr eigentlich alle den Arsch offen?!”

2. Bezos mischt sich in Meinungsbeiträge der “Washington Post” ein
(sueddeutsche.de)
Wie die “Süddeutsche Zeitung” berichtet, nimmt Amazon-Gründer Jeff Bezos zunehmend Einfluss auf die “Washington Post”, deren Eigentümer er ist. Bezos lenke das Meinungsressort in eine libertäre Richtung mit Fokus auf persönliche Freiheiten und freie Märkte. Zuvor hatte er bereits eine Wahlempfehlung der Zeitung für Kamala Harris verhindert, was zu Abo-Kündigungen und Kritik innerhalb der Redaktion führte. Die “New York Times” sähe darin einen Rechtsruck in der Ausrichtung der “Washington Post”.

3. Weißes Haus sucht Reporter künftig selbst aus
(taz.de)
Das Weiße Haus will offenbar die regierungsunabhängige White House Correspondents’ Association (WHCA) entmachten, die darüber entscheidet, welche Journalistinnen und Journalisten aus dem Oval Office oder der Präsidentenmaschine berichten dürfen. Damit würde eine jahrzehntelang eingeübte Praxis zu Ende gehen. WHCA-Präsident Eugene Daniels kommentiert: “In einem freien Land dürfen Anführer nicht in der Lage sein, ihr eigenes Pressekorps auszuwählen.”

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4. Trump droht Medien und Autoren bei Verwendung anonymer Quellen
(spiegel.de)
Und noch einmal Donald Trump: Der US-Präsident drohe Medien, Autoren und Verlagen mit rechtlichen Schritten, wenn diese sich auf anonyme Quellen berufen, und stelle die Möglichkeit eines entsprechenden neuen Gesetzes in den Raum. Hintergrund ist offenbar ein Enthüllungsbuch des Autors Michael Wolff, das Trump unter anderem als psychisch angeschlagen nach einem Attentat beschreibt.

5. Presserat: Höchststand an Rügen
(verdi.de)
Der Deutsche Presserat verzeichne einen Höchststand bei den öffentlichen Rügen, insbesondere wegen Verstößen gegen die journalistische Sorgfaltspflicht wie mangelnde Recherche und irreführende Überschriften. Zudem habe es zahlreiche Rügen wegen Verletzungen des Persönlichkeitsschutzes gegeben, etwa durch die Veröffentlichung von Opferfotos ohne Einwilligung der Angehörigen. Insgesamt seien im vergangenen Jahr 2.215 Beschwerden eingegangen, von denen ein Drittel als unbegründet eingestuft worden sei.

6. Zurück in die Zukunft: Der Rachefeldzug des Stefan Raab
(rnd.de, Imre Grimm)
Imre Grimm beschreibt Stefan Raabs TV-Comeback als Rachefeldzug, bei dem dieser mit alten Erfolgsrezepten versuche, “die deutsche ESC-Ehre” zu retten und das deutsche Fernsehen neu zu prägen. Dabei inszeniere sich Raab als unerschütterlicher Perfektionist, der nicht verlieren kann, aber möglicherweise den Anschluss an die veränderte Medienwelt verpasst hat. Raabs Ehrgeiz scheine ungebrochen, aber es bleibe fraglich, ob sein alter Stil und seine alten Methoden heute noch funktionieren.

7. Friede Springer als Berliner Ehrenbürgerin
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:27 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator die Verleihung der Berliner Ehrenbürgerwürde an Friede Springer: “Eine Stadt, die demokratische Werte und sozialen Zusammenhalt ernst nimmt, sollte ihre höchste Ehrung nicht an jemanden vergeben, dessen Medien jahrelang zur gesellschaftlichen Spaltung beigetragen haben. Berlin kann mehr. Aber Berlin sollte auch mehr wollen.”

Pulitzer-Preise, “Das macht mich wütend”, Gute Talkshows

1. “New York Times” gewinnt
(taz.de)
Für ihre Berichterstattung über den Hamas-Angriff vom 7. Oktober und die israelische Reaktion darauf erhielt die “New York Times” den renommierten Pulitzer-Preis in der Kategorie Internationale Reportage. Der Breaking-News-Preis für Fotografie ging an die Nachrichtenagentur Reuters für ihre begleitende Berichterstattung. Außerdem wurde der russische Oppositionspolitiker Vladimir Kara-Mursa für seine Kolumnen in der “Washington Post” ausgezeichnet, die er “unter großem persönlichen Risiko aus seiner Gefängniszelle” geschrieben habe. Auf der Website des Pulitzer-Preises findet man Links zu den ausgezeichneten Beiträgen.

2. Das macht mich wütend
(linkedin.com, Mathias Peer)
“Das macht mich wütend: FOCUS online und Frankfurter Rundschau schreiben schamlos bei mir ab – und ich kann nichts dagegen tun.” Auf LinkedIn schreibt sich Mathias Peer, freier Journalist und Korrespondent für Südostasien und Südasien, den Frust von der Seele. Die genannten Medien hätten sich bei seiner Recherche für das “Handelsblatt” bedient: “Das Urheberrecht schützt mich hier wohl kaum: Schließlich haben die Medien nicht 1:1 kopiert, sondern geben meine Recherchen leicht umformuliert wieder. Ein Problem ist diese Art von Pseudo-Journalismus dennoch: Investitionen in echte Recherchen lohnen sich immer weniger, wenn die Billigkonkurrenz am Ende den Traffic abgreift.”

3. Was macht eine gute neue Talkshow aus, Anna Dushime?
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 25:43 Minuten)
Im Podcast “Läuft” erzählt Anna Dushime, wie es zu ihrem Talkshowformat “Der letzte Drink” gekommen ist, dessen Pilotsendung mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet wurde. Was ist Dushime beim Interviewen wichtig? Und wie geht es mit einem Format weiter, dessen erste Folge bereits einen bedeutenden Preis einsammeln konnte? In der Medienkritik setzt sich Alexander Matzkeit kritisch mit einem Podcast über einen Techno-DJ auseinander.

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4. Zu politisch? GFF und Campact unterstützen vom Verlust der Gemeinnützigkeit bedrohte Organisationen
(freiheitsrechte.org)
Die Online-Kampagnenorganisation Campact und die Gesellschaft für Freiheitsrechte wollen Vereine unterstützen, denen wegen ihres, auch medialen, Engagements gegen Rechtsextremismus die Aberkennung der Gemeinnützigkeit droht. Dabei geht es um die Übernahme von Beratungs- und Verfahrenskosten sowie die Vermittlung von spezialisierten Anwaltskanzleien. Felix Kolb, geschäftsführender Vorstand von Campact, sagt dazu: “Wie wir aus Umfragen wissen, zögern hochgerechnet 30.000 Vereine in Deutschland, sich politisch zu engagieren. Sie haben Angst, ihren Gemeinnützigkeitsstatus und damit überlebenswichtige Steuervorteile und Fördermöglichkeiten zu verlieren.”

5. Feminismus trifft Klassenkampf im Film
(verdi.de, Gitta Düperthal)
Gitta Düperthal fasst ihre Eindrücke von der 41. Ausgabe des Internationalen Frauenfilmfestivals (IFFF) zusammen, bei dem es vor allem “um Frauensolidarität, Antirassismus, Antisexismus und Klassenkampf” gehe. Düperthal zieht ein positives Fazit: “Das Kino hat im feministischen und klassenkämpferischen Sinn einiges zu bieten. Das Team des IFFF unter Leitung von Maxa Zoller ist findig genug, um jedes Jahr aufs Neue die filmischen Highlights zu fördern oder auch Vergessenes auszugraben.”

6. Rezo macht neues Format für Amazon-Streamingdienst Freevee
(dwdl.de, Alexander Krei & Uwe Mantel)
Wie “DWDL” berichtet, wird der bekannte Youtuber Rezo demnächst nicht nur auf seinen üblichen Kanälen, sondern auch bei Amazon zu sehen sein. “Fake Train” heiße das neue Format, bei dem prominente Gäste in einem eigens dafür angemieteten Zug in Köln ihr Wissen über “Fake News” und Desinformation beweisen müssen. Das Projekt werde von der Bundeszentrale für politische Bildung unterstützt.

Gescheiterte Beschwerden, Gewalt im Lokalen, Geschichte des Metaverse

1. Vos­gerau schei­tert gegen Cor­rectiv vor OLG Ham­burg
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Das Oberlandesgericht Hamburg hat die Beschwerden des Staatsrechtlers Ulrich Vosgerau und eines weiteren Teilnehmers eines rechten Treffens in Potsdam gegen den “Correctiv”-Bericht “Geheimplan gegen Deutschland” abgewiesen. Felix W. Zimmermann fasst zusammen, warum das Gericht in der Berichterstattung keine Rechtsverletzung sah und wie die Auseinandersetzung insgesamt zu bewerten ist.

2. “Wir wussten, dass es politisch höchst brisant wird”
(journalist.de, Jan Freitag)
Für den “journalist” sprach Jan Freitag mit den “Correctiv”-Spitzen Anette Dowideit und Justus von Daniels über die Folgen der “Geheimplan”-Recherche. Dabei geht es auch um die Gerichtsverfahren, die einzelne Teilnehmer des Treffens angestrengt haben. Justus von Daniels kommentiert: “Wir sehen hier auch einen Trend, Gerichtsverfahren als PR-Mittel zu nutzen, um in der Öffentlichkeit Zweifel zu säen, egal wie das Verfahren ausgeht.”

3. Gewalterfahrung im Lokaljournalismus
(verdi.de, Claudia Krieg)
Bei “M”, dem Medienmagazin der Gewerkschaft Verdi, berichtet der Journalist Fabian Klaus über seine Erfahrungen mit Gewalt und Bedrohungen durch Rechtsextreme bei der Berichterstattung über AfD-Demonstrationen und rechtsextreme Veranstaltungen in Thüringen. Klaus plädiert für eine stärkere Sensibilisierung der Redaktionen für die damit verbundenen Probleme: “Umgang mit Gewalt oder Gewalterfahrung fängt ja nicht erst bei Kriegsberichterstattung an.”

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4. Der Journalismus braucht neue Modelle
(fr.de, Tanjev Schultz)
Der Journalistikprofessor Tanjev Schultz setzt sich in der “Frankfurter Rundschau” leidenschaftlich für die Pressefreiheit ein: “In Zeiten, in denen Donald Trump seriöse Journalistinnen und Journalisten in den USA als ‘Feinde des Volkes’ beschimpft, muss das demokratische Dösen enden. In Zeiten, in denen nicht wenige Menschen die großen Zeitungen und Sender in Deutschland als ‘Lügenpresse’ diffamieren, ist es nötig, aufzuwachen und die Unabhängigkeit der Medien zu sichern.” Schultz mahnt: “Wer die Vierte Gewalt schleifen lässt, steht bald ganz ohne Gewaltenteilung da.”

5. Domradio nach Ankündigung von Woelkis Bistum “besorgt”
(t-online.de)
Das Kölner Erzbistum habe “Strukturveränderungen” beim Domradio angekündigt. Beim Beirat des kircheneigenen Radiosenders stoße der geplante Umbau auf Kritik: “Der Beirat stellt die Frage, welche Vorteile aus der angeregten ‘Neustrukturierung’ gezogen werden sollen, und dringt auf weitere Beratung und Beteiligung in den verantwortlichen Gremien.”

6. Die Geschichte des Metaverse
(metacheles.de, Sascha Pallenberg)
“Die Geschichte des Metaverse oder woher stammen eigentlich Begriffe wie ‘Virtual Reality’, ‘Augmented Reality’, Omniverse und Co.?” Diesen Fragen geht Sascha Pallenberg in einem bunten Medienmix nach: In einer Chronologie der Ereignisse hat er einige spannende Youtube-Beiträge zum Thema zusammengestellt. Und im “MeTacheles”-Podcast geht es noch einmal per Audio um die “fast 100-jährige Historie der virtuellen Welt” (42:00 Minuten).

7. Söder auf China-Reise
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 3:51)
Zusätzlicher Link, weil in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator die Social-Media-Inszenierung der China-Reise des bayerischen Ministerpräsidenten: “Eines muss man Markus Söder lassen: Er ist weltweit der erste Influencer, der im Nebenberuf Ministerpräsident ist.”

Streik bei der ARD, Politische Pressereisen, Influencer-Werbung

1. Es hagelt Ohrfeigen
(taz.de, Livio Koppe)
Die EU-Richtlinie zum Schutz vor missbräuchlichen Einschüchterungsklagen, bekannt als Anti-SLAPP-Richtlinie, die unter anderem die Positionen von Journalistinnen und Journalisten stärken soll, steht kurz vor dem Inkrafttreten. Livio Koppe ist skeptisch, was ihre Wirksamkeit angeht: “Letztendlich wird sich noch zeigen müssen, ob die neue EU-Direktive das Zeug dazu hat, die Tendenz zu SLAPP-Klagen einzudämmen.”

2. Wann, wenn nicht jetzt …
(journalist.de, Volkmar Kah)
Volkmar Kah, beim Deutschen Journalisten-Verband Geschäftsführer des Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, betont in seinem Beitrag die Bedeutung von Tarifverträgen und kollektiven Arbeitskämpfen in der deutschen Medienbranche. Dies gelte insbesondere mit Blick auf die aktuellen Bewegungen in den Belegschaften von Radio NRW, der “Frankfurter Rundschau” und der Funke-Medien: “Tarifverträge sind vor allem in Krisenzeiten wie diesen ein ganz wichtiger Baustein, um unsere Branche für potenzielle junge Fachkräfte attraktiv zu machen.”

3. Beschäftigte von ARD-Sendern streiken
(verdi.de)
Beschäftigte der ARD-Sender, darunter WDR, NDR, SWR und BR, haben gestern für bessere Gehälter und Honorare gestreikt. Die Gewerkschaft Verdi fordert rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres eine Erhöhung um 10,5 Prozent, mindestens jedoch 500 Euro monatlich, sowie spezifische Aufbesserungen für Volontärinnen und Volontäre und Auszubildende. Der ausgelaufenen Tarifvertrag habe lediglich eine Erhöhung von 2,8 Prozent sowie eine einmalige Teuerungszulage in Höhe von 3.000 Euro vorgesehen.

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4. Kaum Transparenz: Welche Medien die Politik am liebsten auf Reisen einlädt
(kobuk.at, Johanna Höpflinger)
Johanna Höpflinger beleuchtet in ihrem Artikel die mangelnde Transparenz österreichischer Medien in der Berichterstattung, die auf Grundlage von Pressereisen entstanden ist, die die Politik finanziert hat. Eine Auswertung des Medienwatchblogs “Kobuk” zeige, dass trotz Ethikrichtlinien und der Einführung von Compliance-Regeln durch einzelne Medienhäuser in der überwiegenden Mehrheit der Berichte keine Angaben zur Finanzierung der Reise durch politische Institutionen gemacht wurden.

5. Gehen öffentlichen Debatten die Grautöne verloren?
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhöfer, Audio: 45:33 Minuten)
Im Deutschlandfunk-Podcast “Nach Redaktionsschluss” kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. In der Folge zur Polarisierung in den Medien befürchtet ein Hörer den Verlust der gemeinsamen Debattenbasis. Mit ihm diskutieren Georg Restle, Redaktionsleiter des ARD-Magazins “Monitor”, und der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen von der Uni Tübingen.

6. Grüne wollen Influencern Werbung für Finanzprodukte verbieten
(handelsblatt.de, Dietmar Neuerer)
Wie beim “Handelsblatt” zu lesen ist, setzen sich die Grünen für ein europaweites Werbeverbot für Influencer ein, das Finanzprodukte, medizinische Produkte, Glücksspiel und ungesunde Lebensmittel betreffe. Das gehe aus einem noch unveröffentlichten Papier der Bundestagsfraktion der Grünen mit Empfehlungen an die EU-Kommission hervor, das dem “Handelsblatt” vorliege. Die Ampel-Partner SPD und FDP sähen den Vorstoß kritisch.

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