Suchergebnisse für ‘Afd’

Landesverrat, Meuthen-Mythen, Streaming-Emmys

1. Zwei Jahre später
(taz.de, Christian Rath)
Nach dem Landesverrats-Vorwurf gegen die “Netzpolitik”-Blogger wollte Bundesjustizminister Maas das entsprechende Gesetz reformieren. Christian Rath fragt sich, was daraus geworden ist. Die Antwort fällt nüchtern aus: „Die von Justizminister Heiko Maas (SPD) angekündigte Prüfung des Landesverratsparagrafen führte zu keinerlei Änderung.“

2. Fotojournalisten sofort freilassen
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die “Reporter ohne Grenzen” sind besorgt über die Festnahme eines myanmarischen Fotojournalisten und seines Assistenten in Bangladesch: „Minzayar Oo und Hkun Lat wollten die dramatische Situation der Rohingya dokumentieren. Es kann nicht sein, dass sie der Spionage beschuldigt werden, nur weil sie ihren Job gemacht haben.“

3. Faktencheck: Meuthen, Merkel, Mythen
(correctiv.org, Inga Wonnemann)
AfD-Bundesvorstand Jörg Meuthen hat ein kurzes Video gepostet, das eine Szene aus einem Merkel-Interview vom Oktober 2015 zeigt: In dramatischer Aufmachung wird Angela Merkel eine Aussage in Sachen Flüchtlingspolitik in den Mund gelegt, die sie so nicht gemeint hat. Der Ausschnitt sei aus dem Zusammenhang herausgerissen, so die Faktenchecker von “Correctiv”. Es sei eine “gezielte Desinformation”.

4. Immer mehr live und weniger kritisch
(deutschlandfunk.de, Matthis Jungblut)
Wenn es in den Medien um Sport geht, dann im ganz überwiegendem Fall um (Männer-)Fußball. Weniger populäre und massenkompatible Sportarten fallen meist durch das Raster. Doch durch das Internet wird es immer einfacher, auch anderen Sportarten eine Bühne zu geben. Und so geht der Trend zu immer mehr Livesport bei immer mehr Anbietern. Dabei bleibe jedoch oft der kritische Sportjournalismus auf der Strecke.

5. Hausverbot für Tagesspiegel bei Auftritt von Petry und Lengsfeld
(tagesspiegel.de)
Die Veranstalter des geplanten gemeinsamen Auftritts von AfD-Chefin Frauke Petry und der ehemaligen DDR-Bürgerrechtlerin und Ex-CDU-Bundestagsabgeordneten Vera Lengsfeld haben ein Hausverbot gegen den “Tagesspiegel” verhängt. Dieser hatte zuvor über Verbindungen zur rechtsradikalen “Ein-Prozent-Bewegung” um den umstrittenen Publizisten Götz Kubitschek berichtet.

6. Die Emmys führen das traditionelle Fernsehen vor
(sueddeutsche.de, Kathrin Werner)
In Los Angeles wurden zum 69. Mal die Emmy-Awards verliehen, die als weltweit wichtigster Fernsehpreis gelten. Unter den Gewinnern waren in diesem Jahr zahlreiche Produktionen von Internetstreaming-Diensten wie “Netflix” und “Amazon Prime”. Entsprechend habe es einiges an Witzen auf Kosten der alten Fernsehsender gegeben, so “SZ”-Korrespondentin Kathrin Werner. Der große Vorteil der Streamingdienste: Sie seien nicht von Einschaltquoten abhängig, müssten nicht auf Werbekunden schielen und könnten sich daher auch Serien außerhalb von Massengeschmack und Mainstream erlauben.

Frisierte Abgeordnete, Zielgruppe Judenhasser, Homophobie bei der FAZ

1. Wikipedia-Artikel über Abgeordnete vom Bundestag aus geschönt
(br.de, Christine Auerbach & Maximilian Zierer)
Eine Analyse der Datenjournalisten des Bayerischen Rundfunks zeigt, dass viele Wikipedia-Artikel über Bundestagsabgeordnete umgeschrieben beziehungsweise geschönt und frisiert werden. Das Bemerkenswerte dabei: Die Analyse hat ergeben, dass in dieser Legislaturperiode die Wikipedia-Seiten von einem Drittel aller Abgeordneten von Bundestags-PCs aus verändert wurden. Über einen anonymen Wikipedia-Account von einem Computer aus dem Deutschen Bundestag wurde beispielsweise ein vormals überzeugter Atomkraft-Anhänger durch Löschen der einschlägigen Passage („Joachim Pfeiffer gilt als Befürworter des Einsatzes von Atomkraftwerken.“) zum glühenden Energiewende-Fan: “Die Energiewende bezeichnet er als Umbau der Energieversorgung und drängt in diesem Zusammenhang auf eine schnelle Markteinführung der Erneuerbaren Energien.”

2. Zielgruppe “Judenhasser”
(sueddeutsche.de, Simon Hurtz)
Immer wieder gerät Facebook wegen seiner fragwürdigen Werbemöglichkeiten in die Kritik. So ließen sich im Werbetool bis letzten Donnerstag gezielt Antisemiten (Interesse: “Wie verbrennt man Juden”), Islamhasser (“Muslime töten”), Frauenfeinde (“Bitches umbringen”) oder Rassisten (“Ku-Klux-Klan”) ansprechen. Nachdem ein Recherche-Kollektiv Facebook damit konfrontierte, reagierte Facebook und deaktivierte die entsprechenden Werbemöglichkeiten. Doch Simon Hurtz von der „SZ“ musste bei seiner Recherche feststellen, dass dies vom Social-Media-Riesen nur unzureichend umgesetzt wurde: Zumindest Freitagmittag sei es nach wie vor möglich gewesen, in Facebooks Anzeigenmanager Interessen wie “Heil Hitler!”, “Juden raus!” oder “German Schutzstaffel” auszuwählen.

3. Homophober Text war homophob
(taz.de)
Der Presserat rügt einen FAZ-Beitrag aus dem Sommer, in dem ein anonymer Autor (Pseudonym: Johannes Gabriel) behauptete, dass adoptierte Kinder von homosexuellen Paaren einer besonders hohen Gefahr eines sexuellen Missbrauchs ausgesetzt seien. Diese Behauptung stelle einen schweren Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot nach Ziffer 12 des Pressekodex dar, so der Presserat.

4. Rechts vor links
(daily.spiegel.de, Ulrike Simon)
Ulrike Simon schreibt in ihrer Medienkolumne bei „Spiegel Daily“ über einen Konflikt in der Madsack Mediengruppe. In den Stadtausgaben der “Hannoverschen Allgemeinen Zeitung” (HAZ) und “Neuen Presse” (NP) erschien eine mehrseitige Werbebeilagen der AfD. Eine Aktion, die auch beim größten Gesellschafter des Madsack-Konzerns nicht gut ankam: Der Medienholding der SPD… Kolumnistin Simon ordnet den Vorgang ein.

5. „Recht am geistigen Eigentum stärken“
(stuttgarter-zeitung.de, Markus Grabitz)
EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger spricht sich im Interview mit der „Stuttgarter Zeitung“ für ein von vielen Medienhäusern und Branchenverbänden gefordertes europäisches Verlegerrecht aus. Die Position der Verlage gegenüber Konzernen wie Google müsse gestärkt werden. Außerdem sei es überfällig, dass Gerichte den öffentlich-rechtlichen Sendern “ihre Grenzen aufzeigen”, so Oettinger: „Die Sender sorgen für ein kostenloses und umfassendes journalistisches Angebot im Netz, das für die privat finanzierten Verlagshäuser eine scharfe Konkurrenz darstellt. Die Öffentlich-Rechtlichen finanzieren dies auch aus Rundfunkbeiträgen. Dies ist unfair gegenüber den vollständig privat finanzierten Zeitungshäusern und stellt für sie eine Gefahr dar.“

6. Wonach User in Wahlprogrammen von CDU, SPD, Linke, Grüne, AfD googeln
(kosmos.welt.de, Kritsanarat Khunkham)
Die “Zeit” hat ausgerechnet, dass die Wahlprogramme der sechs größten Parteien rund 225.000 Wörter umfassen, was ungefähr 350 eng bedruckten DINA4-Seiten entspräche. “Welt”-Autor Kritsanarat Khunkham hat Google raussuchen lassen, welche Begriffe in den letzten sieben Tagen bei den jeweiligen Wahlprogrammen von Union, SPD; Linke, Grüne, AfD und FDP die häufigsten „Mitsuchworte“ waren.

Moderatoren-Pachtverträge, TV ist out, Ungeliebte Landliebe

1. Hushpuppie-Pathos und Dauergeplärre im Wahlkampf
(deutschlandfunk.de, Silke Burmester)
Silke Burmester ist genervt vom Wahlkampf-Fernsehen mit immer denselben Politikmoderatoren der Riege Maischberger, Klöppel, Illner, Will und Plasberg: „Geht mit einem Moderationsposten für eine relevante politische Sendung ein 100-jähriger Pachtvertrag einher? Wie kommen Fernsehverantwortliche darauf, dass sich 30-jährige Vertriebsangestellte und 19-jährige Deutsch-Türken, die gerade ihr Abitur gemacht haben, durch ein homogenes Team bestens verdienender, sich in den Zirkeln der Elite bewegender Menschen Anfang/Mitte 50 vertreten fühlen könnten?“

2. Richtige Zahlen, voreilige Schlüsse
(correctiv.org, Inga Wonnemann)
In den vergangenen Tagen machten einige alarmistische Artikel zu Vergewaltigungen in Bayern die Runde. Inga Wonnemann hat sich die Zahlen näher angeschaut. Die Zahl der registrierten Sexualdelikte sei tatsächlich gestiegen. Man müsse die Daten allerdings einordnen und dürfe keine falschen Zusammenhänge herstellen.

3. Mit dem Zweiten sieht man rechter
(kreuzer-leipzig.de, Tobias Prüwer)
Im Leipziger Magazin „Kreuzer“ kritisiert Tobias Prüwer die ZDF-Doku „Radikale von Links“, bei der einiges durcheinander geraten sei. In der Leipzig-Berichterstattung seien ganze Stadtviertel verlegt und Straßenschlachten erfunden worden. Und als Stichwortgeber und Experte sei ausgerechnet ein AfD-Politiker aufgetreten, der im Film schlicht als „Politologe“ bezeichnet worden sei.

4. Die Qual vor der Wahl
(de.ejo-online.eu, Gerret von Nordheim)
In letzter Zeit gab es einige Fälle, in denen Meinungsforscher deutlich danebenlagen, ob beim Brexit, der Trump-Wahl oder einigen AfD-Landtagserfolgen. Die Meinungsforschungsinstitute verweisen auf die Unsicherheiten und Fehlertoleranzen, die von den Journalisten beim Weitertransport der Zahlen nicht angegeben worden seien. Nun haben Studierende der TU Dortmund untersucht, wie deutsche Printmedien mit Wahlumfragen umgehen. Wird Unsicherheit dort kommuniziert? Und wenn ja, wie? Und wird überhaupt die Quelle der Umfrage genannt?

5. „Fernsehen ist out. Die Schüler informieren sich über das Smartphone“
(journalist-magazin.de, Yvonne Zwirnmann)
Im neunten Teil der „journalist“-Interviewreihe zum Thema Fake News erzählt ein Gymnasiallehrer, welchen Einfluss Falschmeldungen im Klassenzimmer haben. Seine Resümee zum Thema Medienkonsum: „Fernsehen ist out. Die gesamte Informationsbeschaffung läuft über das Smartphone. Auch gedruckte Tageszeitungen werden immer weniger gelesen, das geht alles über Apps. Einige Schüler haben die Apps von Spiegel Online, „Tagesschau“ oder Süddeutscher Zeitung. Ganz gruselig wird es natürlich, wenn sie ihre Nachrichten nur auf Facebook beziehen, also nur das lesen, was andere Leute posten.“

6. kontertext: Ein bisschen Friede, ein bisschen sein
(infosperber.ch, Felix Schneider)
Nachdem das Magazin „Landlust“ in Deutschland ein großer Erfolg wurde, wollte man in der Schweiz nachziehen und warf die „Landliebe“ auf den Markt. Felix Schneider hat sich die aktuelle Ausgabe angeschaut und einige Sätze herausgepickt und kommentiert. Ohne zu viel vorwegnehmen zu wollen: Es ist keine Liebesgeschichte geworden.

Hessische Depesche, Inszenierte Scheiße, “Bilds” Abschiebefeier

1. Netzwerk in Unruhe
(journalist-magazin.de, Lars Radau)
Im umstrittenen, rechtslastigen “Depeschen”-Netzwerk mit Ausgaben für Hessen, Sachsen, Bayern und das Gebiet um die Saar rumore es gewaltig: Zuständigkeiten würden wechseln, Fake-Autoren verschwinden, und eine dubiose Firma hätte die Mehrheit übernommen. Lars Radau hat näher hingeschaut.

2. Wirkt der Kampf gegen Fake News auf Facebook überhaupt?
(wired.de, Benedikt Plass-Fleßenkämper)
Im Kampf gegen die sogenannten “Fake News” hat Facebook externe Faktenprüfer mit der Begutachtung beauftragt. Falsche Inhalte sollen von den Prüfern mit Fake-News-Markierungen gekennzeichnet werden (in Deutschland erledigt dies das Portal “Correctiv”.) Nun hat eine neue Studie der Yale University ergeben, dass diese Markierungen praktisch keinen Einfluss hätten. Die Fake-News-Initiative habe ganz im Gegenteil eine negative Auswirkung, denn sie führe zu einem höheren Vertrauen der Nutzer in unmarkierte Inhalte.

3. Lokaljournalismus, diese inszenierte Scheiße
(der-freigeber.de, Jens Brehl)
Der freie Journalist Jens Brehl schreibt sich den Frust von der Seele. Während manche Journalisten sich die Mühe machen würden, Pressetermine von Unternehmen wahrzunehmen und danach aus eigener Perspektive zu berichten, würden sich einige Kollegen die Arbeit leicht machen und ungeprüft PR-Texte übernehmen: “Mich widert diese Praxis zunehmend an. Mit einher schwingt mein Groll, wenn ich bei einer Veranstaltung Stunden verbringe, Interviews führe, Vorträge komplett verfolge und hinterher andere Medien in ihrem Bericht nicht erwähnen, dass sie gerade einmal eine halbe Stunde oder eben gar nicht vor Ort waren.”

4. Auf welche Medien verlinken die Parteien?
(faktenfinder.tagesschau.de, Fiete Stegers)
Auf welche Medien verlinken die Parteien? Der “Faktenfinder” der “Tagesschau” hat die von den Facebook-Seiten der sieben Parteien AfD, CDU, CSU, FDP, Grüne, Linke und SPD veröffentlichten Einträge analysiert und sich die Posts von jeweils fünf Spitzenpolitikern je Partei angeschaut. Die Auswertung zeige, dass “Welt”, “Spiegel” und “Focus” bei den Parteien vorn liegen. Auch die “Junge Freiheit” sei unter den ersten zehn Medien — dank der AfD.

5. Hetze klickt sich gut
(taz.de, Anna Böcker)
Gestern gab es wieder Abschiebungen nach Afghanistan, acht Personen sind nach Kabul ausgeflogen worden. Bei “Bild” konnte man von einem “Abschiebe-Flieger voller Sex-Täter” lesen. Anna Böcker kommentiert in der “taz”: “Bei der Bild wird aus einer Handvoll Straftäter ein Flugzeug voller “Sex-Täter”. In den Kommentaren wird lamentiert, dass zu wenige Flüchtlinge abgeschoben würden. Das nennt man dann wohl gelungene Leser-Blatt-Bindung.”

6. Deutscher Yellowpress-Verlag muss Millionen an Rebel Wilson zahlen
(spiegel.de)
Der Medienkonzern “Bauer” wurde in Australien zu einer Entschädigungssumme von drei Millionen Euro verdonnert. Dies sei die größte Entschädigungszahlung, die in der Rechtsgeschichte Australiens jemals verfügt wurde. Der Hintergrund: Australische Yellow-Press-Gazetten aus dem Hause “Bauer” hatten verleumderische Artikel über die australische Schauspielerin, Drehbuchautorin und Filmproduzentin Rebel Wilson veröffentlicht.

Legale Köpfung, Völkisch radikalisiert, Affen-Selfie-Vergleich

1. Von der Faulheit der Staatsanwaltschaft
(sueddeutsche.de, Heribert Prantl)
Handelt es sich bei dem Satz “Man sollte dich köpfen” um eine “zulässige Meinungsäußerung”? Wenn man nach der Staatsanwaltschaft Berlin geht: Ja! Im konkreten Fall ging es darum, dass ein Facebook-Nutzer die Grünen-Politikerin Renate Künast mit diesem Satz angegangen war, worauf diese den Nutzer angezeigt hatte. Heribert Prantl, in früheren Jahren selbst als Staatsanwalt tätig, ist gleichermaßen entsetzt und empört: “Eine Staatsanwaltschaft, die solche Tiraden zulässt, stellt nicht nur die Beleidiger straflos, sondern auch die Politiker rechtlos. Politiker sind nicht die Hausschweine der Demokratie, denen man jeden Dreck in den Kübel schütten kann.”

2. Immer auf die Kleinen
(taz.de, Jörg Wimalasena)
Die zweiteilige ARD-Reportage „Wahl 2017: Die kleinen Parteien“ wollte Kleinparteien vorstellen. Nach Ansicht von “taz”-Autor Jörg Wimalasena geschah dies jedoch auf eine herabsetzende Art: “Man muss kein Anhänger dieser Parteien sein, um ihre Anliegen respektvoll zu würdigen. Den ARD-Reportern scheint es aber vor allem darum zu gehen, die Aktivisten kleiner Parteien kamerawirksam durch den Kakao zu ziehen und deren Anliegen der Lächerlichkeit preiszugegeben.”

3. „Völkisch radikalisiert“
(correctiv.org, Sarina Balkhausen & Carla Reveland)
Der Sozialwissenschaftler Andreas Kemper befasst sich intensiv mit der AfD, teilweise mit spektakulären Ergebnissen. So will er herausgefunden haben, dass der Thüringer AfD-Frontmann Björn Höcke unter dem Namen Landolf Ladig in Publikationen der rechtsextremen NPD publiziert. Im Gespräch mit “correctiv” geht es um rechtes Gedankengut, verräterische Sprache und die Debatte um eine E-Mail Alice Weidels.

4. “Man muss Menschen beibringen, dass so was nicht geht”
(deutschlandfunk.de, Christoph Sterz)
Die Initiative gegen Hass im Netz “#ichbinhier” hat viel mediale Aufmerksamkeit erfahren und wurde mit dem renommierten Grimme Online Award ausgezeichnet. In letzter Zeit sei es jedoch immer schwerer geworden, gegen den Hass anzuarbeiten, so der Gründer Hannes Ley: “Seit einigen Wochen nehmen wir einen deutlichen Zuwachs von Hassrede auf Facebook und in den sozialen Medien insgesamt wahr. Die Vorurteile und Beleidigungen sowie die zum Teil offene Fremdenfeindlichkeit und Hetze haben eine neue Intensität erreicht und die direkten Angriffe gegen unsere Gruppe und ihre Mitglieder sind besonders aggressiv und besorgniserregend.”

5. Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl
(reporter-ohne-grenzen.de)
Kurz vor der Bundestagswahl am 24. September hat “Reporter ohne Grenzen” den Parteien sogenannte Wahlprüfsteine vorgelegt. Darin geht es unter anderem um den Schutz von Journalisten vor digitaler Überwachung, die Weiterentwicklung des Informationsfreiheitsgesetzes und den Umgang mit repressiven Regierungen. Mit Ausnahme der AfD haben alle angefragten Parteien geantwortet. Im Artikel findet man eine Zusammenfassung der verschiedenen Positionen. Die vollständigen Antworten der Parteien gibt es hier.

6. Streit um Affen-Selfie beendet
(zeit.de, Friedhelm Greis)
Ein bizarrer Rechtsstreit zwischen einem britischen Fotografen und der Tierrechtsorganisation “Peta” wurde mit einem Vergleich beigelegt. “Peta” ließ die Berufungsklage gegen den Fotografen fallen, der die Rechte an einem Affen-Selfie für sich reklamiert hatte. Im Gegenzug habe sich der Fotograf verpflichtet, 25 Prozent der künftigen Einnahmen aus einem Buch mit den Affenfotos für den Erhalt der Makaken-Lebensräume in Indonesien zu spenden.

Journalismus mit Format

Bei “Focus Online” passiert ja viel Schlimmes und Schlechtes. Die Redaktion ist zum Beispiel schon auf jeden Witz hereingefallen, den es gibt. Um an Klicks zu kommen, machen sie bei “Focus Online” alles, auch mal die AfD größer als sie eigentlich ist. Die Perfektion eines funktionierenden Clickbait-Systems ist die große Leidenschaftt bei dem “Burda”-Portal.

Aber eines kann man über “Focus Online” wahrlich nicht sagen: dass es an Format fehlt. Nein, Journalismus mit Format gibt es auf focus.de. Oder genauer: Journalismus über Format. Zum Beispiel über das Format DIN A3:

Screenshot Focus Online - DIN A3 - Maße in Zentimeter - so groß ist das Format

Wenn einem gerade mal nicht einfallen will, dass ein DIN-A3-Blatt 29,7 mal 42 Zentimeter groß ist, dann gibt man normalerweise “din a3” bei Google ein. Und weil es Leuten wahrscheinlich ständig so geht und diese Leute ständig nach der Größe eines DIN-A3-Blatts googeln, haben die Klick-Maximierungsexperten bei “Focus Online” dafür gesorgt, dass diese Leute bei ihnen auf der Seite landen:

Screenshot Google mit Focus Online auf Platz eins der Suchtreffer, wenn man nach din a3 sucht

Im Artikel steht dann:

Das DIN A3-Format kennen viele noch aus dem Kunstunterricht. Denn der häufig genutzte Zeichenblock hat in der Regel genau diese Größe. Zudem ist das Format aber auch in Form von Zeitungen, Notenblättern oder kleineren Plakaten sehr geläufig und dadurch häufig im Alltag anzutreffen.

Doch wie groß ist ein Blatt Papier im DIN A3-Format eigentlich? Die Maße des DIN A3-Formats betragen genau 29,7 cm x 42,0 cm.

Ja, ja.

Nun kann eine Redaktion aber nicht nur mit der Info, wie groß ein DIN-A3-Blatt ist, Klicks abgreifen, sondern auch mit der Info, wie groß ein DIN-A4-Blatt ist:

Screenshot Focus Online - DIN A4 - Maße in Zentimeter - so groß ist das Format

Oder ein DIN-A2-Blatt:

Screenshot Focus Online - DIN A2 - Maße in Zentimeter - so groß ist das Format

Oder ein DIN-A1-Blatt:

Screenshot Focus Online - DIN A1 - Maße in Zentimeter - so groß ist das Format

Oder …

Screenshot Focus Online - DIN A0 - Maße in Zentimeter - so groß ist das Format

… oder …

Screenshot Focus Online - DIN A5 - Maße in Zentimeter - so groß ist das Format

… oder …

Screenshot Focus Online - DIN A6 - Maße in Zentimeter - so groß ist das Format

… oder …

Screenshot Focus Online - DIN A7 - Maße in Zentimeter - so groß ist das Format

… oder …

Screenshot Focus Online - DIN A8 - Maße in Zentimeter - so groß ist das Format

… oder …

Screenshot Focus Online - DIN A9 - Maße in Zentimeter - so groß ist das Format

Die Vorstellung, dass bei “Focus Online” erwachsene Leute zusammensitzen, die darüber grübeln, wie sie noch ein paar Tausend Klicks mehr raustricksen können, und von denen einer dann sagt: “Wir machen eine große DIN-Größen-Reihe”, woraufhin alle anderen klatschend aufstehen und sagen: “Ja, super Idee” — das ist schon sehr traurig. Und wird nur davon getoppt, dass diese Bankrotterklärung höchstwahrscheinlich auch noch funktioniert.

Gesehen bei @Copperschmidt.

Beschiss-Radio, Belaberte Leere, Böhmermann vs. Bundeskanzlerin

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(bildblog.de)
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1b. Privatradio bigFM fälscht SWR-Nachrichten
(uebermedien.de, Mario Köhne)
Der private Stuttgarter Radiosender bigFM macht immer wieder durch zweifelhafte Marketingaktionen auf sich aufmerksam. Letztes Jahr hatte man zum Beispiel das alte Skandal-Rezept eines dänischen Senders kopiert und eine Live-Tötung eines Kaninchens vorgetäuscht. Nun hat sich der bigFM-Moderator Rob Green eine neue Aktion einfallen lassen: Einen, im wahrsten Sinne des Wortes, vorgespielten Abwerbeversuch einer SWR-Jugendwelle-Moderatorin. “Fair radio”-Autor Mario Köhne ist der Sache nachgegangen und konstatiert: “Was da bei bigFM am Montag passierte, ist von vorne bis hinten inszeniert — eine Fälschung.”

2. Böhmermann droht Merkel mit Klage
(tagesspiegel.de, Jost Müller-Neuhof)
Jan Böhmermann hat seinen Anwalt Bundeskanzlerin Angela Merkel mit einer Klage drohen lassen, sollte sie ihre öffentlich getätigte Bewertung des Erdogan-Schmähgedichts nicht zurücknehmen. Merkels Kritik sei rechtswidrig gewesen, da sie für eine solche Einordnung nicht zuständig gewesen und damals bereits ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren gegen Böhmermann wegen Beleidigung eingeleitet gewesen sei. Sollte Merkel nicht die verlangte Stellungnahme abgeben, sei der Gang vor das Verwaltungsgericht geplant.

3. „Cambodia Daily“ geschlossen
(taz.de, Michael Lenz)
Die Medienlandschaft Kambodschas galt trotz vieler Kritikpunkte lange Zeit als eine der freiesten in Südostasien. So genossen die beiden englischsprachigen Tageszeitungen “Phnom Penh Post” und “Cambodia Daily” die letzten 25 Jahre weitgehende Pressefreiheit. Nun hat Premierminister Hun Sen die Schließung von “Cambodia Daily” angeordnet. Als Grund wurde eine angebliche Steuerschuld genannt. Michael Lenz erklärt in der “taz” die Zusammenhänge.

4. Streik beim MDR sorgt für diverse Programmausfälle
(dwdl.de, Alexander Krei)
Ein Streik in der Leipziger MDR-Sendezentrale, zu dem die Gewerkschaften DJV und ver.di aufgerufen hatten, sorgte für einen großflächigen Ausfall des vorgesehenen Programms: Über weite Strecken des Tages musste der Sender auf Programm aus der Konserve zurückgreifen. Der Streik, an dem sich nach “ver.di”-Angaben 200 Mitarbeiter beteiligt hatten, wirkte sich auch auf das Hauptprogramm der ARD aus.
Weiterführende Informationen zum Anliegen der Gewerkschaft: ver.di im MDR (Facebook) bzw. ver.di im MDR (Webseite)

5. Anne Will – Jung & Naiv: Folge 324
(youtube.com, Tilo Jung, Video 1:34 Stunden)
Tilo Jung (“Jung & Naiv”) hat sich mit der ARD-Talkerin Anne Will zum Interview getroffen. In den 90 Minuten geht es hauptsächlich um ihre Talkshow. Um nur einige der Fragen des Gesprächs zu nennen: “Ist die Sendung für sie Unterhaltung oder Journalismus? Welche Rolle nimmt sie ein? Hat sie eine eigene Agenda? Gibt es für jede Show eine Dramaturgie? Wie werden die Gäste ausgewählt? Kann es eine Diskussion zwischen “Meinungsrobotern” geben? Welche Themen sind “Quotengift”, welche sind Quotengold? Hat ihre Sendung eine Mitverantwortung für den Aufstieg der AfD? Hat Anne vertraglich geregelte Quotenvorgaben von der ARD? Verdient sie wirklich so fürstlich? Warum ist Angela Merkel immer nur allein in ihrer Talkshow?”

6. Der wahre Dauergast ist die belaberte Leere
(sueddeutsche.de, Hans Hütt)
Laut Hans Hütt folgen politische Gesprächsrunden im deutschen Fernsehen festen Regeln. Für freies Denken sei kein Platz mehr, den Sendungen würde eine subtile, aber strikte Dramaturgie zugrunde liegen. Hütt untermauert seine Beobachtung mit “acht Regeln für erfolgreichen Talkshow-Bullshit”.

Parteienanalyse, Wirkungslose TV-Duelle, Lady-Di-Besessenheit

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(bildblog.de)
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1b. So nah stehen sich die Parteien – und so nah ihre Kandidaten
(morgenpost.de/interaktiv)
Die in Sachen Datenjournalismus überaus aktive und mehrfach ausgezeichnete “Berliner Morgenpost” hat auf Grundlage von Wahl-O-Mat und Kandidaten-Check die Positionen der Parteien analysiert und visualisiert. Schnell wird offensichtlich, welche Parteien sich nahestehen und wo wenig Übereinstimmungen bestehen. Weiterer Surftipp: Das Video “Doll erklärt” (4:40 Minuten) zeigt, an wen sich der Wahl-O-Mat eigentlich richtet und wo die Schwächen liegen.

2. G20-Journalisten: Die sollen gefährlich sein?
(ndr.de, Pascal Siggelkow)
Beim G20-Gipfel wurde einer ganzen Reihe von Journalisten die bereits erteilte Akkreditierung wieder entzogen. Nachdem vor Ort kein Grund für den Entzug zu erfahren war, erkundigten sich viele Journalisten schriftlich nach den Gründen. Nach und nach trudeln bei den Betroffenen nun die Antworten des BKA ein. „Zapp“ liegen die Antwortschreiben des BKA in mehreren Fällen vor. Sicherheitsrisiken seien nur schwer erkennbar. Und was auf dem ersten Blick nach Aufklärung und Transparenz aussehe, werfe bei genauerer Betrachtung nur noch mehr Fragen auf. Weiterer Lesetipp: Der “taz”-Beitrag “Sogar die CSU regt sich auf”.

3. TV-Duelle verändern Wählerverhalten nicht wesentlich
(horizont.net, Marco Saal)
Haben TV-Duelle die große Auswirkung auf das Wählerverhalten, die ihnen nachgesagt wird? Der Wahlforscher Matthias Jung, Vorstandsmitglied der Forschungsgruppe Wahlen, ist skeptisch: “Frühere Duelle haben gezeigt, dass ein Großteil der Zuschauer bereits Präferenzen für den einen oder anderen Kandidaten hat und die Diskussion sehr selektiv wahrnimmt. Er sieht sich durch das, was er hört, eher bestärkt“.

4. “Zukunftsfähigkeit des ZDF hängt von der Mediathek ab”
(dwdl.de, Uwe Mantel & Thomas Lückerath)
Beim 3. Produzententag stellte ZDF-Intendant Thomas Bellut vor rund 280 Produzenten insbesondere die Bedeutung der Mediathek heraus. Die Produzenten sehen dies naturgemäß anders. “Je länger Programme unentgeltlich in der Mediathek angeboten werden, desto schwerer wird es, sie wirtschaftlich erfolgreich auszuwerten“, hätte es von Seiten der Produzentenallianz geheißen.

5. Parteien und ihre fragwürdigen Follower
(br.de, Patrizia Kramliczek)
Das datenjournalistische Team des Bayerischen Rundfunks „BR Data“ hat die 2,4 Millionen Twitter-Follower sowie die letzten 100 Tweets der im Bundestag vertretenen Parteien sowie der FDP und der AfD und ihrer Spitzenkandidaten ausgewertet. Das Fazit: Alle großen Parteien und Spitzenkandidaten hätten zweifelhafte Follower. Viele der Accounts seien anscheinend keine echten Personen und die Follower der AfD seien auffällig aktiv.

6. Die große Diana-Verschwörung
(sueddeutsche.de, Julian Dörr)
Gestern jährte sich der Todestag von Lady Di zum zwanzigsten Mal. Auch nach zwei Jahrzehnten sei die Boulevardpresse besessen von Lady Di und ihrem Tod. Für den britischen Boulevard gelte: Diana geht immer. Das habe zuweilen ekelhafte Auswüchse.

Polizeilicher Datenskandal, Linksunten-Klagen, Strunz auf Viagra

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1b. Datenskandal bei der Polizei: Offenbar zehntausende Unschuldige gespeichert
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Es ist ein Datenskandal größeren Ausmaßes: Im Rahmen der Aufarbeitung der 32 nachträglich entzogenen G20-Akkreditierungen stellt sich nun heraus, dass offenbar zehntausende Unschuldige ungerechtfertigt in polizeilichen Datenbanken gespeichert werden. Die Tagesschau spricht gar von Millionen möglicherweise rechtswidriger Daten. Das allgemeine Entsetzen ist groß. Zunächst einmal bei Medien und Journalistenverbänden: Der Deutsche Journalisten-Verband fordert vom Bundeskriminalamt Aufklärung darüber, welche Daten von Journalistinnen und Journalisten aus welchen Gründen gespeichert sind. Und auch die „Reporter ohne Grenzen“ fordern eine Klärung und Beendigung der bisherigen Speicherpraxis: BKA-Datensammlung aufklären und abstellen
Doch es geht längst nicht nur um Journalisten. In den Datenbanken seien zehntausende von Menschen gespeichert, oft wegen Fehlern oder aus nichtigen Gründen. Einige Beispiele unter vielen: Allein unter „Gewalttäter Sport“ seien ca.11.000 Menschen erfasst, von denen viele niemals für eine Straftat verurteilt wurden. Und offenbar befänden sich zehntausende Gelegenheitskiffer ungerechtfertigt in den stigmatisierenden Datenbanken. „Netzpolitik“-Autor Reuter rät am Ende seines Beitrags, im Bedarfsfall eine Selbstauskunft beim BKA oder dem jeweiligen Wohnort-LKA einzuholen und verweist auf entsprechende Musterschreiben.

2. “Wir werden noch lange Zeitungen auf Papier lesen”
(horizont.net, Volker Schütz)
Die „FAZ“ hat ihre Webseite überarbeitet oder neudeutsch ausgedrückt: „relauncht“. „FAZ“-Digitalchef Mathias Müller von Blumencron spricht im Interview über die weitere Digitalstrategie des Frankfurter Verlagshauses: Man setze auf Personalisierung und wolle dem Leser vermehrt Nachrichten anzeigen, die seine Interessen treffen. Dazu analysiere man das Surfverhalten der sich hierfür angemeldeten Leser. (Richtigerweise fasst der Interviewer hier nach und spricht mögliche Bedenken an.) Und ab Herbst wolle man die Anzahl der kostenpflichtigen Geschichten erhöhen. Von Blumencron redet außerdem über die Erfahrungen der „FAZ“ mit Paid Content, das Verhältnis zwischen Print- und Online-Redaktion und gibt eine Einschätzung zum Thema „Roboterjournalismus“ ab.

3. Eine Dampfwalze hat Terry Pratchetts unveröffentlichte Werke zerstört
(wired.de)
Der letzte Wille des Schriftstellers Terry Pratchett, bekannt für seine „Scheibenwelten“-Romane, sah es so vor: Eine Dampfwalze überrollte die Festplatte des berühmten Fantasy-Autoren und zerstörte damit all die zehn Romane, an denen er bis zu seinem Tod gearbeitet haben soll. Randnotiz: Für Pratchetts Nachlassverwalter sei es erstaunlich schwer gewesen, einen Dampfwalzenfahrer zu finden, der zu der Aktion bereit war.

4. Klagen gegen „linksunten“-Verbot
(taz.de, Christian Rath)
Vor wenigen Tagen hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) das Verbot der Webseite „Indymedia linksunten“ verkündet. Dagegen und gegen die damit verbundenen Hausdurchsuchungen der angeblichen Betreiber, klagen nun mehrere Anwälte. Die Klagen haben jedoch keine aufschiebende Wirkung, das Verbot von „linksunten“ bleibt damit zunächst bestehen. Der rechtspolitische Korrespondent der „taz“ Christian Rath fasst zusammen, worum es bei der rechtlichen Auseinandersetzung zunächst geht.

Weiterer Lesetipp: Rechtsanwalt Heinrich Schmitz hat sich für seine Kolumne bei „Tagesspiegel“-Causa die Rechtmäßigkeit der Aktion angeschaut und befindet: Ein Vereinsverbot aus politischen Gründen

5. Die erfundenen Plünderer von Houston“
(faktenfinder.tagesschau.de, Kristin Becker)
Der Tropensturm Harvey hat in Texas nach tagelangem Regen zu einer Hochwasserkatastrophe geführt. Die mediale Aufmerksamkeit auf der Wetterkatastrophe rief einige Rassisten auf den Plan: Über Fake-Profile verbreiteten sie Nachrichten und Bilder, die Schwarze auf Diebestour in Houston zeigen sollen. Kristin Becker vom „Faktenfinder“ erklärt die infame Methode der Hetzer und Nachrichtenfälscher.

6. Voll auf Viagra
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
Man kann von Claus Strunz zurückhaltend von einem meinungsstarken Journalisten sprechen, der nicht nur das „Sat1-Frühstücksfernsehen“ produziert, sondern dort auch regelmäßig als Kommentator aktueller Ereignisse zu sehen ist. Man kann ihn aber auch, wie Boris Rosenkranz dies auf „Übermedien“ tut, als „eine Mischung aus AfD, CSU und einem besserwissenden Mittelstufenschüler und Klassensprecher aller Populisten“ bezeichnen. Ein von Rosenkranz geschnittenes zweiminütiges Best-of-Video zeigt den TV-Populisten Strunz bei der Arbeit.

Stickoxid-Stimmungsmache, Googles Generizid, Datenschützer-Diss

1a. BILDblog braucht Deine Hilfe — unterstütze uns bei Steady
(bildblog.de)
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1b. Rechtsstaatlich fragwürdiges Verbot
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die “Reporter ohne Grenzen” kritisiert das Vorgehen des Bundesinnenministeriums beim Verbot der als linksextremistisch eingestuften Website linksunten.indymedia.org: “Dass die Bundesregierung ein trotz allem journalistisches Online-Portal durch die Hintertür des Vereinsrechts komplett verbietet und damit eine rechtliche Abwägung mit dem Grundrecht auf Pressefreiheit umgeht, ist rechtsstaatlich äußerst fragwürdig. International ist das ein bedenkliches Signal und liefert repressiven Regimen in aller Welt einen Vorwand, es den deutschen Behörden gleichzutun.”

2. Stimmungsmache mit Stickoxiden
(faktenfinder.tagesschau.de, Kristin Becker)
Beim “Faktenfinder” der “Tagesschau” geht es um das Streitthema Stickstoffdioxid. Die AfD habe wiederholt behauptet, in Büros würden viel höhere Grenzwerte als auf der Straße gelten. Und auch FDP-Chef Lindner habe sich entsprechend geäußert. Das stimme so aber nicht, erklärt Kristin Becker und zieht am Ende einen Vergleich: “Es ist dabei nicht ungewöhnlich, dass für spezielle Arbeitsbereiche andere Grenzwerte gelten als für die Allgemeinheit. Beispielhaft dafür ist auch die Strahlenbelastung. So gilt laut Bundesamt für Strahlenschutz für die normale Bevölkerung ein Grenzwert von ein Millisievert. Für sogenannte strahlenexponierte Personen — dazu gehören unter anderen Piloten, Arbeiter in Atomkraftwerken oder Radiologen — liegt die effektive Jahresdosis bei 20 Millisievert. Also 20-mal höher.”

3. Verlagserbin Sylvia Madsack wehrt sich gegen den „Spiegel“
(welt.de, Christian Meier)
Hält die Miteigentümerin der Hannoveraner “Madsack Mediengruppe” eine von ihr selbst in Auftrag gegebene Firmenchronik zurück, weil sie unangenehme Dinge über die Nazizeit enthält, “als jüdisches Geld im Verlag steckte”? Gegen diese Andeutung des “Spiegel” wehrt sich nun die Verlagserbin Sylvia Madsack mit einem fünfseitigen Papier, in dem die Entwicklung einer Unterbeteiligung am Verlag detailliert beschrieben wird. Christian Meier schildert in der “Welt” den “Madsack”-Standpunkt, wünscht sich schlussendlich dennoch einen neuerlichen Anlauf, die Firmengeschichte neu aufzuarbeiten.

4. Wie viel Aktivismus verträgt der Journalismus?
(sueddeutsche.de, Tim Neshitov)
Immer wieder flammt die Debatte auf, wie viel Aktivismus der Journalismus verträgt. Nach Meinung von “SZ”-Redakteur Tim Neshitov hätten G-20-Proteste und das “Indymedia”-Verbot diese Frage wieder aktuell gemacht. Es gäbe prominente Fürsprecher für einen Journalismus mit Haltung: Schon Starreporter Egon Erwin Kisch hätte eben diese dem Elend der Welt gegenüber gefordert. Und auch der durch die Snowden-Enthüllungen weltweit bekannt gewordene Glenn Greenwald argumentiert: “Jeder journalistischen Entscheidung wohnen höchst subjektive Annahmen inne — kulturell, politisch oder nationalistisch — so dass Journalismus den Interessen der einen oder anderen Fraktion dient.”

5. Angst vor dem eigenen Namen
(zeit.de, Eike Kühl)
In den USA läuft eine Klage, die dem Unternehmen “Google” das Recht absprechen soll, alleinig Produkte unter ihrem Namen zu vertreiben beziehungsweise den Namen zu nutzen. Würden sich die Kläger auch vor dem Obersten Gerichtshof durchsetzen, drohe der “Generizid”. Dieses Wort, eine Mischung aus “generisch” und “Suizid”, beschreibe in der Urheberrechtsszene den Prozess, wenn ein Markenname in den allgemeinen Sprachgebrauch übergeht, also nur noch beschreibend für ein Produkt steht. Natürlich wehrt sich “Google” dagegen mit Händen und Füßen. So hat man beispielsweise Verlage aufgefordert, Einträge in Wörterbüchern anzupassen. Im Duden hieße “googeln” seitdem statt “im Internet suchen” wie von Google gewünscht “mit Google im Internet suchen”.

6. Welt am Sonntag: Datenschützer sind U-Bahnschubser und Hooligans
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Darauf muss man erstmal kommen: Die “Welt am Sonntag” bezeichnet George Orwells “1984” in einer formatfüllenden Schlagzeile als “das Lieblingsbuch aller U-Bahn-Schubser, Vergewaltiger, Heroindealer, Terror-Planer, Grapscher, Taschendiebe, Goldmünzenräuber, Schläger und Hooligans”. Die Bedenken bei Videoüberwachung werden als “absurde deutsche Angst” abqualifiziert.

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