Archiv für April, 2024

KW 14/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Warum soll Al Jazeera in Israel verboten werden?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 17:13 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit dem Politologen, Dokumentarfilmer und Buchautor Asiem El Difraoui über das drohende Verbot des Senders Al Jazeera in Israel: Was erhofft sich die israelische Regierung von einem Verbot? Ist es legitim, gegen ausländische Medien vorzugehen? Oder ist es ein gefährlicher Eingriff in die Pressefreiheit? Und wie politisch unabhängig ist Al Jazeera überhaupt?
Weiterer Hörtipp: Auch im WDR5-Medienmagazin “Töne, Texte, Bilder” geht es um den arabischen Nachrichtenkanal: Al Jazeera: Information oder Propaganda? (wdr.de, Tilo Spanhel, Audio: 4:55 Minuten)

2. Im Fadenkreuz russischer Desinformation
(br.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 28:25 Minuten)
Am Freitag haben wir in den “6 vor 9” einen Beitrag über die pro-russische Propagandaplattform “Voice of Europe” und deren möglichen Einfluss auf den AfD-Politiker Petr Bystron empfohlen. In der hier verlinkten Sendung hat “BR24 Medien” Christopher Nehring, Gastdozent für Desinformation des Medienprogramms Südosteuropa der Konrad-Adenauer-Stiftung, zu der Plattform befragt. Außerdem berichtet ARD-Korrespondent Oliver Soos über das “düstere Bild”, das die serbische Medienlandschaft abgibt: “Kaum Regierunsgkritik, pro-russische Berichterstattung und Geschichtsglättung wie im Fall vom Massaker von Srebrenica.”

3. Neuer Kurs – Polens Medien im Umbruch
(sr.de, Sabine Wachs & Thomas Bimesdörfer, Audio: 18:54 Minuten)
Sabine Wachs und Thomas Bimesdörfer sprechen mit dem Journalisten Heiko Kreft über die Situation der polnischen Medien nach dem Regierungswechsel: Wie steht es um die Unabhängigkeit der öffentlichen und privaten Medien? Sind sie jetzt wieder pluralistisch?

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4. Qualität der Newsmedien
(detektor.fm, Charlotte Thielmann & Lars Feyen, Audio: 16:27 Minuten)
Im Podcast “Fit for news” sprechen Charlotte Thielmann und Lars Feyen mit Michael Haller vom Europäischen Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung darüber, was glaubwürdige Nachrichtenanbieter im Internet auszeichnet und welche Anbieter man besser meiden sollte.

5. Ist die deutsche Filmförderung noch zu retten?
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 25:59 Minuten)
Die Reform der deutschen Filmförderung ist eine dringende Aufgabe, die bis Ende 2024 abgeschlossen sein muss. Der erfahrene Filmjournalist Rudolf Worschech analysiert im Gespräch mit Alexander Matzkeit die komplexen Förderstrukturen und gibt einen Ausblick, was am Ende dabei herauskommen könnte.

6. Inzivilität im Netz schadet uns allen
(deutschlandfunknova.de, Katrin Ohlendorf & Marc Ziegele, Audio: 1:01:58 Stunden)
In seinem Vortrag erklärt der Kommunikationswissenschaftler Marc Ziegele das Phänomen der “Inzivilität” in Kommentarspalten und bei Online-Diskussionen. Er geht dabei auch auf die mögliche Ursachen ein: “Polemische und respektlose Äußerungen sichern politischen Akteuren Aufmerksamkeit, garantieren Medien werberelevante Klicks und bringen den Plattformen eine erhöhte Verweildauer der Nutzenden.”

Doktortitel bleibt, Kampf der Studios, Top Ten der vergessenen Nachrichten

1. Welchen Einfluss haben prorussische Propagandaportale?
(deutschlandfunk.de, Anh Tran, 6:55 Minuten)
Der AfD-Europakandidat Petr Bystron soll Geld von einem prorussischen Internetportal erhalten haben, so ein aktueller Vorwurf gegen ihn. Es soll sogar Audioaufnahmen geben, die den Vorgang belegen. Bystron dementiert die Annahme von Zahlungen aus Russland. Bei dem Portal soll es sich um “Voice of Europe” handeln. Anh Tran hat den freien Investigativjournalisten Vojtěch Berger gefragt, was es mit dieser Internetplattform auf sich hat.

2. Universität Salzburg bestätigt Doktortitel für Journalistin Föderl-Schmid
(derstandard.at)
Wie der österreichische “Standard” meldet, hat die Universität Salzburg die Doktorarbeit der stellvertretenden Chefredakteurin der “Süddeutschen Zeitung”, Alexandra Föderl-Schmid, untersucht und “kein relevantes wissenschaftliches Fehlverhalten” festgestellt. Zuvor hatte ein “Plagiatsjäger”, der einen Auftrag der rechtspopulistischen Website “Nius” erhalten hatte, nach eigener Aussage das Gegenteil herausgefunden. Für die Hintergründe des Falls hier noch einmal ein Lesetipp aus dem Februar: Die Chronologie einer Hetzjagd auf Alexandra Föderl-Schmid (derstandard.at, Jan Michael Marchart & Katharina Mittelstaedt & Jonas Vogt).

3. Kampf der Produktionsstudios
(taz.de, Wilfried Urbe)
Private TV-Produktionsstudios in Deutschland wie die MMC- und die EMG-Studios beklagen einen aus ihrer Sicht unfairen Wettbewerb durch Tochtergesellschaften der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF. Diese könnten Produktionsaufträge durch niedrigere Angebote aufgrund von Querfinanzierungen gewinnen. Wilfried Urbe erläutert den Konflikt.

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4. Top Ten der Vergessenen Nachrichten 2024
(derblindefleck.de)
Was sind die zehn “Vergessenen Nachrichten 2024”? Welche Themen sind in der medialen Berichterstattung untergegangen oder gar nicht erst aufgetaucht? Die “Initiative Nachrichtenaufklärung” veröffentlicht jedes Jahr eine Top-Ten-Liste. Auf der Website werden alle zehn Themen mit einer Begründung vorgestellt. Diesmal auf Platz eins: “Phytosanierung: Wenn Pflanzen Schwermetalle abbauen”.

5. Google verstößt gegen deutschen Medienstaatsvertrag
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Timo Niemeier schreibt bei “DWDL” über einen aktuellen Verstoß von Google gegen den deutschen Medienstaatsvertrag, den die Kommission für Zulassung und Aufsicht festgestellt habe. Der Vorwurf bestehe darin, dass Google einem kleinen Verlag keinen Zugang zum Google News Showcase gewährt habe, was aufgrund der Reichweitenbeschränkung als unfair angesehen werde.

6. Stefan Raab Comeback: Was steckt wirklich dahinter?
(youtube.com, Torben Platzer, Video: 23:59 Minuten)
In den vergangenen Tagen hat Stefan Raab mit mehreren Instagram-Beiträgen für große Aufregung und Spekulationen gesorgt. Youtuber Torben Platzer sortiert die bisher bekannten Fakten und Gerüchte rund um Raabs mögliches Comeback. Dabei geht es auch um die Fragen, ob Raabs angekündigte Kampf mit Ex-Boxweltmeisterin Regina Halmich tatsächlich stattfinden wird, und wie die Rolle des “Anzeigenhauptmeisters” Niclas M. einzuschätzen ist.

Buschmanns “Forderung”, Musks Schülerlotsen, Vorbereitete Nachrufe

1. Buschmann “fordert”, was längst beschlossen wurde
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Der Begriff “Facepalm” soll Ärger, Fassungslosigkeit und Fremdscham über die Unfähigkeit oder Ungeschicklichkeit einer Person oder Tat ausdrücken. Genau einen solchen Moment erlebt Sebastian Meineck im Zusammenhang mit der Berichterstattung über die Kennzeichnung für durch Künstliche Intelligenz (KI) erstellte Bilder: “Die EU hat sich jüngst auf eine KI-Verordnung geeinigt, inklusive Kennzeichnungspflichten für Deepfakes. Offenbar haben das Dutzende deutsche Nachrichtenmedien nicht mitbekommen, denn sie verkaufen das Thema gerade als ‘Forderung’ des Justizministers” Marco Buschmann.

2. “Als Wissenschaftlerin komme ich mit Hass gut klar”
(journalist.de, Jan Freitag)
Für den “journalist” hat sich Jan Freitag mit Mai Thi Nguyen-Kim unterhalten, Deutschlands wohl bekanntester Wissenschaftsjournalistin. In dem Interview geht es auch um Nguyen-Kims Umgang mit sogenannten Hatern: “Als Wissenschaftlerin komme ich mit Hass gut klar, weil ich ihn von mir als Person trennen kann. Die hassen mich irgendwie, aber ja vor allem das, was ich zum Impfen sage. Wenn man die Hater mit mir in einen Raum sperren würde, könnten wir wahrscheinlich miteinander reden. Weil sie objektiv ist, stellt die Naturwissenschaft eine große Bedrohung für geschlossene Weltbilder dar. Vielen ist ihre Täter-Opfer-Umkehr gar nicht bewusst.”

3. Musk holt neue Manager gegen Hassrede
(tagesschau.de)
Nachdem die Geschäfte bei X/Twitter auch wegen des ungesunden Klimas auf der Plattform nicht mehr so gut zu laufen scheinen, hat Elon Musk zwei neue Manager eingestellt, die gegen Hassrede und extremistische Inhalte vorgehen sollen. Dabei war es Musk selbst, der die Plattform zu einem derart problematischen Ort machte, indem er die Abteilungen für Moderation und Sicherheit auflöste.
Dazu auch ein Hörtipp in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator: “Und es ist alles andere als eine Kehrtwende. Es ist eher so, als würde das Land Berlin alle Verkehrspolizisten rausschmeißen, würde die Ampeln abschalten und den Verkehr sich selbst überlassen. Und dann merkt man, verdammt, das gibt auf Dauer schlechte Presse, weil es überall kracht und scheppert. Und statt die Verkehrspolizisten zurückzurufen und die Ampeln wieder einzuschalten, stellt man zwei Schülerlotsen auf den Ku’damm und sagt: ‘Alles in Ordnung. Bei uns in Berlin seid ihr sicher!'”

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4. “Digitales Zähneputzen” – Wie Medienschaffende ihre berufliche Kommunikation schützen können
(fachjournalist.de, Gunter Becker)
Beim “Fachjournalist” hat Gunter Becker Tipps für Medienschaffende zum Schutz der beruflichen Kommunikation zusammengestellt. Sein Fazit: “Wer brisante Recherchen durchführt und mit gefährdeten Quellen arbeitet, sollte sich entweder individuell beraten lassen oder die genannten Sicherheitsvorkehrungen ergreifen. Eine gute erste Orientierung bieten Selbstlernangebote und Online-Trainings. Viele Schutzmaßnahmen – zum Beispiel starke Passwörter, Zwei-Faktor-Authentifizierung, Installation der aktuellen Sicherheits-Updates, Aktivierung von Sicherheitseinstellungen beim Smartphone, sichere Messenger und ein geschützter Cloud-Dienst zur Dokumentenablage – sollten aber sowieso Standards im persönlichen digitalen Alltag sein.”

5. Klimajournalismus, aber wie?
(mediummagazin.de, Olivia Samnick, Audio: 48:44 Minuten)
In der aktuellen Folge des “Bonjourno”-Podcasts spricht Olivia Samnick mit der freien Klimajournalistin Elena Matera über deren Perspektive auf den Klimajournalismus: Wie wird man eigentlich Klimajournalistin? Warum ist es manchmal so schwer, Klimathemen in Redaktionen unterzubringen? Wie schafft man es, sich bei derart existenziellen Themen zu profilieren? Und wie geht man mit dem Vorwurf um, Klimajournalismus sei Aktivismus?

6. Der vorbereitete Nachruf
(deutschlandfunk.de, Matthias Dell)
Es ist nicht ungewöhnlich, dass Medien bereits zu Lebzeiten berühmter Menschen an Nachrufen auf diese Personen arbeiten. Für viele stellen sich dabei ethische Fragen, meint Deutschlandfunk-Kolumnist Matthias Dell: “Wie zynisch ist es, einen Nachruf auf eine Person zu verfassen, wenn diese noch lebt? Die Frage ist berechtigt, und schon das schnelle Reagieren auf eine Todesnachricht kann unpassend wirken – müsste man nicht erstmal trauern, die Nachricht verdauen, ehe man sich an den Nachruf setzt?”

Zu dominante Verlegerfamilie?, X-odus des ZDF, Gehaltslisten des ORF

1. Konzentration ist kritisch
(djv.de, Hendrik Zörner)
Die österreichische Mediengruppe Oberauer übernimmt den Mediendienst “turi2”. Damit vereint Oberauer nun die medienjournalistischen Angebote “Meedia”, “turi2”, “kress”, “Newsroom”, den “PR-Report” und das “Medium Magazin” unter einem Dach. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) sieht die Neuerwerbung kritisch: “Aus unserer Sicht ist die Bedeutung der Verlegerfamilie Oberauer am Markt zu dominant”, sagt der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster. “turi2”-Chefredakteur Markus Trantow widerspricht: Die Mediengruppe Oberauer habe “bei bisher allen Zukäufen den Kern der übernommenen Marken gestärkt und weiterentwickelt” und dies auch für “turi2” zugesichert.
Weiterer Lesehinweis: “DWDL”-Gründer und -Chefredakteur Thomas Lückerath weist darauf hin, dass es noch weitere Akteure auf dem Markt des Medienjournalismus gibt, und kommentiert: “Proud to be different! So wie – auf ihre Art – übrigens auch die geschätzten Kolleginnen und Kollegen von Übermedien, Journalist, Medieninsider oder eben dem Altpapier, dafür sorgen, dass es neben der jüngsten Marktkonzentration doch noch eine größere Vielfalt gibt als der DJV befürchtet.”

2. Gehaltslisten veröffentlicht: Das sind die Top-Verdiener im ORF
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie Timo Niemeier berichtet, muss der österreichische ORF nach einer Gesetzesreform jährlich die Gehälter seiner Spitzenverdiener offenlegen. Die Liste werde vom Ö3-Moderator Robert Kratky angeführt (Bruttojahresgehalt: 443.894 Euro), gefolgt von Projektleiter Pius Strobl (425.677 Euro) und Generaldirektor Roland Weißmann (425.500 Euro). Die Veröffentlichung offenbare, dass 62 Personen im öffentlich-rechtlichen ORF mehr als 170.000 Euro pro Jahr verdienen. 19 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden ein Jahresgehalt von über 100.000 Euro erreichen, unter ihnen allerdings weniger als ein Drittel Frauen.

3. Künstlich Stimmen imitieren
(taz.de, Martin Seng)
Das Unternehmen OpenAI habe eine neue Software namens Voice Engine vorgestellt, die Stimmen täuschend echt imitieren könne, was im Superwahljahr Ängste vor Manipulation und Missbrauch wecke. Die Technologie benötige nur eine 15-sekündige Sprachprobe, um jede Stimme in allen Nuancen zu imitieren. Dies mache die Sache so einfach, schreibt Martin Seng in der “taz”: “Jeder kann Fälschungen erstellen und die Präsidenten und andere Prominente sagen lassen, was auch immer sie wollen – von extremistischen Aussagen bis hin zu Kapitulations- und Liebeserklärungen.”

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4. 60 Jahre WDR 3 und Quartalsbilanz der Medienwelt
(wdr.de, Sebastian Sonntag, Audio: 45:31 Minuten)
Die aktuelle Folge des WDR5-Medienmagazins “Töne, Texte, Bilder” bietet eine Vielzahl bunter Themen: Es geht unter anderem um den 60. Geburtstag des Senders WDR3, um Hobby-Reporter als Chance, um den immer noch lebendigen Musikjournalismus sowie um das raffinierte Geschäft mit TV-Sublizenzen. Und es geht um die Frage: “Was bleibt von den echten zwischenmenschlichen Kontakten im Netz, wenn künstliche Intelligenz bald auch Social Media dominiert?”

5. IRL Streaming: Zwischen Kommunikationsfreiheiten und Persönlichkeitsrecht – Aktuelle Fallbeispiele
(podcast04b645.podigee.io, David Geßner, Audio: 23:48 Minuten)
Der Medienrechtler David Geßner spricht in der neuesten Ausgabe seines Podcasts über Persönlichkeitsrechtsverletzungen bei Online-Live-Übertragungen von Alltagsaktivitäten (sogenanntes IRL-Streaming): “Nicht jedem ist dabei klar, was eigentlich erlaubt ist und was nicht. Anhand von eigenen Fallbeispielen, wie dem des Streamers Montana Black oder eines Livestreamers auf einem Jahrmarkt, erörtere ich die juristischen Auseinandersetzungen und die entscheidenden Urteile.”

6. Mainzelmännchen geben Elon Musk den Laufpass
(t-online.de, Lars Wienand)
Wie Lars Wienand berichtet, zieht sich das ZDF weiter von X/Twitter zurück und stellt beliebte und reichweitenstarke Accounts ein. Einer der beiden Initiatoren, die den ZDF-Hauptaccount im Rahmen einer Guerilla-Aktion einst gegründet und später an den öffentlich-rechtlichen Sender übergeben hatten, kommentiert dies wie folgt: “Die Kanäle des ZDF dienten auch dem Austausch mit Followern und Followerinnen. Dies funktioniert seit der Übernahme [durch Elon Musk] nicht mehr.”
Weiterer Lesehinweis: Bei “DWDL” erzählt Alexander Krei noch einmal die ungewöhnliche Geschichte der beiden jungen User, die den ZDF-Fake-Account gegründet hatten und später zum ZDF und zeitweilig zu Twitter wechselten: Turbulenter Start, leises Ende.

Ringen um Corona-Protokolle, Warmer Förderregen, Stefan Raab

1. Was steckt wirklich in den Corona-Protokollen?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 26:25 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit dem freien Journalisten Martin Rücker über die vom Onlinemagazin “Polar” erzwungene Veröffentlichung der Protokolle des Corona-Krisenstabs: “Warum musste eigentlich ein bisher eher unbekanntes Magazin auf Herausgabe der Protokolle klagen? Wäre das nicht die Aufgabe großer Medien und renommierter Rechercheteams gewesen? Und was sagt es eigentlich über den Willen der Behörden, transparent die umwälzenden Erfahrungen der Coronazeit aufzuarbeiten, wenn das RKI die Veröffentlichung so vehement verweigerte?”

2. Ist der Isla­mismus-Vor­wurf gegen­über Rüdiger strafbar?
(lto.de, Yves Georg)
Zu Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan veröffentlichte Fußball-Nationalspieler Antonio Rüdiger bei Instagram ein Foto von sich, das nach Ansicht von Julian Reichelt, einst bei “Bild” als Chefredakteur geschasst und heute Leiter des Wutportals “Nius”, eine islamistische Geste zeigen soll. Gegen diese Unterstellung gehen sowohl Rüdiger als auch der Verband DFB juristisch vor. Der Strafverteidiger Yves Georg schätzt die Erfolgsaussichten als niedrig ein.

3. Krieg in Israel und Gaza: Wird Berichterstattung immer schwieriger?
(br.de, Linus Lühring, Audio: 26:44 Minuten)
Linus Lüring spricht mit Christopher Resch von Reporter ohne Grenzen und Clemens Verenkotte, ARD-Korrespondent in Israel, über die Bedingungen für Medienschaffende, die über den Krieg in Israel und Gaza berichten wollen: Warum sind Journalistinnen und Journalisten dort so in Gefahr? Werden sie möglicherweise auch gezielt angegriffen? Und welche Informationsquellen gibt es noch für internationale Medien im Kriegsgebiet?
Weiterer Lesetipp: Israel will Sender Al Jazeera abschalten (tagesschau.de).

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4. Was wurde eigentlich aus der Förderung zur digitalen Transformation?
(kobuk.at, Michael Suntinger)
Ende 2022 regneten auf Österreichs Medien öffentliche Gelder in erheblicher Höhe herunter: die sogenannte Digitalisierungstransformationsförderung. Michael Suntinger wollte wissen, was aus den vielen Millionen Euro geworden ist. Doch das sei schwierig: “Will man Auskunft über die Verwendung der Gelder aus diesem Fonds, steht man also defacto vor einer unüberwindbaren Mauer des Schweigens.”

5. Nur noch am Tablet
(taz.de, Christian Walther)
Früher seien Sonntagszeitungen mit ihren umfangreichen Ausgaben und Beilagen ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens gewesen, doch der Wandel der Medienlandschaft sowie wirtschaftliche Faktoren hätten zu einem Rückgang und der Einstellung einiger dieser Blätter geführt. In der “taz” berichtet Christian Walther über das Ende der Ära für traditionelle Sonntagszeitungen in Berlin.

6. Steigt Stefan Raab noch einmal in den TV-Ring?
(spiegel.de)
Nach fast zehnjähriger Abstinenz könnte es bald ein TV-Comeback von Stefan Raab geben. Jedenfalls habe Raab selbst auf seinem Instagram-Account mit “rätselhaften Onlinevideos” Hinweise und Gerüchte gestreut. Nun stelle sich die Frage: “Aprilscherz? Oder Ernst?”
Dazu auch ein Lesehinweis von 2020: Die deutsche TV-Branche hätte einiges aufzuarbeiten, findet “RND”-Redakteur Matthias Schwarzer. Er denkt dabei auch und gerade an den von vielen Leuten als “TV-Legende” gefeierten Fernsehmacher Stefan Raab und dessen Clips mit zahlreichen “homofeindlichen Klischees”.

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