Autoren-Archiv

Groks sexualisierte Deepfakes, Wachsender Druck, Wir lieben Mord

1. KI-Chatbot Grok zieht Frauen und Kinder digital aus – gegen ihren Willen
(spiegel.de, Pascal Mühle & Kim Staudt)
Eine neue Bildbearbeitungsfunktion des KI-Chatbots “Grok” auf der Plattform X (vormals Twitter) werde laut einer Studie von “AI Forensics” massenhaft missbraucht, um ohne Zustimmung der Betroffenen sexualisierte Deepfakes von Frauen und sogar Minderjährigen zu erstellen. Französische Staatsanwälte sowie die EU-Kommission hätten bereits Ermittlungen aufgenommen und harte Konsequenzen angedroht. Das Unternehmen xAI hätte auf Presseanfragen bisher nur mit standardisierten Vorwürfen gegen die “Lügen” der etablierten Medien reagiert.

2. Ukraine: Wie Militärs soziale Medien nutzen, um die Regierung zu kritisieren
(deutschlandfunk.de, Roman Goncharenko, Audio: 4:53 Minuten)
In der Ukraine habe sich eine neue Form der Berichterstattung etabliert, bei der Soldaten die Sozialen Medien nutzen würden, um Missstände öffentlich zu machen. Da eine einheitliche Regelung fehle und öffentliche Kritik meist toleriert werde, sähen Befürworter in dieser Transparenz ein notwendiges Korrektiv. Allerdings warne der ehemalige Armeesprecher Wladislaw Seleznjow davor, dass Russland diese offenen Debatten gezielt zur Destabilisierung und Propaganda nutze. Er plädiere für strengere Kontrollen.

3. Jörg Wagner über Medienjournalismus, Medienpolitik & seine Karriere
(youtube.com, Tilo Jung & Hans Jessen, Video: 5:46:55 Stunden)
Bei “Jung & Naiv” ist der bekannte Medienjournalist Jörg Wagner zu Gast, rekordverdächtige 5:46 Stunden. Wagner war fast drei Jahrzehnte Moderator und Redakteur des radioeins-Medienmagazins. “Ein Gespräch über Jörgs und Tilos Verhältnis, seine Arbeit als Medienjournalist beim rbb, seinen unfreiwilligen Abschied, die aktuelle rbb-Intendantin, ‘Staatsferne’ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, kritische Berichterstattung über das eigene Medienhaus, Pressefreiheit und die Presse als ‘vierte Gewalt’, den Mangel an Medienmagazinen im ÖRR, Selbstzensur und vorauseilender Gehorsam im System”.

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4. Freie Berichterstattung ermöglichen
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) fordert die Regierung von Venezuela auf, eine freie Berichterstattung im Land zu ermöglichen. “Es geht nicht an, dass die Weltöffentlichkeit auf Informationen angewiesen ist, die aus dem Pentagon kommen oder durch den Zensurfilter der Regierung in Caracas gegangen sind. Journalistinnen und Journalisten der internationalen Medien müssen sich selbst ein Bild vor Ort machen können”, sagt der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster.

5. Medien: Studie sieht wachsenden Druck durch Plattformen und KI
(swissinfo.ch)
Eine Studie der Universität Zürich prognostiziere, dass der Druck auf Medienhäuser bis 2035 massiv wachsen werde, da Plattformen und KI-Chatbots als primäre Informationsquellen an Bedeutung gewännen. Aufgrund dieser Entwicklung reiche eine rein marktwirtschaftliche Finanzierung des Journalismus künftig nicht mehr aus, zumal Tech-Anbieter journalistische Leistungen systematisch nutzen würden, ohne diese angemessen zu vergüten. Der Verlegerverband Schweizer Medien fordere daher politische Eingriffe zur Förderung der Medienkompetenz sowie gesetzliche Abgeltungsmodelle.

6. Wir lieben Mord: So stirbt das Land im Fernsehen
(telepolis.de, Christian Bartels)
Der Autor Christian Bartels kritisiert die enorme Masse an Krimis im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, in denen nach seiner Zählung allein im Jahr 2025 über 400 Menschen fiktiv ermordet wurden. Anhand einer Auflistung teils skurriler Handlungen demonstriert Bartels die unfreiwillige Komik und Monotonie dieser Formate. Trotz der ständigen Wiederholung des Schreckens würden Krimis das beliebteste Abendritual der Deutschen bleiben.

Reichelt verliert erneut, “Yandex”, Gerichtliche Social-Media-Sperren

1. Julian Reichelt verliert erneut gegen Alfonso Pantisano
(queer.de)
Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main habe dem “Nius”-Chefredakteur Julian Reichelt untersagt, die Falschbehauptung zu wiederholen, der Berliner Queerbeauftragte Alfonso Pantisano habe einen wegen Besitzes kinderpornografischer Schriften verurteilten Mann finanziert. Entgegen der Darstellung Reichelts habe das Gericht festgestellt, dass für die betreffenden “Kieztouren” keine Landesmittel geflossen seien, sondern diese rein privat organisiert und bezahlt worden seien. Pantisano habe den Beschluss als Sieg gegen ein “Fake-News-System” bezeichnet.

2. Eine Startseite für Kreml-Propaganda
(taz.de, Nicholas Potter)
Trotz bestehender EU-Verbote erreiche russische Kriegspropaganda über die Tech-Plattform “Yandex” (inzwischen “Dzen”) in Deutschland weiterhin ein Millionenpublikum. Das Portal sei mit rund 27 Millionen monatlichen Aufrufen hierzulande sogar populärer als die BBC oder die “Süddeutsche Zeitung”. Da die Plattform mittlerweile dem staatlich kontrollierten VK-Konzern gehöre, würden auf der Startseite systematisch nur Inhalte kremltreuer Medien wie “RT” und “RIA Novosti” ausgespielt.

3. Pariser Gericht ver­hängt Haft­strafen und Social-Media-Sperren
(lto.de)
Ein Pariser Gericht habe zehn Angeklagte wegen massiven Cybermobbings gegen Frankreichs First Lady Brigitte Macron zu mehrmonatigen Bewährungsstrafen sowie Social-Media-Sperren verurteilt. Der Richter habe das harte Urteil mit einer “Welle des Hasses” begründet, unter der die Betroffene und deren Familie massiv gelitten hätten. Die Verurteilten seien zudem zu Pflichtseminaren für respektvollen Umgang im Internet sowie Geldstrafen herangezogen worden.

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4. Authentisch inszeniert: Die Macht der Influencer
(youtube.com, Tanjev Schulz & Markus Wolsiffer, Video: 45:55 Minuten)
Bei “Die Medienversteher” diskutieren Tanjev Schulz und Markus Wolsiffer darüber, dass Influencer längst nicht mehr nur Lifestyle-Themen bedienen, sondern als “Newsfluencer” oder politische Kommentatoren zunehmend auch journalistische Funktionen übernehmen. Die oft beschworene Authentizität sei meist nur eine “strategisch expressive Inszenierung”, die Nutzerinnen und Nutzer täusche und im Gesundheitsbereich durch fehlende Expertise sogar gefährlich werden könne.

5. Newsletter-Abschied
(us8.campaign-archive.com, Christian Fahrenbach)
Nach elf Jahren und rund 2.250 Ausgaben verabschiedet sich Christian Fahrenbach von der “Morgenpost” der “Krautreporter”, um künftig als US-Korrespondent für das “Redaktionsnetzwerk Deutschland” zu berichten. Rückblickend betont er, dass guter Journalismus die Leserinnen und Leser entlasten und Ängste mindern solle, anstatt sie mit Lärm und Elitarismus zu überfordern. Fahrenbach habe die Erfahrung gemacht, dass ein respektvoller Umgang auf Augenhöhe und Transparenz über die eigene Haltung wichtiger seien als vermeintliche Neutralität.

6. TikTok-Charts: Viraler “Denkzettel” hängt News-Inhalte ab
(dwdl.de, Simon Pycha)
Zum Jahreswechsel hätten Redaktionen wie “Spiegel” und “Stern” ihre Strategie auf TikTok angepasst und würden nun verstärkt auf moderierte Videos setzen. Der höhere Produktionsaufwand habe sich in den Abrufzahlen bislang jedoch noch nicht niedergeschlagen. An der Spitze des Publisher-Rankings habe im Dezember “Sky Sport” gestanden, mit einem viralen Clip über Fußballer Mo Salah.

Kein Recht auf Putin-Propaganda, Denkfabriken, Ab jetzt gemeinfrei

1. Es gibt kein Recht auf Putin-Propaganda
(taz.de, Nicholas Potter)
Der Schweizer Publizist Roger Köppel habe in einem Gastbeitrag für die “Welt” die Europäische Union als “eine weit größere Gefahr als China oder Russland” für Europa bezeichnet und mache dies an der Sanktionierung eines Schweizers fest. Nicholas Potter kommentiert: “Die Meinungsfreiheit ist in einer Demokratie ein hohes Gut, das geschützt werden muss. Doch die Meinungsfreiheit bedeutet nicht die Freiheit, unwahre Tatsachenbehauptungen in die Welt zu streuen. Sie bedeutet auch nicht die uneingeschränkte Freiheit, Propaganda auf professionelle Art zu verbreiten, um die Kriegsziele eines autoritären Regimes zu unterstützen.”

2. Frankreich ermittelt gegen Elon Musks KI-Firma wegen sexualisierter Fotos
(spiegel.de)
Französische Staatsanwälte hätten Ermittlungen gegen Elon Musks Unternehmen aufgenommen, nachdem der KI-Chatbot Grok sexualisierte Bilder von Frauen und Minderjährigen auf der Plattform X verbreitet habe. Wegen dieser Vorfälle würden den Verantwortlichen nun empfindliche Geld- und Haftstrafen drohen. Musk habe auf Kritik an Groks Vorgehen lediglich spöttisch reagiert. Über den Chatbot seien jedoch automatisierte Bitten um Entschuldigung veröffentlicht worden, die technisches Versagen als Ursache angegeben hätten.

3. Wie Medien Interessen transparent machen sollten
(deutschlandfunk.de, Sören Brinkmann, Audio: 36:10 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, wie Medien mit Denkfabriken umgehen sollten. Es diskutieren DLF-Hörer Philippe Ploch, Kathrin Kühn aus der DLF-Wissenschaftsredaktion und Heribert Hirte von Transparency Deutschland.

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4. Die Medienhölle – Pilotfolge
(youtube.com, Jörg Wagner, Video: 32:35 Minuten)
Man kann Jörg Wagner getrost als Legende des Medienjournalismus bezeichnen: Mehrere Jahrzehnte war er Kopf und Stimme des “Medienmagazins” beim RBB-Sender radioeins (dazu zwei Lesetipps: Über Wagners RBB-Abschied hat Anne Fromm bei der “taz” geschrieben, bei “Übermedien” hat Stefan Niggemeier mit ihm über seine lange Medienkarriere und die Gründe seines Ausscheidens gesprochen). Doch nun ist Wagner zurück: unter eigenem Namen und auf YouTube. Der Name seines Projekts: die “Medienhölle”.

5. Es war einmal um 20:15 Uhr: Kommt 2026 das Happy End fürs Lineare?
(dwdl.de, Peer Schader)
Das Jahr 2026 markiere laut Peer Schader endgültig den Übergang vom linearen Fernsehen zum Streaming, was sich symbolisch am Wechsel der “Bambi”-Verleihung zu Amazon Prime sowie an der statistisch belegten Dominanz von Abrufinhalten in den USA zeige. Auch hierzulande reagiere die Branche nun konsequent auf den Verlust des klassischen “Lagerfeuer”-Effekts. Sender wie RTL würden angesichts wegbrechender linearer Reichweiten bei jüngeren Zielgruppen massiv Stellen abbauen und ihre Ressourcen auf eigene Plattformen umschichten.

6. Diese Werke sind ab heute gemeinfrei
(netzpolitik.org, Timur Vorkul)
Zum “Public Domain Day” am 1. Januar seien zahlreiche Werke in den Besitz der Allgemeinheit übergegangen, da in Europa die Urheberrechte für alle 1955 verstorbenen Künstlerinnen und Künstler sowie weiterer Persönlichkeiten, darunter Thomas Mann, Fernand Léger und Albert Einstein, erloschen seien. Diese nun gemeinfreien Arbeiten dürfen ab sofort ohne Einschränkungen kopiert und angepasst werden. In den USA würden Werke des Veröffentlichungsjahres 1930 gemeinfrei, wie etwa Agatha Christies erster Miss-Marple-Krimi.

Peinlichkeiten des Medienjahres, Macht der Bilder, Alle Jahre wieder

Dies ist die letzte “6-vor-9”-Ausgabe des Jahres. Wir wünschen allen Leserinnen und Lesern, Unterstützerinnen und Unterstützern schöne Feiertage, frohe Weihnachten und einen guten Start ins neuen Jahr! Hier geht es am 5. Januar wieder los.

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1. Justizministerium veröffentlicht Gesetzentwurf zur Vorratsdatenspeicherung
(netzpolitik.org, Andre Meister)
Im inzwischen dritten Anlauf für eine Vorratsdatenspeicherung in Deutschland wolle die Bundesregierung Internetprovider zu einer dreimonatigen Speicherung der IP-Adressen aller Nutzerinnen und Nutzer verpflichten. Andre Meister hat sich den Gesetzesentwurf des Justizministeriums (PDF) mit einem kritischen Blick angeschaut.
Weiterer Lesetipp: Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) lehnt die Pläne der Bundesregierung ab. Der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster sieht in dem Vorhaben eine getarnte Neuauflage der Vorratsdatenspeicherung, die den Schutz journalistischer Quellen gefährde. Er verweist zudem auf vergangene Gerichtsurteile gegen eine anlasslose Massenspeicherung und sagt eine erneute juristische Niederlage voraus. (djv.de, Hendrik Zörner)

2. Persönlichkeitsrechte gelten auch für Sexarbeiterinnen
(taz.de, Johanna Treblin)
Ein Schweizer Gericht habe entschieden, dass die “Weltwoche” die Persönlichkeitsrechte der Autorin und Sexarbeiterin Hanna Lakomy verletzt habe. Ein Journalist des Magazins habe sie nach einer abgelehnten Interviewanfrage als Kunde gebucht und anschließend, ohne Lakomys Einverständnis, einen Artikel über das Treffen veröffentlicht. Das Urteil stelle klar, dass auch Sexarbeiterinnen ein Recht auf Privatsphäre hätten, die “Weltwoche” den Text löschen und den damit erzielten Gewinn offenlegen müsse.

3. Goldener Günter 2025: Das sind die Peinlichkeiten des Medienjahres
(dwdl.de)
Das Medienmagazin “DWDL” verleiht zum 18. Mal seinen Negativpreis “Goldener Günter” für die größten Peinlichkeiten und Pannen des vergangenen Medienjahres. Zu den elf von der Redaktion ausgewählten Fehltritten zählen unter anderem das glücklose Comeback von Stefan Raab, die “Heuchelei des Jahres” von “Bild”-Unterhaltungschefin Tanja May sowie diverse “Kommunikationsdesaster” der öffentlich-rechtlichen Sender. Die Leserschaft habe nun die Möglichkeit, bis zum 28. Dezember online über den sogenannten “Super-Günter” abzustimmen.

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4. Wie mächtig sind Bilder?
(arte.tv, Julia Fritzsche, Video: 29:45 Minuten)
“Wieso verdichten manche Bilder welthistorische Ereignisse zu einem einzigen, emotional aufgeladenen visuellen Moment? Und wie können wir alle heute, wo wir mehr denn je selbst Bilder machen und verbreiten, die Macht der Bilder brechen?” Diesen Fragen geht Julia Fritzsche in ihrer Arte-Doku über die “Macht der Bilder” nach.

5. Europas Machtprobe mit den Plattformen
(verdi.de, Federica Matteoni)
Mit dem Digital Services Act wolle die EU große Online-Plattformen zu mehr Transparenz zwingen und die Verbreitung illegaler Inhalte eindämmen. Die praktische Durchsetzung erweise sich jedoch als schwierig, wie aktuelle Verfahren gegen den Dienst X (ehemals Twitter) sowie arbeitsrechtliche Konflikte bei TikTok verdeutlichen würden. Gleichzeitig löse die Einführung staatlich anerkannter Meldestellen eine hitzige Debatte darüber aus, wie viel staatliche Regulierung die Meinungsfreiheit verträgt.

6. Alle Jahre wieder
(medienkuh.de, Kevin Körber & Dominik Hammes, Audio: 2:07:42 Stunden)
Das Jahr ist fast rum, und die wichtigste Frage bleibt: Was gucken wir, wenn die Verwandtschaft nervt? Kevin Körber und Dominik Hammes blättern sich durch das Fernsehprogramm und checken, was die Flimmerkiste an den Feiertagen 2025 hergibt. Ein streng persönlicher Wegweiser durch das Sendeschema.

Nicht zum Jubeln, Gespräche aufnehmen, Prägende Internetstars

1. Nicht zum Jubeln
(taz.de, André Zuschlag)
Das Hamburger Landgericht habe die Klagen gegen “Correctiv” zwar abgewiesen, dennoch sei die Argumentation der Kläger nicht völlig von der Hand zu weisen. Ein Großteil der Öffentlichkeit habe den Text tatsächlich als Tatsachenbericht über konkrete Ausweisungspläne missverstanden. Dies bringt André Zuschlag in seinem Kommentar zu folgendem Fazit: “Juristisch war die Berichterstattung weitgehend sauber, journalistisch hingegen – ein bisschen weniger.”
Weiterer Lesetipp: Felix W. Zimmermann, Chefredakteur bei “Legal Tribune Online”, sieht in der Entscheidung des Landgerichts “kein gutes Urteil für die Debattenkultur” und kommentiert: Die Begründung des Gerichts “ist nichts anderes als eine vorsätzliche Realitätsverweigerung.” (lto.de)

2. Gespräche aufnehmen: Was ist erlaubt?
(verdi.de, Jasper Prigge)
Rechtsanwalt Jasper Prigge erläutert, dass das “Recht am eigenen Wort” grundsätzlich davor schütze, dass nichtöffentlich getätigte Äußerungen ohne Erlaubnis aufgezeichnet werden. Strafbar sei das Mitschneiden laut Gesetz nur dann nicht, wenn eine “faktische Öffentlichkeit” gegeben sei, in der auch unbeteiligte Dritte das Gespräch mithören könnten. Da auch die Verbreitung rechtswidriger Aufnahmen verboten sei, werde Journalistinnen und Journalisten im Zweifelsfall empfohlen, auf wörtliche Zitate zu verzichten und Inhalte stattdessen zu paraphrasieren.

3. Weimer stellt Kompromiss “in wenigen Wochen” in Aussicht
(dwdl.de, Alexander Krei)
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer habe nach den jüngsten Verzögerungen eine baldige Einigung im Streit um die Investitionsverpflichtung für die Filmbranche in Aussicht gestellt. Der diskutierte Kompromiss sehe vor, zunächst mit freiwilligen Selbstverpflichtungen zu starten und erst bei einer negativen Evaluation zur Mitte der laufenden Legislaturperiode ein Gesetz einzuführen. Obwohl die SPD ursprünglich auf eine gesetzlichen Regelung bestanden habe, habe sich Weimer zuversichtlich gezeigt, mit diesem stufenweisen Vorgehen in wenigen Wochen eine Lösung zu finden.

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4. Newsletter Netzwerk Recherche 252
(netzwerkrecherche.org, Greta Linde & Daniel Drepper)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für investigativ arbeitende Journalistinnen und Journalisten: der Newsletter des Netzwerk Recherche. Die aktuelle Ausgabe beginnt mit einigen Worten von Daniel Drepper über dessen Erfahrungen in den USA und die aktuellen Herausforderungen im Journalismus. Darüber hinaus gibt es einen Überblick über medienrelevante Nachrichten, Veranstaltungen, Preise und Stipendien.

5. Kommerzielle Komedy
(setup-punchline.de, Bernhard Hiergeist)
Bernhard Hiergeist holt für die neue Ausgabe seines Newsletters “Noten zur Comedy” noch einmal einen historischen Abmahnfall aus dem Archiv: Im Jahr 2011 habe Comedian Mario Barth einen T-Shirt-Hersteller abgemahnt, weil dieser den Spruch “Nichts reimt sich auf Uschi” verwendet habe. Dabei habe Barth den Slogan, der eigentlich von Oliver Kalkofe und Dietmar Wischmeyer stamme und den er selbst als Allgemeingut bezeichne, zuvor markenrechtlich schützen lassen. Dies zeige laut Hiergeist eine irritierende Doppelmoral und einen fehlenden Sinn für Selbstironie.

6. Zehn Internetstars, die das Jahr prägten
(spiegel.de, Markus Böhm & Pascal Mühle)
Markus Böhm und Pascal Mühle porträtieren zehn Internetpersönlichkeiten, die das Jahr 2025 mit ihren viralen Erfolgen und unterschiedlichen Inhalten maßgeblich geprägt hätten. Die Bandbreite der vorgestellten Personen reicht dabei vom weltweit bekannten US-Streamer IShowSpeed über den 88-jährigen Newcomer Opa Werner bis hin zur 15-jährigen Rapperin Zahide, die über TikTok in die Charts gelangt sei. Neben klassischem Entertainment wie Gaming oder Comedy hätten sich auch Nischenthemen wie Döner-Tests, Medienkritik und Lyrik erfolgreich im Netz etabliert.

KW 51/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Haben Thüringens Behörden ein Problem mit Journalisten?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 22:24 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit dem Verdi-Gewerkschafter Peter Dinkloh über die Neuauflage eines Prozesses gegen zwei Neonazis, die 2018 im thüringischen Fretterode Journalisten brutal angegriffen haben. Der Bundesgerichtshof habe das erste, sehr milde Urteil aufgehoben, weil das Landgericht das politische Motiv der Tat zunächst ignoriert habe.

2. Netflix vs. Paramount – Trump mischt bei Übernahme von Warner Brothers mit
(br.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 25:05 Minuten)
Bei “BR24 Medien” geht es um die Bieterschlacht der Streaming-Giganten Netflix und Paramount um das Hollywood-Studio Warner Brothers Discovery. Martin Ganslmeier, ARD-Korrespondent in New York, kommentiert: “Medienexperten hier in den USA sagen, eigentlich ist das die Wahl zwischen Pest und Cholera. Wenn Netflix Warner Brothers übernimmt, dann sind die Kinos in Gefahr, wenn umgekehrt Paramount sich doch noch durchsetzen sollte, dann wird der links-liberale Nachrichtensender CNN neutralisiert.”

3. »Journalismus im Fadenkreuz – Angriffe auf die unabhängige Presse und die Meinungsfreiheit«
(youtube.com, Carolin Emcke, Video: 1:44:46 Stunden)
Carolin Emcke diskutiert mit Anna-Lena von Hodenberg, Anja Osterhaus und Gilda Sahebi über die systematischen Angriffe auf den unabhängigen Journalismus. Die Runde analysiert, wie Hass und Gewalt gezielt gegen Frauen und marginalisierte Gruppen eingesetzt würden, um kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen. Zentral sei dabei die Frage, welche Strategien es gibt, um sich gegen diese Zerstörung der Meinungsfreiheit zu wehren.

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4. Fromm, kontrovers, extrem? Christfluencer in sozialen Medien
(ardaudiothek.de, Thomas Bimesdörfer & Michael Meyer, Audio: 20:38 Minuten)
Christliche Influencer würden in den Sozialen Medien ein immer größeres Publikum erreichen, doch neben den frommen Inhalten befänden sich oft rechte politische Botschaften. Besonders freikirchliche Akteure würden die Plattformen nutzen, um ihre teils demokratiefeindlichen Weltbilder zu verbreiten. Die Journalistin Kyra Funk ordnet diesen Trend im Interview bei “Medien – Cross und Quer” ein und erklärt, wo die Grenzen der Religionsfreiheit liegen.

5. Wie YouTube zu BILD wird
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 24:36 Minuten)
Mats Schönauer analysiert in seinem Video, dass sich die Plattform YouTube durch zunehmende Sensationsgier und Desinformation immer mehr den Methoden der “Bild”-Zeitung annähere. Unterstützt wird er dabei von dem YouTuber Zeo, der die historische Entwicklung YouTubes von den harmlosen Anfängen hin zu einem professionellen Geschäft mit der Wut beleuchtet. Anhand von Beispielen zeigt Schönauer, wie YouTuber gezielt Desinformation, Hetze und sogar KI-Fälschungen nutzen, um mehr Klicks und Geld zu generieren.
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

6. Rützel & Respondek vs. Raab & Co – der Jahresrückblick
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 39:43 Minuten)
“Warum sind Stefan Raabs Witze genauso wie ellenlange Event-Quizshows einfach nicht totzukriegen? Was sagt der Trend zu Verräter-Formaten wie ‘The Power’ oder ‘Werwölfe’ über unsere Gesellschaft aus? Muss man im Fernsehen wirklich weiter Menschenjagden veranstalten?” Darüber unterhält sich Alexander Matzkeit mit den TV-Experten Lukas Respondek (fernsehserien.de) und Anja Rützel (unter anderem “Spiegel”).

Journalistinnen des Jahres, Hate Watching, Hitler-Clickbait

1. NDR Autorinnen Isabell Beer und Isabel Ströh als “Journalistinnen des Jahres” ausgezeichnet
(ndr.de)
Isabell Beer und Isabel Ströh sind von der Fachzeitschrift “medium magazin” (und einer unabhängigen Fachjury) als “Journalistinnen des Jahres 2025” ausgezeichnet worden. Sie erhalten den Preis für ihre investigativen Recherchen beim “Funk”-Format “STRG_F”, in denen sie Netzwerke sexualisierter Gewalt im Internet aufdecken. Eine Auflistung aller weiteren Preisträgerinnen und Preisträger gibt es beim “medium magazin”. Transparenzhinweis: Dort ist auch der “6-vor-9”-Kurator aufgeführt (Platz 10 im Bereich Unterhaltung).

2. Irreführende Berichterstattung der WELT über NGOs: LobbyControl begrüßt Rüge des Presserats
(lobbycontrol.de)
Nach einer Beschwerde der Organisation “LobbyControl” habe der Deutsche Presserat die “Welt”-Redaktion wegen einer “gravierenden Irreführung der Leserschaft” in Bezug auf Nichtregierungsorganisationen öffentlich gerügt. Welt.de habe unter Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht falsche Behauptungen über angebliche Geheimverträge mit der EU-Kommission sowie die Finanzierung der Organisationen verbreitet.

3. Hate Watching: Emotionen als geheime Erfolgsstrategie
(dwdl.de, Simon Pycha)
Bei “DWDL” beschreibt Simon Pycha das Phänomen des “Hate Watching”, bei dem Zuschauerinnen und Zuschauer unliebsame Inhalte konsumieren. Ziel dabei sei es, sich emotional abzureagieren oder gesellschaftlich mitreden zu können. Influencer würden diesen Mechanismus gezielt durch sogenannten “Rage Bait” nutzen, indem sie mit provokanten Inszenierungen absichtlich negative Kommentare und hohe Interaktionsraten provozieren.

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4. Filmschaffende fordern Bleiberecht
(verdi.de, Gisela Wehrl)
Der iranische Dokumentarfilmer Jafar Najafi habe in Deutschland Schutz gesucht, nachdem die Behörden in Teheran seine Wohnung durchsucht und brisantes Material über Proteste beschlagnahmt hätten. Trotz der drohenden Gefahr habe das Bundesamt für Migration Najafis Asylantrag abgelehnt. Unterstützer aus der Filmbranche würden nun gemeinsam mit seiner Anwältin ein Bleiberecht fordern.

5. Was unser Journalismus im Jahr 2025 verändert hat
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
netzpolitik.org-Redakteur Markus Reuter zieht eine positive Bilanz für das Jahr 2025 und zeigt auf, wie der Journalismus seiner Redaktion konkrete politische und gesellschaftliche Veränderungen bewirkt habe. Anhand zahlreicher Beispiele wird deutlich, dass investigative Recherchen oft eine Wirkung entfalten, die über reine Klickzahlen hinausgeht. Diese Aufklärungsarbeit sei essenziell, um Grundrechte zu verteidigen und Missstände zu beheben.

6. Hitler-Clickbait in österreichischen und deutschen Medien
(kobuk.at, Judith Kantner)
Judith Kantner kritisiert, dass sowohl Boulevard- als auch Qualitätsmedien spekulative Details über Adolf Hitlers Intimleben nutzen würden, um mit reißerischen Schlagzeilen Klicks zu generieren: “Meldungen über Hitlers Sexualleben oder die vermeintliche Größe seines Penis helfen nicht, die Geschichte eines der dunkelsten Kapitel der Menschheitsgeschichte zu verstehen. Schon gar nicht, wenn die Faktenlage dazu äußerst dünn ist.”

“Beispiellose Veränderung”, Buchtipps, Amazon-Urteil

1. “Beispiellose Veränderung seit 2012”
(taz.de)
Laut einem aktuellen Bericht der UNESCO sei die weltweite Meinungs- und Pressefreiheit seit 2012 so massiv eingebrochen wie selten zuvor in der Geschichte. Verantwortlich für diesen historischen Rückgang seien neben politischem Druck und dem Aufstieg autoritärer Regime vor allem die Konkurrenz durch Künstliche Intelligenz sowie die Jagd nach Klickzahlen. Trotz der alarmierenden Lage gebe es Hoffnung durch engagierten investigativen Journalismus und grenzüberschreitende Kooperationen.

2. Neue Spionage-Software entdeckt
(netzpolitik.org, Martin Schwarzbeck)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen habe eine Spionage-Software identifiziert, die der belarussische Geheimdienst KGB vermutlich seit Jahren gezielt gegen Journalistinnen und Journalisten einsetze. Die Installation erfolge dabei nicht über technische Sicherheitslücken, sondern durch physischen Zugriff auf das entsperrte Gerät, etwa wenn dieses bei Verhören abgegeben werden muss.

3. Amazon darf Prime-Video-Kunden keine Wer­bung auf­zwängen
(lto.de)
Das Landgericht München habe entschieden, dass Amazon bestehende Verträge für das Streamingangebot Prime Video nicht einseitig ändern und plötzlich Werbung schalten dürfe. Nach Auffassung der Richter hätten die Kundinnen und Kunden ein werbefreies Angebot gebucht. Weder Gesetze noch die Nutzungsbedingungen würden eine solche Verschlechterung erlauben. Das Unternehmen müsse die Betroffenen nun über die Unzulässigkeit informieren. Amazon habe allerdings bereits angekündigt, gegen das noch nicht rechtskräftige Urteil vorzugehen.

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4. TV-Vermarkter steuern auf schwachen Jahresabschluss zu
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Die Bruttowerbeeinnahmen der Fernsehsender seien im November deutlich gesunken, wobei vor allem RTL und ProSieben starke Verluste hinnehmen müssten. Dieser Abwärtstrend belaste den gesamten Werbemarkt, auch wenn Zeitungen und Außenwerbung Zuwächse verzeichnet hätten. Lediglich die Kinowerbung habe dank neuer Blockbuster ihren bisher besten Monat des Jahres erlebt.

5. Konstruktiv statt kontrovers bei Miosga
(verdi.de, Volker Nünning)
Der Programmausschuss des NDR habe das Konzept der Sendung “Caren Miosga” als “richtig und erfolgreich” bewertet, da der Fokus statt auf Konfrontation auf konstruktiven und vertiefenden Gesprächen liege. Die Prüfer hätten jedoch angemerkt, dass die langen Einzelinterviews zu Beginn bisweilen die Redezeit der anderen Gäste verkürzen würden. Im linearen Fernsehen sei “Caren Miosga” die meistgesehene politische Talkshow in Deutschland.

6. Buchtipps für den Einstieg in den Journalismus
(netzwerkrecherche.org, Flora Boehlke)
Flora Boehlke liefert eine Liste mit Buchtipps, die Interessierten den Einstieg in den Journalismus erleichtern können. Die Empfehlungen umfassen sowohl theoretische Grundlagenwerke als auch Fachliteratur zu speziellen Bereichen wie dem Daten- und dem Investigativjournalismus. Außerdem gibt es zwei Empfehlungen mit spannenden Fallgeschichten, die anhand berühmter Recherchen einen praktischen Einblick in die journalistische Arbeit geben.

KW 50/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Undercover in den Influencer-Chats von Knossis Firma
(youtube.com, RobBubble, Video: 55:25 Minuten)
Influencer verkaufen angeblich ihre private WhatsApp-Nummer an Fans, die sich davon persönlichen Zugang zu ihrem Idol versprechen. Die ernüchternde Wahrheit hinter dem Geschäftsmodell: Oft stecken Callcenter-Agenten hinter dem vermeintlichen Promi. “RobBubble” ist der Sache in einer bestürzenden Recherche nachgegangen: “Ich habe ein Jahr lang undercover recherchiert, habe mit Whistleblowern gesprochen, habe Einblicke in die WhatsApp-Chats von bekannten deutschen Influencerinnen wie Alexisshv und GwendolynCeline mit ihren Fans bekommen, habe Leute in einer Agentur und bei Fanblast eingeschleust und veröffentliche heute: So funktioniert dieser mutmaßliche gewerbsmäßige Betrug.”

2. Wie denkt Annette Dittert nach 20 Jahren über Großbritannien?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 45:41 Minuten)
Bei “Übermedien” spricht Holger Klein mit der scheidenden ARD-Großbritannien-Korrespondentin Annette Dittert über ihre Karriere und ihren bevorstehenden Abschied vom Fernsehen. Dittert erklärt dabei ihre tiefe Verbundenheit zu Großbritannien, die sie dazu bewogen habe, als Staatsbürgerin auf einem Hausboot in London zu bleiben. Nun wolle sie sich einem Buchprojekt über die Seele ihrer Wahlheimat widmen.

3. Gegen die “Informationsvernebelung”
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 35:09 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die “Informationsvernebelung” durch ausweichende Antworten in Interviews. Der DLF-Hörer Klaus Heyne diskutiert darüber mit den Journalistinnen Christiane Hoffmann und Sandra Schulz.

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4. Podcast: Innovativer Lokaljournalismus
(verdi.de, Danilo Höpfner, Audio: 14:23 Minuten)
Im Verdi-Medienpodcast “M” erläutert Professorin Britta Gossel, dass echter Fortschritt im Lokaljournalismus mehr als nur technologische Neuerungen erfordere. Sie warnt angesichts sinkender Einnahmen vor einer zu starken Abhängigkeit von Social-Media-Plattformen und mahnt stattdessen strukturelle Veränderungen bei der Erstellung von Inhalten an.

5. Ghosting – muss das sein?
(freienpodcast.letscast.fm, Geraldine Friedrich & Françoise Hauser, Audio: 29:38 Minuten)
“Auftraggeber, die sich nicht mehr melden, E-Mails nicht mehr beantworten oder sonst wie abtauchen: Fast jeder freie Journalist kennt dieses Phänomen. Doch warum ist das so und was kann man dagegen tun?” Darüber sprechen Geraldine Friedrich und Françoise Hauser vom “Freien-Podcast” mit der Journalistin Kira Brück.

6. Wie schützen wir unsere Stimme vor der KI?
(spotify.com, Tobias Voßberg & Benedikt Raquet, Audio: 36:41 Minuten)
Im “Jura- und KI-Podcast” diskutieren Benedikt Raquet und Tobias Voßberg alle zwei Wochen über “aktuelle Entwicklungen an der Schnittstelle von Recht und Künstlicher Intelligenz”. In der aktuellen Folge sprechen sie über die Chancen und Risiken der Stimmensynthese, von der Kommerzialisierung bis zum rechtlichen Schutz. Neben den technischen Grundlagen analysieren sie die konkreten Folgen für Kreative und wagen einen Ausblick in die Zukunft der digitalen Kommunikation.

Regierung bleibt auf X, Grauer Haken, Die “Bild”-Bullshit-Show

1. Warum bleibt die Bundesregierung auf X?
(tagesschau.de, Philipp Eckstein)
Ein Sprecher der Bundesregierung habe Forderungen nach einem Rückzug von X/Twitter zurückgewiesen, obwohl der Eigentümer der Plattform Elon Musk dort zunehmend radikale und rechtsextreme Inhalte verbreite: “Wir informieren die Öffentlichkeit über die Arbeit der Bundesregierung. Dafür müssen wir dort sein, wo Bürgerinnen und Bürger, wo Menschen entsprechend sind.” Auf Nachfrage habe der Sprecher gesagt, dass “Angst vor dem US-Präsidenten oder irgendwelchen Folgen” bei der Entscheidung keine Rolle spiele.

2. Die “Bild”-Bullshit-Show
(uebermedien.de, Lisa Kräher)
Bei “Übermedien” kritisiert Lisa Kräher, dass die “Bild”-Redaktion ein Interview des Schwestermediums “Politico” mit US-Präsident Donald Trump unkritisch feiere und dabei dessen Lügen ungefiltert verbreite. Krähers Fazit: “Trump – wie ‘Politico’ und ‘Bild’ – derart die Bühne zu bereiten und all den shit, den er verbreitet, auch noch mit großen Schlagzeilen zu adeln, das ist schon ein besonders peinlicher und auch schädlicher Fehlgriff.”

3. So verzerrten Influencer im Sommer die Sicht auf UN-Hilfslieferungen für Gaza
(correctiv.org, Kimberly Nicolaus)
“Im Sommer filmten sich mehrere Influencer am Grenzübergang Kerem Shalom und verbreiteten ein verzerrtes Bild der UN-Hilfslieferungen für Gaza. Was haben sie mit Israels Regierung zu tun und welchen Einfluss haben sie?” Die Journalistin Kimberly Nicolaus hat sich den Kampf ums Narrativ näher angeschaut.

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4. Das Interview des Jahres 2025
(taz.de, Doris Akrap)
Im neuen “ttt Talk” hat sich Siham El-Maimouni mit dem Kultur- und Medienminister Wolfram Weimer unterhalten. In der “taz” lobt Doris Akrap die Moderatorin für ihre Fragetechnik: “Keine Sekunde lässt sie ihn entkommen, nichts durchgehen, konfrontiert ihn hart, aber immer sachlich mit all den Vorwürfen und Fragen rund um die Weimer Media Group und den von ihr veranstalteten Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee.”

5. Fürst Albert II. siegt beim OLG Frank­furt
(lto.de)
Das Oberlandesgericht Frankfurt habe entschieden, dass die Privatsphäre von Fürst Albert II. schwerer wiege als das öffentliche Interesse an dessen Familienleben. Demnach seien Spekulationen über den Zustand der Ehe des Fürsten und dessen Frau unzulässig. Ebenso habe der Senat die Veröffentlichung von Paparazzi-Fotos, die die Kinder zeigen, untersagt. Diese hätten auch auf einer von außen einsehbaren Yacht ein Recht auf unbeobachtete Entspannung.

6. Jetzt abstimmen: Social Media-Negativpreis “Grauer Haken 2025”
(heise.de)
Der “c’t”-Podcast “Haken dran” vergibt gemeinsam mit seiner Community in diesem Jahr erstmals den Negativpreis “Grauer Haken” für besondere Peinlichkeiten und Fehlschläge in den Sozialen Medien. Zu den Nominierten zählen neben politischen Akteuren wie Julia Klöckner und Wolfram Weimer auch Prominente wie Veronika Ferres oder Unternehmen, die durch unsensible Kommunikation oder fragwürdige Kampagnen aufgefallen seien. Interessierte könnten noch bis zum Ende des Jahres online abstimmen.

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