Frankreich kippt Verbot, Spanische Sanktionen, TikTok-Challenge

1. Social-Media-Verbot in Frankreich gekippt
(tagesschau.de)
Frankreichs Verfassungsrat habe das Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren gekippt. Das Verbot stelle “einen unverhältnismäßigen Eingriff” in die Meinungs- und Kommunikationsfreiheit der Betroffenen dar. Die französische Nationalversammlung und der Senat hätten erst im Juli für das Gesetz gestimmt, das ohne das Veto des Verfassungsrats im September in Kraft getreten wäre.

2. Nach Frage an Selenskyj: Strafverfahren in Russland gegen “FAZ”-Journalisten
(derstandard.at)
Die russischen Behörden hätten laut der staatlichen Agentur TASS ein Strafverfahren wegen angeblichen Schürens von Hass gegen einen Südosteuropa-Korrespondenten der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (“FAZ”) eingeleitet und würden eine internationale Fahndung prüfen. Anlass sei eine Frage des Journalisten bei einer Pressekonferenz in Belgrad an den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, die von der “FAZ” nachträglich als missverständlich formuliert bedauert worden sei.

3. Spanien: Strafe für Berichterstattung?
(verdi.de, Ralf Streck)
Das Verdi-Magazin “M – Menschen machen Medien” berichtet über Sanktionsverfahren der spanischen Datenschutzbehörde gegen mehrere Zeitungen, darunter die katalanische Wochenzeitung “La Directa”. Den Medien würden Geldstrafen und Löschauflagen drohen, weil sie das verdeckte Einschleusen von Polizeibeamten in soziale Bewegungen und zivilgesellschaftliche Gruppen öffentlich gemacht hätten. Journalistinnen und Journalisten sowie Menschenrechtsorganisationen würden sich mit den betroffenen Redaktionen solidarisieren und das Vorgehen als Zensur verurteilen.

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4. In Guinea-Bissau wankt die Demokratie: Journalismusausbildung ist wichtiger denn je
(de.ejo-online.eu, Enock Sithole)
Nach den abgebrochenen Wahlen in Guinea-Bissau stünden freie Medien dort unter starkem politischem Druck und Zensur. Eine neue Studie zeige, wie unverzichtbar unabhängige Berichte, vor allem im Radio, für die Bevölkerung seien, um Gerüchte von Fakten trennen zu können. Damit Reporterinnen und Reporter Einschüchterungen standhalten und Machtmissbrauch aufdecken können, müsste die journalistische Ausbildung noch praxisnäher sein und Recherche, Ethik sowie Faktenprüfung vermitteln.

5. Was aktuell auf Instagram und TikTok viral geht
(dwdl.de, Simon Pycha)
In seinem “Trend-Ticker” fasst Simon Pycha für das Medienmagazin “DWDL” die reichweitenstärksten Phänomene, Memes und Inhaltswellen auf TikTok und Instagram zusammen. Er ordnet aktuelle Dynamiken als Orientierung und Inspiration für Social-Media-Teams ein. Das reicht von skurrilen Community-Insidern und KI-generierten Inhalten bis hin zu Beziehungs-Challenges und inszenierten Corporate-Statements.

6. TikTok-Challenge: Mann nimmt gefährliche Dosis Schmerzmittel
(zeit.de)
In Würzburg habe ein 23-Jähriger im Rahmen einer gefährlichen TikTok-Challenge eine potenziell lebensbedrohliche Menge Schmerzmittel eingenommen, sei deswegen ins Krankenhaus gekommen, habe dies jedoch eigenmächtig wieder verlassen. Dank einer Suchaktion sei er rechtzeitig aufgefunden und versorgt worden, wodurch schwere Organschäden abgewendet worden seien. Die Ermittlungsbehörden warnen eindringlich vor derlei Online-Mutproben.

KW 33/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Wie entlarvt man Klima-Unsinn in rechtsalternativen Medien?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 20:57 Minuten)
In der neuen Ausgabe des “Übermedien”-Podcasts spricht Holger Klein mit dem Medienethiker Luis Paulitsch, der sich jüngst mit Klima-Desinformation auf rechten Portalen beschäftigt hat: “Wie kann man die Strategien rechtsalternativer Medien entlarven? Welcher Lobby-Verein taucht immer wieder in klimaskeptischen Beiträgen auf? Und was könnte auch der Klimajournalismus etablierter Medien besser machen?”

2. Banal & Teuer: Was die Regierung auf Social Media treibt
(ardmediathek.de, Anja Reschke, Video: 29:47 Minuten)
Anja Reschke thematisiert in ihrer Sendung “Reschke Fernsehen” den wachsenden Social-Media-Apparat der Bundespolitik und hinterfragt den Nutzen der millionenschweren Kampagnen auf Plattformen wie TikTok und Instagram. Allein die Bundesministerien würden über 200 Onlinekanäle betreiben, mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Social Media beschäftigen und hochdotierte Aufträge an externe Werbeagenturen vergeben. Reschke kritisiert, dass der eigentliche verfassungsrechtliche Informationsauftrag zunehmend in inhaltsarmer Selbstdarstellung und Unterhaltung untergehe.

3. Geplante Änderungen des Informationsfreiheitsgesetzes
(djv-nrw.de, Sascha Fobbe, Audio: 28:36 Minuten)
In dieser Folge des Podcasts “Ohne Block und Bleistift” des Deutschen Journalisten-Verbands NRW diskutieren Daniel Drepper (Netzwerk Recherche) und Jonas Seufert (“FragDenStaat”) über die von der Bundesregierung geplanten Reformen des Informationsfreiheitsgesetzes. Beide Journalisten warnen: Neue Hürden wie Begründungspflichten, drohende Gebührenerhöhungen und geschwächte Kontrollinstanzen würden den Zugang zu behördlichen Dokumenten drastisch beschneiden und damit die investigative Berichterstattung gefährden.

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4. Gegen Netflix & Co – Kann ein neuer TV Sender das Privatfernsehen retten?
(ardsounds.de, Leonie Thim, Audio: 27:20 Minuten)
ProSiebenSat.1 wolle einen weiteren Fernsehsender an den Start bringen: Sat.2 soll er heißen und vor allem als Abspielstation für bereits eingeführte Serien und Klassiker dienen. “Warum setzt der Konzern ausgerechnet jetzt auf Nostalgie? Ist das ein verzweifelter Versuch, Zuschauer zurückzugewinnen, oder eine überraschend kluge Strategie? Und wie steht es generell um das lineare Fernsehen?” Der Podcast “BR24 Medien” hat den Fernsehsender zu seinen Plänen befragt, Medienjournalist Steffen Grimberg ordnet das Ganze ein.

5. KI seit Tag eins: Ist morningcrunch ein Modell für den Journalismus von morgen?
(youtube.com, Paul Elvers, Video: 53:30 Minuten)
Im Podcast “KI Köpfe” erzählt “Morning-Crunch”-Mitgründer Paul Ostwald vom Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz im Redaktionsalltag seines Finanz-Newsletters. Er erläutert, wie das Start-up KI-Tools für automatisierte Datenrecherchen, Briefings und Faktenprüfungen nutzt, betont jedoch, dass der unverzichtbare Mehrwert weiterhin beim Menschen liege: Erst redaktionelle Tonalität, Humor und fundierte Kontextualisierung könnten für Leserbindung und Glaubwürdigkeit sorgen.

6. Chinas Buch-Bubble
(diary.umlauts.de, Sven Tetzlaff, Audio: 23:10 Minuten)
In der aktuellen Ausgabe seines “China Tagebuchs” beschäftigt sich Sven Tetzlaff mit der lebendigen chinesischen Literaturszene: von 24-Stunden-Buchlieferdiensten bis zur Verleihung des Lu-Xun-Literaturpreises an einen dichtenden Essenskurier. Im Mittelpunkt steht die 200-Millionen-Nutzer-Plattform “Douban” als asiatisches Pendant zu “Goodreads”. Tetzlaff kritisiert die westliche, oft angelsächsisch verengte Medien- und Literaturblase, die viele Gegenwartsdiskurse und Werke aus Asien systematisch übersehe.

Social-Media-Stab, Haftbefehl gegen Krah, Wie viel Nähe ist zu viel?

1. So groß ist der Social-Media-Stab von Julia Klöckner
(t-online.de)
Bei t-online.de wird über die personelle Ausstattung und die Kosten des Social-Media-Bereichs im Umfeld von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner berichtet. Recherchen der “Welt” zufolge weise der Stellenplan der Bundestagsverwaltung im Referat Presse und Kommunikation 15 Dienstposten für Soziale Netzwerke aus, teils dotiert bis zur Besoldungsgruppe A15 mit Spitzengehältern von über 8.000 Euro monatlich.

2. Haft­be­fehl gegen AfD-Poli­tiker Krah erlassen
(lto.de)
“Legal Tribune Online” berichtet über einen Haftbefehl des Amtsgerichts Chemnitz gegen den AfD-Politiker Maximilian Krah zur Erzwingung einer Vermögensauskunft. Hintergrund seien unbeglichene Prozesskosten aus einem verlorenen Rechtsstreit gegen den Satiriker Jan Böhmermann. Der ZDF-Moderator habe Krah in seinem Podcast eine angebliche 200-Flaschen-Champagnerbestellung auf dem Oktoberfest nachgesagt. Diese Äußerung habe Krah gerichtlich verbieten lassen wollen, sei damit jedoch gescheitert.

3. Kahlschlag bei DuMont in Köln
(verdi.de)
Beim Verdi-Magazin “M – Menschen machen Medien” geht es um die massive Kritik der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) an der DuMont Mediengruppe. Der Verlag wolle bei den Regionalredaktionen von “Kölner Stadt-Anzeiger” und “Kölnischer Rundschau” 57 tarifgebundene Vollzeitstellen streichen und plane, Produktionsschritte verstärkt durch KI und Automatisierung zu ersetzen. dju-Bundesgeschäftsführerin Danica Bensmail warne vor einer “Tarifflucht” unter dem Deckmantel digitaler Transformation.

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4. Wie berichten Medien über Migration?
(deutschlandfunk.de, Anh Tran, Audio: 39:24 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, wie Medien über das Thema Migration berichten. Es diskutieren DLF-Hörerin Katharina Späth, Isabel Schayani vom WDR und Marco Bertolaso vom DLF.

5. “Am Ballhausplatz”: Der Jubelfunk aus dem Kanzleramt
(falter.at, Jürgen Klatzer)
Im Wiener “Falter” nimmt Jürgen Klatzer den seit März produzierten Podcast “Am Ballhausplatz” des österreichischen Bundeskanzleramts unter die Lupe. Statt der versprochenen Einblicke hinter die Kulissen diene das Format de facto als unkritische PR-Bühne für ÖVP-Regierungsmitglieder. Trotz des betriebenen Aufwands auf Steuerzahlerkosten bleibe die Resonanz beim Publikum verschwindend gering.

6. Meinung: Wie viel Nähe ist zu viel?
(instagram.com, Julia von Buddenbrock, Video)
Bei RTL gab es ein emotionales Interview von Frauke Ludowig mit Collien Fernandes, bei dem die Interviewerin die Hand der Interviewten ergriff. In dem Gespräch ging es auch um Fernandes’ Tochter. Das NDR-Medienmagazin “Zapp” fragt in einem Instagram-Reel: “Wie viel Nähe ist zu viel zwischen der Interviewerin und der Gästin? Und wann sollten Medien Themen lieber liegen lassen, wenn es um die Privatsphäre Minderjähriger geht?”

Schutz verteidigen, Weimers “Bankrotterklärung”, Busenfreund

1. dju: Journalistischen Schutz verteidigen
(verdi.de)
Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union in Verdi warnt vor einer Aushöhlung des Redaktionsgeheimnisses und des Quellenschutzes durch den neuen Gesetzentwurf zur Geheimdienstreform des Bundesnachrichtendienstes. Als Teil eines breiten Medienbündnisses fordert die Gewerkschaft eine unabhängige Kontrolle der Nachrichtendienste und klare verfassungsrechtliche Grenzen bei der Überwachung.

2. “Eine Bankrotterklärung”: Verbände kritisieren Wolfram Weimer
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Timo Niemeier berichtet über die Kritik von Branchenverbänden an Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Anlass seien die verschärften Kriterien und das drohende Förderaus für Filmprojekte beim Deutschen Filmförderfonds und beim German Motion Picture Fund noch im laufenden Jahr. Die Produktionsallianz, die AG DOK, die Deutsche Filmakademie und die Producers of Germany Werten den Schritt als politisch-handwerklichen Fehler und “Bankrotterklärung” der Filmpolitik. Sie warnen vor massiver Unsicherheit für den Filmstandort Deutschland und bemängeln, dass Steuermittel vor allem Großprojekten zugutekämen, während die Existenz heimischer Produktionsfirmen auf dem Spiel stehe.

3. Was Aufmerksamkeit wert ist
(netzpolitik.org, Rika Baak)
Bei netzpolitik.org berichtet Rika Baak über eine neue Forschungsarbeit zur Aufmerksamkeitsökonomie auf X, Bluesky und Mastodon. Die Untersuchung zeige, wie unterschiedlich das Design und die Empfehlungssysteme der Plattformen den Tonfall belohnen. Auf X werde Reichweite eher durch Provokation, Toxizität und Polarisierung gefördert. Auf Bluesky geschehe dies eher mit neutraler, sachlicher Sprache und auf Mastodon mit differenzierten Argumenten.

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4. Mammutprozess gegen Facebook-Mutterkonzern Meta beginnt in den USA
(spiegel.de)
Der “Spiegel” berichtet über den Auftakt eines wegweisenden Gerichtsprozesses in den USA gegen den Social-Media-Konzern Meta. 29 US-Bundesstaaten würfen dem Unternehmen vor, Jugendliche durch ein suchtförderndes App-Design von Instagram und Facebook bewusst abhängig zu machen und unrechtmäßig Daten Minderjähriger zu sammeln. Auslöser der Ermittlungen seien die Enthüllungen der Whistleblowerin Frances Haugen. Dem Konzern könnten Milliardenstrafen sowie strenge Auflagen drohen.

5. Die vermessene Galerie: Semantische Analyse als Werkzeug im Kunst- und Kulturjournalismus
(dfjv.de, Steffen Konrath)
In einem Werkstattbericht beschreibt Steffen Konrath, wie KI-basierte semantische Analysen als neues Recherchewerkzeug im Kunst- und Kulturjournalismus genutzt werden können. Das Projekt “Semantischer Kunstmarktraum” werte Galerie- und Künstlertexte aus. Der datenbasierte Ansatz helfe Kulturjournalistinnen und -journalisten, verdeckte Muster auf Kunstmessen wie der Art Basel aufzudecken, Narrative zu überprüfen und Orientierung im unübersichtlichen Kunstmarkt zu gewinnen.

6. Kein Erzfeind, sondern Busenfreund
(taz.de, Michael Braun)
Die “taz” berichtet über eine überraschende Wende im Fall des Bombenanschlags auf den italienischen Investigativjournalisten Sigfrido Ranucci (“Report”). Nach Festnahme des mutmaßlichen Auftraggebers gehe die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Anschlag kein Racheakt der Mafia, sondern eine recht skurrile Begebenheit war. Die Meloni-Regierung nutze den Vorfall nun, um Ranuccis Unabhängigkeit anzuzweifeln und ihn bei der staatlichen Rundfunkgesellschaft RAI unter Druck zu setzen.

Geplante Geheimdienstreform, Ceuta-Krise, Resilienz gegen AfD stärken

1. “Der Schutz von Journalist:innen wird systematisch abgebaut”
(netzpolitik.org, Anna Biselli)
Im Interview mit netzpolitik.org kritisiert Maximilian Jung von Reporter ohne Grenzen (RSF) die geplante Geheimdienstreform für Bundesnachrichtendienst und Verfassungsschutz. Durch das Absenken von Eingriffsschwellen bei der Auslandskommunikation drohe der Quellenschutz systematisch abgebaut zu werden. Journalistinnen und Journalisten könnten künftig auch ohne konkrete Straftatbestände überwacht werden. RSF bemängelt zudem eine unzureichende Kontrolle von automatisierter Datenanalysen durch KI und schließt eine erneute Verfassungsklage gegen das Gesetz nicht aus.

2. Meta und TikTok gehen gezielt gegen Falschinformationen zur Ceuta-Krise vor
(spiegel.de)
Der “Spiegel” berichtet über verstärkte Maßnahmen der Social-Media-Konzerne Meta und TikTok gegen Desinformation und Schleuserinhalte im Kontext der Ereignisse in der spanischen Exklave Ceuta. Nachdem Falschinformationen und virale Videos Zehntausende Menschen zu einem lebensgefährlichen Grenzsturm ermutigt hätten, würden die Plattformen nun an verschiedenen Maßnahmen arbeiten, um eine Wiederholung solcher Vorfälle zu verhindern.

3. Resilienz gegen AfD stärken
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) ruft die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten dazu auf, sich aktiv gegen die rundfunkpolitischen Pläne der AfD zu wehren. Er unterstützt eine entsprechende Stellungnahme des Initiativkreises öffentlich-rechtlicher Rundfunk und betont, dass ARD, ZDF und Deutschlandradio ihre Resilienz ausbauen sowie ihren Journalistinnen und Journalisten den Rücken stärken müssten.

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4. Die üblichen Verdächtigungen
(taz.de, Steffen Grimberg)
“Endlich mal wieder große Aufregung über den linksgrünsversifften öffentlich-rechtlichen Rundfunk!” In seiner Kolumne “Flimmern und Rauschen” analysiert Medienjournalist Steffen Grimberg die jüngsten Debatten um Äußerungen von ÖRR-Journalistinnen und -Journalisten. Er ordnet die Diskussion um Korrespondent Georg Restle und dessen umstrittenen Tweet zur Ceuta-Krise sowie die darauf folgende Beschwerde im WDR-Rundfunkrat ein. Dem stellt er einen Beitrag der BR-Moderatorin Julia Ruhs in den “Bild”-Medien gegenüber und kritisiert die ungleichen Bewertungsmaßstäbe.

5. KI und Inhalte: Das gilt seit 2. August
(medientage.de, Petra Schwegler)
Petra Schwegler beschreibt, was sich für Medien und Redaktionen seit dem Inkrafttreten des AI Acts der Europäischen Union geändert hat. Ihr Fazit: “KI-Compliance wird für Marken zur Vertrauensfrage. Wer Künstliche Intelligenz sichtbar einsetzt, nachvollziehbar, verantwortungsvoll, erfüllt nicht nur Pflichten, er setzt sich ab.”

6. FFA verschärft Anforderungen für Filmförder-Anträge
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Timo Niemeier berichtet über eine Verschärfung der Antragsbedingungen bei der Filmförderungsanstalt (FFA). Grund dafür sei die außergewöhnlich hohe Nachfrage nach Mitteln aus den Fördertöpfen, wodurch das Restbudget für 2026 knapp werde. Um die Vergabe der verbliebenen Gelder zu steuern, verlange die FFA ab sofort unter anderem strengere Finanzierungs- und Auswertungsnachweise wie verbindliche Verleihverträge. Zudem müssten Projekte mit späterem Drehbeginn womöglich auf das Förderjahr 2027 ausweichen.

“FAZ” bedauert Frage, Bedrohte Synchronbranche, Bollywood-Ausflug

1. Tötung russischer Soldaten: FAZ bedauert Frage an Selenskyj
(medien.epd.de)
Der Evangelische Pressedienst berichtet, dass die “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (“FAZ”) sich von einer Formulierung ihres Korrespondenten Michael Martens distanziere. Bei einer Pressekonferenz habe Martens den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gefragt, wie Europa der Ukraine helfen könne, “mehr russische Soldaten zu töten”. Der Vorfall habe heftige Reaktionen in den Sozialen Medien nach sich gezogen. Die “FAZ” bedauere die “missverständlich formulierte” Frage.

2. Wie KI Synchronsprecher bedroht
(youtube.com, Filmriss, Video: 39:32 Minuten)
In diesem “Filmriss”-Video geht es um den Machtkampf zwischen der deutschen Synchronbranche und dem rasanten Vormarsch generativer Künstlicher Intelligenz. Bekannte Stimmen wie Charles Rettinghaus (unter anderem Jamie Foxx und Leornado DiCaprio), Giuliana Jakobeit (u. a. Keira Knightley) und Peter Flechtner (u. a. Ben Affleck) schildern die emotionale und handwerkliche Tiefe des Synchronschauspiels. Und sie kritisieren das ungefragte und oft rechtswidrige Training von Sprachmodellen mit ihren eigenen Stimmen.

3. Bahn frei für Bahn-Bashing?
(taz.de, Ambros Waibel)
Die “taz” befasst sich mit zwei aktuellen ZDF-Dokumentationen über die Deutsche Bahn (“Unsere Bahn: geliebt, verflucht – gefährlich?” sowie “Das Deutsche-Bahn-Desaster”). Beide Dokumentationen zögen am Ende ein ähnliches Fazit: Das Desaster bei der Bahn fungiere als Sinnbild für die verfehlte Infrastrukturpolitik und den Zustand der gesamten Bundesrepublik. “taz”-Redakteur Ambros Waibel erwähnt dabei auch die juristische Auseinandersetzung zwischen der Bahn und dem ZDF über redaktionelle Korrekturen und Fragen der Pressefreiheit.

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4. Wegen Fake News: Angriff auf Sanitäter in Rumänien
(orf.at)
Der ORF berichtet über einen schwerwiegenden Zwischenfall in Rumänien, bei dem Rettungskräfte von einer bewaffneten Gruppe mit Äxten und Steinen angegriffen worden seien. Auslöser sei eine virale Falschnachricht auf TikTok gewesen, laut der Sanitäter in Krankenwägen angeblich kleine Kinder rauben würden. Der ORF-Beitrag thematisiert den konkreten Fall, aber auch die daraus resultierende Debatte über eine stärkere Regulierung und Identitätspflicht in Sozialen Netzwerken.

5. Der Fall Karl Anders und die Frankfurter Rundschau
(journalistik.online, Alf Mayer & Horst Pöttker)
Alf Mayer und Horst Pöttker rekonstruieren das Verdrängen des Verlegers und Widerstandskämpfers Karl Anders aus der Geschichte der “Frankfurter Rundschau”. Anders habe das Blatt Mitte der 1950er-Jahre durch Kredite, kaufmännisches Know-how und den Aufbau des Druckgeschäfts vor dem Konkurs gerettet, sei jedoch nach einem Zerwürfnis mit Mitherausgeber Karl Gerold aus der offiziellen Zeitungschronik gestrichen worden. Die beiden Autoren diskutieren darüber, inwiefern das Ausblenden relevanter Fakten aus der eigenen Hausgeschichte eine Verletzung journalistischer Sorgfaltspflichten darstellt.

6. Mein bester Freund ist Bollywood-Star
(ardmediathek.de, Samuel Häde, Video: 34:00 Minuten)
Die “Y-Kollektiv”-Doku wirft einen Blick auf die Milliarden-Industrie Bollywood: “Y-Kollektiv-Reporter Samuel Häde begleitet seinen besten Freund und Bollywood-Schauspieler Anant Joshi exklusiv durch seinen Alltag – und trifft die deutsche Schauspielerin Lisa-Marie Spiegel, die in Mumbai vom Durchbruch träumt. Er erlebt hautnah, welchen Hype Bollywood-Stars in Indien auslösen und wirft einen Blick hinter die Kulissen auf die Menschen, die die Traumfabrik unter harten Arbeitsbedingungen am Laufen halten.”

“Correctiv” vs. Lanz, Anarcho-Elefant Benjamin Blümchen, Abgeschaltet!

1. WDR-Journalist Restle sieht »US-israelisch-marokkanisches Bündnis« am Werk – Rundfunkrat reicht Beschwerde ein
(spiegel.de)
Der “Spiegel” berichtet über eine Programmbeschwerde im WDR-Rundfunkrat gegen den ARD-Korrespondenten Georg Restle. Anlass ist ein Tweet Restles zu den Ereignissen in Ceuta, in dem er ein Zitat verbreitet habe, welches Israel, den USA und Marokko eine gezielte Destabilisierung der spanischen Regierung unterstelle. Rundfunkratsmitglied Felix Schotland werfe Restle vor, dieser habe seine “weitreichenden politischen Behauptungen ohne nachvollziehbare Einordnung oder erkennbare Distanzierung” verbreitet.

2. Wie Cor­rectiv im Streit mit Markus Lanz jour­na­lis­ti­sche Stan­dards über Bord wirft
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Felix W. Zimmerman kritisiert eine Social-Media-Kampagne des Recherchezentrums “Correctiv”. Darin gehe es um die Reaktion der “Correctiv”-Redaktion auf den Podcast “Lanz & Precht”, in dem Markus Lanz Aspekte der Potsdam-Recherche hinterfragt habe. Zimmermanns Fazit: “Die Verteidigung der Potsdam-Recherche ist für Correctiv wichtiger geworden als jener faktenbasierte Diskurs, den das Medium einst zu seinem Markenkern erklärte.”

3. Benjamin, du lieber Anarchist
(taz.de, Sølvi Nymoen)
Sølvi Nymoen nimmt die angekündigte verstärkte Fokussierung der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) auf Linksextremismus zum Anlass für einen kritisch-satirischen Rückblick auf einen bpb-Beitrag. Darin seien Hörspiel-Klassiker wie “Benjamin Blümchen” und “Bibi Blocksberg” wegen ihrer Darstellungen von Umweltpolitik, Korruption und Zivilcourage als potenziell verfassungsfeindlich und “anarchisch-links” eingeordnet worden.

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4. “Sie Wehleidiger”
(arminwolf.at)
ORF-Moderator Armin Wolf dokumentiert auf seinem Blog den E-Mail-Schlagabtausch mit einem regelmäßigen ORF-Kritiker. Der Beschwerdeführer wirft dem öffentlich-rechtlichen österreichischen Sender vor, aus ideologischen Gründen eine entwarnende Pressekonferenz zur aktuellen Hitzewelle im Programm zu verschweigen. Wolf widerlegt die Vorwürfe Schritt für Schritt mit Links zu den Berichten in den Nachrichten und der Live-Übertragung, woraufhin der Mail-Schreiber ihm Wehleidigkeit vorwirft.

5. “Drachenlord”-Hater sorgen für Gewalt in Franken
(n-tv.de)
n-tv.de berichtet über erneute Vorfälle rund um das verbotene “Schanzenfest” im fränkischen Emskirchen. Trotz eines Verbots hätten sich rund 3.500 zumeist junge Menschen am ehemaligen Wohnort des Ex-YouTubers “Drachenlord” versammelt. Der Beitrag fasst den Polizeieinsatz zusammen, bei dem es wegen Böllerwürfen und Angriffen auf Einsatzkräfte zu mehreren Festnahmen gekommen sei.

6. Abgeschaltet! Der Machtkampf um “Schreinemakers Live”
(dwdl.de, Christian Richter)
Medien- und Fernsehwissenschaftler Christian Richter rekonstruiert in der Reihe “Telegeschichte(n)” einen der spektakulärsten Skandale der deutschen TV-Geschichte: den Live-Sendeabbruch von “Schreinemakers Live” bei Sat.1 im August 1996. Es geht um die Hintergründe der damaligen Steueraffäre rund um Moderatorin Margarethe Schreinemakers, die senderinternen Machtkämpfe mit Sat.1-Chef Fred Kogel sowie den PR-Coup des Konkurrenten RTL, der den zensierten Beitrag am Folgetag ausstrahlte.

KW 32/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Was bringt es, dass KI-Inhalte ab jetzt gekennzeichnet werden müssen?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 24:47 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast unterhält sich Holger Klein mit der Politikwissenschaftlerin Maria Pawelec von der Forschungsgruppe Medienethik, Technikphilosophie & KI der Uni Tübingen über die neuen Regelungen zur Kennzeichnung von KI-Inhalten: “Was genau schreibt die neue EU-Verordnung bei der Erstellung und Verbreitung von KI-Inhalten vor? Wer ist davon betroffen? Wer überprüft das alles? Und wie leicht lässt sich die Kennzeichnungspflicht umgehen?”

2. “Grundfunk” statt Rundfunk: Kann die AfD den öffentlich-rechtlichen Rundfunk abschaffen?
(ardsounds.de, Johannes Leininger, Audio: 28:13 Minuten)
Der Medienpodcast “BR24 Medien” befasst sich mit den Drohungen der AfD, nach einer etwaigen Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt die Medienstaatsverträge zu kündigen und den öffentlich-rechtlichen Rundfunk durch einen stark beschnittenen “Grundfunk” zu ersetzen. Johannes Leininger erörtert gemeinsam mit der Politikwissenschaftlerin Anna-Sophie Heinze und dem Juristischen Direktor des MDR Jens-Ole Schröder die Hintergründe sowie mögliche Konsequenzen.

3. Die Wahrheit hinter den viralen Ceuta-Videos
(youtube.com, Julia von Buddenbrock, Video: 27:40 Minuten)
In der aktuellen Ausgabe des Videopodcasts “Flugmodus” des NDR-Medienmagazins “Zapp” analysiert Moderatorin Julia von Buddenbrock zusammen mit Verifikationsexpertin Alice Echtermann die Geschehnisse um den massenhaften Ansturm auf die spanische Exklave Ceuta. Sie zeigen, wie aus einem fehlinterpretierten spanischen Gerichtsurteil Gerüchte über “offene Grenzen” entstanden sind und wie aus dem Kontext gerissene oder falsch zugeordnete Social-Media-Videos die Situation vor Ort zusätzlich befeuert haben.

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4. Ungeskriptet zensiert? Der Streit um Meinungsfreiheit
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 51:54 Minuten)
Tanjev Schultz und Markus Wolsiffer widmen sich in ihrem aktuellen Video dem Spannungsfeld zwischen Meinungsfreiheit, redaktioneller Verantwortung und dem Vorwurf der Zensur. Sie analysieren dabei drei zentrale Praxisfälle: den Fall Danger Dan und das ZDF (“Die Anstalt”), den Fall Ben Berndt (“Ben Ungeskriptet”) und das Höcke-Interview sowie den Fall eines umstrittenen CSD-Leserbriefs in der “Fuldaer Zeitung”.

5. Krieg im Iran: Berichten Medien zu einseitig?
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhöfer, Audio: 36:46 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, ob die deutsche Iran-Berichterstattung die iranische Perspektive zu wenig berücksichtigt. Es diskutieren DLF-Hörer Felix Hück, Benjamin Weber aus dem ARD-Studio Istanbul und Medienforscher Florian Zollmann von der Uni Newcastle.

6. “Ich wusste nicht mehr, wo ich bin.” Allein mit Malaria im Dschungel (Hans Maggi)
(youtube.com, Tim Gabel, Video: 3:57:00 Stunden)
Im Podcast von Tim Gabel gibt der Reiseberichterstatter und YouTuber Hans Maggi Einblicke in die Hintergründe seiner Arbeit. Er berichtet über seine Aufenthalte in entlegenen Krisengebieten wie Liberia und Sierra Leone, reflektiert über Unterschiede zwischen seiner eigener Dokumentation und der Berichterstattung klassischer Medien und erklärt, wie er ethische Grenzen beim Filmen vor Ort zieht.

Katastrophe von Ceuta, Social-Media-Verbot, Journalismus mit Lösung

1. Wie es zur Katastrophe von Ceuta kam
(belltower.news, Patrick Gensing)
Patrick Gensing argumentiert in einem Beitrag für “Belltower News”, dass die Katastrophe von Ceuta mit mindestens 88 Toten das tödliche Potenzial von Desinformation offenbart habe. Gezielte Falschmeldungen über ein spanisches Gerichtsurteil hätten die falsche Hoffnung geweckt, die Grenze sei offen. Dies habe zu lebensgefährlichen Handlungsanweisungen in Sozialen Netzwerken geführt. Gensing betont, dass Desinformation kein reines Wissens- oder Medienkompetenzproblem sei, sondern seine größte Sprengkraft dort entfalte, wo Armut herrscht.

2. Fünf erste Lehren aus dem Social-Media-Verbot
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Eine erste offizielle Evaluation des im Dezember 2025 gestarteten australischen Social-Media-Verbots für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren liefere laut netzpolitik.org keine Hinweise auf einen echten Erfolg der Maßnahme. Die meisten betroffenen Minderjährigen seien weiterhin auf Plattformen wie TikTok oder Instagram aktiv, da die Betreiber das Alter der Nutzerinnen und Nutzer nur punktuell überprüfen oder Kontrollen mit einfachen Mitteln wie falschen Altersangaben, VPNs oder der Hilfe von Eltern umgangen würden. Zudem würden viele Jugendliche auf Messenger oder Online-Games ausweichen.

3. Trump weist Berichte über Munitionsknappheit zurück
(taz.de)
US-Präsident Donald Trump habe Medienberichte über angebliche Engpässe bei Waffen und Munition infolge des Irankriegs scharf zurückgewiesen und den Urhebern vertraulicher Leaks mit langjährigen Haftstrafen gedroht. Wie die dpa unter Berufung auf Beiträge von CNN und der “Washington Post” berichtet, hätten Journalisten zuvor gemeldet, dass das US-Militär erhebliche Teile seiner Vorräte an Abfang- und Präzisionsraketen aufgebraucht habe.

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4. US-Gericht verdonnert Meta wegen Gefährdung von Kindern zu 567 Millionen US-Dollar Strafe
(spiegel.de)
Ein Gericht im US-Bundesstaat New Mexico habe den Facebook-Mutterkonzern Meta zur Zahlung von 567 Millionen US-Dollar verurteilt. Meta gefährde die psychische Gesundheit von Jugendlichen und schütze sie nur unzureichend vor sexueller Ausbeutung, so das Gericht. Die Entscheidung folge der zweiten Phase eines richtungsweisenden Verfahrens. Bereits im März sei das Unternehmen zur Zahlung von 375 Millionen US-Dollar Schadensersatz verurteilt worden, womit sich der Gesamtbetrag auf 942 Millionen US-Dollar summiere.

5. “Bunte” muss Gegendarstellung von Karl-Theodor zu Guttenberg veröffentlichen
(sueddeutsche.de)
Das Landgericht Offenburg habe den Burda-Verlag dazu verurteilt, auf der Titelseite der Zeitschrift “Bunte” eine Gegendarstellung des ehemaligen Bundesministers Karl-Theodor zu Guttenberg zu veröffentlichen. Anlass sei eine Schlagzeile aus dem Juli, in der fälschlicherweise über ein “Liebes-Aus” zwischen Guttenberg und Wirtschaftsministerin Katherina Reiche berichtet worden sei. Die Kosten des Rechtsstreits trage der Burda-Verlag.

6. “Spiegel” will lösungsorientierten Journalismus stärken
(dwdl.de, Alexander Krei)
Der “Spiegel” verstärke unter dem Label “Spiegel Solutions” seine Berichterstattung über lösungsorientierte Ansätze in Politik und Gesellschaft. Wie “DWDL” berichtet, soll die von Autorin Susanne Beyer vorangetriebene Initiative in allen Ressorts aufzeigen, wo gesellschaftliche Ansätze gelingen, ohne dabei den kritischen Blick auf Missstände aufzugeben. Als neues Format werde ein Streitgespräch in Form einer “Mediation” eingeführt, bei der gegensätzliche Diskutanten nach gemeinsamen Schnittmengen suchen. Den Auftakt bilde das Aufeinandertreffen von Klimaschutz-Aktivistin Luisa Neubauer und dem CDU-Politiker Sepp Müller (nur mit Abo lesbar).

Russland desinformiert, Weniger Frauen, KI-Bücher fluten den Markt

1. Russland verstärkt vor Landtagswahlen offenbar Desinformation
(spiegel.de)
Russland habe seine zentral gesteuerten Desinformations-Aktionen im Vorfeld der anstehenden Landtagswahlen in Berlin, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern drastisch verschärft. Die Kampagnen würden darauf abzielen, etablierte Parteien (CDU, SPD, Grüne, FDP) sowie Lokalpolitikerinnen und -politiker durch gefälschte Medienbeiträge gezielt zu diskreditieren und das politische Klima zu polarisieren.

2. Weniger Frauen in Führungspositionen
(verdi.de)
Eine aktuelle Auswertung des Vereins ProQuote Medien zeige, dass der Frauenanteil in den Führungsspitzen der Leitmedien seit dem Höchststand im Jahr 2023 kontinuierlich sinke. Die Vorstandsvorsitzende Helena Ott warne vor einem anhaltenden Abwärtstrend, der die mühsam erkämpfte Repräsentation von Frauen im Journalismus gefährde. Während die “taz” mit einem Frauenmachtanteil von knapp 62 Prozent weiterhin den Spitzenplatz belege, hätten andere Medienhäuser wie die “Süddeutsche Zeitung”, die “Welt” oder die “Zeit” Verluste verzeichnet.

3. Die Vermutung war richtig: Was eine neue Studie über KI-Bücher auf Amazon beweist
(buchmarkt.de, Patrick Meier)
Ein Forschungsteam habe in der Preprint-Studie “Generative AI floods and dilutes the market for books” anhand von über 14.000 selbstveröffentlichten E-Books nachgewiesen, dass die Flut KI-generierter Titel den Buchmarkt auf Amazon KDP massiv verwässert. Wie Patrick Meier berichtet, sei das Titelangebot zwischen 2023 und 2026 etwa um das 38-Fache gewachsen, während der Gesamtumsatz nur um das rund Neunfache gestiegen sei. Der Umsatz pro verkauftem Buch sei dadurch auch bei Titeln ohne KI-Anteil um durchschnittlich ein Fünftel gefallen. Besonders stark treffe dieser Verdrängungseffekt den Abodienst Kindle Unlimited.

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4. Klimaskepsis durch »Alternativmedien«? (PDF)
(journalistik.online, Luis Paulitsch)
Eine Fachuntersuchung des Medienethikers Luis Paulitsch in der Zeitschrift “Journalistik” analysiert die systematischen Methoden deutschsprachiger rechtsalternativer Medien zum Schüren von Klimaskepsis und Ablehnung der Energiewende. Anhand von Faktenchecks etablierter Prüforganisationen identifiziert der Autor vier zentrale Muster: “(1) Angriffe gegen klimawissenschaftlichen Konsens; (2) unseriöse Quellen und »Experten«; (3) irreführende Wiedergabe; (4) Diskreditierung politischer Gegner:innen.”

5. Audio oder Video? Wie sich Podcasting durch Plattformen verändert
(dfjv.de, Brigitte Hagedorn)
Die Podcasting-Landschaft verändere sich durch die wachsende Bedeutung von Videopodcasts und empfehlungsgetriebenen Plattformen wie YouTube oder Spotify nachhaltig. Wie Brigitte Hagedorn ausführt, böten Videopodcasts erhebliche Vorteile bei der Sichtbarkeit, Hörergewinnung und Weiterverwendung von Inhalten als Kurzvideos für Social Media. Dennoch verliere der klassische Audiopodcast aufgrund seiner unkomplizierten Verbreitung via RSS-Feed und seiner Stärke als alltägliches Begleitmedium nicht an Relevanz.

6. Christian Meier wird Weimers neuer Kommunikationschef
(dwdl.de, Alexander Krei)
Christian Meier, langjähriger Medienjournalist und ehemaliger Co-Chefredakteur von “Meedia” sowie Reporter bei der “Welt”, wechsele in die Politik: Er übernehme die Leitung des Kommunikationsstabs bei Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Meier folge auf Hero Warrings, der das Haus nach rund einem Jahr in Richtung freie Wirtschaft verlasse. Zusammen mit Christiane Uhlig soll Meier künftig die strategische Kommunikation verantworten.

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BILDblog-Klassiker

neu  

Von Katzen und dummen Menschen

Gestern berichtete “Bild”:

… und okay-okay, im letzten Absatz, ganz am Ende ihrer Berichterstattung hat “Bild” im Vornamen der darin zitierten Tierschützerin “Annelise Krauß” ein “e” vergessen. Aber selbst Anneliese Krauß findet das nicht so schlimm. Allerdings steht ihr Name natürlich nicht nur zum Spaß in “Bild”. Zitiert wird sie dort – und zwar wie folgt:

‘Das ist so schlimm wie grausame Tierversuche’, wettert Annelise Krauß vom Tierschutzverein Dresden.”

Und das sei nun wirklich “Quatsch”, sagt Krauß, wenn man sie fragt. Weil sie nämlich den von “Bild” zitierten Satz weder gewettert noch gesagt habe. Im Gegenteil: “Das wäre ja auch idiotisch,” sagt Krauß, “denn wenn es um tote Tiere geht, dann ist das ja kein Problem des Tierschutzes!” Zusammenfassend sagt uns die Tierschützerin über die Erfindung von Christian Koch (der laut “Bild” ja “aus Katzen Benzin machen” kann):

“Von unserer Seite ist daran nichts auszusetzen.”

Und genau so habe sie das im Übrigen auch zu “Bild” gesagt. (Aber, so Krauß weiter, wenn “der Herr Helfricht”, also einer der Autoren des “Bild”-Artikels, sie anrufe, dann wisse sie schon aus Erfahrung, dass hinterher Sachen in “Bild” stünden, die sie so gar nicht gesagt habe. Das gehe in Dresden schließlich schon über zehn Jahre so, so Krauß. — Und soviel vielleicht nur zum letzten Absatz des obigen Artikels.)

Kommen wir zum Rest, dem Eigentlichen, also darum, dass “Dr. Christian Koch (55) aus Kleinhartmannsdorf (Sachsen)”, wie es in “Bild” heißt, “aus Katzen Benzin machen” könne: Denn dass die “Benzin”-Überschrift Unsinn ist, verrät schließlich schon der dazugehörige “Bild”-Text selbst, weil darin nur von “Bio-Diesel” oder “Diesel” die Rede ist… Tatsächlich aber hat Koch offenbar eine ungewöhnliche und effektive Alternativmethode zur Treibstoffgewinnung entwickelt: die katalytische drucklose Verölung (KDV), über die beispielsweise schon der MDR im Mai 2003, 3sat im Juli 2004, die “Welt” im Januar 2005, die “Pirmasenser Zeitung” im Juli, der RBB vergangene Woche oder auch RTL berichteten. Und all diesen Berichten ist eines gemein: dass sie dem Gegenstand, über den sie (durchaus auch kritisch) berichten, gerecht werden.

“Bild” indes nennt Kochs Erfindung einen “Spezialreaktor” und schreibt Sätze wie diesen:

“Die Katzen-Kraft lässt sich theoretisch exakt berechnen: Aus einem ausgewachsenen 13-Pfund-Kater könnten 2,5 Liter Sprit entstehen, vier Miezen würden für 100 Kilometer reichen, für eine Tankfüllung wären 20 tote Katzen erforderlich.”

Und fragt man einfach mal nach bei dem “Mann, der (Stuben-)Tiger in den Tank packen kann” (“Bild”), antwortet Christian Koch, der “Bild”-Bericht habe “nichts mit der Wahrheit zu tun” und sei “zudem grenzenlos dumm”. Koch weiter:

“Wie kann man mit gekochtem tierischen Material Auto fahren? Wasser würde jeden Motor sofort zum Stillstand bringen. Hier wird an die niedrigsten Instinkte von dummen Menschen appelliert, um eine wertvolle Entwicklung zu verunglimpfen. (…) Mir zu unterstellen, dass ich mit Tierkadavern herumhantiere, ist kriminell. Das ist nicht im geringsten der Inhalt der Entwicklung und kann deshalb nur als gezielte Verleumdung angesehen werden.”

Auf der Website von Kochs Firma heißt es zudem inzwischen:

Mit Dank an Jan S. für die Anregung.
 
Nachtrag, 12:15:
“Bild” hat die Sache mit der “Katzen-Kraft” heute noch einmal aufgegriffen:

Darf man aus Katzen wirklich Benzin machen?

Doch wenn es jetzt etwas vorsichtiger als gestern heißt, dass Christian Koch “theoretisch auch aus Katzen” Bio-Diesel herstellen “könnte”, wenn jetzt nicht Koch, sondern ein Konkurrent die gestern von “Bild” aus der Luft gegriffene Skandalisierung zurechtrücken darf, wenn nun auch die gelassene Position der Tierschützer weniger sinnenstellend als gestern wiedergegeben wird und sich im heutigen “Bild”-Bericht immerhin ein einziger halbwegs sinnvoller Satz (“Die Diskussion ist überflüssig”) wiederfindet, dann macht das alles den Nonsens von gestern weder ungeschehen noch besser — und sei es nur deshalb, weil es “Bild” offenbar immer noch nicht gelingen will, zwischen “Benzin” (Überschrift) und “Diesel” (Text) zu unterscheiden…

Mehr dazu hier und hier.