1. Die geplante Zerschlagung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks
(journalist.de, Michael Kraske)
Im Fachmagazin “journalist” analysiert Michael Kraske die medienpolitischen Pläne der AfD vor den Landtagswahlen in Ostdeutschland. Für den Fall einer Regierungsübernahme in Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern kündige die Partei an, die Medienstaatsverträge auflösen zu wollen, um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu destabilisieren und durch ein geschrumpftes, angeblich steuerfinanziertes “Grundfunk”-Modell zu ersetzen. Sendervertreter und Juristen würden vor schwerwiegenden Konsequenzen warnen.
2. Türkischer DW-Korrespondent Uludağ erneut festgenommen
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Nur zwei Monate nach seiner Entlassung aus einer mehrmonatigen Untersuchungshaft sei der türkische Korrespondent der Deutschen Welle, Alican Uludağ, erneut festgenommen worden. Senderleitung und Journalistenverbände würden das Vorgehen der türkischen Behörden scharf verurteilen. Außerdem würden sie die Einhaltung rechtsstaatlicher Grundsätze für Uludağ fordern, der erst vor wenigen Tagen mit dem Pressefreiheitspreis 2026 der Türkischen Journalistenvereinigung ausgezeichnet worden sei.
3. Frankreich verbietet Social Media für Jugendliche
(spiegel.de)
Frankreich führe als erster EU-Staat ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendlich unter 15 Jahren ein. Nach dem Senat habe auch die Nationalversammlung mit breiter Mehrheit für den Gesetzentwurf gestimmt, der nach Angaben von Präsident Emmanuel Macron bereits nach den Sommerferien greifen solle. Die Umsetzung sei jedoch noch offen. Die Europäische Kommission habe bereits vor nationalen Alleingängen gewarnt. Die technische Altersverifikation falle unter EU-Zuständigkeit, weshalb die praktische Durchsetzung als weitgehend ungeklärt gelte.
4. Was Zeitschriftenverleger von der Politik fordern
(medientage.de, Petra Schwegler)
Petra Schwegler fasst die politischen Kernforderungen zusammen, die der Medienverband der freien Presse (MVFP) beim Jahrestreffen des MVFP Bayern präsentiert hat. Der MVFP-Vorsitzende Lars Joachim Rose sowie der bayerische Medienminister Florian Herrmann hätten insbesondere eine Absenkung oder Streichung der Mehrwertsteuer auf Presseerzeugnisse als Ausgleich zur steuerlichen Begünstigung großer Tech-Konzerne gefordert. Außerdem habe es Forderungen nach einer Nachschärfung des Kartellrechts zur Einhegung digitaler Gatekeeper sowie einem Schutz verlegerischer Inhalte gegeben.
5. Warum konstruktiver Datenjournalismus die Zukunft ist
(media-lab.de, Tanika Trum)
In einem Beitrag für das “Media Lab” plädiert Tanika Trum auf Basis ihrer Masterarbeit für die Verbindung von konstruktiver Berichterstattung und Datenjournalismus. Angesichts einer verstärkten aktiven Nachrichtenvermeidung könne die Kombination empirischer Daten mit lösungsorientierten Perspektiven bei der Entpolarisierung helfen. Trum fordert eine feste Verankerung konstruktiver Ansätze in Redaktionsstatuten, gezielte Ausbildungsangebote und die Bereitstellung von Kapazitäten für aufwändige Recherchen.
6. “Für uns ist das Wetter selbst der Treibstoff” – Warum “WetterOnline”-Chef Joachim Klaßen die Zero-Click-Ära nicht fürchtet
(turi2.de)
Im Interview mit “turi2” blickt Joachim Klaßen, Gründer und Chef von “WetterOnline”, gelassen auf die neuen digitalen Herausforderungen. Trotz des Booms von KI-Chatbots und der Sorge der Branche vor einer “Zero-Click”-Ära sieht er das eigene Geschäftsmodell nicht gefährdet. Da sich das Wetter ständig ändere, würden die Menschen das Angebot direkt als täglichen Begleiter nutzen. Mit rund 160 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern setze Klaßens Unternehmen auf eigene Datenberechnungen aus Rohdaten, den Ausbau des “WetterRadars” sowie ein werbefinanziertes Modell mit ergänzendem Premium-Abo.



