Schwarzbild und Funkstille, Putsch-Werbung bei Facebook, KI-Songs

1. Schwarzbild und Funkstille: MDR positioniert sich gegen AfD-Pläne
(dwdl.de, Alexander Krei)
Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) mache in Sachsen-Anhalt mit einer Kampagne im Radio, Fernsehen und auf Social Media auf die Folgen einer möglichen Kündigung des MDR-Staatsvertrags durch die AfD aufmerksam. Durch überraschende Schwarzbilder, Momente der Funkstille und leere Flächen demonstriere der öffentlich-rechtliche Sender, wie eine Medienlandschaft ohne regionale MDR-Berichterstattung aussehen könnte.

2. Facebook lässt Wahlwerbung mit Desinformation zu
(netzpolitik.org, Rika Baack)
Ein Experiment der Menschenrechtsorganisation Amnesty International belege, dass Facebook im Vorfeld der brasilianischen Präsidentschaftswahl gravierende Lücken bei der Moderation politischer Werbeanzeigen aufweise. Mehr als die Hälfte der eingereichten Testanzeigen, darunter Aufrufe zu einem Militärputsch und Falschbehauptungen über Wahlbetrug, seien problemlos angenommen worden, obwohl sie aus dem Ausland geschaltet worden seien und klar gegen Metas eigene Richtlinien verstoßen würden.

3. Was viele denken
(taz.de, Selina Hellfritsch)
Ein Schiedsverfahren habe die Kündigung der US-Journalistin Karen Attiah durch die “Washington Post” für unwirksam erklärt und die Zeitung zur Rücknahme sowie zu Gehaltsnachzahlungen verpflichtet. Attiah war nach elfjähriger Tätigkeit entlassen worden, nachdem sie in einem Social-Media-Post geschrieben hatte, dass sie sich weigere, demonstrative Trauer um den getöteten Charlie Kirk zu heucheln. Selina Hellfritsch kritisiert die Scheinheiligkeit von Medienhäusern, die einerseits kontroverse Stimmen für Reichweite suchen, diese bei Gegenwind jedoch voreilig fallen lassen würden.

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4. Instagram räumt Versäumnis bei Schutzfunktion für Junge ein
(zeit.de)
Im US-Prozess gegen den Social-Media-Konzern Meta wegen mutmaßlich bei Minderjährigen sucht- und krankheitsfördernder Mechanismen habe Instagram-Chef Adam Mosseri vor Gericht Versäumnisse eingeräumt. Er habe zugegeben, bei einer Kongressanhörung im Jahr 2021 verschwiegen zu haben, dass die beworbene Pausenfunktion in der Testphase lediglich von ein bis zwei Prozent der Jugendlichen überhaupt aktiviert worden sei. In dem Verfahren, das vier Bundesstaaten stellvertretend für 29 US-Staaten führen, drohen Meta weitreichende Funktionsbeschränkungen sowie Strafzahlungen in Milliardenhöhe.

5. Es tut sich viel im Streaming-Markt
(medientage.de, Petra Schwegler)
Im Blog der Medientage München analysiert Petra Schwegler die tiefgreifende Konsolidierung und den verschärften Wettbewerb im deutschen und europäischen Streamingmarkt. Neben der abgeschlossenen Großübernahme von Sky Deutschland durch RTL bündele die Branche neue Kräfte durch Konzernaufspaltungen. Angesichts eines Kopf-an-Kopf-Rennens zwischen den Marktführern Netflix und Amazon Prime Video gewännen zudem innovative Vertriebskanäle an Bedeutung.

6. Australien verbannt KI-Songs aus den Charts
(spiegel.de)
Der australische Musikbranchenverband ARIA schließe Songs, die überwiegend oder vollständig durch KI generiert wurden, künftig aus den nationalen Musikcharts aus. Vorausgegangen sei eine Debatte um eine Coverversion von Madonnas “Like a Prayer”, bei der Gesang und Schlagzeug per Künstlicher Intelligenz erzeugt worden seien. Auch in Deutschland knüpfe die zuständige GfK die Zulassung zu den Charts an die Bedingung, dass die kreative Hauptverantwortung eindeutig bei menschlichen Urheberinnen oder Urhebern liegt.