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6-vor-9-Special: Re:publica 2016, Tag 2

Hier nun der Diensta Teil unseres re:publica-Specials mit medienrelevanten Programmempfehlungen:

1. @heuteplus oder wie wir Journalisten lernen, den Shitstorm zu lieben.
(Daniel Bröckerhoff, Clas Dammann, Eva-Maria Lemke, Elmar Theveßen)
Stage 6, Di 10:00–11:00
“Social first, TV second! Technisch trivial, formal und inhaltlich aber eine Herausforderung für uns Journalisten. Durch Kommentare und Diskussionen können alle, die früher nur Zuschauer waren, selbst Teil der News werden. Follow-Ups zu heftig diskutierten Beiträgen werden so bedeutsam wie die Nachrichtenagenda, Diskussionen mit den Nutzern stehen für uns Journalisten gleichberechtigt neben der Informationsvermittlung.”

2. Wer zahlt für Nachrichtenvideos im Netz?
(Mirko Drotschmann, Friedrich Küppersbusch, Eva Messerschmidt)
Stage 7, Di 11:45–12:15
“Unge rollt für Disneys Maker Studios auf dem Longboard herum, Gronkh daddelt Minecraft für ProSiebens Studio71 und bei RTLs BroadbandTV versucht eine Pornodarstellerin – naja – lustig zu sein. So sieht das – überaus erfolgreiche – Angebot der klassischen Medienkonzerne bei YouTube aus. Nachrichten, Hintergründe, Dokus. Will keiner sehen. Aber Aufgeben gilt nicht. Amerikanische Formate wie Vice oder NowThis schaffen schließlich auch Milliarden Klicks mit News und Reportagen im Netz. Warum funktioniert das bei uns nicht? Wie kann man solche Inhalte für YouTube und Co. finanzieren? Welche Voraussetzungen brauchen journalistische Videos und deren Macher für den Erfolg im Netz?”

3. Content Marketing: Der Vormarsch der Pseudo-Journalisten
(Prof. Dr. Lutz Frühbrodt)
Stage 6, Di 13:45–14:15
“Content Marketing (CM), die pseudo-journalistische Kommunikation von Unternehmen, breitet sich im Netz immer stärker aus. Noch befüllen die Konzerne ihre Online-Magazine, Youtube-Videos und Apps größtenteils mit nutzwertigen und unterhaltenden Inhalten. Sie versuchen, sich aber auch langsam aber sicher politisch zu positionieren. Auf diese Weise beeinflussen Unternehmen zunehmend die öffentliche Meinungsbildung. Damit stellt CM eine Attacke auf die klassischen Medien wie auf den Bürgerjournalismus dar.”

4. Panama Papers: Investigative Journalism, the „Lügenpresse“ and the age of Big Leaks
(Renata Avila, Max Hoppenstedt, Frederik Obermaier)
Stage 2, Di 15:00–15:30
“From Cablegate to Snowden to the Panama Papers: The last years have seen a wide range of ways a leak can seep out. While encryption technologies for secure whistleblowing are increasingly driving investigative journalism, we are also seeing a differentiation of strategies with which media are handling and reporting on these stories. Ten years after Wikileaks was founded, many media houses have established means of receiving and handling sensitive material while organisations like Correct!v, ProPublica or the ICIJ are exploring new ways to foster and fund a renaissance in investigative Reportage. In our 30 min session, we’ll discuss the role of investigative journalism in an age of ever dwindling trust in the media, which publication strategy can work best for what sort of leak and if the future of whistleblowing is a promising one.”

5. Halt die Fresse: Hate Speech!
(Rayk Anders, Prof. Dr. Dr. Ino Augsberg, Christoph Krachten, Carline Mohr)
Stage 7, Di 15:30–16:00
“Gibt’s eigentlich noch Flame-Wars? In Gaming-Foren kamen PC- und Apple-User schon mal vom eigentlichen Thema ab und beleidigten sich gegenseitig wegen der Wahl des Betriebssystems. Die Lösung war einfach: Wer nervte, wurde ermahnt oder flog raus. Bei der Online-Hetze gegen Andersdenkende reicht das nicht. GROSSCHREIBER und Ausrufezeichenmacher nutzen alle möglichen sozialen Netze und Algorithmen stellen absurde Meinungen mit allgemein akzeptierten auf eine Stufe. Müssen Medien ihre Rhetorik ändern? Müssen Facebook und Twitter alle Einträge erst mal überprüfen? Wie bringen wir Diskussionen wieder auf ein akzeptables Niveau?”

6. BILDblog analog — der Benefiz-Abend in eigener Sache mit Theater, Redaktionsinterna und Musik, Eintritt 20 Euro
(Ingolf Lück, Stefan Niggemeier, Lorenz Meyer, Jakob Buhre, Jo Schück)
Heimathafen Neukölln, Karl Marx-Str. 141, 12043 Berlin (U7 Karl-Marx-Str.)
Kommen, Theater schauen, mit uns quatschen und feiern, BILDblog unterstützen

Weitere aus Mediensicht interessante Vorträge:
“Schleichwerbung – Alles ist erlaubt, oder.” (Stage T 10.00 – 11.00 Uhr)
“Ad Wars – Ausflug in die Realität der Online-Werbung” (Stage 2 11.15 – 12.15 Uhr)
“Blogger zwischen Pressefreiheit und Polizeimaßnahmen” (Stage T 12.30 – 13.00 Uhr)
“Medienprojekte mit jungen Flüchtenden” (Stage 4 18.00 – 18.30 Uhr)
“Netz-Publizisten im Gespräch” (Stage 2 18.45 – 19.45 Uhr)

6-vor-9-Special: Re:publica 2016, Tag 1

Hier sind sie nun, die sechs medienrelevanten Vorträge des ersten re:publica-Tags, die wir uns herausgepickt haben. Nach der Konferenz gibt es eine Liste mit allen genannten Vorträgen und (so vorhanden) den Videomitschnitten auf YouTube.

1. What’s next for Twitter and News?
(Mark Little)
Stage 7, Mo 12:15–12:45
“Nach zehn Jahren ist Twitter aus der Nachrichtenlandschaft kaum mehr wegzudenken. Trotzdem oder gerade deshalb wachsen die Ansprüchen der Analysten und Nutzer an den Kurznachrichtendienst. Mark Little, Twitters Vice President of Media in Europe and Africa, gibt einen Ausblick: “What’s next for Twitter and News?“. Als Jack Dorsey vor zehn Jahren den ersten Tweet verschickte, war keineswegs abzusehen, dass der Strom an Kurzbotschaften einmal auf rund 500 Millionen pro Tag anschwellen sollte. Etwa 320 Millionen Menschen weltweit nutzen heute Twitter mindestens einmal im Monat. Das soziale Netzwerk verbuchte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 2,2 Milliarden Dollar, hat jedoch mit den Ansprüchen der Analysten zu kämpfen.”

2. Commercial Content Moderation – die Müllabfuhr im Internet!
(Moritz Riesewieck)
Stage 2, Mo 12:45–13:15
“Täglich werden Millionen Bilder in die sozialen Netzwerke geladen, die wir nie zu Gesicht bekommen. Bilder von Gewalt und Pornographie, aber auch solche, die Facebook & Co schlicht als “unangemessen” einstufen. Gesichtet und aussortiert werden die Fotos und Videos von Billiglöhner/innen auf den Philippinen. Als Christen können die Philippinos westliche Moralvorstellungen gut einschätzen, denken die Konzerne. War es einmal Gott, der sich für die Sünder opfern wollte, so sind es heute philippinische “Content Moderators”. Posttraumatische Belastungsstörungen der Angestellten werden als Kollateralschaden eingepreist. Die Passionsgeschichte des Internetzeitalters? – Moritz Riesewieck und Sarah T. Roberts konzentrieren ihre Recherche und Forschung auf die neuen Formierungen von digitaler Arbeit und Produktion im postindustriellen Zeitalter.”

3. Slow media? Digitale Magazine als Gegengewicht zum Snackable-Content.
(Kati Krause)
Stage 7, Mo 12:45–13:15
“Im Internet kann es nie schnell genug gehen, niemals genug geben. Mehr Informationen aus immer mehr Quellen. Ungefiltert, von jedem. Dazwischen Katzenbilder.
Freunde von Freunden empfehlen, was wir lesen sollen, Algorithmen sortieren Inhalte nach Relevanz. Das Interessante geht niemals zu Ende: „10 Tricks, wie du noch mehr Informationen aufnehmen kannst.” Eine Nachricht nach der anderen wird überflogen, geteilt und in den meisten Fällen wieder vergessen. Dazwischen Katzenvideos. Mit Ruhe und Reflexion verbinden wir weiterhin Papier. Doch geht das nicht auch digital?”

4. The Making Of A Journalism Startup
(Christian Fahrenbach, Sebastian Horn, Lena Lammers, Frauke Lüpke-Narberhaus)
Media Cube, Mo 13:30–14:30
“Klingt eigentlich nicht gerade nach deutschen Verlagshäusern: Wir lassen junge Leute was Neues machen und geben Ihnen die Verantwortung dafür. Ist trotzdem so passiert und die Kritik in der Medien-Filterbubble zu den Launches war groß. Wir wollen darüber diskutieren, was bento, ze.tt und co. aus ihrem ersten Jahr gelernt haben. Wie kommen die Seiten beim breiten Publikum an? Wie ging es nach der Kritik vom Anfang weiter? Und: Braucht es überhaupt spezielle Nachrichten-Angebote für junge Leute?”

5. Facebook ist nicht nur Pediga-Hass – Vom Aktivieren der Zivilgesellschaft
(NN)
Lightning Talks 1, Mo 14:00–14:30
“Flüchtlinge und Vertriebene Herbst 2015: Auf einmal kam uns Onlinerinnen eine Aufgabe zu, mit der wir nicht gerechnet haben. Weil wir schon morgens auf dem Klo mehr kommunizieren als die meisten unserer Nachbarinnen über den ganzen Tag, waren wir im Vorteil. Wussten früher, was passiert, hatten früher die Informationen zusammen, haben früher erfahren, wie es andere vor uns gemacht haben, bei denen schon ein, zwei, viele Wochen vorher Vertriebene angekommen und in Hallen und Zelten untergebracht worden waren. Und auf einmal haben einige von uns Aufgaben übernommen, von denen sie vorher noch nie gehört haben. Waren Führungskräfte in der Zivilgesellschaft geworden und Leitungen im Ehrenamt. Viele von uns zum ersten Mal in ihrem Leben. Onlinerinnen kommt eine Schlüsselrolle im Bau der neuen Zivilgesellschaft zu, die wir annehmen müssen und ausfüllen können. (Bonustrack: Wer hätte das mit Facebook gedacht? Wahnsinn!)”

6. Wir müssen reden! Warum Rassismus im Netz noch immer Alltag ist
(NN)
Stage J, Mo 14:45–15:15
“Zehn Jahre re:publica und trotzdem ist im Netz nicht alles Glitzer, Flausch und Einhörner. Belästigungen, Beschimpfungen und in vielen fällen auch Bedrohungen sind für viele Menschen, die im Netz unterwegs sind, leider immer noch Alltag.
Durch die aktuellen Entwicklungen in der Welt, der zunehmenden Zahl von Menschen auf der Flucht, nimmt die Anzahl der rassistischen Äußerungen durch “besorgte Bürger*innen”, auch unter Klarnamen, massiv zu. Deshalb müssen wir JETZT darüber reden, wie wir mit Hass und Rassismus im Netz umgeben. Nur so kann das Internet zu einem Ort für alle werden.”

Außerdem interessant:
“Netzneutralität bis Recht auf Vergessen. wo steht die EU” (mit Günther Oettinger, Stage 7, 15.15 – 15.45 Uhr)
“Ist die Netzneutralität in Europa noch zu retten” (Stage 7, 16.00 – 17.00 Uhr)
“Digital Storytelling – Trends, Tools, Topics” (Stage T, 16.00 – 17.00 Uhr)
“Spreading Free Media Worldwide – Mobile Journalism” (Lightning Talks 1, 16.30 – 17.00 Uhr)
“Debattenkultur im Netz” (Media Cube, 18.39 – 19.00 Uhr)
“Jahresrückblick Social-Media-Recht” (Stage 6, 18.30 – 20.30 Uhr)

Und zum Schluss: “The Age of Trotzdem” (Stage 1, 19.45 – 20.45 Uhr. TIpp: Wer beim Sascha-Lobo-Vortrag nicht auf dem Fußboden sitzen will, sollte rechtzeitig erscheinen.)

Verlegertreff, Schweizer Käse, Ruthe-Apell

1. “Jetzt hilft nur noch ein Nobelpreis”
(boersenblatt.net, Holger Heimann)
Unter dem Motto “Verlage (in) der Zukunft” haben sich drei Verleger Gedanken über die Planbarkeit des Erfolgs und das Bild von Verlagen in der Öffentlichkeit gemacht: Felicitas von Lovenberg, seit etwa 50 Tagen Verlegerin des Piper-Verlags, Hanser-Verleger Jo Lendle und Jonathan Beck vom Verlag C.H. Beck. Letzterer klagte: “In den letzten Jahren hat es eine ganze Reihe von Entscheidungen gegeben, die ein Bild von Verlagen als bloße Verwerter transportieren, die Manuskripte lediglich an Druckereien weitergeben und arme Autoren dazu zwingen, für sie ungünstige Verträge zu unterschreiben”. Was für ein Wunder möchte man hinterherrufen, wenn man liest, wie unsouverän die anwesende Kulturstaatsministerin mit der höchstrichterlichen Entscheidung umgeht, der nichterlaubten Selbstbedienung der Verlage an den VG-Wort-Einnahmen (Ministerdeutsch: “bewährte Praxis”) endlich ein Ende zu bereiten.

2. Niederländer sollen mit Kritik an Erdogan vorsichtig sein
(faz.net)
Der türkische Ministerpräsident weitet seine Zensurzone auf immer mehr Länder aus und wertet anscheinend soziale Netze aus. Nun hat der niederländische Außenminister Bert Koenders seine Landsleute zur Vorsicht ermahnt. Es gebe „keine Garantien“ für Niederländer, die sich etwa in sozialen Netzwerken kritisch zur türkischen Führung geäußert hätten und dann in die Türkei reisten, sagte Koenders bei einer Parlamentsdebatte am Dienstag.

3. Regelwerk mit Lücken an den entscheidenden Stellen
(de.ejo-online.eu, Silke Fürst & Mike Meißner)
Wie groß die Angst vor sinkenden Werbeerlösen in der Zeitungsbranche sein muss, kann man derzeit in der Schweiz sehen. Da fordert der Chef der “Basler Zeitung” die Anzeigenkunden auf, gegen missliebige Berichterstattung vorzugehen und verteidigt sogar einen Boykott: Inserierende Unternehmen müssten sich nicht „auf der Nase rumtanzen“ lassen. Und der Verlegerpräsident Lebrument verstieg sich in der “NZZ” sogar zu der Aussage, dass die saubere Trennung zwischen redaktionellem Teil und Werbung heute nicht mehr funktioniere und “Kompromisse” notwendig seien. Im Artikel kommen verschiedene Stimmen zu Wort, auch jene, die diese Aussagen problematisieren.

4. Wie man Leser verhohnepipelt
(bilanz.de, Wolf Schneider)
Journalistenlegende Wolf Schneider (u.a. Korrespondent der “Süddeutschen Zeitung” in Washington, Chefredakteur der “Welt”, Moderator der NDR-Talkshow, Gründer und Leiter der Henri-Nannen-Schule) meldet sich auch noch mit 90 regelmäßig zu Wort. In seinem neuen Artikel nimmt er einen Brockhaus-Eintrag auseinander und seziert ein verzwirbeltes Satzmonstrum aus der „Frankfurter Allgemeinen Woche“. Schneider macht Texte verständlicher, indem er sprachlichen Ballast abwirft und die Lesbarkeit verbessert. Das ist nicht nur für Journalisten interessant, sondern für jeden Schreibenden.

5. Ruthe zum Tag des geistigen Eigentums
(facebook.com/ruthe.de)
Cartoonist Ralph Ruthe gehört zu den meistbestohlenen Comic-Künstlern im Netz. Anlässlich des “Tags des geistigen Eigentums” schreibt er, mit welchen Übernahmen er leben kann und mit welchen nicht. Und er geht mit viel Geduld und Höflichkeit auf all die gängigen Argumente der Kopierbefürworter ein (“Das ist doch Werbung für dich!”).

6. “sanft & sorgfältig” jetzt bei Spotify | NDR
(Daniel Bouhs, Video, 7:35)
Hinter dem Erfolg einer Radiosendung steht auch immer ein Programmchef, der diese mitverantwortet. Im Fall von Deutschlands beliebtester Radiosendung “sanft & sorgfältig” mit Jan Böhmermann und Olli Schultz ist es RadioEins-Chef Robert Skuppin. Im Interview zum Wechsel von Böhmermann und Schulz zu Spotify erklärt er auf sympathisch gelassene Art, warum er auf den privaten Streamingdienst richtig sauer ist, auf Jan Böhmermann und Oli Schulz dagegen nicht.

Journalismuswandel, Welt-Wandel, Gesetzeswandel

1. Vor Gericht stehen die Whistleblower
(tagesschau.de, Holger Romann)
Bis zu zehn Jahren Haft drohen den beiden Whistleblowern und dem Journalist, der die dubiosen Praktiken der Steueroase Luxemburg aufgedeckt hat, mit denen Großkonzerne sich um die Zahlung von Steuern drücken. Um Milliarden von Steuern… Statt grundlegende Reformen einzuleiten und endlich die Schlupflöcher im eigenen System zu schließen, macht man nun ausgerechnet jenen den Prozess, die den als “LuxLeaks” bekanntgewordenen Skandal damals ans Licht brachten.

2. Journalismus 2020 – was wird sich ändern?
(de.ejo-online.eu, Tina Bettels-Schwabbauer)
Die „Deutsche Gesellschaft Qualitätsjournalismus“ hat einige Branchenexperten gefragt, wie sie sich den Journalismus des Jahres 2020 vorstellen würden. Oft taucht der alleskönnende Universaljournalist auf, der auf sämtliche Plattformen zu Haus, mit allen Techniken vertraut ist. Und den die ebenfalls befragte Silke Burmester als „omnipotenten Großkotzbrocken, der alles wuppt und alles kann” bezeichnet: “…wir müssen so tun, als hätten wir elf andere Berufe auch noch gelernt. Den der Kamerafrau. Den der Cutterin. Der Toningenieurin. Der Fotografin. Der Grafikerin. Der Programmiererin. Der Webdesignerin. Der Moderatorin. Der Marketing-Expertin. Den der Social-Media-Managerin. Und den der Betriebswirtin – schließlich sollen ja auch die Zahlen stimmen.“

3. Allgemeine Verunsicherung
(taz.de, Jürn Kruse)
Die “Welt” will 50 Stellen abbauen. Die Firmenspitze setzt auf Einzelgespräche und Abfindungsangebote, doch bisher sind nach Informationen der “Taz” nur wenige Mitarbeiter darauf eingegangen. Laut einer Mail des Betriebsrats seien erst Aufhebungsverträge im Umfang von zehn Vollzeitstellen unterschrieben worden. Wenn sich nicht genügend “Freiwillige” finden, soll angeblich ein Sozialplan greifen und betriebsbedingt gekündigt werden.

4. Maas entschärft Pläne für Gerichts-TV
(faz.net)
Nach Protesten von Richterseite hat Bundesjustizminister Heiko Maas die Pläne zur direkten Film- und Tonübertragung aus Gerichtssälen entschärft. Die Richter hatten eine Youtube-isierung des Rechtswesens inklusive Video-Pranger befürchtet. Der neue Entwurf sieht nun laut “FAZ” vor, dass Urteilsverkündungen von Bundesgerichten im Fernsehen direkt übertragen werden dürfen – aber nur, wenn der Vorsitzende Richter einverstanden sei.

5. Wir sind dann mal so frei
(ndr.de, Daniel Schmidthäussler)
Etwa 18.000 sogenannte feste Freie arbeiten derzeit regelmäßig bei ARD, ZDF und Deutschlandradio. Nun fand in Berlin erstmals der zweitägige ARD-Freienkongress statt. Der Zusammenschluss von Interessenvertretungen für Freie in der ARD fordert in einer Resolution mehr Respekt und Rechte für Freie und “Schluss mit der Zwei-Klassen-Gesellschaft!”

6. Entsorgt (13): Flop 15 – Die seltsamsten Magazin-Cover des Frühjahrs
(kioskforscher.wordpress.com, Markus Böhm)
Eine Galerie des Grauens ist es, die Blogger und Journalist Markus Böhm da aus 15 seltsamen und teilweise verstörenden Magazin-Covern zusammengestellt hat.

Angeklagter Staatsanwalt, Schleichwerbung, Fischgräte

1. Journalisten haben keine Zeit für Recherche? Stimmt nicht
(journalist.de, Kathi Preppner)
Nach einer neuen Umfrage unter 1400 Journalisten beschäftigen sich diese vor allem mit dem Recherchieren und Schreiben eigener Texte. Als Recherchequelle diene das Internet – Telefongespräche und Vor-Ort-Gespräche würden jedoch dicht dahinter rangieren. Social Media würden die Befragten insgesamt eher passiv benutzen. Es ginge ihnen vor allem darum mitzubekommen, worüber andere Medien berichten und worüber debattiert wird. Oder wie es Professor Siever ausdrückt, der die Studie begleitet hat: “Journalisten schauen offenbar auch in Social Media vor allem, was andere Journalisten machen”.

2. “Was Frau Kröger sonst so treibt”
(sueddeutsche.de, Thomas Hahn)
Ein früherer Oberstaatsanwalt soll dem Weser-Kurier verraten haben, dass hohe Polizeibeamte überlegten, mit Lauschangriffen und Durchsuchungen gegen eine Reporterin zu ermitteln. Fünf Jahre später findet sich der Ex-Staatsanwalt auf der Anklagebank wieder. Ihm werde ein Rechtsbruch zur Last gelegt, durch den ein erwogener Rechtsbruch der Polizei erst öffentlich wurde.

3. Korrekter Porno
(fluter.de, Annette Kammerer)
Die 32-jährige Journalistin und Ex-Domina Nichi Hodgson hat ein Netzwerk für faire Pornografie gegründet, die „Ethical Porn Partnership“. Im Interview erzählt sie von ihren Gedanken über “ethische Pornographie” und den Ethikkodex von fairer Bezahlung, ärztlicher Betreuung und Zustimmung. Zu den Zukunftsplänen gehöre die Zertifizierung von Pornos. Außerdem soll das Netzwerk eine anonyme Anlaufstelle für Beschwerden werden.

4. Versuchte Einflussnahme im Journalismus
(markus-wolsiffer.de)
Markus Wolsiffer geht einem Fall von Schleichwerbung nach. Eine Agentur für Auslandsaufenthalte köderte Rückkehrer: Für Berichte, in denen der Name der Agentur genannt wird, gab es einen 50-Euro-Einkaufsgutschein, für die Nennung der Webseite nochmal zehn Euro obendrauf. Die Geschichte hat im konkreten Fall ein Happy End: Die Zeitung hat nach Bekanntwerden umgehend reagiert und den werblichen Teil des Artikels gelöscht.

5. Warum ich an einem Snapchat-Format arbeite
(netzfeuilleton.de, Jannis Kucharz)
Viele Journalisten finden keinen Zugang zu Snapchat. Warum Inhalte bei einer Plattform einstellen, wenn diese schon nach wenigen Stunden verfallen und gelöscht werden? Zumal es mit Youtube eine Alternative gibt. Jannis Kucharz kennt beide Welten und kann Snapchat Vorteile abgewinnen: Die Aussicht mit dem aufstrebenden Format mitzuwachsen und die derzeitige mediale Aufmerksamkeit.

6. „Traue niemand“, schreibt der Blogger Don Alonso, und bringt mich in Ärger wegen einer Fischgräte.
(facebook.com, Constantin Seibt)
Constantin Seibt hat in einem Artikel die Meinung geäußert, dass Terrorismus überschätzt werde und der Opferzahl die Anzahl von fischgrätenbedingten Erstickungstoten entgegengesetzt. Don Alphonso von der “FAZ” hat diese Zahl angezweifelt. Seibt stimmt dem selbstkritisch zu und erklärt, wie es dazu gekommen ist. Und fast wichtiger als das Detail im Einzelnen: Er entwickelt einige grundsätzliche Gedanken über unseren Umgang mit Terrorismus.

Die Anschläge von Brüssel im Breaking-News-Modus

Es ist zum Verzweifeln. Da passieren so unfassbar schlimme Dinge, und dann kommen Journalisten und berichten, als hätten sie aus all den bisherigen Katastrophen nicht das Geringste gelernt.

Aber wir wollen mit einem Positivbeispiel anfangen. Ein paar Medien haben gestern in unseren Augen einen richtig guten Job gemacht. Besonders aufgefallen ist uns “Zeit Online”, wo den ganzen Tag über sorgfältig und unaufgeregt erklärt wurde, „was wir wissen“ …

… und was nicht:

Viele andere Medien haben dagegen wieder den gewohnten Weg eingeschlagen, den mit Krach und ohne Besinnung.

***

Liebe Zuschauer, anlässlich der Terroranschläge in Belgien haben wir den gewohnten Programmablauf verändert und senden jetzt im Breaking-News-Modus.

Und da haben wir schon das erste Problem: Sie versprechen Breaking News, also brauchen sie Breaking News, und wenn es keine Breaking News gibt, na dann … nehmen sie halt irgendwas.



Wenn selbst die Börse nix hergibt, kann man ja immer noch irgendeinen Experten befragen, der dann alle “möglichen Szenarien” durchgeht und die “denkbaren Motive” der “angeblichen Attentäter” skizziert oder Sachen sagt wie …

Das ist natürlich jetzt alles Spekulation, aber es sieht ganz danach aus, dass das so ist.

Oder man kann, wie n-tv, zu einem Reporter schalten, der „nur 300 Kilometer von Brüssel entfernt“ steht, nämlich am Frankfurter Flughafen, um zu berichten, dass auch in Frankfurt „die Angst ein bisschen mitfliegt“.

Mutmaßungen werden zu Cliffhangern und Clickbaits, jede Kleinigkeit zur +++Sensation+++

***

Doch das ist alles nicht so tragisch, wenn die Fakten wenigstens stimmen.

Dieses Video wurde gestern Vormittag von vielen Medien verbreitet. Zunächst von belgischen wie dem Sender VRT.

Kurz darauf (unter anderem) vom ZDF:

… von RTL …

… Phoenix …

… „Focus Online“ …

… der „Huffington Post“ …

… dem „Kurier“ in Österreich …

… “TMZ” in den USA …

… stern.de …

… und der „Tagesschau“:

Als Quelle steht da: „Überwachungskamera“. Stimmt. Nur: Dieses Video aus dieser Überwachungskamera ist fünf Jahre alt und zeigt einen Anschlag in Russland. Irgendwer hat einfach das Datum von gestern eingebaut und das Video neu bei Youtube hochgeladen.

Und es wäre kein Hexenwerk gewesen, das herauszufinden. Es gibt einfache Tools, mit denen man Videos überprüfen oder im Internet nach ähnlichen Bildern suchen kann. Auch mit der umgekehrten Bildersuche von Google lässt sich sehr schnell checken, ob Fotos oder Videos früher schon mal irgendwo hochgeladen wurden.

In diesem Fall hätten die Medien außerdem schon allein wegen des Zeitpunkts misstrauisch werden müssen. So ein Video kann ja eigentlich nur von der Polizei oder vom Sicherheitspersonal des Flughafens kommen, und die hatten so kurz nach dem Anschlag sicherlich Besseres zu tun, als Überwachungsvideos bei Youtube hochzuladen.

Inzwischen haben die meisten Medien das Video kommentarlos gelöscht. Der Sender VRT hat sich immerhin entschuldigt:

Und die „Huffington Post“ hat aus dem ursprünglichen Clickbait …

… einen neuen gebastelt:

***

Besonders panisch wurde es gestern, als diese „erschreckende Meldung“ (n-tv) reinkam:

Der Moderator gab sich geschockt — und große Mühe, dieses Gefühl auch bei den Zuschauern auszulösen:

Ein Atomkraftwerk ist natürlich ein Anschlagspunkt … da stehen einem die Haare zu Berge!

Kaum vorstellbar, dass es zu einem atomaren Zwischenfall kommen könnte, provoziert durch Terroristen!

Allein die Vorstellung ist natürlich ein absolutes Horrorszenario!

Tatsächlich war die Sache weit weniger dramatisch. „Zeit Online“ schrieb kurz nachdem die Meldung herumgereicht worden war:

Entwarnung aus den Atomkraftwerken in Belgien: Der Betreiber Electrabel hat klargestellt, dass keine Evakuierung laufe. Vielmehr seien auf Anforderung der Behörden alle Mitarbeiter, die nicht zwingend für den Betrieb benötigt würden, gebeten worden, nach Hause zu gehen. Der Schritt sei aus Sicherheitsgründen erfolgt.

Der Betreiber selbst twitterte:

Außerdem rieten die Behörden nicht nur den Atomkraftwerken, sondern auch anderen Einrichtungen, ihre Mitarbeiter nach Hause zu schicken, der Universität zum Beispiel, auch der Justizpalast wurde evakuiert. In die Eil-Schlagzeilen schaffte es aber nur das hier:

***

Was bei der post-katastrophalen Breaking-News-Raterei selbstverständlich nicht fehlen darf, sind Mutmaßungen über den oder die Täter.

Der Schweizer „Blick“ präsentierte schon um 13 Uhr, als noch so gut wie gar nichts feststand, einen Kandidaten:

(Der Mann ist der mutmaßliche Komplize des Terroristen, der am Freitag in Brüssel festgenommen wurde.)

Ein paar Stunden später hatten auch deutsche Medien drei Verdächtige ausgemacht:

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Polizei immer noch keine offiziellen Fahndungsfotos veröffentlicht.

… und trotzdem wurde es sofort verbreitet.


Erst zwei Stunden später veröffentlichte die belgische Polizei offizielle Fahndungsfotos, auf denen dieselben Männer zu sehen sind.

***

Und dann gab’s natürlich: Opferfotos.

Die Leute von „Bild“ vertreten ja die Auffassung, dass man Selbstzensur betreibe und ein Feind der Pressefreiheit sei, wenn man Menschen verpixelt oder auf die Nennung grausamer Einzelheiten verzichtet. Weil man die Welt dann nicht so zeige, wie sie ist.

Nachdem ein “Bild”-Reporter einige Fotos von Verletzten getwittert hatte und dafür kritisiert worden war, schrieb er:

Nach der Logik der „Bild“-Menschen ist es in Ordnung, ja sogar notwendig, die Gesichter von Opfern zu zeigen, ihre Verletzungen, das Blut, den HORROR in all seinen grausamen Details. Denn wer verpixelt, der verhindere, dass der Schrecken ein Gesicht bekommt. Wer verpixelt, schade den Opfern.

Darum zeigt „Bild“ — alles.

(Unkenntlichmachung — auch in allen anderen Screenshots — von uns.)

Einige davon wurden auch groß auf der Startseite gezeigt.



Auch in der Print-Ausgabe hat „Bild“ heute welche abgedruckt: Großaufnahmen von schwer verletzten Menschen, panische, blutüberströmte, unverpixelte Gesichter.

Eines der Fotos zeigt eine Frau, die sich kurz nach der Explosion auf einer Bank festklammert, die Schuhe zerfetzt, die Bluse zerrissen, man sieht ihren BH, ihren nackten Bauch, ihr blutiges Gesicht, das direkt in die Kamera guckt.

„Bild“ hat es gestern auf der Startseite präsentiert und heute groß in der Print-Ausgabe (oben links):

Und es diente „Bild“-Online-Chef Julian Reichelt als Hintergrundkulisse für ein Interview:

Und weil wir wissen, dass hier einige “Bild”-Menschen mitlesen, zum Schluss eine Bitte: Stellen Sie sich nur mal kurz vor, die Frau, die da liegt, nach einer Explosion, blutend, hilflos, völlig geschockt, in Unterwäsche, das wäre Ihre Mutter. Und dann würde jemand ein Foto von ihr machen und es mit der ganzen Welt teilen. Stellen Sie sich das nur mal vor.

Mit Dank an Bernhard W.

Siehe auch: “Im Panikorchester” (uebermedien.de)

Goldener Storch, Mattes Horn, Lockruf des Tands

1. Mausrede des Tages: Vera Lengsfeld
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Ex-Bürgerrechtlerin, Ex-Grüne und CDU-Frau Vera Lengsfeld fiel gestern durch einen Facebook-Post auf, in dem sie Angela Merkel die Schuld an dem Terroranschlag in Brüssel gab. Nach lautstarken Protesten von allen Seiten löschte sie den Post mit einer fadenscheinigen, technisch wenig überzeugenden Begründung (der Kommentar stamme von einer anderen Person und sei nur “aus Versehen” übernommen worden). “Netzpolitik” verleiht Vera Lengsfeld für diese Aktion nun den “Goldenen Storch”.

2. Die Welt spiegeln – die Welt verändern #lar16
(zoebeck.wordpress.com)
Die Autorin Zoë Beck hat anlässlich der Leipziger Autorenrunde 2016 dafür plädiert, die klassischen Mann-Frau-Zuschreibungen im literarischen Text aufzubrechen und vor der „typisch weiblich/typisch männlich“-Falle gewarnt: “Ist Weinen, Ohnmächtig werden, Klamotten kaufen, Kinder betreuen, Prosecco trinken wirklich ein reines Frauending? Ist es überhaupt ein Frauending? Muss es thematisiert werden, wenn eine Frau nicht diese angeblichen Frauendinge tut?” Auch jenseits der Genderthematik sei Sensibilität gefordert, wie z.B. bei der Namensgebung der Figuren. Interessanter Denkanstoß, der auch eine Netflix-Serie wie „Orange Is The New Black“ und zeitgenössische SpannungsautorInnen miteinbezieht.

3. Fake! Millionenfach geklicktes Facebook-Video um Matterhorn-Skifahrer stammt aus Slowenien
(watson.ch)
Auf der Facebookseite “I love Switzerland!” sorgt ein Video für Klicks. Ein Skifahrer rast von einem imposanten Gipfel hinab in die Tiefe. Der Berg wurde laut “Watson” fälschlicherweise dem Matterhorn zugeschrieben (was man dem Bearbeitungsverlauf jedoch leider nicht entnehmen kann) und Medien wie “Bild” hätten diese Information ungeprüft übernommen.

4. „Nicht im Namen des Fernsehens“
(taz.de, Christian Rath)
Justizminister Heiko Maas (SPD) will die Fernseh- und Radioübertragung von Urteilen der Bundesgerichte erlauben, doch die Gerichte sind dagegen. BGH-Präsidentin Bettina Limperg sorgt sich um einen “Missbrauch” der Bilder. Sie sieht das Ansehen der ganzen Justiz gefährdet, wenn Versprecher in Satireshows oder auf Youtube landen würden.

5. Die Ich-Maschinen
(faz.net, Mathias Müller von Blumencron)
Amerikanische Start-ups würden die neuen Gesetzmäßigkeiten der Medienwelt prägen, so Mathias Müller von Blumencron in seinem Bericht über das gerade zu Ende gegangene Tech-Festival „South by Southwest“ (SXSW) im texanischen Austin. Die Firmen bedienten die Ego-Sucht ihrer Nutzer und würden den neuen Informationstrend setzen: Selbsterkenntnis statt Welterkenntnis.

6. Die 12 schrägsten Abo-Prämien
(wuv.de, Susanne Herrmann)
Verlage und Vertriebsagenturen bieten beim Neuabschluss eines Abonnements die unterschiedlichsten Prämien an. Susanne Herrmann hat das Angebot durchstöbert und stellt ihre 12 kuriosesten Fundstellen vor. Von allerlei Plastik-Tand, nutzlosen Gadgets bis zum sinnlosen Küchengerät ist alles dabei.

Unter AfD-lern, unter Whistleblowern, unter Klatschern

1. Wie ich auszog, die AfD zu verstehen
(zeit.de, Malte Henk)
“Zeit”-Reporter Malte Henk ist linksliberal und hat nichts gegen Merkels Flüchtlingspolitik. Mit AfD-Gerede von “Volksverrätern” und “Tugendterror” kann er nichts anfangen. Und er fragt sich, wer so denkt. Also hat er einen Selbstversuch unternommen, sich unter falschem Namen bei Facebook angemeldet und mit AfD-Anhängern befreundet. Langes und lesenswertes Dossier über ein Experiment, bei dem Henk nicht nur auf Rechtsextreme trifft, sondern auf viele Menschen, die ihm seltsam vertraut vorkommen.

2. Willkommen in der bunten Medienrepublik
(faz.net, Michael Hanfeld)
Von einer Posse aus Baden-Württemberg berichtet die “FAZ”. Vornehmlich Politiker der Grünen und der SPD hätten dort Einfluss auf die Vergabe einer regionalen Sendelizenz in Baden-Württemberg ausgeübt. Von eigens dafür ausgedachten, neuen Briefköpfen ist die Rede. Dem Sender RTL reiche das jetzt, er werde sich an die Präsidenten des Bundestages und des baden-württembergischen Landtages wenden.

3. Was vom Aufschrei übrig blieb
(sueddeutsche.de, Thorsten Schmitz)
Ende letzter Woche fand in Berlin das “Logan CIJ Symposium” des “Centre for Investigative Journalism” statt. Das Motto der Überwachungskonferenz: “Challenge Power! Building Alliances against Secrecy, Surveillance and Censorship”. Dort seien die bekannten Whistleblower wie Julian Assange und Edwar Snowden wie Popstars gefeiert worden. Der Beitrag erinnert an einen vergessenen Helden wie Thomas Drake, der vor elf Jahren der “Baltimore Sun” Informationen zum NSA-Projekt “Trailblazer” gab und zwischenzeitlich keine Anstellung fand und verarmte.

4. Sind Social Plugins rechtswidrig?
(internet-law.de, Thomas Stadler)
Das Landgericht Düsseldorf hat in einem aktuellen Urteil (Urteil vom 09.03.2016, Az.: 12 O 151/15) einem Unternehmen untersagt, auf seiner Website das „Social Plugin „Gefällt mir“ von Facebook zu integrieren“, ohne die Nutzer vorab darüber zu informieren. Wenn sich die Rechtsprechung durchsetze, so IT-Rechtler Stadler, könne man den Like Button und das Page Plugin von Facebook in Deutschland wohl nicht mehr rechtskonform in die eigene Website einbauen. Zudem seien bestimmte Konstellationen von Gesetzesseite nicht eindeutig geregelt, hier müsse die Rechtsprechung für die notwendige Eindeutigkeit sorgen.

5. Et kütt, wie et klickt
(zeit.de, Jana Gioia Baurmann)
Multi-Channel-Netzwerke bringen YouTuber und Markenfirmen zusammen. Jana Gioia Baurmann erklärt, was es mit den ominösen Netzwerken auf sich hat und warum es eines der größten davon, die Disney-Tochter “Maker Studios”, nun nach Köln zieht.

6. Klatschvieh im TV: Put your Patschehändchen together
(dwdl.de, Hans Hoff)
Letzte Woche kam es bei “Anne Will” zu einer blamablen Szene als sich der Pressesprecher von Bundesjustizminister Heiko Maas durch allzu lautes Klatschen outete. Kolumnist Hans Hoff beschäftigt sich mit dem Klatschverhalten von Zuschauern in Fernsehsendungen, das selten normal zu nennen sei. Und er bittet um mildernde Umstände für den Pressesprecher mit der ausdauernden Klatsche: “Hat man berücksichtigt, unter welchen Zwängen der Mann stand? Trug er vielleicht einen Elektroschocker am Bein, der ihm bei jeder Aussage seines Ministers einen aktivierenden Stromstoß versetzte? Oder klatschte er gar, um seinen Jahresbonus zu sichern?”

Für Sie geklickt

Wie das so ist: Man scrollt sich am Abend durch die Schlagzeilen des Tages und RASTET fast AUS, weil einfach ALLES so MEGASPANNEND klingt und man GAR nicht die ZEIT hat, das alles ANZUKLICKEN!!

Aber keine Sorge. Denn wir haben nun eigens eine Task Force eingerichtet, die Ihnen diese Arbeit hin und wieder abnimmt. Wir klicken für Sie. Damit Sie Lebenszeit und Gehirnzellen sparen — und trotzdem immer auf dem neuesten Stand bleiben!

Heute: die Facebookseite der “Bravo”.

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KRASS! Du wirst NICHT GLAUBEN, was Bachelor-Kandidatin DENISE mit einem EX von 'Berlin - Tag&Nacht' zu tun hat - ich bin echt überrascht
Sie trägt gerne Baseballcaps. Manchmal auch welche von einem Label, das einem Mann gehört, der mal bei “Berlin – Tag & Nacht” mitgespielt hat.

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FANS machen sich große SORGEN: SO geht es ROCCO STARK nach seinem AUTOUNFALL
Gut.

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Ständige SEX-FANTASIEN! Ist es NORMALoft an SEX zu denken? DAS kannst Du mit den GEDANKEN machen
1. Ja. 2. Sie genießen/kalt duschen/masturbieren.

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Große Veränderung! SO geht es jetzt mit dem YOUTUBE CHANNEL von DFASHION weiter - ich bin wirklich ÜBERRASCHT
So wie bisher. Er wurde nur umbenannt.

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Aaah! [Smiley mit Herzchen-Augen] WAS Du jetzt mit Deiner Tüte CHIPS machen kannst, wird Dein Leben VERÄNDERN!
Sie verschließen.

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DAS denken MÄDCHEN beim SEX wirklich - vor allem Nummer 6 ist ZIEMLICH LUSTIG!
1. “Hoffentlich findet er mich nicht zu dick!”
2. “Ist mein Busen groß genug?”
3. “Sitzt mein Make-Up noch?”
4. “Sieht er meine Pickel?”
5. “Mach ich alles richtig?”
6. “Ich muss mal!”
7. “Das ist jetzt irgendwie … gar nicht angenehm.”
8. “Ich muss noch Duschgel kaufen.”
9. “Ich glaub, ich will das hier gar nicht.”
10. “Ich will MEHR davon!”

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Daran denken Mädchen WIRKLICH beim Sex! Nummer 6 ist Dir bestimmt auch schon passiert!!
1. “Hoffentlich findet er mich nicht zu dick!”
2. “Ist mein Busen groß genug?”
3. “Sitzt mein Make-Up noch?”
4. “Sieht er meine Pickel?”
5. “Mach ich alles richtig?”
6. “Ich muss mal!”
7. “Das ist jetzt irgendwie … gar nicht angenehm.”
8. “Ich muss noch Duschgel kaufen.”
9. “Ich glaub, ich will das hier gar nicht.”
10. “Ich will MEHR davon!”

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So reagiert BIBI jetzt auf den MEGA krassen TWITTER-STREIT mit Dagi!
Gar nicht.

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SCHOCK! SO furchtbar PEINLICH war GNTM-JASMINS unangenehmstes ERLEBNIS - ich wäre im BODEN versunken!!!
Im Schulbus lief ihr mal Schnodder aus der Nase.

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SCHOCK für JULIENCO! [überraschter Smiley mit roten Wangen] Mit dieser NACHRICHT hat der YouTuber bestimmt NICHT gerechnet!
Er hat einen Preis gewonnen.

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Kommt Anne Wünsche aka Hanna ENDLICH zu BTN zurück?
Nein.

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Bitte. Keine Ursache.

Junge Freiheit, DDR-Presse, Bewegtbildkonsum

1. «Wer die AfD verstehen will, muss die ‹Junge Freiheit› lesen»
(medienwoche.ch, Adrian Lobe)
Während andere Publikationen unter Auflageverlusten zu leiden haben, hat die rechte “Junge Freiheit” ihre Auflage gesteigert. In absoluten Zahlen sei dies zwar bescheiden, liefe aber dem allgemeinen Rückwärtstrend entgegen. Die inhaltliche Nähe zwischen dem konservativen Blatt und der AfD sei offenkundig. Entsprechend intensiv sei auch die Berichterstattung über die neue Partei. Gleichwohl hätte es die “Junge Freiheit” nicht geschafft, trotz eines evidenten Rechtsrutsches der Gesellschaft aus ihrem Nischendasein herauszukommen und wirke zuweilen wie ein “Altherrenblatt, das man bei einer Zigarre in einem Wirtshaus liest”.

2. Es trifft jeden, der für die Meinungsfreiheit eintritt
(faz.net, Friederike Böge)
Afghanistan ist in einem desolaten Zustand, was die freie Berichterstattung anbelangt. Die Taliban versetzen die Medienbranche in Angst und Schrecken. Ob Anschläge durch Selbstmordattentäter, Raubüberfälle, Bedrohungen: Journalisten in Afghanistan leben gefährlich. Deshalb seien allein im vergangenen Jahr mehr als hundert Journalisten ins Ausland geflüchtet.

3. 7 Trends beim Bewegtbildkonsum
(wuv.de, Petra Schwegler)
In der Kurzzusammenfassung des “TV & Media Report 2015” werden die sieben wichtigsten Trends in Sachen Medienkonsum wiedergegeben. Streaming und Mobile seien im Wachsen. Vor allem die 16- bis 34-Jährigen würden Videos bevorzugt über Smartphone, Laptop oder Tablet konsumieren. Hier bliebe der Fernseher weitgehend ausgeschaltet. Weitere Trends seien Bingewatching (“Komaglotzen”) ganzer Serien und User Generated Content auf Youtube und Co.

4. “Ich werde Journalistin, aber nicht in der DDR!”
(sueddeutsche.de, Cornelius Pollmer)
Bericht über die Ausstellung “Rotstift – Medienmacht, Zensur und Öffentlichkeit in der DDR”, die auch online besucht werden kann. Die Ausstellung liefert Informationen und Hintergründe über die damalige Situation und die drastisch eingeschränkte Pressefreiheit. Interessant auch für all die “Lügenpresse”-Rufer, die sich hier anschauen können, wie es tatsächlich ist, wenn sich die Medien in Parteihand befinden und staatlich gelenkt werden.

5. Zu gut, um legal zu sein
(zeit.de, Götz Hamann)
Christopher Lauer ist Ex-Pirat und Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses. Jüngst wurde Lauer auf Facebook bedroht. Er hat sich deshalb an die Polizei gewandt, doch die Sache ist nicht einfach: Facebook mauert, was die Herausgabe von Daten anbelangt. Lauers Fall illustriere ein drängendes Problem. Es herrsche große Unsicherheit, wie sich Bürger wehren und zu ihrem Recht kommen können, wenn sie auf Facebook beleidigt, genötigt oder bedroht werden. Ein Urteil, wie es kürzlich gegen einen Mann erging, der die Fernsehjournalistin Dunja Hayali mit Hasskommentaren auf Facebook überzogen hatte, sei die Ausnahme. Im Normalfall stünden die Chancen für deutsche Strafverfolgungsbehörden schlecht, an Daten zu gelangen.

6. Ulle alaaf! “Focus”-Chef schreibt Seehofer
(Übermedien.de, Video, 2 Minuten)
Der noch bis Ende des Monats amtierende “Focus”-Chef, Ulrich Reitz, hat einen Brief an Horst Seehofer geschrieben, „ganz persönlich“, als seltsam gekünstelte Audiobotschaft. Die Kollegen von “Übermedien” vermissten die Atmosphäre und haben den Vortrag deshalb… Ach, hören Sie einfach selbst!

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