6-vor-9-Special: Re:publica 2016, Tag 2

Hier nun der Diensta Teil unseres re:publica-Specials mit medienrelevanten Programmempfehlungen:

1. @heuteplus oder wie wir Journalisten lernen, den Shitstorm zu lieben.
(Daniel Bröckerhoff, Clas Dammann, Eva-Maria Lemke, Elmar Theveßen)
Stage 6, Di 10:00–11:00
„Social first, TV second! Technisch trivial, formal und inhaltlich aber eine Herausforderung für uns Journalisten. Durch Kommentare und Diskussionen können alle, die früher nur Zuschauer waren, selbst Teil der News werden. Follow-Ups zu heftig diskutierten Beiträgen werden so bedeutsam wie die Nachrichtenagenda, Diskussionen mit den Nutzern stehen für uns Journalisten gleichberechtigt neben der Informationsvermittlung.“

2. Wer zahlt für Nachrichtenvideos im Netz?
(Mirko Drotschmann, Friedrich Küppersbusch, Eva Messerschmidt)
Stage 7, Di 11:45–12:15
„Unge rollt für Disneys Maker Studios auf dem Longboard herum, Gronkh daddelt Minecraft für ProSiebens Studio71 und bei RTLs BroadbandTV versucht eine Pornodarstellerin – naja – lustig zu sein. So sieht das – überaus erfolgreiche – Angebot der klassischen Medienkonzerne bei YouTube aus. Nachrichten, Hintergründe, Dokus. Will keiner sehen. Aber Aufgeben gilt nicht. Amerikanische Formate wie Vice oder NowThis schaffen schließlich auch Milliarden Klicks mit News und Reportagen im Netz. Warum funktioniert das bei uns nicht? Wie kann man solche Inhalte für YouTube und Co. finanzieren? Welche Voraussetzungen brauchen journalistische Videos und deren Macher für den Erfolg im Netz?“

3. Content Marketing: Der Vormarsch der Pseudo-Journalisten
(Prof. Dr. Lutz Frühbrodt)
Stage 6, Di 13:45–14:15
„Content Marketing (CM), die pseudo-journalistische Kommunikation von Unternehmen, breitet sich im Netz immer stärker aus. Noch befüllen die Konzerne ihre Online-Magazine, Youtube-Videos und Apps größtenteils mit nutzwertigen und unterhaltenden Inhalten. Sie versuchen, sich aber auch langsam aber sicher politisch zu positionieren. Auf diese Weise beeinflussen Unternehmen zunehmend die öffentliche Meinungsbildung. Damit stellt CM eine Attacke auf die klassischen Medien wie auf den Bürgerjournalismus dar.“

4. Panama Papers: Investigative Journalism, the „Lügenpresse“ and the age of Big Leaks
(Renata Avila, Max Hoppenstedt, Frederik Obermaier)
Stage 2, Di 15:00–15:30
„From Cablegate to Snowden to the Panama Papers: The last years have seen a wide range of ways a leak can seep out. While encryption technologies for secure whistleblowing are increasingly driving investigative journalism, we are also seeing a differentiation of strategies with which media are handling and reporting on these stories. Ten years after Wikileaks was founded, many media houses have established means of receiving and handling sensitive material while organisations like Correct!v, ProPublica or the ICIJ are exploring new ways to foster and fund a renaissance in investigative Reportage. In our 30 min session, we’ll discuss the role of investigative journalism in an age of ever dwindling trust in the media, which publication strategy can work best for what sort of leak and if the future of whistleblowing is a promising one.“

5. Halt die Fresse: Hate Speech!
(Rayk Anders, Prof. Dr. Dr. Ino Augsberg, Christoph Krachten, Carline Mohr)
Stage 7, Di 15:30–16:00
„Gibt’s eigentlich noch Flame-Wars? In Gaming-Foren kamen PC- und Apple-User schon mal vom eigentlichen Thema ab und beleidigten sich gegenseitig wegen der Wahl des Betriebssystems. Die Lösung war einfach: Wer nervte, wurde ermahnt oder flog raus. Bei der Online-Hetze gegen Andersdenkende reicht das nicht. GROSSCHREIBER und Ausrufezeichenmacher nutzen alle möglichen sozialen Netze und Algorithmen stellen absurde Meinungen mit allgemein akzeptierten auf eine Stufe. Müssen Medien ihre Rhetorik ändern? Müssen Facebook und Twitter alle Einträge erst mal überprüfen? Wie bringen wir Diskussionen wieder auf ein akzeptables Niveau?“

6. BILDblog analog — der Benefiz-Abend in eigener Sache mit Theater, Redaktionsinterna und Musik, Eintritt 20 Euro
(Ingolf Lück, Stefan Niggemeier, Lorenz Meyer, Jakob Buhre, Jo Schück)
Heimathafen Neukölln, Karl Marx-Str. 141, 12043 Berlin (U7 Karl-Marx-Str.)
Kommen, Theater schauen, mit uns quatschen und feiern, BILDblog unterstützen

Weitere aus Mediensicht interessante Vorträge:
„Schleichwerbung – Alles ist erlaubt, oder.“ (Stage T 10.00 – 11.00 Uhr)
„Ad Wars – Ausflug in die Realität der Online-Werbung“ (Stage 2 11.15 – 12.15 Uhr)
„Blogger zwischen Pressefreiheit und Polizeimaßnahmen“ (Stage T 12.30 – 13.00 Uhr)
„Medienprojekte mit jungen Flüchtenden“ (Stage 4 18.00 – 18.30 Uhr)
„Netz-Publizisten im Gespräch“ (Stage 2 18.45 – 19.45 Uhr)