Der Fall des “Star Wars Kid” ist ein Lehrstück für neue Öffentlichkeiten. Ein gestohlenes, peinliches Video wird 2003 auf Youtube ins Internet hochgeladen und wird unerwartet zum Klickerfolg. Unzählige Überarbeitungen folgen, das Medium “Webvideo” zeigt sein volles Potenzial. Millionen sehen und amüsieren sich über die unbeholfenen Versuche eines dicklichen Jungen aus Kanada, einen Lichtschwert-Kampf nachzuspielen.
Doch dieses Internet-Mem hatte auch eine Schattenseite, wie die Online-Ausgabe des “Standard” weiß:
Und was zeigt der Standard direkt darunter? Genau – das Video, das das Trauma ausgelöst hat. Ist halt zu drollig, da interessieren Persönlichkeitsrechte einfach nicht. Und wenn “Techcrunch”, “Huffington Post” und “Slashdot” den vollen Namen, Universität und Arbeitgeber des Medienopfers ohne jeden Anlass publizieren – warum sollte man in Österreich darauf verzichten?
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].
1. “Nachrichten nach Gutsherrenart” (begleitschreiben.twoday.net, Gregor Keuschnig)
Gregor Keuschnig prüft in verschiedenen Fällen (Mixa, Tauss, Zumwinkel, Mohren, Wiedeking, Middelhoff, Garlichs) die Kriterien, zu denen sich die “Tagesschau” im Fall Kachelmann bekannt hat. Wann ist / wird eine Meldung relevant – und gilt das einheitlich?
3. “ddp und der PR- Content” (andremarty.com)
Nahost-Korrespondent André Marty wird von der ddp direct GmbH angefragt, ob er “multimedialen PR-Content” umfassend recherchieren möchte: “Alleine die Idee, Journalisten ‘gut aufbereitete PR- Inhalte’ anzubieten, spricht Bände. Was mich jedoch beunruhigt, ist die Dreistigkeit, mit der sich diese PR- Fuzzis im Jahr 2010 Journalisten anbiedern.”
4. “Warum sind die Kritiken bloß so schlaff?” (welt.de, Sibylle Lewitscharoff)
Sibylle Lewitscharoff über den Literaturbetrieb, in dem “jeder mit jedem zumindest oberflächlich bekannt” ist. “Auch der schlachtbereite Kritiker wird unmerklich darin gehemmt, den vollen Becher seines Zorns und seiner Enttäuschung über einem Buch zu leeren, wenn er dem Menschen, der es geschrieben hat, einmal, zweimal, gar öfter begegnet ist.”
5. Mediafail (mediafail.com, englisch)
“Expose the Worst of American Media: Find it. Post it. Fail it.”
Zu den inoffiziellen Einstellungsvoraussetzungen bei “Bild” und Bild.de gehört eine ausgeprägte Ironieblindheit — also die Fähigkeit, das eigene Tun nicht mit dem, was man an anderen kritisiert, in Verbindung zu setzen. Anders könnten klassische “Bild”-Schlagzeilen im Stil von: “Diese schlimmen Fotos wollen wir nie wieder sehen” gar nicht entstehen.
Ach, Verzeihung: Das wissen Sie ja schon. Aber es stimmt ja auch weiterhin.
Es ist etwas passiert, was so “geschmacklos” ist, dass Bild.de das Wort gleich drei Mal in Überschrift und Artikel gebraucht. Darüber hinaus war es
Geschmacklos, menschenverachtend, schockierend: Drei Worte die das Treiben von Manolo Lama treffend beschreiben.
Manolo Lama ist ein spanischer TV-Reporter, der diese Woche in Hamburg war, um vom Finale der Europa League zwischen Atlético Madrid und FC Fulham zu berichten. In der Hamburger Innenstadt hatte er sich mit einigen spanischen Fußballfans um einen Obdachlosen geschart und diesem Geld in seinen Hut seine Schale geworfen.
Jedoch:
Doch dann ging’s los: Begleitet von höhnischen Kommentaren des Reporters trieben es die Fans immer doller – es folgten Schals, ein Handy, sogar eine Kreditkarte landen im Hut des Obdachlosen. Dessen Freude währte nicht lange – betroffen und verwirrt musste er mit ansehen wie die Spenden schnell wieder in den Händen ihrer Besitzer landeten.
Hört sich schlimm an, nicht wahr? Womöglich hat Bild.de mit “geschmacklos, menschenverachtend, schockierend” also noch nicht mal übertrieben.
Das … äh … Schöne ist: Als Leser von Bild.de muss man sich nicht blinde auf das Urteil der Redakteure verlassen und kann sich im Videoplayer sein eigenes Urteil bilden. Und je nach Veranlagung die “geschmacklose” “Demütigung” so oft wiederholen, wie man mag:
Mit Dank an Lukas K.
Nachtrag, 14.30 Uhr: Auch sueddeutsche.de zeigt die “unfassbare Entgleisung” als eingeklinktes YouTube-Video. Da kann man dann auch sehen, dass der Obdachlose – anders als von Bild.de und uns beschrieben – keinen “Hut” vor sich hat, sondern eine Metallschale.
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1. Interview mit Ralph Große-Bley (zeit.de, Ralph Pöhner und Peer Teuwsen)
Ex-“Bild”-Mitarbeiter und nun “Blick”-Chefredakteur Ralph Große-Bley, derzeit in den Schlagzeilen wegen einer zweiten Entschädigungszahlung an Thomas Borer, kennt ein “Sprichwort”, das an ein Zitat von Eric Schmidt erinnert: “Wenn Sie heute sehen, wie sich die Leute für irgendwelche Party-Sites fotografieren lassen, alkoholisiert, küssend, kniend, knutschend. Was man da zeigen darf, wird immer wieder aufs Neue eine spannende Frage sein. Es gibt ein Sprichwort: ‘Wenn du nicht willst, dass etwas über dich in der Zeitung steht, dann sorge dafür, dass es nicht passiert.'”
2. Interview mit Günter Netzer (fr-online.de, Jan Freitag) Günter Netzer über Gerhard Delling: “Er ist ein Spießer, so wie ich. Ein hochseriöser Junge, sprachlich auf dem allerbesten Stand. Man kann sich auf ihn verlassen. Delling hat diesen besonderen Humor, nie auf billigem Niveau.”
3. “Vertrauensvorschuss” (taz.de, Max Dax)
Max Dax fragt sich, wie “der Vertrauensvorschuss, den Popkritiker benötigen, um als erkenntnisstiftende Instanz respektiert zu werden, wiederhergestellt werden” kann.
4. “TV-Berichterstattung zur NRW-Wahl” (funkkorrespondenz.kim-info.de, Dietrich Leder)
Dietrich Leder beurteilt die Fernsehbilder der NRW-Wahl mit dem abwesenden Jürgen Rüttgers: “Jene, die ihn – wie seine Parteifreunde Andreas Krautscheid oder Armin Laschet – in den Diskussionsrunden der nordrhein-westfälischen Spitzenkandidaten vertraten, rangen sich obskure Entschuldigungen ab, denen zufolge Rüttgers noch andere terminliche Verpflichtungen habe – am Wahltag!” Eine gegenteilige Meinung dazu vertritt Lorenz Jäger auf faz.net; er sieht im Schweigen Rüttgers am Wahlabend “die Kunst der Abdankung”.
6. “Ein britischer Forscher fordert mehr Privatsphäre für Tiere” (zeit.de, Frauke Lüpke-Narberhaus)
“Tiere bauen Nester, verstecken sich in Höhlen, klettern auf Bäume. Sie wollen nicht gesehen werden. Statt dieses Verlangen zu respektieren, stellen ihnen Paparazzi mit Zoomobjektiven, Nachtsichtgeräten und Peilsendern nach.”
Vor inzwischen fünf Jahren hat die “taz” diesen Kinospot produzieren lassen, in dem “Bild” eine “unlautere vergleichende Werbung” sah. Die Axel Springer AG ging gerichtlich dagegen vor und bekam vor dem Land- und dem Oberlandesgericht Hamburg Recht. Im vergangenen Herbst hob der Bundesgerichtshof die Hamburger Urteile auf und entschied, dass der Spot gezeigt werden darf (BILDblog berichtete).
Genau wegen dieses Spots trafen sich die Prozessbeteiligten kürzlich vor Gericht wieder: Die “taz” hatte einen Zivilprozess gegen Springer angestrengt, um Entschädigung zu bekommen. Entschädigung für den Ausfall, der dadurch entstanden war, dass der aufwendig produzierte Spot wegen des Vorgehens von “Bild” sehr viel kürzer in den Kinos zu sehen war, als ursprünglich geplant.
Das Landgericht Berlin entschied jetzt, dass Springer den anteiligen Ausfall ersetzen muss: Laut “taz” 21.414,90 Euro zzgl. Zinsen, insgesamt 28.149,40 Euro. Der Verlag kann noch in Revision gehen, wonach es nach Aussage der “taz” im Moment aber nicht aussieht.
Es ist keine leichte Situation für Heiko Herrlich, den Trainer des VfL Bochum: Nach einer Phase relativen Erfolgs zu Beginn des Jahres steht es sportlich nicht zum Besten; die Spieler kommen nach Kriterien zum Einsatz, die für Außenstehende häufig eher an Willkür denn an ein System erinnern, und Herrlichs Reaktionen auf die Leistungen der Mannschaft wirken in der Regel phrasenhaft und unkritisch.
Diese Ausgangslage ermöglicht es der “Bild”-Zeitung, die Herrlich seit Wochen auf dem Kieker hat, seinen Rücktritt immer unverhohlener zu fordern.
Am Mittwoch war Pressekonferenz beim VfL Bochum: Heiko Herrlich stärkte seiner Mannschaft den Rücken und kritisierte die Kritiker von außerhalb. Als Joachim Droll, “Bild”-Abgesandter für den VfL, dann von Herrlich wissen wollte, ob ihm nicht langsam Selbstzweifel kämen, wurde der Trainer plötzlich grundsätzlich und referierte mit ruhiger Stimme (Video-Ausschnitt):
Wissen Sie, Herr Droll: Ich hab schon viele schwierige Phasen in meinem Leben durchgemacht, auch sportlich, glauben Sie mir das. Und das hier, die Situation treibt mir auf keinen Fall den Puls hoch — auch wenn Sie das morgen wieder ganz anders schreiben. Das macht ihr sowieso, wie ihr wollt: Ich weiß noch in Phasen, wo es sehr gut lief, wo ihr ein Interview mit mir machen wolltet und ich das abgelehnt hab’, weil ich gesagt hab’, die Mannschaft muss im Vordergrund jetzt stehen.
Und ich weiß auch, dass es da vielleicht ‘nen Bumerang gibt, ne? Weil ihr das halt nicht gewohnt seid, dass euch jemand die Stirn bietet und sagt: “Nö, ich möcht’ nicht bei euch in der Zeitung stehen.” Aber das ist für mich kein Problem, ich werd’ meinen Weg weiter gehen und werd’ aufrichtig bleiben.
(lange Pause)
Auch ohne euch. Können Sie einem Ihrer Chefredakteure sagen!
Man könnte Herrlichs Aussagen “überraschend” nennen, “aufrichtig” oder “selbstbewusst”. Einem “Bild”-Mitarbeiter fallen da jedoch ganz andere Adjektive ein, wie Droll sogleich bewies, als er zu Herrlich sagte: “Jetzt das wirkt schon ein bisschen dünnhäutig, sag ich Dir schon ganz ehrlich …”
Woraufhin Herrlich sich in seiner Bewertung der “Bild”-Zeitung zu immer weiteren Höhen aufschwang:
Nein! Das interpretieren Sie so! Überhaupt nicht! Ich weiß nur, was die letzten Wochen … die Art und Weise, wie ihr recherchiert habt. Wir unterhalten uns intern auch schon mit den Spielern. Und Günter Wallraff hat das schon vor langer, langer Zeit festgestellt: Da hat sich leider nicht viel geändert.
(lange Pause)
Und drücken Sie auf Aufnahme, dass ich’s meinen Kindern irgendwann zeigen kann: Euch gegenüber, Ihnen gegenüber bleib’ ich aufrichtig. Die werden stolz sein auf mich, irgendwann.
In Drolls Bericht über die Pressekonferenz kommt von all dem erwartungsgemäß nichts vor. Dort ist von einem “peinlichen Rundumschlag” die Rede.
Aber auch anderenMedienvertretern war Herrlichs Angriff auf “Bild” keine Zeile wert: Sie zitierten ihn lieber ohne Zusammenhang. Nur der “Südkurier” spricht von einer “Wutrede” gegen eine “nicht näher benannte Zeitung”.
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1. “Fake TV: Reklame statt Recherche” (ndr.de, Video, 7:48 Minuten)
Wie Bildmaterial, das im Auftrag von Firmen hergestellt wurde, seinen Weg in den Nachrichtenteil des Fernsehprogramms findet.
2. “Angriff ist die beste Verteidigung” (medienspiegel.ch, Ugugu)
10 Tipps für von der Entlassung bedrohte Journalisten. Punkt 6: “Maximalforderungen aufstellen: Mehr Personal, 7 Wochen Ferien, mehr Mitarbeiterbeteiligung, mehr Weiterbildung. Je unrealistischer, desto besser. Minimalforderungen bereithalten: Keine Entlassungen, Teilzeitpensen, akzeptable Sozialpläne für freiwillige Ausreisser”.
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1. “Abmahnrepublik Deutschland (I)” (carta.info, Wolfgang Michal)
Wolfgang Michal sieht im deutschen Abmahnwesen eine ernste Einschränkung der Meinungsfreiheit; “durch Schocktherapie” sollen Publizisten mundtot gemacht werden. “Ohne Vorwarnung sind brachiale Summen im Spiel. Streitwerte von 100.000 Euro. Anwaltskosten von mehreren tausend Euro. Schadenersatz von vielen tausend Euro. Einschüchterungssummen. Das einstmals gute Recht der Abmahnung ist pervertiert.”
2. “Es ist ZEIT zu widersprechen II” (freischreiber.de)
Der Berufsverband “Freischreiber” geht auf einzelne Punkte des Briefs ein, den der Zeit-Verlag kürzlich an seine freien Mitarbeiter verschickte. “Die Urheber zu enteignen und mit ihren Werken in Zukunft allein Kasse machen zu wollen, ist kein Geschäftsmodell, sondern eine Zumutung.”
3. “Linksruck bei ‘Cicero'” (theeuropean.de, Alexander Görlach)
Der Ex-Online-Chef der Zeitschrift “Cicero”, Alexander Görlach, sieht mit dem von Michael Ringier an die Spitze gesetzten Michael Naumann (SPD) einen Linksruck durch das Blatt gehen. Naumann weist die Kritik zurück: “Es ist abgründig und totaler Quatsch, was in dem Artikel steht”. Er werde Görlach einen Brief schreiben und ihn über die “Grundregeln des Journalismus” aufklären.
4. “Eklat in Sachsen – Alle Freien Radios abgeschaltet” (freitag.de/community/blogs/stefan-tenner)
Stefan Tenner berichtet, wie verschiedene Freie Radios in Dresden, Chemnitz und Leipzig am 17. April aus dem UKW-Netz verbannt wurden.
6. “Fazsinierend” (spreeblick.com, Johnny Haeusler)
Johnny Haeusler denkt darüber nach, wie er von Marcus Jauer im FAZ-Dossier “Deutsche Blogger” dargestellt wurde. “Beim nächsten Mal, wenn sich jemand anderthalb Stunden Gespräch mit ein paar handschriftlichen Notizen merken will, stelle ich ich ein Aufnahmegerät daneben und das Ergebnis online.”
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1. “Wie wahr sind Fakten?” (sueddeutsche.de, Camilo Jiménez und Katja Riedel)
Ein Besuch bei den Faktenprüfern des Wochenmagazins “New Yorker”: “Wir verifizieren alles, sogar die Fiktion.”
2. “Ein paar Wünsche an Sportcast” (sportmedienblog.de)
Das Sportmedienblog wünscht sich von der Firma Sportcast, die “exklusiv das Bildsignal der 1. und 2. Fußball-Bundesliga” produziert, zum Beispiel eine Verbesserung der “Kamerapositionen, die in vielen Stadien der Liga viel zu tief gewählt sind”. “Wenn durch diese Fehlentscheidung bei der Konzeption ständig nur ein Achtel des Spielfelds zu sehen ist, hat man natürlich auch als armchair coach keinerlei Chance, Spiel, Aufbau und Taktik zu analysieren, weil sich das Spielerlebnis qua Bildregie nur auf Zweikämpfe und Torschancen reduziert.”
3. “Gordon Brown. GORDON BROWN!” (medienpiraten.tv, Peer Schader)
Ein Lob für die im TV-Senders ITV zu sehende 94-minütige Debatte zwischen den Spitzenkandidaten der Unterhauswahlen: “Das lag im Wesentlich daran, dass im Studio nicht vier Journalisten von vier Sendern darum kämpften, sich mit ihren Fragen zu profilieren, sondern mit Alastair Stewart lediglich ein Moderator stand, der den drei Parteiführern abwechselnd das Wort erteilte und entschied, wann die nächste Frage gestellt werden sollte. Er ließ ihnen genügend Zeit, um ihre Argument vorzubringen, unterbrach aber sofort bei Wiederholungen.”
4. “Es ist ZEIT zu widersprechen” (freischreiber.de)
Der Berufsverband “Freischreiber” dokumentiert eine vom Zeitverlag an Autoren und Autorinnen verschickte “Rahmenvereinbarung zur Übertragung von Rechten”. “Der Autorenvertrag, den die ZEIT im Moment ihren Autorinnen und Autoren vorlegt mit dem dringenden Wunsch, ihn zügig zu unterschreiben, hat aber nicht nur grammatikalische Mängel – er ist insgesamt inakzeptabel.”
5. “Jetzt SPON-App für’s iphone!” (stigma-videospiele.de)
Eine Erklärung, warum das Foto auf Seite 132 der Ausgabe 15/2010 des “Spiegel” als Symbolbild gekennzeichnet sein müsste. “Auch wenn ich von Apples genausowenig Ahnung wie von iphones habe, würde ich mal aus dem Bauch raus die Vermutung aufstellen, dass auf diesem Foto ein Junge vorgibt zu spielen indem er gebannt den Desktop eines Macs anstarrt, bei dem der Screenshot eines Shooters als Hintergrundbild eingerichtet wurde.”
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1. “Wie korrupt sind Journalisten?” (sprengsatz.de, Michael Spreng) Michael Spreng, ehemaliger Chefredakteur von “Bild am Sonntag”, erzählt, wie Automobilhersteller und Medienagenturen versuchten, ihn zu bestechen und denkt grundsätzlich über die Bestechungsgefahr im Journalismus nach. “Als besonders korruptionsbedroht gelten Auto- und Reisejournalisten. Noch gefährdeter aber sind Medizinjournalisten, weniger durch die Arzneimittelhersteller, sondern mehr durch die Produzenten der (eigentlich überflüssigen) Nahrungsergänzungsmittel.”
3. “Die Qualitätslüge” (medienspiegel.ch, Daniel Weber)
Daniel Weber, Chefredakteur von “NZZ Folio”, wundert sich, dass Verlagsmanager nicht müde werden, “zu beteuern, dass mit dem Abbau keineswegs ein Qualitätsverlust einhergehe. Sondern im Gegenteil eher das Gegenteil.”
4. Interview mit Stephen Shepard (focus.de, Leif Kramp und Stephan Weichert) Stephen B. Shepard von der CUNY Graduate School of Journalism zur Frage, wer heute alles Journalist ist. “Wenn man ein Blogger für die Hyperlocal Newswebsite in Brooklyn ist, ist man dann ein Journalist? Die Antwort lautet: ja!”
5. “iPad als Chance für Medienbetriebe” (netzwertig.com, A. Göldi und P. Sennhauser)
Nach einem enttäuschenden Test der iPad-Applikation der “Welt” fragen Peter Sennhauser und Andreas Göldi, welche Hoffnungen sich für die Medienkonzerne mit dem iPad erfüllen könnten. Und bleiben skeptisch: “Sie investieren nicht dort, wo sie gewinnen könnten – bei wirklich guten Inhalten – , sondern hoffen naiv auf eine künstliche Verknappung, die es nicht geben wird.”
6. “‘Explosiv’ bedient sich bei der ‘heute show'” (dwdl.de, Jochen Voß)
Ein Reporter mit einer schwarzen Baseballkappe versucht für das RTL-Boulevardmagazin “Explosiv” in Privatwohnungen Fotos für einen angeblichen Dienst “Homeview” zu machen (Video, 8:52 Minuten). Genau das hatte schon vor zwei Wochen die ZDF-“heute show” gemacht (Video, 4:07 Minuten).