“Typisch Beckham“, schreibt “Bild”, weil der Fußballspieler David Beckham, genannt “Becks”, kürzlich mit einem neuen Auto zum Training beim Fußball-Klub Real Madrid gefahren kam, was wiederum für “Bild” Grund genug ist, gleich mal über “Beckhams teuren Fuhrpark” zu berichten. Und zwar so:
Der Frauenschwarm fuhr auf dem Parkplatz vor Reals Trainingsgelände noch eine Extrarunde, um zu erreichen, dass seinen ‘Millionaros’-Kollegen auch ja die Spucke wegbleibt.”
Und wir sehen die Szene (Brumm-brumm, Extrarunde, quietsch!) vor unserem geistigen Auge. Dumm nur, dass sie überhaupt nicht stimmt. Denn in der britischen Boulevardzeitung “The Sun”, aus der “Bild” die Geschichte abgeschrieben hat, hieß es stattdessen bloß:
“England skipper Becks even turned around to get another glimpse as he went to join his team-mates.” (Was übersetzt bedeutet, dass Beckham sich auf dem Weg zu seinen Team-Kollegen nach dem Aussteigen noch mal umgedreht und einen kurzen Blick aufs Auto geworfen hatte.)
Aber mal ehrlich: Ist so ein kleiner Übersetzungsfehler (turn around statt turn a round) in Europas größter Tageszeitung denn wirklich der Rede wert? Oder etwatypisch“Bild”?
Hoppla, was ist denn da passiert? Randale? Tätliche Angriffe? Ausländerfeindliche Ausfälle? Es scheint so, denn “Bild” spricht von einer “Pöbel-Attacke” und schreibt:
Gerade erst in den Landtag gewählt – und schon zeigen die Neonazis von der Sachsen-NPD im TV ihr wahres Gesicht!
Was hat der sächsische NPD-Spitzenkandidat Holger Apfel getan? Er sagte (korrekt zitiert in “Bild”) dies:
“Heute ist ein großartiger Tag für alle Deutschen, die noch Deutsche sein wollen, es ist die verdiente Quittung für eine immer asozialere Sozialpolitik, für eine asoziale Wirtschaftspolitik und…”
Währenddessen verließen die Vertreter der anderen Parteien den Tisch, an dem sie interviewt wurden. Die ZDF-Innenpolitikchefin Bettina Schausten entzog Apfel hektisch das Wort und reagierte hilflos und hysterisch, als er — weitgehend unverständlich für die Fernsehzuschauer — weitersprach.
Es besteht kein Grund, an der Gefährlichkeit der NPD zu zweifeln. Aber zu einer “Pöbelattacke” ist es im ZDF-Studio nicht gekommen, und auf die These mit der “asozialen Sozialpolitik” hätte Apfel prima durch Verfolgen der Hartz-IV-Berichterstattung der “Bild”-Zeitung kommen können — bis diese abrupt endete: “Irgendwann in diesem Sommer müssen sie bei Bild gemerkt haben”, schrieb Evelyn Roll am Samstag in der “Süddeutschen Zeitung”, “dass sie mit dem Schüren von Sozialangst zwar der Regierung schaden und der eigenen Auflage helfen, aber auch den Neonazis und der PDS. Und zwar tüchtig.”
Und, nein, die anderen Politiker mussten vor dem NPD-Mann auch nicht “fliehen”. Sie demonstrierten nur, dass sie nicht gewillt waren, mit Neonazis zu diskutieren.
Bestimmt wäre es hilfreich, wenn man im Kampf gegen die NPD die Mittel der Tatsachen-Verfälschung und grotesken Übertreibung den Rechtsradikalen überließe. Und wer ein paar populistische Sätze im Fernsehen als das “wahre Gesicht” der NPD bezeichnet, verharmlost dieGefahr dramatisch.
Na, das hat ja nicht lange gedauert. Am Freitag hatten wir vermutet, dass mit der Ausstrahlung eines Brustwarzen-Piercings womöglich doch nicht “das letzte Tabu” im Fernsehen gebrochen sei, wie “Bild” sich erregte. Und siehe da, keine halbe Woche später fällt laut “Bild” schon wieder was im Fernsehen? “Das letzte Tabu”. Diesmal in Form einer von RTL live übertragenen Brustvergrößerung.
Sowas ist natürlich höchst bedenklich und muss dringend mit vielen Fotos angeprangert werden (“Bilder wie dieses will RTL morgen zeigen”). Und diesen Chirurgen, der sich dafür hergibt, nimmt “Bild” im Interview hart ran:
BILD: Meinen Sie nicht, dass Sie junge Menschen zu ähnlichen Eingriffen ermuntern?
Dr. Hecker: “Nein! Die so genannten Vorher-/Nachher-Bilder oder Kurzausschnitte in den Medien animieren viel eher dazu.”
Ts, Vorher-/Nachher-Bilder! Wer macht denn auch sowas Unverantwortliches?
…heute riesengroß auf Seite 1 der “Bild”. Was ist passiert? “Big Brother”-Kandidatin Daniela hat sich im Container vor laufenden Kameras piercen lassen. Resultat, laut “Bild”:
Tränen, Blut, Schreie.
Oder genauer, nicht laut “Bild”: Keine Tränen, kein Blut, ein Schrei. “Bild” behauptet:
“Big Brother” bricht letztes Tabu.
— och, da würden uns noch ein paar letztere einfallen. Und wo wir gerade dabei sind: Sado-Maso hat mit Folter nichts zu tun, Folter hat mit Piercings nichts zu tun, Piercings haben mit Sado-Maso nichts zu tun.
Warum lässt sich dieses Mädchen vor der TV-Kamera quälen?
Vielleicht weil sie auch so geil aussehen will wie die gepiercten “Bild”-Mädchen und keine Lust hatte auf ein Ansteck-Plastik-Piercing aus dem Kaugummiautomaten?
…widerliche Bilder von einem Busen-Piercing…
So widerlich, dass “Bild” seinen Lesern auch extra nicht mehr als drei Großaufnahmen davon zumutet. Na gut: vier.
Sadomaso-Folter im deutschen TV — jetzt wollen Politiker den Irrsinn stoppen!
Mit anderen Worten: Klicken Sie vor dem Verbot schnell noch rechts neben den Artikel, wo “hier geht’s zum BB-Livestream” steht. Von den 0,98 Euro, die 12 Stunden Big Brother Live kosten (mögliche Sado-Maso-Folter inklusive), kommt ein Teil einem guten Zweck zugute: bild.de.
Auf Homestories von Politikern will “Bild” zukünftig angeblich verzichten; von Artikeln aus dem Privatleben von anderen Prominenten, um die es im “Caroline-Urteil” im Kern geht, ist nicht die Rede. Schade eigentlich — denkt man, wenn man einen Artikel im heutigen “Tagesspiegel”* gelesen hat, der sich die Arbeit des “Bild”-Unterhaltungsressorts unter seinem Chef Martin Heidemanns genauer ansieht.
Zu lesen ist in der ausführlichen Geschichte unter anderem:
… wie die Methoden von Martin Heidemanns in der Branche beschrieben werden: Anschreien, Drohen, Erpressen.
… wie “Bild” versucht haben soll, Prominente wie Charlotte Roche, Ursula Karven und Esther Schweins in persönlichen Notsituationen zu Interviews zu erpressen.
…wie “Bild am Sonntag” falsche Fotos von Andreas Türck (wie er angeblich nach den Vergewaltigungsvorwürfen zu seiner “Mama” flieht) und Oliver Kahn (wie er angeblich wieder seine Ehefrau betrügt) zeigte.
Die Chefin der Agentur Barbarella, die viele Prominente vertritt, zitiert der “Tagesspiegel” mit dem Fazit:
Journalisten der ,Bild’-Zeitung scheinen darauf trainiert zu werden, jeglichen Ethos abzugeben.
Weder Heidemanns noch sein Chef Kai Diekmann wollten mit dem “Tagesspiegel” reden. Ein Sprecher des Verlages sagte:
Die Unterstellungen des Tagesspiegels gegenüber “Bild” sind so haarsträubend, dass sich darauf eine Antwort verbietet. Genauso wie beim Tagesspiegel sind dies auch für “Bild” keine üblichen Arbeitsmethoden.
Ach ja. Oder wie Kai Diekmann der Zeitschrift “Cover” sagte: “Nur Moralisten können gute Journalisten sein.”
(Verspäteter) Nachtrag, 29. Dezember 2005:
Von Martin Heidemanns erschien am 14. November 2004 eine Gegendarstellung zu dem Artikel im “Tagesspiegel”. Darin heißt es unter anderem:
Durch die Formulierung: “Spricht man mit Prominenten und ihren Managern, mit ehemaligen und aktuellen Kollegen über jenen Mann, der bei BILD für das Unterhaltungsressort verantwortlich ist, fallen drei Worte immer wieder: Anschreien, Drohen, Erpressen”, erwecken Sie den Eindruck, dass ich bei meiner Berufsausübung schreie, drohe, erpresse.
Das ist falsch. Ich schreie nicht, ich drohe nicht, und ich erpresse auch nicht.
*) Nachtrag, 25.1.2006:
Der strittige Artikel ist im Online-Archiv des “Tagesspiegel” nicht mehr (oder nicht mehr frei) verfügbar, aber im Wortlaut hier nachzulesen. Zwei weitere Gegendarstellungen dazu finden sich hier und hier.
Aber manchmal gibt es eben auch gute Nachrichten (für Autofahrer). AP meldete am Montag:
Atempause für Autofahrer: Benzinpreis fällt.
Nachdem der Benzinpreis in Deutschland wochenlang auf Rekordniveau lag, gibt es jetzt eine Atempause für die Autofahrer: Am Montag waren Benzin und Diesel um vier bis fünf Cent billiger als vergangene Woche.
Am Mittwoch schrieb deshalb zum Beispiel die „Süddeutsche“ auf Seite 1: „Fallende Benzinpreise in Deutschland“ bzw. im Aufmacher ihres Wirtschafsressorts: „Benzin wird in Deutschland wieder billiger.“
Und was berichtet „Bild“ über diese erfreuliche Wende? Na ja, also: nichts. (Nicht jedenfalls in der Ausgabe Frankfurt.) Aber stattdessen als Titelschlagzeile auf Seite 1:
„Gaspreis 12% rauf. Strompreis 5% rauf. Heizöl 30% rauf. Stoppt die Energie-Abzocker! (…) Die Energie-Preise in Deutschland explodieren!“
Ein paar Seiten drauf fleht „Bild“-Leser Günther Düthmann aus Westoverledingen (Niedersachsen): „Bitte bleibt unbedingt an diesem Thema dran und klopft den größten Preistreibern in Deutschland auf die Finger!“
Ja, bitte!
Und was den Benzinpreis angeht: Manchmal braucht es ja ein Weilchen, bis sich gute Nachrichten herumsprechen.
[Nachtrag:] Rund einen Tag nämlich. Dann wird eine zehnzeilige Meldung draus.
Endlich hat “Bild” ein Wort gefunden: “Maulkorb-Urteil”. So nennt das Blatt seit heute das bislang als “Caroline-Urteil” bekannte Straßburger Urteil, durch das “Bild” und viele Zeitungen, aber keineswegs alle (vgl. z.B. hier, hier und hier), das Ende der Pressefreiheit gekommen sehen. Die Bundesregierung hat am Mittwoch beschlossen, trotz (oder wegen) einer hektischen Kampagne keinen Widerspruch gegen dieses Urteil einzulegen.
Die Straßburger Richter hatten entschieden, dass die Berichterstattung (z. B. Fotos) über Prominente nur noch mit deren Erlaubnis zulässig ist.
Das ist in dieser Verkürzung falsch. Im Urteil heißt es ausdrücklich, dass “die Öffentlichkeit ein Recht darauf haben mag, informiert zu werden, ein Recht, das sich unter besonderen Umständen auch auf das Privatleben von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens erstrecken kann“, dies sei allerdings im Fall von Caroline nicht gegeben. Entscheidend sei “inwieweit die veröffentlichten Fotos zu einer Debatte beitragen, für die ein Allgemeininteresse geltend gemacht werden kann.”
“Bild” schreibt:
Jetzt kann nur noch das Bundesverfassungsgericht die Pressefreiheit in Deutschland retten!
Hübsch gesagt, im Kern auch nicht ganz falsch, in der Formulierung aber völlig irreführend. Die Bundesregierung hat nämlich vor ihrem Beschluss, keinen Einspruch einzulegen, das Bundesverfassungsgericht um eine Stellungnahme gebeten. Dessen Präsident antwortete, es sei nicht unbedingt nötig, jetzt einzuschreiten. Wenn sich herausstellen sollte, dass das Straßburger-Urteil wirklich ein Problem für die Pressefreiheit werde, könne (und müsse) man gegebenenfalls in einem späteren Fall entsprechend tätig werden.
An einer Stelle ist “Bild” wirklich treffend. Chefredakteur Kai Diekmann hat für seinen Kommentar zum Thema die Überschrift gewählt:
In eigener Sache
Leider stellt sich heraus, dass er damit nicht sich und die anderen bunten Blätter meint, die zittern müssen, ob sie auch in Zukunft irrelevante, heimlich gemachte Bilder aus dem Privatleben von Prominenten veröffentlichen dürfen. Er meint die Bundesregierung, die er in der Sache für befangen hält.
Es stimmt tatsächlich, Thomas Gottschalk “protestiert” gegen die neue Rechtschreibung. Schlägt man nämlich das Wort “protestieren” z.B. bei Langenscheidt nach, dann steht da u.a. “Ablehnung, Missfallen, Mangel an Übereinstimmung kundtun”. Genau das tut Gottschalk wirklich im “Bild”-Interview und so steht es auch in dessen Überschrift.
Laut “Bild”-Titelseite geht Gottschalk aber noch über den Protest hinaus. Jedenfalls steht dort das hier:
Und das hier steht bei “Bild”-Online:
Am Ende des Interviews allerdings steht dann folgendes:
BILD: Und wie soll’s weitergehen? Gottschalk: Es ist nicht so, dass mir dieses Thema den Schlaf raubt. Meinetwegen soll jeder schreiben, wie er will. Ich lese lieber etwas Vernünftiges falsch geschrieben als richtig buchstabierte Dummheiten.
Das ist mal eine originelle These: ARD und ZDF senden nicht genügend Programme für ältere Leute.
Immer öfter werden Shows, Sendungen und Serien eingestellt, für die sich vor allem ältere Zuschauer interessieren oder die sogar speziell für sie entwickelt wurden.
Schreibt die “BamS”. Gehen wir die Beispiele einmal durch.
Vergangenen Mittwoch lief die letzte Folge der ZDF-Sendung “Praxis – das Gesundheitsmagazin”. Die fast 40 Jahre alte Sendung wurde überwiegend von Alten gesehen, den Mainzern aber passt das nicht mehr ins Konzept.
Nein, die letzte Sendung läuft erst am 22. September. Aber was die Absetzung angeht: Gut, kann man etwas zugespitzt so sagen. Ein Fall.
Nach 16 Jahren lief jetzt der TV-Klassiker „Neues vom Bülowbogen“ mit Rainer Hunold (54) aus.
Ach ja? Ab 21. September laufen 13 neue Folgen im Ersten.
Das gleiche Schicksal widerfuhr … dem „Kaffeeklatsch“…
Jawohl. Stimmt. Am 14. Dezember 2002 liefen die letzten Folgen. Hey, das musste man eineinhalb Jahre später einfach mal anprangern.
… und dem „Bergdoktor“ (beide ZDF)
Der “Bergdoktor” war eine Sat.1-Serie, die vom vorvorigen Geschäftsführer Fred Kogel tatsächlich trotz bester Quoten wegen zu hohen Altersdurchschnitts abgesetzt wurde. Die letzte Folge lief am 27. April 1998. Das ZDF wiederholte sie zuletzt im Jahr 2000.
Auch bewährte TV-Kommissare sollen jetzt zwangspensioniert werden: Das ZDF plant, die Wiederholungen von “Derrick” und dem “Alten” freitags einzustellen und durch “moderne Krimis wie die ‘SOKO’-Reihe zu ersetzen”, so ein Mitarbeiter.
Äh, ja, “bewährte TV-Kommissare”. Die letzte neue “Derrick”-Folge lief 1998. Und wenn er nun eine Weile nicht wiederholt würde, wäre das natürlich schlimm, vor allem für die “Bild”-Zeitung, die doch regelmäßig die furchtbar vielen Wiederholungen bei ARD und ZDF anprangern muss. Anstelle der “Derrick”-Wiederholungen laufen freitags am Vorabend zur Zeit neue Folgen vom Schlosshotel Orth, einer Familienserie, die bestimmt nicht übermäßig viele junge Zuschauer hat. “Der Alte” ist nicht pensioniert, sondern läuft mit zehn neuen Folgen jährlich. Und die alten Folgen werden ohnehin nicht “freitags” wiederholt, sondern montags im Vorabendprogramm.
In den dritten Programmen liefen 1999 noch Sendungen wie „Addis Stunde“ und „ALTernativen“ (Hörfunk) oder „Aktiv“ – mittlerweile ersatzlos eingestellt. Auch der „Seniorenclub“ auf 3SAT wurde geschlossen.
Ja, die Jahreszahl 1999 ist ein guter Hinweis darauf, wie aktuell diese Entwicklung ist. Am 20. März 2000 gab das Kuratorium deutsche Altershilfe eine Pressemitteilung heraus, in der die Einstellung exakt dieser Sendungen heftig kritisiert wurde. Aber natürlich kann man das auch viereinhalb Jahre später einfach noch einmal anprangern.
Das Kölner Institut für empirische Medienforschung fand heraus: Die größten deutschen TV-Kanäle senden nur zu einem Prozent altersspezifische Themen!
Hmmm, das klingt ganz nach der Studie “Bilder des Alters und des Alterns im Fernsehen” des Instituts. Es ist eine Studie im Auftrag des WDR aus dem Jahre 1999. Weiter laut “Bams” und bild.de:
“Erschreckend”, so im Schlusskapitel des KDA-Papiers [Kuratorium Deutsche Altershilfe], sei “vor allem, wie Klischees im Fernsehen im Zusammenhang mit älteren Menschen gebracht werden.” Über 60-Jährige seien im TV nicht nur deutlich unterrepräsentiert, sie würden auch als “vertrottelt”, “nicht ganz ernst zu nehmen”, krank oder in längst nicht mehr zeitgemäßen Rollen zu sehen sein – etwa als “Lehnstuhlopas” oder “dauerhaft häkelnde Omas”.
Dieses Papier kann man hier nachlesen. Es trägt das Datum vom 29.10.1999.
Fassen wir zusammen: Das ZDF setzt “Praxis” ab. Ansonsten stecken hinter dieser Schlagzeile (Ausriss) Fakten, die entweder mindestens vier Jahre alt oder schlicht falsch sind.
Einer der Unterschiede zwischen der Boulevardzeitung “Bild” und der Wochenzeitung “Die Zeit” besteht darin, dass sich die “Zeit” offenbar verpflichtet fühlt, ihren Leser in der aktuellen Ausgabe mitzuteilen, dass sie in der vergangenen Woche einen Artikel über illegale Einwanderinnenmit einem nachgestellten “Symbolfoto” bebildert hatte (O-Ton “Die Zeit”: “Um ihre Anonymität zu schützen, haben wir für die Illustration (…) Fotomodels engagiert”), und darüber hinaus ankündigt, “künftig Illustrationen dieser Art präzise kennzeichnen” zu wollen, wohingegen “Bild” die “Zeit” ob dieser Ankündigung – und mit dem wohlmeinenden Hinweis “Zeitig aufklären!” – kurzerhand zum “Verlierer” des Tages macht.
Mehr zu Thema? Klicken Sie hier. Oder schauen Sie sich doch zum Beispiel bloß mal die barbusige, blonde Frau an, die auf der “Bild”-Titelseite (siehe Ausriss) quasi direkt neben der “Verlierer”-Meldung abgebildet ist und laut “Bild” behauptet, sie heiße “Eurynome”.