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Wie “Bild” einmal keinen Schatz fand

— Ein Gastbeitrag von Daniel Schleusener —

“Bild jagt den Maya-Schatz” — so nannte “Bild” die Aktion, die sich über einige Tagen hinzog. Die Zeitung hatte eine Expedition nach Guatemala gesandt, die dort – genauer im Izabal-See – einen Goldschatz lokalisieren und ganz nebenbei auch Atlantis finden sollte. Ich habe diese Berichterstattung für ein englischsprachiges Blog über Mesoamerika verfolgt und unter anderem Gespräche mit dem deutschen Botschafter in Guatemala und zwei deutschen Mayanisten geführt.

Der Mann, der “Bild” auf die Spur des vermeintlichen Schatzes gebracht hat, ist Joachim Rittstieg, ein pensionierter Realschullehrer für Mathematik und Sport, der sich seit 40 Jahren mit den Maya beschäftigt. Nach seiner Theorie liegt im Izabal-See unter einer Schlammschicht nichts anderes als Atlantis, die sagenumwobene Stadt. Rittstieg nennt sie Atlan und behauptet, dies wäre der Name der alten Maya-Hauptstadt gewesen. Inzwischen sei sie untergegangen, aber er sieht in verschiedenen Inschriften Beweise dafür, dass sie existiert hat und dass sie auch mal eine Wikinger-Stadt war. Dies alles will Rittstieg durch die Entschlüsselung des Codex Dresdensis, einer der wenigen erhaltenen Maya-Handschriften; Platons Atlantisbeschreibung, Gesprächen mit drei Maya-Priestern, sowie durch die Neuübersetzung der Edda herausgefunden haben. Mit Hilfe von Satelliten- und Sonaraufnahmen sei sogar die Schatzkiste bis auf 10cm Genauigkeit lokalisierbar.

Rittstieg behauptet, die Maya hätten im Jahre 666 v. Chr. 2.156 goldene Tafeln mit ihren Gesetzen besessen, die ein Gesamtgewicht von acht Tonnen hatten. In der Chronologie Mesoamerikas fällt das Datum in die sogenannte mittlere Präklassik. Archäologische Funde sehen keinen Beweis dafür, dass die Maya zu dieser Zeit mit Gold gearbeitet hätten, auch nicht im kleinen Stil. Der Fund von acht Tonnen Gold in einer im Jahre 666 v. Chr. untergegangenen Stadt wäre für Mesoamerikanisten und Mayanisten – gelinde gesagt – überraschend und unerwartet. In meinem Blog habe ich mich ausführlicher mit Rittstiegs Theorie und ihren Hintergründen beschäftigt.

Atlantis, Wikinger und Maya-Gold — wäre man im Internet auf diese Geschichte gestoßen, hätte man wohl etwas gelächelt, den Kopf geschüttelt und es als esoterisches Geschwurbel nordisch-germanozentrischer Prägung abgetan. “Bild” hielt die Geschichte allerdings für plausibel und wollte ihre Wahrheit auf einer Expedition mit fragwürdigen Methoden beweisen.

Am 28. Februar kündigte “Bild” daher eine Expedition nach Guatemala an. Mit sechs Mann wollte man den Maya-Schatz jagen. Was “Bild” dazu bewogen haben könnte, den Ausführungen von Herrn Rittstieg zu glauben, ist mir bis heute schleierhaft. Aber da waren sie nun in Guatemala und daheim erstellte die Redaktion eine fesche Schatzkarte mit dem ersten Hinweis, dass es hierbei um Atlantis geht:

Schatzkarte

Im Artikel sagte uns Herr Rittstieg noch einmal, dass er den Schatz auf 10cm genau lokalisieren kann. Also nichts wie ab zum See, könnte man meinen. Doch da gab es ein kleines Problem: “Bild” hatte offenbar keinerlei Genehmigung für irgendwelche Expeditionen, Tauchgänge oder archäologische Ausgrabungen.

Dafür hatte “Bild” eine Idee, wie der Maya-Schatz aussehen könnte, und zeigte noch vor Beginn der Expedition das Aussehen des Schatzes. Und welche Bilder benutzt die Redaktion, um einen Schatz zu illustrieren, der vor 2600 Jahren untergegangen ist? Bilder von Masken, die etwa 700 Jahre alt und definitiv nicht mayanisch sondern mixtekisch sind. Beide Masken sind im Museo Nacional de Oaxaca zu sehen:

  • Bild 1 der Galerie zeigt Mictlantecuhtli. Diese Maske wurde nicht vor 1300 fertiggestellt, also knapp 2000 Jahre nach dem angeblichen Untergang von Atlantis
  • Bild 13 zeigt ebenfalls eine Maske, aus dem frühen 14. Jahrhundert. Sie zeigt den Gott Xipe Totec.
  • Bild 3 zeigt nicht, wie behauptet, den Maya-Kalender — es ist überhaupt kein Kalender! Was dort zu sehen ist, ist der aztekische Sonnenstein mit dem Gott Tonatiuh in der Mitte. Ihn als Maya-Symbol zu benutzen, zeugt davon, wie uninformiert “Bild” tatsächlich ist.

Am 2. März ging “Bild” auf Guatemala los und meldete prompt, dass “im ganzen Land das Schatzfieber ausgebrochen” ist. Als Beweis soll je ein Bericht aus den Zeitungen “Nuestro Diario” und “Prensa Libre” taugen. Es ist allerdings etwas unglücklich, dass Bild.de beide Screenshots zeigt:

Die Titelseite von Nuestro Diario: "Deutsche kommen, um nach dem Schatz zu suchen"

So lässt sich nämlich nachvollziehen, dass die Zeitungen berichten, dass “Bild” keine Genehmigung für irgendwelche archäologischen Aktivitäten habe. Offizielle Stimmen werden genannt, so Érick Ponciano von der Dirección General del Patrimonio (etwa das Nationale Kulturamt), der bestätigt, dass die Expedition uneingeladen und ohne Genehmigung für etwaige Ausgrabungen kommt. Ohne Genehmigung würde es aber keine Grabungen geben. Auch Mónica Urquizú vom Institut für Anthropologie und Geschichte von Guatemala kommt zu Wort. Auch sie bestätigt noch einmal: Die Maya nutzten in besagter Epoche kein Gold und der Codex Dresdensis enthält keinen verstecken, entschlüsselbaren Code.

Die “Prensa Libre” meldet außerdem, dass der Schiffsverkehr auf dem Izabal-See, in dem Atlantis liegen soll, nun von der Marine kontrolliert werde. Auch “Bild” berichtet, die Soldaten würden den See “überwachen, damit keine heimlichen Schatzsucher das Gold der Maya stehlen können.” Gemeint ist damit wohl vor allem “Bild” selbst, aber die Zeitung erweckt lieber den Eindruck, das Militär würde das Gebiet sperren, damit “Bild” ungestört fischen kann.

Pflichtgemäß meldet sich am 3. März Erich von Däniken zu Wort, der bei einer Geschichte über die Maya natürlich nicht fehlen darf. Er ist sich sicher, dass im Izabal-See ein phänomenaler Schatz liege. Dabei handele es sich aber nicht nur um Gold, sondern “um in Stein gemeißelte Botschaften aus der tiefen Vergangenheit”. Derart motiviert gibt es für die Expedition natürlich kein Halten mehr und sie bricht umgehend auf.

Weil das Militär auf dem Izabal-See seine Runden dreht, geht es nach Copán, einer alten Maya-Stätte. Als Begründung führt “Bild”-Reporter Claas Weinmann über Twitter aus, dass Joachim Rittstieg in Copán Hinweise auf den Schatz vermute. Weshalb er überhaupt noch Hinweise auf einen Schatz braucht, den er angeblich auf 10 cm genau lokalisieren kann, lässt er offen.

Irgendwann muss “Bild” dann doch einmal zum See, auch trotz des Militärs. So geht die Expedition kurzerhand auf ein Privatgrundstück und taucht dort ein bisschen. Denn es gilt, den Beginn einer 9 km langen Brücke über den See zu finden, die vor 2600 Jahren das Festland und Atlantis miteinander verbunden haben soll.

Dabei scheint es sich um das gleiche Grundstück zu handeln, von dem Rittstieg berichtet, er habe dort 1987 “die Trasse der alten Brückenzufahrt zur versunkenen Hauptstadt” entdeckt. 1990 fand er dort außerdem nach eigenen Angaben “eine antike Wasserleitung, Brückenreste” und 2002 die “‘heiße Quelle’ Platons” und “auch die antiken Wasserleitungen”. Dennoch werden diese ungeborgenen Fundstücke jetzt mit keinem Wort erwähnt, geschweige denn gezeigt. Es ist von dickem Schlamm die Rede, der allerdings Dinge am Ufer nicht betreffen kann.

Claas Weinmann teilte per Twitter mit, dass es nun auf den See gehen würde. Und dann das:

Letzte Vorbereitungen auf dem Expeditions-Katamaran. Heute könnte ein großer Tag werden. Schon irgendein kleiner Hinweis wäre sensationell.

Militärboot taucht auf. Beiboot setzt zu unserem Katamaran über.

Ruhige, aber lange Diskussion. Bin gespannt, was jetzt passiert.

Tauchverbot! Beiboot begleitet unser Schiff zurück.

Am 8. März wissen die Leser jedenfalls, dass der See auch für “Bild” gesperrt ist und in der nächsten Zeit nicht getaucht wird. “Bild” wusste mindestens seit dem Treffen mit dem Botschafter am 2. März, dass das Militär illegale Schatzsucher daran hindern würde, zu tauchen. Der deutsche Botschafter, der bei dem Treffen anwesend war, erklärte mir in einer Mail vom 10. März, dass die Expeditionsgruppe im Gespräch mit einem Abteilungsleiter im Kulturministerium gesagt habe, dass am Izabal-See keine Ausgrabungen geplant seien.

Und weiter:

[Der Abteilungsleiter im Kulturministerium] hat keine Einwände gegen die Fahrt zum Izabal-See erhoben; allerdings solle doch bitte von eingehenderen Untersuchungen vor Ort ohne Erlaubnis abgesehen werden – was zugesichert wurde.

Tatsächlich hat “Bild” aber wirklich etwas gefunden! Also eigentlich nicht “Bild” direkt, sondern ein Fischer. Und es ist auch kein Gold, sondern ein ziemlich unspektakuläres Tongefäß. Aber immerhin: man hat jemanden gefunden, der ein Gefäß aus dem See gefischt hat. Also schreibt man folgerichtig am besten:

Gehört dieser Tonkrug zum Schatz der Maya?

Ersten Schätzungen zufolge sei er mehrere hundert Jahre alt. Nicht schlecht, dann fehlen ja nur noch 2000 mehr. “Bild” gibt das zur Überprüfung an Experten und hat seitdem nicht mehr darüber berichtet.

Zwischenzeitlich meldeten sich weitere kritische Stimmen zu Wort. Die deutschen Mesoamerikanisten sprechen in ihrer Stellungnahme vom 7. März von einer “skandalösen Vorgehensweise” und “Effekthascherei”. Allerdings haben die Wissenschaftler sich zunächst etwas von “Bild” anstecken lassen und auch dem Botschafter Dr. Schäfer Vorwürfe gemacht, diese inzwischen aber zurückgenommen.

Schäfer schreibt mir, er habe – anders als “Bild” es erahnen ließ und die Mesoamerikanisten es verstanden – mit dem Besuch im Kulturministerium nicht den Zweck verfolgt, “den Prozess der Genehmigung der ‘Expedition’ abzukürzen”.

Schäfer weiter:

Ich finde es bedauerlich, dass in der Stellungnahme der Eindruck erweckt wird, als hätte ich dazu beigetragen, die guatemaltekischen Behörden in irgendeiner Weise zu hintergehen oder unter Druck zu setzen.

In den folgenden Tagen bemühte sich “Bild” um Genehmigungen, von denen klar war, dass sie nicht zu bekommen sein würden. Denn die Verantwortlichen in Guatemala wissen sehr gut, was eine Theorie ist und was Wunschdenken. So wusste der Botschafter auch zu berichten:

Breit publiziert wurden aber auch die Kommentare guatemaltekischer Fachleute, die die These vom Maya-Gold im Izabal-See rundum verwarfen und auf die grundlegenden Widersprüche zu der gesamten Maya-Forschung hinwiesen.

“Bild” zog also am 10. März die Konsequenzen und reiste wieder ab. Im Abschieds-Artikel übernahm das Team wie gewohnt keine Verantwortung für all die Unhöflichkeiten und Umstände wie z. B. das Militärschiff, das wahrscheinlich auch heute noch seine Runden auf dem Izabal-See dreht.

Rittstieg fasst im Gegenteil die Reise im “Bild”-Artikel so zusammen:

Wir haben alles in unserer Macht Stehende unternommen, drei Taucher eingeflogen und sogar einen Schamanen befragt. Jetzt liegt es an der Regierung von Guatemala, den Schatz zu bergen.

Den Schatz, von dem die Regierung nicht annimmt, dass es ihn gibt.

Die “Bild”-Expedition bindet immer noch wichtige lokale Ressourcen, die man woanders sicher gut gebrauchen könnte. Zwei Drittel der Bevölkerung von Guatemala leben in Armut und wegen “Bild” muss die Marine ein Schiff auf dem See patrouillieren lassen. Fischer werden kontrolliert. Das Expeditionsteam erhielt Polizeischutz, obwohl Drogenbanden ihr Unwesen treiben. Der deutsche Botschafter wurde involviert. Usw. usf.

Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige in Guatemala. Der Erhalt der Maya-Stätten sichert Einkommen und Besucher. Im schlimmsten Fall werden wegen solch einer Aktion die eigentlichen Maya-Stätten zerstört, um an das versteckte Gold heranzukommen, welches es aller Wahrscheinlichkeit nach gar nicht gibt.

Um es mit den Worten der deutschen Mesoamerikanisten zu sagen:

Archäologen haben bislang in mühevoller Aufklärungsarbeit vor Ort immer wieder darauf hingewiesen, dass die antiken Maya-Stätten keineswegs Goldschätze enthielten, und mussten zudem mit Gerüchten kämpfen, sie würden Schätze illegal außer Landes schaffen. Die BILD-Goldsuche macht diese Arbeit mit einem Schlag zunichte.

“Bild” erklärt hingegen im letzten Artikel: “BILD bleibt dran!”

Bitte nicht!

Daniel Schleusener widmet sich auf seinem Blog “The Complete Mesoamerica (and more)” geschichtlichen, kulturellen, archäologischen und kuriosen Themen rund um Mesoamerika. Unterstützt wird er dabei durch Historiker, Mayanisten und – natürlich – dem Internet.

Kepplinger, Liveticker, Hauptstadt-Magazin

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Ein Teil der Medien instrumentalisiert Kernkraft, um Politik zu machen”
(derstandard.at, Doris Priesching)
Die Berichterstattung über das Erdbeben in Japan habe sich schnell vom zu beobachtenden Elend auf die Risiken der Kernkraft verlagert, stellt Hans Mathias Kepplinger fest – das tatsächliche Leid von hunderttausenden Menschen werde so über weite Strecken ausgeblendet. “Die Mehrheit der deutschen Journalisten ist gegen Atomkraft. Sie sehen ihre Chance, durch intensive Berichterstattung über Gefahren der Kernkraft ihre Sicht mitzuteilen.”

2. “Verloren im Stimmengewirr”
(nzz.ch, Florian Coulmas)
Florian Coulmas, Direktor des Deutschen Instituts für Japanstudien in Tokio, stellt eine Sehnsucht fest nach “eindeutigen, zuverlässigen Aussagen, nach denen man sich richten kann”. “Eine Konsequenz der Internet-Revolution ist, dass man ausserhalb des Erdbebengebiets viel mehr weiss und vermeint zu wissen als dortselbst; denn die Infrastruktur ist dort völlig zusammengebrochen. Während man sich in Zürich, Houston und Nairobi Bilder von dem weggeschwemmten Flughafen von Sendai betrachtet, weiss man davon zehn Kilometer weiter noch nichts.”

3. “Japan-News: der Boom der Live-Ticker”
(meedia.de, Alexander Becker)
Alexander Becker fragt bei Online-Portalen zu den vermehrt für alle möglichen Themen verwendeten Livetickern nach: “Sowohl Plöchinger wie auch Böcking widersprechen dem Gerücht, dass Ticker zudem den wirtschaftlichen Vorteil hätten, dass sie helfen, redaktionelle Manpower einzusparen.” Zum Thema schreibt auch Alexander Kissler auf “The European”.

4. “Kuhn-Interview sorgt für viel Aufregung”
(20min.ch, Daniela Gigor)
Ein vom Zürcher “Hauptstadt-Magazin” veröffentlichtes Interview mit René Kuhn, Autor des Buchs “Zurück zur Frau: Weg mit den Mannsweibern und Vogelscheuchen”, ist frei erfunden. Auf seiner Website nimmt Kuhn dazu ausführlich Stellung.

5. “Grosse Jagd auf kleine Fehler”
(medienwoche.ch, Nick Lüthi)
Nick Lüthi stellt das Blog fehler.li vor, das sich um Fehler in Schweizer Medien kümmert.

6. “Gloves Off in German Media Scramble”
(nytimes.com, Eric Pfanner, englisch)
Die Beziehung zwischen “Bild” und “Spiegel” aus US-amerikanischer Sicht.

Zensoren unter sich

Das ganz große Fass der von der prothesenproduziernden Industrie gesponserten Vergleiche hat Bild.de aufgemacht:

Zensur wie in China! Berliner Stadtbibliothek sperrt Bild.de

In einer Stadtteilbibliothek in Steglitz hatte ein “Bild”-Leser festgestellt, dass Bild.de auf den dortigen Internet-PCs nicht aufgerufen werden kann.

Die Bibliothek, die die Sperre mit Filtersoftware aus dem Ausland begründet, verhält sich nach Ansicht von Bild.de also wie die chinesische Regierung — oder eben wie Bild.de, das seine eigene Website für iPad-Nutzer sperrt, damit diese die kostenpflichtige “Bild”-App nutzen.

Leserkommentare, die auf die iPad-Geschichte hinwiesen oder den China-Vergleich als übertrieben kritisierten, hat Bild.de gelöscht und die Kommentarfunktion abgeschaltet. Eben Zensur wie in China der Stadtbibliothek.

Mit Dank an die vielen Hinweisgeber.

Wie man Luft erwärmt

Im Allgemeinen hält Bild.de klassische Bildung ja eher für überflüssig — es sei denn, man kann damit jemanden anschwärzen. Einen weiteren Grund gibt es aber doch:

Mit diesem Wissen können Sie richtig angeben

Da Wissen nicht auf Bäumen wächst, haben die Bild.de-Redakteure einfach in dem Buch “Physik für Eierköpfe” des britischen Wissenschaftlers Brian Clegg geblättert und daraus zehn “kuriose Fakten” abgeschrieben. Das heißt: fast abgeschrieben. Denn obwohl Clegg in jedem Mini-Kapitel ein paar mundgerecht aufbereitete “Fakten zum Angeben” auflistet, schafft es Bild.de, trotzdem noch Fehler einzubauen.

BILD.de stellt hier die zehn kuriosesten Fakten der Physik vor: 1. Fällt Schweres wirklich schneller als Leichtes?  Der griechische Philosoph Aristoteles behauptete genau das. Macht ja auch Sinn, wenn man gleichzeitig Hammer und Feder fallen lässt. Da er als der Mann in der Physik überhaupt galt, zweifelte niemand an seiner Theorie, bis Apollo-15-Kommandant Dave Scott kam. 1972 führte er das Experiment auf dem Mond durch. Und siehe da: Ohne Luftwiderstand erreichten beide Gegenstände gleichzeitig den Boden.

Aristoteles hatte zwar einigen Einfluss, aber Galileo Galilei hatte bereits 1604 festgehalten, dass Gegenstände unabhängig vom Gewicht von ihrer Masse gleich schnell fallen, wenn der Luftwiderstand keine Rolle spielt — über 350 Jahre vor den Mondmissionen. Das steht im übrigen auch in Brian Cleggs Buch und sollte eigentlich jedem bekannt sein, der im Physikunterricht nicht geschlafen hat. Und wer es nicht weiß, kann es sich von Dave Scott selbst erklären lassen.

Doch dann wagt sich Bild.de auch noch an die Relativitätstheorie heran:

3. Der einfachste Trick, um Einsteins Relativitätstheorie zu kapieren  Wenn man einem Objekt Energie zuführt, vergrößern wir dessen Masse. Heißt: es wird schwerer. Eine Tasse heißer Kaffee wiegt daher mehr als eine Tasse kalter Kaffee.

Das ist zwar hypothetisch richtig: Wie Einstein in seiner Relativitätstheorie festgestellt hat, besteht ein Zusammenhang zwischen Energie und Masse. Der Effekt bei der Erwärmung einer Tasse Kaffee wäre aber so gering, dass er sich nicht messen lässt. Gleichzeitig dehnt sich Kaffee bei der Erwärmung aus, die Flüssigkeit wird also im Verhältnis zum Volumen leichter. Außerdem nimmt seine Masse durch Verdunstung ab. Der erwärmte Kaffee ist also in der Realität eher leichter als zuvor.

Wer also – wie von Bild.de vorgeschlagen – beim “Smalltalk im Aufzug oder bei einem wichtigen Geschäftsessen” mit der Kaffee-Version von Einsteins Relativitätstheorie aufwarten will, kann nur darauf hoffen, dass sein Gegenüber noch weniger Ahnung von Physik hat als er selbst (oder als Bild.de).

Mit Dank auch an Markus K.

Bundeswehr, Nürnberger Zeitung, Teschow

6 vor 9

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1. Interview mit Michael Martens
(spreegurke.twoday.net, Ursula Pidun)
Ursula Pidun befragt FAZ-Redakteur Michael Martens zu seinem Urteil über das Buch “Mit der Hölle hätte ich leben können” der Ex-Bundeswehrsoldatin Daniela Matijevic sowie zur unkritischen Aufnahme des Werks durch viele Journalisten. “Fest steht, dass weder Verlag noch Autorin bisher einen Zeugen genannt haben, obwohl es doch angeblich so viele gibt. Wer hingegen nach Personen sucht, die das alles für Unsinn halten, wird ohne Mühe sehr schnell sehr viele finden.”

2. “Mein böses Ich”
(news.de, Björn Menzel)
Björn Menzel blickt zurück auf seine eigene Erfahrung als Berichterstatter am Amoklauf von Winnenden, der sich heute vor zwei Jahren ereignete.

3. “Welche ‘Kapelle’ hat sich ‘gemüht’?”
(thilo-baum.de)
Thilo Baum kann die Beobachtungen, die “Spiegel Online” beim von ARD live übertragenen Zapfenstreich der Bundeswehr zur Verabschiedung von Karl-Theodor zu Guttenberg macht, nicht nachvollziehen.

4. “In the Thick of Libya’s Brutal Fighting”
(lens.blogs.nytimes.com, englisch)
Ein Gespräch mit Tyler Hicks, Fotograf der “New York Times”: “Anyone who goes into this area assumes the same risk as any of the fighters. That’s something you always have to remind yourself: even as an observer, you’re just as susceptible to getting hit as anyone else.”

5. “A.J.A.I.”
(stefan-niggemeier.de)
Stefan Niggemeier über die Reaktionen auf unseren Artikel “Sprühfarbe ins Feuer”. Inzwischen hat sich die “Nürnberger Zeitung” für ihren Fehler “ganz herzlich” entschuldigt.

6. “Luci Lehmann, Teschow (MV)”
(interviewproject.de, Video, 4:49 Minuten)
Das erste von 50 Gesprächen des “Interview Project Germany” ist online. Luci Lehmann aus Teschow erzählt, dass nichts ihr Leben so verändert habe wie die Wende. “Es ist ja wirklich alles anders geworden.”

Das Comeback der Eva Braun

Wenn Journalisten von “bisher unveröffentlichten Aufnahmen” sprechen, ist häufig Vorsicht geboten — besonders aber, wenn die “Bild”Familie damit anfängt.

Was also könnte passiert sein, wenn Bild.de aufgeregt von “neuen” und “jetzt aufgetauchten Fotos” berichtet?

Spektakuläre Fotos aufgetaucht: Hitler-Geliebte Eva Braun als schwarzer Sänger

Es sind überraschende Bilder: Jetzt aufgetauchte Fotos zeigen Eva Braun, die Geliebte von Nazi-Tyrann Adolf Hitler, wie sie noch nie zuvor zu sehen war!

Die Fotos zeigen die Hitler-Geliebte unter anderem mit dunkler Farbe im Gesicht, in einem dunklen Anzug, mit weißem Hemd und weißer Fliege. Das Foto trägt den Titel “Ich als Al Jolson”, wurde 1937 aufgenommen.

Nun ja: Ein Teil der Bilder, die das Magazin “Life” seit gestern auf seiner Website zeigt, scheint der Öffentlichkeit tatsächlich bisher verborgen geblieben zu sein. Doch ausgerechnet das Foto der verkleideten Eva Braun, das Bild.de, die “B.Z.”, der “Berliner Kurier”, blick.ch, orf.at, news.at und die “Daily Mail” zum Aufhänger für ihre Berichte gemacht haben, ist es nicht.

Das besagte Foto war bereits 1947, zwei Jahre nach Eva Brauns Tod, schon einmal in “Life” zu sehen gewesen:

Weder “Life” noch Getty Images, die das Foto jetzt vertreiben, behaupten, es sei “neu”.

Mit Dank an Andreas.

ARD-Fernsehlotterie, Vollmond, Frauentag

6 vor 9

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1. “Lierhaus: Zu viel Honorar für den guten Zweck?”
(ndr.de, Video, 8:17 Minuten)
Während sich frühere Aushängeschilder der ARD-Fernsehlotterie kostenlos zur Verfügung stellten, wird für Monica Lierhaus ein Honorar bezahlt. Die Sendung “Zapp” befasst sich damit. “Keine der reinen Hilfsorganisationen zahlt nach Zapp-Recherchen Honorare an ihre prominenten Botschafter. Die ARD-Fernsehlotterie dient zwar ebenso dem guten Zweck, ist aber keine reine Hilfsorganisation. Sie muss sich zudem auf dem Glücksspielmarkt behaupten.”

2. “Der tödliche Supermond”
(wahrheitueberwahrheit.blogspot.com, Thomas)
“Kommt mit dem Super-Mond das Klima-Chaos?”, fragt bild.de. Thomas wertet dazu die Abstände zwischen Erde und Mond aus und vergleicht sie mit Ereignissen: “Offenbar hängen Naturkatastrophen nicht mit einem besonders geringen Abstand der Erde zum Vollmond zusammen.”

3. “Einübungen in die Kaltherzigkeit”
(woz.ch, Eva Pfister)
Eva Pfister schreibt über Pseduo-Dokus im Nachmittagsprogramm: “Die kommerziellen Sender betonen gern,­ dass sie sich um die Realität kümmern und um die Probleme der kleinen Leute. Dabei inszenieren sie vor allem ihre Macht: Sie bieten Lösungen an, sind die Erzieher der Nation, machen Superstars, verschönern und helfen – einigen Auserwählten!”

4. “Gaddafi forces beat up BBC team”
(bbc.co.uk, englisch)
BBC-Journalisten werden in Libyen festgehalten und misshandelt: “The three were beaten with fists, knees and rifles, hooded and subjected to mock executions by members of Libya’s army and secret police.”

5. “Great Pretenders”
(medienspiegel.ch, Hanspeter Spörri)
Hanspeter Spörri, Ex-Chefredaktor der Berner Tageszeitung “Der Bund”, denkt zurück an eine Zeit, in der Journalisten nicht “gehetzt, nervös, atemlos” waren: “Sie machten tagsüber Spaziergänge, schauten wie zufällig bei Geschäftsleuten oder Politikern vorbei, stellten ihre Fragen im Plauderton. Es sah nicht wie Arbeit aus, aber es kam einiges dabei heraus.”

6. “Barfuß oder Lackschuh”
(juliane-wiedemeier.de)
Wie bebildern TV-Sender Berichte zum Internationalen Frauentag? “Immerhin sind sich die verschiedenen Sender und Formate in einem einig. Dass man als Frau nur erfolgreich im Beruf sein kann, wenn man sich als Mann verkleidet. Das ist doch eine versöhnliche Erkenntnis zum Hundertsten.”

Wieder 9/11-Video wiederentdeckt

Die Zukunft des Journalismus soll unter anderem im Bewegtbild liegen, hört man mitunter. Videos sind also wichtig — und wenn darin kleine Kinder, flauschige Tiere oder die Terroranschläge des 11. September 2001 zu sehen sind, setzt bei Journalisten alle Vernunft aus.

In den letzten Tagen war es mal wieder soweit:

Ein “bisher unbekanntes Video” sei veröffentlicht worden, schreibt “Spiegel Online”, während 20min.ch ein “kürzlich freigegebenes Video” entdeckt zu haben glaubt und oe24.at erklärt, das “Neue an den Bildern” sei vor allem, “dass sie die brennenden Türme des World Trade Center von oben zeigen”. Von einem “neuen Video” sprechen unter anderem auch Bild.de, n-tv.de, RTL.de, kress.de, Reuters und die Website der “Financial Times Deutschland”. Eigentlich gibt es kaum eine Nachrichtenseite, die nicht über die “neuen Bilder” berichtet: selbst die BBC spricht von “Aufnahmen, die noch nie zu sehen waren”.

Und all das nur, weil die “Enthüllungsplattform” cryptome.org ein Video veröffentlicht hatte, das die New Yorker Polizei am 11. September 2001 an Bord eines Polizeihubschraubers aufgenommen hatte.

Nicht einmal Cryptome selbst behauptet, das Video sei “neu”. Es gehört zu dem umfangreichen Material, das das “National Institute of Standards and Technology” (NIST) nach den Anschlägen gesammelt hatte, um den Einsturz des World Trade Centers bautechnisch zu untersuchen. Dabei handelt es sich um die Kopien von teils veröffentlichten, teils unveröffentlichten Aufnahmen, die das NIST zusammengetragen hatte und seitdem in seinem Besitz hat.

Unter Berufung auf den Freedom of Information Act, fordern immer wieder mehr oder weniger seriöse Organisation die Herausgabe des vom NIST gesammelten Materials, das (vor allem europäische) Journalisten regelmäßig für “beschlagnahmt” oder “unter Verschluss gehalten” halten (BILDblog berichtete).

Womöglich ist das 17-minütige Video, das Cryptome jetzt online gestellt hat, in dieser Form tatsächlich noch nie veröffentlicht worden. Bei der Menge des 9/11-Materials, das auf verschiedenen Kanälen unterwegs ist, lässt sich das schwer sagen. Aber die spektakulären “neuen” Bilder, die die Medien wie “Spiegel Online” jetzt als “bisher unveröffentlichte Aufnahmen” anpreisen, die kann man schon seit dreieinhalb Jahren auf YouTube sehen — heller und mit einem größeren Bildausschnitt und hebräischen, statt deutschen Untertiteln:

Alte und "neue" 9/11-Videos im Vergleich.

Bei “Focus Online” haben sie den Braten gerochen und bemerken jetzt süffisant:

Die Verantwortung, Quellen zu überprüfen, nehmen Enthüllungsplattformen professionellen Journalisten nicht ab. Eine simple Suche bei YouTube hätte genügt, um das vermeintlich unveröffentlichte Material zu enttarnen.

Bei der letzten kollektiven Quellen-Nichtprüfung war “Focus Online” noch ganz vorne mit dabei gewesen.

Mit Dank an Sven G., Peter M., Steffen K. und Hans P.

Nachtrag, 10. März: Bei YouTube gibt es sogar eine noch ältere Version des Videos, hochgeladen am 20. Dezember 2006.

Sprühfarbe ins Feuer

Auf einer ganzen Seite versuchte die “Nürnberger Zeitung” gestern, ihren Lesern das Konzept “Graffiti” näher zu bringen, inklusive des Spannungsfelds von Vandalismus und Kunst.

Doch schon der erste Absatz lässt berechtigte Zweifel an der Kompetenz des Autors aufkommen:

Narrenhände beschmieren Tisch und Wände. Im Alltag ist Graffiti keine Kunst, sondern eine Zumutung. Zwar ist ein Schaltkasten – das bevorzugte Objekt der Sprayer – an und für sich keine ästhetische Offenbarung, aber beschmiert wirkt er noch hässlicher. Zumal viele noch nicht einmal den so genannten Tag beherrschen, also den schwungvollen Namenszug, son- dern einfach nur ihren Namen hin- schreiben, Acab beispielsweise, einen türkischen Vornamen. Offensichtlich ist es einigen türkischen Jugendlichen ein Bedürfnis, nur ja die Vorurteile zu verstärken und Öl in das von Sarrazin entfachte Feuer zu gießen.
Acab, der einzige türkische Vorname, der weltweit an Hauswände, Bahnwaggons und Stromkästen gesprüht wird? Meistens in Großbuchstaben (“ACAB”) und manchmal mit Punkten dazwischen (“A.C.A.B.”)?

Natürlich nicht: “A.C.A.B.” ist die Kurzform von “All cops are bastards” (“Alle Bullen sind Bastarde”) und in dieser Form seit mehr als 30 Jahren in Gebrauch. Wer sich auch nur minimal für Graffiti interessiert, weiß das.

Das Öl im Feuer stammt also eher von der “Nürnberger Zeitung” und dem Vorurteil ihres Autors.

Aus dem Online-Auftritt der “NZ” ist der Artikel inzwischen verschwunden.

Mit Dank an Daniel F.

Nachtrag, 10. März: Die “Nürnberger Zeitung” hat sich für den Fehler entschuldigt und eine Korrektur veröffentlicht.

Kriegsbilder, WAZ, Guttenberg

6 vor 9

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1. “Kampagne des Verteidigungsministeriums”
(sueddeutsche.de, Marc Felix Serrao)
Die “taz” protestiert gegen die Werbung der Bundeswehr in “Bild”-Produkten. “Nach derzeitiger Planung” sollen aber nur 600.000 Euro, also 12.5 Prozent des Werbebudgets “auf Bild, BamS und bild.de” entfallen. “In welchen anderen Printmedien Anzeigen erscheinen, steht dem Sprecher zufolge noch nicht fest.”

2. “Journalismus in solchen Ländern ist immer riskant”
(faz.net, Michael Hanfeld)
Die Redaktionsspitze von “Bild am Sonntag” verteidigt die Recherchereise zweier Reporter in den Iran, die mit einer monatelangen Inhaftierung endete: “Journalismus in Ländern mit autoritären Regimen ist immer riskant, wie aktuell die Verhaftung auch deutscher Reporter in China gezeigt hat. Pauschal auf solche Recherchen zu verzichten und, wie es einige Schlaumeier jetzt empfehlen, grundsätzlich nur in Risikoländer zu reisen, wenn man dort erwünscht ist, wäre das Ende von unabhängigem Journalismus.”

3. “Die meisten Bilder sind gestellt”
(journal21.ch, Helmut Scheben)
Helmut Scheben, langjähriger Redakteur der “Tagesschau” des Schweizer Fernsehens, über Bilder aus dem Krieg: “Die meisten Bilder von Kampfhandlungen sind gestellt. Das ist eine banale Weisheit, denn jedem ist klar, dass ein Kameramann oder eine Kamerafrau keine Kampfhandlungen aus der Nähe filmen kann, es sei denn sie sind lebensmüde.”

4. “Der Nachwuchs ist unpolitisch”
(fr-online.de, Andreas Schwarzkopf)
Über Krieg und Journalismus spricht auch der erfahrene Reporter Christoph Maria Fröhder. “Viele Kollegen, die aus Geldnot oder aus Sicherheitsgründen etwa mit den Isaf-Truppen in Afghanistan unterwegs sind, werden manipuliert, bekommen nicht das ganze Bild zu sehen. Ich habe mehrfach erlebt, wie Kollegen verboten bekamen, Übergriffe von Soldaten auf Zivilisten aufzunehmen.”

5. “Briefkastenmüll (I)”
(revierflaneur.de)
Der Revierflaneur erhält Post vom Chefredakteur der “Westdeutschen Allgemeinen Zeitung”, Ulrich Reitz. Er soll ein “Bürgervotum” ausfüllen, was ihm mit einem kostenlosen Probeabo der “WAZ” und der Aussicht auf Gewinn eines Reisegutscheins im Wert von 1.000 Euro schmackhaft gemacht wird. “Vermutlich denken die Marketingprofis bei der WAZ, dass sie die Adressaten ihrer Umfrage in Zeiten des Wutbürgertums mit dem Aufruf zu einem ‘Bürgervotum’ eher zur Teilnahme motivieren können.”

6. “Wie Ken den Kopf verlor”
(faz.net, Volker Zastrow)
Ein langes Lesestück zum Rücktritt von Karl-Theodor zu Guttenberg: “Wer sich nicht blenden lässt, kann sehen, dass Guttenberg, gemessen an den üblichen, erst recht den an ihn angelegten Maßstäben, in seinem Leben nicht viel auf die Reihe bekommen hat. Er ist ein auffallend intelligenter Mensch, aber seine äußeren, zertifizierten Leistungen lagen deutlich unter diesem Niveau. Durchgestartet ist er erst in der Politik, dort aber mit ungeheurem Druck.”

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