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Trumps Geschenk, SLAPP-Klagen, Tageszeitung KI-generiert

1. Trumps Geschenk für Pressefeinde
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Regierung in den USA habe dem staatlichen US-Auslandssender “Voice of America” und anderen Auslandssendern die Finanzierung weitgehend entzogen und Tausende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beurlaubt. “Sollten Voice of America, Radio Free Europe und Radio Free Asia ihre Arbeit einstellen müssen, werden autoritäre Führungen in China, Russland und anderen Teilen der Welt nicht zögern, das entstandene Vakuum mit ihrer Propaganda zu füllen”, so Anja Osterhaus, Geschäftsführerin bei Reporter ohne Grenzen.
Weiterer Hörtipp in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator: “Donald Trumps Vorgehen folgt dem Muster, das wir aus autoritären Staaten kennen: Diffamieren, kontrollieren, abschalten. Heute trifft es einen Auslandssender, morgen vielleicht jede kritische Redaktion.” (radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:14 Minuten)

2. Wir wollen uns nicht schlagen lassen
(blogs.taz.de)
Die “taz” veröffentlicht in ihrem “Hausblog” den Aufruf eines Bündnisses zivilgesellschaftlicher Organisationen, in dem die kommende Bundesregierung aufgefordert wird, den Schutz vor sogenannten SLAPP-Klagen, also vor Einschüchterungsklagen, gesetzlich zu verankern.
Weiterer Lesetipp: Zusätzliche Informationen zum Thema gibt es bei der Otto Brenner Stiftung: Einschüchterung ist das Ziel. Dort kann auch das entsprechende Arbeitspapier (PDF) heruntergeladen werden (otto-brenner-stiftung.de, Stefanie Egidy).

3. Komplette Tageszeitung KI-generiert – Italiens “Il Foglio” experimentiert
(derstandard.at)
Die italienische Tageszeitung “Il Foglio” experimentiere einen Monat lang mit einer vollständig von Künstlicher Intelligenz generierten Zeitungsausgabe namens “Il Foglio AI”. Diese KI-Version erscheine parallel zur regulären Zeitung und bestehe täglich aus etwa 22 Artikeln und drei Leitartikeln, die ausschließlich von KI-Systemen verfasst werden sollen. Ziel sei es, praktisch zu erforschen, wie KI im Journalismus eingesetzt werden kann.

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4. Warum Fake News funktionieren – und wie sich der Journalismus wehren kann
(dfjv.de, Kathrin Boehme)
“Falschinformationen verbreiten sich besonders gut, weil sie auf bestimmten psychologischen Mechanismen beruhen. Soziale Medien verstärken diese Effekte durch Emotionalisierung und ihre Algorithmen. Wie kann der Journalismus gegensteuern und Fake News verhindern?” Kathrin Boehme erklärt die psychologischen Mechanismen hinter “Fake News” und überlegt, was der Journalismus dagegen tun kann.

5. Ressourcen für Auslandsjournalismus
(verdi.de, Sarah Schaefer)
Sarah Schaefer berichtet über die schwierige Situation des Auslandsjournalismus in Deutschland. Ursachen für die Krise seien die Einsparungen bei den Korrespondentenstellen, die unzureichende Bezahlung freier Journalistinnen und Journalisten sowie die Fokussierung auf Krisen und Kriege. Das habe auch Folgen an anderer Stelle: “Werden Krisen und bestimmte Entwicklungen nicht gesehen, kann die Politik nicht frühzeitig reagieren.”

6. Die peinlichsten rechten Tippfehler und KI-Fails!
(volksverpetzer.de, Thomas Laschyk)
Thomas Laschyk macht auf ein Phänomen in den Sozialen Medien aufmerksam, das rechten Propagandisten in die Hände spiele. Demnach würden viele Menschen ungewollt rechte Inhalte verstärken, indem sie sich über peinliche Fehler oder KI-Pannen lustig machen. Laschyks Tipp: “Teilt lieber gute Botschaften, Artikel und Bilder, die das zeigen, was ihr verbreiten wollt: Die Fakten, Wissenschaft. Bilder mit klugen Sprüchen, gute Reels.”

Klimakrise in den Medien, Welt im Wandel, “Süddeutsche” bestreikt

1. “Die Klimakrise wird uns in den nächsten fünf Jahren sowas von um die Ohren fliegen”
(journalist.de, Catalina Schröder)
Luisa Neubauer spricht im Interview mit dem “journalist” über die Verantwortung von Parteien und Medien, die Klimakrise trotz anderer Krisen stärker in den Fokus zu rücken. Sie kritisiert die Berichterstattung als oft zu wenig substanziell und fordert ein breiteres Verständnis für Klimafragen in allen journalistischen Formaten: “Es scheint, als hätte man sich dazu entschieden, nicht weiter über die Klimakrise zu berichten, obwohl sie umfassend und existenziell ist. Aber sie ist nicht weg, nur weil man weniger darüber berichtet”, so die Klimaaktivistin.

2. “Süddeutsche Zeitung” wird für 48 Stunden bestreikt
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie “DWDL” berichtet, streiken die Redakteurinnen und Redakteure der “Süddeutschen Zeitung” wegen festgefahrener Tarifverhandlungen mit dem Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger 48 Stunden lang. Die Gewerkschaften würden eine Tariferhöhung von zwölf Prozent fordern, rückwirkend ab Mai 2024. Das Angebot der Verleger falle deutlich niedriger aus. Außerdem wolle die Arbeitgeberseite Gehaltssteigerungen an selbst organisierte und selbst bezahlte Weiterbildungen koppeln.

3. Die Welt im Wandel: Sicherheits- und Verteidigungspolitik im Fokus des Journalismus
(fachjournalist.de, Ulrike Bremm)
Jörg Köpke, Chefredakteur und Leiter Kommunikation des Thinktanks Centrum für Europäische Politik, spricht im Interview mit Ulrike Bremm über die Herausforderungen des Sicherheits- und Verteidigungsjournalismus angesichts der aktuellen geopolitischen Lage, insbesondere nach der Wiederwahl von US-Präsident Donald Trump. Köpke beleuchtet, wie Trumps erratische Politik und Europas mangelnde Vorbereitung die Sicherheitslage verschärfen könnten, und kritisiert die zunehmende Oberflächlichkeit in der Berichterstattung über sicherheitspolitische Themen.

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4. EU-Abgeordneter, Youtuber und Musk-Fanboy: Die große Show des Fidias
(rnd.de, Matthias Schwarzer)
“Seit dem Sommer sitzt der Youtuber Fidias Panayiotou für Zypern im EU-Parlament. Seinen Fans präsentiert er regelmäßig Clips aus Brüssel, die auch Elon Musk gefallen. Andere Abgeordnete verlieren langsam die Nerven. Was genau ist seine Agenda?” Matthias Schwarzer ist dem kuriosen Fall nachgegangen, bei dem ein Youtuber anscheinend das EU-Parlament vornehmlich dafür nutzt, um Social-Media-Aufmerksamkeit für sich zu generieren.

5. Bloß raus bei der Hetz-Plattform von Musk
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Immer mehr Organisationen, darunter staatliche Institutionen, Medien, Vereine und Städte, verlassen Elon Musks Plattform X (vormals Twitter), die zunehmend mit Hetze, Demokratiefeindlichkeit und extremistischen Positionen in Verbindung gebracht werde. Beispiele seien die Bundeswehr, der Hessische Rundfunk sowie die Sportvereine Hertha BSC und SV Darmstadt 98, die ihre Werte nicht mit X vereinbar sähen. Insbesondere die Plattform Bluesky profitiere von der Abwanderung, da sie als Alternative für ein faires und respektvolles Online-Umfeld wahrgenommen werde.

6. Keine Rolle rückwärts
(djv.de, Gina Schad)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) warnt vor einer möglichen Einflussnahme von Plattformkonzernen wie X und Meta auf europäische Standards, vor allem nach Donald Trumps Amtsantritt als US-Präsident. Elon Musk und Mark Zuckerberg hätten bereits Maßnahmen ergriffen, die europäische Regelungen gegen Desinformation untergraben könnten. Der DJV fordert Politik und Aufsichtsbehörden auf, den Digital Services Act entschlossen durchzusetzen, um demokratische Spielregeln und die politische Willensbildung vor der Bundestagswahl zu schützen.

KW 03/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. Heinrich Böll: “Katharina Blum lebt!”
(arte.tv, Cordula Echterhoff & Birgit Schulz, Video: 52:07 Minuten)
Heinrich Bölls Erzählung “Die verlorene Ehre der Katharina Blum” schildert, wie eine Frau durch die Hetze der Boulevardpresse diffamiert und letztlich zur Mörderin wird. Die zeitlose Kritik an Sensationsgier und Frauenfeindlichkeit ist heute angesichts digitaler Hetzkampagnen aktueller denn je. Eine Arte-Dokumentation beleuchtet den historischen Kontext, die Relevanz des Werks und die Parallelen zur heutigen Medienwelt mit Stimmen von Zeitzeugen, Autoren und Aktivistinnen.

2. Meta: Zuckerbergs Änderungen in den USA – Was bedeuten sie für die deutsche Medienwelt?
(deutschlandfunk.de, Fanny Buschert, Audio: 45:11 Minuten)
Mark Zuckerberg hat für Meta-Plattformen wie Facebook und Instagram in den USA gravierende Änderungen angekündigt. Gavin Karlmeier glaubt, dass auch Medien hierzulande die Folgen zu spüren bekommen werden. Welche das sein könnten, diskutiert er mit Deutschlandfunk-Faktencheckerin Sarah Schmidt und Eva Flecken, Direktorin der Medienanstalt Berlin-Brandenburg.

3. Der Fall P. Diddy: Klicks mit Gerüchten
(ndr.de, Saïda Belaatel & Kim Kristin Mauch, Video: 17:27 Minuten)
In ihrer “Zapp”-Reportage beleuchten Saïda Belaatel und Kim Kristin Mauch die Vorwürfe des Machtmissbrauchs und der sexuellen Übergriffe im größten #MeToo-Fall der Musikindustrie, die sich gegen Sean Combs alias P. Diddy richten. Sie hinterfragen die Rolle von Content-Creatorn, die mit Spekulationen und Gossip zum Fall Reichweite in den Sozialen Medien erzielen, und sprechen mit Betroffenen sowie Experten über die Grenzen des Erlaubten. Dabei geht es auch um die rechtlichen und ethischen Folgen öffentlicher Spekulationen.

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4. Bringt die neue WDR-Intendantin den Kulturwandel?
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 22:11 Minuten)
Alexander Matzkeit hat sich mit Anne Burgmer, Leiterin der Kulturredaktion des “Kölner Stadt-Anzeigers”, über die gerade zu Ende gegangene Amtszeit des WDR-Intendanten Tom Buhrow und über Buhrows Nachfolgerin Katrin Vernau unterhalten: “Welche Schwerpunkte wird die Wirtschaftswissenschaftlerin Vernau im Programm setzen können? Kann ihr gelingen, was Buhrow nicht geschafft hat: die Kultur im WDR zu verändern?”

5. Springen Journalisten im Wahlkampf über zu viele Stöckchen?
(uebermedien.de. Holger Klein, Audio: 31:24 Minuten)
Holger Klein spricht im “Übermedien”-Podcast mit Helene Bubrowski, Politikjournalistin und stellvertretende Chefredakteurin von “Table.Media”, über die schwierige Arbeit der Hauptstadtjournalistin und ihrer Kollegen in Zeiten des Wahlkampfs: “Über welche Stöckchen springen Medien zu oft? Was bringt es, Dinge zu ignorieren? Welche Themen gehen unter? Und warum haben es private Medien bei der Berichterstattung vor einer Wahl manchmal leichter als öffentlich-rechtliche?”

6. FC Hollywood: Der FC Bayern und die verrückten 90er
(zdf.de, Nicolas Berse-Gilles & Markus Brauckmann & Simone Schillinger, Video: fünf Folgen à 28 bis 48 Minuten)
In der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre entwickelte sich der FC Bayern München zum “FC Hollywood”: Es gab Skandale, Intrigen, Verrat. Die fünfteilige ZDF-Doku spürt dieser Zeit sehenswert nach. In allen fünf Folgen spielt auch die Berichterstattung rund um den Klub eine Rolle, es kommen verschiedene journalistische Wegbegleiterinnen und -begleiter zu Wort. Doch vor allem in den Folgen 2 (“Die Jagd”) und 3 (“Der Verrat”) geht es um das Spannungsfeld zwischen Verein, Fußballstars und Boulevard.

Blick auf die Rundfunkreform, RBB-RAF-Verwechslung, Große Einsamkeit

1. “Kostenexplosion” gestoppt? Die Wahrheit über die Rundfunkreform
(ndr.de, Mandy Mülling & Hans Jakob Rausch, Video: 20:28 Minuten)
Das Medienmagazin “Zapp” setzt sich kritisch mit der angekündigten Rundfunkreform auseinander, die Einsparungen durch weniger Sender, gedeckelte Sportrechte und geringere Intendantengehälter verspricht. Es wird befürchtet, dass diese Maßnahmen kaum nennenswerte Einsparungen bringen. Die Politik nutze ihre Reformkraft nur oberflächlich, was sowohl den Sendern als auch der Glaubwürdigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks schaden und extremen Parteien in die Hände spielen könnte. “Zapp” ist als NDR-Magazin Teil des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.

2. Polizei verwechselt RBB-Mitarbeiter mit RAF-Terrorist
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Bei einer Demonstration in Berlin sei ein RBB-Mitarbeiter, der mit seinem Kamerateam die Demo begleitet hat, von der Polizei irrtümlich für den gesuchten RAF-Terroristen Burkhard Garweg gehalten worden. Nach einer Überprüfung der Personalien sei die Verwechslung schnell aufgeklärt worden. Die Polizei habe betont, dass das Vorgehen aufgrund eines Anfangsverdachts unumgänglich gewesen sei.

3. Die große Einsamkeit
(journalist.de, Kira Brück)
Kira Brück beschreibt in einem sehr persönlichen Beitrag, wie sie als freie Journalistin zwar finanzielle Stabilität und berufliche Erfüllung gefunden habe, aber von einer “großen Einsamkeit” im Homeoffice unvorbereitet getroffen worden sei. Der Mangel an kollegialem Austausch und die Isolation hätten sie fast wieder in eine Festanstellung getrieben, bis sie in Bürogemeinschaften Anschluss gefunden und erkannt habe, wie wichtig Vernetzung für Freiberufler ist.

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4. Mut braucht Ermutigung: So unterstützen wir mit Ihrer Hilfe Whistleblower
(whistleblower-net.de, Annegret Falter & Kosmas Zittel)
In seinem Jahresbericht wendet sich das Whistleblower-Netzwerk an Unterstützerinnen, Unterstützer und die allgemeine Öffentlichkeit und betont die unverzichtbare Rolle von Whistleblowern bei der Aufdeckung von Missständen wie Umweltverstößen, Kriegsverbrechen und Risiken der Künstlichen Intelligenz. Mit Projekten wie dem Umwelt-Whistleblowing-Programm, dem Ellsberg Whistleblower Award und der KI-Meldeplattform OAISIS unterstütze das Netzwerk Hinweisgeberinnen und Hinweisgeber gezielt und stärke die öffentliche Wahrnehmung für deren Bedeutung.

5. DJV strikt gegen Jobabbau
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisiert den geplanten Abbau redaktioneller Arbeitsplätze beim Springer-Titel “Welt” im Zuge der Zusammenlegung mit “Politico” und “Business Insider” zu einer neuen “Premium-Gruppe”. Der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster wirft Springer vor, rein auf Einsparungen abzuzielen, ohne die publizistischen Anforderungen der drei Titel zu berücksichtigen.

6. Wellen des Widerstands
(taz.de, Alexander Teske)
In seinem Beitrag in der “taz” berichtet Alexander Teske über den DDR-Jugendsender DT64, der kurz nach der Wiedervereinigung trotz massiver Proteste von Jugendlichen und prominenter Unterstützung abgeschaltet wurde. Der Sender, der für viele kulturelle Identität und ein Symbol der Freiheit bedeutete, wurde zum Auslöser einer einzigartigen Hörerbewegung mit Demonstrationen, Blockaden und Unterschriftensammlungen.

Jahresbilanz der Pressefreiheit, Gewalt gegen Frauen, Rundfunkpolitik

1. Weltweit 54 Journalisten getötet und 550 in Haft
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat ihre aktuelle “Jahresbilanz der Pressefreiheit” veröffentlicht (PDF), laut der weltweit derzeit 550 Journalistinnen und Journalisten in Gefängnissen sitzen, sieben Prozent mehr als im Vorjahr: “Die Zahl der 2024 weltweit getöteten Journalistinnen und Journalisten bleibt auf einem hohen Niveau. Bis zum Stichtag 1.12. kamen 54 Medienschaffende wegen ihrer Arbeit ums Leben. Fast ein Drittel von ihnen wurde in Gaza getötet. Insgesamt kamen dort seit Kriegsbeginn am 7. Oktober 2023 mehr als 145 Medienschaffende ums Leben, darunter mindestens 35 mit klarem Bezug zu ihrer Arbeit.”

2. Nicht viel gelernt
(taz.de, Ann-Kathrin Leclère)
Eine Studie der Otto-Brenner-Stiftung (PDF) zeige, dass die Berichterstattung über geschlechtsspezifische Gewalt in deutschen Medien oft oberflächlich bleibe, Täterperspektiven überbetone und wichtige Aspekte wie Hilfsangebote oder gesellschaftliche Maßnahmen vernachlässige. Partnerschaftsgewalt und strukturelle Hintergründe würden selten thematisch eingeordnet, und stereotype Darstellungen, etwa bei nichtdeutschen Tatverdächtigen, würden Vorurteile verstärken.

3. Das Exxpress-Netzwerk
(tageins.at, Dominik Ritter-Wurnig & Markus Sulzbacher)
“Exxpress bleibt auch im dritten Jahr seiner Gründung ein Krawallmedium, das nochmals einen Stock tiefer als der Boulevard agiert. Nicht-Ereignisse werden zu Stories aufgeblasen und mit billigem Clickbait Nutzer*innen abgezogen. Dazwischen finden sich reißerische Geschichten vom deutschen Partnerportal Nius und banale APA-Meldungen.” Dominik Ritter-Wurnig und Markus Sulzbacher haben sich angeschaut, was das österreichische Portal “Exxpress” einmal war, was es aus ihrer Sicht heute ist und was es gerne wäre.
Update: Der Beitrag wurde inzwischen hinter eine Paywall gestellt.

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4. Australien plant Strafzahlungen für Internetriesen, die für Nachrichten nicht bezahlen
(spiegel.de)
Australiens Regierung plane neue Regelungen, um Internetkonzerne wie Google und Meta zur Bezahlung von Nachrichteninhalten zu verpflichten. Ab 2025 wolle sie eine Art Sondersteuer für Unternehmen einführen, die sich weigern, mit Medienhäusern zu verhandeln. Bei einigen Konzernen führe das offenbar zu einem gegenteiligen Effekt: “Meta, zu dem auch Instagram, Threads und WhatsApp gehören, hat den Anteil, der Nachrichten und politische Inhalte umfasst, global zurückgefahren – angeblich, um die Anzahl der Zugriffe zu steigern. Nachrichtenlinks würden inzwischen nur noch einen Bruchteil der Feeds der Nutzer ausmachen. In Kanada boykottiert der Konzern sogar journalistische Angebote, um einer Zahlungspflicht zu entgehen.”

5. Wie bulgarische Medien über Minderheiten berichten
(de.ejo-online.eu, Ivo Indzhov)
Eine Untersuchung zur Berichterstattung über Minderheiten in bulgarischen Medien zeige deutliche Diskrepanzen zwischen dem Ethikkodex der Branche und der tatsächlichen Praxis, berichtet Ivo Indzhov: “Der Bericht analysiert, wie bulgarische Medien traditionelle Minderheitengruppen, bestimmte gefährdete Gruppen wie LGBTI sowie Migranten aus dem Nahen Osten und Nordafrika und Geflüchtete aus der Ukraine darstellen. Während einige Gruppen neutral behandelt werden, werden andere von vielen Medien als Zielscheibe benutzt.”

6. Komplett-Verweigerung der Rundfunkpolitik
(verdi.de)
Die gestrige Ablehnung der von der KEF empfohlenen Erhöhung des Rundfunkbeitrags um 58 Cent ab 2025 durch die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten wird von der Gewerkschaft Verdi scharf kritisiert. Christoph Schmitz-Dethlefsen, im Verdi-Bundesvorstand für Medien zuständig, kommentiert: “Das Gebaren der Ministerpräsident*innen in der Rundfunkpolitik ist nicht hinnehmbar. Indem sie die nötige Beitragserhöhung verwehren, brechen die Regierungschef*innen der Länder mit verfassungsrechtlich geregelten Verfahren.”

Opfer und Täter, Press Freedom Awards, Neonfarbene Ablenkung

1. “Spiegel” verwechselt Opfer und Täter bei Fahrradunfall
(stefan-fries.com)
Stefan Fries kritisiert, dass viele Medien Unfälle zwischen Radfahrern und Autofahrern oft aus der Sicht des Autofahrers schildern und damit Opfer und Täter sprachlich vertauschen würden. Anhand eines aktuellen “Spiegel”-Artikels zeigt er, wie der Text den Autofahrer als Verursacher unsichtbar mache und stattdessen den Radfahrer als unfähig darstelle.

2. RSF würdigt mutige Journalisten
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) hat zum 32. Mal ihre Press Freedom Awards verliehen: “Mit den RSF Press Freedom Awards werden seit mehr als drei Jahrzehnten Medienschaffende und Medien ausgezeichnet, die mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Verteidigung oder Förderung der Pressefreiheit in der ganzen Welt geleistet haben. Nominiert waren in diesem Jahr 18 Reporterinnen und Reporter, zwei Medienunternehmen und fünf Fotografinnen und Fotografen aus 22 Ländern, darunter Russland, Libanon, Vietnam, Peru und Ghana.”

3. “Journalism Value Report”: Studie zeigt den gesellschaftlichen Wert unabhängiger Medien und warnt von großer finanzieller Unsicherheit innerhalb des Sektors
(netzwerkrecherche.org)
Der “Journalism Value Report” (PDF) des Netzwerk Recherche unterstreiche “die Bedeutung unabhängiger, gemeinwohlorientierter Medien für den investigativen Journalismus und den Lokaljournalismus in Europa”, zeige aber auch die prekäre finanzielle Situation vieler unabhängiger Redaktionen. Insbesondere Lokalmedien hätten mit geringer Finanzierung und prekären Arbeitsbedingungen zu kämpfen, während investigative Medien besser gefördert würden. Die Studie empfiehlt Maßnahmen wie eine verstärkte Strukturförderung, Kompetenzaufbau in organisatorischen Bereichen und einen verstärkten Erfahrungsaustausch, um die Widerstandsfähigkeit und Nachhaltigkeit des Sektors zu fördern.

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4. Good bye, Greenpeace Magazin, hello atmo: Mut zum Print-Journalismus in schwierigen Zeiten
(fachjournalist.de, Ulrike Bremm)
Ulrike Bremm hat mit Frauke Ladleif gesprochen, Mitgründerin des neuen Umweltmagazins “atmo”, das von einem Team ehemaliger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des eingestellten “Greenpeace Magazins” gegründet wurde. Ladleif erklärt, warum unabhängiger Umweltjournalismus in Zeiten von Desinformation und Lobbyismus wichtig sei, wie sie und ihr Team das Magazin ausschließlich über Abonnements finanzieren wollen, und welche Themen und Formate im Fokus stehen. Sie betont den Wert von konstruktivem Journalismus, klarer Einordnung und nachhaltiger Bezahlung der freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Grundlage für qualitativ hochwertige Berichterstattung.

5. Studienergebnisse: Worlds of Journalism
(verdi.de, Till Schmidt)
Der Länderreport “Journalist*innen in der Schweiz. Wer sie sind, wie sie arbeiten und was sie plagt” zeige, dass die Arbeitsbedingungen von Journalistinnen und Journalisten prekär, Frauen in Führungspositionen weiter unterrepräsentiert seien und der Berufsalltag zunehmend von Stress, Zeitdruck und Bedrohung geprägt sei. Schweizer Medienschaffende seien mehrheitlich männlich, politisch eher links eingestellt und würden oft für mehrere Formate arbeiten. Die Studie unterstreiche die Notwendigkeit von Verbesserungen in den Bereichen Diversität, Arbeitsbedingungen und Sicherheit.

6. Eine neonfarbene Ablenkung von der eigenen Schäbigkeit
(netzpolitik.org, Ben Bergleiter)
Ben Bergleiter kommentiert bei netzpolitik.org, wie der Musikstreamingdienst Spotify mit der Kampagne “Wrapped” die persönlichen Daten seiner Nutzerinnen und Nutzer in ein glamouröses Marketingevent verpacke und damit erfolgreich von problematischen Geschäftspraktiken wie der Ausbeutung von Künstlerinnen und Künstlern sowie aggressivem Datentracking ablenke. Bergleiter kritisiert, dass die Nutzerinnen und Nutzer durch ihre spielerische Selbstdarstellung in den Sozialen Medien unbewusst kostenlose Werbung für Spotify machen würden. Die Kampagne schaffe ein scheinbar individuelles Hörerlebnis, das jedoch von algorithmischen Einschränkungen und Kommerzialisierung geprägt sei.

Social-Media-AfD überschätzt, “Bro Vote” für Trump, BR-Bibliothek

1. AfD als Social Media Partei überschätzt
(verdi.de)
Eine aktuelle Studie der Otto Brenner Stiftung hat sich mit der AfD als “Social-Media-Partei” beschäftigt (PDF) und dazu deren Landtagswahlkämpfe in Sachsen, Thüringen und Brandenburg untersucht. Das Fazit: “Zumindest mit Blick auf die hier untersuchten Wahlkämpfe ziehen die Autoren den Schluss, dass die AfD weit weniger Social-Media-Partei ist, als häufig kolportiert. Es gelte, die Gefahren des neu- und extrem-rechten Medienkosmos ernst zu nehmen, ohne die strategisch-kommunikativen Fähigkeiten der AfD zu überhöhen.”

2. «Bro Vote»: Wie Podcasts und alternative Medien Trump zum Wahlsieg verhalfen
(de.ejo-online.eu, Svetlana Greidina)
“Donald Trumps Sieg bei den Präsidentschaftswahlen 2024 zeigt, wie radikal sich die politische Landschaft in den USA verändert hat. Eine entscheidende Rolle spielte dabei das sogenannte ‘Bro Vote’ – junge Männer unter 30 Jahren, die sich zunehmend auf alternative Medien und Podcasts verlassen, anstatt den traditionellen Medienkanälen zu vertrauen.” Svetlana Greidina erklärt, was es mit dem “Bro Vote” auf sich hat und warum es für Trumps Wahlerfolg so wichtig war.

3. Wie der BR nach dem Programm auch seine 100-jährige Bibliothek schleift
(muenchner-feuilleton.de, Cornelia Zetzsche)
Der öffentlich-rechtliche Bayerische Rundfunk löst seine Bibliothek auf. Einigermaßen fassungslos kommentiert Cornelia Zetzsche: “Die 100-jährige Sammlung mit über 70.000 Bänden inklusive Erstausgaben, Raritäten, alten Büchern aus dem 16./17. Jahrhundert und Schriften aus den Anfangsjahren des Radios 1922/24, als der BR noch Deutsche Stunde in Bayern hieß, all das wird Ende November endgültig aufgelöst. Schon seit Mai hat sie gewaltige Lücken, zur Freude diverser Institute und eines Leipziger Großantiquars, der auch andere ARD-Bibliotheken für’n Appel und n’ Ei abholt und damit sein Geschäft macht, aber wer braucht heute schon ‘alte’ Bücher?!?”

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4. “Signal gelebter Solidarität”: Einigung im Tarifstreit beim SWR
(dwdl.de, Alexander Krei)
Der SWR habe nach elfmonatigen Verhandlungen und Warnstreiks eine Einigung im Tarifstreit erzielt, die insbesondere die unteren Einkommensgruppen entlasten soll. Die Vereinbarung umfasse gestaffelte Gehaltserhöhungen, Einmalzahlungen, Zuschüsse sowie Anpassungen für freie Mitarbeitende, Lernende und Angestellte des öffentlich-rechtlichen Senders.

5. So steht es um den Forschungszugang zu X, Facebook & Co.
(netzpolitik.org, Tomas Rudl)
Will die Forschung den Einfluss von Social Media auf Politik und Gesellschaft untersuchen, ist sie auf entsprechende Forschungszugänge der Plattformen angewiesen. Diese würden sich aber nur ungern in die Karten schauen lassen. Eigentlich soll der Digital Services Act der EU das Problem lösen, doch das sei bislang nicht gelungen, wie Tomas Rudl bei netzpolitik.org erklärt.

6. BGH stärkt Schadensersatzansprüche von Nutzern gegenüber Facebook
(zeit.de)
Der Bundesgerichtshof (BGH) habe entschieden, dass Nutzerinnen und Nutzer nach einem Datendiebstahl in den Jahren 2018 und 2019 Schadensersatzansprüche gegen Facebook geltend machen könnten. Dies betreffe weltweit 531 Millionen Menschen. Dem Urteil zufolge stellt der Verlust der Kontrolle über persönliche Daten einen immateriellen Schaden dar, für den kein konkreter wirtschaftlicher Verlust nachgewiesen werden müsse. Die Höhe des Anspruchs sei jedoch begrenzt – der BGH halte 100 Euro für einen angemessenen Betrag.

Einfluss von KKR, “The Onion” kauft “Infowars”, Massen-X-odus

1. Springer-Konzern: Nutzte Hauptaktionär KKR den Medienkonzern für politische Einflussnahme?
(lobbycontrol.de, Christina Deckwirth & Aurel Eschmann)
“Die BILD-Zeitung war klare Gegnerin des Heizungsgesetzes. Welche Rolle spielte dabei Springer-Hauptaktionär KKR? Neue Dokumente belegen zumindest, dass der Finanzinvestor in Deutschland Lobbyarbeit betreibt. Wir untersuchen die Fakten dazu.” Christina Deckwirth und Aurel Eschmann von der Organisation “LobbyControl” haben in ihrer Recherche zahlreiche Auffälligkeiten entdeckt, die mindestens weitere Fragen aufwerfen.

2. Satirezeitschrift »The Onion« kauft Verschwörungstheoretiker-Internetportal
(spiegel.de)
Das US-Satiremagazin “The Onion” habe das bekannte Verschwörungsportal “Infowars” von Alex Jones ersteigert. Die Übernahme sei von Opferfamilien des Sandy-Hook-Amoklaufs unterstützt worden, denen Jones nach einer Verleumdungsklage über eine Milliarde US-Dollar schulde. “The Onion” plane offenbar, “Infowars” künftig als parodistische Plattform zu nutzen, um Geschäftspraktiken und Inhalte von Verschwörungsmystikern humorvoll zu entlarven.

3. Mehrere Promis verlassen Musks Plattform X
(n-tv.de)
Mehrere Prominente, darunter Jamie Lee Curtis, Jim Carrey, Toni Braxton und Moby, hätten Elon Musks Plattform X/Twitter verlassen, was auf die Wahl Donald Trumps und Musks politische Verbindungen zu Trump zurückgeführt werde. Die Konkurrenzplattform Bluesky, gegründet von Twitter-Erfinder Jack Dorsey, habe in der Woche nach der US-Wahl eine Million neue Nutzerinnen und Nutzer dazugewonnen. Auch in Deutschland hält der “X-odus” an. So hätten sich unter anderem der Fußballklub FC St. Pauli und das Online-Feuilleton “54books” von X verabschiedet.

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4. Verlage unterliegen in Rechtsstreit um “Newszone”-App
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Im juristischen Streit um die öffentlich-rechtliche “Newszone”-App des SWR hätten die klagenden Verlage eine Niederlage einstecken müssen, schreibt Uwe Mantel bei “DWDL”. Nachdem die Verlage in einem ersten Urteil zunächst erfolgreich waren, habe die zuständige Kammer des Landgerichts Stuttgart – inzwischen etwas anders besetzt als beim ersten Urteil – diesmal in der App kein “presseähnliches Angebot” erkennen können.

5. Protestbrief gegen Vorgehen bei Today-Aus
(persoenlich.com, Christian Beck)
Laut persoenlich.com würden rund 170 Mitarbeitende des Schweizer Medienunternehmens CH Media in einem Protestbrief das überraschende und abrupt kommunizierte Ende der “Today”-Portale kritisieren. “Dieser Brief bringt den Unmut der Unterzeichnenden zum Ausdruck, auf welche Art und Weise CH Media die Einstampfung der Today-Portale umgesetzt und kommuniziert hat”, heiße es in dem Schreiben, das persoenlich.com vorliegt. Weitere Informationen zum Hintergrund: Sechs Today-Portale werden eingestellt: “Die Plattformen FM1Today, ArgoviaToday, BärnToday, PilatusToday, ZüriToday und 32Today sind per sofort nicht mehr erreichbar. Es kommt zu 34 Kündigungen. Der Verlag begründet den Entscheid mit mangelnder Wirtschaftlichkeit und fehlender Perspektive.” (persoenlich.com)

6. Von der gefeierten Influencerin zur Gefangenen
(taz.de, Mirco Keilberth)
Die tunesische Influencerin Amel Thamlaoui, bekannt als “Lady Samara”, sei zu einer Haftstrafe von über drei Jahren verurteilt worden. Obwohl sie in ihren Inhalten weder politische noch gesellschaftskritische Themen behandele, werfe ihr das Justizministerium eine Mitschuld an der “Verwahrlosung” in Sozialen Netzwerken vor. Mirco Keilberth kommentiert: “Warum eine selbstbewusste junge Tunesierin, die am meisten Klicks mit ihrer opulenten Hochzeitsfeier im Frühjahr hatte, nun ihr Kind im Gefängnis zur Welt bringen soll, darüber rätseln immer noch viele im Land. Aber natürlich nur hinter vorgehaltener Hand.”

Please Stärke Lindner, “Guardian” geht – SPD kommt zurück, DW-Streik

1. Please Stärke Christian Lindner!
(uebermedien.de, Lisa Kräher)
Lisa Kräher schreibt bei “Übermedien” über die intensive mediale Unterstützung, die Christian Lindner und dessen FDP in den vergangenen Wochen von der “Bild”-Medien erfahren hätten. “Bild” habe wiederholt Partei für den Finanzminister und FDP-Chef ergriffen, vor allem durch die schlagzeilenträchtige Berichterstattung über die angebliche Ungerechtigkeit seiner Entlassung durch Bundeskanzler Olaf Scholz sowie sein neues Image als Opfer im “Ampel-Drama”. Die redaktionelle Sympathie für Lindner habe auch mit Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner und dessen einstiger Anweisung “Please Stärke die FDP” zu tun.

2. Der »Guardian« verlässt X, die SPD kehrt zurück
(spiegel.de)
Die renommierte britische Tageszeitung “Guardian” verlässt den Kurznachrichtendienst X, vormals Twitter. “Der US-Präsidentschaftswahlkampf hat nur noch mehr unterstrichen, was wir schon lange vermutet haben: X ist eine toxische Medienplattform und ihr Eigentümer, Elon Musk, hat ihren Einfluss genutzt, um den politischen Diskurs zu beeinflussen”, schreibe der “Guardian” in einer Erklärung. In der deutschen Politik könne man hingegen eine konträre Entwicklung beobachten. So hätten Wirtschaftsminister Robert Habeck und der SPD-Parteivorstand ihre einst stillgelegten X-Accounts kürzlich reaktiviert.
Dazu auch ein Hörtipp in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator: “Wie weit darf das Reichweitenargument gehen? Aus meiner Sicht gibt man schließlich auch nicht der ‘Bild’-Zeitung Interviews, nur weil sie die größte Leserschaft hat. Reichweite um jeden Preis – das kann nicht die Lösung sein. Und bei X ist der Preis besonders hoch: Mit jeder Nachricht, jedem Beitrag auf X läuft man Gefahr, eine Plattform zu legitimieren, die demokratischen Austausch durch Hass und Hetze ersetzt. Der ‘Guardian’ hat das verstanden. Die deutsche Politik offenbar noch nicht.” (radioeins.de, Lorenz Meyer: Audio: 4:06 Minuten)

3. Drei Fragen: Zur Deutschen Welle
(verdi.de)
Nach einem Aufruf der Gewerkschaft Verdi kam es am gestrigen Mittwoch bei der Deutschen Welle zu einem ganztägigen Streik. Verdi-Sekretärin Kathlen Eggerling erklärt, worum es dabei geht, wie die Hauptforderungen aussehen, welche Auswirkungen der Streik hatte und wie die Stimmung bei den Streikenden war (“Es gibt Reden, Sprechchöre und gerade wurde auch gesungen.”). Auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat sich zu Wort gemeldet: “Das Angebot der Geschäftsleitung ist nicht nur meilenweit vom erlittenen Reallohnverlust entfernt, sondern auch vom Abschluss im Öffentlichen Dienst, der immer Referenzwert für den Tarifabschluss des Auslandssenders war”, so der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster: “Die Bezahlung von Journalistinnen und Journalisten darf sich nicht dauerhaft von der Lohnentwicklung anderer Branchen abkoppeln. Guter Journalismus muss gut bezahlt werden.” (djv.de, Gina Schad)

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4. Doppelgänger: CORRECTIV-Recherchen legen russische Propaganda-Kampagne lahm
(correctiv.org, Max Bernhard & Alexej Hock & Sarah Thust)
Alexej Hock, Sarah Thust und Max Bernhard erläutern in eigener Sache, wie “Correctiv” und die IT-Forensik-Organisation Qurium eine russische Desinformationskampagne namens “Doppelgänger” durch ihre Recherchen weitgehend eindämmen konnten. “Doppelgänger” soll seit Jahren gefälschte Webseiten und Propaganda-Links verbreitet haben, um in westlichen Ländern die Sicht auf die Ukraine zu beeinflussen. Nach Anfragen von “Correctiv” hätten mehrere europäische Dienstleister ihre Unterstützung für die Kampagne eingestellt.

5. Mutmassliche Online-Stalker von Jolanda Spiess-Hegglin streiten vor Gericht alles ab
(tagesanzeiger.ch)
In einem Prozess vor dem Bezirksgericht Pfäffikon würden zwei mutmaßlichen Online-Stalker der ehemaligen Schweizer Kantonsrätin Jolanda Spiess-Hegglin alle Anschuldigungen der Belästigung und Diffamierung bestreiten. Trotz einer Vielzahl an Beweisen, darunter E-Mails zu pornografischen Fotomontagen und hetzerischen Kommentaren in Sozialen Medien, würden die beiden Männer eine Beteiligung leugnen. Stattdessen würfen sie der Staatsanwaltschaft Fehler vor.

6. Sportjournalismus: Nur dabei statt mittendrin
(fachjournalist.de, Michael Schaffrath & Thorsten Schulz)
“Wie nehmen Trainer*innen die Dopingberichterstattung wahr? Wie schätzen sie die Kompetenz von Sportjournalist*innen ein? Und welche Mitverantwortung schreiben die Coaches den Medienvertreter*innen beim Thema Doping zu?” Um diese und weitere Fragen ging es in einer Studie der TU München. Beim “Fachjournalist” fassen die Studienmacher ihre Ergebnisse zusammen und liefern einen Ausblick.

Proteste gegen Strunz, Medienwende nach Mauerfall, Freiheit der Herzen

1. Euronews-Redaktionen protestieren gegen ihren neuen Chef Claus Strunz
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Stefan Niggemeier fasst die Diskussionen um den neuen Euronews-Chef Claus Strunz, Ex-Mitglied der “Bild”-Chefredaktion, zusammen. Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Gewerkschaften in Lyon und Brüssel würfen Strunz vor, die Prinzipien der Neutralität und Unparteilichkeit zu verletzen, insbesondere durch öffentliche Pro-Trump-Äußerungen und politische Eingriffe in die Berichterstattung. Dies untergrabe das Vertrauen in den Sender. Die Belegschaft fordere eine Untersuchung durch den Verwaltungsrat und plane ein Townhall-Meeting, um Strunz zur Einhaltung der Euronews-Redaktionscharta zu bewegen.

2. Herausforderungen des Kriegsjournalismus (zu Gast Sophie von der Tann)
(innovation-minutes.podigee.io, Sabrina Harper, Audio: 26:31 Minuten)
In der aktuellen Episode der “Innovation Minutes” spricht Moderatorin Sabrina Harper mit der vielfach ausgezeichneten Kriegs- und Krisenreporterin und Korrespondentin Sophie von der Tann: “Sophie gewährt Einblicke in die handwerkliche Arbeit, wie die sorgfältige Kuration von Informationen aus unsicheren Quellen und die Aufrechterhaltung von journalistischer Objektivität. Sie spricht auch offen über die zwischenmenschlichen und persönlichen Herausforderungen, die das Leben und Arbeiten in Krisen- und Kriegsgebieten mit sich bringt.”

3. Die Medienwende nach dem Mauerfall
(verdi.de, Günter Herkel)
Günter Herkel beschreibt die Veränderungen in der ostdeutschen Medienlandschaft nach dem Fall der Mauer. Er skizziert, wie die Volkskammer der DDR in den Jahren 1989 und 1990 Ansätze für eine vom Staat unabhängige Medienlandschaft initiierte, etwa durch die Gründung eines Medienkontrollrates und Maßnahmen gegen westliche Medienkonzerne. Die Einführung marktwirtschaftlicher Prinzipien habe dann zur Schließung vieler DDR-Medien und zu einer hohen Konzentration westdeutscher Verlagsmacht geführt.

Bildblog unterstuetzen

4. Walther Bensemann: Die Freiheit der Herzen
(kicker.de, David Bernreuther)
David Bernreuther schreibt über die letzten Jahre von Walther Bensemann, dem Gründer des “kicker”, der als Wegbereiter des internationalen Fußballs und Verfechter eines friedensstiftenden Sports gilt. Bensemanns Kritik an der nationalistischen Instrumentalisierung des Sports, wie er sie bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1934 in Rom erlebte, spiegele seine Überzeugung wider, dass Sport aus der “Freiheit des Herzens” kommen müsse – ein Ideal, das er auch im Exil bis zu seinem Tod verteidigt habe.

5. Resolution des Herbsttreffens der Medienfrauen 2024
(corporate.dw.com)
Die diesjährige Herbsttagung der “Medienfrauen” von Deutscher Welle, Deutschlandradio und Phoenix endete mit einer Resolution für einen diskriminierungsfreien und geschlechtersensiblen Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI). Die “Medienfrauen” fordern Maßnahmen wie gezielte Schulungen, transparente Richtlinien und die Einbindung interdisziplinärer Teams, um die Qualität von KI-Systemen zu sichern und geschlechtsspezifische Diskriminierung zu verhindern.

6. “Je komplexer Mobilität wird, desto größer ist der Bedarf, sich auch mal intensiver mit einem Thema zu beschäftigen”
(turi2.de, Björn Czieslik)
Im Interview mit “turi2” zieht Chefredakteur Martin Kunz Bilanz über den seit 2020 vollzogenen Wandel seiner “ADAC Motorwelt” vom “Auto-Blatt zum Mobilitäts­magazin”. In dem Gespräch geht es darum, wie sich die Reduzierung auf vier Ausgaben pro Jahr und die Einführung eines Abholmodells in Supermärkten und ADAC-Geschäftsstellen ausgewirkt hat, was die Auslagerung der Produktion an den Burda-Verlag bedeutet, und wie die Abgrenzung zu den Online-Inhalten erfolgt.

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