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How to: Klickfischen am rechten Rand

Sie wollen ein Medium mit riesiger Reichweite werden? Sie wollen viral gehen, Sie wollen geklickt werden, Sie wollen saumäßig viel Asche machen? Dann brauchen Sie eigentlich nur: Ausländer.

Ausländer funktionieren besser als Brüste, Fußball und Tiere zusammen. Da kommen die Likes und Shares und Werbeeinnahmen ganz von alleine, garantiert! Es gibt nur ein paar ganz einfache Regeln.

1. Nur bestimmte Ausländer sind schlimme Ausländer

Skandinavier zum Beispiel sind okay, Briten und Amerikaner auch, Niederländer eigentlich auch. Im Grunde sind alle in Ordnung, die keine Moslems sind. Und keinen zu dunklen Teint haben. Wenn also, sagen wir, eine japanische Hochzeitsgesellschaft irgendwo Randale macht, ist Ihnen das keine Schlagzeile wert.

Türkische Hochzeitsgesellschaft liefert sich illegales Autorennen auf A81

… allerdings schon.

2. Auch wenn nichts passiert, ist das eine Nachricht (solange Ausländer drin vorkommen)

Wenn zum Beispiel ein Café in Stuttgart ein paar Flüchtlingsheime dazu einlädt, doch mal zum gemeinsamen Singen vorbeizukommen, dann aber keiner kommt — ja lecko mio, Schlagzeile!

Flüchtlinge fehlen beim Singen mit Flüchtlingen

3. Weniger Fakten = Mehr Reichweite

Beispiel:

ABSCHIEBE-IRRSINN - Afghanen schicken uns diesen Terroristen zurück

Dass der Terrorist Deutscher ist, mit ihm also genau das passiert, was hier immer wieder für kriminelle Ausländer gefordert wird (Zurück in die Heimat!), sollten Sie in der Überschrift natürlich verschweigen.

Anderes Beispiel:

Bin-Laden-Leibwächter kassiert 1100 Euro Stütze

Was bloß nicht zu früh ersichtlich werden darf: Dass die „1100 Euro Stütze“ nicht nur für ihn, sondern auch für seine Frau und seine vier Kinder bestimmt sind. Und dass er nicht aus Spaß nicht abgeschoben wird, sondern weil ein deutsches Gericht ein „sehr hohes Risiko“ sieht, dass ihm in der Heimat „Folter und unmenschliche Behandlung“ drohen.

4. Noch weniger Fakten = Noch mehr Reichweite

Nehmen wir an, die Zahl der Terror-Hinweise von besorgten Bürgern an die Polizei nimmt stark zu. Es gibt also zum Beispiel mehr Nachbarn, die in ihrem Umfeld eine islamistische Radikalisierung wahrgenommen haben wollen. Die Polizei prüft diese Fälle, doch die meisten davon erweisen sich als „strafrechtlich nicht relevant“. Was schreiben Sie als Überschrift? „Verdacht auf Terror in den meisten Fällen unbegründet?“ Nee.

Zahl möglicher Terrorverdächtiger wächst stark – Kontrollverlust droht

Staatsschutz besorgt - Kontrollverlust droht: Zahl Terrorverdächtiger hat sich in NRW fast verdoppelt

STAATSSCHUTZ BEFÜRCHTET KONTROLLVERLUST - Zahl möglicher Terror-Verdächtiger steigt massiv

5. Kurz gesagt: Machen Sie es so wie „Bild“, „Welt“ und „Focus Online“

Das sind die absoluten Profis. Im Ernst jetzt. Alle oben gezeigten Artikel sind in einem dieser drei Medien erschienen. Sie wurden alle im letzten Monat veröffentlicht. Und sie gehörten allesamt zu den erfolgreichsten Artikeln in Sozialen Medien.

Wir wissen das, weil wir vier Wochen lang die Social-Media-Charts von 10000flies ausgewertet haben. Dort werden in einem täglichen Ranking die Artikel gelistet, die bei Facebook, Twitter und Google+ am häufigsten geteilt, geliked, verlinkt und kommentiert wurden.

Aus den Top 25 des Tages haben wir einen Monat lang die Artikel rausgesucht, die mit Ausländern/Flüchtlingen/Islam zu tun hatten. Und klar hatten wir damit gerechnet, dass es viele werden würden.

Damit hatten wir allerdings nicht gerechnet. Aus den Top 25 des jeweiligen Tages:

1. April
Weniger Ostern, dafür mehr Islam? Tichys Einblick
Kein Ostergruß der Kanzlerin und des Bundespräsidenten zum wichtigsten Hochfest der Christen Philosophia Perennis
Autobahn blockiert – Türkische Hochzeitsgesellschaft liefert sich illegales Autorennen auf A81 Focus Online
“Sind Sie fassungslos? Ich auch…”: Einbahnstraße Integration Philosophia Perennis
2. April
Regierungschef Netanjahu teilt mit – Israel siedelt Migranten aus Afrika auch nach Deutschland um Focus Online
Israel will Migranten nach Deutschland umsiedeln – Berlin weiß nichts Welt
Einigung mit UNHCR – UN-Organisation siedelt 16.000 afrikanische Flüchtlinge aus Israel in Westen um Focus Online
Irre: Maas holt Tausende Afrikaner von Israel nach Deutschland! Compact
Neumünster: Ehemann von FDP-Kandidatin im Vorstand der von Ankara gelenkten DITIB-Moschee Epoch Times
Integration: CDU-Politiker Jens Spahn für deutsche Moschee-Gemeinden Berliner Morgenpost
Migranten aus Afrika werden von Israel nach Deutschland umgesiedelt Welt
Einigung mit UNHCR: Israel schickt Migranten nach Deutschland n-tv
3. April
Deutsches Kind, islamische Pflegefamilie – ist das Integration? Welt
Prozess des Jahres: Angst vor IS-Terror OE24
Zehntausende unterstützen Petition gegen illegale Einwanderung Junge Freiheit
Seehofer will Hartz-IV-Empfängern den Familiennachzug verwehren Welt
Gewalt an Deutschlands Schulen eskaliert – die Deutschenfeindlichkeit auch Epoch Times
4. April
Sebastian Kurz kündigt Kopftuchverbot für Kindergarten und Schule an Welt
ÖVP & FPÖ fixieren Kopftuchverbot in Kindergärten Kronen Zeitung
Mohrenkopfhersteller: „Solange ich lebe, bleibt der Name“ Journalistenwatch
Ösi-Kanzler – Kurz will Kopftuchverbot für Kleinkinder Bild
Zahl der Salafisten in Deutschland hat sich verdoppelt Tagesspiegel
Kopftuch-Verbot in Kindergärten: Ganz einfach Kronen Zeitung
Stadt Köln zahlt horrende Mieten für Flüchtlinge WDR
Persisches Neujahrsfest eskaliert – Schlägereien, Schüsse, stinksaure Anwohner Bild
Wende in der Asylpolitik: Schweiz will Tausende Eritreer zurückschicken 20 Minuten
„Ganz einfach“: Österreich beschließt Kopftuchverbot in Kindergärten und Volksschulen Epoch Times
Verdopplung in fünf Jahren: Salafisten-Szene wächst rasant n-tv
5. April
Polizisten attackiert: FPÖ streicht Asylwerber nach Tat Grundversorgung Heute.at
«Deutschland kapituliert vor dem Islam» NZZ
Bizarre Liebe in Sachsen – Flüchtling (16) schlägt Erzieherin– jetzt Hochzeit! Bild
Köln – Horror-Miete! Flüchtlinge leben in Kölns teuerstem Zimmer Focus Online
„Der politische Islam hat hier nichts verloren!“ Kronen Zeitung
Den Frauen reicht es jetzt! Demo gegen Asylanten-Gewalt in Wien Wochenblick.at
Sozialarbeiterin vergewaltigt? Gericht spricht Asylbewerber in diesem Punkt frei Tag24
Islamforscher attestiert Merkel und Seehofer „bemerkenswerte Ignoranz“ Welt
6. April
Die Partei „Islam“ fordert nach Geschlecht getrennten Nahverkehr Welt
Österreich: Groß angelegte Abschiebungs-Aktion läuft Kurier
Österreich: Groß angelegte Abschiebungs-Aktion im Laufen Kurier
Kölner Politikerin verdient kräftig an Flüchtlingshotel Focus Online
Ärger in der CDU: Kölner Politikerin verdient kräftig an Flüchtlingshotel Express
Forderung nach islamischer Geschlechterapartheid mitten in Europa Belgische Islampartei: “Unser Ziel ist ein 100%iger islamischer Staat“ PI News
An Brennpunktschule im Ruhrgebiet – Lehrerin: „Schüler bestanden darauf, dass Allah die Welt erschuf“ Focus Online
7. April
Auswärtiges Amt gesteht: Ja, Merkel finanziert Islamisten in Syrien – hier sind die Fakten! Compact
Islamismus: Hunderte Extremisten beantragten Asyl Spiegel Online
Laut Bundesregierung – Fast jeder vierte Extremist ist Asylbewerber Bild
NRW-Plan – Kopftuch-Verbot für junge Mädchen Bild
Partei „Islam“ will Geschlechtertrennung in Öffis Kronen Zeitung
Berlin Neukölln: 113 minderjährige Flüchtlinge verursachen Kosten von mehr als 3 Mio. Euro im Monat Philosophia Perennis
8. April
Tausende in EU anerkannte Flüchtlinge beantragen Asyl in Deutschland Welt
Vertrag im Oktober 2017 unterschrieben Köln: CDU-Frau verdient an Flüchtlingshotel 32.500 Euro/Monat PI News
„Wer hier leben will, muss sich an unsere Werte halten“ Welt
9. April
Tausende in EU anerkannte Flüchtlinge beantragen Asyl in Deutschland Welt
Vorfall in Weinheim – Stadt weist vollverschleierte Frau in Bürgerbüro ab – OB verteidigt Vorgehen Focus Online
Für Flüchtlings-Zimmer – CDU-Politikerin bekommt 32 550 Euro pro Monat Bild
Beim „Singen mit Flüchtlingen“ kam kein einziger Flüchtling Journalistenwatch
Dänemark zeigt wie es geht: 3 Mahlzeiten für Asylbewerber pro Tag – mehr nicht Politikstube
Bin Salman: Europa erkennt die islamistische Gefahr nicht – Der Westen feierte sogar bin Laden als Widerstandskämpfer Epoch Times
Wenn die Sonne scheint in Islam-Germanistan Journalistenwatch
10. April
Somalische Piraten leben weiter in Hamburg Welt
Stadt appelliert an Gesetzgeber – Amt weist Frau mit Vollschleier ab Bild
Flüchtlinge fehlen beim Singen mit Flüchtlingen Welt
Zweieinhalb Jahre nach Willkommenseuphorie – Pfarrer klagt an: Weil es zu wenige Helfer gibt, greifen Flüchtlinge zu Drogen Focus Online
Bürgermeister setzte sich für möglichst hohen Tagessatz pro „Flüchtling“ ein Köln: CDU-Affäre um „Flüchtlingshotel“ weitet sich aus PI News
Auf diese Fürsprecherin können Muslime gut verzichten Welt
Marokkaner sticht auf Passanten ein – zwei Frauen getötet – er wollte Opfer enthaupten Politikstube
11. April
“Ausgegrenzt, weil ich Deutscher bin” Tagesspiegel
CDU-Kultusministerin Eisenmann: Grundschulkinder sollen Kopftuch tragen dürfen Journalistenwatch
„Keine Asylanträge mehr auf europäischem Boden“ Kronen Zeitung
Demos gegen Asylanten-Gewalt: Jetzt platzt den Frauen der Kragen! Wochenblick.at
12. April
Asylwerber sollen künftig für ihr Quartier zahlen Kronen Zeitung
Kein Familiennachzug – Syrer verlassen Deutschland wieder Bild
Stegner verspricht: Wir werden Deutschland weiter islamisieren! Journalistenwatch
Kindergeld-Betrug im großen Stil – totale Ahnungslosigkeit bei Merkel-Regierung Compact
Ditib-Moschee läßt Kinder in Kampfanzügen aufmarschieren Junge Freiheit
Kein Familiennachzug – Syrer verlassen Deutschland Welt
Antwort auf AfD-Anfrage Kindergeld-Betrug: Merkel-Regierung angeblich ahnungslos! PI News
Herford: Verstörendes Video: Kinder in Herford marschieren im Kampfanzug Neue Westfälische
Kriminelle Flüchtlinge in Mannheim: Intensivtäter aus dem Maghreb lügen bei Altersangabe Stuttgarter Nachrichten
13. April
“Randalierer” greift Bäckerei und Polizisten an – 19-jähriger Afghane erschossen Osthessen News
AfD-Antrag zur Altersfeststellung durch CDU, FDP, SPD und Grünen abgelehnt Journalistenwatch
Staat zahlt 2,4 Mio. Euro – Politikerin kassiert auch für leeres Flüchtlings-Hotel Bild
14. April
Mut-Frauen von Wien: So lief die Demo gegen Asylanten-Gewalt! Wochenblick.at
Hunderte Menschen demonstriere gegen Flüchtlinge Tag24
15. April
Moslem: „Die Deutschen müssen den Islam annehmen!“ Journalistenwatch
“Ihr könnt in Euren Ländern f*****!” Robert Geiss rastet auf Instagram aus Tag24
Kriminelle Großfamilien – Schutzgelderpressung, Raub, Mord: Die Macht der Libanesen-Clans wächst Focus Online
Hamed Abdel-Samad: Das Märchen von der gelungenen Integration Tichys Einblick
16. April
Kickl geht gegen “Asyl-Urlauber” vor OE24
Fast alle ausländischen Straftäter bleiben im Land Welt
Linz: Schwarzer randaliert und prügelt Polizistin halbtot! Wochenblick.at
17. April
Täter gefasst – Straßenbahn-Schläger hatte sieben Identitäten Bild
Bielefeld: Bielefelder Polizei soll Bezeichnung “südländisch” in Fahndungsaufrufen unterlassen Neue Westfälische
„Die junge afghanische Community ist sehr wütend“ Welt
Jetzt schlägt es 13! Gefühlvoller Umgang mit muslimischen Straftätern wird Pflicht Politikstube
Nach Todesschuss auf Afghanen: Party-Jugend von Fulda stellt sich demonstrativ hinter Polizei Philosophia Perennis
Flüchtlinge verkaufen deutsche Papiere im Internet Basler Zeitung
Handel mit Dokumenten: Warum Flüchtlinge ihre Identitäten verkaufen Spiegel Online
Handel in sozialen Netzwerken: Flüchtlinge verkaufen wohl deutsche Papiere n-tv
Kopftuchverbot: Kinder halten für Protest her Kronen Zeitung
18. April
Flüchtlinge protestieren für besseres Essen und mehr Taschengeld Welt
Asylbewerber demonstrieren vor Brucker Rathaus – Situation eskaliert Merkur
Kinder stellten Schlacht nach: Kurz droht Moscheeverein mit Auflösung n-tv
Er schrie “Christenschweine” und bekam dafür vom Richter klare Ansage Tag24
Großeinsatz in Fürstenfeldbruck: Asylbewerber demonstrieren vor Rathaus – ein verletzter Polizist Epoch Times
Österreich plant, Bargeld von Flüchtlingen einzuziehen Welt
Bei Einreise – Österreich verschärft Asylrecht: Flüchtlingen werden bis zu 840 Euro abgenommen Focus Online
Asylbewerberin rastet aus und sticht auf einen Polizisten ein Tag24
19. April
EU-Umsiedlungsprogramm: Merkel bestellt Nachschlag von 10.000 Migranten Compact
Wir brauchen Rente mit 70 – oder 500.000 Zuwanderer im Jahr Welt
Österreich will Bargeld und Handys von Flüchtlingen einziehen T-Online
Deutschland nimmt 10.000 Umsiedlungsflüchtlinge auf Welt
EU-Programm – Deutschland nimmt 10 000 Flüchtlinge auf Bild
Tulln: Nach Freispruch folgt nun die sofortige Abschiebung Kurier
EU drängt auf baldiges Ende der Grenzkontrollen Kronen Zeitung
EU-Umsiedlungsprogramm: Deutschland nimmt 10.000 Flüchtlinge auf Tagesschau
Fürstenfeldbruck – „Druck erzeugt einen brodelnden Kessel“: Flüchtlinge legen bei Demo Stadt lahm Focus Online
Seehofer knickt mal wieder ein und fährt Grenzkontrollen zurück Journalistenwatch
Bundesregierung siedelt 10.000 Araber und Nordafrikaner nach Deutschland um Philosophia Perennis
20. April
Kurz: „Dulde keinen türkischen Wahlkampf bei uns!“ Kronen Zeitung
Wie ein Asylverfahren in Deutschland abläuft Sächsische Zeitung
Abschiebung, auch wenn Täter hier geboren sind Kronen Zeitung
Verdacht auf weitreichenden Korruptionsskandal im Bamf Süddeutsche Zeitung
Katholischer Kindergarten in Heidelberg: 16-jährige Praktikantin mit Kopftuch heimgeschickt Rhein-Neckar-Zeitung
Asylentscheide ohne rechtliche Grundlage positiv beschieden – Verdacht auf Korruptionsskandal im Bamf Focus Online
21. April
Österreich zeigt, wie’s geht: Mehr Netto für Familien, weniger Kohle für Asylanten Compact
Neu gebautes Wohnhaus für „Flüchtlinge“ – Tiefgarage, Fußbodenheizung, Hausmeisterservice Politikstube
Ali jammert: „Ich habe kein Vertrauen mehr in die Deutschen“ Politikstube
Man kann nicht Schutz erbitten und Juden angreifen Welt
Hört, hört: Seehofer will abgelehnten Asylbewerbern Geldleistung streichen Journalistenwatch
Randaliert und Kirche in Brand gesteckt: Polizei nimmt Somalier (28) fest Wize.Life
22. April
Islamdebatte: Die unerträgliche Waschlappigkeit der deutschen Politik Spiegel Online
Neues Wohnhaus mit Tiefgarage, Fußbodenheizung und Hausmeisterservice – Flüchtlinge ziehen im Juni ein Epoch Times
Merkel beklagt „neue Formen von Antisemitismus“ durch Flüchtlinge Welt
Wegen Ramadan: Abi-Büfett erst nach Sonnenuntergang Journalistenwatch
Staatsschutz ermittelt: Flüchtling randaliert in Kirche Tag24
Interview mit israselischem Sender – Merkel beklagt „neue Formen des Antisemitismus“ durch Flüchtlinge Focus Online
Polizeibekannte Flüchtlinge rauben Radfahrer im Tiergarten aus Tagesspiegel
23. April
Seit 1997 in Deutschland – So viel Stütze kassiert bin Ladens Leibwächter Bild
Beamte setzten Pfefferspray und Schlagstöcke ein – Protest gegen Abschiebung eskaliert: 60 Menschen umzingeln Streifenwagen Focus Online
Erneut stürmen Migranten eine europäische Grenze Kronen Zeitung
Weltbank: Überweisungen von Migranten in die Heimat nehmen stark zu Epoch Times
24. April
Intensivtäter kommt glimpflicher davon – Richter verkürzt Strafe wegen „Haftempfindlichkeit“ Bild
Sami A. aus Bochum – Ex-Leibwächter bin Ladens kann nicht abgeschoben werden – und kassiert weiter Hilfeleistungen Focus Online
Der nächste Tote: Merkels Killer-Islamisten berauben und ersäufen Jungen im Fluss Halle-Leaks.de
Ungarn nimmt keine illegalen Einwanderer auf – egal wie sehr sich EU und Soros bemühen Epoch Times
Pensionisten sollen mehr bekommen als Flüchtlinge Kronen Zeitung
Al-Qaida: Bin Ladens Ex-Leibwächter bezieht 1167 Euro monatlich WAZ
Italien: Flüchtlingshelfer „am Boden zerstört“ – sie bekommen ihr Schiff nicht zurück Journalistenwatch
Deutsche ISIS-Frauen – Warum kommen die zurück? Bild
Kriminologe: „Wer schlecht mit Flüchtlingen umgeht, kriegt’s zurück!“ Wochenblick.at
25. April
Richter verkürzt Strafe – „Haftempfindlich“, weil er kein Deutsch kann! Bild
Syrien: Deutschland gibt eine weitere Milliarde Euro Web.de
Flüchtlingshilfe – Deutschland gibt eine Milliarde Euro zusätzlich für Syrien Focus Online
26. April
Zwei IS-Frauen kehren mit Kindern nach Deutschland zurück Welt
Richter kürzt Haftstrafe – Wie kann so einer „haftempfindlich“ sein? Bild
Abschiebe-Irrsinn – Afghanen schicken uns diesen Terroristen zurück Bild
Senioren-Skatrunde muß moslemischen Frauen weichen Junge Freiheit
27. April
Gastbeitrag von Linda Teuteberg – Nach dem BAMF-Skandal: Einwanderung und Integration endlich neu ordnen Focus Online
Libanese tötete SEK-Mann – Polizisten-Mörder darf nicht abgeschoben werden Bild
Bundeskanzler Kurz, Österreich: „Flüchtlinge bekommen mehr als Rentner, das wollen wir jetzt ändern“ Epoch Times
Bundesregierung alarmiert – Assad plant Enteignung von Flüchtlingen Bild
Zahlen nicht gemeldet: Berlins Ausländerbehörde vergisst 200.000 EU-Bürger Berliner Morgenpost
28. April
„Mädchen mit Kopftüchern bereichern das Stadtbild“ Kronen Zeitung
Flüchtlinge, die Pfleger werden, sollen bleiben dürfen Welt
Jeder vierte Berliner ist ein Ausländer B.Z.
Nigerianer zwei Tage nach Abschiebung wieder in Deutschland Epoch Times
Köln – Flüchtlings-Unterkunft: Weiterer Fall bei Kölner CDU Focus Online
1750 Euro pro Tag: Flüchtlings-Unterkunft: Weiterer Fall bei Kölner CDU Express
Vilimsky betont: Wir müssen Illegale in ihre Heimat zurückführen Wochenblick.at
29. April
Jeder Zweite scheitert am Deutschtest FAZ
BILD macht den Test – Wie lange hängt eine Israel-Fahne? Bild
Will Muslime nicht verärgern: Würzburger Hochschulpfarrer kämpft gegen Kreuze in Bayerns Behörden Philosophia Perennis
„Deutschland verrecke“ in den Alltag integrieren – Bündnis 90/Die Irren: Wer Pfleger wird soll Bleiberecht erhalten PI News
Habeck lockt Flüchtlinge – »Wer Pfleger wird, soll bleiben dürfen Bild
30. April
Mann reißt elfjährigem Mädchen Kopftuch herunter Welt
Slowenische Regierung: 50.000 Asylwerber jetzt auf dem Weg Richtung EU! Wochenblick.at
Türkischer Wahlkampf in Deutschland – Grünen-Politikerin Roth kritisiert Auftrittsverbot für Erdogan Focus Online
„Kein Ausdruck starker Demokratie“: Claudia Roth kritisiert Wahlkampf-Verbot für ausländische Politiker Epoch Times

Fast 200 Ausländer-Artikel in einem einzigen Monat.

Tausendfach geteilt, geliked und kommentiert; von AfD, Pegida und Co. in die letzten Winkel der Sozialen Medien herumgereicht. Und auch wenn Medien wie “Compact”, “PI News” und “Epoch Times” große Teile des rechten Reichweitenmarktes bestimmen — noch erfolgreicher sind “Welt” (24 Artikel), “Bild” (21) und “Focus Online” (19).

Schon vor einem Jahr wertete die “Süddeutsche Zeitung” über eine Million Facebook-Likes aus. Unter den beliebtesten Medien von AfD-Anhängern: “Welt” und “Focus Online”. Schon damals fiel der “SZ” auf …

… dass insbesondere Focus Online häufig Kommentare, Gastbeiträge oder Interviews verlinkt, die sich – vorsichtig ausgedrückt – kritisch mit Flüchtlingen und Zuwanderern, dem Islam, der Türkei und anderen Themen beschäftigen, mit denen die AfD besonders stark mobilisiert.

Die Teaser der Beiträge sind gerne zugespitzt, Berichte über Straftaten nennen die Herkunft der Tatverdächtigen teils schon in der Überschrift. Dementsprechend regelmäßig sammeln die Facebook-Posts dann auch ein paar hundert oder tausend wütende Reaktionen und werden hundertfach geteilt und kommentiert. Auffallend oft finden sich diese Links in Timelines von AfD-Sympathisanten oder in offenen und geschlossenen Facebook-Gruppen mit eindeutig rechter bis rechtsextremer Ausrichtung.

Machen Sie es also wie Springer und Burda! Übertreiben Sie, wo Sie nur können. Unterschlagen Sie Fakten. Scheißen Sie konsequent auf journalistische Standards. Und die Klicks der Fremdenfeinde sind Ihnen gewiss.

Polizeiliche Selbstgespräche, Doppelstandards, Kollegah auf Eis

1. In Görlitz interviewt der Polizeisprecher seinen Chef einfach selbst – und die Sächsische Zeitung veröffentlicht es
(buzzfeed.com, Marcus Engert)
In Görlitz hat der Polizeisprecher seinen Chef interviewt und das Gespräch als „Medieninformation“ veröffentlicht. Was seinen Weg in die „Sächsische Zeitung“ fand und dort wie redaktioneller Inhalt aussah. Marcus Engert ist dem Vorfall nachgegangen, stieß aber auf wenig Gesprächsbereitschaft: Die Polizei reagierte abwehrend, die „Sächsische Zeitung“ konnte keinen mit dem Vorgang vertrauten Gesprächspartner ermitteln. Mittlerweile hat die Zeitung den Artikel gelöscht und bedauert die Vorgehensweise via Twitter: „Nicht unser Standard“.

2. Von wegen europäische Standards für alle: Facebook ändert Vertragsbedingungen von 1,5 Milliarden Menschen
(netzpolitik.org, Ingo Dachwitz)
Vor kurzem hatte Facebook-Chef Mark Zuckerberg noch vollmundig verkündet, man wolle sich in Sachen Datenschutz an der ab Ende Mai geltenden Datenschutz-Grundverordnung DSGVO orientieren. Nun sieht es eher so aus, als ob der Social-Media-Gigant die nicht-europäischen Mitglieder von den neu geltenden Standards explizit ausschließt.

3. Erfolgreiche Bezahl-Nachrichten aus Frankreich
(deutschlandfunk.de, Suzanne Krause, Audio, 5:01 Minuten)
Die französische Online-Zeitung “Mediapart” sei der lebende Beweis, dass Leser bereit sind, für hochwertige Online-Nachrichten zu zahlen, so Suzanne Krause im Deutschlandfunk. Die für ihre hochwertigen Nachrichten und Enthüllungsgeschichten bekannte Online-Zeitung schreibe seit sieben Jahren schwarze Zahlen.

4. BGH: Sieg auf ganzer Linie für Adblock Plus
(heise.de, Torsten Kleinz)
Der BGH hat entschieden: Der Werbeblocker Adblock Plus der Firma Eyeo verstößt nicht gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb. Diesen Vorwurf hatte der Verlag Axel Springer erhoben und Schadensersatz für entgangene Werbeumsätze verlangt. Der unterlegene Springer-Konzern hält das Urteil für falsch und will Verfassungsbeschwerde einlegen.

5. Schweizer Zeitungsmarkt neu sortiert
(taz.de, Andreas Zumach)
Der Schweizer Medienmarkt ist in Bewegung: Der bisherige Eigentümer der „Basler Zeitung“ (BaZ), der Milliardär und Chefstratege der rechtspopulistischen SVP, Christoph Blocher, hat das Blatt an den Tamedia-Konzern verkauft. Im Gegenzug erhält Blocher von Tamedia eine 65-prozentige Beteiligung am „Tagblatt der Stadt Zürich“ sowie vier weitere Gratiszeitungen. Es steht jedoch noch die Genehmigung der eidgenössische Wettbewerbskommission aus.

6. Plattenfirma setzt Zusammenarbeit mit Kollegah und Farid Bang aus
(spiegel.de)
Die Bertelsmann Music Group (BMG) hat angekündigt, die Zusammenarbeit mit den Rappern Kollegah und Farid Bang zu pausieren. “Wir hatten den Vertrag über ein Album. Jetzt lassen wir die Aktivitäten ruhen, um die Haltung beider Parteien zu besprechen“, so der Vorstandschef in einem Gespräch mit der „FAZ“. 

Weiterer Lesetipp: Was sagt eigentlich Bertelsmann zum Kollegah-Skandal? (welt.de, Christian Meier) Dort taucht auch die in den sozialen Medien heftig kritisierte Stellungnahme eines BMG-Sprechers auf: „Zweifellos haben einige der Texte auf ,JBG3’ (das Album) viele Menschen tief verletzt. Auf der anderen Seite haben sich viele Menschen eindeutig nicht gekränkt gefühlt (…).“
Und für all diejenigen, die mehr über die Hintergründe und die strittigen Textstellen erfahren wollen, hat Christian Buß auf “Spiegel Online” einen Tipp: „Die TV-Doku “Die dunkle Seite des deutschen Rap” beleuchtet, wie tief der Antisemitismus bei Kollegah und Co. verankert ist. Hätten die Echo-Verantwortlichen doch diesen Film gesehen.“

Der schöne Schein und die Ästhetisierung des Krieges

Als Reaktion auf einen mutmaßlichen Giftgasangriff bombardierten die USA unter Beteiligung von Frankreich und des Vereinigten Königreichs am 14. April syrische Einrichtungen bei Damaskus und Homs. Zur Bebilderung der Meldung verwendeten zahlreiche Medien (“Spiegel Online”, Berliner-Zeitung.de, Stern.de, Handelsblatt.com, taz.de, ksta.de, MDR.de, “Deutschlandfunk” und viele weitere) ein und dasselbe Bild der amerikanischen Nachrichtenagentur “Associated Press”, die in Deutschland mit der “dpa” zusammenarbeitet.

Screenshot Spiegel Online, der die Verwendung des Fotos zeigt - Foto-Beschreibung weiter hinten im Text
Screenshot Berliner-Zeitung.de, der die Verwendung des Fotos zeigt
Screenshot taz.de, der die Verwendung des Fotos zeigt

Kriegsmeldungen zu bebildern, ist mit Sicherheit keine einfache Aufgabe und vielleicht gab es auch nur wenig Auswahl. Dennoch tue ich mich mit diesem Bild schwer.

Das Foto zeigt ein nächtliches Stadtpanorama in warmen Farbtönen mit einem spektakulären Lichtschweif, der weite Teile des Himmels erhellt.

Je nachdem, welcher Ausschnitt von der jeweiligen Redaktion gewählt wurde, ergeben sich stimmungsvolle Kompositionen aus malerischer Stadtkulisse und einem leuchtendem Himmel, der dynamisch von der Diagonale des Leuchtstreifens zerteilt wird. Man könnte durchaus von einem ästhetischen Bild sprechen, das man sich gerne ansieht. Kein Wunder: Bilder von nächtlichen Stadtlandschaften, Skylines und Gewittern sind begehrte Postermotive und werden sogar auf Leinwand angeboten.

Was bei all der visuellen Schönheit in den Hintergrund zu geraten droht: Es handelt sich immer noch um eine Kriegsaktion, mit all den furchtbaren Folgen für die dort lebende Bevölkerung.

Während sich also in Damaskus und Homs die Menschen Sorgen um ihr Leben machen, schauen wir uns romantischen Kriegskitsch an. Fast wie zu Silvester, wo wir dank der jährlichen Überdosis Raclette oder Fondue um Mitternacht schwerfällig nach draußen schwanken und sagen: “Oh, ist das schön!” Und uns danach wieder in das kuschelige Warm unserer sicheren Wohnung zurückziehen.

Nennt mich streng, nennt mich überkorrekt. Außerdem weiß ich, dass es natürlich — wie fast immer — Wichtigeres gibt. Aber mir ist unwohl bei dieser journalistischen Entscheidung, etwas schön zu bebildern, was nicht schön zu bebildern ist.

Dazu auch:

  • Das Töten von Menschen als medial inszenierte Rekordjagd: Mord ist Sport.

Jens R.

“Spiegel Online” schreibt von “Jens R.”:

Screenshot Spiegel Online - Amoktäter von Münster - Wie Jens R. sein Leben entglitt - Der Amokfahrer von Münster hatte wohl schon als Kind Suizidgedanken. Jens R. flüchtete sich später in Verschwörungsideen und zeigte nach SPIEGEL-Informationen seinen Vater an, als der ihm helfen wollte.

Welt.de schreibt von “Jens R.”:

Screenshot Welt.de - Folgenschwerer Sturz - Wie konnte Jens R. zum Mörder werden?

FAZ.net schreibt von “Jens R.”:

Screenshot FAZ.net - Amokfahrer von Münster - Das rätselhafte Leben des Jens R.

Stern.de schreibt von “Jens R.”:

Screenshot stern.de - Amokfahrt von Münster - Es liegt der Verdacht nahe, dass Jens R. eine paranoide Schizophrenie hatte

Tagesspiegel.de schreibt von “Jens R.”:

Screenshot Tagesspiegel.de - Täter von Münster - Hatte der Amokfahrer Jens R. Kontakte zu Rechtsextremisten?

“Zeit Online” schreibt von “Jens R.”:

Screenshot Zeit Online - Jens R. - Täter von Münster wollte Suizid begehen - Jens R. handelte laut neuen Erkenntnissen in Selbstmordabsicht. Die Ermittler dementierten Berichte, wonach er seine Tat kurz zuvor andeutete.

Süddeutsche.de schreibt von “Jens R.”:

Screenshot Süddeutsche.de - Anschlag in Münster - Jens R. gegen den Rest der Welt

Selbst “Focus Online” schreibt von “Jens R.”:

Screenshot Focus Online - Psychologe erklärt das Unfassbare - Jens R. machte Eltern Vorwürfe - Psychologe zweifelt an Kindheitstrauma als Amok-Auslöser

So gut wie jede Redaktion in Deutschland schreibt von “Jens R.”, wenn sie über den Mann berichtet, der bei seiner Amokfahrt am Samstagnachmittag in Münster zwei Menschen tötete und viele weitere verletzte — mit einer Ausnahme: “Bild” und Bild.de. Nur die “Bild”-Medien nennen den kompletten Namen des Attentäters, ohne Rücksicht etwa auf dessen Familie:

Ausriss Bild-Zeitung - Das Protokoll der Amok-Fahrt von Münster - Um 15.27 Uhr fuhr Jens Nachname Volleyball-Star Chiara ins Koma
Screenshot Bild.de - Amokfahrer von Münster schrieb Jammer-Brief im Tatfahrzeug - Psychotherapeut analysiert 92 Seiten Abschiedsbrief von Jens Nachname
(Alle Unkenntlichmachungen von uns.)

Dazu auch:

Mit Dank an @FrauBeng, @bluejacket12346 und @jujohol für die Hinweise!

Amokfahrt von Münster, Weg mit der Börse, Medien, die auf Türen starren

1. Anschlag? Amoktat? Todesfahrt?
(taz.de, Daniel Bouhs)
Sollten Medien sich bei unsicheren Lagen frühzeitig auf ein Szenario festlegen? Und hat die Polizei nach dem Vorfall in Münster mit mehreren Stimmen gesprochen wie vom Digitalableger der „Rheinischen Post“ behauptet? „RP Online“ hatte relativ früh von einem „Anschlag“ gesprochen, sich danach aber transparent korrigiert. Auch die ARD glaubte an das Werk von Terroristen und hatte bereits einen „Brennpunkt“ angesetzt. Dort ruderte Programmdirektor Volker Herres zurück und erklärte auf Twitter, weshalb man auf die Sendung verzichtet habe.
Weitere Lesetipps: Bei „Spiegel Online“ schreibt Arno Frank über die Tweets der AfD-Politikerin Beatrix von Storch: „Es ist hier eine ganz spezielle Armseligkeit am Werk, die durch soziale Medien ihre volle Kraft entfaltet.“
In Gegen die Panik plädiert Dirk von Gehlen für mehr Social-Media-Gelasenheit und stellt einen Sieben-Punkte-Plan für Besonnenheit und Ruhe vor. (sz.de, Dirk von Gehlen)

2. Alles für die Blase
(sueddeutsche.de, Alexander Mühlauer)
In der so bezeichneten “Brussels Bubble” tummeln sich alle, die sich als Teil der EU-Machtmaschine verorten. Für diese Zielgruppe aus Kommissaren, Abgeordneten, Lobbyisten und Journalisten gibt es die Europa-Ausgabe von „Politico“. Es sei ein „exklusiver Club für Leser, die es sich leisten können, für Informationen zu zahlen“, schreibt Alexander Mühlbauer. In Amerika gäbe es bereits „Pro-Abos“, die bei Organisationen im hohen fünfstelligen Bereich liegen können: „Die Frage ist allerdings, was das noch mit klassischem Journalismus zu tun hat, denn Politico schließt damit den Großteil der Öffentlichkeit aus. Es ist vielmehr ein exklusiver Leserclub für Zahlungskräftige. Eine Pflichtlektüre kann das nur äußerst bedingt sein, schließlich ist es für viele schlicht zu teuer.“

3. Eben noch auf der Straße, jetzt in der Kunstgalerie
(faz.net, Andrea Diener)
Das Verfassungsgericht hat sich mit der sogenannten Straßenfotografie beschäftigt. Das Gericht habe einerseits die Legalität der Straßenfotografie unterstrichen und andererseits Grauzonen geschaffen, wie Andrea Diener in der “FAZ” schreibt: „Die Aushandlung dieser neu geschaffenen Grauzone dürfte wieder einige Jahrzehnte lang die Fotografen in die Verzweiflung treiben – bleibt zu hoffen, dass es nicht wieder mehr als hundert Jahre dauert, bis sich an der Gesetzeslage etwas bewegt.“

4. YouTube statt TV: Diese Sender bieten Millionen-Reichweiten günstig auf der Video-Plattform an
(omr.com, Torben Lux)
Sollen TV-Sender ihre Inhalte nicht nur in der eigenen Mediathek, sondern auch auf Youtube veröffentlichen? Dafür sprechen die kostengünstige Reichweiten- und Zielgruppenvergrößerung und die Werbeeinnahmen, dagegen die Verstärkung der Publikumsabwanderung. „Veescore“-Gründer Christoph Burseg hat die Performance deutscher Fernsehsender und einzelner Formate ausgewertet und stellt die zehn erfolgreichsten Kanäle vor.

5. Fernsehen für die Parallelgesellschaft
(spiegel.de, Thomas Fricke)
Thomas Fricke widmet sich einer der „verrücktesten Minderheitensendungen, die es je gab“, der “Börse vor acht“ (ARD): „Nun ist jede Minderheit bei uns natürlich willkommen – und darf nicht einfach diskriminiert werden. Klar. Und es ist natürlich auch wichtig, dass Unternehmen Geld bekommen; und die Leute was über Wirtschaft lernen. Muss es aber unbedingt Börsen-TV sein? Zur besten Sendezeit? Ab ins Nachtprogramm damit! Da, wo Fernsehen für Sonderbares sonst ja auch hin verschoben wird.“

6. Warten auf Puigdemont
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz, Video, 2:22 Minuten)
Die Blicke der Welt, so schien es, waren auf eine Tür gerichtet: Unzählige Medienvertreter hatten sich im schleswig-holsteinischen Neumünster versammelt, um den Moment festzuhalten, in dem der katalanische Separatistenführer Carles Puigdemont die JVA verlassen würde. Boris Rosenkranz hat daraus einen packenden Einakter geschnitten.

“Bild” lässt Siebenjährigen auf Lehrerin einstechen

Ein 18-Jähriger ersticht aus Eifersucht seine Freundin (17). Ein Siebenjähriger rammt seiner Lehrerin ein Messer in den Bauch. Ein 15-Jähriger ersticht seine Mitschülerin (14). Ein 14-Jähriger sticht auf einem Spielplatz einen Mann ab, sagt danach: “Mir egal, hat er verdient.”

Mit dieser Sammlung beginnt die “Bild”-Redaktion ihren heutigen “Report” zur “Messer-Angst in Deutschland”:

Ausriss Bild-Titelseite - Bis zu 300 Prozent mehr Angriffe - Messer-Angst in Deutschland - Polizei schlägt Alarm - der Report

Der Fall des Siebenjährigen, der vor knapp zwei Wochen seine Lehrerin mit einem Messer verletzt haben soll, steht wie selbstverständlich zwischen all den anderen Fällen, die laut “Bild” und Bild.de in ihrer Häufung “ein mulmiges Gefühl” hinterlassen. Die “Bild”-Medien stellen den Grundschüler in eine Reihe mit Jugendlichen, die grausame Verbrechen begangen haben oder begangen haben sollen, andere Menschen umgebracht haben oder umgebracht haben sollen. Schaut man sich allerdings die bisher bekannten Fakten zu dem Vorfall im baden-württembergischen Teningen an und liest sich Aussagen des Opfers durch, wirkt es alles weit weniger brutal, als es “Bild” in den vergangenen Tagen dargestellt hat.

Doch der Reihe nach.

Am 6. März schickte eine Grundschullehrerin einen Zweitklässler aus dem Klassenzimmer, damit dieser an einem Tisch auf dem Flur nicht erledigte Hausaufgaben nachholt. Der Junge soll schon seit seiner Einschulung auffällig sein, den Unterricht stören, gegenüber Mitschülern gewalttätig sein, häufig Probleme machen. Als die Lehrerin nach dem Jungen schaut, hat dieser ein Messer in der Hand, vermutlich hat er es in der Bastelecke der Schule gefunden. Der “Badischen Zeitung” sagt die Lehrerin (Artikel nur mit Abo lesbar), sie habe den Jungen aufgefordert, ihr das Messer zu geben. Das habe dieser nicht getan. Sie habe dann nach der Hand des Schülers gegriffen, um ihm das Messer abzunehmen. Es kam dann wohl zu einer Rangelei:

“Dann hat er zu sich gezogen und ich zu mir — da muss es dann passiert sein”, sagt die Frau. Wie genau — da sei sie aber unsicher. Sicher sei sie jedoch, dass der Junge das Messer in der Bastelecke gefunden und nicht mitgebracht habe. “Ich bin sicher, dass er es nicht geplant hat.”

Die Schilderungen der Lehrerin klingen nach einem sehr unglücklichen Ablauf mit schlimmen Folgen für sie selbst: Die etwa ein Zentimeter tiefe Stichwunde im Bauchbereich musste unter Vollnarkose operiert werden, die Frau ist bis heute krankgeschrieben, sie leide noch immer unter Panikattacken. Ihre Beschreibung des Vorfalls klingt nicht so, als wäre der Siebenjährige ein skrupelloser Gewalttäter, der geplant mit Waffen auf andere Menschen losgeht.

Genau dazu macht ihn aber ein Artikel, den “Bild” und Bild.de (nur mit “Bild plus” lesbar) bereits am Samstag veröffentlicht haben:

Screenshot Bild.de - Siebenjähriger sticht auf seine Lehrerin ein - Sabine T. und ihre Kollegen hatten die Behörden immer wieder vor dem Zweitklässler gewarnt

Die “Bild”-Medien schreiben:

Alle wussten, welche Gefahr von dem aggressiven Jungen (7) ausgeht. Doch es passierte — nichts. Jetzt griff der Zweitklässler zum Messer — und stach es einer Lehrerin in den Bauch!

Und:

Als sie ihm das Messer wegnehmen wollte, stach er zu!

Diese Darstellung passt nicht zum Ermittlungsstand der Polizei. Demnach ist der Junge kein Messerstecher im Sinne von: Messer greifen und aktiv zustechen. Es habe sich nicht um einen “gezielten Angriff” gehandelt, steht in der Polizeimeldung: “Es gibt derzeit keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass der Siebenjährige seine Lehrerin bewusst verletzen wollte.”

Die Darstellung der “Bild”-Medien passt auch nicht mit der Aussage des Opfers in der “Badischen Zeitung” zusammen — das Gerangel kommt im “Bild”-Text gar nicht erst vor. Dabei sprach die Redaktion sogar mit der Lehrerin (“Doch jetzt meldet sich die verletzte Lehrerin in BILD zu Wort.”). Sie sagt in dem Artikel unter anderem: “‘Ich leide noch heute unter dem Angriff und finde es schlimm, dass das so verharmlost wird.'” Sie meint damit wohl auch eine Aussage der zuständigen Polizeistelle, die anfangs lediglich von “oberflächlichen Schnittverletzungen” sprach.

Den “Bild”-Artikel von Samstag griffen einige weitere Redaktionen auf. Bei “Spiegel Online” wird der Junge zum “Messerstecher”:

Screenshot Spiegel Online - Attacke auf Lehrerin - Siebenjähriger Messerstecher war schon mehrfach gewalttätig

Bei RTL.de sticht er “auf (die) Lehrerin ein”:

Screenshot RTL.de - Teningen: Siebenjähriger sticht auf Lehrerin ein - dabei hatte die Grundschule die Behörden vor ihm gewarnt

Bei Heute.at sticht er die “Lehrerin nieder”:

Screenshot Heute.at - Bub sticht Lehrerin nieder - Polizei verheimlicht Tat

Und laut “Bild”-Ausgabe von heute hat er seiner Lehrerin also “ein Messer in den Bauch” gerammt.

Bei dem Siebenjährigen handelt es sich offenbar um ein Kind, das größere Probleme mit Aggression hat und besondere Hilfe braucht. Es scheint sich aber nicht um einen kaltblütigen siebenjährigen Schwerverbrecher zu handeln, den man in der Titelgeschichte von Deutschlands größter Tageszeitung in einem Atemzug mit vermutlichen Mördern oder Totschlägern nennen sollte. Heinz-Rudolf Hagenacker, Bürgermeister von Teningen, warnt vor einer “medialen Vorverurteilung” des Jungen. Ein Bürgermeister muss Redaktionen bitten, dass sie sich nicht auf einen Siebenjährigen — wohlgemerkt: Siebenjährigen (!) — stürzen.

Leider scheinen solche Hinweise nötig zu sein: Ein BILDblog-Leser, dessen Kinder nach eigener Aussage auf die Grundschule in Teningen gehen, schrieb uns, dass die Schule heute von Kamerateams und Pressemitarbeitern belagert wurde. Angeblich mussten Polizisten kommen, und Eltern ihre Kinder abholen.

Mit Dank an UK für den Hinweis!

Medienschweiz, Frühstücksgestrunze, Gutenbergs Rache

1. Drei Männer in der Medienschweiz
(infosperber.ch, Robert Ruoff)
Die Schweizer haben sich mehrheitlich gegen die Abschaffung der Rundfunkgebühren ausgesprochen. Nun müsse eine Mediendiskussion einsetzen, so Robert Ruoff, denn im Schatten der No-Billag-Debatte habe eine Machtverschiebung stattgefunden in der Schweizer Medienlandschaft: „Bei der Presse hat sich eine geballte Konzentration vollzogen, mit drei großen Zeitungsgruppen neben dem Blocherschen «Basler Zeitung»-Konglomerat und der NZZ. Im Mittelland zeichnet sich mit dem Joint Venture von NZZ-Regionalmedien und AZ Medien eine Multimedia-Gruppe ab, die sich zur (sprach-)nationalen Konkurrenz der SRG entwickeln könnte. Dieser Prozess wird weitergehen, mit weiteren Rationalisierungen und Stellenabbau.“ Obwohl noch vor Bekanntgabe des No-Billag-Ergebnisses geschrieben, ein lesenswerter Beitrag über den Schweizer Medienmarkt.

2. Brandstiftung erster Güte
(tagesspiegel.de)
Als „Brandstiftung erster Güte“ und reinen Populismus bezeichnet der Chefredakteur der PR-Agentur „fischerAppelt“ Dirk Benninghoff die Ausführungen des selbsternannten „Klartext“-Redners Claus Strunz im „Sat.1“-Frühstücksfernsehen: „Angela Merkel „Bürgerverachtung“ vorzuwerfen, nur weil die die Essener Tafel für ihre Entscheidung kritisiert hatte, keine Flüchtlinge mehr neu aufzunehmen: Da muss man sich über Pegida-Galgenbauer nicht wundern.“ Doch es gibt auch Dinge, über die sich Benninghof freuen konnte.

Weiterer Lesetipp: Im hausinternen Blog von „fischer Appellt“ hat Benninghof nochmal deutliche Worte für die Causa Strunz gefunden: Der Hassprediger.

3. Protestbrief an den Intendanten
(taz.de, Daniel Bouhs)
Die Wissenschaftsautoren des „Deutschlandfunks“ wehren sich mit einem Protestbrief gegen die geplanten Kürzungen bei der Wissenschafts­berichterstattung. Der Hintergrund: In Zukunft soll es unter anderem mehr günstige Reportagen statt aufwändige Features geben. Außerdem würden der Redaktion neue Aufgaben aufgebürdet. Daniel Bouhs erklärt die Standpunkte von Intendant und Betroffenen.

4. Krankenkasse untersucht, ob Social Media Teenager süchtig macht – und alle drehen durch
(motherboard.vice.com, Sebastian Meineck)
Eine Umfrage der Krankenkasse DAK zur Social-Media-Nutzung von Teenagern hätte Anlass zur Entspannung geben können: Nur 2,6 Prozent der Teenager zwischen 12 und 17 Jahren hätten laut DAK “einen problematischen Gebrauch sozialer Medien” gezeigt. In den Medien las sich das jedoch teilweise recht anders, dort war von hunderttausenden süchtigen Jugendlichen die Rede. Sebastian Meineck hat die Zahlen nachgerechnet und eingeordnet.

5. Wie es ist, als Journalist in der gefährlichsten Stadt der Welt zu arbeiten
(vice.com, Amelia Abraham)
Honduras ist für Medienschaffende ein gefährliches Pflaster: Seit dem Militärputsch vor knapp zehn Jahren wurden in dem zentralamerikanischen Land mehr als 30 Journalisten getötet. Die andere Seite sind die unheilvollen Allianzen zwischen Presse und Polizei. „Vice“ hat mit dem Reporter Alberto Arce gesprochen, der über seine Zeit in Honduras ein Buch geschrieben hat: „In Honduras haben Polizei und Lokalreporter einen teuflischen Pakt geschlossen. Sie teilen Informationen untereinander. Gangmitglieder sind ihre Trophäen. Es ist krank: Polizisten, Journalisten, Kameramänner – sie alle spielen dieses Spiel, bei dem sie untereinander Fotos von Leichen teilen.“

6. Urheberrecht: E-Book-Portal Gutenberg.org sperrt deutsche Nutzer aus
(heise.de, Martin Holland)
Das US-amerikanische „Project Gutenberg“ (nicht zu verwechseln mit dem bei „Spiegel Online“ gehosteten „Projekt Gutenberg-de“) hat einen Urheberrechtsstreit um 18 E-Books verloren. Dabei ging es um digitalisierte Werke von Heinrich Mann, Thomas Mann und Alfred Döblin, die beim S. Fischer Verlag erscheinen. Als Reaktion habe „Gutenberg.org“ nicht etwa die beanstandeten Werke offline genommen, sondern ausnahmslos alle Seiten und Unterseiten für Nutzer mit einer deutschen IP gesperrt.

Doppelter Auftragsmord, Söders Sidekick, Von der AfD lernen

1. „Doppelter Auftragsmord“
(taz.de, Alexandra Mostyn)
In der Slowakei sind der Investigativjournalist Ján Kuciak und seine Freundin Martina K. durch Auftragsmörder regelrecht hingerichtet worden. Kuciak hatte über Klüngeleien zwischen Politik und Wirtschaft recherchiert und sich mit Immobilienspekulanten angelegt. Er war seit 2015 Redakteur des Newsportals aktuality.sk, welches zu Ringier Axel Springer Slovakia gehört. 

Weiterer Lesetipp: Bastian Obermayer weist in der „SZ“ darauf hin, dass mit Ján Kuciak erneut ein Journalist ermordet wurde, der an den Panama Papers mitgearbeitet hat: „Die slowakische Politik muss nun zeigen, dass sie derartige Verbrechen nicht duldet. Sie muss mit aller Entschlossenheit den oder die Täter zur Verantwortung ziehen. In einem Land, in dem sowohl der Regierungschef als auch ein Minister sich abfällig über recherchierende Journalisten geäußert haben, ist dies leider nicht selbstverständlich. Auch in diesem Punkt gibt es also Parallelen zu Malta, wo noch immer vollkommen unklar ist, wer Daphne Caruana ermorden ließ und warum.“

2. Die AfD und ihr Newsroom
(buggisch.wordpress.com, Christian Buggisch)
Als die AfD ankündigte, einen Newsroom einzurichten, gab es teilweise empörte Reaktionen. Christian Buggisch kann die Empörung nicht teilen, sondern ermuntert die anderen Parteien an dieser Stelle von der AfD zu lernen: „Durch die Professionalisierung ihrer Kommunikation mittels Newsroom-Organisation könnte die AfD ihren Reichweiten-Vorsprung gegenüber anderen Parteien weiter ausbauen. Anstatt wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren und der AfD beleidigt Propaganda vorzuwerfen, sollten sich diese Parteien einen Ruck geben und ihre Kommunikation ebenfalls professionalisieren, modernisieren und an den Zielgruppen ausrichten – und sei es, indem sie das Newsroom-Modell ebenfalls adaptieren.“

3. Microsofts Nachrichtenzentrale
(wuv.de, Holger Schellkopf)
Vom Berliner “MSN”-Newsroom aus bespielt ein internationales Team die Nachrichtenangebote von Microsoft in zehn Ländern. Seit August 2017 werkeln dort etwa 70 Mitarbeiter aus den verschiedensten Ländern an den News von “MSN”, “Bing”, “Edge” und den Inhalten diverser Apps. Holger Schellkopf erklärt auf wuv.de wie das Ganze funktioniert.

4. Von der Redaktion in den Bundestag
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers)
Manchmal engagieren sich Journalisten neben ihrer eigentlichen Arbeit auch parteipolitisch, und manchmal werden sie sogar Berufspolitiker wie im Fall von Tabea Rößner (Grüne) und Ralf Kapschack (SPD). Im „Deutschlandfunk“-Beitrag geht es um Fragen wie: Dürfen sich Journalisten politisch einbringen? Und wie wirkt sich ihre frühere Tätigkeit auf den späteren Job als Politiker aus?

5. Spiegel online fragt nach Zweifeln am Journalismus und liefert gleich Anlass
(stefan-fries.com)
Bei „Spiegel Online“ hat man die Leser zu ihrer „Haltung zu deutschen Medien“ befragt („Ich vertraue Ihnen weitgehend / Ich misstraue ihnen eher.“) und zu ihren Informationsquellen. Stefan Fries erklärt, warum diese Art der Befragung aus seiner Sicht genau den Zweifel an der journalistischen Arbeit aufkommen lässt, den man eigentlich abfragen will.

6. Söders Sidekick: Sat.1-Moderator auf CSU-Tour
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
Wenn ein Moderator von „Sat.1 Bayern“ auch bei der CSU und großen Unternehmen moderiert, wirft dies Fragen z.B. zu seiner journalistischen Unabhängigkeit oder der Glaubwürdigkeit der Nachrichtensendung auf. Boris Rosenkranz hat versucht, Antworten auf diese Fragen zu bekommen. Es war ein beschwerlicher Weg, denn Moderator, Produzent und Sender sahen an keiner Stelle Probleme. Zum Glück kann sich Rosenkranz an einen alten Moderationsausschnitt aus dem Jahr 2009 erinnern, der seine Fragen gewissermaßen beantwortet.

NetzDG-Bumerang, Seitenwechsel, Schmutziger Türkei-Deal?

1. Das #NetzDG: Ein Bumerang für Heiko Maas
(wolfgangmichal.de)
Als einen Bumerang für Heiko Maas bezeichnet Wolfgang Michal das neue Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Das NetzDG stehe in der Tradition der Republikschutzgesetze von Weimar und richte sich eindeutig gegen rechts. Doch eine der vielen Lehren aus Weimar sei: “Gut gemeint ist nicht unbedingt gut gemacht.” Dem NetzDG könne eine ähnliche Entwicklung blühen wie dem Republikschutzgesetz: “Denn nicht immer wird der verantwortliche Minister Heiko Maas heißen und “eine Strategie gegen rechts” im Sinn haben. Irgendwann könnte “der Schutz der Republik” auch in den Händen eines AfD-Ministers liegen.”
Weiterer Lesetipp: Der Beitrag “Das überschätzte Recht” von “FAZ”-Redakteur und Jurist Hendrik Wieduwilt.

2. Europas öffentlicher Rundfunk unter Beschuss
(ndr.de, Kathrin Drehkopf, Caroline Schmidt & Jonas Schreijäg)
Mit dem Anwachsen populistischer Bewegungen in Europa wächst auch der Druck auf öffentlich-rechtliche Medien. Kathrin Drehkopf, Caroline Schmidt und Jonas Schreijäg haben in ganz Europa Rundfunkanstalten und deren Gegner besucht und ergründet, wie die verschiedenen Sender mit der Kritik umgehen. Im verlinkten Beitrag gibt es eine Übersicht ihrer ersten Eindrücke. Mehr davon dann bei “Zapp” am heutigen Mittwoch um 23:15 Uhr im NDR und später in der NDR-Mediathek.

3. In eigener Sache
(silkeburmester.de)
“Widerstand gebrochen, ich arbeite jetzt für @axelspringer”, twittert die Journalistin und frühere “taz”-Kolumnistin (“Die Kriegsreporterin”) Silke Burmester, die den Springer-Verlag stets als “Druckwerkstatt des Teufels” verdammt hatte. In einer Stellungnahme erklärt sie die Gründe für den Wechsel. Gründe, von denen sie ahnt, dass sie nicht jeder akzeptieren wird: “Deswegen steht es jedem frei, von mir enttäuscht zu sein oder mich nun richtig blöd zu finden. Das ist okay, das ist Euer, das ist Ihr Recht. Es ginge mir im umgekehrten Fall sicherlich kaum anders.”

4. Gibt es einen schmutzigen Deal?
(faktenfinder.tagesschau.de, Arnd Henze)
Ist die Freilassung des “Welt”-Journalisten Deniz Yücel an Rüstungsexporte in die Türkei gebunden, wie man Äußerungen von Außenminister Sigmar Gabriel entnehmen kann? Was hat der Minister tatsächlich gesagt? Wie ist es interpretiert worden? Wie überzeugend sind seine späteren Dementis und Erklärungen? Arnd Henze vom ARD-Hauptstadtstudio sortiert und kommentiert den Vorgang.

5. „Keine Sau beschwert sich“
(taz.de, Svenja Bergt)
Max Schrems erlangte Berühmtheit, als er von Facebook die Herausgabe seiner Daten erzwang und das EU-US-Abkommen “Safe Harbor” vor dem Europäischen Gerichtshof kippte. Im Gespräch mit der “taz” spricht der Datenschutzaktivist über seine crowdgefundete NGO, mit der er ab Mai allzu datensüchtige Unternehmen verklagen will. Zu diesem Zeitpunkt startet nämlich die “europäische Datenschutz-Grundverordnung”.

6. Michael Wolff: You Should Believe All Of “Fire And Fury”
(youtube.com, Stephen Colbert, Video, 9:19 Minuten)
Der US-amerikanische Satiriker Stephen Colbert hat mit Michael Wolff gesprochen, dem Autor des Donald-Trump-Enthüllungsbuchs “Fire and Fury”. Auf die Frage angesprochen, wie viel Dichtung und wie viel Wahrheit das Buch enthalte, entgegnet der hinsichtlich seiner Arbeitsmethoden nicht unumstrittene Wolff: “You should believe all of it.”

Weiterer Lesetipp: “Fakten oder Fiktion”, ein Fünf-Punkte-Faktencheck von “Spiegel Online”.

Bezahl-Reputation, Wumpehaftigkeit der AfD, Männer-Journalistenpreis

1. Wirtschaftspreise: Positive PR gegen Geld?
(ndr.de, Stefanie Groth & Inga Mathwig)
In der Wirtschaft ist es verbreitet, dass sich Unternehmen mit allerlei dekorativen Siegeln und Auszeichnungen schmücken. Ob “Beste Sales Performance”, “innovativstes Unternehmen im Mittelstand” oder “Top100”: All diese Auszeichnungen samt Gala und Promiauftritt kann man erhalten, wenn man die Teilnahmegebühr von bis zu 9900 Euro berappt. “Zapp” berichtet anhand eines Praxisbeispiels, was solche Auszeichnungen wert sind. Spoiler: Der ausgezeichnete Unternehmer sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft, wegen Verdachts auf Untreue und Betrug.

2. Unabhängiger Journalismus oder PR? Greenpeace-Magazin-Chef Stukenberg verteidigt Nominierung für Reporterpreis
(meedia.de, Kurt Stukenberg)
Als ein Beitrag des “Greenpeace Magazins” für den “Deutschen Reporterpreis” nominiert wurde, kam der Vorwurf auf, dass sich damit der Journalismus der interessengeleiteten PR öffne. In einem Gastbeitrag bei “Meedia” verteidigt der Chefredakteur die Nominierung und wehrt sich gegen einen kritischen “taz”-Beitrag. Das “Greenpeace Magazin” sei keine Mitgliederzeitschrift und sei redaktionell, inhaltlich und finanziell unabhängig.

3. Warum die AfD den Medien gerade wumpe ist
(deutschlandfunk.de, Arno Orzessek)
Es ist ein Phänomen: Vor der Bundestagswahl berichteten die Medien ausführlich über die AfD und sprangen teilweise über jedes noch so kleine hingehaltene Stöckchen. Nun, da die AfD im Bundestag sitzt, ist es erstaunlich ruhig. Arno Orzessek ordnet das Phänomen in seiner Glosse ein und erklärt, warum den Medien die AfD gerade “wumpe” ist.

4. Zahlt sich Sensationsmache aus?
(de.ejo-online.eu, Rana Khaled)
Wissenschaftler einer holländischen Universität haben untersucht, ob sich Sensationsmache auf die Sehdauer von Nachrichten-Videos auswirkt. Dazu haben sie 190 Teilnehmer unterschiedlich aufgemachte Nachrichtenbeiträge der niederländischen Hauptnachrichtensendung “Het Journaal” schauen lassen und die Sehdauer pro Beitrag gemessen. Das Ergebnis: Eine boulevardeske Aufmachung bringe die Zuschauer dazu, sich Nachrichtenbeiträge mit neutralen Inhalten länger anzuschauen. Bei negativen Inhalten aber, für die die Zuschauer sich sowieso schon interessierten, mache es keinen Unterschied. Je mehr, desto besser gelte dort also nicht.

5. Faktencheck: Wie Spiegel Online und Der Standard wegen eines Übersetzungsfehlers einer Nachrichtenagentur Fake News verbreiteten
(correctiv.org, Jacques Pezet)
Haben “Spiegel Online” und der österreichische “Standard” Fake News verbreitet, als sie über die Verhaftung einer Gruppe Rechtsradikaler in Frankreich berichteten? Dies behauptete jedenfalls die rechtsradikale Webseite “Breitbart”. In der Tat war die Nachricht falsch, was jedoch an einer Meldung der Presseagentur “AFP” lag. Agentur und Medien hätten sich nach Bekanntwerden des Fehlers entsprechend korrigiert.

6. Es ist 2017 und bei diesem Journalisten-Preis haben 100% Männer gewonnen
(buzzfeed.com, Karsten Schmehl)
Auf dem Gruppenbild des “Georg von Holtzbrinck Preises für Wirtschaftspublizistik” sieht man ausschließlich Männer. Die Organisation “Pro Quote”, die sich für mehr Frauen an der Spitze der Medien einsetzt, twitterte: “Es entsteht der Eindruck, dass auf diesem Planeten keine Frauen leben.” Und auch sonst hagelte es negative Stimmen im Netz (“Männer feiern Männer”).
Dazu passend ein weiterer Lesetipp: “ARD will Frauenanteil in Filmen und Shows erhöhen” bei “DWDL”. Und was passiert, wenn eine Frau eine Hauptrolle in einem Film spielt (wie gerade Diane Kruger in Fatih Akins neuem Film über den NSU-Komplex), kann man beispielhaft im Magazin “DB Mobil” verfolgen: Dort sei Kruger zu Problemzonen und Schönheits-Ops befragt worden, so die “taz”-Autorin Elisabeth Kimmerle in ihrer heutigen “Geht’s noch”-Kolumne.

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