Suchergebnisse für ‘spiegel online’

Wissenschaftsgefahr “Bild”, Lisas Judenwitze, Deutsche Welle

1. Infamer “Bild”-Artikel: Im Stil von Fox News gegen die Wissenschaft
(riffreporter.de, Christian Schwägerl)
Unter der Überschrift “Die Lockdownmacher” (Unterzeile: “Experten-Trio schenkt uns Frust zum Fest”) bildete die “Bild”-Redaktion Fotos von drei Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen ab. Dazu wurden in der Print-Version drei weihnachtliche Geschenkpakete mit den Aufschriften “Geschenke-Kauf 2G”, “Familienfest nach Corona-Regeln” und “Kino-Verbot für Ungeimpfte” gezeigt. Der Beitrag sei auf vielen Ebenen falsch, so Christian Schwägerl und besorgniserregend: “Was ‘Bild’ macht, wird vor dem Hintergrund der Radikalisierung der Szene der Coronaleugner zur Gefahr für die Wissenschaft in Deutschland.”
Weiterer Lesetipp: Beim “Tagesspiegel” schreibt Medien-Experte Joachim Huber: “Ob Blatt, online oder Bild-TV, ‘Bild’ hat nur die Macht, die ihr zugestanden wird. Also müssen sich ein Bundeskanzler Olaf Scholz und seine Koalitionäre genau überlegen, in welcher Nähe, mit welcher Distanz sie mit diesem zum Niedermachen bereiten Medium umgehen.” Und bei der “Süddeutschen” kommentiert Willi Winkler die Anwesenheit von Spitzenpolitikerinnen und -politikern bei Springers Spendengala im ZDF: “Der leider Gottes verstorbene Wiglaf Droste hat einmal gesagt: ‘Ich habe tote Fische gesehen, die es ablehnten, sich in Bild einwickeln zu lassen.’ Olaf Scholz, Annalena Baerbock und Robert Habeck haben damit kein Problem.”

2. Deutsche Welle stellt Mitarbeiter frei
(faz.net, Kim Maurus)
Mitarbeiter der Arabisch-Redaktion der “Deutschen Welle” sollen sich in Sozialen Medien antisemitisch geäußert haben. Der deutsche Auslandssender habe sie daraufhin für die Zeit einer Untersuchung freigestellt. Geleitet werde die Untersuchung von der ehemaligem Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und dem deutsch-israelischen Psychologen und Autor Ahmad Mansour.

3. Lisa Eckhart und die Judenwitze
(juedische-allgemeine.de, Philipp Peyman Engel)
“Braucht es wirklich öffentlich aufgeführte Judenwitze, um auf das Problem des Judenhasses in diesem Land hinzuweisen?” Philipp Peyman Engel beschäftigt sich in der “Jüdischen Allgemeinen” mit dem Programm der Kabarettistin Lisa Eckhart. Diese sei keine Antisemitin, “aber sie ergeht sich, und das ist schlimm genug, genüsslich in judenfeindlichen Pointen, ohne jegliche ironische oder andere künstlerische Brechung. Sie reproduziert judenfeindliche Bilder, die in unserer Gesellschaft ohnehin schon massenhaft zirkulieren, und trägt zu ihrer weiteren Verbreitung bei.”

Bildblog unterstuetzen

4. Bündnis will EU-Sanktionen gegen NSO Group
(reporter-ohne-grenzen.de)
In einem offenen Brief drängt Reporter ohne Grenzen zusammen mit mehr als 80 gemeinnützigen Organisationen und unabhängigen Fachleuten auf die Einführung von EU-Sanktionen gegen die NSO Group, die Herstellerfirma der Spähsoftware Pegasus. Die EU müsse “angemessene Schritte ergreifen, um die Nutzung und den Handel von NSO-Technologie zu verbieten, bis ein wirksamer Schutz von Menschenrechten gewährleistet sei”. Seit den ersten Enthüllungen des Pegasus-Projekts im Juli dieses Jahres seien mehr als 220 Journalistinnen und Journalisten als mögliche Spähobjekte identifiziert worden.

5. Bis zu 13 Millionen Zuschauer: Interesse an “Tagesschau” steigt in Pandemie wieder
(rnd.de)
Ähnlich wie zur gleichen Zeit des vergangenen Jahres erleben Fernsehnachrichten sowie Informations- und Diskussionssendungen im TV einen deutlich erhöhten Zuspruch. Den Corona-Entwicklungen geschuldet, würden derzeit bis zu 13 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer die 20-Uhr-Ausgabe der “Tagesschau” einschalten. Ein normaler Wert über alle Kanäle hinweg seien zehn Millionen.

6. Pirinçci muss Neu­bauer 6000 Euro zahlen
(lto.de)
Das Landgericht Frankfurt hat entschieden: Nach einer sexistischen Beleidigung auf Facebook muss der Autor und Blogger Akif Pirinçci der Klima-Aktivistin Luisa Neubauer eine Entschädigung in Höhe von 6000 Euro zahlen. Neubauer wolle die Summe an die Organisation Hate Aid spenden, eine Beratungsstelle für Betroffene digitaler Gewalt. Pirinçci habe jedoch angekündigt, in Berufung zu gehen.

Townhall-Inszenierungen, “Elle” ohne Pelze, Afrika-Stigmatisierung

1. Wenn Medien die Inszenierungen von Parteien übernehmen
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers & Marion G. Müller & Christoph Sterz, Audio: 6:31 Minuten)
Beim aus den USA bekannten Townhall-Prinzip antworten die Kandidierenden auf Fragen von ausgewählten Bürgerinnen und Bürgern. Auch die CDU hat sich bei ihrer Suche nach einem neuen Parteivorsitzenden für dieses Format entschieden. Die Veranstaltung wurde von Phoenix übertragen und von anderen TV-Sendern übernommen. Doch handelt es sich überhaupt um ein solches Townhall-Treffen, wenn die inhaltliche Ausgestaltung samt Inszenierung von einer Partei stammt?

2. Begreift endlich, wie pauschal ihr Afrika stigmatisiert!
(uebermedien.de, Anne Haeming)
Wenn Redaktionen pauschal über Afrika berichten, aber eigentlich nicht den ganzen Kontinent, sondern ein einzelnes Land meinen, ist dies nicht nur eine Nachlässigkeit, sondern hat oft andere Ursachen und Nebenwirkungen. Anne Haeming erklärt die Folgen einer derartigen Berichterstattung, und das ist nicht nur für Personen aus der Medienbranche interessant.

3. Corona in Serien und Filmen: Wo die Pandemie nie stattgefunden hat
(rnd.de, Matthias Schwarzer)
In den allermeisten Fällen vermeiden Serien- und Kinoproduktionen das Thema Corona, obwohl einige Filme sogar während des Lockdowns gedreht wurden. Matthias Schwarzer hat sich angeschaut, wie die Branche mit der neuen Wirklichkeit umgeht (beziehungsweise nicht umgeht). Die Frage sei, wann fiktionale Produktionen damit beginnen, diese neue Realität auch abzubilden: “Für immer ignorieren kann man sie jedenfalls nicht.”

Bildblog unterstuetzen

4. Klage gegen Kieler Nachrichten
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband hat zusammen mit der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union Klage gegen die “Kieler Nachrichten” beim Landgericht Flensburg eingereicht. Dabei geht es um die Einhaltung der Gemeinsamen Vergütungsregeln für Freie an Tageszeitungen. Die “Kieler Nachrichten” hätten einseitig für ihre freien Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutlich niedrigere Honorare für Texte und Fotos eingeführt.

5. Schurke aus Prinzip
(sueddeutsche.de, Nils Minkmar)
Bei der “Süddeutschen” hat Nils Minkmar einen Nachruf auf den unlängst verstorbenen “Konkret”-Gründer Klaus Röhl verfasst, eine provozierende und polarisierende Medienfigur: “Röhl bemühte sich zeitlebens, allen auf den Wecker zu gehen, ein analoger Troll in allen Lagern, der auf vielen ironischen Ebenen Verstecken spielte – auch, als längst niemand mehr nach ihm suchte.”

6. Modezeitschrift “Elle” will keine Pelze mehr zeigen
(spiegel.de)
Die Modezeitschrift “Elle” will zukünftig keine Fotos von Pelzen veröffentlichen – das betreffe auch Werbeanzeigen: “Tierische Pelze auf unseren Seiten und in unseren Onlinemedien zu zeigen, stimmt nicht mehr mit unseren Werten oder den Werten unserer Nutzer überein”, so Valéria Bessolo Llopiz, die internationale Chefin des Magazins. Eine Entscheidung, die 45 Ausgaben in verschiedenen Teilen der Welt betrifft.

MeToo-Recherchen, Hasspostings, Porno-Portalen droht Abschaltung

1. “Was ist das für eine Unternehmenskultur?”
(journalist.de, Jan Freitag)
Juliane Löfflers Recherche trug maßgeblich dazu bei, dass “Bild”-Chef Julian Reichelt gehen musste. Der “journalist” hat sich mit Löffler zum Gespräch getroffen und sie gefragt, wie sie heute auf die Vorgänge im Oktober schaut, was bei #MeToo-Recherchen und Verdachtsberichterstattung wichtig ist und wie lange es wohl noch dauern werde, bis entsprechende Recherchen in Medienhäusern ernst genommen werden: “Noch heute höre ich von Kolleg*innen, dass ihre Recherchen zu Missbrauchsthemen in den Verlagen kein Gehör finden. Es könnten also noch viele Jahre sein.”

2. Polizei geht deutschlandweit gegen Onlinehetzer vor
(spiegel.de)
Am nunmehr siebten Aktionstag zur Bekämpfung von Hasspostings ist die deutsche Polizei bundesweit gegen strafbare Posts im Internet vorgegangen. Bei der vom Bundeskriminalamt koordinierten Aktion hätten die Polizeibehörden in allen 16 Bundesländern insgesamt 90 polizeiliche Maßnahmen durchgeführt, darunter Wohnungsdurchsuchungen und Vernehmungen.

3. ZDF auf Rekordkurs: 15,2 Prozent Marktanteil
(tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Das als “Rentnerfernsehen” verschrieene ZDF hat im November mit 15,2 Prozent Marktanteil einen Rekordmonat hingelegt. Was macht das Zweite so viel besser als andere Sender? Joachim Huber hat sich auf die Suche nach den Gründen für den Erfolg begeben, und die lägen vor allem am bunten ZDF-Programm, das mit “heute-show” und Jan Böhmermanns “Magazin Royale” auch jüngere Zielgruppen bedient.

Bildblog unterstuetzen

4. Porno-Portalen droht Abschaltung
(sueddeutsche.de)
Mehrere in Deutschland sehr erfolgreiche Porno-Portale haben ihren Firmensitz auf Zypern, um von dort aus, jenseits von für sie lästigen Einschränkungen, frei agieren zu können. Doch damit könnte es bald zu Ende sein: Das Düsseldorfer Verwaltungsgericht habe die Auffassung der Landesanstalt für Medien NRW bestätigt, dass sie in Fragen des Jugendschutzes auch für Verfahren gegen ausländische Portale zuständig sei. Die Anbieter könnten sich nicht auf das sogenannte Herkunftslandprinzip berufen, das strenge deutsche Jugendmedienschutzrecht müsse Anwendung finden.

5. Peta erstattet Strafanzeige gegen NDR-Moderator Heinz Galling
(rnd.de)
Die Tierrechtsorganisation Peta hat Strafanzeige gegen den NDR-Moderator Heinz Galling erstattet. In einer Folge der TV-Sendung “Rute raus, der Spaß beginnt” soll der Moderator verbotenerweise einen lebenden Fisch als Köder genutzt haben. Galling streitet die Vorwürfe ab. Laut Peta beschäftigt sich nun die Staatsanwaltschaft Schwerin mit dem Fall.

6. ARD-Text zeigt Teletext-Seiten aus den 80ern und 90ern
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Die ARD zeigt aktuell jeden Tag historische Teletextseiten aus den 80ern und 90ern, die von alten VHS-Bändern gerettet werden konnten. Der Teletext-Fan Christian Handwerck hatte seinerzeit seinen VHS-Rekorder dazu verwendet, die Seiten mitzuschneiden. Wie sich nun, Jahrzehnte später, herausstellt, eine gute Idee. Wer sich auf Zeitreise begeben will, kann dies bis Weihnachten im ARD-Text ab Seite 801 tun.

Deutsche Welle lässt untersuchen, Springers Paradies, RTL-Interview

1. Deutsche Welle lässt Vorwürfe extern untersuchen
(faz.net)
Laut einem Bericht der “Süddeutschen Zeitung” (nur mit Abo lesbar) sollen sich Mitarbeiter des deutschen Auslandskanals Deutsche Welle (DW) antisemitisch und antiisraelisch geäußert haben. Der Intendant der DW habe daraufhin eine unabhängige externe Untersuchung initiiert. In einer Stellungnahme kündigt der Sender “gegebenenfalls umgehend” Konsequenzen an, sollten sich die Verstöße gegen den sendereigenen Kodex bewahrheiten.
Weiterer Lesehinweis: Auch an anderer Stelle macht der Auslandssender derzeit Schlagzeilen: Deutsche Welle muss tarifliche Leistungen an Freie zahlen (verdi.de, Ulli Schauen).

2. “Rheinpfalz” bittet nach Social-Media-Aufschrei um Entschuldigung
(meedia.de)
Die “Rheinpfalz am Sonntag” hatte am vergangenen Sonntag über die erstmals in Südafrika nachgewiesene neue Corona-Mutante Omicron berichtet und dabei sowohl mit der Schlagzeile als auch mit der Bebilderung für Empörung gesorgt: Die Aufmachung bediene rassistische Vorurteile, so der Vorwurf. Nun hat sich der Chefredakteur der “Rheinpfalz” dazu erklärt: “Ich bitte um Entschuldigung für den Fehler, der uns selbst peinlich ist und über den wir uns sehr ärgern.”

3. Springers Paradies – Sylt als Sittengemälde
(54books.de, John Reiter)
“Was verbindet einen absurden Image-Film des Springer-Konzerns mit einer ebenso absurden Dokumentation über ‘Die Schönen und Reichen’ aus den 1970er-Jahren? Und was hat das alles mit den aktuellen Skandalen und der Geschichte der BRD zu tun?” Diesen Fragen geht John Reiter in einem lesenswerten und in die Tiefe gehenden Beitrag über “Springers Paradies” nach.

Bildblog unterstuetzen

4. Das überraschte Erstaunen der Medien
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers & Lutz Hachmeister & Isabelle Klein, Audio: 7:26 Minuten)
Hans Abich war von 1973 bis 1978 Programmdirektor des Ersten Deutschen Fernsehens. In Erinnerung an Abich wird seit 2004 der Hans Abich Preis “für herausragende Verdienste um den Fernsehfilm” verliehen. Doch nun hat sich der Filmhistoriker Armin Jäger mit Abichs Arbeit als “williger Propagandahelfer” während der Zeit des Nationalsozialismus beschäftigt und fordert: “Hans Abichs bis heute unhinterfragte Karriere als das moralische Gewissen zuerst des Nachkriegsfilms, dann vor allem des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sollte jetzt wenigstens posthum an ihr Ende kommen – mitsamt dem nach ihm benannten Preis.”

5. Meta soll Giphy wieder verkaufen
(spiegel.de)
Facebooks Mutterkonzern Meta muss sich nach einer Vorgabe von britischen Wettbewerbshütern vom ursprünglich für 400 Millionen US-Dollar erworbenen Animations-Dienst Giphy trennen. Damit würden laut Behörde “Millionen Nutzer sozialer Medien geschützt sowie Wettbewerb und Innovationen in der Onlinewerbung gefördert”. Erwartungsgemäß stößt die Entscheidung beim Meta-Konzern auf wenig Begeisterung, man erwäge einen Widerspruch.

6. Interview mit Patientenmörder Niels Högel: Verfahren gegen RTL-Tochter
(rnd.de)
Die Landesanstalt für Medien NRW hat ein Verfahren gegen RTL beziehungsweise eine RTL-Tochter eingeleitet. Der Sender soll im Zusammenhang mit einem Interview mit Patientenmörder Niels Högel gegen die journalistische Sorgfalt verstoßen haben. Die JVA Oldenburg, in der Högel einsitzt, werfe der Produktionsfirma vor, das Interview mit Högel ohne Genehmigung geführt zu haben. Die mediale Aufmerksamkeit verstärke den Geltungstrieb und die Selbstinszenierung des Gefangenen. Außerdem sei sie nicht mit der Behandlung des Straftäters vereinbar.

Medienpolitische Ampel-Pläne, Phantom Kultur, Antisemitismus

1. Das sind die medienpolitischen Pläne der Ampel
(deutschlandfunk.de, Christop Sterz, Audio: 4:55 Minuten)
Was bedeutet der Koalitionsvertrag für die Medien? Medienpolitik sei in Deutschland zwar Ländersache, dennoch enthalte der Vertrag von SPD, Grünen und FDP medienrelevante Inhalte wie den Auskunftsanspruch der Presse gegenüber Bundesbehörden und Rechtssicherheit für gemeinnützigen Journalismus.
Dem Deutschen Journalisten-Verband fehlen klare Aussagen zur Zukunftssicherung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und die Einführung eines Verbandsklagerechts zur Durchsetzung von Urheberrechten. Und das Whistleblower-Netzwerk will erst noch abwarten, in welcher Form der Koalitionsvertrag umgesetzt wird.
Weiterer Lesehinweis: Bei “Übermedien” klärt Stefan Niggemeier das Gerücht, der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) habe angeblich “letzten Schliff” an den Koalitionsvertrag gelegt: Wie der DGB-Chef als “Autor” in den Koalitionsvertrag kam.

2. “Spiegel” muss Reichelt-Artikel vorerst offline nehmen
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt ging erneut gegen einen ihn betreffenden “Spiegel”-Beitrag vor (“Vögeln, fördern, feuern”). Nach Informationen von “Medieninsider” (nur mit Abo lesbar) habe Reichelt einen Ordnungsmittelbeschluss bewirkt, der zur Löschung des Beitrags führte. Der “Spiegel” habe daraufhin eine Beschwerde vor dem Oberlandesgericht eingereicht.

3. Das Phantom von Weimar
(sueddeutsche.de, Claudia Tieschky)
Nach allerlei vielversprechenden Ankündigungen der ARD hat Claudia Tieschky von der neuen Kulturplattform des Rundfunkverbunds mehr erwartet als Angebote wie einen “Creators”-Wettbewerb oder ein Chorfest, zumal die Plattform bei den Beitragsverhandlungen als Argument angeführt worden sei: “Es werde sie nur geben, wenn die Öffentlich-Rechtlichen mehr Geld bekommen, hieß es. Nach der Blockade durch Sachsen-Anhalt habe man die Planungen dann erst mal auf Eis gelegt, erklärte MDR-Chefin Karola Wille bei der Pressekonferenz. Mag ja sein – doch die Beitragserhöhung wurde bereits im Juli vom Bundesverfassungsgericht in Kraft gesetzt. Eine Erklärung für die dürftige Vorstellung ist der zwischenzeitliche Beitragsstopp jedenfalls nicht.”

Bildblog unterstuetzen

4. TikTok, Instagram und Co. – Wie junge Menschen mit codiertem Antisemitismus in Kontakt kommen
(belltower.news, de:hate)
Der neue “dehate”-Report der Amadeu Antonio Stiftung beschäftigt sich mit dem Thema Antisemitismus in der Popkultur (PDF). Dabei geht es um die Frage, wie und warum sich Antisemitismus auf Sozialen Medien wie Instagram und TikTok, die an sich für Popkultur und Unterhaltung stehen, verbreitet: “Der de:hate report #3 zeigt, dass in der digitalen Popkultur Antisemitismus in Sozialen Netzwerken präsent ist und oft codiert wird, um nicht als offen antisemitisch aufzufallen oder gar gelöscht zu werden. Dadurch können vor allem junge Nutzer:innen erreicht werden, die bisher mit Themen wie dem Nahost-Konflikt keine Berührungspunkte hatten. Der Report zeigt nicht nur, wie diese Codierungen erkannt werden können, sondern er bietet auch Handlungsempfehlungen im Umgang damit.”

5. Newsletter Netzwerk Recherche, Nr. 203, 25.11.2021
(netzwerkrecherche.org, Frederik Richter & Albrecht Ude)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für Journalistinnen und Journalisten aus dem Investigativbereich: der Newsletter des Netzwerk Recherche. Die neueste Ausgabe liefert einen aktuellen Überblick über Nachrichten, Veranstaltungen, Seminare, Stipendien und Preise. Im Pressespiegel gibt es zudem wertvolle Lesetipps zu ausgesuchten Themen.

6. Für mehr Selbstwertgefühl: London verbietet Werbung für Schönheits-OPs in Jugendmedien
(rnd.de)
Großbritannien will Werbung für Schönheits-OPs in Zeitschriften und TV-Programmen verbieten lassen, die sich an Unter-18-Jährige richten oder von dieser Altersgruppe verstärkt konsumiert werden. Darunter fallen Anzeigen für Brustvergrößerungen oder -verkleinerungen, Bauch- und Augenlidstraffung oder Nasenkorrekturen, aber auch Behandlungen zur Hautverjüngung, Laser- oder Lichtbehandlungen sowie Produkte zur Zahnaufhellung.

Politische Werbung, Rechte Bilderwelten, Der Hund ist eine Ente

1. Politische Werbung soll transparenter werden
(netzpolitik.org, Alexander Fanta)
Die EU-Kommission möchte das Thema politische Werbung europaweit einheitlich regeln und schlägt Transparenzvorgaben für alle Institutionen und Werbetreibenden vor, ob Werbeagenturen, Parteien, Soziale Netzwerke, Online-Nachrichtenseiten oder Zeitungen. Man wolle damit eine offene und faire politische Debatte stärken und Desinformation sowie illegale Wahlbeeinflussung bekämpfen. netzpolitik.org-Autor Alexander Fanta rechnet wegen des heiklen Themas mit einem eher langwierigen EU-Gesetzgebungsprozess.

2. Verlegerverband akzeptiert Mathias Döpfners Distanzierung
(tagesspiegel.de, Kurt Sagatz)
Kann jemand privat alle Journalistinnen und Journalisten des Landes (bis auf Ex-“Bild”-Chef Julian Reichelt) als “Propaganda Assistenten” eines “neuen DDR-Obrigkeitsstaats” herabsetzen und gleichzeitig Präsident des Zeitungsverlegerverbands BDZV sein? Ja, das funktioniert sogar ausgezeichnet, wie der Fall Döpfner beweist.

3. “Das ist schockierend und völlig inakzeptabel”
(faz.net)
Zwei Journalisten des norwegischen Staatsfernsehens NRK haben im Vorfeld der anstehenden Fußball-WM im arabischen Emirat Katar recherchiert. Als sie ausreisen wollten, sind sie am Flughafen von Sicherheitskräften über 30 Stunden lang festgehalten worden. Dabei ging es auch um die Filmaufnahmen, die sie in einem Arbeitsmigrantenlager aufgenommen hatten. Sowohl die norwegische Journalistengewerkschaft als auch der norwegische Fußballverband haben die Verhaftung der Journalisten kritisiert.

Bildblog unterstuetzen

4. Der Kampf der Bilder
(sueddeutsche.de, Sabina Zollner)
Unter dem Hashtag “fashwave” verbreiten rechtsextreme Nutzerinnen und Nutzer ihre Inhalte beispielsweise bei Instagram. Das Besondere daran sei die poppige Aufmachung und die Retro-Optik, die einer neuen Ästhetik folgt. Sabina Zollner erklärt, wie der Onlinetrend funktioniert, und hat sich mit Experten und Expertinnen über die neue bunte Rechtspropaganda unterhalten.

5. Das Netflix-Geheimnis: Warum Streaming­dienste ihre Aufrufzahlen unter Verschluss halten
(rnd.de, Matthias Schwarzer)
Die großen Streamingdienste halten ihre Abrufzahlen in der Regel sorgfältig unter Verschluss, nur Netflix ist neulich leicht von dieser Praxis abgewichen. Matthias Schwarzer erklärt, was hinter der Geheimniskrämerei der Plattformen steckt, durch die häufig noch nicht mal die Film-Produzen­tinnen und -Produzenten die Zahlen ihrer eigenen Werke kennen sollen.

6. Schäferhund ist reichste Ente der Welt
(uebermedien.de, Frederik von Castell)
Seit mittlerweile Jahrzehnten kursiert in vielen Medien die Geschichte von Schäferhund Gunther, der dank einer Millionenerbschaft in Saus und Braus lebe. Frederik von Castell hat die Fährte von Gunther aufgenommen und festgestellt: Der Hund ist eine Ente.

Geschlechtsspezifische Gewalt, Publikum im Studio, Neues Dashboard

1. AfD nicht mehr im MDR-Rundfunkrat
(deutschlandfunk.de, Alexander Moritz)
Die AfD sehe sich als Opfer einer “Intrige”, die anderen Parteien sprächen von einer Stärkung der Opposition: Am Freitag hat der sächsische Landtag drei Mitglieder des neuen MDR-Rundfunkrats gewählt. Entsandt werden je ein Abgeordneter der Regierungsparteien CDU und SPD sowie eine Vertreterin der Linken. Die AfD als zahlenmäßig größte Oppositionskraft ging leer aus und wittert finstere Absichten – man prüfe eine Klage.

2. Warum wir unser Corona-Dashboard überarbeitet haben
(blog.zeit.de, Christian Endt)
“Zeit Online” bietet bereits seit Längerem eine umfangreiche Coronavirus-Karte für Deutschland mit vielen Zusatzinformationen an, die auf den Daten von 400 Kreisen basiert und täglich aktualisiert wird. Nun haben die Macherinnen und Macher des komplexen Datenwerks einige Änderungen vorgenommen und unter anderem einen neuen Wert hinzugefügt: die Hospitalisierungsinzidenz. In einem Blogbeitrag erklärt “Senior Data Analyst” Christian Endt, welche Änderungen sonst noch vorgenommen wurden, und schreibt über die Beweggründe dahinter.

3. Geschlechtsspezifische Gewalt im TV: Betroffene kommen selten zu Wort
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Eine Studie der Hochschule Wismar und der Universität Rostock, initiiert und gefördert durch die MaLisa Stiftung sowie die UFA, (PDF), hat die Darstellung von geschlechtsspezifischer Gewalt im deutschen Fernsehen untersucht. In 34 Prozent der betrachteten Sendungen habe es diese Form von Gewalt gegeben, dabei handele es sich vor allem um schwere Gewalt gegen Frauen und Kinder. Studienleiterin Christine Linke kommentiert: “Geschlechtsspezifische Gewalt ist vielfach im deutschen Fernsehen sichtbar, die Perspektive von Betroffenen steht aber nur selten im Zentrum. Besonders ernüchternd ist, dass Möglichkeiten der Prävention und Hilfsangebote kaum vermittelt werden. Die Studie zeigt klar: Es besteht Handlungsbedarf. Über geschlechtsspezifische Gewalt im deutschen Fernsehen müssen wir diskutieren.”

Bildblog unterstuetzen

4. Transparenz gefordert
(djv.de, Hendrik Zörner)
Nachdem bekannt geworden ist, dass Google mehreren großen Verlagen, darunter “Zeit” und “Spiegel”, Zahlungen in bislang unbekannter Höhe gemäß dem neuen Urheberrecht hat zukommen lassen, fordert der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) Transparenz: “Es ist das gute Recht der Autorinnen und Autoren”, so der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall, “dass sie die Summen kennen, an denen sie partizipieren.” Es sei befremdlich, dass es bisher kein Übereinkommen zwischen Google und der zuständigen Verwertungsgesellschaft Corint Media gebe. Corint fordere 420 Millionen Euro, Google halte diese Summe für überzogen.

5. Taliban verbieten Serien mit Frauen
(taz.de)
In Afghanistan haben die regierenden, militant-islamistischen Taliban weitreichende Einschränkungen für Fernsehinhalte verhängt: TV-Sender sollen keine Filme oder Serien mehr zeigen dürfen, in denen Frauen eine Rolle spielen oder die der islamischen Scharia widersprechen, heiße es in einer Anweisung des Ministeriums “für die Förderung der Tugend und Verhütung des Lasters”, die am Sonntag an Fernsehsender ausgegeben worden sei.

6. Welche Talkshows lassen Publikum ins Studio?
(tagesspiegel.de, Markus Ehrenberg)
Ein Sender, zwei Produktionen und offenbar zwei verschiedene Ansichten: Während das “ZDF Magazin Royale” mit Jan Böhmermann am vergangenen Freitag auf Publikum im Studio verzichtete, gab es bei der “heute show” mit Oliver Welke volle Zuschauerränge. Auch das Vorgehen der anderen Talk- und Show-Produktionen sei höchst uneinheitlich, so Markus Ehrenberg in seiner kleinen Bestandsaufnahme.

Mediale Mitschuld?, Warten auf den Tod von Zhang Zhan, TikTok-Mutproben

1. Haben Medien Mitschuld an der Impfquote?
(deutschlandfunk.de, Bettina Schmieding, Audio: 35:37 Minuten)
Welche Rolle nehmen Medien in der gesellschaftlichen Diskussion über das Thema Impfen ein? Was hätte besser laufen können in der Berichterstattung über die Corona-Impfungen? Darüber diskutieren im Deutschlandfunk der eine Impfung ablehnende Handwerker Karsten Heinsohn, die Wissenschaftsjournalistin Nicola Kuhrt, der Immunologe Carsten Watzl und Bettina Schmieding aus der Medienredaktion des Deutschlandfunks.

2. Warten auf den Tod von Zhang Zhan
(faz.net, Liao Yiwu)
Die chinesische Videobloggerin Zhang Zhan berichtete aus Wuhan, als dort das Coronavirus ausgebrochen war. Sie wurde zu vier Jahren Haft verurteilt – eine Strafe, die einem Todesurteil gleichkommt, wenn man sich den erschütternden Gastbeitrag des Schriftstellers und Friedenspreisträgers des Deutschen Buchhandels Liao Yiwu durchliest: “Millionen Chinesen verfolgen das Schicksal von Zhang Zhan. Sie alle wissen, dass der Totengott erscheinen wird, sei es in der Gefängniszelle oder sei es wie beim chinesischen Friedensnobelpreisträger Liu Xiaobo, der 2017 offiziell zwar ‘zur medizinischen Behandlung begnadigt’ worden war, aber dennoch in Gefangenschaft gestorben ist.”

3. Traust du dich eh nicht!
(zeit.de, Lisa Hegemann)
Auf der vermeintlich so harmlosen Videoplattform TikTok zirkulieren immer mal wieder virale Mutproben, sogenannte Challenges, die keineswegs harmlos sind, sondern lebensgefährlich sein können. Nun hat TikTok Jugendliche, Eltern, Erzieherinnen und Erzieher zum Thema befragen lassen und will an einigen Stellen nachbessern. Doch reicht das? Skepsis bleibe angebracht, schreibt Lisa Hegemann, zumal TikTok unabhängigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern keine Zahlen zur Verfügung stelle.

Bildblog unterstuetzen

4. Die 20 spektakulärsten Gründe, übers Fernsehen zu schreiben
(dwdl.de, Peer Schader)
Das Medienportal “DWDL” wird 20 Jahre alt (an dieser Stelle: herzlichen Glückwunsch!), für Kolumnist Peer Schader ein willkommener Anlass, auf das Startjahr 2001 zurückzublicken. Thematisch passend baut er seinen Beitrag in Form einer Rankingshow auf: “Die 20 spektakulärsten Gründe, übers Fernsehen zu schreiben – im Jahr 2001 und heute”.

5. Sonderhefte verabschieden die Kanzlerin: nicht alle werden der Ära Merkel gerecht
(rnd.de, Imre Grimm)
Zum Ende der 16-jährigen Amtszeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel liegen zahlreiche Merkel-Sonderhefte am Kiosk – vom “Focus” bis zu “Spiegel”, “Zeit” und “My Illu”. Imre Grimm hat sich die Magazine angeschaut und sie mit einer bis fünf “Merkels” bewertet.

6. Wem steht’s besser?
(sueddeutsche.de, Laura Hertreiter)
Zwei miteinander konkurrierende Frauenzeitschriften haben in ihren Dezemberausgaben ausgerechnet mit demselben Coverfoto aufgemacht. Wie konnte es dazu kommen? Laura Hertreiter ist der Sache nachgegangen. Herausgekommen ist “eine kleine Geschichte von Tüll, Exklusivität und unfreiwilligen Partnerlooks.”

ZDF vs. “Bild”, Irre Geschichte, Patt bei der Intendantenwahl

1. “Berliner Runde”: ZDF erwirkt einstweilige Verfügung gegen “Bild”
(dwdl.de, Alexander Krei)
“Bild TV” strahlte am Abend der Bundestagswahl über 13 Minuten lang den Beginn der “Berliner Runde” von ARD und ZDF aus. Eine derartig lange Passage hätte der Springer-Kanal laut einer Entscheidung des Kölner Landgerichts jedoch nicht übernehmen dürfen. Die einstweilige Verfügung gegen “Bild” geht auf eine Klage des ZDF zurück, das Verfahren der ARD gegen Springer läuft derzeit noch.

2. Eine Journalistenschule für jede und jeden
(tagesspiegel.de, Anne Klesse)
Der langjährige “Spiegel”-Reporter Cordt Schnibben hat 2007 mit seinen Kollegen Stephan Lebert von der “Zeit” und Ariel Hauptmeier das “Reporter-Forum” gegründet, eine jährliche Fortbildungs- und Netzwerkveranstaltung für den journalistischen Nachwuchs. 2017 startete Schnibben mit der “Reporterfabrik” das nächste Fortbildungsprojekt, eine Webakademie für jedermann. Anne Klesse hat bei Schnibben nachgefragt, wie sich die Fabrik in den zurückliegenden Jahren entwickelt hat.

3. Irre Geschichte über “irres Gesetz”, das Klauen in Kalifornien erlaubt
(uebermedien.de, Michalis Pantelouris)
Michalis Pantelouris ist sich nicht sicher, was “Focus Online” mit einem Artikel über angeblich legalen Diebstahl in Kalifornien bezweckt: “Es könnte ein Experiment sein, und ich bin der, der gerade darauf reinfällt, aber ich bin mir fast sicher, bei ‘Focus Online’ meinen sie den Artikel ‘Irres Gesetz ist schuld: In Kalifornien schieben Tausende Diebe Beute seelenruhig aus Läden’ ernst. Was erstaunlich ist, denn ihn zu lesen, ist so faszinierend und kopfschmerzhaft zugleich, wie jemandem dabei zuzusehen, wie er ein fünf Meter langes Auto in eine vier Meter lange Parklücke bugsiert, indem er vorne und hinten so lange andengelt, bis das Auto kurz genug ist.”
Update: “Focus Online” hat den Artikel (hier archiviert) anscheinend gelöscht. Ein Klick auf den Link führt zu einer entsprechenden Fehlermeldung.

Bildblog unterstuetzen

4. Nach Patt bei der Intendantenwahl: HR-Mitarbeiter wünschen sich Doppelspitze
(rnd.de, Imre Grimm)
Beim Hessischen Rundfunk steht die Neubesetzung der Intendanz an, doch bei der Wahl Ende Oktober stand es nach drei Wahlgängen 16 zu 16 zwischen dem Bewerber und der Bewerberin – also eine klassische Pattsituation. Am 3. Dezember werde nun erneut gewählt. Einige Beteiligte plädieren für eine Doppelspitze, was einer kleinen Revolution gleichkäme. Imre Grimm erklärt die schwierige, aber auch chancenreiche Situation.

5. Digitale Gewalt – nicht mit uns
(freischreiber.de)
Freischreiber, der Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten unterstützt die “Meldestelle Misogynie”. Die Initiative kritisiert das “Zögern der Social-Media-Plattformen, entschiedene Maßnahmen zur Verringerung geschlechtsspezifischer digitaler Gewalt zu ergreifen”. Das habe “nicht nur reale Auswirkungen auf die Opfer selbst, sondern auch auf die Demokratie, die Meinungsfreiheit und die Gleichstellung der Geschlechter”.

6. A–Z: Fremdscham
(freitag.de)
“Was haben Philister mit dem Jugendwort des Jahres zu tun? Warum sollten Mütter nicht auf Snapchat gehen – und erinnert sich überhaupt noch jemand an Trumps Gesichtsfarbe?” Der “Freitag” hat verschiedene Autorinnen und Autoren gebeten, kurze Erklärschnipsel für ein “Fremdscham-Lexikon” zu liefern.

KW 45: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. Auf der Spur des Geldes
(arte.tv, Susanne Binninger & Britt Beyer, Video: 1:27:27 Stunden)
Die Regisseurinnen Susanne Binninger und Britt Beyer haben für Arte über Monate das Investigativteam von “Correctiv” begleitet. Ihr Film zeichnet die Wege von zwei Recherchen nach, die in letzter Zeit große Aufmerksamkeit bekamen: die internationalen Enthüllungen rund um den Cum-Ex-Steuerraub und der AfD-Spendenskandal, der ein immer größeres Ausmaß annehme.

2. Die letzten Reporter
(ardmediathek.de, Jean Boué, Video: 1:33:33 Stunden)
Der Dokumentarfilm “Die letzten Reporter” begleitet drei Journalistinnen und Journalisten, die für Lokalzeitungen schreiben: eine Nachwuchsjournalistin, einen Gesellschaftsreporter und einen Sportberichterstatter. Der Film bietet interessante Einblicke in den Berufsalltag der drei Medienschaffenden, wurde aber auch kritisiert, unter anderem, weil er zu wenig hinterfrage.

3. Medien und Klima: Versagt?!
(ndr.de, Daniel Bouhs, Video: 20:34 Minuten)
Der Klimawandel ist das Top-Thema unserer Zeit. Das spiegelt sich jedoch nicht in der medialen Berichterstattung wider. Daniel Bouhs hat sich mit Experten wie dem ARD-Meteorologen Karsten Schwanke über die Defizite in der Behandlung dieses wichtigen Themas unterhalten. Schwanke wünscht sich von seinem Haus mehr Unterstützung: “Es würde der ARD gut zu Gesicht stehen, eine Sendung zu kreieren, bei der das Wort ‘Klima’ wirklich im Titel steht – neben der Berichterstattung in allen anderen Formaten. Wir können auch nicht sozusagen die Ausputzer für die ARD sein, für das, was vielleicht noch nicht gemacht wird.”

Bildblog unterstuetzen

4. Verbindend? – das Lesen
(wdr.de, Jürgen Wiebicke, Audio: 55:53 Minuten)
“Das Lesen hat ein gutes Image. Es bringt die Persönlichkeit weiter und auch die Gesellschaft, so heißt es oft. Aber worüber genau reden wir eigentlich, wenn wir über das Lesen sprechen?” Darüber sprechen im “philosophischen Radio” der Hörfunk-Journalist und Schriftsteller Jürgen Wiebicke und die Philosophin Julika Griem.

5. Fakten, Folter, Fakenews: Interview mit einem globalen Wikipedia-Administrator
(youtube.com, Niklas Steenfatt, Video: 1:59:54 Stunden)
Wer sind eigentlich die Menschen, die hinter der Wikipedia stecken? Youtuber Niklas Steenfatt hat mit einem von ihnen gesprochen: “Martin Rulsch ist eine der aktivsten und einflussreichsten Figuren in der Wikipedia-Szene. Unter dem Benutzernamen ‘DerHexer’ wirkt er seit 16 Jahren an Wikipedia und ihren Schwesterprojekten mit. Er schreibt Artikel, nimmt Fotos auf, organisiert Community-Projekte, programmiert Software-Tools und bekämpft Vandalismus.” Ein Gespräch, das tiefe Einblicke in das Online-Lexikon liefert. Tipp: In der Videobeschreibung auf Youtube gibt es Kapitelmarken (“Timestamps”), über die man die einen interessierenden Themen direkt anspringen kann.

6. Wie Kommunisten-Nazis in Deutschland Nordkorea-Propaganda machen (ernsthaft!)
(youtube.com, Walulis Story – SWR3, Philipp Walulis, Video: 15:52 Minuten)
Das nordkoreanische Regime betreibt seit jeher einen großen Aufwand zur medialen Selbstinszenierung, seit Kurzem auch auf Social Media und in deutscher Sprache. Das Walulis-Team hat sich die Medienarbeit der Nordkoreaner angeschaut – wie immer mit der nötigen Portion satirischer Distanz.

Blättern:  1 ... 106 107 108 ... 222