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Wie “Bild” sich korrigiert

Vor ziemlich genau fünf Monaten erlitt der Fußballspieler Chavdar Yankov (Hannover 96) auf dem Spielfeld eine Verletzung. Die Haut an seinem Penis war eingerissen und musste mit mehreren Stichen genäht werden.

Wie berichtet, behauptete “Bild” damals mehrere Tage lang, der Spieler Benjamin Köhler (Eintracht Frankfurt) sei für die Verletzung verantwortlich gewesen. Und als sich herausstellte, dass es ganz offensichtlich nicht Köhler, sondern Köhlers Team-Kollege Christoph Spycher war, der Yankov verletzt hatte, berichtete “Bild” nicht mehr.

Zumindest bis gestern.

Allerdings (siehe Ausriss) ließ “Bild” die günstige Gelegenheit einer beiläufigen Korrektur nun leider ungenutzt verstreichen und schrieb stattdessen unter der Überschrift “Penis-Opfer hat wieder einen geilen Hammer” unverbesserlich:

“Im September hatte ihm der Stollen von Frankfurts Köhler den Penis aufgeschlitzt.”

Aber womöglich ist es ja das, was “Bild”-Chef Kai Diekmann meinte, als er mal davon sprach, auch seine Zeitung müsse “die ‘innere Wahrheit’ eines Sachverhalts (…) richtig wiedergeben”: Aus dem internen “Bild”-Archiv unkorrigierte Fehler abschreiben.

Mit Dank an Benjamin S. für den Hinweis.

In eigener Sache

BILDblog-Leser wissen mehr. Anders als die durchschnittlich über elf Millionen “Bild”– und abertausend Bild.de-Leser wissen sie nämlich nicht nur, dass Charlotte Roche am Mittwochabend als Gast in der “Harald Schmidt”-Show “vor 920 000 Zuschauern plötzlich mit klaffender Zahnlücke in die Kamera” schaute, sondern beispielsweise auch, was über Roches Auftritt bei Schmidt im “Berliner Kurier” steht. Dort heißt es heute nämlich in einer kleinen Meldung:

“Ex-Viva-Girl und TV-Moderatorin Charlotte Roche (…) war ARD-Talkgast bei Harald Schmidt. Dabei glänzte sie nicht nur durch ihre freche Klappe, sondern auch mit ihrer Aufschrift am T-Shirt: BILDblog.de – einem Internet-Forum, das der Bild-Zeitung Paroli bietet.”

Und so sah das aus:

Was weder in “Bild” noch im “Kurier” steht, ist, wie überrascht wir selber von Roches Auftritt waren – und wie sehr wir uns darüber gefreut haben. Das steht nämlich nur hier.

Abschreiben ist schwer

Grimme-Preis-Affäre – ‘Tagesspiegel’ feuert Redakteur

Berlin – Der Berliner “Tagesspiegel” hat aus der Affäre um die angebliche Nominierung der ehemaligen Irak-Geisel Susanne Osthoff für den Grimme-Preis Konsequenzen gezogen: Laut ‘Süddeutsche Zeitung’ wurde dem Politik-Redakteur, der Osthoff beim Grimme-Institut vorgeschlagen hatte, gekündigt. Der Medien-Ressortleiter, der über den Vorschlag des Kollegen berichten ließ, und zugleich Mitglied der Grimme-Jury war, legte sein Amt nieder.”

So berichtet “Bild” – und hat es noch immer nicht begriffen:

Deshalb noch einmal zum Mitschreiben: Susanne Osthoff ist niemals für den Grimme-Preis no-mi-niert gewesen – und “angeblich” nur insofern, als auch “Bild” selbst im Gegensatz zum “Tagesspiegel”, der öfter mal kritisch über “Bild” zu berichten wusste, wiederholt den falschen Eindruck erweckt hatte, sie wäre. Osthoff war lediglich für einen Grimme-Preis vor-ge-schla-gen worden, was einen Unterschied macht, weil quasi jeder jeden vorschlagen kann. (Und vielleicht sollte man an dieser Stelle auch nochmals erwähnen, dass die Berufung des Medien-Ressortleiters in die Grimme-Jury mit dem Vorschlag des Kollegen wenig zu tun hat: Die Grimme-Jury berät über die Nominierten, nicht über die Vorschläge.) Wie “Bild” darüber hinaus darauf kommt, dass der Medien-Ressortleiter über den Vorschlag “berichten ließ”, ist schleierhaft: Unter der Meldung im “Tagesspiegel” steht für jedermann sichtbar sein persönliches Kürzel “jbh”. Und das wusste bislang sogar “Bild” besser.

Die “Süddeutsche Zeitung” übrigens, auf die sich “Bild” bezieht, berichtet über der Sachverhalt hingegen völlig korrekt.

neu  

Betr.: Verbrecherorganisation

“Bild” berichtet ja heute über “Gotteslästerung in Deutschland” und “erklärt” ihren über elf Millionen Lesern, “was deutsche Gerichte als ‘Blasphemie’ (…) beurteilen”. Und heute mittag hatten wir ja schon darauf hingewiesen, dass ein Fall, in dem jemand in Griechenland angeklagt und freigesprochen wurde, nicht dazuzählt.

Das ist aber leider noch nicht alles. Denn unter der Zwischenüberschrift “Das ist verboten” heißt es außerdem:

“Christliche Kirchen dürfen nicht als ‘Verbrecherorganisation’ bezeichnet werden, so ein Urteil des Landgerichts Göttingen von 1985.”

Doch auch das ist falsch*. Christliche Kirchen dürfen sehr wohl als “Verbrecherorganisation” bezeichnet werden, sogar als “größte Verbrecherorganisation aller Zeiten”, und ein entsprechendes Urteil stammt zwar aus dem Jahr 1985, jedoch nicht vom Landgericht Göttingen, sondern vom Amtsgericht Bochum.

Und für alle, die das jetzt noch genauer wissen wollen, war’s nämlich so: Im November 1984 wurde in ein paar deutschen Städten ein Flugblatt verteilt, das ein Bochumer Medizinstudent verantwortete und in dem sich das “Kommitee zur Abschaffung von §166 StGB” kritisch damit auseinandersetzte, dass ein Mitglied des “Internationalen Vereins zur Verbreitung der Lebensfreude e.V.” wegen des Verteilens von Aufklebern mit den Aufschriften “Lieber eine befleckte Verhütung als eine unbefleckte Empfängnis” sowie “Masochismus ist heilbar” in Göttingen zu einer Geldstrafe von 400 D-Mark verurteilt worden war. In dem Flugblatt hieß es u.a. dazu: “(…) wer über die Machtpolitik der Kirche aufklärt und beim Namen nennt, daß sie die größte Verbrecherorganisation aller Zeiten ist, die einen in der Geschichte einmaligen Rekord an Folter und Mordopfern aufweist – 22 Millionen allein während der Kreuzzüge – (…) muss mit hohen vom Staat verhängten Strafen rechnen.” Im Zuge der Ermittlungen gegen den Studenten fanden drei Hausdurchsuchungen bei ihm statt. Doch nachdem es dem Kirchenkritiker Karlheinz Deschner mit einem 30-seitigen Gutachten offenbar gelungen war, dem Gericht glaubhaft zu machen, dass es sich bei der christlichen Kirche tatsächlich um die größte Verbrecherorganisation aller Zeiten handeln könnte, endete die mündliche Verhandlung im Oktober 1985 nach wenigen Stunden mit einem Freispruch.

Und eigentlich sollte eine Zeitung wie “Bild”, die immer wieder die Nähe zur Katholischen Kirche sucht und deren Chefredakteur und Herausgeber selbst bekennender Katholik ist, sowas wissen (oder in einem Buch nachlesen), statt ihren über elf Millionen Lesern die Unwahrheit zu erzählen* nur die halbe Wahrheit zu erzählen.

Mit Dank auch an Zeljko K. für den Hinweis!

*) Nachtrag, 8.2.2006:
Wir müssen uns korrigieren: Auch im Fall der in Göttingen zu 400 D-Mark Strafe verurteilten Birgit Römermann ging es nicht nur um die oben erwähnten Aufkleber, sondern ebenfalls um ein Flugblatt mit der Äußerung: “Sieht man sich die Geschichte der Kirchen an, ist man Mitglied einer der größten Verbrecherorganisationen der Welt. Hexenverfolgungen, 6 Millionen Frauen verbrannt, Völkermorde, Religionskriege, Kreuzzüge, Unterdrückung und Verarschung des Volkes durch alle Jahrhunderte, Judenverfolgung, Segnung von Waffen, Verteufelung der Lust und und und, um nur einige Beispiele zu nennen.” Und auch in der Bezeichnung “Verbrecherorganisation” erkannte das Landgericht Göttingen 1984 (!) einen Verstoß gegen § 166 StGB. Insofern stimmt, was “Bild” behauptet. Allerdings entschied ein anderes Gericht ein Jahr später in einem anderen Fall anders. Die Frage, ob die Bezeichnung “Verbrecherorganisation” verboten ist oder nicht, hängt also im Einzelfall u.a. davon ab, ob sie den öffentlichen Frieden stören kann oder nicht.

Englisch für Propheten

Man mag ja von Hellseherei, Wahrsagekunst und Prophetie halten, was man will. Und insofern spielt es ja vielleicht gar keine Rolle, dass Bild.de heute über einige Prophezeiungen einer blinden bulgarischen Hellseherin berichtet und dabei in einigen wesentlichen Punkten von dem abweicht, was Pravda.ru bereits am 3. Februar in englischer Sprache aufschrieb. Ob also Vanga Pandeva 1988 in einer Prophezeiung sinngemäß sagte, “Zwei große Anführer gaben sich die Hand” (“Two big leaders shook hands”), wie Pravda.ru schreibt. Oder ob sie damals meinte, “Zwei große Führer werden ihre Hände schütteln“, wie Bild.de schreibt. Aber abgesehen davon, dass letzteres sicher lustig aussieht, macht es auch aus Sicht einer Prophetin keinen Sinn. Jedenfalls dann nicht, wenn man davon ausgeht, dass der INF-Vertrag zur Abrüstung atomarer Mittelstreckenraketen gemeint war (was Bild.de und Pravda.ru offenbar tun). Denn den unterzeichneten Reagan und Gorbatschow schon im Dezember 1987. Pandeva wäre also etwas spät dran gewesen. Aber das ist Geschichte.

Im Hinblick auf eine weitere Prophezeiung Pandevas könnte es allerdings noch mal wichtig werden ob die Vision Version von Bild.de korrekt ist, oder die von Pravda.ru. Letztere zitiert die bulgarische Prophetin mit den Worten:

Alles wird schmelzen wie Eis, aber der Ruhm Wladimirs, der Ruhm Russlands sind das einzige, was bleibt. Russland wird nicht nur überleben, es wird die Welt beherrschen.

Bild.de hingegen schreibt:

Rußlands Weltherrschaft kündigte sie bereits 1979 an. Zuvor würde aber der Ruhm “Wladimirs” schmelzen wie Eis in der Sonne. Daß der aktuelle russische Präsident Putin, den damals noch keiner kannte, diesen Vornamen hat, läßt Vangas Anhänger glauben: Auch diese Vision wird sich sehr bald erfüllen …

Nicht, dass es hinterher Streit darüber gibt, ob Pandevas Prophezeiung nun wahr geworden ist, oder eher das Gegenteil.

Mit Dank an Maja I. und Phil für den sachdienlichen Hinweis.

Nachtrag, 21.00 Uhr: Übrigens wird Vanga Pandeva, von Pravda.ru und Bild.de abgesehen, offenbar überwiegend Vanga Dimitrova genannt, oder einfach: “Baba Vanga“. Insofern können wir wohl mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass es sich bei den Prophezeiungen von Bild.de bloß um schlechte Übersetzungen handelt.

Mit Dank an Gila M. für den Hinweis.

Deutschland ist immer und überall

“Was wird bei uns bestraft?” fragt “Bild” – und berichtet heute in großer Aufmachung über “Gotteslästerung in Deutschland” (siehe Ausriss) und “erklärt, was deutsche Gerichte als ‘Blasphemie’ (griechisch: Schmähung, Verleumdung) beurteilten – und was nicht!”

Nach einem Zitat aus dem deutschen StGB und unter der Zwischenüberschrift “Das ist verboten” schreibt “Bild”:

“Ein Gericht verurteilte den Karikaturisten Gerhard Haderer in Abwesenheit zu sechs Monaten Haft. Sein Comic ‘Das Leben des Jesus’ zeigte Gottes Sohn als ‘Weihrauchkiffer’, den Gang über den See Genezareth als ‘Surf-Trip’. Das Urteil wurde später aufgehoben.”

Und mal abgesehen davon, dass es einigermaßen verwunderlich ist, ein Urteil, das “später aufgehoben” wurde, in der Rubrik “Das ist verboten” unterzubringen: Der österreichische Karikaturist war im Januar 2005 in Griechenland (!) zu sechs Monaten Haft verurteilt und per Europäischem Haftbefehl zur Festnahme ausgeschrieben, ein Vierteljahr später aber im Berufungsverfahren von einer höheren Instanz in Athen freigesprochen worden. (Außerdem war gegen Haderer auch im österreichischen Wien ein Strafverfahren eröffnet, bald darauf aber wieder eingestellt worden.)

Mit Dank an Christian S. für den Hinweis.

Mehr dazu hier.

  

Betr.: “Bild”-Kolumnist Hauke Brost erklärt BILDblog

Auf seiner Homepage hatte “Bild”-Kolumnist Hauke Brost www.BILDblog.de zu seinen “Lieblings-Links” gezählt und das wie folgt begründet:

Weil die Macher dieser Seite Tag für Tag geradezu rührend bemüht sind, BILD Fehler nachzuweisen. Zugegeben: Manchmal schaffen sie das tatsächlich (nobody is perfect). bildblog ist für mich wie ein lieber Nachbar, der den ganzen Tag mit dem Sofakissen im Fenster lehnt und in einen Garten glotzt, in dem er Unsittliches vermutet. “Ha, schon wieder ein Wort falsch geschrieben! Typisch BILD!” “Ha, Wussow ist laut BILD schwerkrank? Vor 4 Wochen war Wussow laut BILD noch fit wie ein Turnschuh, klicken Sie hier!” “Haben Sie schon diese entsetzliche Glosse von Hauke Brost gelesen?” So ähnlich geht das den lieben langen Tag. bildblog hat null Humor, weiß grundsätzlich alles besser und macht natürlich niemals Fehler. So ist mir bildblog ans Herz gewachsen – so wie ich oben erwähnten Nachbarn auch fröhlich grüßen würde: “Na, Herr Nachbar? Heute schon jemanden beim Falschparken oder Nacktbaden erwischt?”

bildblog verkörpert die hierzulande weit verbreitete Oberlehrer-Mentalität wie kaum eine andere website und ist deshalb auf jeden Fall einen Besuch wert. Außerdem ist bildblog mehrfach preisgekrönt, also muß ja was dran sein… (???)

Manchmal ist bildblog sogar selbstkritisch. Lesen Sie das (Zitat aus bildblog). “Die Lust, mitzuwirken an BILDblog, scheint grenzenlos. Und führt gelegentlich zu beunruhigenden Auswüchsen. Als wir einmal einen Beitrag über Hauke Brost brachten, einen “Bild”-Kolumnisten, der zu seinen Artikeln voller Klischees über Frauen und Ausländer nur stehen kann, indem er sie als Satire verstanden wissen will, war darin auch ein Link zu seiner Homepage enthalten. In kürzester Zeit hatten unsere Leser dem Mann sein Gästebuch, man kann es nicht anders sagen: vollgekotzt. Eine offenbar jahrelang aufgestaute Wut brach sich Bahn. Erschrocken verfolgten wir, wie sich – trotz unserer Bitten um Zurückhaltung – die Schreiber in immer groteskeren und abstoßenderen Beschimpfungen überboten. Ein Mitarbeiter von “Bild” sagte später: Da sehe man mal, wir sollten von unserem hohen moralischen Ross runterkommen. Unter unseren Lesern sei genauso ein “Mob” wie unter denen der Zeitung, für die er arbeitet. Wir hätten ihm den vermeintlichen Beweis für diese Illusion lieber nicht geliefert.” (Zitat Ende.) Dieser Text enthält zwar eine Reihe von Fehlern und hinterläßt eine Reihe von Fragen. Aber trotzdem danke, bildblog, für diese leisen Ansätze von Selbsterkenntnis.

Brost hat obigen Text inzwischen von seiner Homepage entfernt. Kurzzeitig fand sich dort allerdings offenbar folgender Hinweis:

Und wo ist der Link, den Sie eigentlich lesen wollten? Wegen dem Sie auf dieser Site gelandet sind? Ich habe ihn erst einmal gelöscht, da mir die lieben Kollegen während meines Urlaubs eine Mail geschickt haben, in der sie den bisherigen Text in Frage stellen. Das muss man ernst nehmen. Also denke ich erst einmal in Ruhe darüber nach.

Der Hinweis wurde inzwischen ebenfalls gelöscht.

Kurz korrigiert (62)

Quasi als Zusatzinformation für die Leser behauptet Bild.de seit gestern in einem Artikel über die “luder-lichsten Polizeifotos der Welt” (?), Prostitution sei “in den USA verboten, nur in der Spielerstadt Las Vegas erlaubt”.

Das ist nicht richtig. Prostitution ist fast überall in den USA verboten, außer in den meisten Bezirken von Nevada. Clark County, in dem auch Las Vegas liegt, gehört jedoch zu den wenigen Bezirken Nevadas, in denen Prostitution verboten ist.

Mit Dank an Peter R. für den Hinweis.

Nachtrag, 14:30:
Obige Bild.de-Meldung findet sich heute unter der Überschrift “Huren-Pranger” …ups, “Huren-Pranger” auch in der gedruckten “Bild”. Dort heißt es korrekt: “In den meisten Bundesstaaten der USA ist Prostitution verboten. Ausnahme: Teile von Nevada in der Umgebung der Sündenstadt Las Vegas.” (Und weil Bild.de wiederum die “Bild”-Meldung übernommen hat, steht’s dort nun zwei Mal, einmal richtig, einmal falsch.)

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Von gut informierter Seite informiert (Teil 2)

“Nicht richtig ist, daß Brad Pitt von seiner Seite aus irgendeine Forderung an ‘Die Goldene Kamera’ von ‘Hörzu’ gestellt hat.”

Ja, fallen wir ruhig mit der Tür ins Haus. Die “BamS” hatte ja im Rahmen ihrer “Goldene Kamera”-Berichterstattung behauptet, Pitt habe “für sein Erscheinen eine Million Dollar gefordert”. Und obiges Zitat stammt nicht etwa von Brad Pitts Sprecherin, die ja bereits gestern auf unsere Anfrage hin einen Bericht der “Bild am Sonntag” als “komplett unwahr” bezeichnet hatte. Im Gegenteil: Obiges Zitat stammt von Beate Wedekind, der Organisatorin des “Hörzu”-PR-Events.

Wedekind betont, die “Hörzu” habe Brad Pitt zwar “schon seit einigen Jahren auf der Kandidaten-Liste als Preisträger”, aber “selbstverständlich” respektiere man seinen Wunsch, zwischen Privatleben und Beruf scharf zu trennen”, so die Organisatorin auf unsere Anfrage.

Und da ist es dann schon mehr als seltsam, dass die “BamS” sich die Sache mit Leichtigkeit aus erster Hand hätte erklären lassen können, stattdessen aber auf dubiose “BamS-Informationen” zurückgreift, die sich im Nachhinein als “nicht richtig” bzw. “komplett unwahr” herausstellen. Ja, nicht mal beim Springer-Konzern (unter dessen Dach nicht nur die “Goldene Kamera”-Verleihung stattfand, sondern auch “Hörzu” und “BamS” erscheinen), war zu den deutlichen Dementis Gegenteiliges zu erfahren. Stattdessen beantwortete die Unternehmenssprecherin eine Bitte um Stellungnahme überraschenderweise mit dem knappen Hinweis, Anfragen zur “Goldenen Kamera” und der begleitenden Presseberichterstattung seien an die Organisatorin der Veranstaltung, Beate Wedekind, zu richten…

Das hatten wir zwar zuvor bereits getan, aber okay, zitieren wir sie halt nochmal:

“Nicht richtig ist, daß Brad Pitt von seiner Seite aus irgendeine Forderung an ‘Die Goldene Kamera’ von ‘Hörzu’ gestellt hat.”

Nachtrag, 22:17:
Wie aus einem fehlerhaften “BamS”-Bericht eine noch fehlerhaftere GMX-Meldung wird, parodiert übrigens bereits seit gestern eindrucksvoll das… GMXblog?

Nachtrag, 12.2.2006:
Obwohl nicht nur Brad Pitts Sprecherin und die “Goldenen Kamera”-Organisatorin der “BamS”-Darstellung, Pitt habe eine Million Dollar gefordert, ausdrücklich widersprechen, sah sich die “BamS” offenbar nicht dazu veranlasst, den Sachverhalt in ihrer aktuellen Ausgabe richtigzustellen. Selbst in der Rubrik “Korrekturen” wird stattdessen nur die Verwechslung von Thüringen und Sachsen-Anhalt “in der kleinen Grafik auf Seite 93” berichtigt.

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