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KW 36: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. 9/11 und Verschwörungstheorien: 20 Jahre danach
(ndr.de, Video: 23:12 Minuten)
Der Terroranschlag vom 11. September 2001 jährt sich zum zwanzigsten Mal, und in den Sozialen Medien und einschlägigen Foren werden immer noch die krudesten Theorien über den Hintergrund verbreitet. Mal soll die US-Regierung dahinterstecken, mal eine “jüdische Weltverschwörung”. Was macht das mit den Betroffenen? Und welche Verantwortung tragen die Plattformbetreiber, auf deren Seiten solche Inhalte zur Verfügung gestellt werden?

2. Wahlkampf undercover: Wie PR-Profis uns manipulieren
(ndr.de, Gesine Enwaldt & Peter Kreysler, Video: 43:40 Minuten)
Der Investigativjournalist Peter Kreysler hat sich unter falscher Flagge und mit gefakter Identität in das Innere international agierender PR-Agenturen eingeschmuggelt. Der Film zeigt, was in der Welt der Wahlkampfstrategen alles möglich ist, und entlarvt die Methoden der Meinungsmacher.

3. Welche Rolle spielen Fake News kurz vor der Bundestagswahl?
(wasmitmedien.de, Daniel Fiene & Sebastian Pähler, Audio: 59:52 Minuten)
Valerie Scholz und ihre Mit-Gründerin Katherina Klimkeit haben mit “Facts for Friends” eine Plattform ins Leben gerufen, mit der Faktenchecks attraktiver werden sollen. Scholz war bereits Ende 2020 bei “Was mit Medien” zu Gast. Bei ihrem neuerlichen Besuch erzählt sie davon, was sich bei dem Medien-Startup in der Zwischenzeit alles getan hat.
Weiterer Hörtipp: Das aktuelle “MedienMagazin” des BR zur Bundestagswahl: Was sagen die Parteiprogramme zu Medienpolitik und Journalismus? (br.de, Sissi Pitzer & Linus Lüring)

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4. Weshalb ärgern sich Datenjournalisten so über das Robert Koch Institut?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 23:10 Minuten)
In Zeiten der Pandemie interessieren uns vor allem Zahlen: Wie viele Menschen sind erkrankt, genesen, geimpft? Wie verteilen sie sich auf Deutschland? Aufbereitet wird das Zahlenmaterial meist von Datenjournalistinnen und -journalisten, die jedoch auf die Zusammenarbeit mit dem Robert-Koch-Institut angewiesen sind. Und hier gibt es dringenden Verbesserungsbedarf, wie Elena Erdmann von “Zeit Online” erklärt.

5. Thilo Mischke bei der Bild: Boulevard-Journalismus in der Kritik
(youtube.com, Pro Sieben, Thilo Mischke, Video: 7:20 Minuten)
“Skandalflut, Statistik-Tricks und steile Thesen, gebündelt in unzähligen Schlagzeilen und Onlinemeldungen”: ProSieben-Reporter Thilo Mischke hat “Bild”-Chef Julian Reichelt in dessen Redaktion besucht, um mit ihm über Boulevard-Journalismus zu sprechen.

6. Wie Influencen der Gesundheit schadet
(youtube.com, SWR3, Philipp Walulis, Video: 14:07 Minuten)
Die Welt der Influencerinnen und Influencer ist nicht nur rosarot. Auf vielen lastet ein großer Druck. Stress, Angst und Depressionen können die Folge sein. “Und wenn man nicht gerade zur deutschen Influencer-Elite gehört, wird es sogar doppelt gefährlich. Zu den psychischen Sorgen kommen ganz schnell auch finanzielle Nöte. Die Welt der Influencer hat zwei Seiten und wir erkunden heute die Dunkle”, so Philipp Walulis.
Weiterer Videotipp: BGH-Urteil zu Influencer-Postings – “ZDFheute live” spricht mit Influencerin Cathy Hummels und Anwalt Michael Terhaag über eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs (zdf.de, Daniel Bröckerhoff, 25 Minuten).

7. Studio Schmitt
(zdf.de, Tommi Schmitt, Video: 30:44 Minuten)
Bonus-Tipp: In der aktuellen Folge von “Studio Schmitt” (ZDFneo) ist BILDblog-Leiter Moritz Tschermak zu Besuch. Die beiden unterhalten sich über die Ausprägung der “Bild” unter Julian Reichelt sowie die politische Stoßrichtung des Boulevardmediums und spielen zum Schluss eine Partie “Gaga-Kompositum”.

Staatengemeinschaft muss handeln, Bürgerrechtler & Apple, Hohenzollern

1. Staatengemeinschaft muss handeln
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) ruft die internationale Staatengemeinschaft auf, “nicht tatenlos zuzusehen, wie in Afghanistan die Angehörigen von Journalisten und NGO-Mitarbeitern ermordet werden”. In dem Aufruf erklärt der DJV-Bundesvorsitzende Frank Überall: “Es reicht nicht aus, ein paar Rettungsflüge vom Flughafen Kabul aus starten zu lassen, den derzeit keine afghanische Familie mehr erreichen kann. Die Regierungen der westlichen Staaten, die in Afghanistan präsent waren, stehen in der Pflicht, ihre treuesten Anhänger in dem Hindukusch-Land nicht der Rache der Islamisten auszuliefern.”
Weitere Lesehinweise: Angst um afghanische Kollegen: Wie ARD, ZDF und Co. aus Kabul berichten (rnd.de, Matthias Schwarzer).
Beim Deutschlandfunk hat sich Stefan Fries mit der ARD-Korrespondentin Sibylle Licht darüber unterhalten, wie sie aus Neu-Delhi über Afghanistan berichtet: Berichten ohne vor Ort zu sein.
Die Deutsche Welle schreibt, dass die Taliban nicht vor gezielten Tötungen zurückschrecken, wie der Fall eines DW-Mitarbeiters zeige: Taliban töten Angehörigen eines DW-Journalisten.

2. Bürgerrechtler zu Apple: »Durchsucht unsere Telefone nicht!«
(spiegel.de)
Mehr als 90 Organisationen kritisieren Apples Pläne, iPhones und iPads nach illegalen Fotos zu durchforsten: “Obwohl diese Pläne darauf ausgerichtet sind, Kinder zu beschützen und die Verbreitung von Missbrauchsbildern einzuschränken, sind wir besorgt, dass die Techniken eingesetzt werden, um die Meinungsfreiheit zu beschränken”, heißt es in einem offenen Brief der internationalen Koalition.
Weiterer Lesehinweis: “Wir, die Electronic Frontier Foundation, fordern Apple eindringlich auf, sich auf den Slogan zu besinnen, den sie selbst so einprägsam auf einer Plakatwand der CES-Konferenz 2019 in Las Vegas verkündet haben: ‘Was auf deinem iPhone passiert, bleibt auf deinem iPhone.'” netzpolitik.org veröffentlicht die übersetzte Stellungnahme von Kurt Opsahl, dem stellvertretenden Geschäftsführer und Leiter der Rechtsabteilung der digitalen Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation.

3. Erfolg für ver.di im Streit mit Hohen­zol­lern
(lto.de)
“Ist der Prinz von Preußen besonders klagefreudig, wenn es um die mediale Aufarbeitung seiner Familiengeschichte geht? Das zumindest behauptet die Gewerkschaft ver.di – mit Recht, wie das KG Berlin nun entschied.” Siehe dazu auch die Stellungnahme von Verdi zur Entscheidung des Berliner Kammergerichts: ver.di gewinnt gegen Hohenzollern.

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4. Hören & Sagen Newsletter, Ausgabe 23
(us16.campaign-archive.com, Sandro Schröder)
In der neuesten Ausgabe seines Newsletters über Audio und Podcasts bezweifelt Sandro Schröder die immer wieder aufgestellte Behauptung, Youtube sei für Podcasts wichtig: “Youtube erscheint mir viel eher wie ein (Not-)Behelf, um Podcasts/Audio zu verbreiten, mehr schlecht als recht. Nicht mehr, nicht weniger. Es ist eine Plattform, mit der – erstens – aktuell mehr Menschen (und Geräte) umgehen können als mit Podcast-Apps. Und zweitens ist es eine Plattform, auf der Nebenbei-Beschallung schon viel länger ein gelerntes Verhalten ist. Aber ist diese mehr-schlecht-als-recht-Nutzung genau das, was Podcasts gerade brauchen? Will ich als Podcaster auf so eine wackelige Basis bauen? Und was mache ich dann beispielsweise mit der für Podcaster*innen (noch) eher ungewohnten Funktion, wenn auf Youtube plötzlich Kommentare neben dem Podcast stehen?” Podcast-Interessierte werden sich außerdem über die weiteren Themen des Newsletters, die Hinweise und Leseempfehlungen freuen.

5. Wo man die Trielle sehen kann
(sueddeutsche.de)
Eine Woche vor der Bundestagswahl werden Annalena Baerbock (Grüne), Armin Laschet (Union) und Olaf Scholz (SPD) in einem dritten Triell vor Fernsehkameras aufeinandertreffen. Die Debatte finde am Sonntag, 19. September, statt und zwar parallel bei ProSieben, Sat.1 und Kabel eins. Es ist das erste Mal in der Geschichte, dass es drei TV-Duelle beziehungsweise -Trielle zu einer Bundestagswahl gibt.
Weitere Informationen dazu gibt es bei “DWDL”: Letztes TV-Triell vor der Wahl läuft bei ProSiebenSat.1 (dwdl.de, Uwe Mantel).

6. “Bravo” wird 65: Chefredakteurin glaubt an Zukunft der Marke
(rnd.de)
In wenigen Tagen wird die “Bravo” 65 Jahre alt. In früheren Zeiten verkaufte das Jugendmagazin jede Woche mehr als eine Million Exemplare. Mittlerweile erscheint die “Bravo” nur noch monatlich und in deutlich niedrigerer Auflage. Die Münchner Redaktion ist Geschichte – die Inhalte bezieht das Magazin von einem externen Kölner Redaktionsbüro. Natürlich glaubt die Chefredakteurin dennoch an eine Zukunft der Marke.

Hessen-FDP und Pressefreiheit, Hofers Selbstzensur, Preisgeld

1. Veröffentlichung von unangenehmen Fragen durch eine Partei verletzt die Pressefreiheit
(djv-hessen.de)
Der Deutsche Journalisten-Verband Hessen fordert die hessische FDP zu einem respektvollen Umgang auf: “Offenbar hat die Hessen FDP die Grundprinzipien der Pressefreiheit nicht verstanden. Statt Fragen eines Journalisten-Teams von NDR, WDR und der Wochenzeitung ‘Die Zeit’ zu möglichen Verbindungen einzelner aktiver FDP-Mitglieder in das AfD-nahe Spektrum um den Politikberater Tom Rohrböck zu beantworten, hat die Partei die Fragen der Journalisten auf ihrer Homepage veröffentlicht. Damit sabotiert die FDP das bewährte Prinzip Journalisten fragen, Politiker antworten. Journalisten, die nicht mehr selbst entscheiden können, wann sie ihre Recherchen für ausreichend fundiert halten, um damit an die Öffentlichkeit zu gehen, können ihren Beitrag zur Meinungsbildung nur noch eingeschränkt leisten.”

2. Was hat es mit Jan Hofers Selbstzensur-Vorwurf gegen die “Tagesschau” auf sich?
(meedia.de, Tobias Singer)
Jahrzehntelang war Nachrichtenmann Jan Hofer für die Öffentlich-Rechtlichen tätig, nun ist er der neue RTL-Anchorman. In einem Podcast-Gespräch mit Moderatorin Janin Ullman hat er sich zu seinem Wechsel geäußert und dabei eine bemerkenswerte Andeutung gemacht, die von Tobias Singer wie folgt kommentiert wird: “Das neue Format würde ‘anders, kleiner, hoffentlich effektiver und ohne Schere im Kopf’ stattfinden. Punkt. Mehr kommt nicht. Keine Erklärung, keine Konkretisierung, und auch keine Nachfrage von Ullmann. Was bleibt? Ein Vorwurf, der diejenigen bedient, die es schon immer wussten oder zu wissen glaubten: Bei der meistgesehenen Nachrichtensendung der Republik herrscht Selbstzensur unter den Journalisten.”

3. «False Balance» in den Medien: Was wissenschaftlich stimmt, ist keine Frage der Mehrheitsmeinung
(medienwoche.ch, Servan Grüninger)
Bei der “Medienwoche” geht es um das Phänomen der “False Balance” in der Berichterstattung. Das bezeichnet den Umstand, dass unbewiesenen Minderheitsmeinungen aus Gründen der (falschen) Ausgewogenheit derselbe Raum eingeräumt wird wie beispielsweise wissenschaftlich längst geklärten Mehrheitsmeinungen. Servan Grüninger erklärt das Problem anhand von Beispielen und nennt am Schluss einige konkrete Verbesserungsvorschläge.

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4. Eichers Ehre
(kontextwochenzeitung.de, Josef-Otto Freudenreich)
Der ehemalige Chefjustiziar des SWR Hermann Eicher geht laut der Internetpublikation “Kontext:Wochenzeitung” presserechtlich gegen diese vor. Eicher wolle Aussagen aus einem “Kontext”-Podcast verbieten lassen, in dem darüber gesprochen wird, wie die Anstalt mit den Vorwürfen sexueller Belästigung umgeht. Bei “Kontext” schildert Josef-Otto Freudenreich seine Sicht der Dinge.

5. Gefährliche Verwechslung
(sueddeutsche.de, Lea Sahay)
Der deutsche TV- und Print-Journalist Mathias Bölinger berichtet seit vielen Jahren aus China. Jüngst reiste er im Auftrag der Deutschen Welle in die zentralchinesische Provinz Henan, um über die Folgen der extremen Regenfälle zu berichten. Dort wurde er von einer wütenden Menschenmenge bedroht und verfolgt. Man hatte ihn für einen BBC-Korrespondenten gehalten.

6. “Get the f*ck out of my house”-Gewinner muss seinen Preis teilen
(lto.de)
Vorgestern haben wir in den “6 vor 9” von einem Konflikt zwischen Teilnehmern einer Reality-Show berichtet. Die drei Finalisten der Sendung hätten verabredet, dass – egal, wer gewinnt – der Gewinner den beiden anderen 20.000 Euro abgebe. Daran, so der Vorwurf, habe sich der Gewinner jedoch nicht gehalten. Nun haben sich Kläger und Beklagter vor Gericht auf die Zahlung von 15.000 Euro geeinigt, “um die Sache vom Tisch zu kriegen”.

Ohne AfD und Linke, Lokaljournalismus im Ahrtal, Selbstversuch Olympia

1. Warum AfD und Linke bei den Sat.1-Sommerinterviews fehlen
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Sat.1 plant politische Sommerinterviews, bei denen die beiden Oppositionsparteien AfD und Linke jedoch nicht vorkommen. Sendersprecher Daniel Rosemann begründet dies wie folgt: “Die Sat.1-Nachrichtenredaktion hat sich entschieden, mit den vier Parteien Sommer-Interviews zu führen, die nach den aktuellen Koalitionsaussagen nach der Wahl Teil einer neuen Bundesregierung sein können.” Für “DWDL”-Redakteur Timo Niemeier kommt diese Argumentation überraschend: “Zum einen, weil der Sender diesmal in Sachen AfD eine andere Argumentation wählt und sich nicht so klar gegen die Partei positioniert, wie es Rosemann noch vor wenigen Wochen tat. Und zum anderen, weil Koalitionsaussagen, die vor einer Wahl getroffen werden, danach vielleicht gar nicht halten. Ein Bündnis aus SPD, Grünen und Linken ist überdies gar nicht endgültig vom Tisch, weil es von keiner der Parteien ausgeschlossen wurde.”

2. Lokaljournalismus im Dauereinsatz
(deutschlandfunk.de, Annika Schneider, Audio: 7:46 Minuten)
Die Flutkatastrophe im Ahrtal zeigt, wie wichtig gut funktionierender Lokaljournalismus ist. Seit über einer Woche berichtet die “Rhein-Zeitung” mit ihrer Lokalredaktion Ahrweiler mit zehn Reporterinnen und Reportern direkt aus dem Katastrophengebiet, unterstützt von Kräften aus der zentralen Mantelredaktion. Doch in der Region würden sich auch unseriöse Menschen tummeln, die Desinformationen streuen: Laut ZDF-Reporter Arndt Ginzel seien Mitglieder der “Querdenker”-Szene durch die Nachbarschaft gezogen und hätten fälschlicherweise erzählt, das Hochwasser sei von Bundeskanzlerin Angela Merkel geplant worden, um eine Klimadebatte zu entfachen.

3. Nürnberger Presse plant weiteren Stellenabbau
(verdi.de, Susanne Stracke-Neumann)
Schlechte Nachrichten aus Nürnberg: “Um mindestens 80 Vollzeitstellen will der Verlag Nürnberger Presse (VNP) bis Ende März 2022 die Belegschaft verkleinern. Der Verlag, der die ‘Nürnberger Nachrichten’, die ‘Nürnberger Zeitung’ und die Online-Plattform Nordbayern.de in seinem Portfolio hat, baute bereits 2019/20 nach der Verschmelzung dreier einzelner zu einer Zentralredaktion 28 Vollzeitstellen durch einen ‘freiwilligen Sozialplan’ mit Abfindungen ab.”

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4. »Ältere Menschen sind empfänglicher für Falschmeldungen«
(spiegel.de, Max Hoppenstedt & Ann-Katrin-Müller)
Fiete Stegers hat sich im Auftrag der Vodafone-Stiftung bei Faktencheckern, Forschenden, Fachjournalistinnen und Vertretern von zivilgesellschaftlichen Organisationen zum Thema Desinformation umgehört. Der “Spiegel” berichtet vorab über die Befragung. Anfällig für Desinformationskampagnen seien laut den Expertinnen und Experten vor allem Menschen, die “der transportierten Botschaft ohnehin zugeneigt sind und sich durch sie bestätigt fühlen”. Außerdem spiele laut Stegers das Alter eine Rolle: “Ältere Menschen sind tendenziell empfänglicher für Falschmeldungen als junge”.

5. Absprachen ums Preisgeld?
(sueddeutsche.de)
“Get the F*ck out of my House” ist eine ursprünglich aus den Niederlanden stammende Reality-Show, die in Deutschland bei ProSieben ausgestrahlt wurde. Die Spielidee: In einem Haus werden 100 Menschen untergebracht. Wer als Letzter das Haus verlässt, bekommt die 100.000 Euro Siegprämie. Drei Jahre nach dem Ende der Sendung streiten die Kandidaten vor Gericht um das Preisgeld. Die drei Finalisten hätten verabredet, dass – egal, wer gewinnt – der Gewinner den beiden anderen 20.000 Euro abgebe. Daran, so der Vorwurf, habe sich der Gewinner jedoch nicht gehalten.

6. Olympia als 14-Stunden-Selbstversuch: Die Geisterspiele von Tokio im nächtlichen TV-Protokoll
(rnd.de, Imre Grimm)
Imre Grimm hat einen heroischen Selbstversuch unternommen und sich eine ganze Nacht durch das Olympia-Programm gezappt. Richtige Begeisterung wollte bei ihm nicht aufkommen, denn ohne Publikum fehle etwas Entscheidendes: “Das kollektive Staunen über die Grenzbereiche des Menschenmöglichen sind das Geheimnis des Events. Aber ohne Kollektiv gibt es keine kollektive Freude. Was wäre Usain Bolt ohne seine Ehrenrunden? Für wen sollte Robert Harting in einem leeren Stadion sein Trikot zerreißen? Emotionen sind der wichtigste Rohstoff internationaler Sportevents. Von 10.000 leeren Plastiksesseln aber sind keine Gefühlsaufwallungen zu erwarten. Man kann Emotionen nicht herbeibehaupten.”

RTL und Gruner + Jahr, Instagrams Naturzerstörer, Schlösserfotografie

1. Neue Verschmelzung
(taz.de, René Martens)
Bei RTL und Gruner + Jahr deutet sich eine Art von Zusammenschluss an. René Martens beleuchtet die Hintergründe der Verschmelzung und erklärt, wie diese sich auf die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen auswirken könnte. Die Entwicklung beim “Stern” lässt Schlimmes befürchten: “Am 1. März wurde das Politik- und Wirtschaftsressort des Magazins aufgelöst. Stattdessen gibt es eine gemeinsame Hauptstadtredaktion von Capital, Business Punk und Stern. Eine Maßnahme, die den Ruf des Sterns derart beschädigt, hätte niemand intern für möglich gehalten. Mehrere Redakteure verließen daraufhin das Magazin.”

2. Wenn Likes und Geotags die Natur zerstören
(netzpolitik.org, Pia Stenner)
Auf der Jagd nach möglichst spektakulären Natur-Selfies nehmen manche Influencerinnen und Influencer große Risiken in Kauf – mit mitunter großen Nachteilen für sich und ihre Umgebung. Die reichlich gestreuten Hashtags und Geotags verstärken das Problem. Sie machen die verlinkten Orte noch populärer. Pia Stenner zeigt, an welchen Orten des Planeten sich die Instagram-Community besonders gerne tummelt.

3. Pro Sieben Sat.1 stellt Podcast-App schon wieder ein
(rnd.de)
Vor etwa einem Jahr hatte der Medienkonzern ProSiebenSat.1 eine eigene Podcast-Plattform gestartet. Auf FYEO (For Your Ears Only) wollte man eigene Podcast- und Hörspielformate per Abo-Modell vermarkten. Nun kündigt der Konzern das Projektende an. Die App werde in diesem Herbst eingestellt.

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4. Schlösser und Gärten frei fotografieren
(verdi.de)
Das Gerangel um Fotografiererlaubnisse in den Preußischen Schlössern und Gärten scheint ein Ende zu haben: Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg vereinfacht die zustimmungsfreie Veröffentlichung und Vermarktung von Aufnahmen ihrer Parkanlagen und Gebäude. Davon betroffen seien rund 300 Gebäude, tausende Kunstschätze sowie fast 800 Hektar historische Park- und Gartenanlagen in Berlin und Brandenburg.

5. Gen­ders­tern­chen ist keine Dis­kri­mi­nie­rung
(lto.de)
Eine intergeschlechtlich geborene schwerbehinderte Person sah sich durch die Verwendung des Gendersternchens in einer Stellenausschreibung diskriminiert und reichte eine entsprechende Klage ein. Nun hat das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein in einem Urteil festgestellt, dass die behauptete Diskriminierung nicht vorliege. “Unerheblich sei auch, ob das Gendersternchen den deutschen Rechtschreibregeln entspricht. Zudem habe sich in der Anzeige an einer anderen Stelle der Zusatz ‘(m/w/d)’ gefunden, was die Intention einer geschlechterneutralen Ausschreibung verdeutliche.”

6. Sportjournalistenpreis: “Herr… Herr… Herr… hierher!”
(dwdl.de, Jan Freitag)
Jan Freitag hat sich die Verleihung des Deutschen Sportjournalistenpreises in einem Hamburger Luxushotel angeschaut. Das Event hat ihn, nun ja, nicht gerade begeistert, aber es habe auch Lichtblicke gegeben: “Umso erfrischender war es, wie die frühere Boxerin Ramona Kühne als Laudatorin der wichtigen Moderationskategorie die unverdrossene Geschlechterungleichheit im Sportjournalismus anprangerte. Da wurde sogar das haltlose Gestammel ihres Kollegen Henry Maske einigermaßen erträglich, der in Abwesenheit per Video zugeschaltet wurde.”

Österreichs bezahlte Medien, Wem nutzt “Cui Bono”?, Zeittotschläger

1. Wie kritische Medien in Österreich unter Druck geraten
(dwdl.de, Timo Niemeier)
“Viele Medien, die in Österreich kritisch berichten wollen, laufen Gefahr, Gelder von der öffentlichen Hand gestrichen zu bekommen. Das ist schon lange so, inzwischen ist diese Methode aber sichtbar wie nie.” Timo Niemeier schreibt über die seit Jahren problematische Inseratspolitik der österreichischen Regierung, die aktuell eine beängstigende Entwicklung nimmt.

2. “Welt”-Freiheitskämpferin halluziniert Gendergestotter
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Die deutschsprachigen Nachrichtenagenturen AFP, APA, dpa, epd, Keystone-sda, KNA, Reuters und SID wollen diskriminierungssensibler schreiben und sprechen und haben sich dafür auf ein gemeinsames Vorgehen geeinigt: “Das generische Maskulinum wird in kompakter Nachrichtensprache noch vielfach verwendet, soll aber schrittweise zurückgedrängt werden.” Als Reaktion polterte bei der “Welt” die “Chefreporterin Freiheit” (ja, der Posten heißt dort wirklich so) reflexhaft über das “Gendergestotter der selbstgerecht-egalitären Blase” und schimpfte über Dinge, die die Nachrichtenagenturen gar nicht beschlossen hatten.

3. ARD und ZDF verknüpfen Mediatheken
(tagesschau.de, Daniel Bouhs)
ARD und ZDF betreiben zukünftig ein gemeinsames Streaming-Netzwerk, wollen aber an ihren individuellen Mediatheken und Apps festhalten. Mehr als 250.000 Sendungen und Beiträge sollen direkt auf beiden Plattformen abrufbar sein: Wer in der ZDF-Mediathek beispielsweise nach einem “Tatort” suche, bekomme ihn künftig dort auch angezeigt, obwohl er zum ARD-Programmangebot gehört. Aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer wäre eine komplette Zusammenlegung der öffentlich-rechtlichen Mediatheken wohl praktischer gewesen, doch dagegen hatte es Widerstände gegeben.

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4. Hat Ken Jebsen diesen Podcast verdient?
(blog.clickomania.ch, Matthias Schüssler)
“Cui Bono: WTF happened to Ken Jebsen?”, die sechsteilige Podcastreihe über die Entwicklung des Radiomoderators Ken Jebsen zum Verbreiter von Verschwörungsmythen, wird derzeit von vielen Kritikern und Kritikerinnen gelobt (auch hier in den “6 vor 9”). Matthias Schüssler kann die Begeisterung nicht in allen Punkten teilen, denn “es besteht die Gefahr, dem Objekt der Berichterstattung zu zusätzlicher Bekanntheit zu verhelfen, womöglich seine Präsenz in der Öffentlichkeit zu verstärken und ihm zu mehr Legitimation zu verhelfen. Denn auch wenn seine Aussagen kritisiert werden, könnte bei manchen Leuten trotzdem die Botschaft hängen bleiben, dass doch etwas an ihm dran sein muss, wenn ihm eine sechsteilige Podcastreihe gewidmet wird.”

5. Die neue Nachrichtenkompetenz
(deutschlandfunk.de, Sören Brinkmann & Brigitte Baetz, Audio: 5:30 Minuten)
RTL und ProSieben wollen ihre Informationsangebote im Fernsehen ausbauen und haben dafür in letzter Zeit prominente Profis aus dem öffentlich-rechtlichen Nachrichtengeschäft abgeworben: Jan Hofer, Linda Zervakis und Pinar Atalay. Gründe für den Strategiewechsel gäbe es einige: Das Informationsinteresse in der Bevölkerung sei durch die Corona-Pandemie deutlich gestiegen, im Vorfeld der Bundestagswahl rücke auch die Politikberichterstattung in den Fokus. Und auf der anderen Seite gebe es im Bereich der fiktionalen Serien- und Filmangebote eine stark wachsende Konkurrenz durch Netflix und Co.

6. Zeittotschläger auf allen Kanälen: Über die seltsame Spezies der Fußball-EM-Experten
(rnd.de, Imre Grimm)
Sich ein Fußballspiel von einem Ex-Profi erklären zu lassen, klingt zunächst nach einer guten Idee. Schließlich kann sich kaum jemand besser in die Spieler hineinversetzen als ein Bastian Schweinsteiger, ein Kevin-Prince Boateng oder ein Per Mertesacker. Leider halte sich der Erkenntnisgewinn jedoch oft in engen Grenzen, die Kommentare der Ex-Spieler seien zu gestelzt und weichgespült, kritisiert Imre Grimm: “Jetzt rächt sich auch das Medientraining, das viele der heutigen TV-Fachleute als aktive Fußballprofis absolviert haben. Im Bemühen um Unangreifbarkeit und Ausgewogenheit hat man dieser Spielergeneration alles Charakteristische, alles Unverwechselbar ausgetrieben – Eigenschaften, die ein Fernsehexperte unbedingt aufweisen sollte.”
Weiterer Lesehinweis: Im “Tagesspiegel” spricht Joachim Huber einen weiteren Aspekt an: “Der Sportjournalismus ist erkennbar von der Promi-Expertise an den Rand gedrängt worden. Wer immer auch in den Fachredaktionen der ARD-Anstalten und des ZDF sitzt, er hat zu schweigen, zuzuliefern und zu dienen.”

BMI vs. Linksextremismus-Definition, Islam-Umfrage, Geldregen in MV

1. Seehofers Haus diktierte Definition
(taz.de, Volkan Ağar)
In der Einleitung des Linksextremismus-Onlinedossiers der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) stand ein Satz, mit dem bestimmte konservative Kreise ihre Probleme hatten. Ein renommierter Wissenschaftler hatte wie folgt geschrieben: “Im Unterschied zum Rechtsextremismus teilen sozialistische und kommunistische Bewegungen die liberalen Ideen von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – interpretieren sie aber auf ihre Weise um.” Auf Anweisung des Bundesinnenministeriums sei dieser Satz durch eine unwissenschaftliche Linksextremismusdefinition des Verfassungsschutzes ersetzt worden, schreibt Volkan Ağar. Der “taz” liegt die Mailkorrespondenz zwischen Bundeszentrale und Bundesministerium vor: “Aus dieser Kommunikation geht einerseits hervor, welch zentrale Rolle die Bild-Zeitung und der Bundestagsabgeordnete Thorsten Frei, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Vorsitzender des bpb-Kuratoriums, beim Eingriff des BMI gespielt haben.”

2. Schlecht angelegt: Was aus zwei Millionen Euro Corona-Hilfe für die Presse wurde
(uebermedien.de, Anne Haeming)
Vergangenen August schüttete das Bildungsministerium von Mecklenburg-Vorpommern zwei Millionen Euro aus dem Corona-Schutzfonds an die “Ostsee-Zeitung”, die “Schweriner Volkszeitung” und den “Nordkurier” aus. Was ist mit dem Geld geschehen, und was hat es bewirkt? Anne Haeming hat sich bei den zuständigen Stellen auf Verlags- und Ministeriumsseite erkundigt und zieht ein ernüchterndes Fazit: “Die Geschichte von der Presseförderung in Mecklenburg-Vorpommern ist damit ein Paradebeispiel dafür, wie es eben nicht funktioniert. Die Verlage nutzen das Geld nicht nachhaltig für die eigene Zukunft.”

3. Umfrage von Islamgegnern: Wer nicht islamfeindlich ist, wird islamfeindlich gemacht
(schantall-und-scharia.de, Fabian Goldmann)
Fabian Goldmann hat sich eine neue Umfrage zum Thema Islam und Islamismus angeschaut und ist einigermaßen entsetzt. Die Erhebung zeige, wie man durch manipulative Fragen und Antwortvorgaben zum gewünschten Ergebnis kommt: “Frageformulierungen und Antwortvorgaben, die ein islamkritisches Setting erzeugen, ziehen sich durch den ganzen Fragebogen. Manche Passagen der Umfrage erinnern fast schon an Polemiken rechter Politiker als eine wissenschaftliche Untersuchung, deren Ziel es sein sollte, die Befragten möglichst unbeeinflusst zu lassen.” Leider hätten viele Medien kritiklos die aus seiner Sicht fragwürdigen Ergebnisse und Deutungen übernommen und damit den Auftraggebern der Studie geholfen, “unter dem Deckmantel (pseudo)empirischer Meinungsforschung ihre islamfeindliche Lobbyarbeit zu betreiben.”

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4. Viel Angstmache, wenig Aufklärung
(deutschlandfunk.de, Annika Schneider, Audio: 4:40 Minuten)
Als der “Spiegel” vor 40 Jahren über Aids berichtete, sei dies in einer äußerst apokalyptischen Weise geschehen, erklärt Medienjournalist Stefan Niggemeier im Deutschlandfunk. Aids sei als eine Krankheit beschrieben worden, die mit Sicherheit zum Tod führe und gegen die nichts helfe. “Und das in Kombination mit Geschichten, auch wirklich mit einer merkwürdigen Lust erzählten Geschichten, Schauergeschichten von der Promiskuität von Schwulen, die diese Seuche verbreiten.” Laut dem aktuellen “Spiegel”-Ressortleiter, denke man darüber nach, diese Phase noch einmal aufzuarbeiten.

5. Herr Rosemann, was haben Sie vor mit Sat.1 und ProSieben?
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
ProSieben-Senderchef Daniel Rosemann hat im Mai auch die Leitung über Sat.1 übernommen. In der kurzen Zeit musste er bereits zweimal eingreifen, einmal beim neuen Trash-Format “Plötzlich arm, plötzlich reich”, einmal bei “Promis unter Palmen”. Beide Formate sind seitdem Sendergeschichte. “DWDL”-Chefredakteur Thomas Lückerath hat sich mit Rosemann über die künftige Ausrichtung der Sender unterhalten.

6. “Kleber hat was Cooles”
(spiegel.de, Alexander Kühn, Video: 4:07 Minuten)
Gestern wurde bekannt, dass Claus Kleber zum Ende des Jahres die Moderation des “heute Journals” abgibt. Für “Spiegel”-Redakteur Alexander Kühn ein willkommener Anlass, Kleber eine Video-Hommage zu widmen.

KW 23: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Wie kann man noch aus Belarus berichten?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 36:57 Minuten)
Holger Klein hat sich mit Demian von Osten unterhalten, dem Korrespondenten im Moskauer ARD-Studio, der als einer der wenigen Journalisten überhaupt noch aus Belarus berichten kann und darf. Wie lässt es sich in einer Diktatur als Journalist arbeiten, und welche Folgen haben die Einschränkungen für von Ostens Arbeit? Der ARD-Reporter antwortet abwägend: “Die Menschen vor Ort stehen viel mehr unter Druck als wir. Das Schlimmste, was mir passieren kann, als privilegiertem Westeuropäer, ist, dass ich ausgewiesen werde und die Akkreditierung verliere. Aber ich kann es mir eigentlich nicht vorstellen, dass man es riskieren würde, jetzt einen westlichen Journalisten ewig lang festzuhalten und sozusagen als Geisel zu benutzen.”

2. MW166 – die Rückkehr des Claas Relotius
(soundcloud.com, Medien-Woche, Christian Meier & Stefan Winterbauer, Audio: 56:15 Minuten)
In der aktuellen Folge des Podcasts “Die Medien-Woche” sprechen Christian Meier und Stefan Winterbauer schwerpunktmäßig über das “Reportagen”-Interview mit Claas Relotius (nur nach Registrierung lesbar): Was folgt daraus? Wie ist es einzuschätzen? Und ist das Kapitel Relotius für den Journalismus damit erledigt? Im Gespräch entstehen gute Gedanken und weiterführende Fragen, die auch den Kern des ursprünglichen Skandals betreffen.

3. Zwei Herren mit Hund #68: Das Medium unterwirft sich
(podcastc82418.podigee.io, Audio: 50:00 Minuten)
In der neuesten Ausgabe von “Zwei Herren mit Hund” beschäftigen sich Werbefachmann Thomas Koch und TV-Experte Kai Blasberg unter anderem mit den Veränderungen bei RTL sowie ProSieben und Sat.1. Die Sender schrauben an ihrem jeweiligen Image und wollen ernster werden. Aber den zwei Herren geht es auch um die Öffentlich-Rechtlichen: Vor allem dem ZDF werfen sie eine “Quotenfixierung” vor – das Zweite verhalte sich wie ein Privatsender.

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4. ARD und ZDF reformieren – so plant die Politik
(youtube.com, Zapp – Das Medienmagazin, Video: 29:49 Minuten)
“Zapp”-Autor Daniel Bouhs hat die Verantwortlichen für Medienpolitik nach der Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks befragt: Was ist zeitgemäß? Und was kann nach gut 70 Jahren ARD weg? In den Staatskanzleien kursiere bereits ein erster grober Entwurf für einen neuen Medienstaatsvertrag. Demnach sollen sich die Sender stärker abgrenzen von den Privaten und teilweise selbst entscheiden, welche Kanäle sie noch klassisch bespielen und welche nicht.

5. Wahl in Sachsen-Anhalt und Medien-Druck auf Sportler
(wdr.de, Sebastian Sonntag, 41:01 Minuten)
Im WDR5-Medienmagazin geht es um folgende Themen: Wenn aus Umfragen Schlagzeilen werden; “Ostdeutsche Perspektiven fehlen”; Sportler unter medialem Druck; Vorsicht bei Cookie-Abfragen; Mit Sehbehinderung auf Instagram; Medienphänomen Kim Kardashian. Und natürlich gibt es zum Schluss, wie gewohnt, die Medienschelte. Diesmal heißt es dort: “Sommer, Sonne, Sendepause”.

6. Wie Lanz “reihenweise Leute auseinanderf*ckt”
(youtube.com, Walulis Story, Video: 15:11 Minuten)
Philipp Walulis preist den ZDF-Talkmaster Markus Lanz: “Der Moderator wurde lange als Witzfigur verschrien, aber spätestens seit dem Armin-Laschet-Interview ist er Talkmaster Nummer eins in Deutschland.”

Leichenfledder-Portal “Mannheim24”, Zahnloser Tiger, Kreischsäge Klum

1. “Wir staunen bis heute”: Das Portal “Mannheim24” und die Klicks mit Jan Hahns Tod
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
Dem Portal “Mannheim24” ist offenbar jedes Mittel Recht, an Klicks und Reichweite zu kommen, und beutet dazu auf – man muss es leider so sagen – scheinheilige und verabscheuungswürdige Weise den Tod eines TV-Moderators aus. Boris Rosenkranz ist der Sache für “Übermedien” nachgegangen und hat sich an den verantwortlichen Geschäftsführer gewandt. Und der hat Rosenkranz sogar partiell Recht gegeben: “Sie haben in der Grundrichtung ihrer Vorhaltung recht: In der Gesamtbetrachtung mutet es in der Tat seltsam an, dass wir den Vorwurf erheben, dass Instagramer:innen den Tod von Jan Hahn für Reichweite ausnutzen, und wir ebenfalls mit der Berichterstattung Reichweite erzielen.”

2. “Die Medienaufsicht ist ein zahnloser Tiger”
(deutschlandfunkkultur.de, Stephan Karkowsky, Audio: 8:20 Minuten)
Der Partyschlager-Sänger Ikke Hüftgold aka Matthias Distel erhob vor einigen Tagen schwere Vorwürfe gegen den Fernsehsender Sat.1 und die Produktionsfirma Imago TV. Es ging dabei um das Ausnutzen der Not von psychisch vorbelasteten Kindern aus einer prekär lebenden Familie für ein “Frauentausch”-ähnliches TV-Format. Bei Deutschlandfunk Kultur kommentiert Medienwissenschaftler Bernd Gäbler den Vorgang. Gäbler weiß, wovon er spricht: Er ist der Autor der Studie “Armutszeugnis. Wie das Fernsehen die Unterschichten vorführt”.
Weiterer Lesehinweis: Der Streit zwischen dem Partyschlager-Sänger und der Produktionsfirma geht weiter. Distel habe seine Ankündigung wahr gemacht und Strafanzeige gegen Sat.1 und Imago TV gestellt. Die Produktionsfirma gehe ihrerseits mit einer Unterlassungsaufforderung gegen den Entertainer vor: Imago verlangt Unterlassung von Distel, der erstattet Anzeige (dwdl.de, Timo Niemeier).

3. Facebook News in Deutschland, Kampagne gegen Biontech, Wie Influencer Geld verdienen, Aufmerksamkeitsmaschine TikTok
(socialmediawatchblog.de, Simon Hurtz)
Im “Social Media Watchblog” analysiert Simon Hurtz den Facebook-News-Deal vieler deutscher Verlage: Warum machen fast alle großen Verlage mit? Was bezweckt Facebook mit seinem News-Angebot? Warum sollten Verlage vorsichtig sein? Und welche Rolle spielt der Axel-Springer-Konzern? Hurtz bricht das weite Themenfeld im bewährten Analysestil auf die wesentlichen Fakten herunter und endet mit einer überraschenden Schlussbemerkung.

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4. ARD führt “Sprüche vor acht” am Vorabend ein
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Die ARD führt ein neues Format ein: Immer Freitags gegen 19:45 Uhr sollen in der Mini-Sendung “Sprüche vor acht” Redensarten erklärt werden. Die Initiative “Klima vor Acht” hatte lange Zeit (und bislang erfolglos) mit der ARD um ein paar Sendeminuten für Klimaberichterstattung gerungen und ist nun wenig begeistert: “Kein Witz: Das Erste führt nun ‘Sprüche vor acht’ zur besten Sendezeit ein. In jeder Sendung soll eine Redensart anschaulich erklärt werden. Seit Monaten werben wir und tausende Unterstützer:innen für #KlimaVor8. Aber die ARD muss halt Prioritäten setzen.”
Zwar nicht in direktem Zusammenhang mit der “Sprüche-vor-acht”-Entscheidung der ARD, aber inhaltlich doch nah dran – ein weiterer Lesehinweis: Hände mit Sekundenkleber festgeklebt: Klimaaktivisten protestieren bei mehreren ARD-Anstalten (dwdl.de, Timo Niemeier).

5. “KenFM” unter Beobachtung
(tagesschau.de, Florian Flade & Georg Mascolo)
Wie die “tagesschau” berichtet, wird die Plattform “KenFM” nun vom Berliner Verfassungsschutz beobachtet: Die Seite verbreite Falsch- und Desinformation und treibe damit die Radikalisierung der sogenannten “Querdenker”-Szene voran. Das Vorgehen der Behörde sei nicht unumstritten: “Kritiker merken an, der Inlandsnachrichtendienst dürfe sich nicht mit immer mehr Beobachtungsobjekten übernehmen, schließlich gebe es vor allem in den Landesbehörden nur begrenzt Ressourcen. Zudem drohe das Risiko von Klagen. Der Verfassungsschutz müsse außerdem im Bereich von Medien besonders sensibel agieren. Mangelnde Qualität in der Berichterstattung könne beispielsweise kein Grund für eine Überwachung sein.”

6. Faszination “Germany’s Next Topmodel”
(deutschlandfunk.de, Christoph Sterz, Audio: 6:02 Minuten))
Gestern Abend ging die 16. Staffel der Castingshow “Germany’s Next Topmodel” bei ProSieben zu Ende. Was macht die Faszination dieses vielfach kritisierten Formats aus? Der Deutschlandfunk hat dazu zwei Experten befragt, die Journalistikprofessorin Margreth Lünenborg und den Regisseur Kai Tilgen, der selbst für ähnliche Formate gearbeitet hat. Tilgen sagt: “Beim Privatfernsehen erzählt man manchmal halt auch Geschichten, die es gar nicht gegeben hat. Oder die es mit diesem Ende nicht gegeben hat, oder die es mit der Konnotation nicht gegeben hat. Das kann man prima machen.”
Weiterer Lesehinweis: Bei der “Süddeutschen Zeitung” kommentiert Ulrike Nimz das Staffelfinale: “Aufgewachsen mit Instagram, Tiktok, Youtube sind die jungen Frauen längst Profis der Selbstvermarktung. Nach 16 Staffeln ist keine mehr überrascht, wenn sie eine Kakerlake aufs Dekolleté gesetzt oder die Haare abrasiert bekommt, was immer Heidi Klum auch anstellt, um zu verschleiern, dass die Show sich von ernstzunehmender Talentsuche abgewandt hat wie Wolfgang Joop vom natürlichen Alterungsprozess.”

Festgenommener Blogger, Subvention nicht funktional, Wahlvorbereitung

1. Freilassung gefordert
(reporter-ohne-grenzen.de)
Reporter ohne Grenzen reagiert auf die erzwungene Umleitung eines Passagierfluges nach Belarus, um den regimekritischen Journalisten und Blogger Roman Protasewitsch zu verhaften: “Ein Flugzeug zu einer ungeplanten Landung zu zwingen, um einen Journalisten und Blogger zu verhaften, markiert eine extreme Eskalation der Verbrechen des Regimes von Alexander Lukaschenko in Belarus. Reporter ohne Grenzen fordert von der Europäischen Union als Reaktion auf diesen perfiden Gewaltakt angemessene und deutliche Sanktionen. Der in Minsk verhaftete Blogger Roman Protasewitsch muss auf der Stelle freigelassen werden.”
Weiterer Lesehinweis: “Der festgenommene Blogger Roman Protassewitsch wird in Belarus in den Staatsmedien vorgeführt. Vieles deutet dabei jedoch auf Folter hin.” – Erst schlagen, dann schminken (taz.de, Barbara Oertel).

2. “Eine Subvention der Zustellung gedruckter Zeitungen ist nicht funktional”
(medienpolitik.net, Helmut Hartung)
Christopher Buschow ist Juniorprofessor für Organisation und vernetzte Medien an der Universität Weimar und einer der Autoren eines Gutachtens über Innovationsförderung im Journalismus (PDF). Im Interview mit medienpolitik.net spricht Buschow über das Scheitern der Presseförderung und mögliche Schlussfolgerungen daraus.

3. Soaps, Magazine, Trielle: Das planen die Privaten zur Wahl
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Die Privatsender bereiten sich mit viel Einsatz und einiger Akribie auf die bevorstehende Bundestagswahl vor. Sie dürften im Wahlkampf wohl eine größere Rolle spielen als noch 2017, glaubt Timo Niemeier. Vor allem RTL und ProSieben gäben sich ambitioniert, aber auch RTL2 wolle in der Berichterstattung zur Wahl mitmischen.
Weiterer Lesehinweis: “Wenn Deutschlands beliebtester Polit-Talk ‘Anne Will’ demnächst pausiert, laufen an seiner Stelle Krimis. Politik schiebt die ARD in die Nacht.” – Morde im Wahlsommer (taz.de, René Martens).

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4. Petra Gerster vor ihrer letzten “heute”-Sendung
(faz.net)
Heute präsentiert Petra Gerster zum letzten Mal die ZDF-Nachrichten, dann wolle sie sich in den Ruhestand verabschieden. Gerster arbeitet seit 1989 für das ZDF. Viele Jahre lang war sie Redakteurin und Moderatorin beim Frauenjournal “ML Mona Lisa”, später führte sie durch die “heute”-Nachrichten. Wer mehr über Gerster erfahren will, kann sich anschauen, wie sie im Jahr 2005 porträtiert wurde: Und dann deutet sie ein Lächeln an (faz.net, Felicitas von Lovenberg).

5. Nach Trump-Verbannung: Florida verbietet sozialen Netzen Sperrung von Politikern
(heise.de, Martin Holland)
Der republikanisch regierte US-Bundesstaat Florida hat es Sozialen Netzwerken untersagt, Kandidaten und Kandidatinnen für öffentliche Ämter länger als 14 Tage zu sperren. Das Gesetz sei eine direkte Antwort auf das Vorgehen von Twitter, Facebook und Co. gegen den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Ob das Gesetz Bestand haben wird, sei jedoch fraglich. Laut “New York Times” seien ähnliche Gesetzesvorhaben in anderen US-Bundesstaaten inzwischen im Sande verlaufen.

6. Der Weg in die Rebellion
(sueddeutsche.de, Fritz Göttler)
Fritz Göttler macht in der “Süddeutschen Zeitung” auf eine Reihe seiner Ansicht nach sehenswerter DDR-DEFA-Filme in der ARD-Mediathek aufmerksam.

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