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Total jeck

Manche Promis wissen, was sie ihren Fans schuldig sind. Heidi Klum zum Beispiel. Die hat auf ihrer Website angekündigt, beim Kölner Rosenmontagszug mitzufahren, von ihrem Wagen ordentlich Fruchtgummis zu schleudern und mit einem Handy Fotos zu machen, die direkt auf ihre Website gestellt werden. So weit, so harmlos.

Nun ist’s aber so, dass daraufhin der Kölner Zugleiter Alexander von Chiari in der Presse mehr oder weniger deutlich Bedenken äußerte, ob eine solche Foto-Aktion überhaupt erlaubt sei, da ja der WDR die alleinigen Rechte für eine Live-Übertragung besäße.

Bild.de berichtete daraufhin am Nachmittag:

Ausriss: Bild.de

“Hinter den Kulissen” des Kölner Karnevals tobe wegen der nicht abgesprochenen Fotoaktion ein “erbitterter Streit”. Der “mächtige Westdeutsche Rundfunk” habe inzwischen “ein strenges Fotoverbot” “verhängt”.

“In der Sendeanstalt hält man sich mit Äußerungen zurück. Statt dessen polterte der Leiter des Rosenmontagszugs, Alexander von Chiari: ‘Falls sich die Dame nicht daran hält, hole ich sie notfalls persönlich aus dem Zug.'”

Puh! Klingt nach mächtig Ärger.

Allerdings schreibt Bild.de nicht dazu, dass von Chiari die Äußerung, mit der er laut dpa in einem “Pressebericht” zitiert wird, längst entschärft hat (bzw. dementiert). Selbst wenn von Chiari sich dementsprechend geäußert haben sollte, wüsste Bild.de vermutlich kaum, ob er dabei tatsächlich “polterte” – fragt man den Zugleiter selbst, erklärt er, seitens “Bild” habe niemand mit ihm gesprochen.

In der Pressestelle des WDR heißt es auf Nachfrage, dass der Sender selbst erst aus der Presse von dem angeblichen Zoff erfahren habe. Ein “Fotoverbot” seitens des WDR gegenüber Klum, so versichert Sprecherin Kristina Bausch, habe es zu keiner Zeit gegeben. Man habe gar nichts gegen Klums Aktion.

Woher Bild.de weiß, dass der WDR sich (bis zu dieser Einigung) “mit Äußerungen zurück” hielt, ist ebenfalls unklar. Die WDR-Pressestelle kann sich bis heute Abend, 18 Uhr, jedenfalls an keinen Anruf aus der Bild.de-Redaktion erinnern.

Die hat ihre Schlagzeile inzwischen übrigens abgeändert. Jetzt steht da:

Ausriss: Bild.de

Der Text darunter ist – abgesehen von einem hinzugefügten Absatz – allerdings noch immer derselbe.

Allgemein  

Warten auf die Katastrophe, die nicht passierte

Es war genau 13.42 Uhr am Freitag, als die Nachrichtenagentur dpa eine Meldung mit der Überschrift “Heftigster Strahlungssturm seit 15 Jahren fegt über die Erde hinweg” brachte. Es war, im Grunde, eine Entwarnung:

Berichte über Schäden an Satelliten oder an Kommunikationsanlagen auf der Erde lagen zunächst nicht vor. (…) “Dieses Mal haben wir aber offensichtlich Glück gehabt”, sagte der Magnetfeldforscher Prof. Hermann Lühr vom Geoforschungszentrum Potsdam am Freitag. Das Magnetfeld des Sonnenwinds sei gleich polarisiert gewesen wie das Erdmagnetfeld und habe daher dieses nicht geschwächt.

Die “Welt” berichtet deshalb unter der Überschrift:

Das Erdmagnetfeld hält heftigem Strahlensturm der Sonne stand

Nur bei Bild.de, da kommt der schlimme Sturm erst noch, und deshalb sind nur bei Bild.de auch noch schlimme Schäden möglich. Mit Datum vom Samstag heißt es da:

Gigantischer Strahlensturm gefährdet Schutzschild der Erde

(…) Sonnenphysiker Rainer Schwenn (62) vom Max-Planck-Institut in Katlenburg (Niedersachsen): „Gewöhnlich benötigen diese Wolken vier Tage, um die 150 Millionen Kilometer zurückzulegen. Heute oder morgen wäre ‚Einschlag‘.“ (…)

Der Sonnensturm kann das Erdmagnetfeld schwächen – unser wichtigster Schutzschild.

Merke: Der Mann, der noch Tage nach einem Beinahe-Unfall an der Kreuzung steht und immer wieder klagt: “Oh Gott, gleich gibt es bestimmt einen fiesen Crash und wir müssen alle sterben!”, das ist ein “Bild”-Redakteur.

Nachtrag, 12.40 Uhr

Die gedruckte “Bild” bringt die längst überholte Geschichte ganz groß: Sie wird groß oben auf der Seite 1 angekündigt (Ausriss rechts) und füllt ein Drittel der letzten Seite (Ausriss unten). Und noch einmal: Die Entwarnung kam am Vortag um 13.42 Uhr.

Vermischtes II

“BILD sorgt für Klarheit”, schrieb “Bild” (anlässlich der Nebentätigkeiten von Politikern). Aber als wäre die Welt nicht schon kompliziert genug, stehen woanders andauernd irgendwelche Sachen, die mit dem, was in “Bild” steht, nicht übereinstimmen. Was soll man also glauben? War es nun, wie “Bild” behauptete, eine “elektronische Anti-Terror-Datenbank”, die das FBI zum “Gewinner” des Tages “Verlierer” des Tages machte, oder (nur) ein Internet-Überwachungssystem? Entging Shermine Sharivar, wie in “Bild” stand, “nur knapp dem Tod” und “hatte schreckliche Schmerzen” oder vielleicht doch “keinen Kratzer abbekommen”? Wie kommt es, dass es laut “Bild” auf dem Saturnmond Titan “stinkt wie auf einem Misthaufen”, obwohl das für den Gestank angeblich verantwortliche Methan ein geruchloses Gas ist? Wieso heißt es wiederum bei Bild.de, dass “britische Forscher” irgendwas über Liebeskummer und Frauengehirne herausgefunden hätten, wo doch in der von Bild.de zitierten Quelle ausdrücklich von “American scientists” der Medical University of South Carolina die Rede ist? Warum wird in demselben Text die Empfehlung der britischen Therapeutin Christine Northam zu einem “Rat der Forscher”? Anders gefragt: Trug Rudolph Moshammer nun, wie wiederholt in “Bild” stand, eine Perücke oder, wie mittlerweile ebenfalls in “Bild” stand, keine Perücke?

Und wie verhält es sich mit dem SPD-Bundestagsabgeordneten Prof. Gert Weisskirchen, der sich (anlässlich der Nebentätigkeiten von Politikern) “zu Unrecht von der BILD-Zeitung in ein falsches Licht gerückt” sieht? Weisskirchen jedenfalls ist der Ansicht, dass die “Bild”-Berichterstattung “verwirrt”.

Aber weshalb sollte man ihm schon glauben?

Mit Dank an die diversen Hinweisgeber.

Vermischtes (Teil 1)

“Bild” ist beschäftigt mit dem Tod Rudolph Moshammers (“Kann Daisy den Mörder überführen?” bzw. “Braucht Daisy jetzt eine Psychotherapie?”). Das gibt uns Zeit für eine kurze Zusammenfassung – und wir stellen fest: Joschka Fischer war nie “Hessens Ministerpräsident”, sondern hessischer Staatsminister für Umwelt und Energie; Sharman Macdonald “zwang” ihre Tochter Keira Knightley nicht zum Bauchnabelpiercing, sondern riet ihr nur dazu (oder unterstützte sie, wenn man’s genau nimmt, darin, ihren Piercing-Wunsch in die Tat umzusetzen); und Hirnforscher von der McMasters Universität in Ontario haben Albert Einsteins Gehirn nicht etwa “jetzt”, sondern bereits 1996 untersucht. Jetzt zeigt bloß der britische Sender Channel 4 eine Doku zum Thema.

Mit Dank an Konstantin B., Peter R. und Roland für die Hinweise.

Nachtrag, 17.1.05:
Dass Joschka Fischer nie “Hessens Ministerpräsident” war, hat man jetzt (fünf Tage nach Veröffentlichung) auch bei Bild.de gemerkt und nachträglich korrigiert.

Wald vor lauter Bäumen

Einige Wochen lang hat “Bild” eine Liste veröffentlicht, in der steht, “Was unsere Abgeordneten noch so nebenbei machen”. Keine schlechte Idee, eigentlich, kann man so doch jederzeit nachschlagen, welche Politiker, für welche Unternehmen arbeiten oder von ihnen bezahlt werden. Das kann helfen, Forderungen oder Vorschläge von Abgeordneten besser einzuordnen. Zum Beispiel sowas hier:

CDU fordert: Thailand-Urlaub steuerlich fördern

Genau genommen war es ein gewisser Albrecht Feibel, der das vergangenen Dienstag in “Bild” gefordert hat. Übrigens derselbe Feibel, über den “Bild” am 27. Dezember 2004 folgendes veröffentlichte:

Albrecht Feibel (64/CDU), Mandelbachtal: Geschäftsführender Gesellschafter, F & T ReiseService KG, Saarbrücken; Flughafen-Betriebsgesellschaft, Saarbrücken (Mitglied des Aufsichtsrates); Flughafen-Eigentümergesellschaft, Saarbrücken (Mitglied des Aufsichtsrates); Hafengesellschaft, Dillingen (Mitglied des Aufsichtsrates)

Nun wäre es aus journalistischer Sicht natürlich wünschenswert gewesen, genau das bei dem Artikel über die steuerliche Förderung des Thailand-Urlaubs dazu zu schreiben, damit man sich als Leser so seine Gedanken hätte machen können, ob es Feibel tatsächlich nur um “Aufbauhilfe” in den Flutgebieten geht, oder ob die Forderung nicht auch ein wenig von Eigeninteresse motiviert ist – am Dienstag stand es aber trotzdem nicht in “Bild”. Glücklicherweise aber am Mittwoch in der “Berliner Zeitung”.

Allgemein  

“Bild” glaubt: “Bestie hat sich auch Adelina geholt”


Wir sehen Marc H., den mutmaßlichen Mörder des achtjährigen Felix und der achtjährigen Levke. Rechts sehen wir Levke, links Adelina. Auch Adelina wurde getötet, von wem ist bislang unklar. Lassen Sie sich also nicht davon irritieren, dass es in der “Bild”-Überschrift heißt, “Die Bestie hat sich auch Adelina geholt” – das lässt sich nach dem gegenwärtigen Kenntnisstand definitiv nicht sagen, und es würde sicher, gemäß Pressekodex, eine unzulässige Vorverurteilung darstellen.

Und bei genauem Hinsehen stellt man auch fest, dass “Bild” gar nicht behauptet, Marc H. habe Adelina getötet, denn über der ca. drei Zentimeter hohen Schlagzeile steht ja in ca. ein Zentimeter hohen Buchstaben, “Polizei glaubt”. Die Titel-Schlagzeile in der Bremer “Bild”-Ausgabe sieht sogar so aus:

Nur: Beides ist falsch. Fragt man nämlich bei der Soko Levke und Felix nach, wie es Radio Bremen getan hat, kommt dies dabei heraus:

Ein Sprecher der Soko Levke und Felix hat einen Bericht der “Bild”-Zeitung dementiert, wonach es einen eindeutigen Zusammenhang zwischen den Morden an Felix und Levke sowie an Adelina aus Bremen gibt. Der Polizeisprecher bezeichnet diesen Artikel als falsch. Er warf der Zeitung vor, die Arbeit der Polizei mit solchen Artikeln zu behindern.

Und wie kommt “Bild” darauf, dass die Polizei “glaubt” oder sich gar “sicher” sei, dass Marc H. auch Adelina ermordet habe? Nun, in der “Bild” Berlin/Brandenburg und online zitiert sie einen “Sprecher” der Kripo Bremen mit den Worten: “Vieles spricht dafür”. Und in der “Bild” Bremen zitiert sie einen “Ermittler” mit den Worten: “Vieles spricht dafür”.

Fragt man beim Pressesprecher der Bremer Polizei nach, erfährt man, dass es kein derartiges Statement der Bremer Polizei gebe und, dass derzeit lediglich ermittelt werde, ob es Parallelen zwischen den Morden an Levke und Adelina gibt. Und mehr hätte es dazu eigentlich nicht zu sagen gegeben.

Mit Dank für die sachdienlichen Hinweise an Tobias M. und Frauke M.

Der Tsunami und die Grünen

Wer ist schuld am Tsunami und den hunderttausendfachen Tod und Elend, das er brachte? Die Grünen. Weil sie so tun, als könnte man durch Mülltrennung und Gutsein die Welt retten. Kann man aber gar nicht.

Was? Sie meinen, nur ein Idiot könne so argumentieren? “Bild”-Kolumnist Franz-Josef Wagner kann es. Seine “Post von Wagner” adressiert er heute an die “lieben Ökos” und “Herrn Trittin und Frau Roth persönlich” und stellt Ihnen unter anderem diese Fragen:

Sind Sie sicher, daß Ihre Initiativen im Kosmos wohlwollend aufgenommen werden? Mit wem verhandeln Sie da drüben, daß – klatsch – plötzlich 150 000 Menschen sterben? Es zeigt sich also, daß Sie als Grüne nichts zu sagen haben.

Wagners Logik geht so: Wenn wir schon keine Naturkatastrophen verhindern können, sollten wir wenigstens auch nicht versuchen, von Menschen verursachte Katastrophen zu verhindern. Oder anders gesagt: Lasst uns wenigstens nicht das bisschen Zeit, bis die nächste Welle über uns selbst hinwegschwappt, mit Mülltrennen vergeuden.

Oder noch anders gesagt: Für den Kolumnisten der “Bild”-Zeitung ist auch so eine Katastrophe ein guter Anlass, sich mit dem politischen Gegner, den Grünen, anzulegen.

Springer-Journalist stört Trauerfeier

Wenn Sie in der Zeitung lesen würden:

Hemden-König beschimpft
Familien-Streit bei der Kern-Beerdigung

— wie würden Sie sich dann die Beerdigung vorstellen? Lautstark, oder? Mit einem Ausraster, Eklat, Skandal, sowas. Keine Frage.

Wenn aber in “Bild” steht:

— klar, dann ahnen sie: Es war alles andere als lautstark, und niemand ist ausgerastet. Und richtig: Die Berichte von der Beerdigung von Daniela Kern stimmen zwar darin überein, dass das Klima zwischen den beiden Familien eisig war. Aber alle schreiben auch, dass sich beide Parteien konsequent aus dem Weg gingen. Selbst “Bild”:

Während der ganzen Trauerfeier sprach Danas Familie kein Wort mit Otto Kern. Nur eisiges Schweigen.

Gleichzeitig schweigen und einander beschimpfen, das können die Menschen nur in “Bild”. Möglicherweise bezieht sich die Überschrift auf einen Satz von Danielas Vater, den “Bild” mit den Worten zitiert:

“Was soll ich noch mit einem Mann reden, der in der Kapelle keine Träne für meine Tochter vergießt.”

Wann und wem er das sagte, verrät “Bild” nicht, aber es ist aber — anders als “Bild” im Teaser und in der Überschrift suggeriert — offensichtlich nicht bei der Trauerfeier geschehen.

Viel spannender als all das ist übrigens diese kleine Notiz im Bericht der “Heilbronner Stimme” von der Beerdigung:

Die Kommunalverwaltung versuchte mit einem absoluten Fotografier- und Filmverbot auf dem Friedhofsgelände das Informationsbedürfnis auf ein pietätvolles Maß zu kürzen. (…) Doch schon am Abend des Tages vor der Beerdigung ignorierten einige Reporter das Fotografierverbot und sind kaum im Zaum zu halten. Unmittelbar vor der Trauerfeier führte die Polizei sogar einen Journalisten der Springer-Presse ab, der für sich Sonderrechte in Anspruch nahm.

Nachrichten-Vergrößerung

Bei Bild.de (der “multimedialen Erweiterung von BILD”) hat man anscheinend in der TV-Beilage des Berliner Stadtmagazins “tip” geblättert und dort, in einem Porträt der Schauspielerin Nadeshda Brennicke, folgende Text-Passage entdeckt:

“Wo waren wir? Schönheitsoperationen? ‘Darüber rede ich ganz offen, damit habe ich kein Problem.’ Sie [Nadeshda Brennicke] lacht auf. ‘Als ich mir drei Jahre nach der Geburt meines Sohnes den Busen habe operieren lassen und dann aus der Narkose aufwachte, sah ich als erstes im Fernsehen Bilder vom gesunkenen Atom-U-Boot Kursk … und da habe ich so geheult. Da stirbt die ganze Mannschaft, und ich lieg hier und hab mir neue Titten machen lassen!’ Sie lacht laut auf.”

Und was macht Bild.de daraus? Na, dies:
Nadeshda Brennicke - Erster TV-Star bereut Busen-OP

Das ist, so formuliert, natürlich Unsinn. Noch sinnentstellender ist allerdings das Brennicke-Foto (siehe Ausriss), mit dem Bild.de die als “Top-Thema” angekündigte, mickrige Meldung illustriert. Das nämlich stammt ausgerechnet aus einer Folge der TV-Serie “Polizeiruf 110” vom Mai 2002 namens “Silikon Walli”, die (mit Brennicke in der Titelrolle) im Rotlicht- und Brust-OP-Milieu spielte. In einen Brennicke-Porträt des Mediendienstes Teleschau (siehe z.B. hier) hieß es damals dazu:

“Drei Stunden brauchte ein Special-Effect-Maskenbildner Drehtag für Drehtag, um aus der zierlichen und privat meist ungeschminkten Kindfrau eine mehr als vollbusige Silikon-Blondine mit scheinbar ebenso unnatürlich aufgeblasenen, roten Lippen zu formen. ‘Es war schon sehr eigenartig, mit so viel Oberweite herumzulaufen’, erinnert sich die Schauspielerin.”

Und gegenüber dem “Kölner Express” (Überschrift: “Wie kommt Schauspielerin Nadeshda Brennicke plötzlich zu dieser Oberweite?”) betonte “Polizeiruf”-Autor Wolfgang Limmer sogar, dass die Darstellerin der Walli-Rolle nicht wegen ihrer Busengröße gecastet worden sei. Im Gegenteil:

“Das war eine Meisterleistung der Maske. Ihr wurde eine Masse auf den Körper gepappt, die bei Körperwärme klebt. Die Übergänge von Haut und Klebemasse wurden weggeschminkt.”

Noch Fragen? Ach ja, dass Nadeshda Brennicke – Jahre vor der “Walli”-Rolle – ihre Brüste (“auf das Kleinste, das es gibt”) vergrößern ließ, las sich übrigens schon in dem Teleschau-Porträt ähnlich reuelos wie jetzt im “tip”:

“Nach der Geburt ihres Sohnes war ihr Busen auf ein Minimum geschrumpft, und danach habe sie sich überhaupt nicht mehr als Frau gefühlt. ‘Ich finde eine Schönheitsoperation absolut legitim, wenn man dazu steht. Das Wichtigste ist doch immer die Ehrlichkeit.‘”

Mit Dank an Jörg F. für den entscheidenden Hinweis.

Nachtrag, 19.24 Uhr:
Gut möglich auch, dass die Leute von Bild.de nicht einmal im “tip”-TV-Magazin geblättert, sondern den Unsinn bloß ungeprüft bei der Konkurrenz abgeschrieben haben…

Nachtrag, 19.12.04:
Na, sowas! Schon wieder hat Bild.de aus der ursprünglichen Überschrift (“Erster Fernsehstar bereut Busen-OP”) nachträglich eine ein wenig weniger sinnentstellende (“Fernsehstar heulte nach Busen-OP”) gemacht. Warum nicht gleich so? Oder wie wär’s mit “Schauspielerin erinnert sich an Tränen nach Busen-OP vor einigen Jahren”? (Ist dann zwar keine nennenswerte Schlagzeile mehr, dafür aber sachgemäß.)

Ein hoffnungsloser Fall

Ja, es gibt auch gute Nachrichten in “Bild”. Nachrichten die Hoffnung machen. Diese hier zum Beispiel:

5 Experten erklären in BILD: Darum geht’s uns 2005 besser!

“Bild” fragte nach den Themen Jobs, Löhne, Preise, Energiekosten und außerdem, “was die Politik jetzt anpacken muss” (aber letzteres hat ja offenbar nichts mit der Überschrift zu tun).

Wir haben die Ergebnisse mal kurz für Sie zusammen gefasst.
Jobs: Von fünf Experten behauptet einer, dass der Arbeitsplatzabbau gestoppt werde, DGB-Chef Michael Sommer sagt, “wenn der Wirtschaftsmotor ins Laufen kommt, wird es auch einen Aufschwung am Arbeitsmarkt geben”. Die anderen eins, zwei, drei erwarten keine Wende auf dem Arbeitsmarkt.

Zu den Löhnen sagen eins, zwei, drei, vier von fünf Experten, dass sie kaum steigen, der DGB-Chef sagt: “Müssen wieder wachsen.”

Zu den Energiekosten: Einer hält leichte Preissenkungen in der zweiten Jahreshälfte für möglich, einer Prognosen für schwierig, zwei glauben, dass sie hoch bleiben oder steigen, und der DGB-Chef prognostiziert wieder gar nichts.

Was die Preise angeht, glauben eins, zwei, drei, vier, fünf von fünf Experten, kurz zusammengefasst, dass sie stabil bleiben, genau wie dieses Jahr.

Und die Experten von “Bild” haben bestimmt lange gerätselt, ob die eingangs zitierte Überschrift auch wirklich vom Text gehalten wird.

Mit Dank für den sachdienlichen Hinweis an Saruman

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