“Welche Filme lieben Sie, Tom Hanks?”, fragt “Bild”-Kolumnist Norbert Körzdörfer heute im zweiten Teil seines “Welt-Exklusiv!”-Interviews. Angeblich soll Hanks darauf u.a. geantwortet haben:
Wehe, Sie haben Gus Van Sant’s “Elefanten-Mann” nicht gesehen!
Und dass er das wirklich so gesagt hat, ist eher unwahrscheinlich. Gus Van Sant hat nämlich überhaupt keinen Film dieses Namens gemacht. Wahrscheinlich meinte Hanks also Gus Van Sants “Elephant”. Den hat Körzdörfer aber offenbar nicht gesehen und ihn wohl mit David Lynchs “The Elephant Man” verwechselt. Der heißt auf deutsch übrigens “Der Elefantenmensch” und handelt im Gegensatz zu “Elephant” von einem Mann, der am Proteus-Syndrom litt.
Mit Dank an Reinhard T. für den sachdienlichen Hinweis.
Manchmal könnte man meinen, so eine Star-Klatschreporterin wie Christiane Hoffmann*, die weiß es nicht nur, die ist sogar dabei. Dagegen spricht allerdings, dass sie ihrem Bericht über die Sat.1-Show “Jetzt geht’s um die Eier” die Ortsmarke “Dortmund” vorangestellt hat. Die Sendung kam aus Halle/Westfalen. Das ist, anders als man meinen könnte, eine richtige Stadt und nicht nur ein Kosename für die Westfalen-Halle.
Danke an Henrik W. für den Hinweis.
*) Nachtrag, 16.30 Uhr. Anders als es bei Bild.de scheint, hat heute Patricia Dreyer die Kolumne von Christiane Hoffmann geschrieben.
Nachtrag, 21.30 Uhr.Bild.de hat sich entschieden, das Wort “Dortmund” zu streichen — sicherheitshalber ersatzlos.
Ungefähr seit April 2004 hat wohl so ziemlich jedes halbwegs relevante Medium in diesem Land irgendwann mal darüber berichtet, dass Budweiser das offizielle Bier der Fußball-WM 2006 werden wird. Seit nunmehr zwei Tagen schon (unter dem Motto “32 WM-Teilnehmer: Darum sind die Fußball-Nationen eine Reise wert”) steht wohl deshalb im “Reise”-Ressort von Bild.de:
Doch anders als Bild.de im Gegensatz zu wohl so ziemlich jedem halbwegs relevanten Medium in diesem Land behauptet, ist “Pflichtgetränk[sic] bei der WM” eben nicht “das tschechische Budweiser“, sondern das US-amerikanische Budweiser.
Mit Dank an Hynek S. für den Hinweis.
Nachtrag, 9.4.2006:Bild.de hat den Satz mit dem “Pflichtgetränk” ersatzlos gestrichen.
Anders als Bild.de behauptet, flog am 11. September 2001 kein “Jumbo” in das World Trade Center, sondern sowohl in den Nord- als auch in den Südturm je eine Boeing 767.
Mit Dank an Rainer D. für den Hinweis.
Nachtrag, 14.35 Uhr:Bild.de hat den Fehler korrigiert.
“Drama um Brasiliens Trainer-Idol”, steht bei Bild.de. Und anders als dort behauptet wird, war es nicht Telé Santana, “der die brasilianische Nationalmannschaft 1982 und 1986 zum WM-Titel führte”. Tatsächlich führte nämlich in beiden Jahren niemand die Brasilianer zum WM-Titel. 1982 schied Brasilien in der Zwischenrunde aus und 1986 im Viertelfinale. Immerhin: Santana war tatsächlich in beiden Jahren Trainer Brasiliens.
Mit Dank an Armin D. für den sachdienlichen Hinweis.
Nachtrag, 21.15 Uhr: Bild.de hat die Meldung mittlerweile korrigiert. Jetzt ist Santana nur noch der Trainer, der die Brasilianer “bei der WM begleitete”.
Wahrscheinlich wollte “Bild” ihren Lesern ja bloß eine Vorstellung davon geben, dass der Kongo ein ungeheuer großes Land ist. Und deshalb steht in einem Text über den anstehenden Bundeswehreinsatz im Kongo dieser Satz:
Der Kongo (früher Zaire) ist fast so groß wie Europa.
Fragt sich bloß, was genau “Bild” mit “fast” meint. Die Demokratische Republik Kongo (und um die geht es hier wohl) jedenfalls passt mit ihren gut 2,3 Millionen Quadratkilometern Fläche über viereinhalb mal in Europa (~10,5 Millionen qkm). Aber womöglich meint “Bild” ja die Europäische Union, wenn sie Europa schreibt. Die hat allerdings eine Fläche von rund vier Millionen Quadratkilometern. Das wiederum bedeutet beispielsweise, dass die Fläche Deutschlands locker viereinhalb mal in das “fast” von “Bild” passt. Da kann man von “fast” eigentlich fast nicht mehr sprechen.
Mit Dank an Hannes für den sachdienlichen Hinweis.
Holla, der Ziehungsbeauftragte von Bild.de macht auch vor nichts halt: Laut Bild.de nämlich ist Helmut Kohl, Trauzeuge des Kohl-Biografen und “Bild”-Chefs Kai Diekmann, deutscher Bundeskanzler von 1982 bis 1998 und geboren am 3. April 1930, gestern, an seinem 76. Geburtstag, 78 Jahre alt geworden.
Mit Dank an maxmen für den Hinweis.
Nachtrag, 11.30 Uhr: Nachdem wir auf den Fehler aufmerksam gemacht haben, hat Bild.de ihn korrigiert.
Nachtrag, 18.12 Uhr: Oha, fast hätten wir’s übersehen: Der Fehler stammt gar nicht von Bild.de, sondern war dort nur unbedacht und ungeprüft übernommen worden. Ursprünglich steht er heute im Aufmacher von Seite 2 der gedruckten “Bild”. Und wie die gedruckte “Bild” den Fehler korrigiert, sind wir mal gespannt…
In seinerbeliebtenVersuchs–Reihe “Wie viele Fehler passen in einen einzigen Artikel” widmet sich Bild.de aktuell einer wilden Geburtstagsparty, die die Tochter von “Fergie” laut “Sun” veranstaltet haben soll.
Bild.de nennt die Mutter “Sarah Fergusen“, richtig schreibt sich der Nachname: Ferguson.
Bild.de nennt die Tochter “Prinzessin Eugenie Fergusen”, richtig lautet ihr Name: Prinzessin Eugenie von York. Ferguson ist der Mädchenname ihrer Mutter.
Ja, Wahnsinn. Die Japaner bauen den “höchsten Fernsehturm der Welt”. “Japanischer Riese” nennt ihn Bild.de. “600 Meter hoch. Und damit den Wolken näher als jeder andere Turm weltweit.”
Da staunen sie bei Bild.de und zeigen gleich noch einen anderen tollen Ausschnitt aus der Illustration:
Noch toller wären die Bilder nur, wenn auf ihnen auch der japanische Fernsehturm zu sehen wäre. Und nicht Burj Dubai, ein ganz anderes Turmprojekt, auch hoch, aber nicht in Japan, sondern in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Und der tolle Turm, über den Bild.de schreibt, sieht so aus.
Nachtrag, 12.30 Uhr. Der Hochhaus-Beauftragte von Bild.de hat sich der Sache nun angenommen, war aber etwas in Eile. Immerhin finden sich im Teaser und in der Bildergalerie nun tatsächlich Illustrationen des geplanten neuen Fernsehturms für Tokio. Bild.de schreibt, es werde der höchste Turm weltweit sein, “doch lange wird der Höhenrekord des Tokio-Towers wohl nicht anhalten. Der nächste Riesenturm ist bereits in Planung … 2008 wird er von einem derzeit im Bau befindlichen 800-Meter-Wolkenkratzer in Dubai deutlich überragt werden”. Dazu müsste es allerdings schon zu einer erstaunlichen Störung im Raum-Zeit-Kontinuum kommen, denn der japanische Turm wird frühestens 2010 fertig. Er wird also nach Bild.de-Logik minus zwei Jahre lang das höchste Gebäude der Welt sein, oder anders gesagt: nie.
Schön, dass Bild.de das ursprünglich als “japanischer Riese” bezeichnete Gebäude jetzt richtig beschriftet: nämlich als geplanter Wolkenkratzer in Dubai. Drei Klicks weiter hat Bild.de aber noch ein Gebäude aus Dubai im Angebot:
Das ist nun wieder Quark. Das abgebildete Gebäude ist (aufmerksame Leser wissen es) keineswegs das Burj Dubai, das gerade gebaut wird, sondern ein früherer, inzwischen verworfener Entwurf für ein Hochhaus an gleicher Stelle, der auf einem ursprünglich für Melbourne geplanten Gebäude beruhte.
Klingt kompliziert? Wäre aber ganz einfach gewesen, wenn man es von Anfang an richtig gemacht hätte.
Nachtrag, 13.55 Uhr. Also, der Hochhaus-Beauftragte von Bild.de ist dann doch noch mal kurz reingekommen und hat immerhin die letzte Illustration aus der Bildergalerie, die mit dem falschen Burj Dubai, ersatzlos entfernt.
Danke an Birger T., Felix G. und Marco W. für die sachdienlichen Hinweise.
Es ist ja eigentlich halb so wild, dass Bild.de schreibt, der in den USA angeklagte Zacarias Moussaoui (oder auch “Zacharias Moussaoui”, da mag Bild.de sich nicht entscheiden), sei “Todespilot vom 11. September” gewesen, obwohl das schon deswegen unmöglich ist, weil er bereits im August 2001 festgenommen worden war, wie man als Bild.de-Leser wenig später erfährt. Und dass Bild.de meint, die Anschläge vom 11. September hätten in “New York und Washington” stattgefunden, auch darüber mag man u.U. hinwegsehen. Zumal man bei einem Besuch der Pentagon-Homepage den Eindruck gewinnen könnte, das Gebäude befinde sich in Washington, obwohl es doch in Arlington (Virginia) liegt.
Nicht nachvollziehbar ist dagegen die Bild.de-Behauptung, es handle sich bei dem Prozess gegen Zacarias Moussaoui um den “weltweit ersten Prozeß gegen die Terroristen vom 11. September 2001″. Schließlich war doch der Prozess gegen Mounir al Motassadeq, der bekanntlich in Deutschland stattfand, der weltweitersteProzess im Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September. Und auch der Prozess gegen Abdelghani Mzoudi (ebenfalls in Deutschland) fand früher statt. Das hätten die Mitarbeiter von Bild.de sogar auf Bild.de nachlesen können.
Mit Dank an André K. für den sachdienlichen Hinweis.