Suchergebnisse für ‘korrigiert’

Kurz korrigiert (80 – 83)

Nachdem gestern zunächst Bild.de sinnentstellend über den tragischen Tod eines 14-Jährigen berichtet hatte, berichtet heute natürlich auch “Bild”. Und vielleicht sollte man an dieser Stelle nicht unerwähnt lassen, was am Ende der Polizeimeldung steht, auf der beide Artikel im Kern beruhen. Dort heißt es:

Eine Bitte an alle Medienvertreter:
Die Eltern des Jungen haben sich hier gemeldet und erklärt, dass sie keine Medienkontakte wünschen. Wir bitten alle Journalisten, diesen Wunsch zu respektieren.”

Und sagen wir’s so: “Bild” hat diesen Wunsch bislang offenbar respektiert. Zumindest finden sich in der Berichterstattung keine O-Töne o.ä. der Eltern. Stattdessen nennt “Bild” mehrfach den Vornamen ihres Kindes, veröffentlicht ein (immerhin unkenntlich gemachtes) Foto des Jungen sowie ein Foto des Elternhauses und hat für magere 75 Zeilen Text fast eine gesamte Zeitungsseite freigeräumt (siehe Ausriss). Die Zeilen 11 bis 28 beispielsweise lauten:

“Sonnabend nachmittag: Der Gymnasiast und Sohn zweier Sozialpädagogen wollte neue Zinnfiguren für sein Lieblings-Game ‘Warhammer 4000’ haben. Ein populäres Brettspiel, in dem sich Elfen, Vampire und die schrecklichen Orks bekämpfen.

Der Schüler ging in ein Spielwarengeschäft, streifte durch die Regale und malte sich in Gedanken aus, mit welchen Feen und Drachen er die nächste Schlacht gewinnen würde.”

Doch wer sich hier was in Gedanken ausmalte, lassen wir mal dahingestellt — zumal das Spiel nicht “Warhammer 4000”, sondern “Warhammer 40.000” heißt, kein “Brettspiel”, sondern ein sog. Tabletop ist, und mit “Feen”, “Drachen” & Co. recht wenig zu tun hat, wie uns Eingeweihte versichern. Um’s mit den Worten unseres Lesers Carsten E. zu sagen:

“Zugegeben, das muss man nicht wissen. Aber man sollte es dann auch nicht einfach mal so hinschreiben.”

Und apropos einfach mal so hinschreiben: “Bild” schreibt weiter, der 14-Jährige sei “laut Gesetz (…) noch ein Kind”, was immerhin die Frage aufwirft, welches Gesetz “Bild” da gemeint haben könnte. §19 StGB? §176 StGB? §1 JGG? §7 KJHG? §2 JArbSchG?! Um’s mit den Worten von “Bild” zu sagen:

“Niemand weiß es.”

Mit Dank an Oliver M., Sebastian R., Jan G., Timm B., Markus S., Johannes T., Peter T., Oliver B., Stefan S., Vincent I., Mango_Jerry, Carsten E., Torsten R., Christian G., Alexander R. und Thomas G.

Kurz korrigiert (79)

Anders als der langjährig für Politik und Gegenwartsgeschichte zuständige “BamS”-Chefreporter und heutige “BamS”-Kommentator Helmut Böger in seinem “BamS-Kommentar” unter der Überschrift “Horst Köhler — der unfertige Präsident” behauptet, ist Köhler nicht erst seit “neun Monaten” im Amt, sondern bereits seit dem 1. Juli 2004.

Mit Dank an Thomas P. für den Hinweis.

Nachtrag, 22 Uhr: Auf Bild.de wurde die falsche Zeitangabe zu Köhlers Amtszeit aus dem Kommentar des “BamS”-Kollegen Böger inzwischen geändert. Korrigiert wurde die falsche Zahl hingegen nicht: In der geänderten Bild.de-Version ist nun statt von “neun Monaten” von “22 Monaten” die Rede, obwohl doch seit dem 1. Juli 2004 erst knapp 21 Monate vergangen sind…

Nachtrag, 22.50 Uhr. Bild.de hat die falsch geänderte Zeitangabe zu Köhlers Amtszeit aus dem Kommentar des “BamS”-Kollegen Böger abermals überarbeitet — und das Monatezählen lieber ganz aufgegeben. Nun heißt es dort: “Seit dem 1. Juli 2004 ist Köhler jetzt im Amt, der — im Gegensatz zu seinen acht Vorgängern von Heuss bis Rau — niemals einem Parlament angehört hat, immer wieder der Versuchung erlegen, sich tagespolitisch zu äußern.” Das ist zwar (anders als die ursprüngliche “BamS”-Fassung “In den neun Monaten seiner Amtszeit ist Köhler, der [usw.]”) sprachlich eher unschön, dafür aber wenigstens endlich korrekt.

Kurz korrigiert (74 75 — 78)

Fast hätten wir Bild.de loben müssen: Schließlich war es Bild.de heute gelungen, eine falsche Altersangabe zu korrigieren, ohne dass wir zuvor darauf hingewiesen hätten. (Obwohl es in einem Artikel über das Älterwerden der Original-“Dallas”-Darsteller zu Patrick Duffy alias Bobby Ewing ausdrücklich heißt, dass er jüngst “unglaubliche 57!” geworden sei, stand in der dazugehörigen Fotogalerie zunächst: “Er ist 60 Jahre alt” — was Bild.de inzwischen in “57” korrigiert hat.)

Andererseits können wir bei der Gelegenheit dann doch nicht unerwähnt lassen, dass Larry Hagman nicht “71”, sondern 74 Jahre alt ist, Linda Gray nicht “63”, sondern 65 Jahre, Susan Howard nicht “62”, sondern 63 Jahre — und ob Mary Crosby, die Frau, die in ihrer “Dallas”-Rolle als Kristin Shepard auf J.R. Ewing schoss, mit “62” auch “noch immer eine schöne Frau” ist, zeigt sich erst im Jahr 2021

Mit Dank an die vielen Hinweisgeber.

Nachtrag, 23.10 Uhr. Hoppla, auch wir hatten uns zunächst an dieser Stelle bei Mary Crosby und Linda Gray verrechnet.

Nachtrag, 21.3.2006: Bild.de hat die Altersangaben zu Larry Hagman und Mary Crosby korrigiert.

Symbolfoto XXXIII, Kurz korrigiert (73)

Bild.de berichtet über den Baubeginn des Mahnmals an Ground Zero. “So soll die Gedenkstätte einmal aussehen”, steht in der Überschrift und über einer Fotogalerie. Allerdings zeigt gleich das erste Bild der Galerie keineswegs wie die Gedenkstätte einmal aussehen soll, sondern einen älteren, längst überholten Entwurf des Freedom Tower. Doch das ist nicht der einzige Fehler, den Bild.de macht. Im Text heißt es nämlich:

Neben dem geplanten “Freedom Tower” des deutschen Architekten Daniel Libeskind wird “Reflecting Absence” einen wichtigen Platz im Gesamt-Ensemble einnehmen.

Und das ist erstens ziemlich ungenau, weil der Libeskind-Entwurf vom Architekturbüro Skidmore, Owings & Merril so stark überarbeitet wurde, dass der nun tatsächlich geplante Freedom Tower nur noch sehr wenig mit dem von Libeskind einst entworfenen gemeinsam hat. Und zweitens ist es schlicht falsch. Denn Libeskind ist, anders als Bild.de schreibt, keineswegs ein deutscher Architekt. Er wurde vielmehr in Polen geboren und 1965 amerikanischer Staatsbürger.

Mit Dank an Sven Z., Marco B. und Mario P. für den sachdienlichen Hinweis.

Kurz korrigiert (72)

Unter der Überschrift “Schon wieder Pannen bei der Discovery” ist Bild.de schon wieder eine Panne passiert. Anders als in quasi allen anderen Medien heißt es dort fälschlicherweise:

"Der deutsche Astronaut Thomas Reiter soll mit der Discovery zur russischen ISS fliegen. Neuer Starttermin: Anfang Juli"

Bei Wikipedia heißt es dazu:

“Die Internationale Raumstation (engl. International Space Station, ISS) ist eine in internationaler Kooperation entstehende große Raumstation. Früher war sie auch unter der Bezeichnung Alpha bekannt, doch nach dem Beitritt Russlands zum Projekt wurde dieser Name verworfen, da er aus der Sicht der Russen eine Pionierleistung suggerierte und die früheren sowjetischen Raumstationen nicht berücksichtigte. (…) Am Bau der Raumstation ist neben der amerikanischen NASA, Russland, Japan, Brasilien und Kanada auch die ESA beteiligt. Allerdings nehmen nicht alle Mitglieder der ESA an dem ISS-Programm teil – Großbritannien, Irland, Portugal, Österreich und Finnland beteiligten sich von Anfang an nicht, und Griechenland trat der ESA erst später bei.”

Die russische Raumstation Mir hingegen wurde in den frühen Morgenstunden des 23. März 2001 zum kontrollierten Wiedereintritt in die Erdatmosphäre gebracht. Ihre nicht verglühten Trümmer stürzten um 6.57 Uhr in den Pazifik.

Mit Dank an Stephan R. für den Hinweis.

Nachtrag, 14.10 Uhr: Bild.de hat den Fehler inzwischen dahingehend korrigiert, das Wort russischen ersatzlos zu streichen.

Kurz korrigiert (71)

Unter der Überschrift “Darüber schmunzelt Deutschland” gibt Bild.de heute Nachhilfe in deutschem Strafrecht.

"Wer Falschgeld in Umlauf bringt, muß mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe rechnen."

Doch anders als Bild.de behauptet, muss niemand, der Falschgeld in Umlauf bringt, mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe rechnen, sondern — je nach dem — entweder mit einer “Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr”, einer “Freiheitsstrafe nicht unter zwei Jahren”, einer “Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren” bzw. einer “Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren” oder mit einer “Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe”.

Mit Dank an Holger B. für den Hinweis

Nachtrag, 17.30 Uhr: Bild.de hat den Fehler korrigiert. Nun heißt es dort, wer Falschgeld in Umlauf bringe, müsse “mit einer Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu zehn Jahren oder einer Geldstrafe rechnen”.

Kurz korrigiert (69)

Anders als “Bild” heute in einer Meldung auf der ersten Seite verbreitet (siehe Ausriss), starben in Botswana nicht 190.000 Menschen an einer Durchfallerkrankung, sondern 191. Zwar hat “Bild” diesen Fehler zunächst nicht selbst gemacht, sondern der südafrikanische Rundfunk, weshalb die Zahl 190.000 auch über Agenturen verbreitet wurde (und leider noch immer in einigen Online-Medien zu finden ist). Allerdings wurden die Angaben des Rundfunks wenig später vom Gesundheitsministerium Botswanas korrigiert. Die Nachrichtenagentur dpa beispielsweise berichtigte ihre Meldung gestern um 13.44 Uhr.

“Bild” hingegen hat es bis zum Redaktionsschluss am sehr späten Abend nicht geschafft, die Zahl auszutauschen und ihre durchschnittlich über elf Millionen Leser korrekt zu informieren.

Mit Dank an Doris M. und Mike S. für den sachdienlichen Hinweis.

Kurz korrigiert (68)

Quizfrage: Wie alt ist die Frau des baden-württembergischen Staatsministers Willi Stächele?

Für den Samstag loste der Ziehungsbeamte von “Bild” diese Zahl aus:

Und für heute diese:

Tatsächlich ist sie 50, zumindest versicherte man uns dies im Staatsministerium. Im Juni wird sie 51.

Dank an Axel H.

Nachtrag, 19.25 Uhr. Bild.de hat aus beiden Artikeln sämtliche Klammer-Zahlen, die man mit Altersangaben hätte verwechseln können, entfernt.

Kurz korrigiert (67)

Bild.de berichtet heute über die Verleihung der “Goldenen Himbeeren” für die schlechtesten Leistungen des vergangenen Filmjahres:

Seit 26 Jahren werden die “Razzies”, wie die Trophäen genannt werden, am Abend vor der Oscar-Nacht verliehen. Und wie jedes Jahr fand die Preisverleihung auch dieses Mal wieder ohne die Sieger statt.

“Wie jedes Jahr”? Keineswegs. Ein paar “Gewinner” haben sich die peinlichen Preise persönlich abgeholt. Der erste war 1996 Paul Verhoeven. Die vorerst letzte, erst im vergangenen Jahr, Halle Berry.

Nachtrag, 6. März. Bild.de hat die Formulierung “wie jedes Jahr” ersetzt durch “wie so oft”

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