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Rügen haben kurze Beine

Einmal im Jahr veröffentlicht der Deutsche Presserat in seinem Jahrbuch alle Entscheidungen, die er im Vorjahr gefällt hat. Interessanter als seine nur selten nachvollziehbaren Urteile sind oft die (anonymisierten) Stellungnahmen der Zeitungen.

Das Jahrbuch bietet auch seltene Einblicke in die Argumentationsmuster innerhalb der notorisch öffentlichkeitsscheuen Axel-Springer-AG, wenn die Rechtsabteilung gegenüber dem Presserat ausgeruht die fragwürdigen Ad-Hoc-Entscheidungen der “Bild”-Zeitung zu rechtfertigen versucht.

Da war etwa die Beschwerde, dass “Bild” am Tag des Fußball-WM-Spiels gegen Polen 2006 dreizehn Witze über Polen veröffentlichte, von denen zwölf darauf abzielten, dass Polen Diebe seien. Ein Leser fand das diskriminierend und ehrverletzend. Der Presserat gab ihm Recht und sprach einen “Hinweis” aus. Die Rechtsabteilung von “Bild” aber erklärte in den Worten des Presserates:

Der Abdruck der Witze sei (…) dem aktuellen Ereignis geschuldet. Kollektiv abwertende Vorurteile würden nicht zum Ausdruck gebracht. (…) Die Rechtsabteilung verweist auf die gängige Praxis in der Sportberichterstattung, Schlagzeilen zu wählen, die mit dem sportlichen Wettkampf zusammenhingen und zum Ausdruck brächten, dass Deutschland hoffentlich gewinnen werde. Eine Diskriminierung oder Herabsetzung des Gegners gehe damit nicht einher. Es handele sich vielmehr um eine Motivationshilfe für das jeweilige deutsche Team.

Bemerkenswert ist auch die Erklärung des Verlages, warum es zulässig gewesen sei, das Porträtfoto eines 17-Jährigen zu zeigen, der gestanden hat, am Raubüberfall auf das Haus von Dieter Bohlen beteiligt gewesen zu sein — obwohl der Pressekodex eine solche Identifizierung in der Regel untersagt und bei Jugendlichen ganz besonders. Laut Presserat erklärte Springer:

Den Tätern habe auch klar sein müssen, dass ihr Überfall auf den prominenten Dieter Bohlen eine besondere öffentliche Wirkung entfalten würde. Das wiederum habe zwangsläuzfig zur Folge gehabt, dass auch sie im Fall einer Festnahme und anschließender Anklage einem besonderen Informationsinteresse ausgesetzt sein würden.

Die Erwiderung des Presserates, der in diesem Fall eine “Missbilligung” aussprach, liest sich vergleichsweise trocken: “Die Resozialisierungschancen eines Täters hängen nicht von der Prominenz des Opfers ab.” Nun ja, möchte man erwidern: dank “Bild” eben doch.

Die “Maßnahmen” des Presserates:

Hat eine Zeitung oder eine Zeitschrift gegen den Pressekodex verstoßen, kann der Presserat aussprechen:

  • einen Hinweis
  • eine Missbilligung
  • eine Rüge.

Eine “Missbilligung” ist schlimmer als ein “Hinweis”, aber genauso folgenlos. Die schärfste Sanktion ist die “Rüge”. Gerügte Presseorgane werden in der Regel vom Presserat öffentlich gemacht. Rügen müssen in der Regel von den jeweiligen Medien veröffentlicht werden. Tun sie es nicht, tun sie es nicht.

Die nüchtern zusammengefassten Stellungnahmen der Rechtsabteilung lesen sich manchmal wie erstaunliche Leugnungen des Unleugbaren. Wenn “Bild” etwa in großer, aus gutem Grund unzulässiger Ausführlichkeit die tragischen Begleitumstände einer Selbsttötung schildert, und die Juristen erklären, der Artikel sei einfühlsam und mit viel Fingerspitzengefühl geschrieben.

Dazu passt, dass “Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann, der die Suizid-Berichterstattung angeblich zur Chefsache gemacht hat, im vergangenen Jahr erklärte, “Bild” sei in diesem Bereich “extrem zurückhaltend”, weil man “wisse, dass die Berichterstattung über Selbstmorde labile Menschen möglicherweise zum Nacheifern veranlasst”. “Bild” hat in den vergangenen sechs Jahren acht Rügen für ihre Suizid-Berichterstattung kassiert.

Wie immer haben wir alle Rügen, die der Presserat im vergangenen Jahr gegen “Bild” ausgesprochen hat, und die jeweilige Rechtfertigung des Verlages dokumentiert.

  • Wie “Bild” aus schwererziehbaren Jugendlichen “Gangster” macht und andere Verstöße gegen Ethik und Menschenwürde:
    “Bild”-Rügen 2007

6 vor 9

“Wir verzerren den Wettbewerb nicht”
(meedia.de, Alexander Becker)
Robert Bosch, Mitglied der “Welt”-Verlagsgeschäftsführung, sagt zum Gerücht, dass Welt Online spezialisierte Suchmaschinen-Optimierer angestellt habe: “Das ist schlichtweg falsch und ein sehr dummes Gerücht.” Stattdessen läuft es so: “Unsere Redakteure haben den Ehrgeiz, besonders gut auffindbare Artikel zu schreiben.”

Funktionärsgrößenwahn ersten Ranges
(direkter-freistoss.de, Oliver Fritsch)
“Ich fühle mich beraubt, missverstanden, verunglimpft. Das Video-Portal für Amateurfußballer hartplatzhelden.de, das ich vor rund zwei Jahren mit meinen zwei Freunden Steffen Wenzel und Thomas Ramge ins Leben gerufen habe, steht vor dem Aus, weil ein Fußballverband aus Württemberg (WFV) seine ‘Vermarktungsrechte’ verletzt sieht, sich nicht zu schade ist, auf Unterlassung zu klagen und tatsächlich einen Richter gefunden hat, der dieser Auffassung entspricht.”

Verblöden wir?
(sueddeutsche.de, Alex Rühle)
“Warum so hektisch? Machen uns Reizüberflutung und Internet dumm? Diese Frage lässt sich nicht so leicht beantworten, denn da sind so viele Mails und Anrufe und Bilder zum Durchklicken …”

Politiker, Journalisten und Wähler in der Authentizitätsfalle
(telepolis.de, Olaf Hoffjann)
“Journalisten sind Tag für Tag Zuschauer bei vielen Aufführungen. Bei Pressekonferenzen, Parlamentsdebatten, Staatsempfängen genauso wie bei Hauptversammlungen spielen Politiker den Politiker und Manager den Manager. Je professioneller all dies durchgeplant und inszeniert ist, desto mehr fühlen sich viele Journalisten instrumentalisiert.”

Der Schweizer Geheimdienst sammelt wieder
(woz.ch, Daniel Ryser)
“Die WOZ-Autoren Monnerat, Stutz und Ryser wurden vom Geheimdienst wegen ihrer journalistischen Tätigkeit fichiert. Ebenso fichiert, dies wegen politischer Tätigkeit: WOZ-Redaktor Gautier und der Grüne Zürcher Gemeinderat Glättli. Wie viele neue Fichen hat der Dienst für Analyse und Prävention gesammelt?”

Wie verletze ich richtig?
(weltwoche.ch, Kurt W. Zimmermann)
“Die Verletzung der Privatsphäre ist eine Königsdisziplin des Journalismus. Eine kleine Gebrauchsanleitung.”

Kurz korrigiert (473 – 477)

Manche lesen “Bild” ja nur wegen der Sport-Berichterstattung. Wir würden abraten, denn…

  • … “Bild” berichtet aus dem Trainingslager von Mainz 05 und macht dabei den Norweger Jörn Andersen zum Dänen. Außerdem lautet der Nachname von Elkin Soto immer “Soto” – und nicht manchmal “Sotos”.
  • … im Artikel über die “Aftershow-VIP-Party” nach dem Boxkampf von Wladimir Klitschko wird Tim Mälzer mit den Worten zitiert, er sei beim “Charity-Fußball-Cup von Christoph Metzelder” von Metzelder “umgeruppt”worden. Das ist eher unwahrscheinlich, da das Benefizspiel von Per Mertesacker initiiert worden war (was man theoretisch auch bei “Bild” wusste) – und Christoph Metzelder gar nicht mitgespielt hat.
  • … anders als Bild.de behauptet, hat Werder Bremen auch nicht gegen Oldesloe 5:0 gewonnen, sondern gegen den VfL Oldenburg.
  • … und dann ist da natürlich noch diese Meldung aus dem “News-Ticker” von Bild.de:

    Der Italiener Leonardo Piepoli (36) vom spanischen Team Saunier Duval hat die erste Hochgebirgsankunft der 95. Frankreich-Rundfahrt für sich entschieden. Der Giro-Berg-König von 2007 setzte sich im Finale der 10. Etappe nach 156 km von Pau zur Ski-Arena Hautacam im Ziel auf dem 1520-m-Pass im Schlusspurt vor seinem spanischen Landsmann Juan Jose Cobo durch.
    (Hervorhebung von uns)

Mit Dank an Timo B., Tobias D., Benni K., Olaf K., Tanja K., Peter S. und Konni!

Kurz korrigiert (472)

Ja, ja, “Borussia ist schon ganz Klopp”, und ein Tor ist niemals nur ein Tor, meint man in der “Bild”-Sportredaktion:

Jörg Weiler jedoch, Autor dieses Textes über das Fußballspiel Dortmund gegen den FC Luzern, kennt offenbar die beiden am 1:1 beteiligten Spieler wesentlich schlechter als sie einander.

Und Tamás Hajnal und Giovanni Frederico kennen sich “aus Karlsruher Zeiten” nur insofern “gut”, als Federico in der Saison 2006/2007 für den Karlsruher SC insgesamt drei Tore gegen den 1. FC Kaiserlautern schoss – für den Hajnal damals spielte. Erst zur Saison 2007/2008 wechselte Hajnal zu Karlsruhe – just als Federico den Verein Richtung Dortmund verließ.

Mit Dank an Bene F., Matthias B., Thomaas D., Tobias R., Sven G., Carsten K., Christian H., Dirk H., Jens, Michael K., Simon W., Lothar S., derOssi, Tim R., Marcus S. und viele andere für den Hinweis.

6 vor 9

Das Blatt vor dem Mund
(sueddeutsche.de, Marita Stocker)
“Denken wir, was Bild schreibt, oder schreibt Bild, was wir denken? Ob Pooth-Pleite, Fußball oder Hartz IV: Medienwissenschaftler Carsten Reinemann analysiert, wie ein Blatt Themen setzt und andere Medien folgen.”

Als ob nichts wäre
(nzz.ch, Marc Zitzmann)
Nicolas Sarkozy könnte dank Carla Bruni den Abschwung seiner Umfragewerte auffangen, umgekehrt erhält ihre Arbeit mehr Aufmerksamkeit denn je: “So übertrifft die Berichterstattung über das dritte Album des zur Sängerin gewordenen Models so ziemlich alles hierzulande Dagewesene – dabei wird die CD erst am 11. Juli veröffentlicht.”

News aus Nachbars Garten
(werbewoche.ch, Gerti Schön)
“Amerikas krisengeschüttelte Zeitungsverlage entdecken den ‘hyperlocal journalism’.”

“Kurt Beck hat keine Freunde”
(jetzt.sueddeutsche.de, Theresa Steinl)
Markus Beckedahl konstatiert, dass deutsche Politiker noch nicht im Internet angekommen sind: “Bei unseren Spitzenpolitikern ist der Running-Gag, dass jeder damit kokettiert, nicht den Rechner einschalten zu können.”

Ostschweizer Ignoranz
(fr-online.de, Klaus Kreimeier)
“Unmöglich zu sagen, wie viele Luftschlösser täglich im Internet gebaut, wie viele Seifenblasen in die Bloggosphäre gepustet werden. Ein Beispiel ist das World Blog Forum, das Mitte Juli in Bern stattfinden soll, jedoch – glaubt man dem düsteren Gemurmel des gewöhnlich gut informierten Don Alphonso auf Blogbar – wohl ein Hirngespinst bleiben wird, das sich allein dem Maulheldentum seiner Initiatoren verdankt.”

Zur Wiedervorlage an die Redaktion der Berliner Zeitung
(blogbar.de, Don Alphonso)
Der “gewöhnlich gut informierte Don Alphonso auf Blogbar” (Frankfurter Rundschau) stellt klar, dass eine Zeitung kein Parasit ist, sondern mit Anspruch und Mut “Menschen Informationen und Leitlinien für unsere Gesellschaft” liefert. Er fordert die Redaktion der Berliner Zeitung auf, “ihren nicht hinnehmbaren Investor in der Form zu enteignen, als dass man ohne ihn im Internet zeigt, was man kann.”

Kurz korrigiert (469)


Zumindest in Teilen der heutigen Ausgabe* ziert die Titelseite der “Bild”-Zeitung am Tag nach der 0:1-Niederlage der deutschen Fußballnationalmannschaft im EM-Finale gegen die spanische Elf ein Foto, das – anders als “Bild” behauptet – gar nicht “das Tor” zeigt, sondern eine andere (dem Torschuss ähnliche, aber für die Spanier weniger erfolgreiche) Szene aus demselben Spiel.

Erkennen kann das, wer sich mit Fußball auskennt, übrigens daran, dass der junge Mann links im Bild nicht der deutsche Nationalspieler Philipp Lahm ist, sondern sein Team-Kollege Per Mertesacker. Und wir wollen uns nicht ausmalen, was für ein Aufhebens “Bild” um diesen Fehler gemacht hätte, wenn er jemand anderem passiert wäre.

*) Offenbar um sicher zu gehen, hat “Bild” das Foto in anderen Ausgaben durch eins der spanischen Mannschaft beim Jubeln ersetzt. Man erkennt sie gut an ihren roten Trikots und der EM-Trophäe.

Mit Dank an Lennart S., Ben und an Sascha – auch für den selbstlosen Kauf einer “Bild”-Zeitung und das Fotografieren derselben.

Bild.de-Ausfall

Knapp 30 Millionen Menschen sahen gestern im ZDF das Fußball-EM-Halbfinale Deutschland:Türkei in Basel – aber Bild.de-Redakteurin Britta Frischemeyer gehörte offenbar nicht dazu. Denn kurz nach Spielende hieß es unter ihrem Namen auf Bild.de:

"(...) über Wien, dem Austragungsort, war während des Spiels ein Gewitter aufgezogen."

Aber vielleicht gab es für Frischemeyer auch Wichtigeres als Sachkenntnis, während sie ihr ohnehin ahnungsloses Artikelchen schrieb, das Bild.de so präsentierte:

"Deutschland gegen die Türkei
Peinlichste TV-Panne des Jahres
Drei Bildausfälle bei EM-Halbfinale
Von Britta Frischemeyer
TV-Skandal beim ZDF: In der zweiten Halbzeit des EU-Knallers Deutschland gegen die Türkei wurde dreimal die Übertragung unterbrochen – einmal sogar über sieben Minuten lang. Grauer Bildschirm, nix zu sehen. (...)"

Die Empörung über den “TV-Skandal beim ZDF” ist nach wie vor (inzwischen immerhin ohne den dummen “Wien”-Satz*) online – obwohl die gedruckte “Bild” doch heute in ihrer Titelgeschichte ausdrücklich, gefettet und offenbar zu Recht zurückrudert schreibt:

"Alles keine Schuld des ZDF!"

Mit Dank an Michael. F., Pascal J., Stefan R., kauf, Maik, Manuel, Daniel K., Florian C., M.M., Björn G., Roland, Torsten D. und ZDF-Sprecher Walter Kehr für die nächtlichen Hinweise und Screenshots.

*) Nachtrag, 14.30 Uhr: Bild.de hat sich noch einmal an den “Pannen”-Text gesetzt – und aus dem “EU-Knaller” einen “EM-Knaller” gemacht. Was den angeblich peinlichen “TV-Skandal beim ZDF” anbelangt, scheint die Bild.de-Redaktion jedoch bei ihrer Darstellung bleiben zu wollen.

6 vor 9

Rätselraten im Internet
(werbewoche.ch, Christian Lüscher und Oliver Reichenstein)
“Das Internet ist den Werbeagenturen fremd. Das zeigt eine Analyse ihrer Web-Auftritte. Fazit: enttäuschend.”

Klasse, nicht Klicks
(zeit.de, Josef Joffe)
“Die Zeitung muss Standards wahren, um im Netz zu überleben.”

Sarkozy sorgt für lange Werbepausen
(ftd.de, Lutz Meier)
“Ab Januar kommen die Franzosen nach den Plänen ihres Präsidenten in den Genuss großer werbefreier TV-Programme – zunächst ab 20 Uhr. Dafür zahlen müssen Mobiltelefonierer und Internetkunden, deren Anbieter mit höheren Steuern belastet werden.”

Das angekündigte Tor
(faz.net, Daniel Meuren)
“Rethy wirkte deshalb von der siebzigsten Minute an zunächst einmal wie ein Mann mit prophetischen Gaben, der Abspiele deutscher Spieler schon im Voraus erahnen kann. Das machte uns vor den Fernsehapparaten zunächst stutzig, hatte man doch diese Kunst von dem Kommentator bislang nicht gekannt. Als Rethy dann aber Kloses Vollstreckerqualitäten beim Tor zum 2:1 vorhersah, ehe die dazugehörige Flanke den Fuß von Lahm verlassen hatte, wurden wir misstrauisch.”

Das Blogger der Woche Interview
(lgblog.de, Christoph)
Heute mit Peter von Blogwerk: “Es wird jedenfalls nicht passieren, was Journalisten denken, dass nämlich ‘Blogs als Thema durch sind’ (Markus Wiegand, Chefredakteur Schweizer Journalist) und daher wieder verschwinden werden. Im Gegenteil, wir werden alle – oder zumindest die meisten von uns – immer mehr online publizieren; ob das dann noch ‘Blog’ heisst oder nicht, ist egal.”

“Herzschmerz und Herrschaftswissen”
(neues-deutschland.de, Jan Freitag)
“Arztserien sind weiterhin die beliebtesten Fernsehsendungen – neben Krimis und Fußball.”

Mancher gibt sich viele Müh’

Kann man über Doof schreiben, ohne Dick auch nur eine Zeile zu widmen? Über Nanni berichten, ohne Hanni zu erwähnen? Geht Eva ohne Adam, Julia ohne Romeo, Bert ohne Ernie, Diekmann ohne Kohl?

Anders ausgedrückt: Lässt sich Moritz’ alleinige Übeltäterei überhaupt erfassen und bewerten?

"TV-Zeugnis: KMH kriegt eine 2! Und für Urs ist es heute schlussendlich vorbei"“Bild” stellt heute ein “TV-Zeugnis” für viele Moderatoren und Kommentatoren aus, die einem während der Fußball-EM im Programm von ARD und ZDF häufiger begegnet sind. Also auch Leute wie Reinhold Beckmann, der zusammen mit Mehmet Scholl moderierte, oder Johannes B. Kerner, der mit Urs Meier und Jürgen Klopp die Spiele analysierte. Natürlich ist auch Günter Netzer dabei.

Günter Netzer, Sie wissen schon, der “Bild”-Kolumnist, der immer mit diesem ARD-Mann die Fußballspiele analysiert. “Bild” nannte ihn und diesen anderen da von der ARD im April “die ‘Max & Moritz’ der Fußball-Moderatoren!” “Bild”-Kolumnist Netzer bekommt von “Bild” eine glatte 1. Und dieser andere, mit dem er immer zusammen vor der Kamera rumsteht, dieser Schlaksige, der kriegt eine… Sekunde mal… …der bekommt die Note…

Nee, sorry, der wird in dem halbseitigen Artikel mit keinem Wort erwähnt.

Mit Dank an Thomas W. für seinen kurzen Hinweis.

Nachtrag, 27.6.2008: Bereits gestern reichte “Bild” die Note für Max Gerhard Delling, der wegen eines “technischen Versehens” gefehlt habe, in den “EM-News” nach: 3+.

“Bild” irritiert Jogi Löw

Aus einem Interview der “Süddeutschen Zeitung” mit dem Fußball-Trainer Joachim Löw:

"Mit Deutschland-Fahne auf dem T-Shirt verfolgt Daniela Löw die Pleite auf der Tribüne. Jogis Ehefrau ist im Stadion ein seltener Gast
Foto: ANDREAS POHL"SZ: “Bild” hat nach dem Kroatien-Spiel [auf der Titelseite und im Sportteil] Fotos Ihrer Frau aus dem Stadion veröffentlicht und Ihre Anwesenheit thematisiert. Bisher war dieser Teil Ihres Privatlebens ein Tabuthema. Hat Sie der Bruch dieses Tabus irritiert?

Löw: Ja, das hat mich irritiert. Das war nicht gewünscht. Meine Frau möchte nicht in die Öffentlichkeit. Sie ist eigentlich immer im Stadion. Jetzt ist diese Situation dargestellt worden. Ich war überrascht davon, und es war mir nicht recht.

Mit Dank an Christoph H. für den Hinweis.

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