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Querwerfende Querpöbler, Daxens epiphanisches Erlebnis, Blackfacing

1. Beschimpft und beworfen
(taz.de, Peter Weissenburger)
Eigentlich, so würde man meinen, müsste die “Querdenker”-Szene an medialer Aufmerksamkeit interessiert sein – schließlich sorgen Medien dafür, dass die Anliegen nach außen getragen werden. Dies scheint jedoch eher nicht der Fall zu sein: Journalisten und Journalistinnen werden auf “Querdenker”-Demos immer wieder beschimpft und bedroht, mitunter sogar angegriffen. Jüngst musste ein SWR-Reporter seine “Tagesschau”-Schalte abbrechen, weil er und sein Team mit Gegenständen beworfen wurde. Beim SWR kommentiert Intendant Kai Gniffke: “Wenn Demonstranten gleichzeitig mit dem Recht auf freie Berichterstattung Fußball spielen, erscheinen all die pathetischen Reden schal und unglaubwürdig.” Auf Twitter schreibt der “ZVW”-Journalist Alexander Roth: “Was mich so wütend macht, ist dass meine Kolleg*innen und ich in #Stuttgart alleine gelassen wurden. Von einem Staat, der die Arbeit, die wir tun, eigentlich schützen müsste.”
Weiterer Lesehinweis: “Querdenken”-Demo in Stuttgart: Angriffe auf Journalisten, tausende Teilnehmer ohne Masken und Abstände, Stadt und Polizei greifen kaum ein (zvw.de, Alexander Roth).

2. Dax Werners Debattenrückspiegel KW 13
(titanic-magazin.de, Dax Werner)
“Titanic”-Autor Dax Werner gratuliert der “Welt” zum 75-jährigen Bestehen: “So unterschiedlich doof die einzelnen Autor:innen auch sein mögen, eine Sache verbindet sie alle: die Liebe zur Freiheit. Denn das war heute wie vor 75 Jahren schon immer die zentrale Frage aller Paywall-Thinkpieces: Freiheit, was ist das überhaupt für ein Wort? Wie schmeckt sie? Auf welches Gebäude in Berlin-Mitte könnte man es noch einmal bei Nacht projizieren?”

3. Zehn Jahre “Kontext”: “Stuttgart 21” und die Zukunft
(fr.de, Stephan Hebel)
Vor zehn Jahren erschien die erste Ausgabe der alternativen Wochenzeitung “Kontext”. Damals konzentrierte man sich im Wesentlichen auf das Thema “Stuttgart 21”, heute deckt die Zeitung mit einem Team von acht Festangestellten eine breite Reihe von Themen ab. Für die nötige Finanzierung sorgen 1.700 “Soli-Abos”, sowie Mitgliederbeiträge und Lizenzgebühren.

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4. Dieser »Witz« ist Rassismus aus Bequemlichkeit
(spiegel.de, Marc Röhlig)
Marc Röhlig arbeitet einen satirischen Blackfacing-Beitrag des BR auf und macht gleich zwei Übeltäter als Verantwortliche für die Ausstrahlung des misslungenen Sketchs aus: “Ignoranz und Bequemlichkeit. Das sind im Übrigen zwei der Hauptgründe, warum die Deutschen beim so wichtigen Thema Rassismus kaum vorankommen.”

5. Ausspioniert mit einem klaren Ziel
(sueddeutsche.de, Oliver Meiler)
Die Staatsanwaltschaft der sizilianischen Stadt Trapani soll bei ihren Ermittlungen gegen private Seenotretter im zentralen Mittelmeer monatelang Journalistinnen und Journalisten ausspioniert haben, die über Libyen, Migration und NGOs berichteten. Oliver Meiler, Italien-Korrespondent der “SZ”, ordnet die Vorgänge politisch ein.

6. Jubiläum für Ernie und Bert: 50 Jahre “Sesamstraße” in Deutschland
(rnd.de, Martin Weber)
Man kann es sich heutzutage schwer vorstellen, aber als vor 50 Jahren die Puppen aus der “Sesamstraße” die deutschen TV-Bildschirme eroberten, regte sich vielfach Widerstand. Martin Weber erinnert an Ernie und Berts erste Jahre in der Bundesrepublik.
Weiterer Lesehinweis: Unnützes Wissen über die “Sesamstraße”: Warum verschwand Herr von Bödefeld? (rnd.de, Matthias Schwarzer)

KW12: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Lovemobil: Dokumentarfilm über Prostitution gefälscht?
(youtube.com, STRG_F, Video: 27:00 Minuten)
Der Film “Lovemobil” hat viele Dokumentarfilmpreise abgeräumt, doch wie sich nun herausstellt, entstand der Film über Prostitution nicht so, wie man es gemeinhin bei Dokumentarfilmen erwartet: Weite Teile sind inszeniert, als Protagonisten wurden Darsteller eingesetzt, die Texte wurden ihnen von der Regisseurin teils in den Mund gelegt. Das Rechercheteam von “STRG_F” ist dem Fall nachgegangen und hat mit den Beteiligten und der Regisseurin gesprochen. In vielerlei Hinsicht sehenswert, auch und gerade wegen der Reaktion der entlarvten Filmemacherin.

2. Höflich bleiben – Zeichen von Respekt oder Unterdrückung?
(play.acast.com, Alice Hasters & Maximiliane Häcke, Audio: 1:08:36 Stunden)
In der aktuellen Folge von “Feuer & Brot” reden Alice Hasters und Maximiliane Häcke über den Faktor Höflichkeit in der Debatte: “Immer schwerer lässt sich erkennen, wem es jetzt tatsächlich um das Inhaltliche geht – und wer von Neid, Schadenfreude oder dem Verlangen nach Aufmerksamkeit getrieben ist. Unter diesen Umständen fragen wir uns: Sollten wir Höflichkeit doch wieder zur Voraussetzung machen? Denn sie hilft, Diskurs sachlich und Persönliches außen vor zu halten.” Hörenswert, weil die Podcasterinnen erklären, Beispiele bringen, sich um Relativierung bemühen und auf der Metaebene bleiben.

3. Datenhandel eröffnet Journalisten in Russland neue Möglichkeiten
(youtube.com, Zapp, Demian von Osten, Video: 10:03 Minuten)
Investigativjournalisten aus Russland haben in letzter Zeit spektakuläre Recherchen angestoßen, ob zur Vergiftung von Alexei Nawalny oder zum persönlichen Umfeld von Wladimir Putin. Ihre Recherchemethoden sind jedoch nicht unumstritten. Im Grunde könne man alle Daten von Russen auf dem Schwarzmarkt kaufen, so einer der wichtigsten Investigativjournalisten des Landes. Demian von Osten hat mit Medienschaffenden und Datenschutzexperten über die verschiedenen Aspekte des russischen Datenhandels gesprochen.

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4. Strukturen mit Helge Fuhst
(dennishorn.de, Audio: 51:20 Minuten)
Dennis Horn unterhält sich im “Innovationstheater”-Podcast mit Helge Fuhst, dem zweiten Chefredakteur von ARD-aktuell. Fuhst ist dort für die “Tagesthemen” zuständig, die er gelegentlich auch moderiert. Im Gespräch geht es um eingerostete Strukturen, um “Silos, Zusammenarbeit und Hierarchien” und um die Fragen, ob alle alles können müssen, wie stark die Abhängigkeit von der Chefetage ist, und wie Fuhsts Redaktion das Thema Innovation angeht.

5. Die dunkle Macht der geheimen Internet-Polizei
(youtube.com, Walulis Story, Video: 12:29 Minuten)
Die “Walulis Story” dreht sich um das seit 2009 schwelende Thema Netzsperren, das fast unbemerkt eine neue Aktualität bekommen hat. “Strukturell urheberrechtsverletzende” Seiten werden beispielsweise gesperrt. Doch wie läuft das Ganze ab? Nach welchen Regeln wird gesperrt? Und wer sperrt da eigentlich? Philipp Walulis hat sich die Sache im bewährten Satire-Stil angeschaut.

6. Die Phrasendrescher Folge 0: Die Vorstellung
(spielverlagerung.de, Tobias Escher & Martin Rafelt & Simon Meier-Vieracker, Audio: 24:56 Minuten)
Beim neuen Podcast “Die Phrasendrescher” wollen Journalist Tobias Escher, Fußballtrainer Martin Rafelt und Sprachwissenschaftler Simon Meier-Vieracker Fußballphrasen analysieren. In der Nullnummer stellen sich die Podcast-Macher aber erstmal vor und erklären, was sie vorhaben: Was sind die Themen? Wie kamen sie auf die Idee? Was sind die sprachlichen Merkmale einer Phrase?

KW11: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, endlich Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Samstagsausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Kasia Lenhardt: Die Rolle der Medien
(youtube.com, Zapp – Das Medienmagazin, Video: 19:25 Minuten)
(Trigger-Warnung: In diesem Film geht es in Auszügen um Suizid-Gedanken und Depressionen! Solltest Du Suizid-Gedanken haben, dann gibt es Menschen, die Dir helfen können, aus dieser Krise herauszufinden. Eine erste schnelle und unkomplizierte Hilfe bekommst Du etwa bei der “TelefonSeelsorge”, die Du kostenlos per Mail, Chat oder Telefon (0800 – 111 0 111 und 0800 – 111 0 222) erreichen kannst.)
Model und Influencerin Kasia Lenhardt beging, eine Woche nachdem ihre Trennung von Fußballprofi Jerôme Boateng bekannt geworden war, mutmaßlich Suizid. Die Boulevardmedien hatten ausführlich über die Trennung berichtet, Details preisgegeben und über die Beziehung spekuliert. “Zapp” ist dem Fall nachgegangen und hat mit der Influencerin Cathy Hummels, Medienkritikerin Samira El Ouassil und dem Anwalt für Medienrecht Matthias Prinz über die Verantwortung der Medien gesprochen.

2. #DiePodcastin zu Macht, Sexismus, Misogynie bei Tamedia, BILD u.a.: Isabel Rohner & Regula Stämpfli über Medienstrukturen
(diepodcastin.de, Isabel Rohner & Regula Staempfli, Audio: 51:40 Minuten)
Im feministischen Wochenrückblick mit Isabel Rohner und Regula Staempfli geht es unter anderem um Machtmissbrauch und strukturellen Sexismus in Redaktionen. Mit dem Schweizer Medienkonzern Tamedia, “Bild” sowie der Berliner Volksbühne liegen gleich drei Fälle vor, die zum Nachdenken und Diskutieren anregen.

3. 20. Jahrhundert 1930-1939 – Wie die NS-Zeit die Medien verändert hat
(youtube.com, Terra X, Video, 12:50 Minuten)
In der aktuellen Youtube-Folge von “Terra X” geht es um den Einfluss der Nationalsozialisten auf die Medien. Die Nazis hatten schnell die Nützlichkeit des Radios als Propagandainstrument für sich entdeckt. Da zu Beginn der 1930er-Jahre nur wenige Haushalte einen Radioapparat besaßen, brachte Propaganda-Reichsminister Joseph Goebbels den erschwinglichen “Volksempfänger” auf den Markt.

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4. nano vom 16. März 2021: Wikipedia
(3sat.de, Thomas Hauer & Rene Kirschey, Video: 8:15 Minuten)
Wikipedia hat den Anspruch, das Weltwissen neutral abzubilden. Von diesem Anspruch sei die Online-Enzyklopädie jedoch weit entfernt. Besonders bei politischen und zeitgeschichtlichen Einträgen gebe es keine Neutralität. Wissenschaftler der Europa-Universität Viadrina haben seit Jahren ein waches Auge auf das digitale Nachschlagewerk: “Wer eigentlich bestimmt, was wir in Wikipedia nachschlagen können? Wo tobt ein Edit War? Wer sind / was machen die knapp 193 Administratoren? Welche Artikel sind gesperrt? Wo wehren sich Betroffene – zu oft vergeblich – gegen falsche Darstellungen?”
Zusätzlicher Lesehinweis: “Seit 20 Jahren gibt es die deutschsprachige Wikipedia. Die Online-Enzyklopädie wird von einem streitlustigen sozialen Netzwerk gemacht, aber es mangelt an weiblichen und jüngeren Aktiven. Bekommt die Gemeinschaft das jetzt in den Griff?” Wikipedia in Deutschland: Eine für alle, alle für eine (zeit.de, Jens Tönnesmann)

5. Ein radikaler Umbau von ARD und ZDF – wie soll das gehen?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 52:53 Minuten)
TV-Autor Stefan Stuckmann hat bei “Übermedien” Anfang März einen Essay zur Zukunft der Medienlandschaft vorgelegt: Wer einen starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk will, muss ihn radikal umbauen! Im Gespräch mit Holger Klein überlegt er, wie man den Angriffen auf den öffentlichen-rechtlichen Rundfunk konstruktiv begegnen kann: “Denn diese Debatte wird jedes Jahr lauter und sie kommt mit immer stärkerer Frequenz. Es ist an der Zeit, Gegenvorschläge zu machen, die radikaler sind, die mutiger sind.”

Transparenzhinweis: Hier stand für einige Stunden eine Medienkritik eines Youtubers, der in der Vergangenheit mit zweifelhaften Äußerungen aufgefallen ist, wie uns ein aufmerksamer BILDblog-Leser berichtet hat. Wir haben die Empfehlung daher gelöscht.

Machtmissbrauch bei “Bild”?, Hoppsala, Royale Millionendeals

1. Interne Ermittlungen gegen »Bild«-Chefredakteur Reichelt
(spiegel.de, Isabell Hülsen & Alexander Kühn & Martin U. Müller & Anton Rainer)
Gegen Julian Reichelt, Chefredakteur der “Bild”-Zeitung, wurde innerhalb des Springer-Konzerns ein sogenanntes Compliance-Verfahren eingeleitet. Unter anderem gehe es bei der Untersuchung um Machtmissbrauch und die Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen. Außerdem sei von möglichen Vorwürfen der Nötigung und des Mobbings die Rede. Das gesamte Ausmaß der Compliance-Untersuchung sei derzeit noch unklar.

2. Wie Sexismus Journalistinnen bedroht
(reporter-ohne-grenzen.de)
Zum gestrigen Internationalen Frauentag hat Reporter ohne Grenzen einen Themenbericht zu Sexismus im Journalismus veröffentlicht (PDF, englisch). Vorstandssprecherin Katja Gloger kommentiert: “Anlässlich des Weltfrauentags möchten – und müssen – wir erneut deutlich machen, dass für Journalistinnen überall auf der Welt die Ausübung ihres Berufes oft schwieriger und gefährlicher ist als für ihre Kollegen. Sie müssen sich gegen sexuelle Belästigung wehren, wenn sie einfach nur ihren Job machen wollen. Sie müssen damit rechnen, dass eine Welle des Hasses über sie hereinbricht, wenn sie sich in den sozialen Netzwerken äußern. In manchen Ländern wie Pakistan oder Indien riskieren sie sogar ihr Leben.”

3. Zu große Nähe? Das ZDF, Jochen Breyer und die TSG Hoffenheim
(ndr.de, Daniel Bouhs)
“Sind das ZDF und sein Moderator Jochen Breyer zu gefällig geworden, wenn es um den Bundesligisten und dessen Mäzen geht?” Daniel Bouhs geht noch einmal einem Fall nach, der vor rund einem Jahr für Schlagzeilen sorgte und der Breyer, den Fußballklub TSG Hoffenheim sowie Dietmar Hopp betrifft (siehe dazu: Knallhart am Journalismus vorbei (taz.de, Andreas Rüttenauer) und Perfekt inszenierte Hetze (spiegel.de, Daniel Montezari)). Anlass für das neuerliche Aufflammen des Themas ist eine vom ZDF angekündigte Doku, von der sich Bouhs schon vorab einen Eindruck machen konnte.

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4. turi2 schafft das Gendersternchen wieder ab – und setzt aufs generische Femininum.
(turi2.de, Peter Turi)
Über ein Jahr habe das Branchenportal “turi2” das Gendersternchen verwendet, doch damit sei nun Schluss. Viele Leser und Leserinnen hätten das Sternchen in den Texten als störend empfunden – man schaffe es daher ab. Überraschend: Die Redaktion kehrt nicht etwa zur alten Schreibweise zurück, sondern setzt auf das generisches Femininum. Chefredakteur Markus Trantow: “Wir Männer dürfen uns ganz selbstbewusst mitgemeint fühlen.”

5. Perspektive in Wartestellung
(out-takes.de, Elisabeth Nagy)
In der Kategorie “Perspektive Deutsches Kino” will die Berlinale dem Filmnachwuchs eine Chance geben. Zu Corona-Zeiten ist es jedoch für alle etwas schwieriger. Die ausgewählten Filme soll es zum Beispiel erst im Sommer zu sehen geben. Elisabeth Nagy stellt die sechs Stücke vor, die von der Jury aus 225 Einreichungen dafür auserkoren wurden.

6. Morddrohungen und Millionendeals
(deutschlandfunk.de, Mike Herbstreuth & Christine Heuer & Mirjam Kid, Audio: 7:15 Minuten)
Prinz Harry und Herzogin Meghan haben der Talk-Milliardärin Oprah Winfrey ein weltweit beachtetes Interview gegeben. Anlass für den Deutschlandfunk, sich die Medienstrategie des royalen Ehepaars anzuschauen – weg vom Beobachtungsgegenstand der Medien, hin zu aktiven Medienplayern mit lukrativen Netflix- und Spotify-Deals.

Beschwerderekord, Haftbefehl gegen Hildmann?, Behäbige Fernseh-Zeiten

1. 2020: Beschwerderekord beim Presserat
(presserat.de)
Der Deutsche Presserat stellt seinen Jahresbericht 2020 (PDF) vor, der eine traurige Rekordmarke bereithält: Noch nie habe es so viele Beschwerden wie im vergangenen Jahr gegeben. Im Vergleich zum Vorjahr hätten sich fast doppelt so viele Personen an die freiwillige Selbstkontrolle der Print- und Onlinemedien gewandt.

2. Attila Hildmann wird offenbar per Haftbefehl gesucht
(tagesspiegel.de, Alexander Fröhlich & Julius Geiler)
Kochbuchautor und Verschwörungsideologe Attila Hildmann ist für seine wüsten Tiraden und Hetzereien bekannt. Nachdem die großen Social-Media-Plattformen ihm den Zugang gesperrt haben, hat er sich auf den Messengerdienst Telegram zurückgezogen. Wo er sich jedoch gerade örtlich aufhält, sei nicht bekannt. Möglicherweise habe er sich ins Ausland abgesetzt, um einem drohenden Haftbefehl zu entgehen. Derweil seien die Berliner Ermittler mit einer wahren Sisyphos-Aufgabe beschäftigt: Sie würden mehr als 1000 Hildmann-Aussagen auf strafrechtliche Relevanz hin überprüfen.

3. Boulevard-Medien gehen unfair mit Frauen um
(jetzt.de, Nhi Le)
Manche Medien würden die immer gleichen toxischen und misogynen Bilder bedienen, wenn es um die Berichterstattung über prominente Frauen geht, so die Journalistin Nhi Le: “Rabenmutter, Heilige oder Hure, Zicke, Goldgräberin, Homewrecker. All diese und weitere Narrative beruhen auf sexistischen Vorwürfen und Ansprüchen, denen Frauen nie gerecht werden können und nie gerecht werden sollten. Denn sie sind rückschrittlich, heuchlerisch und teilweise einfach bösartig.”

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4. “Geschäftsmodell von Google und Facebook in den Blick nehmen”
(deutschlandfunk.de, Magdalena Neubig, Audio: 5:01 Minuten)
Der Softwarehersteller Microsoft will gemeinsam mit europäischen Presseverlagen ein Bezahlsystem für Verlagsinhalte im Internet entwickeln. Dahinter steckt der Wunsch der Verlage, die großen Tech-Firmen für die direkte und indirekte Nutzung ihrer Inhalte zur Kasse zu bitten. Alexander Fanta, Brüssel-Korrespondent von netzpolitik.org, erklärt im Interview mit dem Deutschlandfunk die verschiedenen Interessenlagen und überlegt, wie eine europäische Haltung aussehen könnte.

5. Bis unter die Dusche
(taz.de, Wilfried Urbe)
Bei den großen Streaming-Plattformen trenden seit einiger Zeit unterhaltsame Sport-Dokus. Die Filme bieten den Zuschauenden Spannung und Emotionalität und verschaffen den Protagonisten und Vereinen Aufmerksamkeit. Wilfried Urbe stellt einige Beispiele aus dem Portfolio von Amazon und Netflix vor, denen das Ganze teilweise viel wert ist. So soll der englische Fußballklub Manchester City laut Branchenexperten für den Blick hinter die Kulissen 10 Millionen Pfund erhalten haben.
Und passend zum Thema “Sport in den Medien”: Mehr als 6500 Gastarbeiter starben seit der WM-Vergabe nach Katar (spiegel.de).

6. Im Fernsehen der Vergangenheit
(sueddeutsche.de, Fabian Dombrowski)
Fabian Dombrowski hat sich auf einen Bummel durch das Retro-Angebot der ARD gemacht, geleitet von Neugier, Zufall und Algorithmus. Anscheinend kann der Ausflug in das Filmangebot der 50er- und 60er-Jahre therapeutisch wirken, wenn man sich denn darauf einlässt: “Sich durch die Video-Exponate zu klicken, wirkt nach einer Weile entschleunigend bis ermüdend, man ist diese Behäbigkeit in der Berichterstattung ja gar nicht mehr gewohnt. Teils vergeht mehr als eine halbe Minute, bis überhaupt mal jemand zu sprechen beginnt, und wenn es dann jemand tut, macht er Pausen zwischendrin, die irrwitzig lang wirken.”

Kabinett billigt, Mit Klischees Quote machen, “Welt”-Kolumnist

1. Kabinett billigt Gesetzentwurf für Urheberrechtsreform
(zeit.de)
Nach einigem Ringen hat die Bundesregierung den umstrittenen Gesetzentwurf zur Überarbeitung des Urheberrechts auf den Weg gebracht. Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) sprach von der “größten europäischen Urheberrechtsreform der letzten 20 Jahre”. Verbraucherschützerinnen und Datenschützer sind weniger begeistert. Siehe dazu auch den Beitrag von Kristin Becker aus dem ARD-Hauptstadtstudio: Kritik von allen Seiten. Auf Twitter verlinkt der Youtuber Rezo einen ebenfalls lesenswerten “Spiegel”-Beitrag über die Urheberrechtsreform und merkt an: “Kampagnen (samt Desinformation) der Presseszene haben gewirkt. PolitikerInnen haben eigene Grenzen immer mehr aufgeweicht. Ergebnis: Wenn du als PRIVATPERSON diesen Tweet zitierst, würde er von Uploadfiltern geblockt werden. Lost.”

2. Wirecard gegen die Medien
(youtube.com, Inga Mathwig & Nils Altland, Video: 12:55 Minuten)
NDR, WDR und “Süddeutscher Zeitung” liegen interne Mails, Chats und Rechnungen der Firma Wirecard vor, die sich mit kriminellen Methoden zum milliardenschweren Zahlungsdienstleister hochgeschwindelt haben soll. Die Unterlagen, von denen das Medienmagazin “Zapp” berichtet, zeigen: Die Firma verwandte viel Geld und Energie auf Überlegungen, wie man kritische Journalistinnen und Journalisten beobachten und mit Schmutzkampagnen diskreditieren kann.

3. WDR wollte mit Klischees Quote machen
(belltower.news, Nicholas Potter)
In einer Ausgabe der WDR-Talkshow “Die letzte Instanz” machten sich Gäste über Rassismus lustig und reproduzierten antiziganistische Ressentiments. “Belltower News” hat mit Romani Rose, dem Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, über den Fall gesprochen: “Ich habe mir im Nachhinein die Sendung angeschaut. Ich war fassungslos über diese Form der Diskussion und die Arroganz der Anwesenden. Absicht will ich nicht unterstellen. Man kann das ganze Verhalten der Verantwortlichen nur mit Dummheit erklären.”

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4. Warum Science-Influencer so oft geklickt werden
(deutschlandfunk.de, Annika Schneider, Audio: 5:08 Minuten)
Der 27-jährige Wissenschaftler Jacob Beautemps hat auf Youtube mehr als eine Viertelmillion Follower. Auf seinem Kanal “Breaking Lab” erklärt er regelmäßig naturwissenschaftliche Themen und berichtet über technologische Entwicklungen. Eine Studie der Uni Trier hat festgestellt, dass Science-Influencer und -Influencerinnen wie Beautemps oder Mai Thi Nguyen-Kim häufiger geklickt werden als Inhalte von Unis und Forschungseinrichtungen. Und, dass es dafür Gründe gibt.

5. Warum Tweets von “Welt”-Autor Don Alphonso immer noch zu Hass und Morddrohungen führen
(volksverpetzer.de)
Wenn der “Welt”-Autor Rainer Meyer (“Don Alphonso”) twittert, führt das immer wieder zu Hasskampagnen gegen die von ihm negativ erwähnten Personen. Gelegentlich sei es auch zu Morddrohungen gekommen. Das Team vom “Volksverpetzer” ist der Sache nachgegangen: “Wir analysieren die neusten Diskussionen rund ums Thema und erneuern unsere Twitter-Daten-Analyse von letztem Jahr, die erneut zeigt warum das so ist: Don Alphonsos Twitter Blase ist immer noch voll mit Rechtsradikalen. Er weigert sich nach wie vor, diese zu blocken.”
Weiterer Lesehinweis: Auch in der “Zeit” fragt man unter der Überschrift “Markierte Zielperson”: “Ist der Blogger Don Alphonso dafür verantwortlich, dass Menschen, über die er schreibt, anschließend von Rechten bedroht werden?” (zeit.de, Antonia Baum).

6. Esser wird nach Protesten nicht neuer Medienchef beim 1. FC Köln
(wdr.de)
Gerade erst hat der Fußballverein 1. FC Köln die Verpflichtung seines neuen Medienchefs Fritz Esser bekanntgegeben, da muss er auch schon zurückrudern: “Wir bitten alle Mitglieder und Fans um Entschuldigung. Wir haben Herrn Esser als integren Menschen mit demokratischem Wertegerüst kennengelernt. Dennoch haben wir uns nach intensivem Austausch entschieden, auf die Zusammenarbeit zu verzichten.” Esser hatte sich in der Vergangenheit anscheinend negativ über FC-Fans geäußert und öffentlich AfD-nahe Positionen vertreten. Die Personalentscheidung sorgte bei Anhängern des Klubs für Entsetzen. Ein in diesem Zusammenhang interessanter Aspekt: “Esser, der zuletzt für die DB-Tochter Schenker Logistics den Newsroom leitete, arbeitete zuvor neun Jahre für die Bild-Zeitung. Dort vertrat er immer wieder Positionen, die viele der protestierenden FC-Fans nicht für vereinbar mit den Werten des Klubs halten.”

“Bild”-Experte Marcel Reif ist “kein großer Gewaltanhänger”, aber …

In der “Bild TV”-Sendung “Reif ist live”, in der zwischen zwei Gläsern Müllermilch auch über Fußball gesprochen wird, ging es gestern unter anderem um Breel Embolo. Der Stürmer von Bundesligist Borussia Mönchengladbach soll Gast einer (in Corona-Zeiten) illegalen Party mit 23 Personen gewesen sein. Embolo bestreitet das. Er habe sich lediglich in einer angrenzenden Wohnung eines Freundes aufgehalten, so der Fußballer. Die Polizei sagt hingegen, Embolo sei von der Party über ein Dach in diese Wohnung geflüchtet.

“Bild”-Experte Marcel Reif findet, Breel Embolo sollte für den Besuch der Party mal ordentlich verprügelt werden. In seiner “Bild”-Sendung sagt er zu Moderator Walter M. Straten:

Wissen Sie, was mir gefallen würde? Wenn die in der Kabine in Gladbach, und ich könnte mir gut vorstellen, dass das so ist, also zu meiner Zeit, als ich ein bisschen gekickt habe, war das noch so, es gab so eine bestimmte innere Hygiene, um es mal sehr vorsichtig und sehr freundlich auszudrücken, in der Kabine. Also nach dem Motto: Trainer, könnten Sie mal kurz rausgehen? Wir brauchen mal fünf Minuten. Und dann macht man ein bisschen die Musik laut. Und dann wurde demjenigen mitgeteilt mit relativ klaren, auch nonverbalen Mitteln, was geht und was nicht geht.

Und wie reagiert “Bild”-Sportchef Walter M. Straten? Ist er empört, dass Marcel Reif zu Gewalt in der Gladbacher Kabine aufruft? Wundert er sich wenigstens, was Reif da so vorschlägt? Nee. Straten findet’s “spannend”:

Hui, das klingt ja spannend. Nonverbale Mittel. Also Gladbach äh …

Reif unterbricht ihn:

Ja, Körpersprache.

Wieder Straten:

Klassenkeile hat man in der Schule gesagt.

Marcel Reif versucht anschließend noch, seine Aussage wieder etwas einzufangen. Auf einmal geht es nicht mehr um laute Musik in der Kabine und um “nonverbale Mittel”, sondern eher um eine lustige Schneeballschlacht. Ein “großer Gewaltanhänger” sei er ja sowieso nicht, sagt Reif:

Also das könnte ich mir gut vorstellen. Ehrlich gesagt, ich bin kein großer Gewaltanhänger und kein Gewalttäter im Inneren, aber so eine kleine Abreibung, draußen liegt Schnee, so mal richtig einseifen und sagen: “Sag mal, hallo? Hallo, wach? Wie wär’s?” Nicht verkehrt.

Mit Dank an @tobylix für den Hinweis!

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Russische Desinformation, “Bild”-Bollwerk, Klarnamenpflicht

1. Das Netzwerk gefälschter Auslandsmedien
(netzpolitik.org, Daniel Laufer & Alexej Hock)
netzpolitik.org hat in Kooperation mit der “Welt” eine spannende Recherche über vermeintliche Nachrichtenportale durchgeführt, die russische Propaganda verbreiten. Dabei kam ein ganzes Netzwerk von Desinformationsseiten und Fake-News-Schleudern zum Vorschein: “Die fingierten Auslandsmedien sollen die Glaubwürdigkeit der Nachrichten verstärken, wenn sie innerhalb Russlands zitiert werden. Etabliert hat sich noch eine zweite Methode: Die Drahtzieher missbrauchen sogar seriöse europäische Medien, um ihre Verschwörungsmythen zu streuen.”

2. Bollwerk “Bild”
(zeit.de, Daniel Bouhs)
Ab dem 18. Dezember gibt es auf Amazon Prime eine siebenteilige Dokuserie, in der angeblich der Redaktionsalltag bei “Bild” zu sehen ist. Daniel Bouhs hat sich das Werk schon jetzt angeschaut: “So wie Amazon auch sonst all die oft heroisiert, die dem Dienst exklusiv Zugang gewährten, wie etwa der Fußballverein Borussia Dortmund, so inszeniert auch diese Produktion Bild vor allem als Vorkämpfer. Grenzübertritte auf der Suche nach Geschichten und Bildern etwa von Toten wirken aus dem Alltag der Boulevardredaktion wie ausradiert.”

3. Facebook darf Nutzer mit falschem Namen sperren
(spiegel.de)
Das Oberlandesgericht München hat in einem Urteil zur Klarnamenpflicht entschieden, dass Facebook Pseudonyme verbieten darf. “Bei der Verwendung eines Pseudonyms liegt die Hemmschwelle nach allgemeiner Lebenserfahrung deutlich niedriger”, so das Gericht. Dies wird von Expertinnen und Aktivisten jedoch vielfach anders gesehen. Siehe dazu auch den weiteren Lesehinweis: In einem immer noch lesenswerten Gastbeitrag aus dem Jahr 2019 erklärt der Jurist und Vorsitzende der Gesellschaft für Freiheitsrechte Ulf Buermeyer, was man statt einer Klarnamenpflicht tun könnte (tagespiegel.de).

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4. Homophobie und Rassismus: Die ARD ist Dieter Nuhrs perfekte Bühne
(nollendorfblog.de, Johannes Kram)
Johannes Kram schrieb schon 2014 über Schwulenwitze in Dieter Nuhrs “Satire Gipfel”. Damals ging es um die Frage: Prangert Nuhr eine Geisteshaltung an, wenn er eine ganze Kaskade schwulenfeindlicher Klischees reproduziert, oder weidet er sich an den schalen Witzchen und trägt dazu bei, dass homophobe Vorurteile verstärkt werden? Kram vertrat die letztere Ansicht. Sechs Jahre später fragt sich Johannes Kram, wie es möglich ist, dass Dieter Nuhrs seiner Ansicht nach homophobe und rassistische Pointen in der ARD immer noch auf so wenig Gegenwehr stoßen: “Die ARD könnte sich darum bemühen zu erklären, dass das rechte Rauschen der letzten Jahre die Grenzen des in Deutschland Sagbaren in die Richtung verschoben hat, dass sich das Sagbare vergrößert und nicht verkleinert hat. Dass nicht die Diskriminierten durch ihre angeblichen Denk- und Lachverbote die Aggressoren sind, sondern diejenigen, die sie diskriminieren.”

5. Brauchen ARD und ZDF so viel Geld? Zehn Fragen und Antworten zum Rundfunkbeitrag
(rnd.de, Imre Grimm)
In den vergangenen Tagen wurde viel über die fehlende Zustimmung Sachsen-Anhalts zur geplanten Erhöhung des Rundfunkbeitrags um 86 Cent pro Monat geschrieben. Dabei standen oft die politischen Machtspiele im Vordergrund. Für das ganze Bild hat Imre Grimm zehn Fragen und Antworten zum Rundfunkbeitrag zusammengestellt. Anschließend bietet sich die Lektüre seines Kommentars an: Was viel wichtiger wäre als 86 Cent mehr.

6. Aktualisieren!
(sueddeutsche.de, Philipp Bovermann)
Philipp Bovermann philosophiert in der “Süddeutschen” über ein journalistisches Nachrichtenformat, das uns dieses Jahr besonders oft begegnet ist – den Liveticker: “Liveticker halten, so könnte man sagen, der Welt den Atem an, um vom Neuen zu künden. Ihre roten Lämpchen leuchteten viel in diesem Jahr. Alles schien möglich, während die Gegenwart immer wieder ihre Synchronizität mit sich selbst verlor. So viel Dialektik! Halb fürchtet man sich, halb sehnt man sich danach, dass die neue Gegenwart, welche auch immer es sei, endlich beginnen möge.”

Bringt Julian Reichelt die Familien der Bundesliga-Mitarbeiter in Gefahr?

Was haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fußball-Bundesligaklubs FC Bayern München, Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach, RB Leipzig und Hertha BSC gemeinsam? Ihre Familien sind seit dieser Woche in Gefahr – jedenfalls nach Logik von Julian Reichelt.

Als das Medienmagazin “kress” 2017 Reichelts Gehalt schätzen wollte, sagte der “Bild”-Chef, dass er das nicht wolle, weil – so schrieb “kress” – “eine Schätzung seines Gehalts das Risiko finanziell motivierter Straftaten gegen seine Familie erhöhen würde”.

Doch was laut Julian Reichelt für Julian Reichelt gilt, muss aus Sicht von Julian Reichelt ja nicht für andere Menschen gelten. Und so gibt es seit Montag eine neue “Bild”-Serie: “DIE GEHEIMEN GEHÄLTER DER BUNDESLIGA”. Bisher waren die fünf oben genannten Klubs dran. “Bild” verrät, was die Team-Managerin des FC Bayern München oder der Stadionsprecher von Hertha BSC oder der Jugendkoordinator des BVB oder der Busfahrer von RB Leipzig oder der Chef-Greenkeeper von Borussia Mönchengladbach pro Monat “nach BILD-Informationen” so verdienen:

Screenshot Bild.de - Die geheimen Gehälter der Bundesliga - Bei welchem Job man neben den Stars schläft - Wie viel Team-Managerin Kathleen Krüger bekommt - In welchem Bereich Ex-Soldaten für zwölf Euro arbeiten - Das verdient man bei Bayern!
Screenshot Bild.de - Die geheimen Gehälter der Bundesliga - Für welchen Job es 11000 Euro gibt - Wer mit 70 noch 8000 Euro kriegt - 6500 Euro für ein Sprach-Wunder - Was Lars Ricken bekommt - Das verdient man beim BVB
Screenshot Bild.de - Die geheimen Gehälter der Bundesliga - Was der Stadionsprecher kassiert - Wofür man 7000 Euro im Monat kriegt - Was 24 Euro für 90 Minuten gibt - Das verdient man bei Gladbach!
Screenshot Bild.de - Die geheimen Gehälter der Bundesliga - Das kriegen Physio, Busfahrer und Zeugwart - In welchem Bereich die Gehälter gekappt wurden - Welche ungewöhnliche Mitarbeiter-Prämie es gab - Das verdient man bei RB Leipzig!
Screenshot Bild.de - Die geheimen Gehälter der Bundesliga - Was die Stadionsprecher pro Spiel kriegen - Welches Urgestein knapp 5000 Euro kassiert - Wieviel man schon als U9-Trainer bekommt - Das verdient man bei Hertha!

Bei den übrigen 13 Bundesligaklubs gibt es noch reichlich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Familien die “Bild”-Redaktion nach Logik ihres eigenen Chefs in den kommenden Tagen in Gefahr bringen kann.

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Wen Julian Reichelt nach Julian-Reichelt-Logik sonst noch in Gefahr gebracht haben könnte:

Mit Dank an die vielen Hinweisgeber!

Franz Josef Wagner fährt mit Jogi Löw Achterbahn in der Pampa

“Bild”-Briefonkel Franz Josef Wagner hat einen Helden: Bundestrainer Jogi Löw. Und Helden …

Helden schicken wir nicht einfach so in die Pampa.

Soll heißen: Wagner findet, dass Löw nach der 0:6-Niederlage der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Spanien bitte, bitte nicht zurücktreten soll. In seinem heutigen Brief schreibt er:

Ausriss Bild-Zeitung - Post von Wagner - Lieber Jogi Löw - viele erwarten, dass Sie aufgeben nach dem Spanien-Debakel. Bitte geben Sie nicht auf!

Lieber Jogi Löw,

viele erwarten, dass Sie aufgeben nach dem Spanien-Debakel. Bitte geben Sie nicht auf! Was für ein Leben wäre es für Sie, wenn Sie aufgeben? Ein Leben der Leere. Ein Einsamkeitsgrauen. Ein Leben von Gott und den Menschen verlassen.

Ein Mensch, der aufgibt, ist verloren. Ich bin verliebt in Sieger, noch mehr verliebt bin ich in Nicht-Aufgeber.

Wenn Jogi Löw sich nicht aufgibt, dann kann vielleicht die Nationalelf wieder siegen.

Jogi Löw war ein Held. Helden schicken wir nicht einfach so in die Pampa.

Herzlichst
Franz Josef Wagner

Vor gut einem Monat, am 13. Oktober, schreibt Franz Josef Wagner ebenfalls an Jogi Löw. Auch da bestimmt im Ton, inhaltlich aber etwas anders:

Wie schnell das Licht erlischt, das einmal brannte. Jogi Löw, der Weltmeister. Jogi Löw, die Stilikone im weißen, taillierten Hemd. Populärer war kein Bundestrainer.

Leider, lieber Joachim Löw, gibt es keinen Ewigkeitsruhm. Ihre Mannschaft spielt schlecht. Sie stellen schlecht auf, sie wechseln schlecht aus. (…)

Wenn mich jemand fragt, ob ich einen neuen Bundestrainer will, dann sage ich Ja.

Die Verbindung Wagner-Löw ist wie eine Achterbahnfahrt. Im März 2019 schreibt Wagner an den Nationaltrainer und über die Spieler Serge Gnabry und Leroy Sané:

Warum hat Jogi Löw die jungen tollen Spieler nicht mit zur WM 2018 nach Russland genommen?

Sein Fehler war, dass er nicht an die Jugend glaubte. Jogi Löw ist 59. Es fällt ihm schwer, alt zu sein.

Die Spieler haben ihm seine Jugend wiedergegeben. Sie sind sein zweiter Frühling.

… was aus rein biologischer Sicht ein kleines Wunder darstellt, schließlich war der Zweite-Frühling-Jogi laut Wagner eigentlich schon längst “verwelkt”. Vier Monate vor der Löw-Auferstehung, im November 2018, schreibt der “Bild”-Kolumnist:

Lieber Joachim (Jogi) Löw,

ich muss die Natur bemühen, um Sie zu beschreiben. Es gibt die Zeit, wo die Natur erblüht, und die Zeit, wo sie verwelkt. Sie befinden sich in der Zeit des Welkens. (…)

Was mich wundert, ist, dass Sie immer noch Bundestrainer sind. Eigentlich geben nach Misserfolgen Männer, Frauen ihr Amt auf. Ich mag Joachim Löw persönlich sehr. Er ist ein netter, unterhaltsamer Mann. Aber er ist eine verwelkte Blume.

Wagners aktuelle Löw-Verteidigung ist auch deshalb eine überraschende Wendung (gut, bei Wagner vielleicht nicht so ganz überraschend), weil seine Ansage im Oktober 2018 nicht klarer hätte sein können:

Jogi Löw, das ist das Ende des Traums. Wachen Sie auf und treten Sie zurück.

Und auch im Juni 2018 klang es bei Wagner so, als könnte man Helden doch “einfach so in die Pampa” schicken:

Lieber Jogi Löw,

wenn ich jetzt schreibe, dass Sie zurücktreten sollen, dann ist mein Motiv nicht Rache, Vergeltung. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, wie Sie jetzt weitermachen wollen. Sie sind ein geschlagener Mann.

Mit Dank an Andreas W. für den Hinweis!

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