1. Pressefreiheit ja, aber… (djv.de, Hendrik Zörner)
Zum Welttag der Pressefreiheit am heutigen 3. Mai hat der Deutsche Journalisten-Verband den “im Deutschen Bundestag vertretenen demokratischen Parteien” einen Fragenkatalog übersandt, wie sie es mit der Pressefreiheit halten und wie man diese aus ihrer Sicht stärken könnte. “Geantwortet haben alle Parteien bis auf AfD, Linke und BSW.” Die vollständigen Ergebnisse gibt es hier.
Weiterer Lesetipp: Ebenfalls anlässlich des Welttags der Pressefreiheit appelliert die Deutsche Journalistinnen- und Journalistenunion in Verdi: Bedrohung darf nicht zum Joballtag werden.
2. “Es geht um alles – es geht um die Demokratie” (journalist.de, Jan Freitag)
Im Fachmagazin “journalist” gibt es ein lesenswertes Interview mit dem Publizisten, Anwalt und Philosophen Michel Friedman. Darin geht es auch um die Frage, ob man mit Rechtsextremen sprechen soll, etwa in journalistischen Interviews: “Ich bin hin- und hergerissen, im Zweifel also gegen das Gespräch. Aber falls wir es dennoch führen, dürfen wir nicht die Themenwünsche der AfD erfüllen, sondern unsere eigenen; sonst tappen wir in die Falle, alles mit der Migration zu verknüpfen. Wir reden mit den Grünen zu Recht primär über die Umwelt, aber letztendlich über alle politischen Themen. Das muss auch mit der AfD geschehen, sonst triggern wir ausschließlich ihre Kernanliegen – die menschenverachtende Propaganda.”
3. Gute Geschäfte zwischen Gagenzahlung und Unternehmertum (dwdl.de, Torsten Zarges)
“Die Grundsatzfrage, ob produzierende Moderatoren wirtschaftlich sinnvoll sind oder nicht, bleibt ein Gremien-Dauerbrenner. Einerseits erlaubt die Konstruktion dem Sender, das unternehmerische Risiko für ein größeres Redaktionsteam outzusourcen. Andererseits besteht die Gefahr, dass gewisse Posten großzügiger kalkuliert werden, um die offizielle Moderationsgage aufzuhübschen.” Bei “DWDL” wirft Torsten Zarges einen Blick auf die unternehmerischen Aktivitäten der TV-Stars – von Anne Will bis Matthias Schweighöfer, von Mario Barth bis Barbara Schöneberger.
4. Rezepte gegen den Populismus (deutschlandfunk.de, Peter Frey)
In seiner Medienkolumne erläutert Peter Frey, wie Journalisten und Journalistinnen aus seiner Sicht mit Populismus umgehen sollten, insbesondere vor dem Hintergrund der bevorstehenden Wahlen in Europa und den USA. Er betont die Bedeutung von systematischer Beobachtung und Aufklärung, statt in Interviews auf Provokationen einzugehen. Weiterhin erinnert Frey an die Gefahren einer übermäßigen Medienpräsenz von Figuren wie Donald Trump: “Ich muss jetzt oft an das Jahr 2016 zurückdenken, als die meisten Journalisten – mich eingeschlossen – einen Sieg Trumps für ausgeschlossen hielten. Heute scheint mir, dass der Irrtum von damals durch zu viel Aufmerksamkeit für Trump heute kompensiert wird.”
5. Whistleblowerschutz – eine essenzielle Säule der Pressefreiheit (whistleblower-net.de, Kosmas Zittel)
Kosmas Zittel, Geschäftsführer des Whistleblower-Netzwerks, kritisiert die Bundesregierung für ihr mangelndes Engagement beim Schutz von Whistleblowern und der Stärkung der Pressefreiheit. Anlässlich des heutigen Welttages der Pressefreiheit fordert er, die Zusammenarbeit zwischen Whistleblowern und Medienschaffenden zu erleichtern, zumal große Skandale oft erst durch solche Kooperationen aufgedeckt würden. Zittel kritisiert das Hinweisgeberschutzgesetz als unzureichend und fordert einen Vorrang des öffentlichen Interesses vor dem Geheimhaltungsbedürfnis.
6. »Ich bin jetzt pleite, habe keine Tickets« (spiegel.de)
Zum Wochenausklang noch etwas Leichtes: Beim “Spiegel” konnte man gestern via Live-Ticker mitverfolgen, wie sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um Tickets für die Fußball-EM bemühten. Das digitale Wartezimmer der UEFA entpuppte sich für viele als Quelle der Frustration, geprägt von technischen Problemen und langen Wartezeiten. Die Anekdoten reichen von Schuldzuweisungen und gescheiterten Versuchen, das Ticketportal zu überlisten, bis hin zu humorvollen Vergleichen und kleinen Erfolgsmeldungen. Am Ende stand die Redaktion jedoch größtenteils ohne Tickets da.
1. Sollte man die AfD in TV-Talkshows einladen? “Bitte nicht!” (mediummagazin.de, Tanjev Schultz)
Caren Miosga hatte gestern in ihrer ARD-Talksendung unter anderem Tino Chrupalla, Bundessprecher der AfD und Vorsitzender der AfD-Bundestagsfraktion, zu Gast. Bereits zuvor hatte Tanjev Schultz Miosgas Ankündigung, auch AfD-Politikerinnen und -Politiker einladen zu wollen, kritisch kommentiert: “Wieder und wieder ist in Redaktionen über den Umgang mit der AfD diskutiert worden, und nun geht in diesem Wahljahr alles von vorne los. Die Chance, alte Fehler noch einmal zu begehen, möchte auch Caren Miosga ergreifen. Bitte nicht. Warum glauben Journalistinnen und Journalisten, sie müssen AfD-Leute einladen, da diese nun einmal so populär sind? Nichts müssen sie.”
2. Böhmermann siegt vor Gericht gegen Spielerberater Roger Wittmann (spiegel.de)
Der Fußballspielerberater Roger Wittmann hat nach “Spiegel”-Informationen erfolglos gegen Jan Böhmermann und dessen Produktionsfirma geklagt. Es ging dabei um eine “ZDF-Magazin-Royale”-Sendung, die unter anderem Wittmanns Geschäftspraktiken als Spielerberater thematisierte (“Miese Maschen, mega Millionen: Die Player hinter den Spielern”, Video: 23:25 Minuten). Das Urteil sei jedoch noch nicht rechtskräftig: “Wittmann und seine Firmen könnten unter Umständen ein Hauptsacheverfahren anstreben und die Causa bis zum Bundesgerichtshof tragen.”
3. SZ-Vize Föderl-Schmid: Inspiriert von taz und “Spiegel” (msn.com, Jochen Zenthöfer)
Nach Plagiatsvorwürfen hat die Universität Salzburg die Doktorarbeit der stellvertretenden Chefredakteurin der “Süddeutschen Zeitung”, Alexandra Föderl-Schmid, geprüft und für gültig erklärt. Die Vorwürfe zur Doktorarbeit scheinen damit erledigt. Nun verlagere sich die Plagiatsdebatte wieder auf Föderl-Schmids journalistische Arbeit, schreibt “FAZ”-Autor und Jurist Jochen Zenthöfer. Er erklärt den Fall und ordnet ihn kommentierend ein.
4. Gegen prekäre Arbeitsbedingungen (taz.de, Wilfried Urbe)
Dass das Image des altehrwürdigen Verlagshauses DuMont bröckele, liege vor allem an dessen Umgang mit den Mitarbeitenden, schreibt Wilfried Urbe in der “taz”. Probleme wie sinkende Auflagen und steigende Produktionskosten würden dem Unternehmen zu schaffen machen, aber die Art und Weise, wie das Management mit diesen Herausforderungen umgehe, habe für Unmut gesorgt. Ein Großteil der rund 560 Beschäftigten und der bis zu 280 Leiharbeiter befinde sich laut Betriebsratsangaben in prekären Arbeitsverhältnissen, berichtet Urbe.
5. Das TikTok-Ultimatum ist traurig, aber konsequent (zeit.de, Götz Hamann)
Götz Hamann kommentiert bei “Zeit Online” das sich abzeichnende TikTok-Verbot in den USA: “Hätte es noch eines Beweises bedurft, dass die Zeit eines freien offenen Internets vergangen ist, dann wäre dieser Entschluss des Repräsentantenhauses ein solcher. Im digitalen Raum bilden sich zunehmend die geopolitischen Machtverhältnisse und Spannungen ab. Das ist traurig, ernüchternd – und die Realität.”
6. “Einblick in unermessliches Leid” (tagesschau.de)
Das Bild einer trauernden Palästinenserin mit einem toten Kind im Arm wurde von der Jury des renommierten Wettbewerbes World Press Photo als bestes Pressefoto des Jahres ausgezeichnet. Der Palästinenser Mohammed Salem habe das Foto für die Nachrichtenagentur Reuters am 17. Oktober 2023 aufgenommen. Die Jury habe in diesem Zusammenhang von einem ergreifenden “Einblick in unermessliches Leid” gesprochen. Insgesamt sind 33 Fotografen und Fotografinnen ausgezeichnet worden, deren Bilder in einer Ausstellung gezeigt werden, die in mehr als 60 Ländern weltweit zu sehen sein soll.
1. EU-Datenschützer*innen watschen Abo-Modelle ab (netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Seit November 2023 bieten Plattformen wie Facebook und Instagram ihren Nutzerinnen und Nutzern die Möglichkeit, sich mit einem Abonnement für 9,99 Euro pro Monat von Tracking und personalisierter Werbung freizukaufen. Das Modell ist im Englischen als “pay or okay” bekannt; Sebastian Meinecks Vorschlag für “eine deutsche Übersetzung, die sich ebenso reimt”: “abonnieren oder akzeptieren”. Der Europäische Datenschutzausschuss kritisiert diese Praxis und betont, dass Userinnen und User eine echte Wahl haben sollten. Meineck erläutert die derzeitige Situation und überlegt, wie es weitergehen könnte.
2. Boykottaufrufe, Terrorangst und Israel-Kritik: So politisch ist der ESC (rnd.de, Imre Grimm)
Imre Grimm kommentiert zum im Mai anstehenden Eurovision Song Contest (ESC), bei dem Pop und Politik Hand in Hand gehen würden: “Auf der oberflächlichen Ebene mögen bunte Derwische im Gebläse der Windmaschine über eine feurige Bühne turnen oder weißrussische Retortendivas Anstrengendes zu Stampfbeats singen. Doch auf einer tieferen Ebene geht es um viel mehr: Der ESC ist das größte und womöglich einzige bedeutende multinationale Massenevent für den spielerischen, kulturellen Datenabgleich zwischen Völkern.”
3. ntv und dpa entwickeln “KI-assistierten Newsdesk” (dwdl.de, Alexander Krei)
RTL Deutschland habe in Zusammenarbeit mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ein KI-gestütztes Redaktionstool entwickelt, um die Relevanz von Nachrichten schneller einschätzen und Textvorschläge generieren zu können. Das Tool verbessere nicht nur die Geschwindigkeit und Qualität der Nachrichtenbearbeitung, sondern ermögliche auch eine Anpassung an den spezifischen Sprachstil des zur RTL-Gruppe gehörenden Fernsehsenders ntv. Die endgültige Entscheidungsgewalt bleibe jedoch bei den Redakteurinnen und Redakteuren.
4. Wie prekär ist der Journalismus? (verdi.de, Susanne Stracke-Neumann)
Im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekts widmete sich ein Symposium in der Bayerischen Landesmedienanstalt dem internationalen Vergleich journalistischer Arbeitsbedingungen. Dabei ging es insbesondere um die Einkommenssituation freier Journalistinnen und Journalisten. Die weltweite Studie “Worlds of Journalism” zeige, dass “vor allem Freie und signifikant mehr Frauen als Männer” unter prekären finanziellen Bedingungen mit einem Monatseinkommen von unter 1.388 Euro arbeiten, fasst Susanne Stracke-Neumann die Ergebnisse zusammen.
5. “Taktisch riesiger Fehler, das auszusetzen” (deutschlandfunk.de, Sören Brinkmann & Michael Borgers, Audio: 7:57 Minuten)
Die Deutsche Fußball Liga hat die Versteigerung der Bundesliga-Übertragungsrechte, bei der sich die Bezahlsender DAZN und Sky für verschiedene Rechtepakete beworben hatten, überraschend ausgesetzt. Der Sender DAZN hatte das Bundeskartellamt eingeschaltet, nachdem er bei der Auktion trotz eines finanziell höheren Angebots als Sky nicht zum Zuge gekommen sei. Der Deutschlandfunk hat sich mit Journalist Kevin Barth über den ungewöhnlichen Fall unterhalten.
6. Game of Rundfunkbeitrag: Ein Kampf um 58 Cent (ndr.de, Philipp Walulis, Video: 6:03 Minuten)
“Was ist da los beim Rundfunkbeitrag? Steigt er jetzt oder nicht? Wer entscheidet das? Und wer kämpft dabei gegen wen?” Weil diese Fragen aufgrund der schwierigen Gemengelage nicht mit wenigen Worten zu beantworten sind, hat das Medienmagazin “Zapp” Philipp Walulis gebeten, sich dem Thema satirisch zu nähern. Und das ist informativ und unterhaltsam zugleich.
Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!
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1. Werbung trotz Verbot? Die Marketingtricks der Tabakindustrie (ndr.de, Aniko Schusterius & Leon Müller, Video: 17:27 Minuten)
Jahrzehntelang haben die großen Tabakkonzerne ihre Produkte aggressiv vermarktet und über gebuchte Anzeigen riesige Summen in Medien gepumpt. Heute müssen die Unternehmen wegen des Werbeverbots subtiler vorgehen. Das Medienmagazin “Zapp” hat die aktuellen Strategien und Marketingtricks der Tabakindustrie unter die Lupe genommen.
2. Fußball: Brauchen die Vereine die Medien noch? (br.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 26:48 Minuten)
Fußballvereine waren viele Jahre lang auf die unabhängige Berichterstattung von Medien angewiesen, um für ihren Sport zu werben. Das hat sich inzwischen geändert: Dank der großen Reichweiten in den Sozialen Medien können die Vereine ihre Pressearbeit oft selbst steuern. Jonathan Schulenburg spricht bei “BR 24 Medien” unter anderem mit dem ehemaligen FC-Bayern-Spieler und Sportmoderator Thomas Helmer über das neue Medienzeitalter im Fußball.
3. Lage der Nation 377 (lagedernation.org, Philip Banse & Ulf Buermeyer, Audio: 1:49:52 Stunden)
Vergangenen Mittwoch haben wir in den “6 vor 9” einen Beitrag zum Umgang von Medien mit der Polizeilichen Kriminalstatistik empfohlen. Im Politik-Podcast “Lage der Nation” ist nun der Kriminologe Martin Thüne zu Gast. Philip Banse und Ulf Buermeyer sprechen mit ihm über die Frage, “warum die Polizeiliche Kriminalstatistik in die Irre führt”.
4. Kommt der Bundeskanzler zu spät zur TikTok-Party? (uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 24:28 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit Marcus Bösch, der zu TikTok und politischer Kommunikation forscht, über die Nachricht, dass Bundeskanzler Olaf Scholz nun auch auf der Videoplattform vertreten ist: “Was sagt er zu Scholz’ spätem TikTok-Debüt? Wie funktioniert die Plattform eigentlich? Was macht sie so erfolgreich? Und haben die Medien die Plattform eigentlich schon verstanden?”
5. Anne Will (2024) – Was ist heute anders? (hotelmatze.podigee.io, Matze Hielscher, Audio: 2:18:14 Stunden)
Im Podcast “Hotel Matze” ist Journalistin und Moderatorin Anne Will zu Gast. Nach längerer Zeit mal wieder, muss man sagen – Wills letzter “Hotel”-Besuch war im Juni 2017. In der aktuellen Folge geht es vor allem um die Frage, wie es Anne Will nach ihrem Abschied als ARD-Sonntagstalkerin geht: “Es geht um Neuanfänge, um Karriere und Persönlichkeitsentwicklung, wir sprechen über die Kunst des Gesprächs vor laufender Kamera, über das Leben als öffentliche Person und über die aktuelle politische Lage.”
6. Rocko Schamoni Supershow (ardmediathek.de, Rocko Schamoni & Gereon Klug, Video: vier Folgen je circa 30 Minuten)
Zum Schluss noch eine etwas andere Empfehlung: Die vierteilige ARD-Mockumentary “Rocko Schamoni Supershow”, in der auch verschiedene Mediengrößen eine Rolle spielen, beispielsweise Linda Zervakis, Klaas Heufer-Umlauf und Caren Miosga. Im “Hamburger Abendblatt” fasst Maike Schiller die ungewöhnliche, unterhaltsame Produktion so zusammen: “Die hohe ‘Fraktus’-Schule, der ‘Discounter’-Spott, bisschen Dada, bisschen Parodie, bisschen demaskiertes ‘echtes’ Leben. Bisschen Loriot womöglich sogar, noch mehr ‘Last Exit Schinkenstraße’. Entlarvend und schmerzbefreit. Quatsch mit Anspruch. Und besonders gern auch ohne.”
1. Was steckt wirklich in den Corona-Protokollen? (uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 26:25 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit dem freien Journalisten Martin Rücker über die vom Onlinemagazin “Polar” erzwungene Veröffentlichung der Protokolle des Corona-Krisenstabs: “Warum musste eigentlich ein bisher eher unbekanntes Magazin auf Herausgabe der Protokolle klagen? Wäre das nicht die Aufgabe großer Medien und renommierter Rechercheteams gewesen? Und was sagt es eigentlich über den Willen der Behörden, transparent die umwälzenden Erfahrungen der Coronazeit aufzuarbeiten, wenn das RKI die Veröffentlichung so vehement verweigerte?”
2. Ist der Islamismus-Vorwurf gegenüber Rüdiger strafbar? (lto.de, Yves Georg)
Zu Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan veröffentlichte Fußball-Nationalspieler Antonio Rüdiger bei Instagram ein Foto von sich, das nach Ansicht von Julian Reichelt, einst bei “Bild” als Chefredakteur geschasst und heute Leiter des Wutportals “Nius”, eine islamistische Geste zeigen soll. Gegen diese Unterstellung gehen sowohl Rüdiger als auch der Verband DFB juristisch vor. Der Strafverteidiger Yves Georg schätzt die Erfolgsaussichten als niedrig ein.
3. Krieg in Israel und Gaza: Wird Berichterstattung immer schwieriger? (br.de, Linus Lühring, Audio: 26:44 Minuten)
Linus Lüring spricht mit Christopher Resch von Reporter ohne Grenzen und Clemens Verenkotte, ARD-Korrespondent in Israel, über die Bedingungen für Medienschaffende, die über den Krieg in Israel und Gaza berichten wollen: Warum sind Journalistinnen und Journalisten dort so in Gefahr? Werden sie möglicherweise auch gezielt angegriffen? Und welche Informationsquellen gibt es noch für internationale Medien im Kriegsgebiet?
Weiterer Lesetipp: Israel will Sender Al Jazeera abschalten (tagesschau.de).
4. Was wurde eigentlich aus der Förderung zur digitalen Transformation? (kobuk.at, Michael Suntinger)
Ende 2022 regneten auf Österreichs Medien öffentliche Gelder in erheblicher Höhe herunter: die sogenannte Digitalisierungstransformationsförderung. Michael Suntinger wollte wissen, was aus den vielen Millionen Euro geworden ist. Doch das sei schwierig: “Will man Auskunft über die Verwendung der Gelder aus diesem Fonds, steht man also defacto vor einer unüberwindbaren Mauer des Schweigens.”
5. Nur noch am Tablet (taz.de, Christian Walther)
Früher seien Sonntagszeitungen mit ihren umfangreichen Ausgaben und Beilagen ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens gewesen, doch der Wandel der Medienlandschaft sowie wirtschaftliche Faktoren hätten zu einem Rückgang und der Einstellung einiger dieser Blätter geführt. In der “taz” berichtet Christian Walther über das Ende der Ära für traditionelle Sonntagszeitungen in Berlin.
6. Steigt Stefan Raab noch einmal in den TV-Ring? (spiegel.de)
Nach fast zehnjähriger Abstinenz könnte es bald ein TV-Comeback von Stefan Raab geben. Jedenfalls habe Raab selbst auf seinem Instagram-Account mit “rätselhaften Onlinevideos” Hinweise und Gerüchte gestreut. Nun stelle sich die Frage: “Aprilscherz? Oder Ernst?”
Dazu auch ein Lesehinweis von 2020: Die deutsche TV-Branche hätte einiges aufzuarbeiten, findet “RND”-Redakteur Matthias Schwarzer. Er denkt dabei auch und gerade an den von vielen Leuten als “TV-Legende” gefeierten Fernsehmacher Stefan Raab und dessen Clips mit zahlreichen “homofeindlichen Klischees”.
1. Rüdiger und DFB gehen juristisch gegen Julian Reichelt vor (faz.net)
Zu Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan vor rund zwei Wochen veröffentlichte Fußball-Nationalspieler Antonio Rüdiger bei Instagram ein Foto von sich, das nach Ansicht von Julian Reichelt, einst bei “Bild” als Chefredakteur geschasst und heute Leiter des Wutportals “Nius”, eine islamistische Geste zeige. Gegen diese Unterstellung gehen sowohl der Fußballer als auch der Verband DFB nun juristisch vor: Rüdiger habe Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Berlin gestellt, der DFB habe den Fall der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/Main gemeldet.
2. Assange bekommt Aufschub (netzpolitik.org, Constanze Kurz)
Gestern hat der britische Royal Court of Justice über den Fall Julian Assange entschieden. Es ging dabei um die Frage, ob dem Einspruch des Wikileaks-Gründers gegen dessen Auslieferung an die USA stattgegeben wird. Das Gericht habe den Berufungsantrag in mehreren Punkten als begründet und stichhaltig angesehen. Constanze Kurz erklärt, warum die Sache für Assange dennoch nicht ausgestanden ist.
3. US-Gericht weist Klage von X gegen Hassrede-Forscher ab (spiegel.de)
Die gemeinnützige Organisation Center for Countering Digital Hate hatte eine Zunahme von Hassreden auf X (früher Twitter) seit der Übernahme durch Elon Musk festgestellt. Das wollte der Tech-Milliardär nicht auf sich sitzen lassen und zog nach allerlei öffentlicher Empörung vor Gericht. Dort wurde Musks Klage als offensichtlich unbegründete Einschüchterungsklage (SLAPP) eingestuft und abgewiesen.
4. Schluckt der RBB die Staatsvertrags-Pille oder kommt die Klage? (dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie Timo Niemeier bei “DWDL” berichtet, habe der RBB derzeit mit mehreren Herausforderungen gleichzeitig zu kämpfen, die sich aus dem neuen Staatsvertrag ergäben. So habe die Politik dem Sender beispielsweise die Gründung eines neues Regionalbüros in Brandenburg an der Havel auferlegt, wogegen sich der RBB zunächst stark gewehrt habe. Niemeier beschreibt, welche Regelungen des Staatsvertrages dem öffentlich-rechtlichen Sender weitere Kopfschmerzen bereiten.
5. Warum müssen wir anders über Sinti und Roma berichten? (br.de, Linus Lüring, Audio: 31:40 Minuten)
In “BR24 Medien” geht es um zum Teil folgenschwere Fehler in der Berichterstattung über Sinti und Roma: Welche Muster gibt es? Und wie entstehen sie? Was passiert zum Beispiel beim “Othering”? Und welche Ansätze existieren, um die Berichterstattung zu verbessern? Markus End vom Zentrum für Antisemitismusforschung, der auch das Bild von Sinti und Roma in Medien untersucht, kritisiert vier zentrale Darstellungsmuster. (Der Sendung ist eine Triggerwarnung beigefügt: “Es ist in dieser Folge eine rassistische Äußerung (‘Z-Wort’) zu hören.”)
6. Die nette Frau Krawall: Wer ist Exxpress-Herausgeberin Eva Schütz? (derstandard.at, Katharina Mittelstaedt)
Im österreichischen “Standard” geht Katharina Mittelstaedt in einem Porträt einer spannenden Personalie nach: “Eva Schütz ist eine getriebene Multimillionärin. Im türkisen Finanzministerium arbeitete sie als Stellvertreterin von Thomas Schmid. Heute führt sie das Krawallmedium ‘Exxpress’. Was hat sie damit vor?” Begleitend dazu lohnt die aktuelle Ausgabe des “Inside-Austria”-Podcasts: “Exxpress” – Ein rechtes Krawallportal außer Kontrolle (Audio: 37:04 Minuten).
1. Blockchain-Studie: Die grenzwertige Doppelrolle eines “SZ”-Autors (capital.de, Niklas Wirminghaus)
Offenbar durfte ein Autor in der “Süddeutschen Zeitung” ausführlich über die Blockchain-Technologie und eine Studie zum Thema berichten, obwohl er selbst Krypto-Unternehmer ist. Niklas Wirminghaus ist dem Fall nachgegangen, der für ihn eine klare Grenzüberschreitung darstellt: “Über ein Themengebiet, in dem man unternehmerisch tätig ist, parallel als Journalist zu schreiben – das verbietet sich eigentlich. Es untergräbt das Vertrauen der Leser und Leserinnen in eine unabhängige Berichterstattung.”
2. Just Love? Erfolge für den hr im Rechtsstreit gegen den Guru der Sekte Bhakti Marga (hessenschau.de)
In der aktuellen Folge des “ZDF Magazin Royale” geht es um Guru “Vishwananda”, das Oberhaupt der Sekte “Bhakti Marga” mit Sitz in Hessen. Der Guru und dessen Machenschaften waren bereits vor zwei Jahren Thema der sechsteiligen Podcast-Serie “Just Love”. “Vishwananda” war juristisch gegen den Podcast des Hessischen Rundfunks (HR) vorgegangen. In einem “In eigener Sache” berichtet der HR nun über die bisherigen juristischen Erfolge, aber auch darüber, wie mühsam und langwierig das Ganze ist: “Einer der Gründe, warum die Rechtsstreitigkeiten nach mehr als zwei Jahren noch nicht abgeschlossen sind, ist, dass eine Vielzahl von Aussagen einzeln juristisch angegriffen wurde und das Hamburger Landgericht dazu einstweilige Verfügungen erlassen hat. Im Rechtsstreit müssen wir nun teils um jeden einzelnen Satz kämpfen, das dauert, aber es lohnt sich.” Nachtrag: Der Rechtsanwalt des Gurus hat inzwischen mit einer Pressemitteilung auf den Beitrag des HR reagiert und sieht darin den “offenbaren Versuch einer gezielten Irreführung der Öffentlichkeit”. Das Vorgehen des Senders wirke “orientierungs- und hilflos”: “Entweder müsste die Redaktion es angesichts einer derzeit noch immer bestehenden Untersagung von 66 Behauptungen innerhalb der Berichterstattung einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt für dringend geboten erachten, journalistisch nachzuarbeiten. Oder aber der Hessische Rundfunk sollte sich entschieden gegen empfundenes Unrecht rechtlich zur Wehr setzen – was aus rechtlichen Gründen allerdings wenig erfolgversprechend ist.”
3. Wer Musk hofiert, hofiert Rechtsradikale (netzpolitik.org, Markus Reuter)
Viele Politiker lassen sich gerne mit dem Tech-Milliardär Elon Musk ablichten. Damit muss Schluss sein, meint Markus Reuter: “Wir müssen Elon Musk als das sehen, was er ist: Ein Ermöglicher von Nazi-Inhalten und ein Mann, der mit seinem unglaublichen Reichtum rechtsradikales Gedankengut verstärkt, indem er eine wichtige Kommunikationsplattform so umbaut, dass der rechte und rassistische Diskurs ungestört wachsen kann.”
4. Werdet endlich auf Tiktok aktiv! (taz.de, Maurice Conrad)
Dass die AfD die Sozialen Medien mit weitem Abstand vor allen anderen Parteien dominiert, ist bekannt. Maurice Conrad appelliert in seiner “taz”-Kolumne nun an die Politik, der AfD nicht das Feld zu überlassen: “Liebe demokratische Politiker*innen: Social Media ist Arbeit. Macht euch dran – oder bezahlt jemanden dafür. Nehmt die Kommunikation euer Parteien und Fraktionen auf Tiktok genauso ernst wie die Pressearbeit auf den traditionellen Kanälen und sorgt dafür, dass ihr in Sachen Reichweite hinterherkommt.”
5. Newsletter Netzwerk Recherche 231 vom 22.03.2024 (netzwerkrecherche.org, Christian Deker)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für investigativ arbeitende Journalistinnen und Journalisten: der Newsletter des Netzwerk Recherche. Die aktuelle Ausgabe beginnt mit klaren Worten von Christian Deker zum investigativen Journalismus: “Journalismus ist kein verlängerter Arm der Strafverfolgung.” Außerdem gibt es, wie gewohnt, einen schönen Überblick über medienrelevante Nachrichten, Veranstaltungen, Preise und Stipendien.
6. Jürgen Klopp geht erfolgreich gegen “Bunte”-Bericht vor (dwdl.de, Uwe Mantel)
Wie Uwe Mantel bei “DWDL” berichtet, hat das Landgericht Berlin der Illustrierten “Bunte” verboten, über die privaten Wohn- und Lebensverhältnisse des Fußballtrainers Jürgen Klopp zu berichten. “Mit den untersagten Äußerungen und Bildveröffentlichungen werden dem Leser Details über die Wohnverhältnisse des Antragstellers mitgeteilt, die seine Privatsphäre betreffen”, heiße es in der Begründung des Gerichts.
1. Schluss mit der Geheimniskrämerei (djv.de, Hendrik Zörner)
Wie gestern in den “6 vor 9” zu lesen war, übt die “Gesellschaft für Freiheitsrechte” scharfe Kritik am Strafverfahren gegen Arne Semsrott, Chefredakteur der Transparenzinitiative “FragDenStaat”. Die der Anklage zugrunde liegende Strafnorm sei verfassungswidrig und gehöre abgeschafft. Ähnlich sieht es der Deutsche Journalisten-Verband (DJV), der den Bundestag auffordert, den Strafrechtsparagrafen zu reformieren: “Der Paragraf 353 schränkt die Pressefreiheit ein”, so der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster: “Es muss Journalistinnen und Journalisten erlaubt sein, in ihrer Berichterstattung über wichtige Verfahren Gerichtsdokumente zu veröffentlichen, so lange sie die Privatsphäre Betroffener respektieren.”
2. Geplanter Investoren-Deal in der Bundesliga ist geplatzt (dwdl.de, Alexander Krei)
Anlässlich des angekündigten Einstiegs eines Investors in die Bundesliga war es in den Fußballstadien in den vergangenen Wochen zu massiven Fanprotesten gekommen, die häufig zu Spielunterbrechungen führten. Nun wurde bekannt, dass das Präsidium der Deutschen Fußball Liga die Verhandlungen abgebrochen hat, der Investorendeal ist geplatzt. Bei “DWDL” beleuchtet Alexander Krei die Hintergründe und erklärt, wer vom Abbruch profitiert, und welche Auswirkungen der TV-Deal gehabt hätte.
3. Von Antwortgeber bis Zukunftshoffnung: KI-Tools im Newsgeschäft. (turi2.de, Anne-Nikolin Hagemann)
Im Rahmen der Themenwoche “KI in der Kommunikation” hat sich Anne-Nikolin Hagemann für “turi2” angeschaut, wie der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) im Newsgeschäft funktionieren kann: bei “Zeit Online”, dem redaktionellen Helfer “AI Buddy” und der News-App “Azernis”.
4. Die digitale Schmuddelecke (taz.de, Livio Koppe)
Sexistische Inhalte, die vor allem Frauen beleidigen, seien auf TikTok derzeit in Mode, hat Livio Koppe beobachtet und fordert einen “Frühjahrsputz”: “Und wenn man schon dabei ist, kann man auch gleich ekelhafte Ausdrücke wie ‘Body-Count’ – diese Bezeichnung kommt ursprünglich aus der Militärsprache und steht für getötete Feinde – und ähnliches in den Mülleimer kicken.”
5. Proteste beim Berliner Tagesspiegel (verdi.de)
Wie die Gewerkschaft Verdi mitteilt, haben sich am Dienstag mehr als 100 Beschäftigte des Berliner “Tagesspiegel” an einer Protestaktion vor dem Verlagsgebäude beteiligt: “‘Keine Tageszeitung ohne uns’ und ‘Tarifvertrag einhalten’ skandierten die Verlagsangestellten und Redakteur*innen und diskutierten bei Laugenstangen und Blutmandarinen in der aktiven Mittagspause am Askanischen Platz vor dem Verlagsgebäude.”
6. Honorarreport 2024: Bitte spendet Daten (freischreiber.de)
Der Berufsverband Freischreiber setzt sich seit 2008 für die Interessen freier Journalistinnen und Journalisten ein, unter anderem für bessere Honorare. Für die Aktualisierung seiner Honorardatenbank bittet der Verband um Unterstützung: “Damit der Honorarreport Wumms bekommt, brauchen wir eure Daten, viele Daten. Nur so können wir Ungerechtigkeiten sichtbar machen und Argumente für faire Honorare liefern.”
1. »SZ« durchsucht Kontaktdaten eigener Redaktion – heftige Kritik (spiegel.de)
Der Brachendienst “Medieninsider” hat kürzlich ausführlich über eine Redaktionskonferenz bei der “Süddeutschen Zeitung” (“SZ”) berichtet (nur mit Abo lesbar) und konnte dabei offenbar auf Insiderwissen zurückgreifen. Daraufhin habe die “SZ” die Telefon- und Maildaten ihrer Redakteurinnen und Redakteure durchsucht, um den möglichen Maulwurf ausfindig zu machen. In einer Stellungnahme “in eigener Sache” erklären Chefredaktion, Redaktionsausschuss und Betriebsrat, warum die “SZ” “die Verletzung des Redaktionsgeheimnisses nicht einfach so hinnehmen will”.
2. Die Helpline bleibt (netzwerkrecherche.org)
Die “Helpline” des Netzwerk Recherche, ein kostenloses Beratungsangebot für psychisch belastete Journalistinnen und Journalisten, wurde für ein zweijähriges Förderprogramm der Bundesregierung zur Stärkung der Struktur und des Schutzes journalistischer Arbeit ausgewählt. Ziel des Projekts, das in Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten sowie unter wissenschaftlicher Begleitung weiterentwickelt wird, sei der Ausbau des Angebots, unter anderem durch längere Beratungszeiten und eine zusätzliche Ausbildungsreihe für Peer-Supporter, also speziell geschulte journalistische Kolleginnen und Kollegen, die den Hilfesuchenden zuhören und gegebenenfalls mit ihnen Lösungen erarbeiten.
3. Versagen Parteien in sozialen Medien? (br.de, Linus Lüring, Audio: 26:01 Minuten)
In dieser Podcast-Episode von “BR24 Medien” diskutieren Linus Lüring und die Journalistin Katharina Pfadenhauer über die ineffektive Nutzung Sozialer Netzwerke durch viele Parteien, gerade im Gegensatz zum dortigen Erfolg der AfD. Sie beleuchten dabei auch die richtigen Strategien für politische Kommunikation im Internet. Außerdem gibt es ein Mini-Coaching mit dem Kommunikationsberater Martin Fuchs und Einblicke in die Social-Media-Nutzung von Josef Lausch, bayerischer Landtagsabgeordneter der Freien Wähler.
4. Viele Übergriffe auf Medienschaffende im Januar (reporter-ohne-grenzen.de)
Im Januar sei es in Deutschland zu mehreren schweren Übergriffen auf Medienschaffende gekommen, berichtet die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG), darunter ein besonders brutaler Angriff in Leipzig, bei dem ein Videojournalist und dessen Begleiter von Unbekannten zusammengeschlagen und verletzt wurden. Die steigende Zahl von Übergriffen auf Journalistinnen und Journalisten trage dazu bei, dass Deutschland in der Rangliste der Pressefreiheit abrutsche. ROG habe wegen solcher Vorfälle gemeinsam mit Partnerorganisationen einen “Schutzkodex” für Medienunternehmen entwickelt, um Medienschaffende besser vor Hass, Hetze und Gewalt zu schützen, und rufe alle deutschen Medienhäuser dazu auf, diesem Kodex beizutreten.
5. Search Generative Experience (konradweber.ch)
Google arbeitet an einer “Search Generative Experience” (“SGE”), um mit Hilfe Künstlicher Intelligenz (KI) bessere Suchergebnisse zu erzielen. Aus Sicht von Konrad Weber birgt diese Innovation Herausforderungen für Medienunternehmen, wie die abnehmende Sichtbarkeit ihrer Marken, sinkende Reichweiten und Fragen der Quellentransparenz sowie des Umgangs mit Trainingsdaten. Gleichzeitig biete die “SGE” aber auch Chancen wie die Unterstützung der journalistischen Recherche durch KI und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle.
6. Neue Ausschreibung der TV-Rechte (tagesspiegel.de, Joachim Huber)
Anlässlich der neuen Ausschreibung der TV-Rechte für die Fußball-Bundesliga kommentiert Joachim Huber: “Wer kann ernsthaft eine ‘Sportschau’ demontieren wollen, wenn danach, also nach der ‘Tagesschau’ um 20 Uhr 15 Florian Silbereisen zur ‘Schlagerparade’ einlädt? Schon in diesem Beispiel zeigt sich das Grundproblem: Umfasst der Programmauftrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens eine umfassende Bundesliga-Berichterstattung plus eine Silbereisen-Show?”
In den frühen Morgenstunden des vergangenen Donnerstags wurde bekannt, dass der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger im Alter von 100 Jahren gestorben war. 100 Jahre – da waren viele Nachrufe natürlich schon lange vorbereitet und konnten entsprechend schnell veröffentlicht werden.
Die “New York Times” entschied sich für eine schlichte Überschrift und einen differenzierenden Vorspann:
Henry Kissinger ist tot mit 100 Jahren;
Prägte die Geschichte der Nation im Kalten Krieg
Als mächtigster Außenminister der Nachkriegszeit wurde er sowohl gefeiert als auch geschmäht. Sein kompliziertes Erbe wirkt noch immer nach in den Beziehungen zu China, Russland und dem Nahen Osten.
(Übersetzung von uns)
Der Text, für dessen Lektüre die Redaktion selbst 38 Minuten kalkuliert (die vorgelesene Version beansprucht eine Stunde und 14 Minuten), und dessen Co-Autor selbst bereits seit 13 Jahren tot ist, erinnert an die Höhe- und Tiefpunkte von Kissingers Außenpolitik: Den Rückzug der US-Truppen aus Vietnam, als nun wirklich gar nichts mehr zu holen war; die Flächenbombardements von Kambodscha, die von vielen als Bruch des Völkerrechts angesehen werden; seine Rolle beim Militärputsch in Chile 1973.
Zu den Kritikern Kissingers, die zu Wort kommen, zählt unter anderem der frühere US-Präsident Barack Obama, der mit den Worten zitiert wird, er sei zu seiner Amtszeit, Jahrzehnte nach Kissingers aktiver Polit-Karriere, immer noch damit beschäftigt gewesen, Ländern zu helfen, Bomben zu entfernen, die immer noch die Beine kleiner Kinder abrissen.
Die “Washington Post” wählte einen etwas neutraleren – man könnte sagen: defensiveren – Angang und schrieb in ihrem Vorspann lediglich, Kissinger sei “auch das Ziel unerbittlicher Kritiker” gewesen, “die ihn für prinzipienlos und amoralisch hielten”.
Henry Kissinger, der die US-Außenpolitik während des Vietnam-Krieges und des Kalten Krieges mitgestaltete, stirbt im Alter von 100 Jahren
Der in Deutschland geborene Akademiker war für kriegsmüde Amerikaner ein Held, doch viele machten ihn für Brutalitäten im Ausland verantwortlich
(Übersetzung von uns)
Besondere Aufmerksamkeit erlangte der Nachruf der US-Ausgabe des “Rolling-Stone”-Magazins, dessen Dachzeile “Good Riddance” (“Auf Nimmerwiedersehen”) noch der freundlichste Aspekt war:
AUF NIMMERWIEDERSEHEN
Henry Kissinger, der von der herrschenden Klasse Amerikas geliebte Kriegsverbrecher, stirbt endlich
Die Niedertracht von Nixons außenpolitischem Architekten steht auf ewig neben der der schlimmsten Massenmörder der Geschichte. Eine tiefere Schande haftet dem Land an, das ihn feiert.
(Übersetzung von uns)
Einen etwas anderen Ansatz wählte die “Bild”-Redaktion am vergangenen Freitag, beinahe ganzseitig in der gedruckten Ausgabe:
In dem Text taucht das Wort “Vietnam” genau einmal auf (“Dafür erhielt Henry Kissinger den Friedensnobelpreis”), “Kambodscha” oder “Chile” gar nicht. Dafür widmet sich Autor Hans-Jörg Vehlewald ausführlich Kissingers Ehe mit Nancy und dessen Ruf.
Dass Kissinger von “Bild” und dem Axel-Springer-Verlag nach seinem Tod gänzlich unkritisch verabschiedet wird, überrascht nicht: Zu Lebzeiten wurde der gebürtige Fürther und mutmaßliche Kriegsverbrecher vom Haus und dessen Blättern hofiert wie sonst allenfalls noch Helmut Kohl und Vicky Leandros.
Für die Springer-Medien hatte Kissinger zwei große Vorteile: Er konnte zur Untermauerung der wesentlichen weltpolitischen Ansichten des Verlags und dessen Gründers Axel Cäsar Springer (Transatlantizismus, Anti-Kommunismus) herangezogen werden – und ließ sich mit zunehmendem Alter immer lieber darauf ein.
Noch im Oktober dieses Jahres traf Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE, Kissinger zu einem Gespräch, was dessen “letztes großes Interview” werden sollte und von den Springer-Medien auf allen Kanälen breit präsentiert wurde. Kissinger sagte dabei praktischerweise jede Menge Sachen, die wohl auch viele Leser und Leserinnen von “Bild” und “Welt” jederzeit unterschreiben würden: “Der Grund, weshalb Deutschland in Misskredit geraten ist, liegt fast ein Jahrhundert zurück. Und man kann von einer Nation nicht verlangen, einen Preis für die Taten ihrer Vorväter zu zahlen.” Oder, ebenfalls über Deutschland: “Es war ein schwerer Fehler, so viele Menschen mit völlig unterschiedlichen kulturellen und religiösen Vorstellungen ins Land zu lassen, denn dadurch entsteht in jedem Land eine Interessengruppe, die Druck ausübt.”
Es erscheint nicht völlig abwegig, dass Axel Springer selbst vor seinem Tod verfügte, Kissinger Zeit dessen Lebens mindestens wie einen Popstar der Weltpolitik zu feiern – aber womöglich hätten es die Reporter, Chefredakteure und Vorstandsvorsitzenden seines Verlags auch ganz aus eigenem Antrieb getan, wie ein Blick ins Archiv zeigt.
Die folgende Auflistung ist naturgemäß unvollständig und konzentriert sich nur auf ausgewählte Auftritte Kissingers in den “Bild”-Medien:
11. Januar 1985:
In einer Folge des “Denver Clan” treten Hollywood-Star Cary Grant, Ex-US-Präsident Gerald Ford und dessen Ehefrau Betty als Komparsen auf. Und noch jemand:
24. September 1985:
“Bild”-Verleger Axel Cäsar Springer stirbt mit 73 Jahren. Neben salbungsvollen Worten des amtierenden Bundeskanzlers Helmut Kohl, des amtierenden Außenministers Hans-Dietrich Genscher, des amtierenden israelischen Ministerpräsidenten Shimon Peres, des amtierenden bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß, des ehemaligen Bundeskanzlers Willy Brandt und des ehemaligen Box-Weltmeisters Max Schmeling sowie Zitaten aus internationalen Nachrufen bringt “Bild” auch Fotos aus dem Leben des eigenen obersten Chefs.
Darunter eines, das die Zeitung so beschreibt:
Freundschaftlich legt Springer seine Hand auf die Schulter des ehemaligen US-Außenministers Henry Kissinger, der am 15. Juni 1980 ins Berliner Verlagshaus kam. “Die Amerikaner verkörpern die größte Hoffnung der Welt auf eine glückliche Zukunft”, sagte Springer.
14. Juni 1994:
“4 Jahre nach Vollendung der deutschen Einheit” fragt “Bild” in Person ihres damaligen Mitarbeiters, des späteren Regierungssprechers und noch späteren stellvertretenden Chefredakteurs Béla Anda:
11. Dezember 1994:
“Bild” begleitet den seit Mitte des Jahres ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker zum Brötchenholen. Dabei geraten Krümel von überraschender Kritik in den Artikel: “Im Gegensatz zu Altpolitikern wie Helmut Schmidt oder Henry Kissinger nimmt Richard von Weizsäcker kein Geld für seine Auftritte.”
5. Januar 1999:
“Bild” berichtet über die anstehende Feier anlässlich des 80. Geburtstags von Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt im Hamburger Thalia-Theater. Unter den Prominenten, die sich angekündigt haben, sind Bundespräsident Roman Herzog, Bundeskanzler Gerhard Schröder, Volksschauspielerin Heidi Kabel – und Henry Kissinger.
19. Juli 1999:
John F. Kennedy jr., Sohn des früheren US-Präsidenten, kommt bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. “Bild” listet die Schicksalsschläge auf, die der Kennedy-Clan erdulden musste, und präsentiert einen nur wenig überraschenden Kronzeugen:
Amerikas langjähriger Außenminister Henry Kissinger gestern im TV: “Es ist, als wolle Gott diese Familie bestrafen.”
31. März 2000:
Bundespräsident Johannes Rau stürzt unglücklich über ein Lampenkabel und zieht sich dabei Schnittwunden zu. Rau sagte alle Termine für die nächsten beiden Tage ab, “auch ein Treffen mit dem früheren US-Außenminister Henry Kissinger.”
28. August 2000:
Für die deutsche Fußballnationalmannschaft der Herren steht ein Länderspiel in Hamburg an. Weil die Mannschaft im “Waldhaus” in Reinbek absteigt, porträtiert “Bild” ausführlichst das Hotel und dessen Betreiber.
Der Auszug aus der Gästeliste: Muhammed Ali, Henry Kissinger, Ivana Trump, Gudrun Landgrebe.
12. März 2001:
FIAT-Ehrenpräsident Giovanni Agnelli wird 80:
Er feiert in Paris; Henry Kissinger und Michel Platini gehören zu den wenigen Gästen.
8. Mai 2001:
Etwas überraschend ernennt “Bild” Kissinger auf der Titelseite zum “Verlierer des Tages”. Aber auch nur so ein bisschen:
War Henry Kissinger (77), Friedens-Nobelpreisträger, ein Kriegsverbrecher? Das behauptet das “Enthüllungsbuch” “Der Prozess gegen Henry Kissinger”. Die Anklage: Kambodscha-Bomben, Allende-Attentat etc, etc. Es sind die langen Schatten eines Weltpolitikers. Die Wahrheit ist grau.
23. Mai 2001:
Der ungarische Schriftsteller György Konrád bekommt den Aachener Karlspreis überreicht – natürlich ist er nicht der Erste:
Berühmte Preisträger: König Juan Carlos I. von Spanien, Henry Kissinger, Helmut Kohl gemeinsam mit François Mitterrand – 1986 erhielt den Karlspreis das luxemburgische Volk.
10. Juli 2001:
Hannelore, die Ehefrau von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl, ist tot:
Altkanzler Helmut Kohl hat verzweifelt gegen die immer schlimmer werdende Lichtallergie seiner Ehefrau Hannelore (†) angekämpft! Jahrelang bemühte er sich um Kontakte zu den besten Medizinern in Deutschland und Österreich. Um seiner Frau zu helfen, schaltete Kohl sogar Ex-US-Außenminister Henry Kissinger ein! Vor drei Wochen noch flog Kohl nach New York, suchte nach US-Spezialisten, die die Lichtallergie mit ganz neuen Therapien hätten bekämpfen können.
Ein willkommener Anlass für “Bild”, um mal wieder ein Interview mit Kissinger zu führen.
10. September 2001:
In Berlin wird das Jüdische Museum eröffnet. “850 Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Show-Business waren geladen.” Der einzige Gast, den “Bild” mit einem O-Ton zitiert: Henry Kissinger.
13. September 2001:
Der 11. September. Naheliegende Frage:
4. Oktober 2001:
“Bild” zeigt ein Foto, auf dem New Yorks Bürgermeister Rudy Giuliani Ex-US-Außenminister Henry Kissinger und dessen Berater Alan Batkin “Ground Zero” zeigt.
24. Januar 2002:
Die US-Regierung erwägt eine Invasion des Irak, weil sie dort Massenvernichtungswaffen vermutet (die nie gefunden wurden).
Ex-US-Außenminister Henry Kissinger plädiert – wie Rumsfeld und US-Vizepräsident Cheney – für einen schnellen Schlag gegen Irak. Kissinger in der WELT am SONNTAG: “Ein militärisches Vorgehen gegen Saddam darf sich nicht lange hinziehen.”
17. März 2002:
Bundespräsident Rau gibt für den ehemaligen Bundesminister für besondere Aufgaben, Egon Bahr, ein Essen im Schloss Bellevue:
Der Grund: Morgen feiert Bahr seinen 80. Geburtstag und bekommt außerdem die Berliner Ehrenbürgerwürde. Besonderer Gast beim Dinner in Berlin ist Ex-US-Außenminister Henry Kissinger!
2. November 2002:
“Bild”-Kolumnist Claus Jacobi hadert mit der Haltung der Bundesregierung, die bei einem möglichen Irak-Krieg nicht mitmachen möchte, und präsentiert einen erwartbaren Kronzeugen:
Genau 40 Jahre ist das nun her, 40 Jahre von Adenauer bis Schröder, in denen ein wiedervereinigtes Deutschland entstand, dem Henry Kissinger letzte Woche “pazifistisch-nationalistische” Wesenszüge bescheinigte.
15. Dezember 2002:
Nebulöse kleine Meldung auf der “Bild”-Titelseite:
Kissinger zurückgetreten
Washington – Der frühere US-Außenminister Henry Kissinger ist als Leiter der Untersuchungskommission zu möglichen Geheimdienstpannen vor den Terroranschlägen vom 11. September zurückgetreten. Kissinger erklärte, er wolle vermeiden, dass es wegen seiner Geschäftsbeziehungen zu einem Konflikt komme.
11. April 2003:
Die Concorde wird eingemottet! “Bild” erinnert standesgemäß an das Überschall-Flugzeug:
Man traf Musikgenie Rostropowitsch, der einen Platz für sein Cello reservierte – oder Henry Kissinger.
20. Juni 2004:
“Bild am Sonntag” zu Gast beim ehemaligen DFB-Präsidenten Egidius Braun:
Als BILD am SONNTAG den ehemaligen DFB-Präsidenten besucht, ist gerade ein ganz privater Brief vom ehemaligen US-Außenminister Kissinger eingetroffen
17. Juli 2004:
Claus Jacobi kann in seiner Kolumne mit einer ganz scharfen Enthüllung aufwarten:
Aus kürzlich in Washington veröffentlichen Protokollen der siebziger Jahre geht hervor, dass der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger den Vertrauten Willy Brandts, Egon Bahr, als “Reptil” bezeichnet hat.
28. August 2004:
Claus Jacobi kolumniert:
Die zwei rätselhaften Flugzeugabstürze über Russland haben uns einmal mehr die Zwickmühle aufgezeigt, in der wir laut Henry Kissinger im Kampf gegen den Terror stecken: Terroristen haben schon was gewonnen, wenn sie nicht verlieren. Staaten haben schon was verloren, wenn sie nicht gewinnen.
3. Oktober 2004:
Der Fotograf Richard Avedon ist gestorben.
Henry Kissinger bat ihn laut “Bild”: “Seien Sie nett zu mir.”
17. November 2004:
“Bild”-Kolumnist Norbert Körzdörfer stellt die neue US-Außenministerin Condoleezza Rice vor:
Sie ist Single, Sphinx, Schwarze.
Sie hat keine Kinder, keinen Mann, keine Geschwister.
Das ist vielleicht ein überraschender Einstieg in einen Text, aber es wird noch weirder:
Jetzt wird Condi Rice die mächtigste Frau der Welt – ein “Kissinger mit Pumps”!
13. April 2005:
Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl begeht seinen 75. Geburtstag. Unter den Gratulanten laut “Bild”: “Der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger, der Kohl zu Ehren auf Deutsch sprach”.
17. April 2005:
Sensationelle Anekdote von Kohls Geburtstagsfeier:
Mit dabei ist auch Ex-US-Außenminister Henry Kissinger. Der ehemalige Franke redet auf deutsch. Zuvor hatte er sich schon – ebenfalls auf deutsch – mit CDU-Chef Angela Merkel intensiv in deren Büro ausgetauscht. Das macht Kissinger übrigens immer, wenn er in Berlin ist. Am Kohl-Festabend zählt er aber noch aus einem anderen Grund auf Merkel. Während der Feier möchte Kissinger zu gern wissen, wie das Zweitligaspiel zwischen dem 1. FC Köln und seinem alten Lieblingsverein, der Spielvereinigung Greuther Fürth, ausgegangen ist. Angela Merkel bekommt das Ergebnis per SMS vom NRW-Spitzenkandidaten Jürgen Rüttgers (CDU). Dann eilt sie zum Tisch der alten Herren und überbringt Kissinger die traurige Botschaft: Fürth hatte 2:3 verloren!
8. Mai 2005:
Genau 60 Jahre nach Kriegsende redet heute zum 8. Mai im hessischen Darmstadt Ex-US-Außenminister Henry Kissinger.
“Bild am Sonntag” weiß bereits, was er sagen wird.
22. März 2007:
Der frühere Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher wird 80. Unter den Gratulanten, die es mit einem Foto in “Bild” schaffen: Henry Kissinger.
5. August 2007:
“Bild-am-Sonntag”-Kolumnist Helmut Böger nimmt eine außereheliche Affäre zwischen CSU-Politiker Horst Seehofer und einer 25 Jahre jüngeren Frau zum Anlass, über das “Parfüm der Macht” zu spekulieren, das “viele junge Frauen in Versuchung” führe:
“Macht”, so hat es der machtbewusste ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger (84) formuliert, “ist das ultimative Aphrodisiakum.”
Im nächsten Satz zeigt Böger, wie er sein Publikum einschätzt:
Laut Fremdwörter-Duden ein “den Geschlechtstrieb anregendes Mittel”.
16. November 2007:
In New York erhält der Springer-Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner die Leo-Baeck-Medaille (erster Preisträger: Axel Springer). Die Laudatio hält Henry Kissinger.
22. Mai 2008:
Bei Edward “Ted” Kennedy, Bruder der ermordeten US-Politiker John F. und Robert F. Kennedy, wird ein bösartiger Hirntumor festgestellt (der sogenannte “Kennedy-Fluch”, BILDblog berichtete). Willkommene Gelegenheit für “Bild”, das Kissinger-Zitat über die Familie Kennedy aus dem Juli 1999 noch mal aufzuwärmen.
29. Juni 2008:
Im Finale der Fußball-Europameisterschaft der Männer spielt Deutschland gegen Spanien:
Wegen des großen Interesses deutscher und spanischer Politiker am Finale, aber auch vieler anderer Promis, musste das Kontingent der Ehrenplätze ausgeweitet werden. Erst heute im Laufe des Tages wird es einen endgültigen Sitzplan geben. Erst dann werden auch der frühere US-Außenminister Henry Kissinger, Moderator Thomas Gottschalk, Schauspieler Harrison Ford, Musiker Shaggy, Ex-Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher und Sänger Enrique Iglesias platziert werden.
6. September 2008:
Henry-Kissinger-Ultra Claus Jacobi erzählt in seiner Kolumne folgende Henry-Kissinger-Anekdote:
Nicht lange nachdem Amerikas Präsident Richard Nixon den Außenpolitiker Henry Kissinger zum Außenminister ernannt hatte, besuchte ihn im Weißen Haus Israels weiblicher Premierminister Golda Meir, in deren Händen die Außenpolitik ihres Landes lag. Nixon war es, der auf den ungewöhnlichen Zustand hinwies, dass nun ausgerechnet die internationale Politik der USA und Israels von zwei Angehörigen jüdischer Familien gesteuert werde. “Ja”, meinte Golda Meir, in Anspielung auf Kissingers schweren deutschen Akzent, “aber meiner kann Englisch sprechen.”
7. Februar 2009:
Henry Kissinger (85), US-Außenminister unter Richard Nixon, war gestern Abend der Stargast beim deutsch-amerikanischen-Freundschafts-Dinner von Rechtsanwalt Wolfgang Seybold. Dr. Gabriele Begum Inaara Aga Khan über Kissinger: “Ein beeindruckender Mann!”
9. Februar 2009:
“Gewinner” auf der “Bild”-Titelseite: Henry Kissinger
Als jüdischer Emigrant aus Fürth brachte es Henry Kissinger (85) in USA zum Außenminister, Friedensnobelpreisträger, Geschichtsprofessor in Harvard. 1990 unterstützte er die Wiedervereinigung. Jetzt hat ihn die Münchner Sicherheitskonferenz mit dem Ewald-von-Kleist-Preis ausgezeichnet – für “außerordentliche Verdienste” um Frieden und deutsche Einheit.
BILD meint: Thank you, Henry!
9. Mai 2009:
Henry-Kissinger-Ultra Claus Jacobi erzählt in seiner Kolumne noch einmal folgende Henry-Kissinger-Anekdote:
Kurz nachdem US-Präsident Richard Nixon Henry Kissinger mit dem schweren deutschen Akzent zum Außenminister ernannt hatte, besuchte Israels Premierminister Golda Meir den Staatschef im Oval Office des Weißen Hauses. Er begrüßte sie herzlich und scherzte dabei, dass nun ja ihre beiden Länder jüdische Außenminister hätten. “Ja”, meinte Mrs. Meir: “Aber meiner spricht Englisch.”
9. September 2009:
Kalenderspruch des Tages auf der “Bild”-Titelseite:
“Erst wenn es um unbedeutenden Kleinkram geht, werden Auseinandersetzungen wirklich bitter.”
Henry A. Kissinger, amerikanischer Politiker (*1923)
10. Oktober 2009:
Spektakulärer Schuldspruch für einen der reichsten Männer Amerikas: Anthony Marshall (85), der Sohn von New Yorks einstiger Society-Queen Brooke Astor ((†) 105), muss ins Gefängnis. Er hatte die Alzheimer-Krankheit seiner Mutter ausgenutzt, um sich ihr Vermögen anzueignen. Um dies vor ihren Freunden (wie Ex-Außenminister Henry Kissinger) geheim zu halten, hatte er sie über Jahre in ihrem Luxusappartement gefangen gehalten.
9. November 2009:
Mathias Döpfner hat in der Villa Schöningen ein Museum eingerichtet. Unter den 500 Gästen bei der feierlichen Eröffnung, wie in “Bild” zu lesen ist: Henry Kissinger.
10. November 2009:
Zum 20. Jahrestag der Maueröffnung ist in der Axel-Springer-Passage in Berlin die Portrait-Büste “Michail Gorbatschow” feierlich enthüllt worden:
Im Beisein von Ex-US-Außenminister Henry Kissinger und dessen Kollegen Hans-Dietrich Genscher nahm Michail Gorbatschow persönlich die Ehrung entgegen. Gorbatschow bedankte sich bei Friede Springer, dem Springer- Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner und bei BILD-Chef Kai Diekmann
25. November 2009:
Bei all dem Um-die-Welt-Jetten, Preise-Annehmen-und-Überreichen und Mit-Matthias-Döpfner-Rumhängen schafft Henry Kissinger es auch noch, sich mit den Vorgängen bei deutschen Fernsehsendern zu befassen:
ZDF-Intendant Markus Schächter (60) ist in New York mit dem Ehren-Emmy ausgezeichnet worden. “Er hat das ZDF durch eine turbulente Vergangenheit geführt und es gut positioniert für eine fantastische Zukunft”, sagte Ex-US-Außenminister Henry Kissinger (86) in seiner Laudatio.
7. Februar 2010:
Nur ein Jahr nach seinem letzten Besuch ist Henry Kissinger schon wieder Ehrengast beim deutsch-amerikanischen-Freundschafts-Dinner von Rechtsanwalt Wolfgang Seybold. Für einen kurzen Moment an seiner Seite: Minister-Gattin Stephanie zu Guttenberg, eine weitere “Bild”-Ikone.
23. Februar 2010:
“Bild”-Redakteur Alexander von Schönburg nutzt “Bild”, um seiner Schwester Gloria von Thurn und Taxis zum Geburtstag zu gratulieren:
Liebe Leser,
ich habe meiner Schwester Gloria so viel zu verdanken. Als Kind nahm sie mich überall mit hin. Mit ihr traf ich Diana, Mick Jagger, Fidel Castro, Kissinger, Strauß, Kohl … Danke BILD, dass ich heute mein Geburtstagsständchen vor 12 Millionen Lesern singen darf.
7. April 2010:
Zum 80. Geburtstag von Helmut Kohl gibt dessen Trauzeuge, “Bild”-Chefredakteur Kai Diekmann, ein zweibändiges Foto-Buch über den Altkanzler heraus, das in den “Bild”-Medien ausführlich beworben wird. Einer der Autoren, die einen Text beisteuern: Henry Kissinger.
26. April 2010:
Altbundespräsident Richard von Weizsäcker feiert seinen 90. Geburtstag. “Bild” entdeckt unter den Gratulanten: Henry Kissinger.
17. Mai 2011:
Wie “Bild” berichtet, erhält Altkanzler Helmut Kohl den “Henry Kissinger Preis” der American Academy. Neben dem offiziellen Laudator, Ex-US-Präsident Bill Clinton, ist noch jemand erschienen, um Kohl den Preis zu überreichen: Namensgeber Henry Kissinger.
9. Juni 2011:
Endlich mal wieder “Gewinner des Tages”: Henry Kissinger!
Mit seinen “Erinnerungen” hat Ex-US-Außenminister Henry Kissinger (88) einen Bestseller gelandet. Die “New York Times” feiert sein heute auf Deutsch erscheinendes Werk “China – Zwischen Tradition und Verantwortung” (C. Bertelsmann, 608 S.) als “faszinierendes, scharfsichtiges Buch”.
BILD meint: Lesen!
29. September 2011:
Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg schließt sich in den USA dem renommierten Forschungs- und Analysezentrum (Think Tank) “Center for Strategic and International Studies” an. Dem in Washington ansässigen CSIS auch angeschlossen sind internationale Politiker wie Henry Kissinger.
18. November 2011:
“Bild” weiß zu berichten, dass Bundespräsident Christian Wulff in der Hauptstadtrepräsentanz der Deutschen Telekom die “Goldene Ehren-Victoria” des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger an Henry Kissinger verliehen hat.
18. April 2012:
Die Spielvereinigung Greuther Fürth steigt erstmalig in die Fußball-Bundesliga auf.
Und der berühmteste Fürth-Fan freute sich in den USA. Ex-US-Außenminister Henry Kissinger (88) ist in der fränkischen Stadt (115 000 Einwohner) geboren.
21. April 2012:
Große Ehre für den Aufsteiger!
Der in Fürth geborene ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger (88) hat in einem persönlichen Schreiben Klub-Präsident Helmut Hack (62) gratuliert. Kissinger: “Herzlichen Glückwunsch! Dieser Aufstieg war überfällig.”
3. Mai 2012:
“Bild”-Verleger Axel Cäsar Springer hätte seinen 100. Geburtstag gefeiert. “Bild” begeht diesen Anlass mit einer minutiösen Nacherzählung des Festakts, den der Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner seinem Verlag verordnet hat, und lässt Prominente auf die Frage: “Warum ist Axel Springer noch heute so wichtig?” antworten. Neben salbungsvollen Worten der amtierenden Bundeskanzlerin Angela Merkel, des ehemaligen Außenministers Hans-Dietrich Genscher, des amtierenden israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres und von Uwe Seeler kommt auch Henry Kissinger zu Wort.
4. September 2012:
“Bild”-Sportteil:
Kissinger kommt
Der frühere US-Außenminister Henry Kissinger (89) kommt am 15. September zum Heimspiel von Aufsteiger Fürth gegen Schalke. Kissinger wurde in Fürth geboren.
14. September 2012:
“Bild”-Sportteil, jetzt aber wirklich:
Kissinger kommt
Großer Besuch: Der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger (89) ist morgen Gast beim Spiel von Aufsteiger Greuther Fürth gegen Schalke. Kissinger wurde in Fürth geboren und ist ein großer Fußball-Fan.
15. September 2012:
Blitzbesuch in der Hauptstadt: Ex-US-Außenminister Henry Kissinger (89, Foto) besuchte für 24 Stunden Berlin.
16. September 2012:
“Bild”-Sportteil:
Draxler zerschießt Kissingers Tipp
Der berühmteste Fürther hatte auf ein 2:0 gehofft – doch die Schalker waren zu stark für den Aufsteiger
17. September 2012:
Jetzt kennen wir endlich Kissingers gesamten Zeitplan der vergangenen Tage:
Er kam nach Berlin, um sich für den Wiederaufbau des historischen Stadtschlosses einzusetzen, flog am nächsten Tag in seine Geburtsstadt Fürth. Vorher sprach Henry Kissinger (89) mit BILD im Berliner Schlosshotel Grunewald über die Unruhen in der arabischen Welt, über Kanzlerin Merkel und seine Heimatstadt.
26. Januar 2013:
Ganz schön was los in Davos! Beim Weltwirtschaftsforum trifft Polit- auf Party-Prominenz: So plauderte Ex-US-Außenminister Henry Kissinger (89) beim Hummeressen angeregt mit Veronica Ferres (47). Filmreif!
27. Mai 2013:
Er floh als Jude vor dem Nazi-Terror nach Amerika – und schrieb als US-Außenminister Weltgeschichte: Henry Kissinger wird heute 90 Jahre alt! Zum Geburtstag bekommt der Friedensnobelpreisträger ein besonderes Geschenk: In seiner Heimatstadt Fürth gibt’s künftig einen “Dr.-Henry-Kissinger-Platz”. BILD meint: Happy Birthday, Henry!
12. Juni 2013:
Aus Anlass seines 90. Geburtstags (27. Mai) hat die Axel Springer AG gestern Abend den früheren US-Außenminister und Friedensnobelpreisträger Henry Kissinger und seine Frau Nancy in den Berliner Journalistenclub eingeladen.
9. Oktober 2014:
Helmut Kohl stellt auf der Frankfurter Buchmesse seine Memoiren vor – und die “Bild”-Redakteure Ralf Schuler und Alexander von Schönburg sind ganz nah dran:
Was niemand auf der Buchmesse wusste: Der Altkanzler hatte vor der Buchvorstellung schon ein straffes Programm hinter sich gebracht, zwei große politische Weggefährten im Sheraton-Hotel am Frankfurter Flughafen getroffen: Henry Kissinger und James Baker, der bei Mauerfall und Wiedervereinigung US-Außenminister war und von Kissinger bei seinem Spitznamen “Jim” genannt wird.
2. April 2015:
Einen Tag vor Helmut Kohls 85. Geburtstag gratulieren Bundeskanzlerin Angela Merkel und “der legendäre ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger dem Kanzler der Einheit” mit einem gemeinsamen Aufsatz in “Bild”.
24. November 2015:
Altkanzler Helmut Schmidt ist gestorben. Zu den Trauerrednern beim Staatsakt gehörte Henry Kissinger, der anschließend auch noch mit einer “Post von Wagner” klarkommen muss.
6. Dezember 2015:
Frank Sinatra wäre 100 Jahre alt geworden. “Bild am Sonntag” erinnert mit “10 Erinnerungssplittern” an den Entertainer. Nummer fünf:
Bei einem Dinner mit dem damaligen US-Außenminister Henry Kissinger beteuerte Sinatra, nichts mit der Mafia am Hut zu haben. Woraufhin Kissinger sagte: “Schade, wer kümmert sich jetzt um meine Feinde?”
5. März 2016:
“Bild” veröffentlicht die etwas verstörende Liste “Diese Super-Reichen sind noch zu haben”. Darauf: Elizabeth Holmes, Gründerin und Chefin des Laborunternehmens Theranos. “Bild” weiß: “Zu ihren größten Fans gehört der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger.” Heute sitzt Holmes wegen Betrugs im Gefängnis.
7. Juni 2016:
Springer richtet die “Axel Springer NOAH Berlin” aus, eine Veranstaltung, die der Verlag selbst als “das führende Branchen-Event der europäischen Internet- und Digitalwirtschaft” beschreibt. Beim “traditionellen Eröffnungsdinner am Vorabend der Konferenz” im Berliner Verlagshaus spricht Henry Kissinger zu “ausgewählten Konferenzgästen”.
22. November 2016:
“Bild” druckt das “fiktive Tagebuch” des zukünftigen US-Präsidenten Donald Trump seit dessen Sieg bei den Präsidentschaftswahlen. Darin:
17. November
Henry Kissinger war da. Erzählte von China, Russland und dieser EU. War interessant, aber, puh, ziemlich lang.
16. Oktober 2017:
“Bild” hat einen neuen Liebling: Sebastian Kurz. Und die Redaktion weiß Wissenswertes über den neuen österreichischen Bundeskanzler zu berichten:
SEINE VORBILDER
Sebastian Kurz hat viele politische Biografien gelesen. Am meisten imponierte ihm das Lebenswerk von HENRY KISSINGER (persönliches Treffen vor drei Wochen in New York bei der UN-Generalversammlung) und HELMUT KOHL (“Vater der deutschen Einheit”).
1. Juni 2018:
22. Januar 2020:
“Gewinnerin des Tages”: Angela Merkel.
Große Ehre für die Kanzlerin: Die American Academy zeichnete Angela Merkel (65, CDU) gestern mit dem Henry-A.-Kissinger-Preis aus. Der legendäre US-Außenminister Kissinger (96) lobte Merkel in seiner Laudatio für ihren nüchtern unaufgeregten Politik-Stil.
BILD meint: Physikerin der Macht!
27. Mai 2021:
Henry Kissinger wird anlässlich seines 98. Geburtstags im Rahmen einer Veranstaltung der Deutschen Atlantischen Gesellschaft zugeschaltet. Markus Söder gratuliert, “Bild” berichtet.
21. Mai 2023:
Eine Woche vor seinem 100. Geburtstag warnt Henry Kissinger im Interview mit dem “Economist” vor einem dritten Weltkrieg, bietet aber praktischerweise direkt auch Lösungsvorschläge an, die “Bild plus” gerne mit seinem zahlenden Publikum teilt.
27. Mai 2023:
Henry Kissinger wird 100, und Hans-Jörg Vehlewald kann nicht mehr an sich halten:
Dieser Mann ist schlicht ein Wunder!
Ein 100-jähriges Orakel, ein politischer Generalschlüssel, der Hüter der diplomatischen Weltformel. Einer, der jederzeit den US-Präsidenten, Russlands Kriegstreiber Putin oder China-Regent Xi Jinping ans Telefon kriegt, wenn er will.
Doch das Geheimnis seines Weltruhms und seines Jahrhundertlebens wird kaum beachtet: Nancy Kissinger (89), die First Lady der Weltdiplomatie.
22. Juni 2023:
Kissingers Geburtsstadt Fürth feiert den 100. Geburtstag. “Bild”-Redakteur Alexander von Schönburg besucht die Eröffnung einer Ausstellung über den “Jahrhundert-Mann” und urteilt mit einem Hauch Homoerotik: “Humor, Geist und Macht – DAS macht einen Mann wohl unwiderstehlich.” Von Schönburg möchte das mit Erzählungen von einem “Sommer in der Karibik” untermauern, in dem seine älteste Schwester den 35 Jahre älteren Kissinger “anhimmelte”.
Andererseits kann man von Schönburg nicht vorwerfen, seine Hausaufgaben nicht gemacht zu haben:
Über die historische Bedeutung dieses Heinz (so sein Geburtsname!) Kissinger aus Fürth, der mit 15 mit seiner Familie vor den Nazis nach Amerika flüchtete und zum bedeutendsten Außenpolitiker der Welt aufstieg, steht alles in Geschichtsbüchern. Inklusive der dunklen Kapitel. Seine Rolle im Vietnam-Krieg. Der von der USA finanzierte Staatsstreich in Chile …
Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer, hält “eine mit Anekdoten gespickte Geburtstagsrede” auf den (abwesenden) Jubilar.