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Land der Dichter und Eishockeyspieler

Am Donnerstag schrieb “Bild”-Briefonkel Franz Josef Wagner an die “Eishockey-Männer”. Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft hatte bei den Olympischen Spielen in Südkorea gerade das Team aus Schweden geschlagen, später noch die Favoriten aus Kanada und dann im Finale gegen die “Olympischen Athleten aus Russland” verloren:

Ausriss Bild-Zeitung - Liebe Eishockey-Männer, endlich, endlich richtige Männer. Statt dieser metoo-Vergewaltigungsmänner in den Bademänteln. Unsere Eishockey-Mannschaft hat den Weltmeister Schweden besiegt. Sie haben gezeigt, was Männer sind und was sie von diesen parfümierten Arschlöchern unterscheidet. Eishockey ist das schnellste und brutalste Spiel. Es ist kein Spiel für Männer, die sich für Theater, Ballett oder Malerei interessieren. Beim Eishockey wird der Gegner niedergerannt, manchmal verprügelt. Früher hatten die Eishockey-Spieler keine Zähne. Eishockey ist für mich das Spiel, wo Männer noch Männer sind, ums Überleben kämpfen. Die Eishockey-Männer sind um die 1,80 m groß und 90 Kilo schwer. Ich frage mich, welchen Mann eine hübsche Frau, ledig, wählen würde? Einen Eishockey-Mann oder einen parfümierten Mann. Ich denke, einen Eishockey-Mann. Herzlichst, Ihr Franz Josef Wagner

Man könnte sich jetzt aufregen. Man könnte fragen, warum irgendjemand bestimmen können sollte, wer “richtiger Mann” ist und wer nicht. Man könnte schreiben, dass sowohl zähneausschlagende “Eishockey-Männer” als auch “Männer, die sich für Theater, Ballett oder Malerei interessieren” “richtige Männer” sind. Und warum die “parfümierten Arschlöcher”? Es fehlt eigentlich nur, dass Wagner was von “Schwuchteln” schreibt.

Statt uns aufzuregen, wollen wir Franz Josef Wagner zeigen, dass es Männer gibt, “richtige Männer”, die sich für Kunst und Eishockey interessieren. Joachim Ringelnatz zum Beispiel. Der Schriftsteller, Kabarettist und Maler veröffentlichte 1932 dieses Gedicht über “Eis-Hockey”:

Eis-Hockey

Wenn die Hockeyhölzer hackeln,
Wenn die Schlittschuhschnörkel schnackeln
Und die Gummischeibe schnellt
Mir ans Kinn anstatt zum Ziele,
Dann empfinde ich die Spiele
Einer sportlich reifen Welt.
Mehrmals, wie in früheren Wintern,
Setzen zwei sich auf den Hintern,
Was an sich mir sehr gefällt.

Doch ich habe einen Schnupfen
Und kein Taschentuch zum Tupfen.
Auch zerbrach mir mein Monokel.
Und der Kampf bleibt unentschieden.
Also geh ich unzufrieden
Heim. Und hab von dem Gehockel
Nur den fraglichen Gewinn:
Eine Beule links am Kinn.

Hinter mir klingt etwas froh
Etwa so:
“Dem Verband Zentralafrikanischer Eishockeyspieler drei Hurras!”
Hurra! Hurra! Hurra!

Mit Dank an die vielen Hinweisgeber!

“Ich gehe davon aus, dass ihre Geschichte erfunden ist”

Morgen jährt sich zum zweiten Mal der Absturz des “Germanwings”-Flugs 4U9525. 150 Menschen sind damals in den französischen Alpen ums Leben gekommen, darunter auch Co-Pilot Andreas Lubitz, der die Maschine bewusst zum Absturz gebracht haben soll. Während viele der Hinterbliebenen sich treffen und gemeinsam trauern werden, werden Lubitz’ Eltern in Berlin bei einer eigens organisierten Pressekonferenz sitzen. Sie wollen ein Gutachten präsentieren, in dem es um Zweifel an den offiziellen Ermittlungen zur Absturzursache gehen soll.

In der “Zeit” von heute ist ein lesenswertes Stück von Petra Sorge zum Thema erschienen (hier eine Zusammenfassung von “Zeit Online”). Sie hat sich mit Günter Lubitz, dem Vater von Andreas, getroffen und mit ihm über verschiedene Gutachten, Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft, seine Motivation gesprochen:


Der Text handelt auch von der Berichterstattung rund um den “Germanwings”-Absturz. Es geht um ein brennendes Grab, um herumschleichende Reporter, um möglicherweise erfundene Interviewaussagen. Es geht vor allem um die “Springer”-Blätter “Bild” und “Welt am Sonntag”.

***

Da ist zum Beispiel der “Bild”-Bericht über das Grab von Andreas Lubitz. In der Print-Ausgabe und online hatten die “Bild”-Redaktionen Ende Juni 2015 groß auf der Titel- beziehungsweise Startseite über die Beerdigung des “Germanwings”-Co-Piloten berichtet …


… und dabei auch dessen Grab, niedergelegte Kränze, letzte Grüße von Freunden gezeigt.

Petra Sorge schreibt in ihrem “Zeit”-Artikel:

Kurz nach der Beerdigung von Andreas Lubitz gelangte ein Reporter auf den Friedhof. Er fotografierte das Grab: Kränze, die letzte Widmung der Familie. Bild veröffentlichte das Foto. Kurze zeit später setzte jemand das Grab in Brand. Der Brandstifter wurde nie gefunden.

Wegen der Veröffentlichung des Fotos folgte ein Gerichtsverfahren, das noch immer nicht endgültig entschieden ist. Inzwischen liegt der Fall beim Bundesgerichtshof:

Das Kammergericht Berlin untersagte den Abdruck des Fotos schließlich, mit der Begründung, die Berichterstattung stelle “einen schwerwiegenden Eingriff in die Persönlichkeitsrechte” der Kläger dar. Der Springer-Verlag hat Nichtzulassungsbeschwerde eingelegt. Über die Frage von Pietät, Persönlichkeitsrecht und Grenzen der Pressefreiheit muss nun der Bundesgerichtshof entscheiden.

Nun kann man über einen direkten Zusammenhang von Bericht und Feuer nur mutmaßen. Die Tatsache aber, dass “Bild” und Bild.de trotz des Brandes und der möglichen Gefahr einer weiteren Brandstiftung im vergangenen August wieder mit großen Fotos über das Grab von Andreas Lubitz und den neuen Grabstein dort berichtet haben, wird vor diesem Hintergrund noch ekliger als es eh schon ist.

***

Direkt im Anschluss schreibt Petra Sorge:

Günter Lubitz hat lange überlegt, ob er mit der ZEIT sprechen soll. Mehrmals stand das Treffen auf der Kippe, besonders nachdem im Februar zwei Journalisten nahe dem Haus waren und danach behauptet hatten, die Familie habe sich erstmals öffentlich geäußert. Diese aus dem Zusammenhang gerissene “Äußerung” stammte aus einem Antwortschreiben, mit dem Günter Lubitz schon im November 2016 auf die Bitte um ein Interview reagiert hatte.

Bei den “zwei Journalisten” dürfte es sich um Mitarbeiter der “Welt am Sonntag” handeln. Die Wochenzeitung hatte vor gut einem Monat, am 26. Februar, vier Seiten über den “Germanwings”-Absturz veröffentlicht. In dem langen Text findet sich auch diese Passage:

Erstmals überhaupt haben sich die Eltern nun zu Wort gemeldet. Auf Anfrage der “Welt am Sonntag” schrieben sie: “Zum Absturz des Germanwings-Fluges 9525 ergeben sich auch für uns noch viele unbeantwortete Fragen, merkwürdige Sachverhalte und Zweifel am bisher kommunizierten Unfallhergang. Wir sind momentan selber noch am Recherchieren.” Zu dem “völlig falsch gezeichneten Bild” ihres Sohnes wollen sie sich momentan aber noch nicht äußern.

Ein “Unfallhergang”? Ein “völlig falsch gezeichnetes Bild” ihres Sohnes?

Aus einer E-Mail-Absage auf eine Interview-Anfrage vom November 2016 macht die “Welt am Sonntag” im Februar 2017 also die exklusive Nachricht, dass Lubitz’ Eltern sich “erstmals überhaupt” geäußert hätten.

“Bild” und Bild.de griffen das Thema direkt auf:


Franz Josef Wagner schrieb einen Brief an die Eltern von Andreas Lubitz.

***

Der dritte Abschnitt im “Zeit”-Artikel zur Berichterstattung über die “Germanwings”-Katastrophe ist der brisanteste. Es geht um ein Interview von “Bild”-Reporter John Puthenpurackal aus dem März 2015:



Die Aussagen der angeblichen “Ex-Freundin” über Lubitz’ angebliche Ausraster und seine angeblichen Ankündigungen waren nur wenige Tage nach dem Unglück entscheidende Bausteine bei der medialen Konstruktion eines Psychogramms.

“Bild” schreibt in dem Artikel:

Die Stewardess Maria W. (26) war eine zeitlang die Freundin von Todes-Pilot Andreas Lubitz (27).

Fünf Monate lang flogen sie im vergangenen Jahr zusammen durch Europa und übernachteten heimlich gemeinsam in Hotels.

BILD-Reporter John Puthenpurackal hat ihre Identität überprüft. Er ließ sich u.a. ein Foto zeigen, das die Stewardess und den Amok-Piloten bei einem Flug in derselben Crew zeigt.

Wir haben den Namen auf ihren Wunsch geändert, sie so fotografiert, dass sie nicht erkannt werden kann. In BILD spricht jetzt die Frau, die diesem Mann sehr, sehr nah war.

Trotz Identitätsprüfung durch Reporter Puthenpurackal und Foto-zeigen-lassen glaubt Staatsanwalt Christoph Kumpa laut “Zeit” inzwischen, dass die Aussagen in dem “Bild”-Artikel erfunden seien. Petra Sorge schreibt:

Und dann ist da die Sache mit der angeblichen Ex-Freundin seines Sohnes, der Stewardess Maria W. Bild druckte im März 2015 ein Interview mit ihr, wonach Andreas Lubitz angekündigt haben soll: “Eines Tages werde ich etwas tun, was das ganze System verändern wird, und alle werden dann meinen Namen kennen und in Erinnerung behalten.” Maria W. habe sich wegen seiner Probleme von ihm getrennt: “Er ist in Gesprächen plötzlich ausgerastet und schrie mich an. Ich hatte Angst. Er hat sich einmal sogar für längere Zeit im Badezimmer eingesperrt.” Das Interview schien genau jenes Puzzleteilchen zu liefern, das noch fehlte zum Bild eines Wahnsinnigen. Als die Staatsanwaltschaft einen Zeugenaufruf startete, meldete sich aber keine Maria W. Staatsanwalt Kumpa erklärt jetzt auf ZEIT-Anfrage: “Ich gehe davon aus, dass ihre Geschichte erfunden ist.”

“Bild” wehrt sich im “Zeit”-Artikel gegen diesen Vorwurf.

Sigmar Gabriel hält sich nicht an die von “Bild” vorgegebene Kandidatur

Es kommt nicht häufig vor, dass die “Bild”-Medien so transparent mit einem Fehler umgehen:

Seit heute steht fest, dass Sigmar Gabriel nicht als SPD-Kanzlerkandidat in den anstehenden Bundestagswahlkampf ziehen wird. Der “Stern” und “Die Zeit” berichteten als Erste darüber — ein schöner Scoop.

Bild.de hatte — wie im Screenshot oben steht — am 9. Januar unter Berufung auf interne Parteikreise geeilmeldet und getitelt:


Einen Tag später gab es in “Bild” dann noch das volle Programm obendrauf: Riesenschlagzeile auf Seite zwei …

… und einen Brief von Franz Josef Wagner, der Sigmar Gabriel seine Bewunderung ausspricht, dass dieser sich tapfer “als Kanzlerkandidat der SPD” zur Verfügung stellt:

Andere Nachrichtenseiten zogen nach und beriefen sich dabei — mehr oder weniger deutlich — auf die “Bild”-Medien. Die “Huffngton Post” beispielsweise:

Oder “RP Online”:

Oder “Focus Online”:

Oder die “B.Z.”:

Und selbst das Team von stern.de, das sich aktuell zusammen mit den Print-Kollegen völlig zurecht für die Enthüllung des Gabriel-Rückzugs feiern lässt, übernahm vor zwei Wochen noch die “Bild”-Geschichte:

Auch die Nachrichtenagenturen berichteten, und so fand man den “Bild”-Fehler fast überall. Am 7. Januar, also zwei Tage vor der falschen Gabriel-Geschichte, feierte “Bild” übrigens auf der Titelseite einen “Riesenerfolg für BILD”:

Die Spitzenposition im “ZITATE-RANKING!” kommt nicht nur, aber auch daher, dass andere Medien Quatsch von “Bild” immer wieder ungeprüft übernehmen.

Dass Bild.de und Chefredakteur Julian Reichelt sich jetzt entschuldigen ist gut und verdient Respekt. Ad hoc fallen uns nur zwei Situationen ein, in der Reichelt ähnlich transparent reagiert hat: Als Bild.de mal bei einem “Tagesanzeiger”-Autoren ganze Passagen geklaut hatte, bat der Bild.de-Chef per Twitter um Entschuldigung; als Bild.de mal bei einem Zitat von Günter Wallraff eine nicht ganz unwesentliche kritische Stelle einfach weggelassen hatte, räumte Reichelt per Twitter einen Fehler ein. Gut möglich, dass es noch ein paar weitere Situationen geben mag. Wahnsinnig viele dürften es allerdings nicht sein.

Bei einer ganz ähnlichen Geschichte wie jetzt bei Sigmar Gabriel gab es zum Beispiele keine ähnliche Reaktion: “Bild” und Bild.de behaupteten Anfang Oktober vergangenen Jahres, dass Frank-Walter Steinmeier auf keinen Fall für das Amt des Bundespräsidenten kandidieren werde:

Wenn heute Mittag die Spitzen von CDU, CSU und SPD im Kanzleramt zum Koalitionsgipfel zusammenkommen, wird es KEINE Einigung auf einen gemeinsamen Vorschlag geben. Vielmehr werden die zwei prominentesten Kandidaten aus dem Rennen genommen.

Der in fast allen Umfragen beliebteste Anwärter, Außenminister Frank-Walter Steinmeier (60, SPD), wird nicht aufgestellt, weil Kanzlerin Angela Merkel (62, CDU) klar sagt: DER NICHT!

Als dann rauskam, dass SPD und CDU Steinmeier doch als Kandidaten nominieren, gab es keine Korrektur der “Bild”-Medien, keine Entschuldigung von Julian Reichelt. Der falsche Artikel ist unverändert online.

Doch zurück zur Kanzlerkandidatur bei der SPD. Inzwischen steht fest, dass Martin Schulz für seine Partei als Spitzenkandidat bei der kommenden Bundestagswahl antreten wird.

Der “Spiegel” und “Spiegel Online” berichteten noch vor wenigen Wochen, Ende 2016, dass Schulz es nicht werden wird. Der “Spiegel” titelte etwas zurückhaltender:

“Spiegel Online” etwas deutlicher:

Und Bild.de übernahm die Geschichte und titelte ganz sicher:

Auch auf diese falsche Schlagzeile reagieren “Bild” und Bild.de nicht mit einer Richtigstellung. Dafür ist aber am frühen Abend die von Julian Reichelt angekündigte Aufarbeitung des Bild.de-Fehlers im Gabriel-Fall erschienen:

Warum? Ganz einfach: Sigmar Gabriel und seine Sprunghaftigkeit sind schuld:

Tatsächlich begleiten Gabriel seit jeher Vorwürfe, er sei politisch sprunghaft und persönlich nicht immer berechenbar. Dass er sich in der für die SPD so lebenswichtigen Frage der Kanzlerkandidatur auch kurzfristig noch einmal umentscheiden würde — vielleicht hätte auch BILD das ahnen können oder gar müssen.

Bei Personalien rund um Kanzlerkandidaturen hat “Bild” wirklich immer wieder doofes Pech.

Was interessiert mich mein Deutsch von vor dreieinhalb Jahren?

“In Europa wird jetzt wieder Deutsch gesprochen” “Es muss wieder Deutsch in der Kabine gesprochen werden”, fordert der Präsident des FC Bayern München, Uli Hoeneß, aktuell in “Sport Bild”. Damit sich bei den Fußballern des Rekordmeisters keine Grüppchen bilden, sollten die Spieler eine gemeinsame Sprache sprechen, so Hoeneß’ Gedankengang in etwa.

“Bild”-Briefonkel Franz Josef Wagner schreibt in der heutigen Ausgabe an Uli Hoeneß — einerseits um ihm zum Geburtstag zu gratulieren, andererseits um ihm wegen seiner Deutsch-in-der-Kabine-Idee zu widersprechen:

Lieber Uli Hoeneß,

herzlichen Glückwunsch zu Ihrem 65. Geburtstag heute. Leider muss ich mit einem Distelstrauch gratulieren. Sie wollen, dass wieder Deutsch in der Kabine gesprochen wird.

Deutsch? Worüber sollen die Weltklasse-Fußballer in der Kabine auf Deutsch miteinander reden? Über die Evolution, wie das Universum entstand, wer Newton war, Goethe, Schiller?

Fußballer sprechen Fußball-Sprache. Feigling. Dreckshund. Tattoos sind wichtig, Frisuren.

Deutsch ist nicht wichtig. Tore sind wichtig.

Herzlichst
F. J. Wagner

“Deutsch ist nicht wichtig”? Mensch, Wagner, denken Sie an Ihre Stammleser!

Aber noch was ganz anderes: Goethe? Schiller? Deutsch in der Bayern-Kabine? War da nicht mal was?

Am 24. Juni 2013 schrieb Franz Josef Wagner an Pep Guardiola, der damals frisch zum FC Bayern München gekommen war:

Lieber Pep Guardiola,

¿Ya habla alemán? Sprechen Sie schon Deutsch? Es ist die Frage der Fragen. Heute Mittag werden wir es hören, wenn Sie sich als neuer Bayern-Trainer vorstellen.

Deutsch sprechen ist mehr als sich Rühreier zu bestellen. Oder ein Bier. Sie müssen Schweinsteiger erklären, dass er nicht Fußball spielt, sondern Kunst macht. Sie gelten als der Philosoph des Fußballs. Sie haben in vier Jahren vierzehn Titel geholt, zweimal die Champions League gewonnen.

Was ist das alles, wenn Sie nur ein gebrochenes Ausländer-Deutsch reden?

Wie können Sie Schweinsteiger, Müller, Kroos, Neuer, Lahm, Götze erreichen?

Um in das Herz eines Menschen zu kommen, musst Du die Sprache seiner Mutter verstehen. Auch die Mutter Boatengs, der bei Bayern spielt. Zu der Sprache der Deutschen gehören die Schwarzwaldtannen, die Ufer der Ostsee, das Kräuseln der Wellen am Tegernsee und Goethe und Schiller gehören auch noch dazu.

Lieber Pep Guardiola, Sie können gar nicht all die Erwartungen erfüllen.

Es sei denn, Sie können über das Wasser laufen. Es sei denn, Sie sind ein Heiliger, der Jesus des Fußballs.

Herzlichst
F. J. Wagner

Mit Dank an Mathias U. für den Hinweis!

“Bild” befeuert Beleidigungskultur

Bei “Bild” und Bild.de haben sie offenbar endgültig das Interesse an sachlichen Debatten verloren:


Die Grünen-Vorsitzende Simone Peter hatte den Polizeieinsatz in der Silvesternacht in Köln stark kritisiert. Sie sagte der “Rheinischen Post”, dass das Polizei-Großaufgebot zwar Übergriffe deutlich begrenzt habe, allerdings …

“Allerdings stellt sich die Frage nach der Verhältnis- und Rechtmäßigkeit, wenn insgesamt knapp 1000 Personen allein aufgrund ihres Aussehens überprüft und teilweise festgesetzt wurden.”

Und:

“Völlig inakzeptabel ist der Gebrauch von herabwürdigenden Gruppenbezeichnungen wie ‘Nafris’ für Nordafrikaner durch staatliche Organe wie die Polizei.”

Für die “Bild”-Medien sind diese Aussagen “irre”. Anstatt sich ernsthaft inhaltlich mit ihnen auseinanderzusetzen, wird die Redaktion beleidigend: Simone Peter sei der Superlativ von “dumm” und — in Anlehnung an die kritisierte Abkürzung “Nafris”, die die Polizei für “Nordafrikanische Intensivtäter” nutzen soll — eine “GRÜn-Fundamentalistisch-Realitätsfremde Intensivschwätzerin”, eine “GRÜFRI”.

Wohlgemerkt: Es handelt sich hierbei nicht um einen Kommentar, sondern um einen Bericht. Den dazugehörigen Kommentar hat “Bild”-Chefin Tanit Koch geschrieben, die immerhin ohne Beleidigungen auskommst, Peters Reaktion aber “schäbig” nennt. “Bild”-Briefeschreiber Franz Josef Wagner nennt Simone Peter eine “Tugend-Tante”.

Pöbeln statt argumentieren, beleidigen statt debattieren, bei einem Thema, bei dem eine vernünftige Debatte wichtig sein dürfte. Denn Simone Peter ist mit ihrer Meinung nicht völlig allein. “Bild” schreibt selbst, dass die Kölner Polizei “den öffentlichen Gebrauch des Behörden-Begriffs ‘Nafri'” inzwischen bedauere, und dass sich das Bundesinnenministerium davon ebenfalls distanziert habe. Außerdem kommt der Grünen-Politiker Omid Nouripour zu Wort, der seiner Parteikollegin zwar widerspricht, den Begriff “Nafri” allerdings auch “sehr hässlich” findet. Hätten die “Bild”-Medien ein Interesse an einer ordentlichen Diskussion zum Polizeieinsatz in Köln, hätten sie zum Beispiel erwähnen können, dass Journalisten vor Ort durchaus Situationen beobachtet haben, in denen die Beamten vor allem aufgrund der Hautfarbe entschieden hätten, wer kontrolliert wird und wer nicht. Christoph Herwartz schreibt darüber bei n-tv.de, Sebastian Weiermann beim “Neuen Deutschland”. Sie hätten erwähnen können, dass manche in den kollektiven Zuschreibungen — “jeder, der in etwa so aussieht wie ein Täter des vergangenen Jahres, ist in diesem Jahr ein potentieller Täter” — einen Widerspruch zum Geist eines Rechtsstaats sehen. Christian Bangel hat dazu einen Kommentar bei “Zeit Online” geschrieben. Sie hätten die Grautöne, die es bei diesem Thema gibt, beschreiben, den wichtigen Austausch von Argumenten vorantreiben können.

Stattdessen beschimpfen die “Bild”-Medien eine Politikerin für eine geäußerte Meinung, die ihnen nicht passt. Natürlich darf man Simone Peters Kritik blöd finden und sie wiederum kritisieren. Mit Inhalten, eigenen Standpunkten, an der Sache orientiert. Das macht “Bild” aber nicht. Mit ihrer Titelzeile in der heutigen Ausgabe trägt die Redaktion stattdessen dazu bei, dass eine Beleidigungskultur salonfähig wird, vor der viele nach der Präsidentschaftswahl in den USA im vergangenen Jahr gewarnt haben.

Kurz nach Weihnachten hatten die Mitarbeiter von Bild.de und ihr Chef Julian Reichelt übrigens noch eine Überraschung parat:

Eine Redaktionssitzung bei Bild.de, ein Entschluss und — schwups — nie wieder Shitstorms.

Was das Portal eigentlich sagen will: Man werde in Zukunft für hitzige Debatten im Internet nicht mehr so schnell das Wort “Shitstorm” verwenden.

“Wir haben alle in den letzten Jahren etwas zu oft und auch zu dankbar über Shitstorms berichtet”, sagt Julian Reichelt, Chefredakteur von BILD Digital. Häufig sind es einige wenige anonyme Twitter-Accounts, die hinter vermeintlichen Trends oder Shitstorms stecken.

Für 2017 versprechen wir Ihnen, liebe Leser, einen entspannteren Umgang mit Shitstorms. Denn: Im Zeitalter von Twitter, Facebook und Instagram ist es selbstverständlich, dass die Leute ihre Meinung sagen und natürlich nicht immer einer Meinung sind. Eine Handvoll Tweets bedeuten aber keinen Shitstorm.

Dass “Bild” und Bild.de in diesem Jahr nicht mehr so schnell von “Shitstorms” sprechen wollen, schließt aber natürlich nicht aus, dass sie selber welche anzetteln oder befeuern. Nur drei Beispiele der inzwischen fast 1800 Kommentare bei Facebook zum “DUMM, DÜMMER, GRÜFRI”-Artikel von “Bild”:

Vllt sollte mal so ein mob über die rutschen

Geht doch ganz einfach. Die Frau an einer Laterne fesseln und begrapschen lassen. Wird ein Klassiker in der Pornoabteilung.

Soll sie sich nächstes Jahr alleine dort hin stellen. Ohne Polizei und ohne andere normale Menschen. Mal gucken wieviel von dieser Frau übrig bleibt.

Mit Dank an @Kathy_Kolumna für den Hinweis!

Nachtrag, 17:32 Uhr: Bild.de hat sich weiter auf die Grünen im Allgemeinen und Simone Peter im Speziellen eingeschossen:

In einem Kommentar (“Erst Veggie, jetzt Nafri”) schreibt Nikolaus Blome, dass die Partei Deutschland blockiere. Simone Peter vergleicht er mit Erich Honecker:

Wie sagte Erich Honecker einst? “Vorwärts immer, rückwärts nimmer”. Er lebte in einer Blase, in der eigene Fehler per Definition ausgeschlossen waren. Es konnte nicht sein, was nicht sein durfte.

Nicht viel anders ticken jene Grünen auch, die Simone Peter vertritt.

In einem zweiten Artikel (“Wie tickt die GRÜFRI-Grüne?”) fragt Bild.de, ob Peter dem Druck Stand halten werde, der durch die Reaktionen auf ihre Kritik am Polizeieinsatz entstanden ist.

Interessant ist in diesem Zusammenhang übrigens auch, wie “Bild” das Zitat von Simone Peter aus der “Rheinischen Post” umstellt und aus einer Frage eine Aussage macht. Die “Rheinische Post” zitiert Peter so:

“Allerdings stellt sich die Frage nach der Verhältnis- und Rechtmäßigkeit, wenn insgesamt knapp 1000 Personen allein aufgrund ihres Aussehens überprüft und teilweise festgesetzt wurden.”

“Bild” macht daraus:

“Wenn insgesamt knapp 1000 Personen alleine aufgrund ihres Aussehens überprüft und teilweise festgesetzt” würden, sei das nicht verhältnismäßig.

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“Bild” liefert falsches Futter für Islamhasser und rechte Hetzer

“Bild”-Kolumnist Franz Josef Wagner hat sich entschieden: “Die schlimmste Nachricht dieser Tage” ist die “verbotene Weihnacht” an einer Istanbuler Schule, schlimmer noch als “Aleppo” und “Attentate”:

Das Weihnachtsverbot ist für mich die Grenze.

Es ist ein Kulturbruch geschehen.

Christen sollen nicht mehr Weihnachtslieder singen. Für mich ist das die schlimmste Nachricht dieser Tage.

Mit riesigem Schrecken dürfte Franz Josef Wagner heute bei der täglichen “Bild”-Lektüre festgestellt haben, wie das Weihnachtsfest und die christliche Tradition angeblich überall in Deutschland geschändet wird. Zu ihrem Arikel über das “WEIHNACHTSVERBOT an türkisch-deutscher Schule” (das inzwischen wieder aufgehoben ist) …

… haben die Festtagsexperten von “Bild” für ihre heutige Ausgabe nämlich eine Übersicht zusammengestellt, wo überall in der Republik das Abendland so untergeht:

Was das zeigen soll, ist klar: Die grünlinksversifften Multikultispinner, ob in Hildesheim, Berlin-Kreuzberg, Kassel oder sonst wo, kuschen vor all den zugewanderten Muslimen, werfen vor lauter politischer Korrektheit unsere christlichen Werte über Bord und verleugnen unsere Tradition. Weihnachtsmärkte? Christstollen? Alles futsch! Passt mal besser auf, dass Weihnachten nicht bald ganz verboten wird.

Nur: So gut wie keiner der Punkte, die “Bild” nennt, stimmt. Der Reihe nach:

  • Christophorusschule

“Bild” schreibt:

Der Chor der Christophorus-Schule in Hildesheim verzichtete beim Weihnachtskonzert auf Lieder mit “christlichem Bezug”, weil Flüchtlinge dabei waren. Später dementierte die Schule den Zusammenhang.

Erstmal: Die Christophorusschule liegt nicht in Hildesheim, sondern in Elze, westlich von Hildesheim. Das Gerücht, dass die Schule “beim Weihnachtskonzert auf Lieder mit ‘christlichem Bezug'” verzichtet haben soll, stammt von der “Hildesheimer Allgemeinen Zeitung”. Und tatsächlich dementierte die Schule den Zeitungsbericht (PDF):

Die missverständliche und inhaltlich falsche Berichterstattung der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung vom 09.12.2016 über das CJD Weihnachtskonzert in Sarstedt hat einige Fragen aufgeworfen.

In diesem Zusammenhang möchten wir auf Folgendes hinweisen:

1. Die CJD Christophorusschule Elze hat bei keinem der diesjährigen Weihnachtskonzerte auf Lieder christlichen Inhalts verzichtet.

2. Der Autor des Artikels, Herr Peter Hartmann, war bei keinem unserer Konzerte anwesend.

3. Das Programm des Konzerts am 03.12.2016 in der Kirche der Heilig Geist Gemeinde, Sarstedt, besteht aus 26 Weihnachtsliedern und Werken, die alle einen christlichen Bezug aufweisen.

4. Die Teilnahme von Schülern der Sprachlernklasse hat den christlichen Charakter des gesamten Programms in keiner Weise verändert.

Im Programmheft des Konzerts (PDF) findet man Lieder wie “Maria durch ein Dornwald ging” oder “Weil Gott in tiefster Nacht erschienen” oder “Amen”. Die zwei Songs, die Mitglieder der “Chorklasse I” und der Sprachlernklasse (das sind vermutlich die Flüchtlinge, von denen “Bild” schreibt) gesungen haben, sind “Macht euch bereit” von Rolf Zuckowski:

Macht euch bereit!
Macht euch bereit!
Jetzt kommt die Zeit
auf die ihr euch freut.
Bald schon ist Weihnacht
fröhliche Weihnacht.

Und “Still senkt sich die Nacht hernieder” von Gerhard Wohlgemuth:

Still senkt sich die Nacht hernieder.
Rings das Land liegt tief verschneit
und es klingen alte Lieder:
O du schöne Weihnachtszeit!
O du schöne Weihnachtszeit!

Klingt nicht gerade so, als hätte die Christophorusschule “die christlichen Wurzeln des Weihnachtsfestes unterschlagen.”

  • Kreuzberger Wintermarkt

In Berlin-Kreuzberg heißt ein Weihnachtsmarkt “Kreuzberger Wintermarkt”, um andere Religionen zu schonen.

Um den “Kreuzberger Wintermarkt” haben die “Bild”-Medien schon einige Märchen gesponnen. Die “Bild am Sonntag” fragte vor zwei Jahren beispielsweise:

Und schrieb dazu:

Wird auf dem Altar der politischen Korrektheit die christliche Tradition geopfert?

Sowie:

Natürlich ist die Institution Weihnachtsmarkt an sich nicht wichtig. Aber wo führt es hin, wenn es schon verpönt ist, das Wort Weihnachten nur im Munde zu führen? Sind das christliche Erbe, unsere Kultur, unser Selbstverständnis, unser Wertekanon, auf das Treiben einer “Religionsgemeinschaft” geschrumpft?

Wir haben damals beim Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg nachgefragt, ob es stimmt, dass sich der Markt “Wintermarkt” nennen musste, weil die Politik das aus Rücksicht vor Religionen oder Ausländern so wollte. Ein Sprecher sagte uns:

Ich kann alle beruhigen: Das Abendland bleibt weiter bestehen, genauso wie die Weihnachtsmärkte in Friedrichshain-Kreuzberg — in diesem Jahr und auch in den nächsten Jahren. Wie die Märkte sich nennen, ist uns total egal.

Und auch eine Sprecherin des “Kreuzberger Wintermarktes” bestätigte uns damals, dass ihr Team den Namen und das Konzept aus freien Stücken gewählt habe, ohne politische Einflussnahmen oder Rücksicht auf Vorschriften.

Damit liegt “Bild” schon mal in zwei Punkten daneben.

  • Wintermarkt Flughafen München

(…) um andere Religionen zu schonen. Ähnlich: “Wintermärkte” am Münchner Flughafen

Hier können wir es recht kurz machen: Der Markt, der aktuell am Flughafen in München aufgebaut ist, heißt gar nicht “Wintermarkt”, sondern “Weihnachts- und Wintermarkt”:

Eine Sprecherin des Flughafens sagte uns, dass man den Zusatz “Wintermarkt” mit in den Namen genommen habe, weil der Markt bis zum 30. Dezember geöffnet habe. Und dann sei Weihnachten ja schon lange vorbei. Vorher gibt es allerdings reichlich Aktionen mit christlichem Bezug: Das Christkind schaue vorbei, Besucher könnten Adventskränze binden, an den Ständen gebe es Christbaumschmuck zu kaufen. Kurzum:

Nein, wir verstecken Weihnachten nicht.

  • Wintermarkt Gundelsheim

(…) um andere Religionen zu schonen. Ähnlich: “Wintermärkte” am Münchner Flughafen, in Gundelsheim

Der eintägige Wintermarkt im bayerischen Gundelsheim fand dieses Jahr am 19. November statt. Und das ist auch der Grund, warum er Wintermarkt und nicht Weihnachts- oder Christkindlmarkt heißt. Eine Sprecherin sagte uns, dass man damit durchaus Rücksicht auf eine Religion nehme — auf die christliche:

Den Namen haben wir wegen der Katholiken gewählt. Unser Markt findet immer am Samstag vor dem 1. Advent statt, also nicht in der Weihnachtszeit. Da können wir ihn doch nicht einfach “Weihnachtsmarkt” nennen.

Weihnachtliche Elemente gebe es aber trotzdem: Ein Nikolaus überrasche die Kinder, die örtlichen Vereine spielten vorweihnachtliche Musik.

  • Wintermarkt Altmannstein

(…) um andere Religionen zu schonen. Ähnlich: “Wintermärkte” am Münchner Flughafen, in Gundelsheim und Altmannstein (Bayern).

Der Wintermarkt im bayerischen Altmannstein dauert drei Tage, liegt aber ebenfalls nie in der Adventszeit. Deswegen, so eine Sprecherin, habe man ihn nicht Christkindl-, Advents- oder Weihnachtsmarkt genannt, sondern Wintermarkt: “Der Name würde der Sache sonst nicht gerecht werden.”

Auch in Altmannstein gebe es einen Nikolausauftritt, Chöre sängen Weihnachtslieder. Außerdem könne man an den Ständen Weihnachtskrippen und ähnliches kaufen.

  • Kita in Kassel

Eine städtische Kita in Kassel verzichtete wegen muslimischer Kinder auf ihr Weihnachtsfest.

Grundlage für diese Behauptung dürfte ein Bericht der “Hessischen Niedersächsischen Allgemeinen” über die Kita im Kasseler Sara-Nussbaum-Haus sein:

Anna Janz, die Jugend-Stadträtin in Kassel, hatte in einem Interview auf der Website der Stadt auf die Vorwürfe geantwortet:

Frau Janz, die HNA titelte „Weihnachten fällt im Kindergarten aus“. Stimmt das?

Anne Janz: Nein, natürlich nicht. In allen städtischen Kindertagesstätten werden die mit dem Weihnachtsfest verbundenen christlichen Traditionen gelebt. Das gilt selbstverständlich auch für die Kita Sara-Nussbaum-Haus. Die Behauptung, dort falle das Weihnachtsfest regelmäßig aus, ist schlicht falsch.

Und:

Die Kritik bezog sich ja konkret auf die Kita Sara-Nussbaum-Haus. Es hieß, die Erzieherinnen dort verzichteten mit Verweis auf die unterschiedlichen Kulturen der Kinder auf christliche Rituale.

Anne Janz: Auch in der Kita Sara-Nussbaum-Haus wird, wie in allen anderen städtischen Einrichtungen, seit Jahren und auch dieses Jahr die Vorweihnachtszeit festlich gestaltet. Die Aussage, dass in den vergangenen Jahren das Weihnachtsfest ausgefallen ist, ist falsch.

In allen Gruppen gibt es einen Adventskalender, aus dem an jedem Tag ein anderes Kind ein “Geschenk” erhält. In jeder Gruppe steht ein Adventskranz, mit den Kindern wird gebastelt, die Kita wird geschmückt und auch dort werden Weihnachtsplätzchen gebacken. In einer der Gruppen wird seit mehreren Jahren in der Adventszeit ein Märchen-Theaterstück eingeübt und den Eltern bei einer Feier vorgeführt. Und der Nikolaus besuchte in den vergangenen Jahren auch die Kinder im Sara–Nussbaum-Haus.

Die Adventszeit und die Nikolausfeier finden statt und werden traditionell und adventlich begangen.

Das Weihnachtsfest an sich — also die Tage vom 24. bis 26. Dezember — feierten die Kitas in Kassel generell nicht, da sie an den Weihnachtsfeiertagen geschlossen seien, so Janz.

Vor knapp zwei Wochen, am 6. Dezember, gab es in der Kita Sara-Nussbaum-Haus ein Nikolausfest, mit Weihnachtsliedern, Nikolausgeschichte und den muslimischen Kindern, die die “Bild”-Zeitung als falschen Grund für ihre falsche Behauptung anführt.

Sechs der sieben Beispiele, mit denen “Bild” zeigen will, dass in Deutschland “aus Rücksicht auf Muslime die christlichen Wurzeln des Weihnachtsfestes unterschlagen” würden, stimmen nicht (das Beispiel mit der österreichischen Botschaft konnten wir nicht überprüfen, da wir dort niemanden erreicht haben, der uns Auskunft geben konnte). 32 Zeilen gesellschaftlicher Zündstoff, schnell mal falsch zusammengegooglet und den rechten Hetzern, den Islamhassern, den AfD- und “Pegida”-Marschierern als Futter hingeworfen.

Den Papageien zum Kolumnisten machen

Bei Wolfgang Bosbach und “Bild” ist es ein bisschen wie bei der Henne und dem Ei: Was war zuerst da? Der Quatsch, den Wolfgang Bosbach erzählt und den “Bild” dankbar aufgreift? Oder der Quatsch, den “Bild” verbreitet und den der CDU-Politiker in einem seiner vielen Talkshowauftritte und Interviews zitiert und weiterdreht?

So oder so — “Bild” und Bosbach sind ein starkes Team. Wenn der eine etwas von sich gibt, plappert es der andere gerne nach. Sie leben in Symbiose. Doch jetzt hat “einer der beliebtesten Politiker” (“Bild” meint damit Bosbach) angekündigt, dass er bei der Bundestagswahl 2017 nicht erneut kandidieren wird, aus politischen und privaten Gründen.

Gestern schaffte es lediglich eine kurze sachliche Meldung darüber auf die “Bild”-Titelseite (“Bosbach tritt nicht mehr an”). Dafür gab es heute aber eine umso größere Würdigung:

117 Zeilen Lobhudelei (“So einer wird im Bundestag fehlen”), einen Brief von Franz Josef Wagner (“Warum lieben wir diesen Menschen? Weil er die Wahrheit spricht!”) und obendrauf eine Urkunde mit “Bild”-Siegel:

Für seine besonderen Verdienste als Volksvertreter wird Wolfgang Bosbach ausgezeichnet,
– weil ihm in der Großen Koalition seine Überzeugungen wichtiger sind als Macht und Mehrheiten
– weil er im Bundestag und im Fernsehen so redet, dass ihn Millionen Menschen verstehen
– weil ihm die Wähler in seinem Wahlkreis 22 Jahre lang die Treue hielten
– weil er kein Querulant ist, sondern kritisch UND loyal zu seiner Partei steht
– weil er stets mit dem Florett für seine Meinung kämpft und auch über sich selber lachen kann

Na, da läuft es einem doch eiskalt den Rücken runter das geht doch runter wie Öl.

Der größte Coup der “Bild”-Zeitung aber ist: Die Redaktion hat Wolfgang Bosbach vom Fleck weg als Kolumnisten verpflichtet.

Dort hört er also auf. Aber bei BILD macht er weiter — ab 2017 mit einer wöchentlichen Kolumne. Klar, kantig, kenntnisreich und manchmal mit einem Augenzwinkern.

… und hin und wieder sicher auch genauso falsch wie Berichte der “Bild”-Medien. Denn bei Bosbachs eingangs erwähnter Nachplapperei von “Bild”-Geschichten kommt es immer mal wieder vor, dass er falsche Behauptungen übernimmt und – ganz der Kolumnist – zuspitzt.

Zwei Beispiele.

Im Dezember 2014, kurz vor Weihnachten, vermeldeten “Bild” und Bild.de ganz aufgeregt:

Laut “Bild” sollte der Grünen-Politiker Omid Nouripour gefordert haben, dass in Kirchen zu Weihnachten auch ein muslimisches Lied gesungen wird. Nur: Das hat er nie. Die Idee kam eigentlich von “Bild” selbst, und die Reporter riefen Nouripour an, um zu fragen, was er davon halte. Der Bundestagsabgeordnete war dagegen. Und wenn schon, dann sollte es einen Austausch geben: Im Gegenzug sollten auch christliche Lieder in Moscheen gesungen werden. Gefordert hatte Nouripour also nichts, sondern lediglich einen Gegenvorschlag gemacht.

Und Wolfgang Bosbach? Der schnappte sich die falsche “Bild”-Geschichte und ließ im Interview mit “Focus Online” ordentlich Dampf ab:

“Weihnachten ist kein Hochamt für Multikulti, sondern ein christliches Fest, bei dem traditionell nur christliche Weihnachtslieder gesungen werden. Dabei soll es bleiben”, sagte Wolfgang Bosbach am Montag zu FOCUS Online. “Mir ist auch nicht bekannt, dass in irgendeiner Moschee ‘Stille Nacht, heilige Nacht’ gesungen wird oder es entsprechende Pläne gibt”, fuhr der Innenpolitik-Experte der Union fort. “Bevor Herr Nouripour vorschlägt, dass der Muezzin zur Christmette ruft, hoffe ich sehr, dass es beim christlichen Glockenläuten bleibt.”

Der heutigen “Bild”-Würdigung zufolge ist Bosbach übrigens “nie polternd populistisch”. Joar.

Zweites Beispiel: In der Hochphase der “Bild”-Kampagne gegen die faulen Griechen verkalkulierte sich Dirk Hoeren, Chefverrechner des Hauses, mal wieder. Hoeren wollte zeigen, dass das Renteneintrittsalter in Griechenland viel niedriger sei als in Deutschland — 56 Jahre versus 64 Jahre. Und zog dafür eine völlig unpassende Statistik ran: Die zeigte nämlich nur das angepeilte Renteneinstiegsalter für den öffentlichen Dienst. Hoeren machte daraus das aktuelle Renteneinstiegsalter aller Griechen. Und langte dann auch beim Renteneinstiegsalter in Deutschland daneben. Kurz gesagt: Alles völlig falsch.

Und Wolfgang Bosbach? Der schnappte sich die falsche “Bild”-Geschichte und ließ bei seinem Auftritt bei “Günther Jauch” ordentlich Dampf ab:

Der Griechische Ministerpräsident hat jetzt angeboten, das reale Renteneintrittsalter in Griechenland, das bei uns bei fast 64 Jahren liegt, auf 56 Jahre anzuheben.

Bosbach hatte seinen TV-Auftritt drei Tage, nachdem Dirk Hoeren die Zahlen falsch ins Spiel gebracht hatte, und als schon längst klar war, dass da was nicht stimmt.

Nächstes Jahr wird Wolfgang Bosbach dann also “Bild”-Kolumnist. Das Ei wird zur Henne.

Sein Wort in ihren Ohren

„Mag“? „Vergöttert“ trifft es viel besser. In der Welt von „Bild“ ist Zuckerberg nämlich nichts weniger als ein übermenschlicher Held, der Franz Beckenbauer des Internets. „Bild“-Oberchef Kai Diekmann nennt Zuckerberg den „Charity-Gott“. Springer-Vorstand Mathias Döpfner schwärmt, er sei „a wonderful human being“. Franz Josef Wagner nennt ihn in einem rasselnden Atemzug mit Nelson Mandela und Mutter Teresa.

Umso aufgedrehter war die Springer-Bande gestern — denn der Facebook-Chef hatte angekündigt, sie am Abend in ihrem Hauptquartier zu beehren.

Schon morgens jauchzte Kai Diekmann:

Zu Ehren ihres Gastes hatten die Springer-Leute nicht nur schnell einen Award ins Leben gerufen, sondern gleich noch ihre Dachterrasse umgebaut …

… ein Stück Berliner Wald abgeholzt …

… und alles ganz facebookblau-kuschelig gemacht für den man of the evening.

Und dann — endlich:

An einem so zauberhaften Abend spricht man natürlich nur ungern über heikle Themen. Aber dafür gab es dann ja auch die Zuckerberg-Fragestunde heute in Berlin, zu der wir Folgendes eingereicht hatten:

Da die Frage zu denen mit den meisten Likes gehörte (vielen Dank für die Unterstützung!), ist Zuckerberg auch darauf eingegangen. Er sagte:

Well, this is a tricky one. If it’s not a public photo, then someone should not be taking your photo and using it publicly. You know, in general, the rule is that you control all the content that you post on facebook. (…) If we’re building a community and people are sharing stuff that they don’t intend to be public, and then someone else is making it public, then that’s an issue. Right? And that’s gonna undermine the trust that our community has in us to making sure that, you know, when you share something with just your friends then that’s actually going to only the people that you want.

This is a tricky area for us, because we don’t control … you know, the law in most countries around the world, I believe, is that you post a photo, you own that photo. And that people don’t have the ability to use that photo without your permission. So if you find out that someone, you know, whether it’s on a blog or … you know, someone else is using your photo without your permission, you should have the right to be able to send them an e-mail and get in touch with them and tell them that that they don’t have permission to do that and they should take it down. In (…) most countries I can think of, if people don’t respect your rights for the content that you own, you have legal recourse to go after that.

But this is obviously an issue for facebook, because we want people to feel completely comfortable, that if they share something with their friends or with a community of a hundred people, then that’s not somehow gonna be taken and shared with more people. Unfortunately, we don’t have complete control if someone takes a screenshot or something, but you do own those photos and have the right to have it distributed only how you want, wheter that’s on our service or outside.

Man darf also sagen: Er findet’s eher nicht okay.

Das hatten wir ehrlich gesagt vermutet, und wir hatten die Hoffnung (zumindest ein kleines bisschen), dass — wenn es schon die Justiz, die Polizei, Angehörige von Betroffenen, der Presserat, wir und auch sonst keiner schafft, den “Bild”-Mitarbeitern die Fotoklauberei bei Facebook auszutreiben — dass vielleicht ja Mark Messias Zuckerberg etwas in seinen Jüngern auszulösen vermag.

Jene Jünger waren natürlich auch bei seiner Fragestunde, haben live getickert und später einen Artikel gebracht, in dem sie die Fragen und Antworten zusammenfassen. Über das Thema Täter- und Opferfotos schreiben sie sowohl im Ticker als auch im Artikel — kein Wort.

Aber dafür, heute auf Bild.de:

(Unkenntlichmachung von uns.)

Das Schweigerkartell

Wenn Til Schweiger eine Bühne braucht, dann darf er sich der Unterstützung der „Bild“-Zeitung jederzeit gewiss sein. Sie gibt ihm eine Plattform, macht Werbung für seine Projekte und verteidigt ihn gegen Kritik — dafür lässt er sich regelmäßig auf „Bild“-Events blicken, er beteiligt sich an ihren Aktionen, er wirbt für sie, schreibt für sie und versorgt sie stets mit exklusiven News aus seinem Privat- und Berufsleben.

Wie sehr die “Bild”-Medien und Til Schweiger diese Symbiose perfektioniert haben, lässt sich seit einigen Monaten an der gewaltigen PR-Kampagne erkennen, mit der sie gemeinsam für den dreiteiligen Schweiger-“Tatort” trommeln (zwei Teile wurden bereits im Fernsehen ausgestrahlt, der dritte Teil läuft ab Donnerstag im Kino).

Ihren Anfang nahm diese Offensive schon vor eineinhalb Jahren.

Es ist das erste von zahlreichen noch folgenden Win-win-Interviews: Schweiger darf hier „seine von ihm entworfene Wohn-Kollektion“ vorstellen und verrät „Bild“ im Gegenzug erste Details zu seinen „Tatort“-Plänen:

Wie viele Tatort-Folgen wird es noch mit Til Schweiger geben?

Schweiger: „Wir drehen jetzt erst mal eine Doppelfolge. Die wird nächstes Jahr ausgestrahlt. Dann ist diese Geschichte im Fernsehen abgeschlossen. Vielleicht tragen wir sie dann noch weiter ins Kino.“

Was passiert nach der großen Doppel-Folge? Ist dann Schluss?

Schweiger: „Ich habe gerade meinen Vertrag für vier weitere Folgen, also vier Jahre, verlängert.“

Ermittelt bald Helene Fischer mit?

Schweiger: „Vielleicht sage ich auch: Lassen wir uns überraschen …“

Weiter geht’s am 19. September 2014 bei Bild.de:

2. Oktober 2014, “Bild Hamburg”:

22. Oktober 2014, “Bild Hamburg”:

Am 25. Oktober 2014 darf “Bild” exklusiv verkünden:

… und fragt:

… und lässt abstimmen:

19. November 2014, Bild.de:

21. November 2014, “Bild Hamburg”:

22. November 2014, “Bild Hamburg”:

3. Dezember 2014, “Bild Hamburg”:

1. April 2015, “Bild”:

4. April 2015, Bild.de:

19. April 2015, “Bild am Sonntag”:

2. Juli 2015, Bild.de

22. Juli 2015, “Bild”:

26. Juli 2015, “Bild am Sonntag”:

5. August 2015, Bild.de:

24. August 2015, “Bild Hamburg”:

26. August 2015, “Bild Hamburg”:

Es sind die Filmarbeiten für „Tschiller, a. D.“, der erste „Tatort“-Kinofilm seit 28 Jahren (im Kino ab 25. Februar 2016).

4. September 2015, “Bild Hamburg”:

22. September 2015, “Bild”:

5. Oktober 2015, Bild.de:

12. Oktober 2015, “Bild”:

4. November 2015, Bild.de:

17. November 2015, “Bild”:

17. November 2015, Bild.de:

17. November 2015, Bild.de:

18. November 2015, “Bild”:

Dann rückt die große Stunde näher. Zwei Wochen vor der TV-Ausstrahlung besucht “Bild” die Premiere …

… auch online sind sie ganz entzückt:

Zehn Tage vorher: großes “Bams”-Interview.

Einen Tag vorher: großes “Bild”-Interview.


Am Tag der Ausstrahlung noch mal volle Online-Power:


Und noch mal:


Und noch mal:

Doch so sehr sie sich auch bemüht haben: Der erste Teil floppt. Die Kritiker sind mittelmäßig begeistert, die Quoten vergleichsweise schwach.

So muss auch die “Bild am Sonntag” auf der Titelseite zugeben:

Andererseits

Also lieber schnell abhaken, schließlich steht noch der zweite “Tatort”-Teil an. Dazu erst mal wieder ein Interview.

Auch online geht das PR-Geballer weiter.

2. Januar:

2. Januar:

2. Januar:

3. Januar:

3. Januar:

4. Januar:

4. Januar:


4. Januar:

4. Januar:

4. Januar:

Am selben Abend veröffentlicht Til Schweiger auf Facebook einen Text, in dem er seinen “Tatort” als “ein Stueck deutsche Fernsehgeschichte” und den “bahnbrechendsten seiner Art” bezeichnet und erklärt, warum alle, die ihn nicht mindestens megamegamegageil fanden, völlig dumm sind (“Weil…. ich als Filmemacher/Schauspieler/Produzent/Writer/Cutter/Composer…. viel mehr Ahnung…. ich habe viiiieel mehr Ahnung von der Craft( Materie)….KUNST…. als die meisten von diesen Trotteln, die darüber schreiben!!!!….).

Für diesen Post erntet Schweiger ziemlich viel Kritik — so viel, dass selbst “Bild” sie nicht mehr ignorieren kann und am nächsten Tag fragt:

Doch man merkt: So richtig kritisieren wollen die “Bild”-Leute ihren Schützling eigentlich nicht. Der Facebook-Eintrag, den “Bild” bei jedem anderen mindestens als “bizarres Gaga-Posting” bezeichnet hätte, bekommt nur das Prädikat “Wut-Brief”. Und online klingt auch die Überschrift schon viel versöhnlicher. Statt “Hat sich Til verballert?” fragt Bild.de:

Dann folgt die Gegenoffensive.

Und zwar?

“Wir waren beide sehr beeindruckt!”

Klar.

Auch “Bild”-Kolumnist Franz Josef Wagner springt seinem Buddy zur Seite, schreibt:

Til Schweigers Mann ist ein metallisches Wesen. Er ist ein Mann, der nicht mehr weint. Er ist ein Mann, der rächt. Er ist ein Mann ohne Parfum.

Er ist die Rückkehr des Mannes.

Tapfer, selbstlos, großartig. Er ist ein Held wie Herkules. Sehnen wir uns nicht alle nach einem Herkules?

Am nächsten Tag darf sich Schweiger dann ausführlich verteidigen, exklusiv in “Bild” natürlich:

Und bei Bild.de:

Also lieber schnell abhaken und weiter im Text, schließlich steht noch der dritte Teil an, Schweigers Kino-“Tatort”.

8. Januar, Bild.de:

20. Januar, “Bild Hannover”:

29. Januar, Bild.de:

31. Januar, “Bild am Sonntag”:

Auch online nennt “Bild” …

Es ist der vorerst letzte von bisher über 50 Schweiger-PR-Artikeln, und das sind nur die, die sich auf den “Tatort” beziehen. In einem davon sagt Schweiger übrigens:

Ein Shitstorm kommt und geht wieder. Ich mache einfach weiter mein Ding.

Und wir ahnen auch schon, wer ihn dabei unterstützen wird.

BILDblog hält Winterschlaf (10)

Das war’s von unserer Seite fürs Jahr 2015.

Wie in den vergangenen Jahren auch, halten wir jetzt Winterschlaf. Wir sehen uns wieder im Januar 2016!

Falls Sie in der Zwischenzeit Entzugserscheinungen oder stressige Verwandte plagen, empfehlen wir eine Stöberrunde in unserem Archiv. Unsere Beiträge aus diesem Jahr:

»Warum wir gegen die „Bild“-Zeitung kämpfen
»Im Zweifel gegen den Griechen
»Lynchmob, bitte hier entlang!
»Wenn Schlagzeilen Menschenleben kosten
»Gestatten, Cristiano Ronaldo, Fantastilliardär
»„heute-show“ verfälscht Interview
»„Bild“ und die Sadomaso-Sabberei
»Und nun zur Hetzervorhersage
»Irgendwas vielleicht mit Hitler
»Live Action Media Bullshit
»Männer die Macher, Frauen die Objekte – über Sexismus in „Bild“
»LeFloid lässt Putins 9/11-Bombe auf Youtube hochgehen
»Kachelmann vs. Bild
»Die Radikalos-Kampagnen der Brandstifter-Journalisten
»Die Ente mit der pinken Katze
»Sibel Kekilli will nicht mit „Bild“ sprechen
»Eine Bankrotterklärung
»„Die von der ‚Bild‘ sind ja nicht doof — aber eben schlechte Menschen“
»Sterben live (2)
»Auf 799,2 Milliarden mehr oder weniger kommt es bei Griechenland auch nicht mehr an
»Presserat rügt Vergewaltiger-Selfie
»Der Griechen-Teufel mit dem Einzack
»Bild.de bringt falschen Zwanziger in Umlauf
»Absturz des Journalismus
»Kai Diekmann und Julian Reichelt diskutieren über Opferfotos
»Andreas L.
»Einzelhändler sagen Nein zu „Bild“
»Quelle: Pizzabäcker
»Meute- und Jagd-Reflexe – und wie man sich davor schützt
»Die mit den virtuellen Wölfen tanzen (2)
»„Tja, bald ist Tröglitz halt überall“
»Dirk Hoerens Hartzer-Käse
»„Bild“ braucht keine Erlaubnis für Opferfotos
»Halbgares über die Herdprämie
»Eine Frage, „Kronen Zeitung“
»Scheine nach Athen fahren
»Mergste selbst, ne?
»Seemannsgarn über die einsame Seglerin
»Das „Bild“-Tagesmenü: Gerüchte aus eigenem Anbau
»Skandal! Weselsky ist Bartträger! Und Sachse!
»Heißen alle gleich (3)
»In 80 Fehlern um die Welt
»Was „Focus Online“ dann abschrieb, ist schier unglaublich
»Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Böcken werfen
»Volle Pulle vorbeigesteuert
»„Bild“-Reporter lässt Heidi Klum schreiend aus der Halle rennen
»Dauerfeuer der Halbwahrheiten
»Fluchtfantasien
»Zur „Westfalenblatt“-Kolumne
»Die Griechenland-Blasen von „Bild“
»Fünf Jahre alter Steuersünder-Pranger in der Schweiz entdeckt
»Darf Blatter die Schweiz „nicht mehr verlassen“? – „Völliger Blödsinn“
»Die antirussische Ente vom verbotenen Oktoberfest
»„Bild am Sonntag“ serviert FIFA-Kaiserschmarrn
»Keine Reise nach Jerusalem
»Ich packe meinen Koffer und nehme ein Wechselgerücht mit
»„Bild“ lässt Leser auf Presserat los
»Du hast den Farbbeutel vergessen
»Hitlers Cognac und die falschen Flaschen von der „Bild“-Zeitung
»Presserat rügt „Bild“ für Germanwings-Opferfotos
»Malen nach russischen Zahlen
»„Bild“ schützt Guttenberg vor Lesermeinung
»Sehen alle gleich aus (diesmal sogar wirklich)
»Verwirung bei den Hauptstadtjournalisten
»Rügen-Drama! Helene Fischer und das Killer-Kommando
»Aus dem lustigen Leben eines „Bild“-Sportreporters
»“Bild” zimmert aus alten Stühlen historisches Mobiliar
»Dirk Hoerens verrenkte Rentenrechnung
»Déjà-vu mit Merkels Grexit-Plan
»Mit “Bild” beim Teenie-Sex im Spaßbad
»„FAZ“ verkalkuliert sich beim unkalkulierbaren Griechen-Risiko
»Wie die Medien den Tugçe-Prozess behindert haben
»Auf „Bild“-Informationen ist eben Verlass
»Julian Reichelts Russland-Reisepläne für Edward Snowden
»Sehen alle gleich aus (10)
»Selfies gegen Griechenland: Presserat missbilligt „Bild“
»„Unsinnig und frei erfunden“
»Fälschen und Tricksen für den Grexit
»Oh Gott! „Blick“ fällt auf Satire rein
»Ich mach’s mit heißer Luft
»Wie Glenn Greenwald mal versuchte, mit Julian Reichelt zu diskutieren
»Julian Reichelt reist mit Snowden auf dem Holzweg Richtung Russland
»Putins Panzerpropaganda oder: Brrrrum! Wrrrrom! Wahnsinn!
»„Bild“ am Grab von Andreas L.
»Wenn die Wirklichkeit nicht blutig genug ist
»Die widerliche „IS“-Propaganda bei Bild.de
»Griechen-Hetze im Glashaus der Vampire
»Mit Toten ködern
»Lassen Sie mich durch, ich bin Wirtschaftswissenschaftlerin
»Mit Pickelhaube auf Griechenland-Feldzug
»„Bild“ versteckt Rüge zu Germanwings-Opferfotos
»Bild.de lockt Leser mit frechen Früchtchen an die Spielautomaten
»Was die Polizei will, ist „Bild“ doch egal
»Die einfallsreichen Ku-Klux-Karnevalisten
»„Bild“ druckt freiwillig zu kleine Gegendarstellung
»Medien lassen John Rambo gegen „IS“-Terroristen kämpfen
»Vom „beliebtesten Lehrling der Schweiz“ zum „faulsten Azubi aller Zeiten“
»Stell dir vor, es droht Krieg, und nur chip.de berichtet darüber
»Medien spielen mit Schäubles Rücktritt
»Mörder auf der Titelseite
»„Focus Online“ ruft 27 Millionen Ikea-Kommoden zurück
»Ich trink‘ Ouzo, und welche Steuererhöhung erfindest du so?
»Das „Kollaps“-Drama von Bayreuth: Merkel fällt vom Stuhl
»Trauerspiel
»Symbolfoto LVII
»Die Unfuglotsen von Bild.de lassen es wieder beinahe krachen
»Die „taz“ bestellt ein ACAB-Eis, das der Polizei nicht schmeckt
»Kann man dem überhaupt trauen? Der ist doch Grieche!
»Im Kleinermachen ist „Bild“ ganz groß
»„Bild“ pfeift aufs Gericht – und zeigt das Gesicht
»Im „Burger-Talk“ mit dem „Bild“-Reporter
»Polizei? Da könnte ja jeder bitten!
»Wie man den Werther-Effekt ignoriert
»Multipler Drei-Minuten-Journalismus
»Die verze.ttelte HSV-Ente
»„Bild“ ist stolz auf Presserats-Rügen
»Exklusiv: „Bild“ versteht Regierungspapier falsch
»Wie „Bild“ den Hass gegen Flüchtlinge schürt
»Der Hulk in Berlin? Unglaublich!
»Die 19 Jahre alte Hetzvorlage
»Wie „Bild“ den Hass gegen Flüchtlinge schürt (2)
»Krümel und der böse Wolf
»Krebserkrankung als Clickbait
»„Bild“ überrumpelt verletzten Fußballer am Krankenhausbett
»„Alles für die Story“: 50 Shades of True
»Generation Pornojournalismus
»Amazon und der Griff ins Klo
»St. Pauli löscht RB-Leipzig-Logo – vor drei Monaten
»Nepper, Schlepper, Bauer-Medien
»Wenn „Bild“ Unschuldige zu Mördern macht
»Brandstifter im Löscheinsatz
»Mordvideo als Clickbait
»„Auf der Straße ziehen Eltern ihre Kinder zur Seite“
»Wenn die Polizisten zweimal räumen
»In allen vier Ecken soll Unsinn drin stecken
»Ist es in Ordnung, das tote Flüchtlingskind zu zeigen?
»Franz Josef Wagner und die Nazi-Scheiße in der „Bild“-Zeitung
»Ein Stürmer in Gerüchteabwehr
»Das wird man ja wohl noch zeigen dürfen!
»Wenn „Bild“ sich einer Sache annimmt, bleibt nichts von ihr übrig
»Schnellschuss in der Schmuddelecke
»In nur vier Stunden vom Obdachlosen zum Perser
»Wer nicht für „Bild“ werben will, muss gegen Flüchtlinge sein
»Wer nicht für „Bild“ werben will, muss gegen Flüchtlinge sein (2)
»Das sind KEINE schlechten Journalisten!
»Wer nicht für „Bild“ werben will, muss gegen Flüchtlinge sein (3)
»„Warum schreibt ihr dann immer solche Scheiße?“
»„Focus Online“ macht Edward Snowden zum Alien-Spinner
»Ein Schubser wie ein Schlag ins Gesicht
»Wer gegen Massenunterkünfte ist, muss gegen Flüchtlinge sein
»Klatschblätter müssen Corinna Schumacher 60.000 Euro zahlen
»„Bild“ in die Tonne
»„Bild“ in die Tonne (2)
»Bild.de hat den letzten
»„Bild“ in die Tonne (3)
»Medien sprechen Reisewarnung für Ostdeutschland aus
»Wo laufen sie denn?
»Himmelhoch jauchzend, zu Tode vergnügt
»MH17 und die ukrainische Raketen-Ente aus Stuttgart
»Sind Medienberichte über Selbstmord gefährlich?
»Bild.de streckt historischen Stoff
»Unbekanntes Flugobjekt löst Eilmeldungen aus
»Galgen und Pranger
»Geier Sturzflug
»Wer Hass sät
»Als mit Akif Pirinçci noch gut Currywurst essen war
»Alfred Draxlers Intensiv-Kumpanei
»Füreinander da zu sein
»Skandal! „Pegida“-Chef hat sich nicht bei Schwulenplattform angemeldet
»Der DFB-Außenverteidiger
»Ein Wendt für alle Fälle
»Von Notdurft-Afghanen und Hetz-Österreichern
»Schlank auf der Schleichwerbepiste
»Alfred gegen den Rest der Welt (außer Franz)
»Dirk Hoerens halbe Hartz-Wahrheit über Flüchtlinge
»Lobschummelei bei Bild.de
»Ganz Deutschland findet: „Bild“ tut nichts für das Gemeinwohl
»Der „Bild“-Mann und wir Brandstifter
»Wie falsche Bilder von Flüchtlingen entstehen
»Rosa und schwarz: Die einzigartige Bicolor-Brille der CSU im Netz
»Reschersche – nein danke!
»Der Hofnarr des Kaisers
»Sehen alle gleich aus (11)
»„Jede Woche eine neue Zahl“
»So verclickbaitet die „Huffington Post“ die Anschläge von Paris
»Die Anschläge von Paris in den Medien – eine Linksammlung
»Fallen, Fake, Alarm: Die Paris-Berichterstattung von Bild.de
»Er steht im Tor, im Tor, im Tor – und blick.ch kommt nicht dahinter
»Kein Sprengstoff-Rettungswagen und andere Dochnichtnews aus Hannover
»Die exklusive München-Terror-Falschmeldung von „Focus Online“
»Über tote Flüchtlinge lachen mit N24
»Paris-Attentäter doch nicht „als Flüchtling in Bayern registriert“
»„Bild am Sonntag“ schwingt die „Deppen“-Keule
»Nachts sind alle Bodyguards grau
»„Bild“ und die gefühlte Wahrheit über Mats Hummels
»Mehr Fiction als Science
»Gegen Recht und Ordner
»Rügenritt in Sternchenjeans
»Bild.de-Chef lässt BILDblog Seite an Seite mit „Pegida“ marschieren
»„Bild“ schummelt beim Schwanzvergleich
»Kai Diekmanns Revanchefoul an Andreas Rettig
»Die Frau beim Namen nennen
»Wie „Focus Online“ das Misstrauen gegenüber Medien schürt
»Hetzen ist nur bei „Bild“ erlaubt
»800 Euro für jeden: Medien führen Grundeinkommen in Finnland ein
»Erschreckend: Nur jeder 50. Journalist erledigt seinen Job
»Der VfL Bochum will nicht mit dem „Bild“-Reporter sprechen
»Wechselnde Wechselgerüchte
»Alle Jahre wieder
»Von Quälgeistern und Diktatoren: Der Trainer und der „Bild“-Reporter
»Falscher „The Voice“-Sieger gewählt
»Paparazzi zum Abschied
»Sehen alle gleich aus (auch nackt)
»Abgelaufener Etikettenschwindel
»So reißerisch sind die Überschriften der „Bild“-Zeitung

Die “6 vor 9”-Ausgaben finden Sie hier, die “Perlen des Lokaljournalismus” hier.

Wir wünschen allen Lesern ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr — und danken allen, die uns in diesem Jahr mit Hinweisen versorgt und unterstützt haben, ganz besonders:

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