Zur postkatastrophalen Berichterstattung in den “Bild”-Medien gehört immer auch eine “Galerie der Trauer”, in der die privaten, oft aus dem Internet geklauten Fotos der Opfer präsentiert werden. Meist auf der Titelseite, meist riesengroß und meist ohne jede Unkenntlichmachung. Dazu allemöglichen Details über ihr Privatleben, woher sie kamen, welche Musik sie gerne hörten, ob sie frisch verliebt waren.
Seit gestern zeigt Bild.de in dieser Galerie Fotos von 100 (!) Opfern des Unglücks, darunter auch viele Kinder, nennt ihre vollen Namen und viele persönliche Details (die überwiegend mutmaßlich aus sozialen Netzwerken und ausländischen Medien stammen). Nur 20 der 69 Fotos tragen einen Quellennachweis, die meisten davon “Privat”.
Schon am Wochenende hatten “Bild”, “Bild am Sonntag” und Bild.de einige der Fotos gezeigt und private Informationen veröffentlicht, auch dort größtenteils ohne Quellenangaben.
(Übrigens konnten sie es auch gestern nicht lassen, die Opferporträts für ihre Putin-Kritik zu missbrauchen; bei Facebook und in der URL hieß es zunächst: “Putin, schau in die Gesichter dieser 100 Opfer!” — inzwischen aber nicht mehr.)
Da die “Bild”-Zeitung nicht verrät, wie sie in solchen Fällen an die Fotos kommt (andere Medien im Übrigen auch nicht), können wir über über die Frage, wie sie es diesmal gemacht hat, nurspekulieren. Bei den Angehörigen um Erlaubnis gefragt hat sie aber vermutlich nicht.
Im März 2009, kurz nach dem Amoklauf von Winnenden, wollte das ARD-Magazin “Panorama” vom Axel-Springer-Verlag wissen, wie “Bild” an die Opferfotos gekommen war und ob die Genehmigung der Angehörigen vorlag. Springer-Sprecher Tobias Fröhlich antwortete:
„Entgegen Ihrer Annahme dürfen Fotos von Opfern auch ohne Genehmigung gezeigt werden, sofern es sich um Bildnisse im Zusammenhang mit wichtigen zeitgeschichtlichen Ereignissen handelt. Der Redaktion fällt eine solche Entscheidung nicht leicht und sie muss in jedem Einzelfall sorgfältig abwägen, ob das öffentliche Interesse so überragend ist, dass man die Fotos auch ohne Einwilligung zeigen darf. Offensichtlich haben das auch alle anderen Zeitungen und Zeitschriften so beurteilt, die die besagten Bilder veröffentlichten.
Natürlich gehört unser Mitgefühl den vielen Familien in Winnenden, denen der schlimmstmögliche Schicksalsschlag widerfahren ist. Nichts kann den Schmerz und die Trauer über Verlust eines Kindes und eines Angehörigen lindern. Leider gehört es zu den Aufgaben von Journalisten, auch über solch dramatischen Ereignisse und die dahinter stehenden Schicksale zu berichten — sowohl über Täter, als auch über Opfer.“
Der Sprecher gab in einem Fall sogar indirekt den Eltern die Schuld dafür, dass “Bild” das Schicksal ihres Kindes ausgeweidet hatte: Indem sie einem Nachruf im “Tagesspiegel” zugestimmt hatten, hätten sie das Kind zu einer “relativen Person der Zeitgeschichte” gemacht — und in “solch einem Fall”, so der Sprecher, bedürfe es “keiner Zustimmung des Abgebildeten oder der Hinterbliebenen.”
Medienanwalt Christian Schertz entgegnete jedoch:
„Wenn ein Schüler oder ein Student sein Foto bei StudiVZ einstellt [Von dort hatten die Medien einige der Fotos offensichtich geklaut, Anm.], willigt er damit noch lange nicht ein, dass dasselbe Foto im Falle eines Unglücksfalles, an dem er beteiligt ist, auf der Titelseite einer Boulevardseite veröffentlicht wird. (…)
Das Leid von anderen Menschen ist natürlich auch etwas, das die Sensationsgier befriedigt und damit Auflage macht. Und da ist es oft eine Abwägung von möglichen Anwaltskosten und den vielleicht noch zu zahlenden Schmerzensgeldern und dem, was man mit der Auflagensteigerung erreicht. Und dann ist das Ergebnis relativ eindeutig aus Sicht mancher Chefredakteure.“
Damals hatte sich auch ein Vater zu Wort gemeldet, dessen Tochter bei dem Amoklauf in Winnenden getötet wurde und über deren Leben und Sterben “Bild” und andere Medien ebenfalls groß berichtet hatten. Er sagte:
„Die Bild-Zeitung und andere, auch Fernsehsender, ziehen Profit aus unserem Leid! Dreimal hintereinander sind Bilder von [meiner Tochter] erschienen, ohne dass wir das gewollt hätten. Wir hätten das nie erlaubt. (…)
Die reißen die Bilder an sich und fragen nicht danach, was wir Hinterbliebenen denken und fühlen.“
1. “Wie man richtig über Studien berichtet” (journalist.de, Larry Magid)
Larry Magid gibt Tipps, wie man als Journalist mit Studien umgeht: “Bevor ich über die Studie schreibe, bitte ich deshalb darum, das ganze Dokument einsehen zu können. Es sollte eine Zusammenfassung der Methodik enthalten, die erklärt, wie die Stichprobe gezogen wurde, welche Fragen gestellt und wie sie beantwortet wurden. Dann stelle ich manchmal fest, dass die Methodik fehlerhaft war oder die Zusammenfassung in der Pressemitteilung nicht zu den tatsächlichen Ergebnissen passt.”
2. “Der Kreuzzug der Journalisten der Gilde der Reinheit” (unternet.ch, Stefan Millius)
Stefan Millius versteht nicht, weshalb er als Journalist nicht auch PR machen sollte: “Arbeite ich für ein Unternehmen, gibt mir dieses klare Auflagen bezüglich Ergebnis. Bin ich journalistisch für ein Magazin aktiv, arbeite ich unabhängig und unbeeinflusst. Das ist für mich selbstverständlich, darüber debattiere ich gar nicht erst. Weshalb ich bei der journalistischen Arbeit in irgendeiner Weise weniger objektiv sein soll aufgrund meiner PR-Arbeit als ein Journalist, der ja auch ein Leben neben der Arbeit hat (Vereine, Netzwerke, alte Freund- und Seilschaften), erschliesst sich mir nicht.”
1. “Missbrauchte Politik” (bild-studie.de, Hans-Jürgen Arlt und Wolfgang Storz)
Der dritte und letzte Teil der “Bild”-Studie der Otto-Brenner-Stiftung widmet sich der Rolle von “Bild” und “Bild am Sonntag” im Bundestagswahlkampf 2013 (otto-brenner-stiftung.de, PDF-Datei). “Die beiden Autoren machen deutlich: Egal welche Personen und Parteien die beiden Boulevardmedien favorisieren oder benachteiligen, ‘Bild’ und ‘BamS’ geht es in erster Linie immer um sich selbst. Sie benutzen ihre politischen Freunde kaum weniger als ihre politischen Gegner für den eigenen Erfolg, der sich in Auflage, Werbeeinnahmen und am Ende in der Jahresbilanz niederschlagen soll.”
2. “Eine Klarstellung” (katja-kipping.de) Katja Kipping schreibt zum “Spiegel”-Artikel “Katja, die Grobe”: “So sehr ich mich über den Spiegelartikel geärgert habe, so sehr kann ich sagen: Es lohnt sich wirklich diesen Artikel gründlich zu lesen und zu studieren. Er ist ein hervorragendes Studienobjekt für feministische Diskursanalyse. Was bei Männern in verantwortungsvollen Positionen als professionell und durchsetzungsstark gilt, wird bei Frauen schnell ins Anrüchige/ Intrigante/ Machtbesessene verschoben.”
3. “SRF wirbt für Salzgebers Beiz” (schweizamsonntag.ch, Sacha Ercolani)
SRF-Sportmoderator Rainer Maria Salzgeber eröffnet ein Restaurant. Und das SRF-People-Magazin “Glanz & Gloria” strahlt “zur besten Sendezeit einen dreiminütigen Bericht über das neue Engagement des beliebten und gut bezahlten Sportmoderators aus”.
4. “ARD/ZDF-Mediatheken: Der Sieben-Tage-Skandal” (dwdl.de, Hans Hoff)
Hans Hoff erinnert daran, dass ein großer Teil der öffentlich-rechtlichen Inhalte im Internet nach sieben Tagen wieder gelöscht werden muss: “Ich habe allerdings den Verdacht, dass dieses Versagen den öffentlich-rechtlichen Sendern gar nicht einmal so ungelegen kommt. Schließlich haben sich die Anstalten längst eingerichtet und gelernt, mit der Siebentagefrist zu leben.”
5. “Unser Jahr mit Edward Snowden” (faz.net, Frank Rieger)
Frank Rieger bilanziert die bisherigen Auswirkungen der Snowden-Leaks: “Das große Verdienst des Edward Snowden ist es, uns die Augen über die dunkle Seite der Technologien, die unser Leben dominieren, geöffnet zu haben und darüber, wie die Geheimdienste sie benutzen, um ihre Vision der totalen Informationskontrolle umzusetzen. Vermutlich unbeabsichtigt hat er uns aber auch gezeigt, wie defekt und ungeeignet für die drängenden Fragen des Digitalzeitalters die derzeitigen politischen Prozesse sind.” Siehe dazu auch “Ratlos, privatlos” (golem.de, Peter Glaser).
6. “Wie erkenne ich einen Russland-Troll?” (juergvollmer.ch)
Nach dem Vorbild von “How to spot a Russian Twitter troll” (ukraineatwar.blogspot.de, P. Martin, englisch) erstellt Jürg Vollmer eine Liste von Trollen: “Gemäss Recherchen von regierungskritischen Medien in Russland sind diese Trolle bei staatlich gesteuerten ‘Agenturen’ angestellt, die in einem Netzwerk verknüpft sind.”
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].
1. “‘Topmodel’-Kandidatin rassistisch beleidigt” (tagesspiegel.de, Sonja Álvarez)
Eine Kandidatin bei “Germany’s Next Topmodel” wird auf Facebook rassistisch beschimpft. “Aminata selbst will die beleidigenden Kommentare nicht von ihrer Facebookseite entfernen: ‘Denn ich möchte dass deutschland sieht was für menschen es noch LEIDER in unserer generation gibt!'”
2. “Leserkommentare: Die ‘schreibende Minderheit’ nimmt Einfluss” (newsroom.de)
Eine Studie von ECCO PR-Agenturnetz und newsroom.de befasst sich mit Leserkommentaren: “Erstaunlich ist nach wie vor die Abstinenz der Journalisten bei der eigenen Nutzung der Kommentarfunktion. Die Möglichkeit zum direkten Dialog mit dem Leser wird offensichtlich nur selten genutzt.”
3. “Öffentliche Werbung: Aufsicht gibt’s nicht” (derstandard.at)
“201 Millionen Euro im Jahr, zum Großteil Steuermittel”, wurden 2013 in Österreich verwendet, um in den Medien zu werben, siehe dazu auch diesen Artikel vom 15. März. “‘Eindeutige Unterscheidbarkeit’ vom redaktionellen Teil werde ‘weitgehend ignoriert’. Kogler: ‘Im Rundfunk nennt man das Schleichwerbung.’ Verpflichtende Kennzeichnung von Inseraten scheine der Bürokratie ‘weitgehend unbekannt’.”
4. “Unter Beobachtung” (taz.de, Daniel Bouhs)
Aufgrund von “Regelungen im Luftfahrtgesetz” benötigen Journalisten, anders als Hobbypiloten, Genehmigungen, um Menschenansammlungen mit Drohnen zu filmen. “Wer Drohnen kommerziell steigen lassen möchte, muss sich strengen Auflagen unterwerfen. Es braucht Aufstiegsgenehmigungen.”
5. “Fehlgeleitete Mail von Birgit Kömpel sorgt für Empörung” (fuldaerzeitung.de)
Ungenannte Teile der Redaktion der “Fuldaer Zeitung” sind empört, nachdem eine E-Mail einer Bundestagsabgeordneten offensichtlich nicht den beabsichtigen Adressaten erreicht. “Die Mail der SPD-Bundestagsabgeordneten Birgit Kömpel offenbart uns ihr Medien- und Demokratieverständnis. Deshalb möchten wir sie transparent machen.”
Alfred Draxler, der ehemalige Vize-ChefredakteurundOber-Sportchef der “Bild”-Zeitung, hat am Sonntag bei “Günther Jauch” mal erzählt, wie Journalismus funktioniert. Also nicht dieser Schweinepressejournalismus, sondern der richtige. Der verantwortungsvolle, penible, juristisch, moralisch und ethisch einwandfreie Journalismus. Der Journalismus also, den “Bild” pflegt — laut Alfred Draxler.
Leider hat er bei seinen Ausführungen die Beispiele ganz vergessen. Aber kein Problem, liefern wir sie eben jetzt nach. Beginnen wir mit …
Alfred Draxlers Einführung in die Medienethik, Teil 1
Das Interesse der Menschen [am Fall Schumacher] ist riesengroß. Als Journalist hat man dann halt die Aufgabe, zu filtern und zu entscheiden: Was kann man machen, was kann man nicht machen.
Ein Beispiel. Gerade in der ersten Zeit nach dem Unfall wurden die Angehörigen von Michael Schumacher jedes Mal von etlichen lauernden Fotografen umzingelt, sobald sie die Klinik betraten oder verließen. Schumachers Managerin Sabine Kehm berichtete bei “Günther Jauch”, dass die Familie sogar Sicherheitskräfte engagierte und alternative Zugangswege auskundschaftete, um sich nicht immer wieder durch den Pulk von Kameraleuten und Fotografen quälen zu müssen – ohne Erfolg.
Die Redaktionen bekamen täglich Dutzende solcher Fotos geliefert und mussten entscheiden: Kann man oder kann man nicht machen?
“Bild” meinte: Kann man.
Die Kliniktür-Klickstrecken endeten erst, nachdem ein Absperrgitter zum Schutz der Angehörigen aufgebaut worden war. Heißt: Zum “verantwortungsvollen” Journalismus der “Bild”-Zeitung gehört auch die Veröffentlichung solcher Fotos. Solange sie nicht massivst daran gehindert wird.
Alfred Draxlers Einführung in die Medienethik, Teil 2
[Im Fall Schumacher] strömen auf die Redaktionen unglaublich viele Informationen ein – angebliche Informationen. Sei es der Kollege Alesi von Schumacher, seien es Ärzte, die eine Ferndiagnose machen. Und es ist unsere Aufgabe, damit verantwortungsvoll umzugehen, und ich glaube, das gelingt uns.
Sabine Kehm hatte zuvor erzählt, dass es jedes Mal eine Belastung für die Familie sei, wenn Äußerungen wie die von Alesi oder Ferndiagnosen unbeteiligter Ärzte von den Medien verbreitet würden.
Und so “verantwortungsvoll” ist “Bild” mit den Äußerungen von Alesi umgegangen:
Und so “verantwortungsvoll” ist “Bild” mit den Ferndiagnosen von Ärzten umgegangen:
Alfred Draxlers Einführung in die Medienethik, Teil 3
Ich kann da nur für “Bild” und “Sport Bild” und andere Springer-Medien sprechen: Wir prüfen das wirklich – sowohl juristisch als auch moralisch als auch ethisch –, ob wir das überhaupt bringen können. Also: Wir nehmen nicht jede Information und stellen sie ungeprüft in die Öffentlichkeit, sondern das wird schon sehr, sehr, sehr verantwortungsvoll geprüft.
Und erst wenn “Bild” eine Information sowohl juristisch als auch moralisch als auch ethisch als auch sehr, sehr, sehr verantwortungsvoll geprüft hat, wird sie zu einer solchen Titelgeschichte verarbeitet:
JETZT MÜSSEN SICH DIE FANS NEUE SORGEN MACHEN: Bei Schumi wurde nach BILD-Informationen in der vergangenen Woche eine Lungenentzündung diagnostiziert! Die Folgen sind noch nicht absehbar.
Die Meldung wurde sofort vonanderenMedienaufgegriffen — und auch wenn einige der Abschreiber durchaus Zweifel hegten und Schumachers Managerin Sabine Kehm die Meldung nicht hatte kommentieren wollen: die “Neue Sorge um Schumi” war in der Welt.
Die Reporter bezogen erneut Stellung vorm Krankenhaus, die internationale Presse bombardierte Kehm erneut mit Anfragen, die “Experten” ferndiagnostizierten erneut drauf los, die Fans machten sich erneut Sorgen, die Freunde und Angehörigen wurden erneut aufgeschreckt.
Dabei stimmten die “BILD-Informationen” gar nicht. Zwei Tage später schrieb das Blatt im vorletzten Absatz eines weiteren Schumi-Artikels:
BILD hatte berichtet, dass in der vergangenen Woche eine Lungenentzündung diagnostiziert worden war. Die Erkrankung liegt aber schon weiter zurück und stellte in dieser Woche nach neuesten Erkenntnissen keine akute Gefahr mehr da.
So viel zum Punkt juristisch als auch moralisch als auch ethisch als auch sehr, sehr, sehr verantwortungsvoll geprüfte Informationen.
Die ganze unnötige Panik wäre nicht ausgelöst worden, wenn “Bild” sich an den Wunsch von Schumachers Managerin gehalten hätte, die immer und immer wieder ausdrücklich und nachdrücklich darum gebeten hat,
das Arztgeheimnis zu respektieren und sich ausschließlich an die Informationen des zuständigen Ärzte-Teams oder Managements zu halten, die die einzigen gültigen Informationen sind.
Aber “Bild” ignorierte diese Bitte.
Die Medien wollen so viele Details wie möglich. Schumachers Familie will aber so wenige wie möglich rausgeben. Die Lücke wird geschlossen mit Spekulationen, Ferndiagnosen, Übertreibungen und Wiederholungen. Oder mit Berichten darüber, dass es nichts zu berichten gibt.
Und damit zu …
Alfred Draxlers Einführung in die Medienethik, Teil 4
Jauch: “Was machen Sie denn, wenn Sie so ein riesiges Interesse feststellen und müssen sagen: ‘Es gibt nichts Neues, wir haben nichts’?”
Draxler: “Dann machen wir’s auch nicht.”
Nun ja …
Bild.de, 4. Januar:
Zu seinem aktuellen Zustand gibt es keine Neuigkeiten.
Bild.de, 16. März:
Weiterhin keine Neuigkeiten bei Schumi!
Bild.de, 10. April:
Unterdessen gibt es zu Schumis gesundheitlichen Zustand keine Neuigkeiten.
Bild.de, 2. Januar:
Aber es gibt ja auch noch genug anderen Quatsch, mit dem “Bild” die Seiten füllen kann:
So hat “Bild” seit dem Unfall bereits über 40 Artikel veröffentlicht. Viele davon bestehen aus nicht viel mehr als Gerüchten, Fragen, Wiedergekäutem und Geschwafel.
Am 4. April schien es dann aber, als hätte Bild.de tatsächlich etwas Neues zu berichten. Auf der Startseite jubelte das Portal riesengroß:
Grund für die “neue Hoffnung” war eine Aussage von Schumachers Managerin Kehm gegenüber “Bild”:
Managerin Sabine Kehm gegenüber BILD: “Ich kann nur noch einmal sagen: Es gibt Anzeichen, die uns Mut machen.”
Dieser Artikel war ziemlich genau drei Wochen zuvor bei Bild.de erschienen. Er bezog sich auf eine Pressemitteilung von Sabine Kehm, in der es hieß:
Es gibt immer wieder kleine Anzeichen, die uns Mut machen.
Genau das, was sie per Pressemitteilung allen gesagt hatte, hat sie drei Wochen später der “Bild”-Zeitung also noch einmal gesagt. Und die bastelt daraus eine große Neuigkeit.
Andere Medien (und zwar viele, viele, viele, viele, viele, viele, viele, vieleandereMedien) rannten erwartungsgemäß blind hinterher und verkündeten, Schumacher gehe es “besser”, obwohl einige von ihnen sogar selbst feststellten, dass Kehm genau das Gleiche schon in ihrem letzten Statement gesagt hatte.
“Bild” hatte den alten Stand kurzerhand als neuen verkauft (und alle anderen nahmen es ihr ab). Wenn Alfred Draxler also sagt: “Machen wir nicht”, meint er “nicht” im Sinne von: “doch”.
Alfred Draxlers Einführung in die Medienethik, Teil 5
Da ist kein Journalismus, das ist Schweinepresse!
Die womöglich zutreffendste Aussage Draxlers in der gesamten Sendung. Er meinte die billigen, bunten Klatschblätter. Mit denen will er unter keinen Umständen auf eine Stufe gestellt werden. Schon am Anfang der Sendung hatte er darauf bestanden, dass man “sehr differenzieren” müsse, “was die Art der Medien anbelangt”, denn da gebe es durchaus “Abstufungen”.
Es kommt ihm freilich sehr entgegen, dass es da noch einen Bereich in der Presselandschaft gibt, der noch mieser, noch krawalliger und noch skrupelloser zur Sache geht als die “Bild”-Zeitung. Gegen die Regenbogenpresse wirkt sein Ex-Blatt ja auch in der Tat nicht mehr ganz so schlimm. Zumindest auf der ersten Blick.
Rein inhaltlich haben “Bild” und die Regenbogenblätter in den vergangenen Wochen aber durchaus Parallelen gezeigt. Natürlich: Im Wahrheit-Verzerren sind die Klatschblätter ungeschlagen. Aus einer banalen Kleinigkeit wird auf derm Cover schnell mal eine riesige Schocktränentragödie. Oder aber ein “Zeichen der Hoffnung”, wie in diesem Fall:
Das Blatt suggeriert, Schumachers Zustand habe sich gebessert — dabei steckt hinter der Schlagzeile lediglich das Gerücht, dass Schumachers Glücksarmband angeblich wiedergefunden wurde.
Die “Bild”-Zeitung hatte bei der Überschrift allerdings eine ganz ähnliche Idee…
… ließ ihre Leser aber immerhin nicht im Unklaren über den Kern der, äh, “Nachricht”:
Einige Journalisten scheinen fest davon überzeugt zu sein, sie hätten Anspruch auf eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung mit neuen Einzelheiten; manche drehen sogar dermaßen am Rad, wenn Schumachers Managerin “nichts zu berichten” hat, dass man ihnen am liebsten die Tastatur wegnehmen möchte.
Und so werden die Zeitungs- und Internetseiten — und zwar sowohl in den Boulevard- als auch den Regenbogen- als auch den seriösen Medien — mit Nachrichten gefüllt, die diese Bezeichnung eigentlich gar nicht verdient haben und statt dem Informationsinteresse nur einer Sache dienen: der Gier der Leute, irgendetwas über Michael Schumacher zu lesen. Dass die “Bild”-Zeitung sich dabei nicht ganz so weit aus dem Fenster lehnt wie die Regenbogenpresse, ist klar. Und es kam ihr sehr zugute, dass diese Unterscheidung auch bei Jauch so stark betont wurde, vor allem von Draxler selbst. Guck mal, was die da machen, dagegen sind wir ja nun wirklich nicht schlimm.
Ohnehin profitierte “Bild” in Jauchs Runde enorm von den Vergleichen mit anderen Medien. Auch Schumachers Managerin Kehm sagte, dass sich das Blatt “im Großen und Ganzen fair” verhalten habe und dass sie andere Boulevardmedien als “sehr viel grenzwertiger” empfunden habe. Und natürlich wirkt “Bild” im direkten Vergleich nicht ganz so schlimm wie etwa der unsägliche “News”-Ticker von “Focus Online” oder die Knallblätter der deutschen oder englischen Regenbogenpresse. Aber nur weil die “Bild”-Zeitung noch genug Restskrupel hat, auf der Titelseite nicht einfach zu lügen, Schumacher sei “aufgewacht” oder es gebe ein “Wunder”, und nur weil sie nicht jedes Gerücht aufgreift, sondern auch mal eins auslässt, heißt das ja nicht automatisch, dass sie guten Journalismus macht. Es ist lediglich das kleinere Übel.
Es gibt darüber hinaus noch einen bedeutenden Unterschied zwischen “Bild” und der Regenbogenpresse, der bei solchen Vergleichen schnell unter den Tisch fällt. Dieser Unterschied wird gerade am Beispiel der rumgereichten “Bild”-Panikmache wegen der angeblichen Lungenentzündung deutlich.
Wenn die “Bild”-Zeitung etwas schreibt, dauert es nämlich nicht lange, bis andere, auch seriöse und internationale Medien aufspringen, so groß deren Zweifel auch sein mögen. Die Spekulationen der “Freizeit X” werden dagegen allenfalls von der “Freizeit Y” und der “Z für die Frau” aufgegriffen, sie verbleiben im Paralleluniversum der Regenbogenwelt und dringen nur selten ans Licht der breiten Öffentlichkeit. Auch wenn die Auflagenzahlen in diesem Segment riesig sind, erreicht ein Gerücht der Regenbogenpresse nur selten so viele Meinungsmacher wie eines, das von der “Bild”-Zeitung in die Welt gesetzt wurde.
So zieht jede große “Bild”-Schlagzeile ein riesiges Echo nach sich, das selbst dann noch hallt, wenn die ursprüngliche Meldung längst korrigiert oder widerlegt wurde.
Im Fall Schumacher klang dieses Echo unter anderem so:
Dahinter steckt nichts anderes als die Falschmeldung der “Bild”-Zeitung. “die aktuelle” schreibt:
Der Feind in seinem Körper — er macht alles kaputt. Die schreckliche Schock-Nachricht aus Grenoble: Schwere Lungenentzündung. Ausgerechnet jetzt! Das Leben von Michael Schumacher, 45, steht auf Messers Schneide. Sein Schicksal liegt nun allein in Gottes Hand. Dabei hatte es doch schon so gut ausgesehen …
Diesen Artikel hätte es ohne “Bild” nicht gegeben. Viele andere Schumi-Artikel in den Regenbogenbogenblättern auch nicht. Klar: Die Redaktionen hätten sicherlich auch andere Quellen für ihre Schock-Wunder-Dramen gefunden. Aber in vielen Fällen lieferte die “Bild”-Zeitung schon genug Futter für die “Schweinepresse”.
All das erwähnte Alfred Draxler in seiner Lehrstunde über verantwortungsvollen Journalismus natürlich mit keinem einzigen Wort.
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].
1. “Die Mär vom Milliardenmarkt” (blog.alvar-freude.de)
Gibt es einen “weltweiten Umsatz mit Kinderpornos” in der Höhe von 18 Milliarden US-Dollar, wie Spiegel.de vermutet? Und gibt es rund 100’000 kommerzielle Kinderporno-Websites? Alvar Freude findet dafür keine Anhaltspunkte.
2. “Ach ja, die Pressefreiheit” (berliner-zeitung.de, Christian Bommarius)
Die Welt gewöhne sich an vieles, schreibt Christian Bommarius. “Und sie scheint sich nun auch daran zu gewöhnen, dass die Pressefreiheit an den Sonntagen der Demokratie in Parlamenten zwar pathetisch beschworen und mit rhetorischen Girlanden umrankt, von Montag bis Sonnabend aber von den Regierungen und deren Sicherheitsbehörden als Sicherheitsrisiko diffamiert und verfolgt wird.”
3. “Von DuMont zu Döpfner: Gedanken über das Verlegertum” (meedia.de, Christian Meier)
Christian Meier zählt die vielfältigen Ansprüche auf, die deutsche Journalisten an ihre Verleger haben: “Verleger und solche, die es werden wollen, werden in Deutschland mit zweierlei Maß gemessen, manchmal auch mit mehr als zwei.”
4. “Neues Buch über Medienmacht: Die Mär vom armen Opfer Sarrazin” (spiegel.de, Jan Fleischhauer)
Jan Fleischhauer wundert sich, dass Thilo Sarrazin, der Bücher in Millionenauflage verkauft, behauptet, man dürfe seine Meinung nicht frei äußern. “Im Fall Sarrazin liegt eine Verwechslung vor. Nur weil einem eine bestimmte Elite die kalte Schulter zeigt, heißt das noch lange nicht, dass die Meinungsfreiheit in Deutschland gefährdet sei.”
5. “Being Matussek” (pantelouris.de)
Michalis Pantelouris bespricht den Text “Ich bin wohl homophob. Und das ist auch gut so” (welt.de, Matthias Matussek). “Wer Homophobie so rechtfertigt wie ‘Matussek’, den hat Matussek nach allen Regeln der Kunst geoutet. Er hat einfach Angst vor der Welt, die er nicht mehr versteht. Und das ist irgendwie okay.”
Für die “Bild”-Zeitung war die Sache von Anfang an klar:
David H. (21) hat den geliebten Kater seiner Freundin in die Toilette gestopft und die Spülung betätigt – “Tiger” (2) verendete qualvoll.
Oder in Großbuchstaben (Ausgabe vom 17. Januar):
(“Bild” hat dem Mann zwar einen schwarzen Augenbalken gegönnt, zur Sicherheit haben wir ihn aber ganz unkenntlich gemacht.)
Dabei hatte der Gerichtsprozess gegen den Mann gerade erst begonnen, wie “Bild” im Artikel selbst zugeben musste:
Wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz steht der [Beruf des Angeklagten] nun in Plauen (Sachsen) vor Gericht.
Der Vorwurf der Staatsanwältin: “Der Angeklagte hat die Katze zuerst gegen die Wand geschleudert. Dann versuchte er das schwer verletzte Tier in der Toilette hinunterzuspülen.”
[…] Ein Tierarzt soll nun die genaue Todesursache klären.
Aber für “Bild” stand das Urteil ja sowieso schon fest.
Im Gegensatz zur “Freien Presse”, wo sich der Fall alles andere als eindeutig las:
Ob das Gericht den 20-Jährigen bestrafen wird, ist offen. “Keiner hat gesehen, wie die Katze umgekommen ist”, sagt [Gerichtssprecher] Rüsing. Unklar sei nach wie vor auch, ob sie wirklich an die Wand geschleudert wurde. Dort seien zwar Flecken gefunden worden, die Katzenblut sein könnten. Nachweisen werde das die Justiz aber nicht.
Richterin Andrea Hörr stellte das Verfahren unter einer Geldauflage vorläufig ein. Der 21-Jährige muss bis Ende Mai 100 Euro an den Tierschutzverein Vogtland zahlen. Dann sei eine endgültige Einstellung des Verfahrens in Aussicht.
Es sei weiterhin “unklar” geblieben, “wie die Katze zu Tode gekommen ist und ob sie überhaupt zuvor an die Wand geschleudert worden war – Zeugen dafür gab es nicht.” Auch die Tierärztin konnte kein Licht in die Sache bringen.
Doch für “Bild” ist und bleibt der Mann schuldig. Und die Justiz mal wieder viel zu milde:
Der Miezen-Mord von Plauen (BILD berichtete). Jetzt stand der Katzen-Killer vor dem Amtsgericht – und kam mit einer unfassbar milden Strafe davon. Lediglich 100 Euro muss der Tierquäler zahlen, der den kleinen Kater “Tiger” (2) in der Toilette runterspülen wollte!
Dass das Verfahren eingestellt wurde, schreibt die “Bild”-Zeitung nicht. Stattdessen ärgert sie sich darüber, dass ihr eigenes Urteil nicht bestätigt wurde:
Leider gab es keine Zeugen, die bei dem Todeswurf dabei waren. Deshalb kam David H. mit einer Geldstrafe davon.
Der Sprecher des Amtsgericht teilte uns auf Anfrage mit, dass er die Berichterstattung “teilweise als sehr einseitig und vorverurteilend wahrgenommen” habe. Die Todesursache sei nicht geklärt worden, außerdem habe die Verteidigung klargemacht, dass auch die Ex-Freundin durchaus Motive für die Tat hatte (was “Bild” natürlich ignoriert hat). Aber es gebe nun mal “manche Medien, die versuchen, möglichst sensationell, brutal und grauenhaft zu berichten. Das interessiert die Leser halt.”
Und was eine derartige Berichterstattung bei den Lesern sonst noch bewirkt, zeigt sich dann in den Kommentarspalten bei Bild.de (Stand gestern Abend):
Sehen wir es doch mal von der positiven Seite, Plauen ist nicht so groß, seinen Vornamen kennt man und ein recht gutes Foto steht auch zur Verfügung………Vielleicht liest man ja demnächst davon das ein Plauener eine nonverbaler Konversation mit einem (Rudel) Tierfreund(e) verloren hat.
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unglaublich ! Sage ich schon seit Jahren, die deutsche Rechtssprechung ist ein Witz. Dann lieber Zahn um Zahn
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Hoffentlich wird er morgen von einer Bande verprügelt, so dass er nicht mehr aufstehen kann, dieser gefühlskalte Bestie.
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Das Gleiche mit dem machen wäre die gerechtere und damit auch demokreatischere Lösung. Danach an einen Baum hängen mit einem Schild um den Hals, das alle sehen was mit solchen Leuten passiert. Fertig.
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Wenn mir derjenige über den Weg laufen würde in Sachsen, hätte er 1 – 2 Reihen weniger Zähne um die er sich sorgen machen muss.
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Man sollte das gleiche mit diesem Unmenschen machen.
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man gebe mir seine Adresse und der Rest wird erledigt!!!
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Die Plauener sind ja im allgemeinen keine Tierhasser, Also werden sich die Leute auch um diesen fiesen Waschlappen kümmern. Stellt bitte ein Foto ins Netz.
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Tja da haben wir uns ja den Nächsten Amokläufer gesichert was war den da jetzt die Erziehungsmaßnahme ??? das er den nächsten Monat 100.- weniger Kiffen und Saufen kann.
Und wenn es dann an die Gesundheit von andren Mitmenschen geht dann heißt es ” Das war in dem Fall Leider nicht vorher zusehen. Ganz ehrlich dem Kerl gehört aufgelauert und das Selbe angetan dauer stresstest im Gulli und im anschluss rauf aufs Hochhaus und dann soll er mal auf Beton auf Schlagen die100 € zahl ICH freiwillig
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Mit unseren Gesetzen ist der Täter immer auf der sicheren Seite. Die Erfahrung hab ich auch schon machen müssen. Arme Katze, naja vielleicht überfährt ihn ja jemand – aus Versehen. Geht Katzen ja oft so.
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Und dann ist das auch noch so eine Wurst. Ich hätte Lust, ihn in die Toilette zu stopfen…
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Die deutschen Richter, Staatsanwälte, Ermittlungsbehörden und insbesondere unser Rechtssystem sind noch kranker. irrer und gestörter als dieser Tierquäler. Deutschland schafft sich ab.
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Bringt mir dieses feige Dreckstück!
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Solche gestörte Personen sollten mit der gleichen Art gespült werden. Ich drücke gern.
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Der Richter muß wohl auch Katzenhasser sein und eine Gefühlslose Kreatur, sonst kann man so kein Urteil sprechen. Vielleicht wiederfährt Ihm auch mal so was wie dem Kater !
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an alle Schläger vom Alexanderplatz oder sonst wo. Hier habt ihr mal jemanden um den keiner trauern würde. Wer so etwas tut, vergreift sich auch an kleinen Kindern
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der ist eine gefühlskalte Bestie.
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den Kerl würde ich gerne mal live treffen.
Er und ich in einem Raum mit Toilette eingeschlossen. Mal sehen wer ertränkt wird.
Ach und die “Delphinjäger” können sehr gerne gleich mitkommen.
Unser Staat ist so ein Witz.
Tiere sind “Sachen” und Vergewaltiger und Pädos sind vergehen sich ja nur an einzelnen Personen, warum also mehr als Bewährungsstrafen?
HASS.
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So ein Kerl verdient die Todesstrafe
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Am besten man stopft ihn in die Kanalisation und spült ihn ab . Dann weiß er wie es sich anfühlt .
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Der feige Dreckwichser!!!!!!!
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Mein gott wieso heulen alle nur rum, ES IST NUR EIN TIER. ich bekomme ja auch keine strafe wenn ich eine pflanze ausreiße und das klo runter spüle. es ist und bleibt nun mal nur ein vieh…
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[Antwort:] Du solltest mir besser nicht begegnen sonst hänge ich dich mit einer Schlinge am Kopf an einem Baum auf. Dummes Stück Sch….
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Gleichem mit Gleichem vergelten da gibt es nichts zu Diskutieren.
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Oh, ich hätte da schon eine Strafe für ihn im Kopf.
das hat was mit einem Bambusstock , nackten Oberschenkeln und nacktem Rücken und einer Zahl zwischen 50 und 100 zu tun.
Den Rest kann man sich denken.
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So verhält sich die intelligenteste Spezies diese Planeten.
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Nachtrag, 26. Januar: Bild.de hat die Kommentarfunktion unter dem Artikel jetzt deaktiviert.
Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].
1. “Die Absperrung in unseren Köpfen” (queer.de, Norbert Blech)
Norbert Blech schreibt zur Berichterstattung über die Verhaftung eines Demonstranten am olympischen Fackellauf, so auch über unseren Text “Fackellauf und Fahnenfluch”. “Es ist natürlich in Ordnung, auf eine akkurate Berichterstattung zu pochen – und die Berichterstattung über LGBT in Russland ist gar nicht mal selten mangelhaft. Aber hier wird auf einer Petitesse herumgeritten, die an der eigentlichen Nachricht – Schwuler protestiert nicht grundlos gegen die homophobe Politik und Gesellschaft Russlands – nichts ändert.”
2. “Ein Star ist wunderbar!” (tagesanzeiger.ch, Simone Meier)
Nach 16 Jahren beim gedruckten “Tages-Anzeiger” wechselt Simone Meier zum neuen Newsportal Watson.
3. “Wie die Presse Wulff zum Rücktritt zwang” (cicero.de, Hans Mathias Kepplinger)
Hans Mathias Kepplinger offeriert eine alternative Deutung des Falls Christian Wulff: “Unter der Überschrift ‘Christian Wulff musste Uhr versetzen’ hätte stehen können: ‘Wulff zahlt seiner geschiedenen Frau und seiner Tochter 4.200 Euro Unterhalt im Monat. Deshalb hat er Schulden gehabt. Allerdings haben ihm gute Freunde aus der Klemme geholfen, darunter sein langjähriger Mentor, Egon Geerkens. Er hat ihm 90.000 Euro geliehen und einen günstigen Kredit für sein Haus vermittelt. Wulff hat Geerkens dafür seine Rolex und wertvolle Bücher als Sicherheit überlassen müssen’. Vermutlich hätten die Leser darauf ganz anders reagiert – mit Häme, Spott, Anteilnahme oder Respekt, aber kaum mit Ärger und Wut.”
4. “The Six Things That Make Stories Go Viral Will Amaze, and Maybe Infuriate, You” (newyorker.com, Maria Konnikova, englisch)
Maria Konnikova untersucht die Frage, welche Aspekte Geschichten aufweisen, die häufig weiterverbreitet werden. “The irony, of course, is that the more data we mine, and the closer we come to determining a precise calculus of sharing, the less likely it will be for what we know to remain true. If emotion and arousal are key, then, in a social application of the observer effect, we may be changing what will become popular even as we’re studying it.”
5. “Zeitungsforscherin: ‘Nachfolgerfrage ist die Achillesferse der deutschen Verlage'” (newsroom.de, Bülend Ürük)
Katharina Heimeier erforscht die Eigentümerstrukturen deutscher Zeitungsverlage: “Statt neue Konzepte zu entwickeln verwenden die Verleger alle Energie darauf, den Markt geschlossen zu halten, auf alten Privilegien zu beharren und hart zu sparen, um die gewohnten Renditen wenigstens halbwegs zu sichern.”
6. “Der Gralsraub von Bayreuth” (faz.net, Christian Wildhagen)
Christian Wildhagen erinnert an den Januar 1914, als die urheberrechtliche Schutzfrist für die Oper “Parsifal” von Richard Wagner aufgehoben wurde: “Zu diesem Zeitpunkt war das Werk eine echte ‘Novität’. Lange vor Erfindung von Schallplatte, CD, DVD oder digitalem Streaming war ‘Parsifal’ in seiner Originalgestalt jahrzehntelang, seit der Uraufführung 1882, wirklich nur in Bayreuth zu erleben gewesen, wobei die strikte Exklusivität erst recht die Neugier schürte und das Stück zum sagenumwobenen Mysterium für wenige Auserwählte erhob.”
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1. “Offener Brief zur ZDF-Doku ‘Jäger in der Falle'” (blog.natuerlich-jagd.de, Max Götzfried)
Jäger Max Götzfried beurteilt die Dokumentation “Jäger in der Falle” (zdf.de, Video, 28 Minuten) in 30 Punkten. “Das mir gegebene Versprechen, neutral zu recherchieren und ausgewogen zu berichten, haben Sie meiner Ansicht nach nicht gehalten. Jäger können durchaus mit Kritik umgehen und sie kontern – wenn man sie lässt.”
2. “‘Bin dafür, keine Bilder mehr von Kim Jong-un zu zeigen'” (derstandard.at, Teresa Eder)
Als Abnehmer von Bildern der staatlichen Bildagentur Nordkoreas finanzierten westliche Medien das Militärsystem indirekt mit, sagt Fotograf Luca Faccio. “Ich bin dafür, keine Bilder mehr von Kim Jong-un zu zeigen.”
3. “Das wundersame Wachstum der Print-Leser” (meedia.de, Jens Schröder)
In den letzten vier Jahren stieg die Leserzahl von “Computer Bild Spiele” um 40’000. “Im selben Zeitraum – den vier Jahren zwischen den IVW-Quartalen IV/2009 und IV/2013 ging die verkaufte Auflage des Magazins aber um fast 63% (!) zurück. (…) Angesichts der Leserzahl von 2,04 Mio. müssten sich also im Durchschnitt etwa 20 Leute eine Computer Bild Spiele teilen. Wer soll solche Zahlen noch glauben?”
4. “Hat die renovierte ‘Bravo’ eine Zukunft?” (ndr.de, Video, 6:29 Minuten)
Die verkaufte Auflage der Jugendzeitschrift “Bravo” sinkt von 620’000 (2003) auf 190’000 Exemplare (2013). Daran kann auch auch ein Relaunch und ein junges Redaktionsteam nichts ändern.
5. “Watson – ein Bild-HuffPost-Buzzfeed-Mix” (ausgeheckt.com, Julian Heck)
Das neue Newsportal Watson präsentiere “klassischen Nachrichtenjournalismus”, “ein bisschen Buzzfeed-Style”, “Geschichten in grandioser Aufmachung”.
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1. “Täglicher Kampf um die Pressefreiheit” (deutschlandradiokultur.de, Sabine Adler)
Journalismus in Zeiten des Umsturzes: Während manche TV-Sender die Proteste in der Ukraine kleinreden, tobt online ein Kampf um Informationen. Jeder der berichtet, ergreift auch Partei.
3. “Verrenkungen vom Ende des Regenbogens” (vocer.org, Mats Schönauer und Moritz Tschermak)
Die Blogger von topfvollgold ziehen Bilanz über die üblichen Faktenverdrehungen der Regenbogenpresse und erinnern daran, dass diese Blätter nicht irrelevant sind: “Zusammengerechnet kommt das gesamte Segment auf eine jährliche Druckauflage von über 560 Millionen Exemplaren – eine gewaltige publizistische Macht.”
4. “Der Sender bin ich “ (faz.net, Stefan Schulz)
Die FAZ stellt ihren Lesern Podcasts und Tim Pritlove vor. “In Pritloves Studio passiert, wovon Fernsehmacher träumen: Die Gesprächsteilnehmer sehen sich als Teil einer Gemeinschaft, die über Chatsysteme mit am Tisch sitzt und bei Bedarf auch zum Gesprächsteilnehmer wird, etwa wenn Wissenlücken im Studio gefüllt werden müssen.”
5. “Ein Wortlaut-Protokoll in 6 Variationen” (netzjournalismus.de, Fiete Stegers)
Ein kurzer, aufgeheizter Dialog vor Gericht — und in sechs verschiedenen Medien sind sechs verschiedene Variationen zu lesen.
6. “Vom Schlager zum Hit” (journalist.de, Marcel Roth)
Der Sender MDR Sachsen-Anhalt sendet keine Schlager mehr. Ein Erfahrungsbericht: “Eine 73-Jährige aus Ilsenburg im Harz schreibt per E-Mail, sie sei oft mit der ‘supermodernen Musik’ nicht einverstanden und würde sich sehr freuen, ‘wenn mal ab und zu ein Wander-, Volks- oder Seemannslied gespielt würde.'”